Beiträge von Golden Age

    Der Entwurf hat aus meiner Sicht deutlich an Statur gewonnen und ist großstädtischer geworden. Zudem sind Offices in Innenstadtlage stark nachgefragt und weitere Ketten-Hotels nicht unbedingt mehr ein Selbstläufer (vielleicht schon die erste Reaktion auf den Verlust der IAA?).


    Die bronzenen Fensterriemen mit der dunklen Fassade halte ich für eine grundsätzlich geschmackvolle, da zeitlose Farbkombination für eine Fassade.

    Was hat sich darüber hinaus verbessert:

    • Das nun torähnliche Gebäude mit der gläsernen Öffnung in der Gebäudemitte vermittelt deutlich mehr Offenheit als der Vorgänger.
    • Die Bäume hinter der Fassade werden ein Hingucker, zur Weihnachtszeit dann sicherlich auch entsprechend beleuchtet.
    • Die hohen Fenster entlang des Fußgängerwegs sind ein großes Plus im Vergleich zu der hermetischen Abschottung des Vorgängergebäudes.
    • Gebäude mit Staffelgeschoss als Gebäude-Abschluss oft eleganter, da weniger streng und klobig, das trifft auch hier zu.
    • Von der Erdgeschoß-Ebene erwarte ich mir auch die weiterhin dringend benötigte abendliche Belebung der dann oft menschenleeren Mainzer Landstraße.

    Ich bin sehr gespannt auch die Rückseite und neuen Innenansichten dieses interessanten Entwurfs zu sehen. Ein erfreuliches Upgrade, mit dem ich an dieser Stelle nicht mehr gerechnet hätte. :thumbup:

    Aus meiner Sicht sollte sich zuerst der Frankfurter Wähler selbst hinterfragen. Anstatt die enorm erfolgreiche Ära von Petra Roth zu belohnen, wurde diese ja mit krachenden Wahlniederlagen für Rhein und Weyland abgestraft. Daher sollte man auch die Frankfurter Wähler in die Pflicht nehmen, die bei den letzten Wahlgängen auf die weich gespülte "Jedermann" Art Feldmanns reingefallen sind. Zur Erinnerung: Die letzte Wahl hat Feldmann im März 2018 mit 70,8% (!!) gegen eine blasse Bernadette Weyland gewonnen. Im März 2012 hatte er noch mit 57% gegen einen arrogant auftretenden Boris Rhein gewonnen. Es bleibt festzuhalten: Die Stärke von Feldmann spiegelt die eklatante Schwäche der Opposition wider und Roth hat es versäumt für eine gute Übergabe zu sorgen (warum kein OB Becker?).


    Zudem finde ich auch das selbstherrliche, wie dilettantische Auftreten des schwarz-rot-grünen Magistrats in den letzten Jahren mehr als unglücklich. Besonders die CDU-Dezernenten Frank (Wirtschaft, Sport) oder Schneider (Bau) traten zuletzt alles andere als kompetent auf, ganz zu schweigen vom im Forum stark umstrittenen Planungs-Dezernenten Josef (SPD) oder Oesterling (SPD – Verkehr). Alle wichtigen, richtungsweisenden Projekte verlaufen unbefriedigend, und der äußerst unproduktive Magistrat bekleckert sich auch bei Multifunktionsarena, Paulskirche, Schauspiel, Bockenheim-Kulturcampus, Bahnhofsviertel, Innenstadtkonzept oder Molenhochhaus nicht gerade mit Ruhm. Man ruhte sich nun sehr lange auf den Lorbeeren der Rothschen Vergangenheit aus, aber das ist zu wenig, wenn man mit Berlin, München und Hamburg, sowie Singapur, Dublin und Paris konkurrieren will.


    Um die Kirche bei der Automesse etwas im Dorf zu lassen: Der Verlust der IAA hätte fairerweise auch einem CDU-OB passieren können. Der VDA hat die Feldmann-Rede sicher auch als „Aus-Rede“ verwendet, um nun die Kosten zu drücken und ein neues gesund-geschrumpftes Konzept zu ermöglichen. Auch wenn die IAA eine 70-jährige Frankfurt-Tradition ist, haben München und Stuttgart auch etwas mehr mit Autos gemeinsam als die Finanzmetropole. Generell sind die Besucherzahlen bei fast allen Messen rückläufig (siehe CEBIT in Hannover), da Firmen flächendeckend teure Marketing-Ausgaben reduzieren (siehe Volvo) und kostentreibende Fachmessen als Geschäftsgenerierung abgelöst werden durch deutlich günstigere Alternativen (bspw. LinkedIn). Viele Aussteller sind mehr aus „Prestige“- u. „Ego-Stroking“ Gründen vertreten und die meisten einkassierten Visitenkarten landen ehrlicherweise schnell wieder im Papierkorb. Soll heißen, viele Fachmessen in Deutschland sind in ihrer jetzigen Form in die Jahre gekommen und ein Relikt aus den Wirtschaftswunder-Jahren, als es darum ging Renommee aufzupolieren und eben Visitenkarten auszutauschen. Viele Messen werden ihre Konzepte stark überarbeiten müssen um relevant zu bleiben.


    Bei allem Ärger über den AWO-Skandal. Feldmann die alleinige Schuld am IAA-Debakel zu geben, wäre falsch. Der Magistrat hat genauso versagt und der VDA lacht sich mit seiner Alibi-Absage an Frankfurt eins ins Fäustchen. Wie wäre es, wenn sich Frankfurt mal um die jährlich stattfindende Immobilien-Messe EXPO-Real in München kümmert? Da wäre Frankfurt sehr gut platziert, denn das abgelegene Münchener Messe-Areal im hässlichen Riem halte ich nicht für sonderlich attraktiv.;)

    Ja, es ist eine Frage des Wollens, aber man sollte es nicht wollen. Dann haste ein rekonstruiertes Korsett, das für den heutigen Bühnenbetrieb nicht taugt; kommt mir vor wie Rekonstruieren um des Rekonstruierens willen. Nicht gut.

    In den 50er bis 70er Jahren lautete die Ideologie aber noch unersetzliches Bauerbe in Frankfurt flächendeckend abzureissen um des Abreissens Willen (Schuman-Theater, Schauspiel, große Teile des Westends, etc.). Jetzt werden historische Gebäude entstellt um des Entstellens Willen (Senckenberg-Komplex, Goethehaus, wahrscheinlich Paulskirche etc.) und um die "Nostalgie" zu provozieren. Ebenfalls nicht gut.


    Wichtig ist, dass man sich von "Denk-Korsetten" löst und alle Optionen so lange wie möglich auf dem Tisch behält. Eine zumindest zeitgenössische Anlehnung an den Vorkriegszustand würde ich z.B. für eine interessante Denkrichtung erachten (siehe die erstaunlich guten zeitgenössischen Entwürfe in der Neuen Altstadt, die deutschlandweit für Furore gesorgt haben).

    Ein brutalst mögliches Demokratie-Zentrum ohne jegliche demokratische Involvierung der Öffentlichkeit. Das Zentrum hängt bedrohlich über dem Platz wie ein Steltzen-Amboss und erquetscht als überdimensionierter Fremdkörper seine Umgebung. An was für eine Art von Demokratie soll ein solcher Bau bitteschön erinnern bzw. würdigen, wenn solche Monstrositäten nach Gutsherrenart in die Landschaft gesetzt werden? Demokratie ist für die Menschen da, ein Zentrum sollte das respektieren und nicht verhöhnen.


    Gerade von Frankfurter Eigengewächsen wie Meixner Schlüter Wendt, die durch den exzellenten Neubau des Henninger Turms aufgefallen sind, hätte ich mehr Finesse und Fingerspitzengefühl erwartet. Die Zeiten der dezenten, rücksichtsvollen, zurückhaltenden Formensprache scheinen komplett abhandengekommen zu sein. Dieses vor Arroganz und Willkür triefende Gutsherren-Zentrum ist ein Offenbarungseid, auch für Baudezernent Jan Schneider (CDU). Dann lieber Geld sparen und nichts bauen.

    Frohes Neues 2020 ans Forum.


    Ich schließe mich den ausgewogenen Einschätzungen vieler Foristen an.


    Bei den Ankündigungen der letzten Monate würden neutrale, uneingeweihte Beobachter wahrscheinlich zum Schluss kommen, dass Frankfurt trotz der Stagnation bei vielen Großprojekten insgesamt glänzend da steht und es daher keinen Anlass für Unzufriedenheit geben sollte.


    Der Aufwind ist sicherlich nicht ganz von der Hand zu weisen. Die Neue Altstadt ist eines der spannendsten Revitalisierungen in einer deutschen Großstadt des letzten Jahrzehnts und übertrifft als Publikumsmagnet alle Erwartungen. Ein drittes Terminal am Flughafen wird gebaut, das Gateway Gardens expandiert rasant und die DFB-Zentrale und das angrenzende Palast-Hotel an der Rennbahn kommen endlich voran. Als prominentestes Bauvorhaben steht das sehr ambitionierte „Four Frankfurt“ in den Startlöchern und wird Skyline, Retail und Gastronomie der Innenstadt stark bereichern. Neu eröffnete oder beinahe fertige Türme wie „WinX“, „Grand Tower“, „160 ParkView“, „OneFortyWest“, „Omniturm“, „One“ und „Marienforum“ sorgen für reichlich Glanz und Gloria, aber die die Dynamik einer Stadt ist eben nicht nur an der Quantität ihrer Hochhaus-Projekte ablesbar.


    Leider muss man konstatieren, dass diese beeindruckende Dynamik nicht wegen der überragenden Planungspolitik Frankfurts, sondern trotz derer planungspolitischer Passivität stattfindet. Gerade bei der Aufwertung der Kerninnenstadt hat sich im Vergleich zur Ära Petra Roth einiges merklich zurück entwickelt. Es war vielleicht vorher zu sehen, dass man planungspolitisch nach der Neuen Altstadt erstmal in ein „Loch“ fallen würde. Dennoch merkt man leider gerade an allen Ecken und Enden in der Stadt, dass Frankfurt wahrscheinlich am Ende einer, überspitzt formuliert, "verlorenen Dekade" steht, da der Stadt scheinbar die Entschlossenheit/Ausdauer abhandengekommen ist. Es fehlt der Wille wichtige Projekte nicht nur anzukündigen, sondern lösungsorientiert zu einem Ende zu bringen. Es ist mir zu wenig immer wieder auf Viertel zu verweisen, die nicht im direkten Stadtkern liegen (d.h. Europaviertel und Güterplatz, Ostend und Hanauer Landstrasse, Riedberg, Gateway Gardens, etc.). Es ist schön was dort passiert, aber diese Entwicklungen dienen nicht direkt der bitter benötigten Stadtreparatur der Kerninnenstadt. Praktisch bei allen wichtigen Projekten des Stadtzentrums außerhalb des Ausreißers „Four Frankfurt“ herrscht lähmender Stillstand (d.h. Umbau Oper u. Schauspiel, Revitalisierung Alt-Sachsenhausen, Paulskirche-Areal, Berliner Straße, Zeil-Nebenstraßen, Kultur-Campus, Bahnhofsvorplatz, Verfall des Bahnhofsviertels, Umgestaltung Goetheplatz, Opernplatz 2, Polizeipräsidium, Hauptwache-Krater, Konstablerwache-Podest, Schwestern-Hochhaus, Allerheiligenviertel, Schillerstrasse, usw.).


    Alles in allem, wünsche ich mir daher besonders für die Kerninnenstadt genau dieselbe Dynamik, wie sie in vielen anderen Teilen der Stadt deutlich stärker spürbar ist.

    Ebenfalls ein Artikel aus der FAZ (20.12.2019) zu dieser sehr erfreulichen Entwicklung um die Bad Vilbeler Thermenwelt.


    Weitere Infos hieraus:

    • Geschäftsführer der Wund-Gruppe Edelfried Balle rechnete damit, dass im Spätsommer 2020 los gelegt werden kann.
    • Die Eröffnung ist konkret für das zweite Halbjahr 2022 geplant.
    • Das Areal ist 15 Hektar groß und entsteht am westlichen Stadtrand zwischen Schulzentrum, Berufsförderungswerk und Bundesstraße 3 .
    • Erste Planungen für das Vorhaben reichen (leider, leider) fast ein Jahrzehnt zurück (u.a. wegen Problemen beim Brandschutzkonzept).
    • Der Gebäudekomplex kann jetzt ebenerdig statt zweigeschossig errichtet werden nachdem die Kommune weiteren Grund und Boden als Bauland zur Verfügung stellen konnte.
    • Auf das geplante 150-Betten-Hotel wurde laut Investor verzichtet (da in Bad Vilbel gerade andere Hotels entstehen, u.a. am Kurpark).
    • Ein separater Bau für die Heizzentrale ist nicht nötig, da diese nun in die Parkhäuser integriert wird.
    • Der Wasserrutschen-Turm wird 38 Meter hoch.
    • Die Architektur wird eine Formsprache ohne Kanten enthalten und wellige, runde Formen betonen.
    • Geplant ist auch, laut Stadtrat Klaus Minkel (CDU), federführend für die Stadt bei diesem Projekt, dass die Therme in das städtische Busnetz integriert wird.


    Insgesamt ein hervorragendes Projekt für die ganze Region. Dieselbe Entschlossenheit von Bad Vilbel (zuletzt auch bei der Umgestaltung ihrer Innenstadt u. der Bibliothek) würde ich mir auch bei den Langläufer Themen der Stadt (Umbau Oper u. Schauspiel, Arena am Kaiserlei, Paulskirche Areal, Berliner Straße, Zeil-Nebenstraßen, Kultur-Campus, Bahnhofsvorplatz, Hauptwache, Konstablerwache, usw.) wünschen.

    Auch das „Planet Sports“ an der Hauptwache streicht die Segel. Nebenan stehen die „Isbank“ Filiale und der Rossmann seit längerer Zeit leer. Bahnt sich hier hoffentlich ein Umbau an?


    Ich sehe die Lage des Frankfurter Einzelhandels doch recht kritisch, besonders da die Niedrigzinsen eigentlich für eine Gründerzeit sorgen sollten. Natürlich wird das „FourFrankfurt“ hier ein bisschen Abhilfe schaffen, aber ob nun der zehnte Uniqlo in Deutschland in Frankfurt aufmacht, ist mir relativ egal. Es gibt zu viele Ketten.


    Frankfurt sollte sich Anschauungsunterricht bei wesentlich kleineren Städten wie Straßburg oder Lyon holen. Dort funktionieren die Innenstädte und vor allem inhabergeführte Geschäfte prächtig.

    Viel wichtiger als wie man mit dem Fahrrad zur Halle kommt, finde ich wie einfach man zur Halle mit den öffentlichen und dem KFZ hin- und wieder weg kommt. Für Leute von Außerhalb ist der Flughafen viel einfacher zu erreichen. Für Frankfurter auch.

    Gerne soll die Arena gut per Auto erreichbar sein, aber die Erreichbarkeit zu Fuß oder per Fahrrad ist für mich ein zentraler Aspekt. Der Besuch des Länderspiels Deutschland-Nordirland oder des Eintracht Heimspiels gegen Wolfsburg hat mir wieder vor Augen geführt, dass die ohnehin chronisch überlastete S-Bahn, die dann noch in Richtung Flughafen, Mainz und Wiesbaden weiter fährt, der hohen Belastung überhaupt nicht gewachsen ist (d.h. 15-minütige Fahrten dauern ohne jegliche Ansage einfach mal 50 Minuten, Türen schließen nicht, es stinkt nach Alkohol, es ist unangenehm laut, nicht wenige Mitfahrer agieren beim Einsteigen, Sitzen und Aussteigen rücksichtslos und ungehemmt). Für viele Rentner, Familien, Frauen und Leuten, die dichtes Gedränge nicht mögen, sind diese Fahrten zwischen vielen pubertierenden Teenies alles andere als angenehm. Aus diesem Grund fahre ich das Waldstadion fast ausschließlich mit dem Fahrrad an und nehme die S-Bahn nur, wenn es nicht anders geht. Das geht wohl vielen nicht erst seit dem Love-Parade-Desaster so.


    Wenn die neue Arena am Flughafen wirklich hauptsächlich für bequem anreisende Kfz-User aus Kronberg, Bad Vilbel, Darmstadt, Aschaffenburg, Mainz, Ditzenbach und Lagenselbold konzipiert sein soll und der Frankfurter sich gefälligst wie eine Sardine in die S-Bahn pressen darf, fehlt mir hier ein bisschen der "Mehrwert". Wie so oft soll Frankfurt gefälligst liefern (Oper, Museum, Uni, Neue Altstadt) und der Speckgürtel kommt dann zum bequemen Absahnen vorbei. Währenddessen werden die Arenen in München, Berlin, Köln und Hamburg für die meisten dortigen Stadtbewohner deutlich leichter erreichbar im erweiterten Stadt-Zentrum gebaut. Oder wurde die Mercedes-Benz Arena in Berlin etwa in Potsdam eröffnet?

    Die Aufgabe des Stammhauses und Halbierung des Frankfurter Traditionsgeschäfts Lorey ist eine weitere schlechte Nachricht für diesen Thread und passt in die anhaltende Krise des Frankfurter Einzelhandels.


    Sinnbildlich für diese Krise steht die Schillerstrasse an der sich der Leerstand von Jahr zu Jahr weiter ausbreitet (die beinahe leere und vor sich hin darbende Schillerpassage als "schillerndes Beispiel"). Die meisten Ladenflächen im neuen Kornmarkt-Gebäudekomplex stehen ebenfalls leer, da die abgerufenen Mieten scheinbar nicht auf die erhoffte Resonanz stoßen. Trotz der merklichen Aufwertung des MyZeil sind auch dort weiterhin sehr viele Flächen nicht gefüllt und der vor nicht langer Zeit eröffnete Abercrombie & Fitch ist leider ein herbe Enttäuschung (eine wertig gestaltete und aberwitzig überteuerte Reste-Rampe, das Geschäft ist zurecht menschenleer). Für Projekte wie das "Flare of Frankfurt" sehe ich hier keine sonderlich guten Chancen ihre Flächen zu füllen, es sei denn man setzt wieder auf die ewig gleiche Mono-Kultur "Fitnessclub-Drogeriegeschäft-Handyladen".


    Um der Krise entgegen zu wirken, sollte das Planungsdezernat dem nun lange anhaltenden Abstieg der Schillerstrasse versuchen entgegen zu wirken und an eine Neugestaltung denken. Die gelungene Umgestaltung der Großen Friedberger Strasse (Hifi Profis, etc.) ist eine Paradebeispiel wie man positiv eingreifen kann um Aufenthaltsqualität zu schaffen.

    Die Hessenschau berichtete am 17.12., dass die Unternehmensgruppe Wund bekannt gab den angepassten Bauantrag für die lang ersehnte Thermen-Welt im Frühjahr 2020 einzureichen. Dies wurde nun in einem offiziellen Pressetermin so vorgestellt, ca. 2 Jahre nach dem tragischen Flugzeugabsturz des Investors Josef Wund.


    Im Jahr 2020 sollen die Bauarbeiten für das 200 Mill. Euro teure Projekt beginnen und Mitte 2022 abgeschlossen sein.


    Weitere Hinweise zum Bau:

    • Der Bau besteht aus bis zu 30.000 qm Glasfläche.
    • Das Glasdach soll bis zu 30 Meter hoch werden und sich im Sommer öffnen lassen (und somit zum Freibad umfunktioniert werden).
    • Geplant sind eine große Sauna-Welt, ein Familienbad mit Wasserrutschen und ein Mineralbad.
    • Das Hallenbad fürs sportliche Schwimmen wird zuerst gebaut, soll für Jedermann bezahlbar bleiben und wird somit abgetrennt von Spaß- und Thermalbad.
    • Zur Wasserreinigung soll kein Chlor, sondern größtenteils Ozon verwendet werden.
    • Architekt des Projektes ist Peter Häusler, welcher auf geschwungene, organische Formen setzen will.
    • Der Eingangsbereich soll im Stile eines Amphitheaters konzipiert werden.
    • Geplant wird mit 1,3 Mill. Gästen jährlich.


    Dem Hessenschau-Beitrag sind ein sehenswertes Video und zwei aussagekräftige Renderings beigefügt.


    Man darf hier wohl zurecht von einem echten Meilenstein für die gesamte Region sprechen, denn wer die Erfolgsstory Therme Erding kennt, wird wissen, dass hier keine halben Sachen gemacht werden und man sich zurecht einige Hoffnungen in Richtung Hotellerie, Gastronomie u. Shopping machen darf.

    Ob das Gebäude noch bis zum Jahr 2035 gebaut wird, steht vollkommen in den Sternen.


    Was sich der Magistrat allerdings nicht an ihrem Vorzeige-Platz bieten lassen sollte, ist der bereits seit knapp 3 Jahren bestehende Zustand des offensichtlichen Verfalls. Das Baugerüst stinkt mittlerweile gräuselig nach Urin, Spanplatten sind mit Graffiti überzogen und die Aufenthaltsqualität um das dunkle Gebäude herum ist immens gesunken. Vor einigen Jahren hatte man noch versucht mit einem (sehr gelungenen) Food Truck Garten zumindest die Seit des ehemaligen Mövenpick-Restaurants aufzuhübschen. Jetzt ist hier nichtmal der Versuch einer Aufwertung oder einer Zwischennutzung.


    Mittlerweile wäre es besser das Gebäude wird ganz abgerissen und durch eine Erweiterung der Taunusanlage ersetzt.

    Am 25.11. hat laut FNP-Artikel die französische Lagardère-Gruppe ein Angebot für den Bau einer Multifunktionshalle für 14.000 Zuschauer am Kaiserlei vorgelegt.


    Einzelheiten über die Offerte der Franzosen unddie Konditionen für die Vereine wurden aus dem Artikel nicht bekannt.


    Im Vergleich zum Angebot der kanadischen Katz-Gruppe, welche eine Arena ("The Dome") mit 20.000 Zuschauern am Flughafen bauen will, wären es also 6.000 Plätze weniger.


    Grundsätzlich hofft die Katz-Gruppe (Investor Felix Scheuerpflug) darauf, im Einvernehmen mit der Stadt bauen zu können. Bis auf die CDU hätten alle Fraktionen im Römer erklärt, das Gelände am Flughafen für den besseren Standort zu halten. Für eine Halle am Kaiserlei gebe es ja offenbar kein Verkehrskonzept. Laut nicht genannten "Verkehrsexperten" müsse der Kaiserlei-Kreisel erneut umgebaut werden, um den zusätzlichen Verkehr aufzunehmen. Demnach müsste die Stadt Offenbach die 30 Millionen Euro, die sie für den laufenden Umbau als Zuschuss des Bundes erhalten habe, zurückzahlen. Zudem sei die S-Bahn-Station Kaiserlei 850 Meter von der Halle entfernt.


    Kommentar: Eine Arena "für Frankfurt" neben den aus allen Nähten platzenden Flughafen zu bauen (Fahrradfahrer u. Fußgänger können zuhause bleiben), halte ich für eine wenig überzeugende Idee. Die völlig überlasteten S-Bahnen (Stichwort benachbartes Waldstadion) nun auch noch mit Arena-Besuchern voll zu laden, klingt alles andere als attraktiv. Es ist schade, dass die Hängepartie um das wesentlich nahe liegendere Areal auf dem vor sich hin darbenden (u. nach Aufwertung schreienden) Kaiserlei-Areal scheinbar so endet. Anstatt dass F und OF weiter zusammen finden (wie im sehr gelungenen Hafen-Projekt), scheint dieses Projekt eher wieder einen Keil in das Verhältnis der beiden wenig zugeneigten Städte zu treiben. Das Rhein-Main Gebiet sollte auf ein solches Nullsummen-Kirchturm-Denken (dein Vorteil ist mein Nachteil) verzichten.

    Die Schließung von Karten-Schwarz ist in der Tat ein herber Verlust. Die Google-Bewertung von 4,8 kommt nicht von ungefähr, denn Fachkompetenz, Freundlichkeit des Personals und Artikel, die man nicht unbedingt zwingend bei Amazon oder Hugendubel findet, waren hier gang und gäbe. Für mich ist die Schließung dennoch verwunderlich, denn Wandern und Outdoor-Tätigkeiten erfreuen sich gerade einer regelrechten Renaissance und Rothe Wanderführer als Buch sehe ich in den entlegensten Winkeln des Erdballs (und es sind durchaus auch die jungen Techies, die diese Bücher wertschätzen).


    Die Schließung jedes Fachgeschäfts und den Untergang des Abendlandes zu beklagen, ist nicht mein Anliegen. ABER: Diese Sorte des inhabergeführten Geschäfts, die es in Frankfurt besonders schwer haben, laufen Gefahr bald völlig aus der Stadt-Landschaft verschwinden. Das wäre besonders bei Bäckereien & Cafés ein Verlust, den man bspw. mit McBack und Factory Back etc., sowie weiterer Industrie-Massenware eben nicht auffangen kann. Zum Glück hat die Öffnung der neuen Altstadt gerade viele neue inhabergeführte Geschäfte in die Stadt gespült, für Frankfurt wie ein Regen in einer ausgetrockneten Wüste. ;-)

    Großartig, ein sehr gelungenes Ensemble (wie die Rewe-Bahndepots in Bornheim und Sachsenhausen). Es wertet City-West und den Westteil Bockenheims stark auf (denn der überforderte Mini-Tegut ist deutlich zu überlaufen), nimmt auf Bestehendes Rücksicht und kommt mit viel Lokalkolorit daher.


    Der Klinker der Fassade erinnert mich stark an die typischen "leuchtenden" Fassaden in Weindörfern im Rheingau, Rheinhessen oder auch in Wiesbaden. Besonders in der Abendsonne dürfte hier eine besondere Stimmung entstehen. Hier wäre also auch ein kleines Weindepot oder auch eine Boule-Ecke denkbar. ;-)


    Als Vorbild zur weiteren Nutzung könnte man sich auch das sehr ähnliche Ensemble der Kulturbrauereiin Berlin-Prenzlberg nehmen. Dort finden regelmäßig Food Truck Veranstaltungen bzw. kleine Märkte statt. Der Voltapark könnte zu einem solchen neuen Anziehungspunkt werden.

    So beeindruckend der WinX am Tag besonders von Sachsenhausen aus schauend aussieht und die Skyline bereichert, sieht die leuchtende Krone am Gebäude-Abschluss leider disharmonisch aus.


    Die Beleuchtung ist nicht gleichmäßig, sondern gleichzeitig grell-weiß (dieses flackert sogar ab und zu) und vanille-sanft-weiß. Wenn ich es nicht besser wüsste, müsste man es für einen Defekt an der Gebäude-Beleuchtung halten.


    Leider muss ich aber auch zugeben, dass die Beleuchtung der Krone generell zu dominant und effekthascherisch wirkt. Die Krone des Westhafen-Turms punktet da schon viel eher mit einer wesentlich eleganteren Beleuchtung, die mehr auf Understatement und weniger auf "Look At Me" setzt.


    Das WinX ist ein sehr gelungener Turm, aber die Kronen-Beleuchtung wird dieser Qualität nicht gerecht. Hier sollte dringend nachjustiert werden.

    Innenhof wird den Bau aufwerten

    Nach der Horrorsanierung der Senckenberganlage und der kompletten Enttäuschung auf dem Areal des Bundesrechnungshofs ist das leider der dritte riesige Fehlschlag...!


    Einspruch, ein Finales Urteil dieses Baus mit der zugegebenermaßen enttäuschenden Fassade kann erst im Zusammenhang mit dem vielversprechenden Innenhof gesehen werden, der zu einer echten Bereicherung werden kann. Hier entsteht wahrscheinlich eine kleine Oase der Erholung in einer Innenstadt, die wirklich nicht mit vielen Kleinod-Rückzugsorten gesegnet ist (ähnlich zum Innenhofcafe des Liebighauses). Also Abwarten bis das Gesamtwerk vollbracht ist, dann ist das Urteil auch ausgewogener.


    Eine Katastrophe wie beim Senckenberg erkenne ich hier noch nicht und auch die Kornmarkt Arkaden halte ich längst nicht für die epochale Enttäuschung, für die sie hier gehalten wird. Ist die Fassade auch dort zu monoton und wenig einfallsreich? Ja. Ist der Bau deutlich besser als der vorherige? Das ist für mich die entscheidende Frage und die muss mit einem klaren Ja beantwortet werden. Auch dort muss sich das Gebäude noch mit Leben füllen bevor abschließEnde Urteile ausgesprochen werden sollten.

    Great East --> Daumen hoch

    Bei vielen mittelmäßigen Renderings und Gestaltungsunlust in der letzten Zeit, ist hier mal wieder ein echter Lichtblick zu vermerken. Es entsteht mit dem "Great East" ein weiterer gestalterisch anspruchsvoller Bau im Schwedler-Carré. Abgerundete Balkone, hervor springende Gebäude-Abschnitte und hellgrauer Naturstein, das scheint zu passen. Auch wenn das PDF zeigt, dass es vielleicht gedrungen wirken könnte, finde ich es schon positiv, dass man hier weniger Einheitsbrei zu sehen bekommt, sondern aufwändiger und großstädtischer ans Werk gehen will. Das Schwedler-Carré gehört zu den gelungeneren Neubau-Gebieten in Frankfurt der letzten Jahre. Ehre dem Ehre gebührt :daumen:

    Hambacher Schloss als Vorbild nehmen

    Der Schärfe des FAZ-Artikels kann ich nicht ganz folgen. Die altmodische Paulskirche und der unter Wert benutzte Paulsplatz benötigen dringend eine Aufwertung. In Berlin scheint es sogar schon ein Backing hierfür zu geben. Soweit so gut.


    Besonders der Paulsplatz wäre m.E. für ein Zentrum prädestiniert. Der etwas in die Jahre gekommene Weihnachtsmarkt könnte dann auch teilweise in Richtung neue Altstadt oder Mainufer umziehen.


    Ein sehr gelungenes Demokratiezentrum ist m.E. das Hambacher Schloss (Max Dudler aus dem Jahr 2012), welches zurecht mehrere Preise gewann.

    Habitat schließt, Café in Goldener Waage öffnet

    Keine gute Nachricht für den Retail Standort Frankfurt. Mangels Kundschaft hat “Habitat” im Ma leider zugemacht. Es wird schwer rund um die Zeil neue Passantenströme in Frankfurt anzubahnen. Die Töngesgasse (Aldi eröffnet bald neuen Store) macht es eigentlich vor wie man Laufkundschaft dauerhaft neben der Zeil anzieht.


    Positiv ist die Öffnung des vielversprechenden Altstadt Cafés in der Goldenen Waage. Lange hat die Vorbereitungszeit gedauert, aber das Resultat ist beachtlich. Weitere Details sind hier zu finden. Die letzten Leerstände der Altstadt sind somit fast vollständig gefüllt. Besonders mit Hoppenworth & Ploch zieht in den kommenden Wochen ein weiteres stadtbekanntes Café in Markt 22 ein (Quelle).

    "Markt im Hof" in Sachsenhausen ist Geschichte

    Der als weicher Standortfaktor oft gefeierte "Markt im Hof" an der Wallstrasse 13 in Sachsenhausen ist nun leider doch Geschichte. Hier hatte ich ihn noch lobend erwähnt. Ähnlich wie beim Friedberger Markt hatte der Markt bereits eine Art Kult-Status erreicht.


    Die Schließung mag zwar schon seit dem 18. September 2018 bekannt sein, aber es gab immer wieder Hoffnung, dass er vielleicht doch wieder belebt wird.


    Außer Mietrückständen von mehreren Monaten, die im fünfstelligen Bereich lägen, beklagten die Inhaber, dass sich der Verein nicht an die Abmachung gehalten habe, das Gelände nur samstags zu nutzen. Leider kam es aber auch zu den gewohnten Lärmbeschwerden von Nimbys und Wutbürgern, was angesichts der direkten Nähe zum Affentor und Alt-Sachs geradezu aberwitzig klingt.


    Wer die Markthalle IX in Kreuzberg, den Altonaer Food Truck Markt aus Hamburg, den Hall of Taste in München oder den weltweit beachteten Borough Market aus London kennt, sollte eigentlich wissen wie viel Potential aus alten Hallen rauszuholen wäre. Klar war der "Markt im Hof" nur eine Mini-Nachbarschafts-Version, aber hierum lohnte es sich auch für den Ortsbeirat zu kämpfen. Das Resultat ist nun ein deutlich spürbarer Verlust für die Nachbarschaft und auch für ein lebenswertes Frankfurt, denn einen gleichwertigen Ersatz gibt es nicht.