Beiträge von MiaSanMia

    Die Visualisierungen sind natürlich auch stark wirklichkeitsverzerrend. Weder gibt es aufgrund des Alleecharakters der Infanteriestraße die suggerierte freie Sicht auf das Gebäude (schade eigentlich), noch einen großen Platz auf der anderen Straßenseite. Das Gebäude wird in der Realität also deutlich raumfüllender wirken. Eine durchgehende Anhebung der Geschosszahl fände ich jetzt auch nicht gerade spannend, wenn dann würde ich einen kleinen Eckturm im Norden des Riegels bevorzugen.

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    Mir gefallen Hierl wie Landau-Kindelbacher, könnte aber sein, dass sich Hierl und der gesetzte Murphy Turm (der jetzt 18 anstatt 14 Stockwerke hoch wird) gegenseitig etwas in ihrer Wirkung nehmen. Der zurückhaltende, gleichwohl sehr vornehme Landau-Kindelbacher Entwurf wäre für mich ein schöner Gegenpol. Ich hoffe, dass der noch unbekannte Erstplatzierte eine ähnliche Qualität haben wird.

    Unternehmenszentrale Hoffmann SE


    Platz 2 ging offenbar an ASTOC Architekten mit mahl Gebhard Landschaftsarchitektur, Visualisierungen hierzu konnte ich jedoch nicht finden.



    Stattdessen haben HIERL Architekten inzwischen ihren Entwurf online eingestellt, leider geht nicht hervor, welche Platzierung sie erreicht haben:


    Freiham03.jpg


    Nimmt im Innenhof die geschwungenen Arkaden des benachbarten Störmer Murphy Hochhauses auf:

    Freiham06.jpg


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    http://www.hierlarchitekten.de…se-muenchen-freiham-nord/



    Landau Kindelbacher, ebenso keine Platzierung ersichtlich:


    b18cdaa67a.jpg


    ccef82993a.jpg


    https://www.landaukindelbacher…dc1470abe03845a899c64b168

    Die Schanigärten bleiben nach dem Willen aller Parteien wohl bis mindestens März 2021 bestehen. Die Gastronomen sollen für die Flächen weiterhin keine Pacht bezahlen müssen, dürfen im Winter ohne Genehmigung elektrische Heizpilze und Überdachungen aufstellen.


    Bislang sind beim KVR über 550 Anträge zur Einrichtung eines Schanigartens eingegangen, Beschwerden von Anwohnern gibt es jedoch nur vereinzelt, i.d.R. aufgrund entfallener Parkplätze, nur selten aufgrund höherer Lärmemission.


    https://www.abendzeitung-muenc…iben-im-winter-art-671046


    Ob sich das für die Betreiber im Winter draußen rechnet? Klar, Almhüttenflair boomt regelrecht, mit Decken, Heizpilzen und Glühwein wird einem schon warm, aber das gemütliche Flair dürfte durch den gebotenen Abstand ein wenig verloren gehen und die nötige Energieversorgung den Betreiber einiges kosten. Naja, hoffen wir das Beste.

    Eine Staat und seine Gesellschaft sind wie ein schwerfälliger Öltanker. Reißt man zu heftig am Steuer herum bricht das Schiff auseinander und dann hat man einen unermeßlichen Schaden. Änderungen müssen durchaus mit Konsequenz aber mit angemessenem Tempo vorgenommen werden.

    Grundsätzlich stimme ich dem zu. Streitpunkt bleibt aber die Auslegung des Wortes "angemessen", jede Partei, jeder Bürger hat da vermutlich seine eigene Vorstellung und das führt zu Auseinandersetzungen, die manchmal im Stillstand, manchmal in blindem Aktionismus, manchmal in befreienden Revolutionen enden. Für die CSU bedeutete angemessen in den letzten Jahren, auf potentielle U-Bahn Linien zu verweisen und gleichzeitig den Tramausbau massiv zu blockieren. Die Grünen forcieren zwar nun Rad und Tram, die Gefahr des Aktionismus nimmt jedoch zu und beim MIV wird stellenweise so getan, als löse er sich in Luft auf, wenn man nur ganz fest daran glaubt (Stichwort Mittlerer Ring Tunnel).


    Wenn man Busse aussortiert, die nur wenige Jahre alt sind, nur weil sie Verbrennungsmotoren haben und durch neue Elektrobusse ersetzt, dann ist die Ökobilanz negativ: Bei der Produktion von neuen Fahrzeugen werden Strom und Wasser und viele andere Ressourcen verbraucht - von den Kosten gar nicht zu reden.

    Völlig richtig. Wobei man fairerweise dazusagen muss: Das Durchschnittsalter der MVG-Busflotte beträgt sechs Jahre. Aussortierte Busse gehen dann meist in andere Städte / Länder und fahren dort noch Jahre weiter. Das ändert aber natürlich nichts an der notwendigen Folgeproduktion bzw. an den anderen oben genannten Rahmenbedingungen / Anforderungen.



    Die SZ bringt nochmals einen Artikel zur Verkehrswende / Mobilitätsausschuss / -referat:

    https://www.sueddeutsche.de/mu…-radfahren-tram-1.5041815

    Die Busse innerhalb von 10 Jahren auf Elektromotoren umzustellen ist doch keine rasche Umsetzung. Würde mich nicht wundern, wenn Busse in München im Mittel nur über 10 Jahre insgesamt betrieben werden. Zielstrebig wäre ein Horizont von 5 Jahren.

    Hier hilft ein Blick auf das Anforderungsprofil der MVG: "Ziel ist 100% E-Mobilität bei gleicher Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit".

    1. Leistungsfähigkeit: Bei weitem nicht so trivial wie du dir das vielleicht vorstellst. Insbesondere bei Nutzung der Klimaanlage gab es lange Probleme. Die entsprechende Lade- und Werkstattkapazität will mitwachsen 2. Zuverlässigkeit: Feldversuche bzgl. Reichweite, Störanfälligkeit, Langlebigkeit sind nötig, sollen die Fahrgäste nicht anhaltend Überraschungen erleben. Die Hersteller selbst können hier nur bedingt in Vorleistung gehen 3. Wirtschaftlichkeit: Elektrobusse bezahlen sich nicht von selbst, der Bestand liquidiert sich nicht von alleine, ohne Folgen auf die Fahrpreise bliebe dies bestimmt nicht. Strom sollte aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt werden.

    Ein aktueller Euro-6 Bus stößt so viel NOx aus wie ein VW Passat. Ich sehe nicht, was da mit einer gewaltsamen Umstellung gewonnen wäre.


    Dampf machen würden finanzielle Kaufanreize oder Fahrverbote für Verbrenner.


    Naja, Kaufanreize sind eher die Spielwiese der Bundespolitik, die Stadt kann da nicht viel ausrichten. Eine Kaufprämie für Stromer gibt es übrigens längst, diesen August waren es z.B. auch Dank dieses Anreizes rund 300 % mehr Neuzulassungen als im Vorjahresmonat. Flächendeckende, nicht emissionsbasierte Fahrverbote für Verbrenner? Dann lieber dem Markt eine Chance geben, als weitere Ungerechtigkeiten einführen.


    Zitat von Isek

    Wetter? München auf seinen 520 mNN ist nicht gerade für Aufheizen bekannt. Es gab z.B. in diesem Jahre, dem wiederum ein überdurchschnittlicher Sommer zugeschrieben wird, 11 Hitzetage (T_max > 30 Grad). Wenn sich etwas in Deutschland aufheizt, dann ist es vielleicht noch Karlsruhe oder Köln.

    Es steht da ja auch "Amsterdam ist milder, kühlt weniger ab, heizt sich dafür aber auch weniger stark auf." Aufgrund des vielen Wassers auch nicht verwunderlich. Was sich wie stark in Deutschland aufheizt, davon war überhaupt nicht die Rede ;).

    Die Verkehrswede wird nur durch einen vergleichsweise kleinen Anteil, den bessere Radwege haben, erreicht. Dazu gehört mit einer deutlich höheren Wirkung der Ausbau des ÖPNV, die E-Mobilität, Anreize durch Preis usw. usw. In diesen Themen sehe ich keine Innovation oder keine Anstrengungen, Dinge rasch zu bearbeiten.

    Sicher muss der ÖPNV zielstrebiger ausgebaut werden (was jetzt noch schwieriger wird, als es dies ohnehin schon war), im Bereich E-Mobilität sehe ich jedoch bereits große Anstrengungen (Busflotte bis 2030 zu 100 % auf Elektroantrieb umgestellt, bundesweit die meisten E-Ladesäulen (die aber natürlich Parkplätze erfordern)). Welche Anstrengungen sollten bzgl. E-Mobilität noch unternommen werden?


    Bzgl. Wetter: Amsterdam ist milder, kühlt weniger ab, heizt sich dafür aber auch weniger stark auf.

    Der benachbarte und lärmemittierende Halbleiterproduzent Qualcomm hat offenbar Wohnungen auf dem Nachbargrundstück befürwortet und für möglich erklärt - und Pandion hat nichts besseres zu tun, als sich hinzustellen und dummdreist zu behaupten, es bestehe ein Realisierungsrisiko bei Wohnnutzung. Ein B-Plan garantiert gerade das Recht auf eine bestimmte Nutzung, man muss ihn die Stadt nur abschließen lassen. Diese verschwurbelte Ausrede passt daher wunderbar zum Argenta Debakel in der Parkstadt Schwabing. Rendite, Rendite, Rendite.

    Die Chancen sind wohl minimal, aber ich hoffe doch, dass es hier noch einen letzten Versuch, einen runden Tisch, geben wird.

    Zitat von Iconic

    Andererseits: Städte wie Amsterdam oder Kopenhagen haben einen deutlichen höheren Radverkehrsanteil, obwohl diese Regionen klimatisch keinerlei Vorteile gegenüber München vorweisen können.

    Die durchschnittliche Temperatur beträgt in München 11,1°C, in Amsterdam 9,8 °C die Niederschlagsmenge ist in München vor allem in den Sommermonaten höher, dafür gibt es bei uns deutlich weniger Regentage. Einen klimatischen Vorteil Amsterdams gibt es also in der Tat höchstens im Januar / Februar wenn es richtig unter null Grad geht.


    Die Plattform TEMS hat den Modalsplit hunderter europäischer Städte miteinander verglichen. Allerdings sind die Daten z.T. stark veraltet. Auch bei Wikipedia gibt es eine recht umfangreiche Auflistung verschiedenster Städte. Grundproblem bleibt die in jeder Stadt abweichende Messmethodik und daraus resultierend eine nur bedingt mögliche Vergleichbarkeit. Trotzdem ganz interessant:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Modal_Split

    http://www.epomm.eu/tems/

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    In den letzten Jahren hast gerade du sehr oft von einem dringend notwendigen Ausbau des Radwegenetzes gesprochen. Dann gab es ein Bürgervotum zu Radwegen, dem nun Folge geleistet werden soll. Plötzlich soll deiner Meinung nach aber das Wetter nicht mehr gut genug sein :S


    Zitat von Isek

    Aber selbst bei besten Radwegen wird es immer noch 1 Million Menschen geben, die eben an vielen vielen Tagen nicht auf das Fahrrad zu bringen sind.

    Welche Konsequenz ziehst du denn aus dieser Feststellung? Den Status Quo beibehalten oder Fahrräder mit Lenkerheizung und Faltdach (passend zum E-Bike natürlich vollelektrisiert)?


    Zitat von Isek

    Was mich bei der ganzen Planerei auch stört ist der Umstand, dass am Parkraum an öffentlichen Straßen noch viel zu wenig reduziert wird. Das ist doch die größte Einschränkung im Bild vieler Straßen. Die rechts und links parkenden Autos. Und überhaupt: Mit welcher Selbstverständnis hier dem Autobesitzer das Recht gewährt wird, sein Privateigentum auf öffentlichem Grund abzustellen. Ein klares und noch nicht erkanntes Defizit in der Diskussion.

    Ja, am besten wir empören uns gleich auch noch darüber, mit welchem Selbstverständnis dem Fahrradbesitzer das Recht gewährt wird, sein Privateigentum auf öffentlichem Grund abzustellen oder gar an fremde Hauswände zu lehnen ;).

    Selbstverständlich befindet sich die Parkraumreduzierung längst auf der politischen Agenda, wie es sich z.B. zuletzt am Beispiel Fraunhoferstraße zeigt - und zugleich jede Menge Proteste verschiedenster Seiten provoziert. Mir scheint es fast mehr Gegenwind bei drohendem Entfall von Parkplätzen zu geben, als bei einer Fahrspurreduzierung.

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    Es geht primär um einen kulturellen Austausch und die Überführung der gemeinsamen - leidvollen - Historie in eine noch engere Freundschaft zwischen Israel und München. Ob Haifa oder Tel Aviv wird sich noch herausstellen, ich finde es aber deplatziert, bereits jetzt schon wieder irgendwelche Befürchtungen und Konspirationen bzgl. Städtebau zu äußern :2cents:

    Zitat von Schachbrett

    Frage : Wieso heisst es dann bei den Verantwortlichen der Stadt, wie auch bei den Medien "uns gehen die Flächen aus"?

    Diese Frage geht hier an der konkreten Situation vorbei. Es ist doch gerade die Grundstückeigentümerin Argenta, die an dem Debakel verantwortlich ist. Zum Spaß gibt die Stadt eine aufwendige B-Plan-Änderung nicht auf. Ohne Zustimmung der Eigentümerin kann diese aber auch nicht abgeschlossen werden - und so wird entsprechend der ursprünglichen Planung gebaut. Klar hätte die Verwaltung schneller arbeiten können, nur ist es doch mehr als verwunderlich, dass die Argenta plötzlich kurz vor Vollendung der Planungen auf Büronutzung umschwenkte. Ausgerechnet dann, als sich die Renditen für Gewerbeeinheiten wieder drastisch erhöht hatten. Überspitzt: BMW baut eine Fertigungslinie auf und verkündet einen Tag vor dem Anlauf, man wolle nun doch wieder Flugzeugmotoren herstellen :confused:

    Die Argenta hat das Recht auf ihrer Seite, gleichzeitig zeigt sie mit diesem durchschaubaren Handeln, wie egal ihr die Interessen der Stadtgesellschaft oder soziale Verantwortung sind. Aufteilen hätte sie die vier Grundstücke immer noch können, entwickelt wird ohnehin auch jetzt nur schrittweise.

    Städtepartnerschaft


    Die Stadt möchte eine Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Tel Aviv oder Haifa eingehen. Für die israelische Generalkonsulin sei dies auch vor dem Hintergrund Münchens als "Hauptstadt der Bewegung" und der Olympia-Attentate 1972 ebenso ein "Herzensanliegen" wie für SPD / Grüne, die einen entsprechenden Antrag eingebracht haben.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…erschaft-israel-1.5036682


    Das wäre eine wirklich schöne Sache :thumbup:

    Zitat von lexibexi

    Statt intensiv den Ausbau eines störungsfreien und zuverlässigen ÖPNV zu fördern und in Anreize in Form von Taktverdichtung, Komfort, Sauberkeit, Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit zu investieren, werden Projekte bejubelt, die den Status Quo der Entstehungszeit wieder herstellen.

    Das eine schließt das andere meiner Meinung nach nicht aus. Die geforderte Erreichbarkeit wird durch Reaktivierung alter Strecken ebenso verbessert, wie mit - notwendigen (!) - neuen.


    Zitat von lexibexi

    Natürlich kann man durch MIV-Verbote und horrende Gebühren einen Teil der Nutzer zwingen den ÖPNV zu nutzen. In einem Land wie DE würde ich aber erwarten, dass durch Fortschrittlichkeit, Innovation und zukuftsweisende Technik der Umstieg auf den ÖPNV so schmackhaft gemacht wird, dass ich die Karre lieber heute als morgen verkaufen würde.

    Diese Forderung ist natürlich attraktiv, da sie objektiv schwer greifbar ist. Es ist schon richtig, dass Alternativen vorhanden sein müssen, bevor einseitig reguliert und verboten wird.

    Die Frage, die sich mir stellt ist jedoch: Wann sollen diese Alternativen so weit sein, dass nicht bei jedem Vorhaben, das auf die Reduzierung des MIV abstellt, entgegnet wird, es brauche erst leistungsfähige, komfortable Alternativen? Wann ist der ÖPNV innovativ und zukunftsweisend genug, damit die Menschen im Stadtverkehr das Auto stehen lassen?

    Mir erscheint es oft einfach als - subjektiv beliebig lang geltende - bequeme Ausrede, nichts tun (Politik) und vor allem nichts an seinen eigenen Gewohnheiten ändern (Bürger) zu müssen.