Frankfurter Stadtgespräch

  • Immer diese "Personen". Kann man die nicht einfach verbieten?

    Aber mal im Ernst: wenn sich LKW-Fahrer immer wieder in Frankfurt verfahren, muss man einfach bessere Schilder aufstellen. Der Kettenhofweg macht es vor.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Man könnte doch auch ein Schild aufstellen "Zufahrt verboten!". Und "Verzieren dieses Schilds mit urbaner alternativer Kunst ebenso verboten!.

    Wo es um funktionale Zufahrtssperren wie Durchfahrtssperren durch Wohngebiete geht, würde ich den Pollern auch die italienische Variante vorziehen (Kamera, heftiges Knöllchen für die die nicht rein dürfen - testen Touristen gerne).

    Bei den Plätzen geht es aber um Menschen, die sich von Schildern nicht abschrecken lassen würden - Sicherheitspanik bei denen, die regelmäßige Todesfälle im Straßenverkehr billigend hinnehmen.

  • Der Leerstand in Wohnhochhäusern in Frankfurt ist hier ja immer mal wieder Thema. Und auch wenn die Methodik keinen wissenschaftlichen Standard erfüllt, wollte ich doch kurz eine Beobachtung teilen. Ich war im Keller des Grand Towers und habe auf der Suche nach einem bestimmten Kellerabteil mir einmal unfreiwillig fast alle anderen Abteile angeschaut. Diese sind von außen einsehbar und ich war überrascht in wie vielen dieser Abteile Dinge gelagert werden. Ich schätze, dass höchstens 10% leer standen. Wenn dieser Belegungsstand der Kellerabteile irgendwelche Rückschlüsse auf den der Wohnungen im Turm zulässt, dann stehen zumindest in dieser Immobilie garnicht so viele Einheiten leer wie in der Debatte manchmal vermutet.

  • Der Eindruck entsteht oft weil viele Wohnungen am Abend dunkel sind. Dies lässt außer acht das Menschen die sich das Wohnen in solchen Gebäuden leisten können öfter Auswärts Essen, auf Geschäftsreisen sind länger Arbeiten ggf auch noch einen weiteren Wohnsitz haben.

  • Wahlplakate prägen aktuell wieder das Stadtbild.

    Und das leider im negativen Sinne. Zusammen mit der ohnehin schon zu großen Menge an Schildern und Hinweisen wird das Stadtbild dadurch spürbar beeinträchtigt und wirkt zunehmend überladen.

    Dabei stellt sich die Frage: Liest diese austauschbaren Sprüche überhaupt noch jemand? Die meisten dürften längst daran vorbeigehen, ohne ihnen Beachtung zu schenken.

    Statt echter Information bleibt vor allem eins hängen: ein Gefühl von Unordnung und Überladung. Und noch schlimmer: viele dieser Plakate bleiben nach der Wahl viel zu lange hängen und verkommen zum Müll. Und die Stadt spricht selten Strafen aus.

    Vielleicht ist es an der Zeit, diese Form der Wahlwerbung grundsätzlich zu überdenken.

    Hier mein Beispielbild von letzter Woche:

    D82_4443_2_kl.jpg

    Bild: Adama

  • Was macht eigentlich die World Design City (WDC) 2026 Frankfurt am Main? Auch nach mehrmaligen stöbern im Programm, war bisher nicht eine einzige interessante Veranstaltung für mich dabei. Vieles was dort im (aufgeblähten) Programm steht, hätte zudem auch so stattgefunden. Eine große Präsenz im Stadtbild (außer Litfaßsäulen-Plakate) kann ich auch nicht erkennen. Das erste - in die breite gehende Format - die immersive Show "City of Wow" finde ich auch eher mau. Und leider sieht auch die Altstadt-Ausstellung am Krönungsweg alles andere als professionell aus. WDC Frankfurt am Main - Flop oder Top? Wie seht ihr das?

    Einmal editiert, zuletzt von Wikos (28. März 2026 um 10:17)

  • Heute wurden die aktuellen Bevölkerungszahlen bis zum 31.12.2025 veröffentlicht.

    Die Highlights sind:

    • Zum 31.12.2025 lebten 781.337 Menschen in Frankfurt. Das sind 4.496 Personen mehr als vor einem Jahr.
    • Wenn man die Perspektive etwas weitet leben heute 124.910 Einwohner mehr in Frankfurt als noch im Jahr 2010. Das entspricht in etwa der Einwohnerzahl von Göttingen.
    • In Frankfurt leben mehr Frau (50,4%) als Männer (49,6%). 16,5% sind jünger als 18 und 16,1% älter als 65 Jahre.
    • Während die Anzahl der EU-Bürger zurück geht (-615 Einwohner) ist die Anzahl der deutschen Bewohner (+2.183) und der nicht-EU-Bürger (+2.926) gestiegen.
    • Größter Stadtteil ist weiterhin Bockenheim (47.020 Ew.), dicht gefolgt vom Gallus (45.701) und Sachsenhausen-Nord (32.515)
    • Am stärksten wuchs die Bevölkerungszahl in Bockenheim (+4,4%), gefolgt vom Gutleutviertel (+2,0%) und dem Gallus (+1,6%)Ostend und Sachsenhausen-Süd (jeweils 0,9%). Insgesamt wuchs die Bewohnerzahl in 29 von 44 Stadtteilen.
    • Am stärksten fiel die Einwohnerzahl in Berkersheim (-0,8%) gefolgt von der Altstadt (-0,8%) und dem Frankfurter Berg (-0,7%).

    Insgesamt flacht sich das Bevölkerungswachstum gegenüber der letzten Bevölkerungsprognose von Ende 2022 etwas ab. Diese hatte für Ende 2025 eine Bevölkerungsanzahl von 789.296 prognostiziert.

  • Interessant ist auch ein Blick auf die häufigsten ausländischen Staatsangehörigkeiten - hier hat sich in den letzten Jahren Indien sehr deutlich nach vorne geschoben und steht mittlerweile auf dem vierten Platz - hinter der Türkei, Italien und Kroatien, aber noch vor Rumänien, Polen oder der Ukraine. Überhaupt taucht fluchtbedingte Migration in den Top 10 mit der Ukraine auf Platz 6 und Afghanistan auf Platz 10 nur zwei Mal auf:

    https://statistikportal.frankfurt.de/statistik_aktu…SA_2026_05.html

  • Ist irgendwo erläutert, wie in dieser Statistik Migrationshintergrund definiert ist? Ich vermute, mindestens ein Elternteil hat (gebürtig) nicht die deutsche Staatsbürgerschaft.

  • ^

    Ja, in der Regel setzt sich die Bevölkerung mit Migrationshintergrund zusammen aus Nichtdeutschen und Deutschen,

    • die eingebürgert sind und / oder
    • nicht in Deutschland geboren sind und / oder
    • eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen und / oder
    • Optionskinder sind und / oder
    • deren Eltern min. eine dieser Eigenschaften erfüllen

    Ist eine Person also in Deutschland geboren, besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit, ist hier aufgewachsen, aber min. ein Elternteil, das eines oder mehrere der oben genannten Kriterien erfüllt, besitzt diese Person einen Migrationshintergrund. Die Elterneigenschaften können dabei i.d.R. nur bis zum 18. Lebensjahr berücksichtigt werden.

  • Gut erklärt. Zumeist nicht enthalten sind beispielsweise die sogenannten „Gastarbeiter-Enkel“ oder „Gastarbeiter-Urenkel“ in dritter oder vierter Generation. Diese werden inzwischen unter „ohne Migrationshintergrund“ geführt. Würde man diese noch berücksichtigen, erhöht sich der Anteil um weitere 6-8%.

  • Die 3. Generation besitzt nach Definition des Stat. Bundesamts dann einen Migrationshintergrund, wenn min. ein Elternteil nicht mit der deutschen Staatsbürgerschaft geboren wurde. D.h. nur wenn bereits die 2. Generation in Deutschland geboren wurde, wird bei der 3. Generation kein Migrationshintergrund angeführt, andernfalls verliert erst die 4. Generation diesen Status. Btw. woher stammen denn in diesem Zusammenhang 6 - 8 %, darüber gibt es keine seriöse Statistik, da eine solche Erhebung schlicht nicht möglich ist.

    Deutschland hat ohnehin eine sehr weite Fassung des Begriffs, was nicht unumstritten ist und allein die Ausdehnung über die 1. und 2. Generation hinaus, entspricht oft genug nicht den Lebensrealitäten der 3. Generation. In Österreich bspw. müssen beide Elternteile ohne österreichische Staatsbürgerschaft geboren worden sein, um einen Migrationshintergrund zu besitzen. Zunehmend wird deshalb auch der Begriff der Menschen mit Einwanderungsgeschichte verwendet, der voraussetzt, dass beide Elternteile selbst eingewandert sind.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Würde man diese noch berücksichtigen, erhöht sich der Anteil um weitere 6-8%.

    Ich halte die offizielle Definition des Migrationshintergrundes für die Heranziehung von sehr vielen Schlussfolgerungen für nicht brauchbar. Das sehe ich bereits an meinem eigenen Beispiel: Ich sehe absolut mitteleuropäisch aus, habe einen Nachnamen, der kaum deutscher klingen kann, gelte aber offiziell als Einwohner mit Migrationshintergrund. Was soll das aussagen? In welche Schublade sollte ich gesteckt werden? Wir benötigen weitaus differenziertere Kriterien, wenn wir demografische Entwicklungen verstehen und daraus Strategien entwickeln wollen.

  • Die Entwicklung war doch abzusehen. Schon der Mikrozensus 2015 für Frankfurt hat folgendes ergeben:

    Große Abweichungen zwischen den betrachteten Bevölkerungsgruppen sind auch hinsichtlich des Anteils der Familien (Paare mit Kindern und Alleinerziehende) erkennbar. Während der Familienanteil bei der Bevölkerung ohne
    Migrationshintergrund bei insgesamt 15,1% liegt, verzeichnet die Bevölkerung mit Migrationshintergrund einen mehr als doppelt so hohen Anteil von 36,6%.

    Verbunden mit der höheren Geburtenrate gerade außereuropäischer Ausländer, wird der Anteil von Kindern mit MH schon in wenigen Jahren die 80% überschreiten.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Ich halte die offizielle Definition des Migrationshintergrundes für die Heranziehung von sehr vielen Schlussfolgerungen für nicht brauchbar.

    Das sehe ich genauso. Meine Frau wurde in Deutschland geboren, hat nur die deutsche Staatsbürgerschaft, wird aber als "Person mit Migrationshintergrund" gelesen, weil ihr Vater Österreicher ist. :lach: