Beiträge von Adama

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    Unter "Baustellendokumentation" stelle ich mir aber etwas mehr als 5 Bilder und ein Video vor. Zudem das nicht aktuell ist da dort ja seit Monaten Stillstand herrscht. Da ist das DAF weitaus ergiebiger wnen ich mir eine tatsächliche Dokumentation ansehen möchte von Anfang bis Ende/Stillstand. Aber der Fotograf freut sich bestimmt über die kostenlose Werbung :-)

    @Mods: Kann dann später gelöscht werden, wollte es aber mal angemerkt haben, danke.

    Interessantes Video über das Hochhauswohnen in Frankfurt. Der junge Mann im Omniturm kommt etwas abgehoben daher, aber ansonsten ist der Film (auch trotz einiger Fehler) recht nett anzusehen:



    Und es gibt etwas neues von der Phoenix Real Estate, da hat man das Icoon aber gut verpackt, scheint also bald konkret zu werden das mit dem "Landmark"


    Dazu auch passend dass alle teilnehmenden Architektur-Büros Ihre Arbeiten rechtzeitig abgegeben haben. Und es war ja wirklich nicht viel Zeit.

    Da der Spekulationsthread zu ist frage ich Euch hier:

    Was glaubt Ihr erwartet uns? Reine Profitboxen? Oder etwas besonderes mit Design? Rechteckig oder klassische Hochhausform?

    Bei Youtube gibt es eine lange Diskussion dazu ---> Film, interessant auch die Diskussion darunter

    Ein angeblich am Projekt Beteiligter und Mitarbeiter eines Architektur Büros hatte geschrieben, es hätte eine Anweisung gegeben unter 300m zu bleiben, ob dies so stimmt wird man sehen.


    Scott Zhang vor 3 Monaten:

    interessant zu hören, ich arbeite an dem Millennium tower gerade. Wir würden etwas einzigartig entwerfen.

    Auf die Frage eines YT Users wie hoch folgende Antwort: "unter 300 meter neu angeordent."


    Wie auch immer und welchen Wahrheitsgehalt man dem zumisst, wünsche ich mir eine klassische Hochhausform, nach oben verjüngend, keine Auskragungen mehr bitte, keine Boxenstapelei, schlank und elegant, Zeitlos.


    Was ich mir genau vorstelle zeigen diese 3 Entwürfe, umgerechnet auf die zu erwartenden Frankfurter Höhen, den Höheren Bauteil A des Millenium Projekts gerne mit 290m.



    Zaha Hadid, Shenzen, 2 Türme verbunden:


    Bild: https://abload.de/img/2364_col_1-scaled9nkoc.jpg Bild: https://abload.de/img/tower-c-zaha-hadid-arz0ko1.jpg Bild: https://abload.de/img/tower-c-zaha-hadid-artkjjp.jpg


    Bilder: Zaha Hadid Architects



    2. Ein Proposal für Midtown Manhatten an der Maddison


    Bild: https://abload.de/img/madissonidea4vk6k.jpg Bild: https://abload.de/img/madissonidea21rkzs.jpg


    Bilder: Vishaan Chakrabarti (PAU)


    3. Ein Doppelturm Projekt für Chicago, Lakeshore-North 400


    Bild: https://abload.de/img/lakeshorechicago1400nhmj3f.jpg Bild: https://abload.de/img/133587454_46800130086z3kzz.jpg


    Bilder: Skidmore Owings & Merrill Architects

    Liebe Forumer,


    Anscheinend gibt es doch noch Bedarf für Themen dieser Art. Aber ich finde dann muss es auch ein neues Thema sein. Und ein wenig "Normalität" in Form von Spekulieren und Mutmaßen tut uns allen gut, Corona hat uns doch ziemlich mitgenommen.


    Zu allererst mein Rückblick auf das Jahr 2020 und zwar nur auf das bauliche Geschehen.


    +Erfreuliches Ergebnis beim Wetbewerb um das alte Polizeipräsidium

    +Überraschender Wettbewerb für das Millennium Gelände

    +Four Frankfurt: Trotz Corona vor dem Zweitplan zu sein bedeutet dass da wirklich gute Leute vor Ort sein müssen

    +Endlich Fertigstellung des Sorgenkindes WINX

    +allmähliche bauliche Fertigstellung des Europaboulevards, nur noch 3 Baufelder zu bebauen

    +Planungen für Fernbahnhof und U-Bahn Ausbau schreiten voran

    +Interessante Hochhaus Planungen in Offenbach und am Kaiserlei


    -Es werden immer noch viel zu wenig bezahlbare Wohnungen geplant und gebaut

    -Ausbau ÖPNV ist stockend anstatt auf die Tube zu drücken

    -Das Drama mit der CG Gruppe, jetzt Consus AG, für mich persönlich der nächste große Immobilienskandal (ist schon da)

    -Unschöner Wettbewerb für das Bürohochhaus am Hafenpark mit enttäuschendem Ergebnis. Man kennt sich.

    -Weitere Zementierung der absolut stupiden Höhenbegrenzung von 60m am Osthafen, so soll dann ein neues "Cluster" entstehen?

    -Das Übel der Immobilienheuschrecken in FFM. Aufkaufen, umplanen, 2 Jahre warten, dann wieder verkaufen und das Spielchen wiederholt sich. Und wir als Bürger stehen da mit den Brachen. Hat die Stadt nichts aus dem Opernplatzdebakel damals gelernt?


    Genug geschimpft, für dieses Jahr wünsche ich mir oder freue ich mich vorsichtig (auf) folgendes:


    -Baustart Messe Eingang Süd mit 124m Hochhaus

    -Vorstellung der überarbeiteten Pläne von Groß und Partner bzgl. des EX! Porsche Towers und evtl. Baubeginn

    -Fertigstellung One, Spin und Eden

    -Vorstellung des Stiftstrassen Projekts, KSP plant hier ja weiter oder hat bereits umgeplant. Neuer Bauträger wahrscheinlich. Aber wohl eher Wunschgedanken da der Ort zum Spekulationsobjekt verkommen ist, wie auch das Areal Matthäuskirche, auch hier wieder die ekeligen Heuschrecken.

    -Ergebnisse des Millennium Areals: Hier erwarte ich wirklich etwas prägendes und kein 08/15. Nur mit Top Notch kann CA IMMO in dieser Lage etwas vom CBD abziehen. Wünsche mir zwischen 280 und 300m Höhe für den höheren Turm.

    -Baustart Veritas

    -Signa Vorstellung der Hochhauspläne am Opernplatz 2, bitte keinen 60m Stumpen, wenn dann hinten auf dem Areal, höher und schlank!!!

    -Vorstellung HHRP

    -Vorstellung von bisher der Öffentlichkeit unbekannten Hochhausprojekten, ich höre Munkeln über 2 noch geheime Projekte im CBD (nein, ich werde hier nichts weiter dazu schreiben)

    -Vorstellung des Erweiterungshochhauses der EZB (ist dann übrigens kein "Solitär" mehr, liebe Stadt).

    -Schneller Weiterbau der Platensiedlung als gelungenes Beispiel von Aufstockungen---> Mehr Wohnungen

    -Zügiger Ausbau des Rebstockviertels, unrealistische Projekte canceln und dafür lieber Wohnungsbau

    -Entscheidung zur U4 Richtung Ginnheim, bitte mit Untertunnelung des Grüneburgparks und Station direkt auf dem Uni Gelände.

    -Hoffentlich Umplanung des grotesken und hässlichen Molenstumpfhotels der B&L Gruppe. Und hoffentlich kommt man endlich zur Vernunft im Stadtplanungsamt bei diesem unsäglichem Projekt und erlaubt eine höhere (zb.90m) und schlankere Planung. Corona hat den Hotelmarkt vernichtet, das wird da nichts in nächster Zeit. Also hier hatte Corona etwas Gutes und verhindert das dicke Monstrum. Nutzung könnte jetzt ein Trio Mix sein, kleineres Hotel, Büros und auch Wohnungen. Man wird sehen.

    -Ausbau des Fahrradfreundlichen Frankfurts

    -Endlich Korrektur der Stadtplätze mit mehr Grün, Goetheplatz, Tel Aviv Platz, mehr Bäume im Europagarten (falls der jemals geöffnet wird)

    -Gestaltungsbeirat!!!

    -Erweiterung der Planung um den Römerhof und sinnvolle Weiterführung der U-Bahn. Die aktuelle Planung ist leider ein Graus.

    -und als letztes: Wir werden Four endlich wachsen sehen!


    Vielleicht mögen die 4 Beitragsersteller aus dem alten Thema Ihre Beiträge hier nochmal einfügen, vielen Dank!

    Tolle Entwicklung is Essen, auch wenn mir der Turm zu sehr nach Kopie des 432 Park Avenues aussieht.

    Übrigens hat das New Yorker Pendant gerade mal 28m x 28m Seitenlänge und das auf 426m Gesamthöhe.


    Hier eine Grafik die den ganzen geplanten Essener Turm zeigt, Standort: Weststadt:


    essen2u6jum.jpg


    Bild: Arsatec GmbH

    Bekannter, aber winterlicher Blick zum One, wirkt leider auch hier zu niedrig, denn höher wird es nicht das scheppe Ding, alle vergrößerbar:



    99West:



    Hier sieht man wie dringend etwas an der Bockenheimer Warte passieren muss, grotesk trist. Hier sind in der Tat nur die Hochäuser ein Lichtblick:



    Aus Bockenheim:



    Bilder: Adama

    Leider hat sich die vorgeschlagene Seilbahn von Hohemark über den Feldberg nach Schmitten erledigt.



    Laut diesem Artikel hat eine vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) mit in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie ergeben, dass eine Seilbahn für den ÖPNV wirtschaftlich nicht tragbar wäre.


    Gründe wären das geringe Verkehrsaufkommen und die kaum verbesserten Reisezeiten.


    Als Touristenattraktion wäre eine Seilbahn bis zum Feldberg allerdings denkbar, so der abschließende Satz.



    Sehr schade. ;(

    Auch das Büro KSP Architekten führt das Projekt nun als "Veritas", als hybrides städtisches Ensemble, eine "Triade aus Bürohochhaus, Museum und öffentlichem Raum".

    Ob dies weiterhin ein vorläufiger Name oder der bleibende ist kann man jetzt noch nicht sagen.


    Dennoch spendiert das Büro im Rahmen seines gelungenen Website Relaunches 2 neue sehr interessante Ansichten:


    Bekannte Draufsicht aus Westen mit Veritas links, alle groß klickbar:

    Bild: https://abload.de/img/ksp-hochhaus-nml-141kuq.jpg


    Neue Ansicht aus Norden, besonders interessant wegen des Altbaus:


    33176-veritas-02azk14.jpg


    Der Altbau wird Richtung Wallanlage erweitert und um 2 Geschosse aufgestockt. Die Lösung eines etwas höheren kleinen FlatIrons hätte mir besser gefallen, aber gut. Das Hochhaus hat weiterhin die bekannten 195m Höhe auf 49 Etagen, zuzüglich Technik und Attika, also knappe 206m Gesamthöhe.



    Neuer überdachter Durchgang zwischen Hochhaus und Museum von der neuen Mainzer zu den Wallanlagen:


    33176-veritas-04wekt7.jpg


    Alle Bilder: KSP Engel Architekten https://www.ksp-engel.com, Renderings: luminousfields http://www.luminousfields.com/

    Ja, ein wirklich außergewöhnliches Projekt. Sehr lebendig in seinen Formen, behutsam in der Höhenentwicklung aber dennoch nicht zu bescheiden, fließende Formen die mich an Entwürfe von UN Studio erinnern. Architekten die sich wirklich Gedanken gemacht haben, Integration aller Verkehrsteilnehmer in den Hub, Verbindung der Grünanlagen, regelrechte Stadtreparatur.

    Chapeau nach Dortmund und wenn das mal alles in Bau geht komme ich defintiv vorbei!


    Hier noch ein neues sog. "Drohnenvideo":


    2021z1k2y.jpg


    An alle hier im Frankfurt Bereich schreibenden und natürlich auch an alle anderen Dafler, Mitleser und sonstige nette Menschen, wünsche ich ein friedliches und schönes Weihnachtsfest (trotz der unschönen Umstände), ruhige Festtage und natürlich einen Guten Rutsch ins neue Jahr 2021.


    Hoffen wir, dass nach diesem reinsten Horrorjahr 2020 ein besseres folgen möge, die Impfstrategie erfolgreich sein wird und wir ab spätestens Spätsommer wieder mit mehr als 1 anderen Person auf einen (alkoholischen) Abend-Drink am Main mit Skylineview rauskönnen, uns über einen wirtschaftlichen Aufschwung freuen und uns über neue Bauprojekte austauschen können!


    Viele Grüße (zudem an alle anderen, die ebenso wie ich alleine feiern)


    Adama


    Passt auf Euch auf!




    giphy.gif

    Rekonstruktion:



    Warum eine Rekonstruktion zu befürworten ist:


    -Gedenken an die Familie Rothschild und das Unrecht was der Familie dort widerfahren ist

    -Rückkehr eines architektonisch bedeutsamen Gebäudes (Stil, Ungewöhnlichkeit, Lage)

    -Bereicherung und Vervollständigung des Grüneburgparks

    -Neue öffentliche Nutzung (Museale Elemente, ein Rothschild-Café?, Tagungen, Hochzeiten)



    Der neu gegründete Verein schreibt zudem:

    Ganztägig nutzbare öffentliche Toilette. Hierzu von mir ein ganz klares Nein. Natürlich sind Toilletten für einen Gastronomischen Betrieb einzuplanen, aber eine immer geöffnete Anlage wird dem Ort nicht gerecht. Lieber eine separat abseits gelegene immer nutzbare Toiletenanlage analog zu den Anlagen im Palmengarten.


    Einen weiteren Vorschlag des Vereins sehe ich auch noch nicht stimmig. Wohnungen im 1. Stock und Dachgeschoss für Wohnungen für begabte Studenten mit Stipendiaten. Da kann es auch andere Alternativen geben.


    Der Verein hat außerdem ermittelt, dass der Wiederaufbau ungefähr zwischen sieben und zehn Millionen Euro kosten würde."Namhafte Persönlichkeiten" seien bereits gewonnen, die die Finanzierung übernehmen würden. Mit Architekt Michael A. Landes, Architektin Zlatka Damjanova-Landes seien zudem bereits bekannte Architekten mit im Team. Es sollen an die 2000qm² BGF entstehen, die Stadt Frankfurt soll keinerlei Kosten zu tragen haben.




    PK:

    Ich hoffe sehr dass der Verein diese Angelegenheit ernst nimmt und auch die Familie Rothschild und die Stadt Frankfurt von Anfang an mit einbezieht. Für einen reinen PR-Stunt ist mir das Erbe diesen Ortes zu schade. Daher werde ich den Verein und seine Aktivitäten genau beobachten und hoffe dass es bald etwas positives zu berichten gibt. Der Anfang ist gemacht und es wäre eine fantastische Sache, wenn dieser Wiederaufbau tatsächlich gelingen könnte. Mir persönlich ist der Museale und Erinnerungsaspekt sehr wichtig, ebenso wie eine öffentliche Nutzung im EG, auch als ein evtl. Café als Ergänzung zum bisherigen Parkcafé süd-östlich vom Palais gelegen.

    Abschließen möchte ich dieses wichtige Thema mit einigen Aufnahmen aus dem Institut für Stadtgeschichte die ich dort vor ein paar jahren anfertigen durfte. Leichte Colorierungen stammen von mir, wenn nicht anders angegeben. Am Schluss gibt es meine Visualisierung des Palais aus südlicher Richtung zu sehen.



    Weitere Bilder:


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    Überblick über den Grüneburgpark und unzerstörtes Palais, rechts oben die Orangerie. Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt


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    Aufgang zur überdachten Ballustrade; Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama


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    Blick auf die Südseite und Wasserbecken. Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt


    Bild: https://abload.de/img/c3rljbp.jpg Bild: https://abload.de/img/c46skvu.jpg


    Beide Bilder (vergrößerbar): Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama


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    Südseite. Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama


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    Nach der Enteignung als Café. Blick über die Terrasse in den Park. Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama


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    Nordseite des Palais. Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama


    Bild: https://abload.de/img/c99gkrh.jpg Bild: https://abload.de/img/c917jk6k.jpg Bild: https://abload.de/img/c92scj1y.jpg


    Dreimal Südseite. Alle Bilder: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama


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    Vor der Enteignung. Marion von Goldschmidt-Rothschild Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama




    grundpanorama_daf_m_nw5kpt.jpg


    Eigene Visualisierung wie das Palais wieder aussehen könnte. Keine Garantie für absolute originale Korrektheit usw.; groß klickbar (echtes Original viel größer)

    Bild: Adama Bitte keine weitere Verwendung ohne vorherige Erlaubnis, Danke!




    Danke für die Aufmerksamkeit.



    Verweise:


    Verein Rotschild Palais im Grüneburgpark

    Ohne Rothschilds keine heutige Bankenmetropole

    Rothschild Archive

    Institut für Stadtgeschichte




















    512px-FFM_Grueneburg-Palais-Plakette.jpg

    FFM Grueneburg-Palais-Plakette

    Frank Behnsen, CC BY-SA 3.0 <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0>, via Wikimedia Commons




    Die eventuelle Rückkehr eines wunderbaren Gebäudes aus der Mitte des 19 Jahrhunderts, wichtig in seiner Bedeutung in der Frankfurter Stadtgeschichte, der damit verbundenen Familie Rothschild und welches im 2. Weltkrieg sehr stark zerstört wurde, kommt nun vielleicht näher. Denn im Juli diesen Jahres hat sich der Verein "Rothschild-Palais im Grüneburgpark" gegründet. Sein Ziel ist es, dass Palais wieder aufzubauen und einer modernen, teils öffentlichen Nutzung zuzuführen. Auch ich selbst habe mir seit über 10 Jahren gewünscht, dass dieses Gebäude wieder unsere Stadt bereichert.


    Das "Grüneburg-Palais" oder auch das "Grüneburg-Schlösschen"


    Zur Geschichte:


    Auch wenn das uns von Bildern bekannte Palais erst 1845 errichtet wurde, so beginnt die Geschichte des Areals viel früher.

    Das Gelände lag bis ins 18. und 19. Jahrhundert weit außerhalb der Frankfurter Stadtgrenzen. Aber bereits im Mittelalter bis zur frühen Neuzeit galt das fruchtbare Areal als beliebter Rückzugsort reicher Frankfurter Familien. Der Frankfurter Juwelenhändler Matthias Ries errichtete als erstes Gebäude auf dem Gelände (östlich des uns heute bekannten Palais), einen Gutshof mit 10 Hektar. Später, im Jahr 1789 erwarb der Bankier Peter Heinrich von Bethmann-Metzler den Gutshof und das Gelände, vergrösserte die Fläche um das Doppelte (dazu kaufte er den Großeltern Goethes 2 Obstfelder ab). Der Gutshof wurde zu einem grösseren und prächtigen Wohnhaus umgebaut und in "Grüne-Burg" umbenannt. Nach dem Tode Metzlers lebte dessen Tochter Sophie mit Ihrem Mann auf dem Hof, initiierte sogar einen literarischen Salon, zu dessen Gästen auch der wohl bekannteste Frankfuter Johann Wolfgang von Goethe zählte. Dieser äusserte sich so über das mittlerweile unter "Schloss Grüneburg" bekannte Gebäude (es handelt sich aber immer noch um die Gebäude östlich vom uns bekannten Palais):


    „Es liegt sehr angenehm, eine starke halbe Stunde vor der Stadt, vor dem Eschenheimer Tor, auf einer sanften Anhöhe, von der man vorwärts die Stadt und den ganzen Grund, worin sie liegt, und hinterwärts den Niddagrund bis an das Gebirge übersieht.“


    50 Jahre später, im Jahr 1837 erwarb das Anwesen der Bankier Amschel Mayer von Rothschild, inklusive der "Grünen Burg" von Metzler. Es sollte als Geschenk und neuer Wohnsitz für seinen Neffen Anselm Salomon und dessen Ehefrau dienen.

    Um das Jahr 1844/45 ließ das Ehepaar aber westlich der älteren vorhandenen Gebäude ein Palais, auffallend für eine für Frankfurt ungewöhnliche Architektur errichten. Es wurde: „Neue Palais an der Grünen Burg“ genannt; die Architekten Honoré Bellanger and Jacob von Essen entwarfen es im Stilmix eines typischen Loire Schlösschens der französischen Neorenaissance und des süditalienischen Barocks.

    Die älteren im Osten gelegenen Gebäude wie die "Grüne-Burg", deren Orangerie wurden zu Wirtschaftsgebäuden umfunktioniert.

    Der 1850 vor den Toren der Stadt (und Vorläufer des heutigen Grüneburgparks) angelegte Park wurde mit Weihern, Pavillons und Vogelvolliere ausgestattet.


    Dazu folgende Auszug eines Stadtplans von Friedrich Wilhelm Delkeskamp (1794–1872) aus dem Jahr 1864, rechts oben ist die alte "Grüne-Burg", links das neue Palais mit Park zu sehen, Bild vergrößerbar:


    h2_1864_delkeskampwsjmq.jpg


    So stellte sich das Äussere ungefähr in den Jahren 1845-51 dar (Blick von West nach Ost, Schmalseite):


    h1exkp9.jpg


    Bild: https://www.rothschildarchive.org/


    Ende 1870 ging das Grundstück in den Besitz Wilhelm Carl von Rothschild und seiner Frau über, der Park wurde in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt. 1880 wurden die alte "Grüne-Burg" und die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude abgerissen, der Park bis zur heutigen Miquelallee erweitert und ein etwa 20m hoher Wasser-, und Aussichtsturm errichtet.



    Nationalsozialistische Terrorherrschaft:


    Ende der 1920er Jahre bezog Albert von Goldschmidt-Rothschild (ein Enkel von Wilhelm Carl) und dessen Familie das Palais.

    Zu dieser Zeit begann die damalige Frankfurter Stadtverwaltung damit Privatparks in städtisches Eigentum umzuwandeln.

    In den 1930er Jahren zwang die mittlerweile nationalsozialistische Stadtverwaltung Frankfurts Wilhelm Carl von Rothschild zu einen sog. Umlegungsvertrag. Er sollte im Gegenzug zur Abtretung des Geländes andere Baugrundstücke in der Stadt erhalten. Dem war natürlich nie so. Weitere unerträgliche Repressalien folgten, sodass die Famile 1935 sogar Ihren Wohnsitz, das Palais, der "Stadtgemeinde" übereignen musste. Innerhalb weniger Jahre hatten es die Nazis geschafft, den kompletten Grundbesitz als auch den Wohnsitz der Familie auf perfide Art und Weise zu stehlen.

    Letztendlich emigrierte (bzw. floh) die Familie 1935, nach der Übereignung Ihres Wohnsitzes, in die Schweiz.

    Albert von Goldschmidt-Rothschild nahm sich dann 1940 das Leben.


    --->Mehr zur Famile Rothschild

    --->Repressalienbeispiel: der widerliche Film "Die Rothschilds" als Teil der antisemitischen Nazi-Propaganda


    1936 wurde der ehemals private Park in einen Eintrittsgeldpflichtigen öffentlichen umgewandelt. Im Palais Grüneburg eröffneten die Nazis ein Café.

    Das Café mit seinen Terrassen und erfreute sich außerordentlicher Beliebtheit bei der Frankfurter Bevölkerung. Schnell wurden die Enteignungen vergessen.


    Das Palais wurde dann im Jahr 1944, bei allierten Bombardements schwer beschädigt. Der neu gegründete Verein spricht sogar davon, dass ein bewusst gelegter Brand anstatt einer Bombe das Palais zerstört habe. Beweise wurden dafür nicht vorgelegt.


    Die US-Streitkräfte bezogen das I.G. Farben Haus (heutiges Hauptgebäude der Goethe Universität) und errichteten eine große Sperrzone. Die Ruine des Palais befanden sich innerhalb dieser.

    Nach dem Abzug der Truppen und der damit einhergehenden Aufhebung der Sperrzone wurden die Ruine des Palais, sowie die alte unbeschädigte Orangerie der alten "Grünen-Burg" abgerissen.


    1. Bild, vergrößerbar. Blick auf das I.G. Farbenhaus, links oben die Grüneburg Palais Ruine, links mittig alte Orangerier, 1946 US-Air Force


    sw21946lpk05.jpg


    2. Bild, Nahaufnahme der Ruine:

    c615vke0.jpg


    Bild: Institut für Stadtgeschichte, Frankfurt; Colorierung: Adama




    Heutige Situation:



    Nur in Stein gearbeitete Blumenkübel sind vom neuen Palais übrig sowie dessen Eiskeller in einem der erhaltenen Pförtnerhäuser.

    Eine große Blumenrabatte zeichnet den Grundriss des Palais nach.


    Bild: https://abload.de/img/rabatte5yjqf.jpg

    Bild: Google Maps


    An der Südseite der Rabatte steht zudem eine 5m hohe dunkle Tropenholz-Gedenksteele, vom Bildhauer Hans Steinbrenner. Die Steele selbst erregte die Gemüter oft negativ.

    Die Goldschmidt-Rothschild Tochter Luise Mauthner sagte noch wenige Jahre vor Ihrem Tod: "Ich möchte das scheußliche Ding da nicht haben".


    512px-Frankfurt_Gedenkstele_Gr%C3%BCneburgpark_mit_Fernsehturm_und_Rosenbeet.jpg

    Frankfurt Gedenkstele Grüneburgpark mit Fernsehturm und Rosenbeet

    Karsten11, Public domain, via Wikimedia Commons


    Übersichtspanorama aus Süden Richtung Steele und ehemalige Südseite des Palais:


    panoheuteklx7j47.jpg


    Bild: Adama