Beiträge von Golden Age

    Das innerdeutsche politische Finger Pointing, Point Scoring und Blame Gaming als Antwort auf den katastrophalen Ukraine Krieg ist ein leider typisch deutscher Selbstzerfleischungs-Reflex. Wie so was endet, sehen wir gerade in Italien, ein einziges Chaos, welches die Salvini-Rechtsbewegung an die Macht spülen wird. Vor einem Monat regierte in Italien noch die überaus erfolgreiche, EU-freundliche und wirtschaftskompetente Regierung von Mario Draghi, jetzt kommt stattdessen der nächste Anti-EU Populist. Das alles spielt vor allem dem Kriegstreiber Putin in die Karten, der den Westen für schwach, dekadent und ungeduldig hält (scheinbar nicht zu unrecht).


    Es ist mal so was von egal wie viel Prozent Blame welche Seite der deutschen Parteienlandschaft an den hohen Energiekosten trägt. Ja, alle Regierungsparteien haben uns von Russlands Energiereserven zu sehr abhängig gemacht und die Energiewende verschlafen. Diese Einsicht sollte dabei helfen die Dinge jetzt nachhaltig besser zu machen und dadurch Geschlossenheit zu demonstrieren. Auf die innere Zerstrittenheit des Westens spekulierte Putin bereits zum Anfang des Ukraine Konflikts und hat sich (bislang) zum Glück geirrt.

    Zunächst ist es mal der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine der die weltweite Energie-Krise ausgelöst und somit negative Auswirkungen für den Finanzplatz hat, alles andere folgt darauf.


    Die Daily Mail, die auf dem Niveau von Breitbart oder Fox News einzuordnen ist, sucht händeringend nach guten Nachrichten für neue PM Truss, die versucht als Brexit Hardlinerin gut da zu stehen. Ob in England wirklich ernsthaft jemand auf einen Blackout in Frankfurt hofft, wage ich zudem stark zu bezweifeln. Wenn ein Blackout kommt, wird Merry Old England höchstwahrscheinlich genauso betroffen sein.

    Fair enough, aber es sollte klar gesagt werden, dass die Leerflächen auf der EG-Ebene des bereits seit 2018 fertiggestellten Gebäudes schon lange vor der Corona-Krise nicht gefüllt werden konnten. Wenn seit 4 Jahren viele der Flächen (insgesamt 2.700 qm Laden und Gastrofläche) nicht mal einen Erstbezug hinter sich haben, dann ist der Vermietungserfolg hier wohl eher als suboptimal zu bezeichnen. Mir ist klar, dass die Mieten am Oeder Weg geringer sind, aber das nahegelegene „Ma“ hat es bspw. geschafft schon seit Jahren wesentlich interessantere Mieter an Land zu holen als wie es dem Flare gelungen ist.


    Die Staying Power der Taqueria und des Club Social (beide mit schlechten 3,7 auf Google) würde ich mal stark anzweifeln. 0815-Konzepte gibt es in der Innenstadt nun wirklich schon zu Genüge.

    Die Vermietung der Ladenflächen im Flare of Frankfurt zur Großen Eschenheimer Straße war ja bisher nicht so erfolgreich.

    Keine gute Nachricht. Angesichts der Lage zwischen Westend/Nordend Einfallstor und Zeil ist diese Vermietung als öde / menschenleere Autohaus Ausstellfläche wie an der Hanauer Landstraße schon sehr verwunderlich. An mangelnder Passantenfrequenz und anspruchsvolleren Kunden mit hohem Einkommen sollte es eigentlich nicht mangeln. Wenige 100 Meter nördlich sieht man am boomenden Oeder Weg wie eine bunte Meile mit attraktiver Gastronomie und authentischen Ladenlokalen aussehen kann (der Grüneburgweg ebenso). Es ist nicht verständlich warum nicht eine einzige Fläche im Flair für gastronomische Zwecke verwendet werden konnte.


    Als positive Nachricht: Der ohnehin ansehnliche Depot-Rewe an der Textorstrasse wurde aufwändig modernisiert (bspw. Self Checkout Terminals). Der Look & Feel erinnert nun ein bisschen an Wholefoods. Zusammen mit Hit und Scheck-In Center besitzt Sachsenhausen somit nun ein besonders hochklassiges Cluster an Lebensmittel Märkten.

    Ich finde es äußerst bedauerlich, dass gerade Stadtpflege Sonderberater Postleb mehr oder weniger weg ignoriert wurde. Es war wohl zu erwarten, dass das nicht gerade vor Kompetenz strotzende Ordnungsdezernat seine Ratschläge als warme Luft behandeln würde. Es wird der Notsituation im Bahnhofsviertel auf keinste Weise gerecht.


    Der versprochene Ausweg aus dem Elend sollte eigentlich der Züricher Weg sein, das sich durch die pragmatische Zusammenarbeit vieler Behörden auszeichnet. Hinter der FAZ Bezahlschranke war zu lesen, dass vor allem der Bund bei der Umsetzung bremst (d.h. Repressives Handeln der Polizei ist nicht zulässig, Keine Anerkennung von Cannabis als Ersatzdroge für Crack, Null Toleranz für Drogenhandel in Druckräumen).


    In der Schweiz dürfen Polizei und Ordnungsamt mit entsprechender Ressourcen Stärke bspw. wesentlich repressiver agieren, Drogenkonsum stören oder das Lagern von Drogen unterbinden. Der sogenannte Ameisen Handel in den Druckräumen wird hingegen toleriert, somit ist der Drogenhandel auch viel weniger sichtbar. Zürich war aber vor allem auch gewillt wesentlich mehr Geld als Frankfurt zu investieren um die Drogenproblematik in den Griff zu bekommen.


    Im Artikel wurde zudem bekräftigt, dass es zu keiner Verlagerung des Drogen Milieus in ein anderes Stadtviertel kommen soll.


    Somit entpuppt sich die Verheissung des Züricher Wegs für Frankfurt als komplette Mogelpackung, es sei denn der Bund lenkt ein und Frankfurt nimmt die Katastrophe, die sich im Bahnhofsviertel gerade abzeichnet, endlich ernst. Anstatt dem Züricher Weg hinterher zu laufen, sollte sich gerade Gesundheits Dezernent Majer mit dem „Münchener Weg“, „Stuttgarter Weg“ oder „den Düsseldorfer Weg“ beschäftigen, denn Frankfurt ist die einzige Stadt in Deutschland, die sich ein derart prekäres Drogenviertel direkt am Eingangstor der Stadt leistet.

    Ich kann den Exodus der CoBa, Deka & der Deutschen Bahn völlig nachvollziehen, wir sind wieder voll & ganz in Krankfurt-Zeiten angekommen. Der Bogen ist längst überspannt und Firmen / Restaurants / Messen / Touristen / Business Travelers stimmen mit den Füßen ab. Wenn New York ein „SoHo“ hat, wäre ich dafür das Bahnhosviertel aus gegebenem Anlass in „NoGo“ umzutaufen. Ok, im Ernst, Frankfurt muss hier gerade höllisch aufpassen und Dezernent Majer sollte schleunigst einen Krisenstab oder Taskforce „Züricher Weg“ einberufen um die selbst geschaffene Lethargie zu überwinden. Der Stillstand um den ohnehin desinteressierten Oberbürgermeister dürfte auch eine Rolle spielen.


    Gestern ereignete sich der folgende Vorfall an der Moselstrasse:

    Polizei erschiesst Mann im Bahnhofsviertel


    Hinter der Paywall der FAZ meldet sich ebenso der bekannte Gastronom Ardinast zu Wort und spricht ebenfalls von alarmierenden Zuständen.

    FAZ - Bahnhofsviertel steuert auf Katastrophe zu

    Yes! Nach viel "Monolith" Architektur letzte Zeit endlich wieder ein Entwurf in Frankfurt, der die hervorragende Architektur der zeitgenössischen Neuen Altstadt aufgreift. Diese kleinteilige, gegliederte, lebensfrohe Häuserzeile wäre sehr zu begrüßen und wird sich hoffentlich nicht mehr ändern. Ein Wort zu Rödelheim: Es gibt neben dem Gallus wohl kaum einen Stadtteil in Frankfurt, der sich in den letzten 15 Jahren so gemausert hat, eine erstaunliche Entwicklung.


    Auch die FAZ widmete sich am 28.07. mit dem Thema.


    Ein paar interessante Auszüge:

    - Bauherr und Architekt warten auf die Baugenehmigung

    - Entstehen sollen 26 Wohnungen mit 50-100 qm Fläche, 4 Ladenlokale und 15 TG-Plätze, während der Hinterhof frei bleibt als "grüne Oase"

    - Die Wohnungen sollen für 16 Euro pro qm vermarktet werden, einen Hebel für Sozialwohnungen gab es nicht

    - Hinter dem Entwurf des Frankfurter Architekten Payel Rahman befindet sich der Entwickler Gökce Koc

    - Die städtische Bauaufsicht und der Ortsbeirat haben den Entwurf wohlwollend aufgenommen

    - Rahman sagt eindeutig: "Wir haben uns von der neuen Altstadt inspirieren lassen"

    - Die Mieter der jetzigen zweigeschossigen und abrissreifen Gebäude sind längst ausgezogen (Asia Imbiss, Bistro, Gemüseladen)

    - Die Häuser sind derzeit mit einem Bauzaun umstellt und es ist dem Ortsbeirat seit Jahren unklar was aus den Häusern geschehen soll

    - Bisherige Entwürfe waren zu massiv und nicht vereinbar mit der geltenden Erhaltungssatzung

    - Bis in die 70er Jahre fuhr noch eine Straßenbahn an den Gründerzeit Häusern vorbei

    Aus meiner Sicht hat besonders Gesundheits-Dezernent Stefan Majer (Grüne) keine Argumente das sich ausbreitende Kriminalitätsproblem zu ignorieren oder schön zu reden. Sein Dezernat ist dafür zuständig die Bedingungen im Viertel zu verbessern, aber scheint kein Interesse hieran zu zeigen. Dieses Aussitzen wird nicht gut gehen und das darf sich Majer mal hinter die Ohren schreiben. Selbst in der globalen Hauptstadt der Woke-Kultur San Francisco wurde kürzlich der realitätsfremde District Attorney ersetzt, da sich die traditionell toleranten/progressiven Einwohner fassunglos zeigten über die desaströsen Zustände in ihrer Stadt (ausufernde Kriminalität, lasche Polizei, Wohnungslose ohne Unterstützung, offener Drogenkonsum).


    Zur Bahnhofsviertel Thematik hatte die FAZ schon die Woche zuvor zwei weiter führende Artikel veröffentlicht, die eher in die Richtung Lösungsorientiertheit gingen.


    Im ersten Artikel vom 15.07. („Drogenszene soll verlagert werden“) wurden folgende Punkte aufgeführt:

    • Das erfolgserprobte Züricher Modell, welches von der CDU favorisiert wurde, soll weiterhin in Frankfurt Anwendung finden. Es gab hierzu bereits einen regen Austausch mit den Amtskollegen aus der Schweiz.
    • Eine Verlagerung der Drogenszene sei als Teil dieser Lösung unausweichlich – so sollen Abhängige in speziellen Unterkünften abseits öffentlicher Straßen durch Sozialarbeiter betreut werden
    • Ein Hindernis könnte sein, dass Zürich Süchtige aus anderen Kantonen abweisen kann. In Frankfurt ist es hingegen (unerklärlicherweise) nicht denkbar die Süchtigen aus Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz oder Thüringen abzuweisen.
    • Dezernent Stefan Majer (Grüne) sollte die Herangehensweise umsetzen, aber hierzu ist es bislang nicht gekommen. Das hört sich nach Aussitzen an.


    Im zweiten Artikel vom 14.7. („Verschiedene Viertel, ähnliche Probleme“) wird davon berichtet, dass sich die Drogenszene merklich ausgebreitet habe.


    (Un-)Ordnungsdezernentin Annette Rinn (FDP) sagt wortwörtlich, dass sich die Probleme seit der Pandemie „sehr verschlechtert“ hatten, d.h. Zunahme Strassenstrich und sichtbarem Drogenkonsum. Die Stadt versuche angeblich, der Verschmutzung des Viertels mit mehr öffentlichen Toiletten und enger getakteten Reinigungen zu bewältigen. Die Säuberung durch die FES sei aber nur in Begleitung der Stadtpolizei möglich.

    Laut der FAZ vom 9.6.22 wurden Luxuswohnungen im ersten Jahresdrittel 2022 wesentlich weniger nachgefragt als im Vorjahr bzw. die Vermarktungszeit hat sich verdoppelt.


    So gingen Kontakt-Anfragen per Inserat je Woche, von Januar bis April um 44% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2021 zurück.


    In Frankfurt habe sich die Vermarktungszeit für Luxus-Eigentumswohnungen mit 121 Tagen im Vergleich zu 63 Tagen im Vorjahr fast verdoppelt.


    Die Quelle ist Immoscout24, welches die Vermarktung von Neubau-Eigentumswohnungen mit Quadratmeterpreisen von mehr als 10.000 Euro ausgewertet hat.


    Hier dazu der Bericht aus Immoscout24:

    https://www.immobilienscout24.de/unternehmen/news-medien/news/default-title/nachfrage-nach-luxus-wohnungen-sinkt


    Wenn ich mir prominente Orte, wie das Bahnhofsviertel oder die Zeil, angucke, dann bin ich doch froh, hier in Nordhessen auf dem Dorf zu leben.

    Und wenn ich mir den Hafenpark, den Oeder Weg, die Neue Altstadt, den Stadtwald, das (jetzt stattfindende) Opernplatzfest, das Städel, die Oper Frankfurt oder den Schweizer Platz anschaue, kann ich schon verstehen wie man auf dem siebten Platz landen kann. Die meisten Frankfurter wissen schon was sie an ihrer Stadt haben. Diese Ansicht muss in Nordhessen natürlich nicht zwingend geteilt werden.


    Es gibt laut Wikipedia gleich mehrere Lebensqualität Rankings. Das Ranking des Economist ist sicherlich das einflussreichste, daher ist es schon eine nette Sache am Rande für die Main Metropole.

    Laut FR vom 10.06.22 ist sich das Statdparlament bzw. die Römer-Koalition einig, dass für Frankfurts Plätze ein Flächen-Entsiegelungs-Konzept erarbeitet werden soll.


    Welche Plätze wann und zu welchem Preis entsiegelt werden sollen und in welcher Reihenfolge bedarf weiterer Klärung durch den Magistrat. Klar ist nur, dass jährlich zwei Plätze entsiegelt werden können. Ziel soll es zudem sein, die Hälfte der städtischen Plätze zu entsiegeln oder zu begrünen.Auf regelmäßige Veranstaltungen und Märkte soll Rücksicht genommen werden (wie am Beispiel Riedberg).


    Hiervon betroffen ist nicht nur die Innenstadt, sondern auch Stadtteile wie Preungesheim, Riedberg oder Seckbach. Auch versiegelte Schulhöfe kommen auf den Prüfstand.


    Als Begründung für die Flächenentsiegelung werden die folgenden Punkte aufgeführt:

    • Fehlende Versickerungsflächen und -möglichkeiten
    • Massives Aufheizen von Plätzen im Sommer
    • Zu wenig Schatten an vielen Plätzen (und grelle Reflektion)


    Meine Hoffnung ist, dass die bereits geplanten / bekannten Umbauten der Hauptwache, des Riedbergplatzes oder des Paul-Arnsberg Platzes (Ostend) nicht als der Hauptteil der Initiative gelten, sondern wirklich neue Flächen angegangen werden, wie bspw. die dunkelgraue (!!) Pflasterplatte Goetheplatz/Rossmarkt, der unwirtliche Martin Elsässer Platz oder auch der in die Jahre gekommene Merianplatz (zu viel Werbung, hässlicher Brunnen, wenig Raum zum Verweilen).

    Ja, du hast was verpasst. Der eine hat die USA und die Welt mit nicht vorhandenen "Weapons of Mass Destruction" in einen illegalen und desaströsen Krieg in den Irak hinein gezogen (die Auswirkungen spüren wir weiterhin jeden Tag) und der andere unterminiert täglich aktiv die demokratischen Prinzipien der USA und der 6. Januar 2021 scheint leider nicht der negative Höhepunkt zu bleiben. Clintons/Gore/Obama/Biden/Reagan/Bush Sr. bevorzuge ich any time of day gegenüber diesen beiden Komplett-Versagern.


    Mir ist ziemlich egal was die Fanbase von Eintracht Frankfurt zu Rhein oder zu Feldmann denkt. Sie sind kein "Staat im Staat" und liegen, wie jede andere Gruppierung, eben manchmal komplett daneben. Soll heißen: Jede Gruppe ist fehlbar und einige Eintracht Frankfurt Fans, die für Feldmann gestimmt haben, dürfen sich gerne angesprochen fühlen und auchmal zugestehen, dass sie keine 100% Success Rate haben. Rhein braucht sich auch jetzt nicht den SGE-Fans anbiedern, allerdings sollte er sie auch nicht aktiv vor den Kopf stoßen (wie jede andere Gruppierung auch).

    Die Frankfurter Wähler dürfen sich spätestens jetzt mal in den Spiegel schauen, eine Runde schämen und sich fragen, ob es schlau war die enorm erfogreichen Petra Roth Jahre 1995 bis 2012 "abzustrafen" und stattdessen einen inkompetenten Pausenclown zu wählen. Ähnlich agierten amerikanische Wähler nach den erfolgreichen Bill Clinton und Barack Obama Jahren und entschieden sich für zwei der schlechtesten Präsidenten der US-Geschichte (George W Bush und Donald Trump), da Al Gore und Hillary Clinton als zu "arrogant" empfunden wurden (das kommt mir bekannt vor und kann man mittlerweile als monumentale Fehleinschätzung bezeichnen) . Feldmann regiert Frankfurt nun länger als Petra Roth und man kann diese Zeit als einzigen Rückschritt für diese Stadt bezeichnen. Frankfurts OB ist mittlerweile zum Gespött der Nation geworden.


    Die Moral dieser Tragödie ist: NIEMALS sollte man politisches Personal nach subjektiven Sympathie-Empfinden auswählen. Boris Rhein galt 2012 als zu "eingebildet" und Feldmann als "volksnah" und wo stehen beide jetzt??? Feldmanns Grinsen ist mittlerweile nur noch als der blanke Hohn zu verstehen und als personifiziertes Abbild eines zynischen Politikers, der wie Adolf Sauerland (Ex OB Duisburg) lieber an seinem Posten hängen bleibt als politische Verantwortung zu übernehmen. Es ist eine einzige Schande was gerade in Zeiten der Politik-Verdrossenheit und empfundenen "Politikern in Elfenbeintürmen" in der Frankfurter Kommunalpolitik abgeht.

    Da der Frankfurter Boris Rhein zum neuen hessischen Ministerpräsidenten aufgestiegen ist als Nachfolger von Volker Bouffier darf die Frage gestellt werden was das für die Main-Metropole bedeuten könnte. Als Bewohner von Nieder-Eschbach, Abiturient des Lessing-Gymnasiums und Absolvent der Goethe-Universität kann man Boris Rhein als waschechten "Frankfurter Bub" bezeichnen. Im März 2012 verlor er zwar (unerwartet) die Oberbürgermeister-Wahl gegen Feldmann, aber vielleicht bietet sich nun die Chance in seiner neuen Rolle als wichtiger Fürsprecher für seine Heimatstadt zu agieren?


    Laut Journal Frankfurt vom 08.06. und FNP vom 07.05. will er folgende Frankfurt-relevante Prioritäten setzen:

    • Ausbau des Finanzplatzes Frankfurt zum leitenden Standort für die Regulierung in Kontinentaleuropa sowie für „Green und Sustainable Finance“
    • Stärkung Hessens als Standort für nachhaltige Mobilität und Stärkung des Messestandorts Frankfurt mit einer möglichen Rückkehr der IAA ("„Ich kann Ihnen nicht vorhersagen, ob uns das gelingt, aber wir müssen doch wenigstens den Versuch unternehmen.“)
    • Die Rhein-Main-Region soll zu einem der wichtigsten Standorte für Cybersicherheit, Raumfahrt und Rechenzentren werden.
    • Neben dem Thema Nachhaltigkeit soll auch das Thema Sicherheit im Mittelpunkt stehen (hier sollten hoffentlich auch für das weiterhin im Abstieg befindliche Bahnhofsviertel bessere Ansätze gefunden werden)

    Aus meiner Sicht sollte nicht unterschätzt werden, dass Rhein sich deutlich stärker für Frankfurt einsetzen könnte als so mancher hessischer Ministerpräsident vor ihm.

    Die Aktion des DAM an der Hauptwache bezieht sich wohl eher auf gestalterische / nutzungsrelevante Add-Ons wie Sitzbänke, Performances, Aktionen. Es sollen zudem generell Wünsche, Ideen und Kritik entgegen genommen werden, die sich dann auch an anderer Stelle realisieren ließen.


    An der eigentlichen Umbau-Planung ändert sich aber scheinbar nicht mehr viel. Laut der Süddeutschen Zeitung (07.01.22) bzw. dem Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, soll in der zweiten Jahreshälfte mit dem Umbau der Hauptwache begonnen werden. Einen konkreten Zeitplan zur Umsetzung gab es im Januar diesen Jahres hingegen noch nicht.

    Das Journal Frankfurt berichtet, dass das Deutsche Architekturmuseum (DAM) im Spätsommer und Herbst ihr neues Forschungsprojekt „Wohnzimmer Hauptwache“ organisieren will. Es sollen Möglichkeiten oder konkrete Vorhaben für die Innenstadt getestet werden.


    Im Vorfeld sucht das DAM Ideen für „urbane Module“, die im Spätsommer an der Hauptwache getestet werden sollen. Hierzu gehören sowohl mobile Elemente wie Sitzbänke oder -kissen sein, als auch Dialogformate oder Performances wie Stadtspaziergänge oder Musikperformances sowie andere Aktionen, bei denen die Teilnehmenden gestalterisch tätig werden können.


    Von den Ideen und Modulen, die im Rahmen des „Wohnzimmer Hauptwache“ gesammelt und getestet werden, sollen aber auch Innenstadt-Orte abseits von Hauptwache und Zeil profitieren können. Die Ergebnisse des „Reallabors“ werden vom DAM als Teil der Ausstellung „Post-Corona-Stadt“ vorgestellt.


    An dieser Stelle werden bis Ende Mai Ideen aus der Bevölkerung gesammelt, die später in einem „Reallabor“ an der Hauptwache getestet werden sollen:
    https://dam-online.de/veranstaltung/reallabor/



    Don't judge a book by its cover. Oder anders gesagt: Bewertet einen City-Masterplan nicht anhand einer einzigen (zugegenermaßen schlechten) Power Point Präsentation.


    Es ist schonmal nicht schlecht, dass die Stadt die Problematik ("Verödung der Innenstadt", fallende Attraktivität der Zeil nach zwei Jahren Corona) verstanden hat und hieran etwas ändern will. Der abweisende Dauerleerstand an der Ostzeil und der Konstablerwache von zentralen Immobilien ist nicht mehr zu übersehen und breitet sich auch auf Conrad, Esprit und andere zentrale Liegenschaften aus.


    Wir können entweder warten bis die Immobilienbranche sich wieder für die oft dauerhaft leerstehenden Erdgeschoß-Ebenen interessiert anstatt für die darüber liegenden Büros oder man kann auf andere Weise etwas für die Attraktivität der Zeil tun ("Bottom Up" Approach). Die hierfür angedachten Förderprogramme von Bund und Land sind vorhanden, sie müssen eben nur abgerufen werden. Wer nun erstmal abwartet und nichts tut, der vertändelt wohlmöglich vorhandene Investitions-Möglichkeiten.


    Das Journal Frankfurt hat gut zusammengefasst welche Maßnahmen anstehen könnten:

    • 20 Projekte – die sogenannten „Quick Wins“ – sollen jetzt angestoßen werden und könnten bereits 2023 oder bis Ende dieses Jahres realisiert werden.
    • Hierzu gehören u.a. ein Nachtmarkt an Goetheplatz und Roßmarkt, eine (festliche) Beleuchtung der Innenstadt über die Zeil und die Weihnachtszeit hinaus, oder ein Gestaltungswettbewerb, mit dem die „Anti-Terror-Poller“ u.a. am Opernplatz verschönert werden sollen.
    • Auf mehreren Plätzen in der Innenstadt wären zudem temporäre Sitzmöbel vorgesehen, z.B. in der neuen Altstadt.
    • Mittelfristig soll es mehr Grünflächen (Hauptwache), sowie die Fußgänger- und Radfreundlichen Innenstadt mit vielen regionalen Angeboten geben.
    • Nördlich der Zeil sollen unter dem Motto „New Lifestyle/New Work“ Co-Working-Spaces, Pop-ups und neue Gastronomie-Konzepte entstehen.
    • An der kriselnden Ost-Zeil ist mit der „190 Nation Streetart Gallery“ die „größte international kuratierte Streetart Gallery“ geplant.
    • An der Konstablerwache soll der Erzeugermarkt dauerhaft bleiben sowie eine Grünfläche und ein Gastronomie-Konzept entstehen.
    • In der „Kunst-Kultur-Area“ am Mainufer wäre am verkehrsberuhigten Mainkai auf „Mainterrassen“ Gastronomie denkbar.


    Zur Finanzierung:

    Die Maßnahmen sollen durch diverse Förderprogramme von Bund und Land wie die „Post-Corona-Innenstadt“ oder „Zukunft Innenstadt“, die bereits laufen oder beantragt sind, finanziert werden.


    Die vergangene Woche vom Magistrat beschlossenen 30 Millionen Euro der „Initiative Innenstadt“ sollen zudem für die Umsetzung der „ErlebnisCity“ investiert werden.

    Meines Erachtens muss die Stadt dringender denn je endlich ein Konzept vorlegen wie sich das ändern soll und parallel dafür Sorge tragen, das wieder sehr viel in der Innenstadt gewohnt wird und mehr Arbeitsplätze in Form von kleinen Hochhäusern 30 - 40 Meter vorhanden sind. Jedoch ist sind diese ineinandergreifenden Themen hier, da, dort und auch hier im DAF besser aufgehoben.

    Die bittere Wahrheit ist, dass selbst wenn Frankfurt alles richtig gemacht hätte in den letzten 20 Jahren, die jahrzehntelange Krise im Retail-Bereich dennoch weiterhin vorhanden wäre. Übrigens hat Frankfurt in diesem Zeitraum mit der "Neuen Altstadt" oder dem "MyZeil" sehr wohl dafür gesorgt, dass der Innenstadt-Bereich attraktiv bleibt. Der Hauptwachen-Umbau und das Four Frankfurt werden das ordentliche Niveau weiter aufrecht erhalten. Nicht gut ist sicherlich, dass die Retail-Bereiche von mittelmäßigen Neubau-Projekten wie den "Kornmarkt-Arkaden" oder dem "Flare of Frankfurt" größtenteils leer stehen (nicht mal ein Erstbezug) und keinerlei Belebung gebracht haben.


    Dennoch: Auch die attraktivsten Innenstädte und Shopping-Hochburgen Europas leiden unter denselben Problemen wie Frankfurt und dort sind Parkgebühren ähnlich hoch wie hier.


    Die Innenstädte konkurrieren vor allem mit dem immer weiter wachsenden Online-Handel, der weiterhin die besten Preise, den komfortabelsten Einkauf und vor allem das breiteste Angebot bieten kann. Solange Online-Riesen wie Amazon (unfassbare 470 Mrd. USD Umsatz weltweit 2021) ihre Vormachtstellung weiter ausbauen können und in Europa noch nicht mal eine Unternehmenssteuer (Quelle) zahlen, brauchen wir uns nicht zu wundern, warum die Innenstädte aussterben. Ein "Schirm Klippel" wird sicherlich keine Steuer-Optimierungsmöglichkeiten auf den Cayman Islands in Anspruch nehmen können. Die Nutzer, die den Online-Handel ausgiebig nutzen, aber gleichzeitig die Verödung der Innenstädte beklagen, dürfen sich aber auch mal ein bisschen selbst hinterfragen wie nachhaltig ihr eigenes Handeln letztendlich ist.


    Auch die Retail-Mieterwartungen an Liegenschaften wie den Kornmarkt-Arkaden, dem Ex-Lorey, dem Ex-Esprit und dem Flare of Frankfurt dürfen sich so langsam mal an die neue Realität (stark steigender Online Handel) anpassen anstatt von absurden Best Case Szenarien in Discounted Cash Flow Modellen auszugehen.

    Die Stadt hatte am 4. April, klare e-Scooter Nutzungsregelungen festgelegt, die seit der Einführung in Frankfiurt im Juli 2019 ausgeblieben waren.

    Am 05.04. berichteten diverse Frankfurter Medien, dass die ersten festen E-Scooter Abstellplätze an der Baseler Strasse ggü. des Hauptbahnhofs eingerichtet werden (Quelle). Im Umkreis von 100 Metern um diese Flächen dürfen demnach keine Gefährte mehr abgestellt werden.


    Weitere Maßnahmen:

    • Es kommt zu einer festen Begrenzung von 1.000 Scootern pro Anbieter (d.h. Tier, Lime, Circ, Bird, Bolt und Voi), also immer noch beträchtliche 6.000 insgesamt.
    • Um E-Scooter überhaupt anbieten zu können, müssen die Betreiberfirmen ab sofort einen Antrag stellen, in dem festgelegt wird, dass die Scooter nur noch in markierten Flächen angeboten werden dürfen.
    • Beim Abstellen der Scooter sind nun mindestens 1,5 Meter Breite des Gehweges freizuhalten.
    • Ebenfalls dürfen E-Scooter nicht auf Radwegen und Schutzstreifen, Fußgängerüberwegen, vor Einfahrten, auf Spiel- und Friedhöfen sowie auf Main- und Straßenbrücken abgestellt werden.
    • Die Anbieter sind verpflichtet eine 24-Stunden-Hotline zur Annahme von Beschwerden, telefonisch oder per E-Mail einzurichten.

    Die Ausweisung der Flächen, bei der das Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) und (SVA) kooperieren, werden laut dem grünen Mobilitäts-Dezernat "eine gewisse Zeit" in Anspruch nehmen.


    Die neuen Regeln gelten zunächst nur befristet für sechs Monate bis zum 3. Oktober. Die Erfahrungen sollen danach evaluiert und in eine mittelfristige Regelung eingearbeitet werden.


    Laut Journal Frankfurt übt der sichtlich beleidigte Bund der Architektinnen und Architekten (BDA) Frankfurt nun Kritk am Sport Arena Nachfolgerbau.


    Der BDA bemängelt das Ausbleiben eines Wettbewerbs und wirft fehlende Transparenz bei der Nutzung / Gestaltung vor. Ebenso zeigte man sich enttäuscht, dass der Städtebau-Beirat sich nicht einbringen durfte, da dieser sich für klimagerechte Architektur einsetze (bspw. Anpflanzungen, Fassadenbegrünung).


    Zitate des BDA: "Für diesen Ort ist die Chance vertan, neue Qualitäten für die Innenstadt zu entfalten“ und es solle mehr Berücksichtigung finden "wie sich hier öffentlicher Raum, Nutzungsmischung, Stadtgestalt und Umfeld in Zukunft entwickeln sollen“.


    Das JF bestätigt, dass in wenigen Wochen die Abrissarbeiten des bereits entkernten Gebäudes beginnen sollen. Das ist eine gute Nachricht, besonders wenn man bis Ende 2024 fertig werden will.