Beiträge von tegula

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    Ganz knapp hinweisen möchte ich aber auf das Bauvorhaben Heinrich-Schütz-Haus. In folgendem Bild sieht man es, wobei der Abriss des Hauses am Bildrand rechts, welches schon seit einigen Jahren leerstand, inzwischen abgeschlossen ist.

    Ich war vor einigen Tagen zufällig vor Ort und erstmals in Weißenfels, obwohl ich eigentlich 500 km entfernt wohne. Die Straße ist eine Großbaustelle, denn auch das Heinrich-Schütz-Haus selbst wird saniert und das Untergeschoss ist komplett zugehängt. Das Museum ist seit April 2026 bis ins Jahr 2029 geschlossen und wird komplett umgestaltet. Wenn ich es deinem Text richtig entnehme, wird der Neubau in das Konzept einbezogen.

    Du hast explizit nach unserer Meinung zu dem Neubau gefragt. Da bin ich noch unentschlossen. Mich stören an den Visualisierungen die sterilen, hellen Farben. Die Struktur der Wände würde aber eher auf einen Backsteinbau hinweisen. Insofern müsste man erst die Vollendung der Baumaßnahme abwarten. Ich halte den abgerissenen Altbau auch für akzeptabel, aber wahrscheinlich waren die Räumlichkeiten absolut ungeeignet für den Museumbetrieb,

    Die Stadt Bad Wimpfen im Kraichgau ist in gewisser Hinsicht ein Kuriosum, denn sie besteht bereits aus historischer Sicht aus zwei Ortsteilen: Wimpfen am Berg und Wimpfen im Tal, wobei letzterer im Ergebnis der ältere ist, auch wenn dies bei oberflächlicher Betrachtung zunächst gar nicht zu vermuten wäre. Die Stadt liegt unmittelbar am Neckar in der Höhe des Zuflusses der Jagst. Wie die Namen schon andeuten, ist der eine Stadtteil in den Auen des Neckartals angesiedelt, während der andere auf einem Bergsporn links des Flusses angelegt ist.

    In der Tallage existierte bereits Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. ein römisches Militärlager als Teil des Neckar-Odenwald-Limes. Der sich parallel entwickelnde Vicus (stadtähnliche Siedlung) bestand bis in die Mitte des 3. Jahrhunderts. Das Neckarbecken geriet danach zunächst in alemannischen und seit dem 6. Jahrhundert schließlich in fränkischen Besitz. Das Gebiet um Wimpfen wurde zum fränkischen Königs­gut und gelangte im 9. Jahrhundert unter Einfluss der Wormser Bischöfe. 965 erhielt Wimpfen durch eine Urkunde Kaiser Ottos I. Marktrecht. Um das Jahr 1000 wurde ein Ritterstift mit der Stiftskirche St. Peter gegründet. 1803 säkularisiert, bildet es bis heute den baulichen Mittelpunkt der sich fortan entwickelnden Talstadt.

    Die Wurzeln der westlich anschließenden Bergstadt liegen dagegen im Hochmittelalter. Im späten 12. Jahrhundert wurde auf dem Bergsporn über dem Neckar (Eulenberg) eine staufische Kaiserpfalz gegründet, deren erhaltene Bauten um 1200 zu datieren sind. Um diese entwickelte sich rasch eine städtische Siedlung, in der sich die Dominikaner niederließen. Ab Mitte des 14. Jahrhunderts ist Wimpfen als freie Reichsstadt belegt. Im 16. Jahrhundert war die Stadt eine Hochburg der Reformation. Mit ihrer dichten mittelalterlichen Bebauung und der in großen Teilen erhaltenen Stadtbefestigung verfügt die Bergstadt über eine Altstadt von hoher bauhistorischer Güte. Dies hat sie nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken, dass Wimpfen nach dem Dreißigjährigen Krieg sehr lange verarmt und von baulichen Veränderungen verschont blieb. Erst mit dem Beginn der Soleförderung im Jahre 1817 (Saline Ludwigshalle) und der damit einhergehenden Entwicklung zum Kurbad setzte wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung des Ortes ein.

    Zum historischen Stadtrundgang: https://www.zeilenabstand.net/kaiserpfalz-un…pfen-am-neckar/

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    Silhouette der Kaiserpfalz: Roter Turm, Pfalzkapelle, Palas, Steinhaus, Blauer Turm

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    Die Pfalzkapelle mit romanischem Langhaus und gotischem Chor

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    Arkaden im Obergeschoss des Palas der Pfalz

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    Barocke Fassade am Konventsgebäude des Spitals in der Langgasse

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    Ritterstiftskirche von Süden

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    Kreuzgang des Ritterstifts: Ostflügel und Nordflügel

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    Hauptstraße in der Bergstadt mit dem Giebelhaus des Gasthauses Adler und dem Bürgerspital ganz links

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    Klostergasse an der Einmündung der Schafgasse (links das Haus Schafgasse 2)

    Mir ist schon bewusst, dass es in der Nachkriegsarchitektur bis heute unterschiedliche Strömungen gibt. Ich bin aber vom Ansatzpunkt der Diskussion ausgegangen, der polarisierend klassische Architektur und "alles, was nach dem Krieg kam" gegenüberstellt. Für Letzteres verteufelt man in bestimmten Kreisen das Bauhaus und möchte die Zeit am liebsten zurückdrehen. Gegen diese vereinfachte Interpretation der Nachkriegsarchitektur richtet sich ja auch das obige Manifest, ohne es direkt anzusprechen.

    Kurzum: Ich habe das reduzierte Bild beibehalten, um in den Kategorien zu bleiben, die hier grundlegend waren für die Kritik am Bauhaus. Ob es ein dekonstruktivistischer oder ein brutalistischer Bau ist, der eine klassizistische Fassade verunstaltet, ist in dieser Diskussion zweitrangig. Ich habe alles unter Moderne subsummiert, auch wenn dies natürlich nicht sehr differenziert ist.

    Das möchte ich auch nicht in Abrede stellen. Natürlich gibt es Nachkriegsbauten von Qualität. Aber wie du selbst anmerkst, gehen diese in der Masse belangloser und teilweise zerstörerischer Nutzarchitektur fast unter. Unsere Stadtbilder sind doch eher von gesichtslosen Beton- und Glasbauten geprägt, als von den Höhepunkten, die du hier ansprichst. Am problematischsten sehe ich zahlreiche Versuche, die Moderne und klassische Architektur in Kontrast zueinander zu setzen. Ich denke da zum Beispiel an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden, das Libeskind in meinen Augen mit seinem Dekonstruktivismus die klassizistische Fassade des Bauwerks ad absurdum geführt hat.

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    Abgesehen von der aktuellen Tagespolitik hat das Bauhaus - das ja in dieser Form auch nur ein Label ist für verschiedenste Strömungen - enormen Schaden angerichtet, der trotz vieler Bemühungen um Aufarbeitung und Korrektur immer noch unsere Stadtbilder und das Leben darin negativ beeinflusst.

    Ich bin überzeugt, dass es ein Missverständnis ist, wenn man das Bauhaus für das Scheitern der Nachkriegsarchitektur in Deutschland verantwortlich macht. Das Bauhaus und die anderen Strömungen der Moderne in der Weimarer Republik sind im Kontext ihrer Zeit zu sehen, in der eine Verbesserung der Wohnverhältnisse eine wichtige soziale Aufgabe war. Dass dies allein aus Kosten- und Effizienzgründen nicht in überbordendem Historismus geschehen konnte, liegt auf der Hand. Auch die Jahre nach Kriegsende waren von der Notwendigkeit eines raschen Wohnraumausbaus gekennzeichnet. Was dann seit den 60ern folgte, ist die eigentliche Misere, hat aber mit Bauhaus nur bedingt etwas zu tun. Es ist nicht den führenden Köpfen der Schule anzulasten, dass es späteren Generationen von Architekten nicht gelungen ist, die Architektur so weiterzuentwickeln, dass sie passende und nachhaltige Antworten auf die Bedürfnisse unserer heutigen Gesellschaft geben konnte.

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    Ich zitiere gerne aus einem Artikel, den ich 2024 verfasste: https://www.zeilenabstand.net/das-bauhaus-al…-kulturpolitik/

    Am 15.10.24 stellte die AfD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt unter dem Titel „Irrweg der Moderne“ den Antrag (Drucksache 8/4681) zu einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Bauhaus. Zur Begründung des Antrags heißt es wörtlich:

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    • Historische Bausünden: Viele Gebäude im Bauhaus-Stil gelten heute als „Bausünden“, da ihre puristische Ästhetik und funktionale Reduktion oft nicht mit der Lebensqualität der Bewohner in Einklang gebracht wurden. Die Betonung auf Nüchternheit und Minimalismus führte häufig zu unpersönlicher Architektur, die als kalt, abweisend und unattraktiv wahrgenommen wird. Diese Kritikpunkte spiegeln sich bis heute in der Debatte über den Bauhaus-Stil wider, insbesondere in Bezug auf den sozialen Wohnungsbau und öffentliche Gebäude, die als „menschenfeindlich“ bezeichnet werden.
    • Fragwürdige Werte: Das Bauhaus propagierte eine universelle Ästhetik, die auf eine Vereinheitlichung von Kunst und Design abzielte. Dabei gingen individuelle und regionale Besonderheiten verloren. Die zugrunde liegenden Werte des Bauhauses, wie die radikale Vereinfachung und Funktionalisierung des Lebensumfeldes, widersprachen oft traditionellen und kulturell verankerten Vorstellungen von Wohn- und Lebensräumen. Diese pauschale Reduktion auf das Funktionale kann als Entfremdung des Menschen von seiner Umwelt gewertet werden.
    • Ideologische Hintergründe: Hinter der Bauhaus-Bewegung standen politische und gesellschaftliche Ideologien, die insbesondere während der Leitung von Hannes Meyer eine klare Nähe zum Kommunismus aufwiesen. Meyers Ausrichtung führte zu einer Politisierung der Architektur und der Bauhaus-Lehre, was sowohl damals als auch heute zu Kontroversen führt. Es stellt sich die Frage, inwieweit eine solche Ideologisierung von Kunst und Architektur langfristig negative gesellschaftliche Auswirkungen hatte und weiterhin haben könnte.
    • Globale Verwertung als Einheitsbrei: Die internationale Verbreitung des Bauhaus-Stils führte zu einer Art globalem „Einheitsbrei“, in dem lokale Identitäten und architektonische Traditionen zunehmend verdrängt wurden. Der Bauhaus-Stil entwickelte sich zu einem globalen Trend, der oft als uniform und austauschbar kritisiert wird. Dies führte zu einer Verwässerung regionaler Eigenheiten und einer Standardisierung von Architektur und Design, die der kulturellen Vielfalt abträglich ist.

    Bereits der Titel des Antrags Irrweg der Moderne – für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Bauhaus gibt die Schlagrichtung des Diskurses vor. Es geht um selektierende Kulturpolitik. Da überzeugt es wenig, wenn es einschränkend heißt, dass das Doppeljubiläum des Bauhauses in den kommenden Jahren als kunstgeschichtliches und historisches Phänomen zu würdigen sei, aber man eine „einseitige Glorifizierung“ ablehne.

    Die kritische Auseinandersetzung mit dem Bauhaus und einem Protagonisten findet in den vergangenen Jahren in erheblichem Maße statt und nimmt dabei auch unbequeme Aspekte in den Fokus. Eine dreiteilige Ausstellung Bauhaus und Nationalsozialismus widmete sich 2024 der komplexen Beziehung zwischen der Kunstgewerbeschule und dem NS-Staat und bricht damit mit gängigen einseitigen Klischees. Sie enthüllte zum Beispiel, dass von 1200 Studierenden immerhin 188 der NSDAP beitraten, einige sogar in SA und SS mitwirkten. So war der Bauhausschüler Fritz Ertl beteiligt am Bau des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Und die Bauhaus-Galionsfigur Ludwig Mies van der Rohe entwarf ebenfalls für das NS-Regime, wie ein druckfrisches Buchprojekt belegt. Wenn die Antragsteller nun ein „seriöses und kulturgeschichtliches Gesamtbild“ in Hinblick auf das Bauhaus einfordern, stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, was genau sie damit meinen.

    Es ist anachronistisch, die Architektur der frühen Moderne aus der Sicht des 21. Jahrhunderts zu verurteilen, wie es die AfD-Fraktion tut. Vielmehr sind die Rahmenbedingungen der Zwischenkriegszeit mit ihren vielschichtigen Krisen als Maßstab heranzuziehen. Das Bauhaus muss in seinem zeitgeschichtlichen Kontext betrachtet werden. Für die Zeit der Weimarer Republik war es im positiven Sinne revolutionär und zeigte Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen am Beginn der Moderne auf. Dies galt nicht nur für die Architektur, sondern umso mehr für das Design, speziell an Alltagsgegenständen von Möbeln über Wohnaccessoires bis zu Küchengeschirr, die bis heute nachwirken. Überhaupt war das Bauhaus keine Inselerscheinung, sondern ein herausragender Teil einer größeren Bewegung des Neuen Bauens und der Neuen Sachlichkeit.


    Die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora urteilte zudem:

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    Der Rassenideologe Paul Schultze-Naumburg, seit 1930 Hochschuldirektor in Weimar, verteufelte das Bauhaus als „undeutsch“. Die Stuttgarter Weißenhofsiedlung diffamierte er als „Araberdorf“. Seine völkische Sicht auf das Bauen will die AfD am Freitag im Landesparlament von Sachsen-Anhalt wieder aufleben lassen.

    Wie es zu dieser Einschätzung gekommen ist, bedarf einer längeren Einordnung, die ich hier nicht in Gänze zitieren möchte. Ich verweise diesbezüglich ebenfalls auf meinen obigen Artikel.

    Ich habe mich als Kunsthistoriker selbstredend eingetragen. Es ist beschämend, dass in Deutschland nach 90 Jahren Kunst und Kultur erneut befürchten müssen, als unerwünscht deklariert zu werden. Man muss die Architektur des Bauhauses nicht als schön und ästhetisch empfinden, um ihren Beitrag zu unserer Architekturgeschichte zu würdigen. Es gibt leider Architekturforen, in denen das leider ganz anders gesehen wird, was mich immer wieder entsetzt.

    Ich hatte vor rund einem Jahr die Gelegenheit, abends im Dunkeln für mehrere Stunden die Zeit in Frankfurts Innenstadt totzuschlagen. Dabei bin ich bewusst nicht die Touristenhotspots, die ich gut kenne, angeschritten. Ich habe noch nie eine deutsche Stadt erlebt, in der Elend und zur Schau gestellter Reichtum räumlich so eng beieinanderlagen. Ganze Straßenzüge wurden unfreiwillig von Obdachlosen zu einer Schlafstätte gemacht, während nur eine Straße weiter Pelzmäntel und Perlenketten getragen wurden. Die soziale Schere ist wohl kaum in einer Stadt deutlicher zu sehen als in Frankfurt. Letztlich hat das auch Auswirkungen auf die Architektur und Bausubstanz.

    Ich empfinde es aber als extrem diskriminierend, wie mein Vorredner abschätzig pauschal von "Gelump" redet. Nicht jeder hat sich seine prekäre Situation ausgesucht.

    Historischer Hintergrund

    Wolfenbüttel ist eine vergleichsweise junge Stadt. Zwar existierte hier an einer Furt der Oker bereits im 11. Jahrhundert eine Burg und eine Siedlung namens Wulferisbuttle, die 1118 erstmals genannt wird, aber bis diese unter den Welfen zu einer Residenz des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel werden konnte, sollte es bis ins Spätmittelalter dauern. Nach der Zerstörung durch den Schmalkaldischen Bund im Jahre 1542 folgten der Neubau der Wasserburg und der Ausbau zur Residenzstadt mit umfangreichem Fachwerkbestand, der bis heute überdauert hat.

    Wolfenbüttel gilt damit als erste nach Plan gebaute Renaissance-Stadt Deutschlands. 1570 erhielt der Ort Stadtrechte. Städtebaulich folgte der etwas älteren Heinrichstadt rund um Stadtmarkt und Marienkirche die im Osten anschließende Julius-Vorstadt. Die Trinitatiskirche am Holzmarkt kennzeichnet den Übergang beider Stadtbereiche. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erfolgte mit der Auguststadt die Erweiterung der Stadt nach Westen mit dem Baukomplex des Waisenhauses vor den Wallanlagen von Schloss und Stadt. Sie diente als Quartier für Handwerker und Soldaten. Zudem besitzt Wolfenbüttel eine lange militärische Tradition als Landesfestung und seit Anfang des 19. Jahrhunderts als Garnisonsstadt. In der Summe kann man festhalten, dass hier eine Residenzstadt aus der Frühzeit absolutistischer Herrschaft fast vollständig überdauert hat.

    Mit den Herzögen Heinrich II. (regierte 1514 bis 1568), Julius (regierte 1568 bis 1589) und schließlich Heinrich Julius (regierte 1589 bis 1614) ist eine politische und kulturelle Blütezeit Wolfenbüttels verbunden, die das Gesicht der Residenzstadt nachhaltig prägte. 1572 gründete Herzog Julius die Bibliotheca Julia, deren Bestände zunächst mit theologischen, juristischen und humanistischen Schriften besetzt waren. Der Ruf der Bibliothek geht aber vor allem auf Herzog August II. (regierte 1635 bis 1666) zurück, der als eifriger Handschriften- und Büchersammler in die Geschichte einging. Seither ist die Bibliothek als Bibliotheca Augusta bzw. besser als Herzog-August-Bibliothek bekannt. Im 17. Jahrhundert galt sie als die größte Bibliothek nördlich der Alpen und wurde als achtes Weltwunder bezeichnet. Als Bibliothekare waren unter anderem der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz und der Dichter Gotthold Ephraim Lessing tätig. Letzterem verdankt Wolfenbüttel seinen Beinamen als Lessingstadt.

    Architektonischer Stadtrundgang durch die Residenzstadt: https://www.zeilenabstand.net/die-lessingsta…ische-residenz/

    Galerie

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    Herzogliches Schloss am Schlossplatz

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    Hauptkirche Beatae Mariae Virginis

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    Hauptkirche Beatae Mariae Virginis: Chorraum mit Kanzel und Altar

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    Innenraum von St. Trinitatis

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    Zeughaus am Schlossplatz

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    Rathaus am Stadtmarkt

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    Die Kanzleistraße mit dem Kanzleigebäude rechts im Hintergrund gehört zu den repräsentativsten Straßenzügen in Wolfenbüttel

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    Bebauung am Kornmarkt mit dem stattlichen Eckhaus Stadtmarkt 14 aus dem 16. Jahrhundert

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    Bebauung am Holzmarkt

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    Haus Blankenfelde oder die Häuser am Jüdenmarkt sind sicherlich streitbarer, wenngleich sich auch dafür Vereine ausgesprochen haben.

    Das Haus wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen (wilhelminischer Bauboom). Unabhängig davon, dass die bescheidene barocke Fassade kaum für einen Leitbau genügen dürfte, bin ich ein entschiedener Gegner davon, beliebige historische Zustände von Stadträumen wie aus einem Bausatz neu entstehen zu lassen. Wenn rekonstruiert wird, so sollte man sich auf einen Bezugspunkt einigen, der vor den Kriegszerstörungen 1942 bis 1945 vorherrschte. Alles andere würde Architekturgeschichte negieren. Mir ist bewusst, dass strikte Rekonstruktionsgegner diese Argumente auf alle derartigen Vorhaben anwenden könnten. Der Zweite Weltkrieg ist aber die Urkatastrophe für unsere Architektur gewesen, und selbst die Denkmalpflege hat sich in den Wiederaufbaujahren eingestehen müssen, dass man in tausenden Fällen doch den Dogmatismus fallen lassen muss und wiedererrichtet, was verloren war. Ich will hier keine neue Diskussion über Sinn und Unsinn von Rekonstruktionen anstoßen, aber an diesem speziellen Beispiel möchte ich doch erläutern, wo bei mir die rote Linie bei Rekonstruktionsvorhaben liegt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Da finde ich die neue Altstadt in Frankfurt wesentlich besser, was nicht zuletzt an günstigeren historischen Orientierungspunkten und der Parzellierung liegt.

    Genau darin scheint der Unterschied zu liegen. In Frankfurt herrschte zum Zeitpunkt der Zerstörung noch eine mittelalterlich-frühneuzeitliche Bebauung und Stadtstruktur mit entsprechend wertvoller Bausubstanz vor. Beim Wiederaufbau stellte man daraus bedeutende Leitbauten voran und rekonstruierte auch die historische Stadtstruktur mit engen Gassen und Platzanalagen. Man möge mich berichtigen, aber ich glaube, eine solche Situation hat es Anfang der 1940er Jahre am Molkenmarkt nur noch bedingt gegeben. Entsprechend fehlen die Leitbauten, die man als Rekonstruktionen als Ankerpunkte der Wiederherstellung einsetzen könnte.

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    Das hätte man so oder ähnlich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut.

    Genau deshalb passt es ja so sehr zu Berlin. Berlin war in der Weimarer Republik auf einem kulturellen Höhepunkt, der bis heute nachwirkt. Was liegt da näher, als diese Reminiszenz hochzuhalten, wenn die Nachwendearchitektur wie am Potsdamer Platz nur gesichtlose Großstadtwüste hervorgebracht hat? Endlich geht man einen anderen Weg, der Wiedererkennungswert bekommen könnte. Mittelmäßige Allerweltsarchitektur sollte diesen zentralen Orte in Berlin nicht entwerten.

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    Gerichtsurteil: zur Villa Tolkewitzer Strasse 57 - die unrechtmäßig Sommer 2014 abgerissene Villa muss wiederaufgebaut werden.

    Der Mann mußte 1977 die DDR verlassen, betrieb später und bis vor Jahren eine kleine Firma in Darmstadt, Prozessbeobachter beschrieben ihn als jähzornig.

    Ich hatte damals über den widerrechtlichen Abriss berichtet und kurz darauf eine absurde Strafanzeige von Herrn K. am Hals. Seine Korrespondenz mit mir war nicht minder befremdlich und teilweise wirr. Die Strafanzeige ist selbstredend im Sande verlaufen. Das Urteil zum Wiederaufbau ist nun bereits 3 Jahre alt. Frage an diejenigen, die vor Ort sind: Wie sieht das Grundstück heute aus? Gibt es Entwicklungen, die hier bisher nicht bekannt sind?

    Ohne dass ich das Thema nun Off-Topic führen möchte, erlaube ich mir den Hinweis, dass es sogar noch behutsamer geht als in obigem Beispiel. Es gibt mittlerweile diverse Anbieter, die Solarziegel anbieten, die auch Anforderungen des Denkmalschutzes entsprechen können. Und da stehen wir sicher erst am Anfang der Entwicklung. Ein Beispiel: https://www.autarq.com/de-de/magazin/…kmalschutz-161/

    Historischer Hintergrund

    Hameln wurde erstmals im frühen 9. Jahrhundert bezeugt. Einer gräflichen Eigenkirche folgte weniger Jahrzehnte später unter Aufsicht der Reichsabtei Fulda ein Benediktinerkloster. Es stand am Ort der heutigen Münsterkirche und wurde im Laufe der Zeit in ein Kollegiatstift umgewandelt. Um 1200 ist Hameln erstmals als Stadt wahrnehmbar. Stiftsbezirk und Marktsiedlung wachsen in dieser Zeit zusammen. Im Verlauf der territorialpolitischen Auseinandersetzungen um Stadt und Stift gelingt Herzog Albrecht von Braunschweig der Erwerb der Vogtei über die Stadt Hameln. 1277 bestätigt dieser die städtischen Privilegien.

    Im 15. und 16. Jahrhundert war Hameln Mitglied der Hanse. 1540 wurde die Reformation eingeführt. Es setzte der wirtschaftliche Aufstieg der Stadt ein, der bis zum Dreißigjährigen Krieg anhielt. Diese Phase der Stadtgeschichte war architektonisch so prägend, dass Hameln heute als eine der wichtigsten Stätten der Weserrenaisance zu gelten hat. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Stadt zur welfischen Festung ausgebaut. Die Stadtbefestigung wurde 1808 auf Anweisung von Napoleon geschleift, sodass im heutigen Stadtbild nur noch zwei mittelalterliche Türme stehen (Haspelmathturm und Pulverturm). Die Umrisse der Altstadt, deren Dimensionen vergleichsweise bescheiden ausfallen, sind aber im Stadtgrundriss noch ausgesprochen markant ablesbar.

    Architektonischer Stadtrundgang durch die Weserrenaissance: https://www.zeilenabstand.net/weserrenaissan…erstadt-hameln/

    Galerie

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    Hochzeitshaus

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    Hochzeitshaus - Portal

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    Lesthaus

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    Leisthaus - Utlucht

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    Rattenfängerhaus

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    Dempterhaus

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    Stiftsherrenhaus

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    Stiftsherrenhaus - Schnitzereien

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    Wendenstraße

    Fritzlars Stadtgeschichte von Bonifatius bis Kurmainz

    Malerisch und weithin sichtbar thront die mittelalterliche Stadt Fritzlar mit ihren zahlreichen Türmen über dem nördlichen Steilufer der Eder. Die Geschichte der nordhessischen Stadt reicht dabei bis in die karolingische Zeit zurück. Bereits 723/24 ist Fritzlar als Missionsstützpunkt des heiligten Bonifatius bezeugt. Im unweit gelegenen Dorf Geismar ließ der angelsächsische Missionar laut Überlieferung die Donareiche, eines der wichtigsten germanischen Heiligtümer, fällen, um die Überlegenheit des christlichen Glaubens zu demonstrieren. Kurz darauf, um 732, erfolgte in Fritzlar die Gründung eines Klosters mit einer Petrus geweihten Kirche. Im Laufe des 8. Jahrhunderts entwickelt sich der Ort zum bedeutendsten geistigen und religiösen Zentrum in Nordhessen. Karl der Große erhob das Kloster zur Reichsabtei. Ebenso existierte in Fritzlar eine heute verschwundene Kaiserpfalz. Mehrere Reichs- und Fürstentage fanden hier statt. Um 1005 erfolgte die Umwandlung des Klosters in ein Kollegiatstift.

    Fritzlar besaß im Mittelalter aufgrund seiner Lage im Grenzgebiet zwischen fränkischer und sächsischer Herrschaft und später als erzbischöflich-mainzische Enklave in der Landgrafschaft Thüringen und anschließend in der Landgrafschaft Hessen stets eine Sonderstellung, die es in kriegerische Auseinandersetzungen zog. 1079 erlitt es im Streit des Kaisers Heinrich IV. und des Gegenkönigs Rudolf von Rheinfelden erhebliche Verwüstungen. Der Wiederaufbau mit großangelegtem Marktplatz nördlich des Stiftsbezirks und einer neuen Ummauerung erfolgte erst im Laufe des frühen 12. Jahrhunderts. Die Mainzer Bischöfe als Stadtherren förderten den Handel in der Stadt. Bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts entwickelte sich Fitzlar zur Kaufmannsstadt mit Stadtrecht, Ratverfassung, Marktzoll und Münzprägung. Eine bischöfliche Burg lag im Westen der Stadt. Im Osten siedelten sich 1237 die Franziskaner direkt an der Stadtmauer an und auch der Deutsche Orden besaß seit 1304 eine Kommende in der Stadt. Ab 1280 entstand südlich des Stiftsbezirks am Hang zur Eder die Neustadt mit eigener Stadtbefestigung.

    Da die Bedeutung Fritzlars in der Neuzeit zurückging, blieb die mittelalterliche Stadtstruktur mit Befestigungsanlagen trotz weiterer kriegerischer Auseinandersetzungen im Dreißigjährigen und Siebenjährigen Krieg weitgehend intakt. 1711 gründeten die Ursulinen in der Neustadt ein Kloster, das 1719 bezogen wurde. Die katholische Enklave Fritzlar gelangte 1803 im Zuge der Säkularisation im Reich an Kurhessen.

    Zum Stadtrundgang

    Galerie

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    Die erhöht über dem Tal der Eder liegende Stiftskirche (Dom)

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    Ostteile der Stiftskirche

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    Stiftkirche: Blick durch das Mittelschiff zum Chor

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    Marktplatz mit Rolandsbrunnen und dem Kaufhäuschen

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    Marktplatz von Fritzlar mit Blick nach Westen

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    Zwischen den Krämen: Gasse zwischen Domplatz und Markt mit dem Brüggemeierschen Haus (links)

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    Hochzeitshaus

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    Der Vier-Türme-Blick aus dem Edertal: Kanzel, Grauer Turm, Winterturm, Frauenturm

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    Würde man diese noch berücksichtigen, erhöht sich der Anteil um weitere 6-8%.

    Ich halte die offizielle Definition des Migrationshintergrundes für die Heranziehung von sehr vielen Schlussfolgerungen für nicht brauchbar. Das sehe ich bereits an meinem eigenen Beispiel: Ich sehe absolut mitteleuropäisch aus, habe einen Nachnamen, der kaum deutscher klingen kann, gelte aber offiziell als Einwohner mit Migrationshintergrund. Was soll das aussagen? In welche Schublade sollte ich gesteckt werden? Wir benötigen weitaus differenziertere Kriterien, wenn wir demografische Entwicklungen verstehen und daraus Strategien entwickeln wollen.

    Ist das jetzt nur eine Erklärung der KI oder hast du die Quellen, die sie dir nennt, auch geprüft? Denn nur dann ergibt der Einsatz der KI bei so einer Frage Sinn: zur Recherche.

    Abgesehen davon schien mir hier zuletzt die Frage im Raum zu stehen, warum die ursprünglichen Planungen schon mit 7 Jahren Bauzeit angesetzt waren, nicht warum es Verzögerungen gab. Zu den Gründen der langen Umsetzung kommt sicherlich noch dazu, dass auch die Ausstellung selbst konzipiert werden muss. In den meisten Fällen sollten diese Planungen aber parallel laufen können, denn es handelt sich ja dabei um gänzlich anderes Personal - es sei denn, dieses ist noch gar nicht eingestellt, weil es ein komplett neu aufzubauendes Museum ist.

    Natürlich, ich habe deine Bemerkung falsch zugeordnet. Und ja, bei solchen Videos aus der Retorte bzw. KI fehlt jegliche wissenschaftliche Korrektheit. Beim Durchzappen habe ich sogar barocke Architekturformen gesehen. Schöne neue Welt der KI! Daher:

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    Der Inhalt ist gut gemacht und die Optik wirkt realistisch.

    Nein, ganz und gar nicht.