Beiträge von Golden Age

    Als Interimslösung für das Rebstockbad bekommt das Freibad Hausen (Ludwig-Landmann-Straße 341) eine Traglufthalle und kann somit in die Wintersaison starten. Das Provisorium, welches seit dem 14.11. in Betrieb genommen wurde, wird mindestens bis zum Jahr 2026 fort bestehen. Hier dazu der passende Artikel aus der Frankfurter Rundschau.


    Die Konstruktion ist „deutschlandweit eine der größten Traglufthallen“ mit einer Länge von 56 Metern, einer Breite von 15 Metern und einer Höhe von 15 Metern. Innen wird die Traglufthalle ein Raumvolumen von 25 000 Kubikmetern auf 30 Grad haben.


    Die Traglufthalle besteht aus einer Außenhaut mit mehreren Lagen Kunststofffolie und wurde energetisch so konzipiert, dass möglichst wenig Energie verloren geht. Der Architekt Lars Waldeck und bhl Consultants haben zwei Jahre an der Planung gearbeitet. Das Projekt ist mit Bildern an dieser Stelle zu finden (runter scrollen bei Machbarkeits-Studien Nachtragsmanagement).


    Eine wirklich schöne Alltags-Bereicherung, wie ich finde und ein Reminder, dass die Stadt Frankfurt seinen Bürgern ab und zu gerne ein paar Lebensqualitäts-anreichernde Schmankerl anbietet -> man muss sie nur suchen und man findet.

    Apropos Platzgestaltung: Endlich sollen in Frankfurt die seit 2018 aufgestellten Terror-Abwehr-Quader aus Beton aufgehübscht werden (wie bspw. schon in Wiesbaden der Fall).


    Laut FR vom 9.11. hat die CDU einen entsprechenden Antrag eingereicht, welcher von der Stadtregierung positiv aufgenommen wurde. Es sollen Gelder aus dem städtischen Investitionsprogramm "Frankfurt Plan" hierfür verwendet werden. Dies würde die Quader an der Zeil, Hauptwache, Alten Oper, Alt-Sachenshausen, am Rossmarkt und der Fressgass betreffen.


    Wie eine solche Aufwertung konkret aussehen soll, ging aus dem Artikel nicht hervor allerdings könnte es in diese Richtung gehen: Siehe Beispiel aus Wiesbaden

    Der Petersplatz in Rom soll vor allem den Petersdom in Szene setzen und hier würden Bäume natürlich nur ablenken. Die typischen mediterranen Piazzas aus Italien, Südfrankreich, Griechenland, Spanien, etc., an denen sich bspw. Gastronomie ansiedeln kann, sehen hingegen schon ganz anders aus, meist mit einigen Schattenspendern und nicht selten Bepflanzung. Auch in Deutschland haben bspw. Biergärten bereits seit knapp 200 Jahren gezeigt, dass sich Leute gerne im Sommer in schattigen Plätzen im Außenbereich aufhalten und nicht in der prallen Sonne sitzen möchten. Warum sollte es an Plätzen großartig anders sein, besonders zu Zeiten, in denen 40-Grad Hitzewellen immer mehr zur Regel als zur Ausnahme werden könnten?


    Eines der führenden Landschaftsarchitektur-Büros (bspw. Hargreaves Jones) geht ganz klar in die Richtung Aufenthaltsqualität, Entsiegelung, Begrünung und immer weniger in die Richtung Monofunktion. Hier sind ebenfalls sehr gelungene Gestaltungsbeispiele von Plätzen aus dem vergangenen Jahrzehnt.


    Es ist klar, dass die Geschmäcker sich bei Platzgestaltung scheinbar sehr unterscheiden. Dennoch: Die maßgebende Zielsetzung eines modernen Platzes sollte nicht sein als monofunktionale "Event-Abstellfläche" zu dienen und somit zu wenig für Verschattung, Entsiegelung und Aufenthaltsqualität zu tun. Ich stimme sipaq daher zu, dass am Riedbergplatz locker für 20 Bäume Platz gewesen wäre ohne die Nutzfläche für den Wochenmarkt entscheidend einzuschränken.


    Ich finde die Idee am Goetheplatz vor 2,5 Jahren geht genau in die richtige Richtung: Platzfläche durchlässiger machen, helleren Belag verwenden, mehr Sitzflächen mit Schatten anbieten. Das ist mehr oder weniger was die Stadtregierung fast einstimmig gestern beschlossen hat um die Hauptwache aufzuwerten.

    Umgestaltung der Hauptwache kommt

    Wie heute in der FR zu lesen ("Die Hauptwache wird umgestaltet"), wurde die Umgestaltung der Hauptwache in der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag fast einstimmig beschlossen.


    Selbst die CDU stimmte zu unter der Bedingung, dass ebenfalls ihrem Antrag auf einen Brunnen zugestimmt wird, welcher nächsten Monat im Planungsausschuss vorgestellt werden soll. Ebenso sollen laut CDU möglichst großkronige Bäume in Pflanztrögen entstehen um viel Schatten zu spenden, obwohl Wasserleitungen und unzureichendes Erdreich wohl dagegen sprechen. Auch die Aufstellung des Schillerdenkmals soll geprüft werden.


    Planungsdezernent Mike Josef sagte, dass das Geld, welches nicht für den 300 Millionen Euro teuren Hauptwachen-Deckel ausgegeben wurde, stattdessen in den Neubau des Schauspiels fliessen solle.

    Eine interessante Zusammenfassung zur Villa Henninger und Villa Schubert ist in diesem Wikipedia Artikel zu lesen. Der Park ist laut diesem 2015-Artikel ein geschütztes Naturdenkmal und dürfte somit kaum verändert werden. Die geplante Bebauung ist laut dem Artikel zudem mit dem Denkmalamt abgestimmt. Sollte hier ein gut gepflegter Park auf einem ehemals hermetisch abgeriegelten Gelände entstehen, welcher der Öfffentlichkeit zugute kommt, kann ich mit dem Abriss dieser 50er Jahre Villa gut leben.


    Bzgl. Mieter: Da es nicht mal die neu gebauten "Flare of Frankfurt" oder die "Kornmarkt Arkaden" schaffen ihre Räumlichkeiten in bester Innenstadtlage mit permanenten Erst-Mietern zu füllen (d.h. Gastronomie, Einzelhandel, Kultur), weder vor Corona noch danach --> wie soll dann erst in diesem toten Winkel der Stadt ein Mieter gefunden werden?

    Laut der FR von gestern zeichnet sich für die Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag eine große Mehrheit für die Vorlage von Mike Josef ab mit Unterstützung der FDP, SPD, Grünen und Volt.


    Die CDU hatte vergeblich um eine Vertagung der Entscheidung gebeten, da ihnen die Pläne nicht vorgestellt worden waren. Der planungspolitische Sprecher der CDU Frankfurt Albrecht Kochsiek äußerte Verwunderung über die plötzliche Eile das Projekt zu beschließen.

    Als "vernünfig denkender Mensch" würde ich auch eine Differenzierung zum Thema Mindernutzung erwarten: Seit wann wird in Frankfurt jedes Haus/ jede Wohnung zu 100% des Jahres genutzt? Die "Weekend Warriors" (Consulting & Co machen es möglich) verbringen nicht selten nur Freitags bis Sonntags in ihren Gründerzeit-Wohnungen in Nordend und Sachsenhausen. Wie steht es um Flächen, die als Zweit- oder Drittsitz (wie in einigen Wohn-Hochhäusern zu beobachten), von "Apartments auf Zeit" ganz zu schweigen? Die steil ansteigende Anzahl der Single-Haushalte in Deutschlands Single-Hochburg Nr. 1 ist ein weiteres Indiz für Wohnungen, die immer weniger eine Vollauslastung mit sich bringen (oft leben Paare jahrelang in eigenen minder benutzten Wohnungen weiter). Das ist alles nicht skandalös, sondern menschlich, genau wie die Gärten, die dank des Klimawandels übrigens weit mehr als 50% des Jahres verwendet werden.

    ^ Richtig, wie geschehen an der Osthafenbrücke als Schrebergärten völlig zurecht geopfert wurden um an anderer Stelle wieder errichtet zu werden. Auch in Fechenheim, Bornheim und Bonames stehen ähnliche Umsiedlungen an (Quelle), teilweise um überfällige Verkehrsprojekte voran zu treiben.


    Ich hatte auch schon geschrieben, dass es keine Berechtigung dazu geben sollte Schrebergärten in privater Hand als Müllhalden und verkommene Abstellflächen zu nutzen. Besonders die Flächen zwischen Sachsenhausen und Oberrad sehen teilweise aus wie nach einer Zombie-Apokalypse. Hier wäre Handlungsbedarf durchaus angebracht um neuen Wohnraum zu schaffen.


    Nicht in Ordnung wäre es hingegen die meist recht professionell geführten Schrebergarten-Vereine als Stadtentwicklungs-Verhinderer abzustempeln, denn Kleingärten gehören zumindest hierzulande schon seit 150 Jahren zu einer lebenswerten Großstadt dazu, auch wenn das für manche befremdlich sein mag.

    Laut Wikipedia hatten Leipzig (6,2 Kleingärten pro 100 Einwohner), Dresden (4,4), Hannover (3,8) und Bremen (3,0) die Nase vor Frankfurt (2,3), basierend auf 8 Jahre alten Daten des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde e.V., die sich seitdem nicht sonderlich verändert haben sollten.


    Laut der Seite desselben Verbands müssen in Berlin trotz 66.000 Kleingärten (4x so viel wie Frankfurt) Interessenten derzeit durchschnittlich 5 bis 7 Jahre auf eine frei werdende Parzelle warten, in Frankfurt wahrscheinlich nicht unähnlich. Soll heißen: Hier gibt es definitiv zwei Seiten zur Medaille.


    Hätte es diese Kleingarten-Bewegung damals nicht gegeben (1864 gestartet von Daniel Schreber in Leipzig), wären diese Flächen heute alle bebaut, sehr wahrscheinlich in banaler Siedlungsbauweise. Das Interesse für Natur und Botanik ist in Frankfurt übrigens kein neuartiger "Flavor of the Day Modetrend", sondern tief "verwurzelt" (siehe Goethe, Siesmayer, Senckenberg ), auch ablesbar am Palmengarten, dem Botanischen Garten oder dem Grüneburgpark, oder den Protesten zum teilweisen Erhalt des Stadtwalds. Wären einige hier im Forum damals Stadtplaner gewesen, wäre ein Holzhausenpark wahrscheinlich als "platzverschwendende Spinnerei" abgetan worden. Heute befindet sich dort allerdings das bei weitem teuerste Viertel Frankfurts, welches ohne diesen Park undenkbar wäre. Ich erinnere gerne daran, dass es die heutigen Grünen sind (bzw. die damaligen 68-iger), die damals leer stehende Gründerzeit-Villen im Westend besetzten, die heute zu den begehrtesten Immobilien der Stadt zählen, und somit durchaus ein Gespür zeigten wann "Stadtplanung" sich zu sehr von der Basis entfernt. Die meisten Städte in Europa suchen gerade Wege ihre Städte grüner und dadurch attraktiver zu machen (allen voran Paris) und in Frankfurt zieht eine ökologische Partei schon seit knapp 10 Jahren von Wahlerfolg zu Wahlerfolg. Wer in der Politik versucht Natur gegen Stadtplanung auszuspielen, wird auch künftig wenig Rückhalt bei den Wählern haben, besonders in Frankfurt.

    Aber warum müssen sie in Innenstadtnähe sein? Und was ist innenstadtnah in Bezug auf Frankfurt wie auch auf bspw. London, Sydney oder Vancouver bezogen?

    Die Einflugschneisen des (zu) stadtnahen Flughafens, die für Wohnungsbau weitestgehnend unattratktiv sind, sind voller innenstadtnaher Gärtenvereine, wie in Sachsenhausen oder Niederrad. Auch in Autobahnnähe befinden sich viele solcher Gärten beispielsweise in Bornheim oder Seckbach.


    Schrebergärten im Privatbesitz stellen schon viel eher das Problem dar, da diese nicht selten verwahrlost sind (als Müll-Abstellflächen) und sicher manchmal darauf spekuliert wird, dass eines Tages Bauland ausgeschrieben wird.

    Das sind nur temporär vergebene Grundstücke zur Freizeitnutzung. Wer baut denn heute noch ernsthaft Gemüse zur Selbstversorgung an???

    Hast Du schonmal eine selbst gezüchtete Tomate, Zuchini, Gurke, Himbeere oder Weintraube gegessen? Wenn man's richtig macht, können die Ergebnisse teilweise sensationell sein.


    In diesem Fall sind die drei von Xalinai genannten Kleingärten-Parzellen vielleicht zu vernachlässigen, allerdings möchte ich als Hobbygärtner mal eine Lanze für die Schrebergärten brechen, da diese Grünflächen "Urbanität" nicht verhindern, sondern bereichern. Gerade in Frankfurt sind die Wartezeiten für frei werdende Parzellen seit Corona nochmal wesentlich länger geworden und erfreuen sich völlig zurecht einer großen Beliebtheit, vor allem bei jüngeren Paaren. Der "grüne Trend" ist zwar nicht neu, aber der erhöhte Freizeit- bzw. Entspannungsbedarf nicht erst seit der Home Office Ära sollte nicht unterschätzt werden. In Zeiten von Corona mit Reiseverboten und Innenstadt-Lockdowns haben sich die Vorzüge nur nochmal klar heraus kristallisiert: Es war nicht nur ein Rückzugsort mit Feriencharakter, sondern auch ein neutraler Treffpunkt um Familie und Freunde unter freiem Himmel zu sehen (gerade wenn öffentliche Grillplätze oft gesperrt oder überlaufen sind). Solche Freizeit-Vorzüge in Innenstadtnähe können die Stadtbewohner in Sydney, Barcelona, Vancouver, San Francisco, Singapur oder London eben nicht nutzen. Warum soll man sich um solche Alleinstellungsmerkmale, die die Lebensqualität enorm erhöhen können, freiwillig berauben?

    Ich finde Josefs Vorschlag gut, da finanzierbar, schnell umsetzbar und vor allem pragmatisch (lieber der Spatz in der Hand als die unerreichbare Taube auf dem Dach). Die Aufenthalsqualität ZEITNAH zu erhöhen und nicht erst am Sankt Nimmerleinstag ist der richtige Weg. Die Begrünung und Beschattung der weitestgehnend komplett versiegelten Steinwüste Hauptwache folgt dem Trend etlicher anderer europäischer Metropolen. Die Idee des "Verweilens ohne Konsumzwang" ist auch logisch, da heutzutage ja hauptsächlich von der Couch aus eingekauft wird und neue Argumente geschaffen werden müssen damit Leute die Innenstadt überhaupt noch besuchen (Kultur, Aufenthaltsqualität, Unterhaltung, etc.).


    Die sündhaft teure und daher nicht realistische Lösung mt der Platte, die von der CDU favorisiert wurde, (inklusive Sanierung der B-Ebene bis mindestens 2030) hat zu einem jahrzehntelangen Stillstand geführt und zu einem tristen Erscheinungsbild. Josef sieht es richtig, dass weitere 15 Jahre Nichtstun eine weitere Abwärts-Spirale auslösen würde, der man jetzt und nicht über-übermogren entgegenwirken sollte.


    Weitere Vorteile der Maßnahmen im Überblick:

    • Das Momem wird definitiv für Belebung im Krater sorgen und die Idee einer kleinen Arena für Konzerte / Aufführungen finde ich äußerst reizvoll.
    • Der Abriss des sperrigen und unzeitgemäßen TraffiQ-Pavillions war überfällig.
    • Rückbau des ebenfalls sperrigen "Apotheker-Hügels" wird dem Erscheinungsbild helfen.
    • Verlängerung des Aufzugs nach oben (besonders für Senioren / Familien sehr praktisch).
    • Verkleinerung des viel zu breiten Treppenaufgangs an der Katharinenkirche (verleitet zum Rumlungern).
    • Sanierung des komplett abgelaufenen und schäbig aussehenden Bodenbelags.

    Diese Maßnahme erinnert mich an Zeiten von Petra Roth (pragmatisch, praktisch, gut) als zentrale Themen in der Stadt angegangen wurden anstatt diese auszusitzen. Dieselbe anpackende Herangehensweise wünsche ich mir auch für die Konstablerwache und der Ost-Zeil (zwischen Karstadt und Conrad), die derzeit in Windeseile zur No-Go Area verkommt.

    Es geht hier nicht um ein generelles CDU Frankfurt-Bashing, aber die lange Reihe der lokalen Wahl-Niederlagen vor der Bundestagswahl sticht meines Erachtens schon sofort ins Auge. Daher ist das Argument "Laschet ist schuld" auch wenig stichhaltig.


    Der AWO-Skandal und das Investoren-feindliche Auftreten (u.a. Verlust der IAA und Samson) der anderen Magistrats-Parteien hätten ja eigentlich eine Chance für die CDU in Frankfurt sein können, aber stattdessen wurde ein weitaus schlechteres Ergebnis eingeholt als die Bundes-CDU und auch das schlechteste seit Beginn der Bundesrepublik.


    Das ist signifikant, da es ein "Weiter So" mit denselben Leuten in der CDU in Frankfurt keinesfalls geben darf. Wenn OB Feldmann nämlich nicht mehr will oder kann oder darf, wäre ein OB Josef, der zuletzt sogar in der FAZ lobend erwähnt wurde, derzeit sehr naheliegend.


    Update: Die FAZ hat mittlerweile einen sehr ähnlichen Artikel ("CDU Wähler laufen zu den Grünen über") online gestellt. Dort wird bestätigt, dass es einen städtischen Linksruck gab in Stuttgart (CDU -12%), Hamburg (-11,7%), sowie in Köln und Hannover mit deutlich zweistelligen Zuwachsraten der Grünen.

    Quo vadis CDU Frankfurt?

    Wer dachte, dass die CDU in Frankfurt nach dem AWO-Skandal des OBs wieder im Kommen ist um sich für die OB-Wahl im Jahr 2024 zu wappnen, wurde gerade wieder eines Besseren belehrt.


    Mit alarmierenden 18,1% fuhr die CDU in Frankfurt nun ihr schlechtestes Ergebnis seit 1949 ein und blieb somit weit hinter der Bundes-CDU (24,1%). Sie verlor somit die Direktmandate in beiden Wahlkreisen. Man kann hier also durchaus von einem "Sondereffekt" sprechen (man vergleiche mal zu München) und der schwächsten CDU in Nachkriegs-Frankfurt.


    Es wäre töricht dieses Ergebnis nun auf den Kanzlerkandidaten Laschet zu schieben, denn es ist die logische Fortsetzung einer ganzen Reihe an Wahlniederlagen (Kommunalwahl 2021, Europawahl 2019, Landtagswahl 2018, OB-Wahl 2018).


    Die Wahl-Analyse des Bürgeramts kam zu folgenden Erkenntnissen bzgl. der Frankfurter CDU:

    1) Die CDU erreicht die jungen Frankfurter nicht: Nur bei über 70-Jährigen bekam die CDU in Frankfurt mehr als 30% und hat somit die älteste Wählerschaft am Main. Bei Wählern zwischen 18 und 44 Jahren kam nur auf jämmerliche 12% der Stimmen.

    2) Die Grünen nehmen der CDU die Wähler ab. Seit der Bundestagswahl 2017 gingen 40% der Stimmen verloren, hiervon wählten die Hälfte nun grün. Somit sind Klimaschutz, Mobilitätswende (und das Ende der autogerechten Stadt) und soziale Gerechtigkeit auch für bürgerliche Wähler von Bedeutung.

    3) Die Frankfurter CDU ist un-urban. In nur noch 4 von 46 Stadtteilen gewann die CDU - vor allem in den unurbanen Vororten, weit weg von der Lebensrealität der meisten Frankfurter, genau wie die CDU, die vor allem als Landespartei, aber schon lange nicht mehr als Stadt-Partei wahrgenommen wird.


    Ich würde hinzufügen, dass das Personal der Frankfurter CDU (besonders Schneider und Frank) in den letzten Jahren eine desolate Figur abgegeben hat. Der jahrzehntelange Dilettantismus rund um die Multifunktionsarena, die Hängepartie um die Paulskirche, die verlorenen Jahre in Alt-Sachsenhausen (Paradiesplatz), die Europaschule in den Mainwasen, das fast nicht vorhandene Vorgehen gegen die zunehmende Vermüllung des gesamten Stadtgebiets (besonders am Wochenende), der teilweise Rückfall des Bahnhofsviertels, der Konstablerwache und des Allerheiligenviertels in alte "Krankfurt" Zeiten, etc. etc. So durfte es auf keinen Fall weitergehen und es ist gut, wenn die CDU in Frankfurt endlich wieder ihre Kräfte in der Opposition sammelt und vor allem ihr komplett überfordertes Personal konsequenterweise austauscht.


    Quelle: Frankfurter Rundschau vom 28.09.2021

    Ich hätte ehrlich gesagt nicht mehr gewagt daran zu glauben, dass ein solch umfassendes Refurbishment des Interconti passieren würde. Vielleicht hat gerade die Corona-Krise, die die Hotellerie besonders hart trifft, zu einem Umdenken geführt. Es ist gut, dass man sich nun entschieden hat diesen ansehnlichen Impuls für diese 1A-Lage am Main zu setzen.


    Positiv ist vor allem, dass sich das zuvor fast hermetisch abgeriegelte Hotel (der Degussa-Komplex lässt grüßen) nun endlich der Stadt öffnet mit Wohnungen, Läden und besonders der Rooftop Bar/Restaurant. Das sind kluge Entscheidungen und bringen Belebung für diese doch sehr triste Ecke der Stadt. Der gesamte Komplex kommt nun wesentlich freundlicher und menschennäher daher.


    Noch nicht ganz zufrieden bin ich mit der Fassade der Interconti-„Platte“, da diese weiterhin zu horizontal geprägt ist und zu streng wirkt. Hier würde eine teilweise Fassaden-Begrünung Wunder wirken und vor allem auch die Vertikale betonen.


    Alles in allem, aber eine rundum erfreuliche Planung, die hoffentlich schon sehr bald in die Realität umgesetzt wird.

    Die Wahlbeteiligung lag bei 30,2% in der zweiten Runde, in der ersten Runde waren es 37,6%. An den fast 71% für Feldmann wäre wohl kaum zu rütteln gewesen. End of day: Weylandt bzw. eine arg konfus agierende CDU in Frankfurt haben es einfach nicht geschafft ihre Wähler zu Urne zu bewegen (die einstige Stammwählerschaft in Sachsenhausen-Süd, die komplett vergrault wurde, wäre hier zu erwähnen). Besonders die Auswahl der Themen und das Profil der Kandidatin schienen auf wenig Gegenliebe zu stoßen.


    Eine Beobachtung will ich mir nicht verkneifen. Ich wäre stark dafür die Legitimation von demokratischen Wahlen besonders bei einem so klaren Resultat nachträglich NICHT in Frage zu stellen. Das ist genau was die Trumps, Bolsonaros und Orbans dieser Welt als Taktik anwenden um Legenden zu stricken und demokratische Ergebnisse immer dann anzuzweifeln, wenn für sie das falsche Ergebnis heraus kam. Am 06.01.21 am Capitol in Washington DC sahen wir dann den negativen Höhepunkt dieser Entwicklung als die Wahl-Verlierer zur Selbstjustiz griffen, da angeblich systematischer Wahlbetrug vorlag (man wartet immer noch auf die Beweise). Das Resultat sind mindestens sechs Tote und ein Präsident Biden, der von einer Seite der politischen Spektrums größtenteils als illegitim angesehen wird. Fake News at its worst.


    @ m.Ro80: Keineswegs möchte mir anmaßen, zu behaupten, dass Du hier demokratische Ergebnisse bewusst entwerten möchtest. Ein Kulissenspiel ist unsere Demokratie aber ganz sicher nicht.


    Quelle: https://www.op-online.de/region/frankfurt/feldmann-gewinnt-klar-frankfurt-9684787.html

    Die bewusste Partei, die den unter Verschluss gehaltenen Entwurf des weiterentwickelten Hochhausentwicklungsplans jetzt rigoros zusammenstreichen wird, wurde von mehr als 75% der Frankfurter nicht gewählt.

    Das ist richtig, aber ebenso ist nicht von der Hand zu weisen: bei der OB-Stichwahl hat Peter Feldmann im März 2018 mit einer signifikanten Mehrheit 70,8% gegen Bernadette Weyland gewonnen, obwohl damals schon 6 Jahre Feldmann hinter den Wählern lagen. Im März 2012 hatte er hingegen nur mit 57% gegen Boris Rhein gewonnen. Die damalige Stärke von Feldmann spiegelt die immer noch eklatante Schwäche der Opposition wider. Ebenso dürfen die Frankfurter Wähler selbst mal kritisch in den Spiegel schauen, die bei den letzten Wahlgängen auf die weich gespülte "Everybody's Darling" Art Feldmanns reingefallen und erst nach dem AWO-Skandal aufgewacht sind als es längst zu spät war.


    Ja, es ist schade, dass Frankfurt auf eine "verlorene Dekade" zurück blicken wird, aber hier ist die Opposition genauso in die Pflicht zu nehmen, wie die Regierungspartei.

    Oeder Weg wird zur fahrradfreundlichen Nebenstraße umgebaut


    Die beliebte Nordend-Flaniermeile Oeder Weg wird im Zuge der Initiative "Fahrradstadt Frankfurt" derzeit umgebaut bzw. auf dem betroffenen südlichen Teil der Strasse von 1,3 km Länge. Konkret handelt es sich um den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung § 4424 vom 29.08.2019 zur Beschlussvorlage M 47 „Bürgerbegehren Radentscheid Frankfurt am Main“ und zum Antrag NR 895 „ Fahrradstadt Frankfurt am Main“.


    Gut gemachte Übersichten zu diesem Umbau sind hier und hier zu finden.


    Auch in den lokalen Medien war letzte Zeit viel hierzu zu lesen (FAZ, FR, FNP, JF), daher hieraus ein paar Highlights:

    • Kurz gefasst: Die Auto-Fahrbahn wird verkleinert auf 5,5 Meter, mehr als 70 Parkplätze fallen weg. Dafür werden Radwege markiert und sogenannte Multifunktionsstreifen eingerichtet mit Platz für Außengastronomie, Fahrradständer und begrünte Verweilflächen (sehr ähnlich zur Brauchbachstrasse).
    • Auf der Höhe des Hotels Fleming Eschenheimer Tor wird eine Schranke montiert, die die Einfahrt in den Oeder Weg für den motorisierten Verkehr verhindert. Autos können weiterhin über die Eschenheimer Anlage in den Oeder Weg fahren.
    • In der Querstraße werden Markierungen ausgetauscht, so dass das dortige Parkhaus künftig auch von der Eschersheimer Landstraße aus angesteuert werden kann. Am 21. und 22. August wird die Durchfahrt im Oeder Weg zwischen Querstraße und Glauburgstraße vollgesperrt.

    Kommentar: Frankfurt folgt dem Trend den schon viele andere europäische Metropolen umsetzen weg von dem Irrweg der autogerechten Stadt und hin zur gerechteren Verteilung der Strassen auf alle Verkehrsteilnehmer. Da ich die Umbau-Maßnahmen an der attraktiven Brauchbachstrasse (breitere Gehwege, mehr Platz für Aussengastro) ebenfalls für sehr gelungen halte, finde ich diese Maßnahme für den ohnehin engen Oeder Weg richtig. Die Gastronomie am Oeder Weg hat sich zuletzt sehr gut entwickelt auch Dank des Kinos. Zu viel Verkehr am Oeder Weg war der banalen Parkplatzsuche für parkhaus-scheue Kinobesucher (Metropolis) geschuldet, dieser Verkehr kann nun stärker in Richtung Parkgarage geleitet werden. Die Pendler können immer noch den Reuterweg, die Eschersheimer Landstrasse sowie Friedberger Landstrasse als schnellere Verbindungen verwenden.

    Mich erinnerern die verzerrenden Reflektionen des Entwurfs von Leno/Budic ein bisschen an das "Cloud Gate" (2006) in Chicagos Millenium Park, das dort zu einem Publikums-Magneten geworden ist. Das könnte schon spannend aussehen, aber muss vielleicht nicht als sperriges Objekt mitten auf dem Goetheplatz stehen, der eher unter anderen Problemen leidet (kein einziges Café, abends sehr schlecht beleuchtet, zu viel Versiegelung als dunkelgraue Steinwüste, Durchwegung wird von sperrigem Tunnelausgang blockiert, keine Pflanzen außer Soldaten-ähnlichen Baumreihen).

    Hierzu passt dieser Artikel aus dem Spiegel vom 06.07.2021 ("Deutschlands Großstädte schrumpfen").


    Die Forscher des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) aus Leipzig hatten die Einwohnermeldedaten der 15 größten deutschen Städte aus dem Jahr 2020 untersucht und sahen eine generelle Schrumpfung bei fast allen deutschen Großstädten. Nur noch in Hamburg, Leipzig und München waren moderate Wachstumsraten erzielt worden.


    Diese Entwicklung besteht aus mehreren Faktoren. Die Zuwanderung aus dem Ausland und der ländlichen Region sind 2020 coronabedingt gefallen. Bei den Zuzügen war über alle Kommunen ein Minus von knapp 17% zu verbuchen, während die Fortzüge um 9% sanken. Auch das Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen kam ins Ungleichgewicht: Einem Geburtenrückgang von 2,5% stand in den Städten ein Anstieg der Sterbefälle um knapp 5% gegenüber. Dies setzte sich im Jahr 2021 sicherlich fort.


    In diesem Zusammenhang sei zu erwähnen, dass Frankfurt unter den 10 grössten Städten zudem die höchste Pro-Kopf-Corona-Fallzahl sowie die höchste Corona-Sterberate pro Einwohner aufweist. Während Frankfurt laut RKI bislang 818 coronabedingte Todesfälle zu beklagen hat, waren es in Köln mit 300.000 mehr Einwohnern bspw. coronabedingte 730 Todesfälle. Das erklärt sicher nicht den stärkeren Einbruch in der Einwohnerstatistik, aber zeigt zumindest einen von mehreren zugrundeliegenden Trends auf.