Beiträge von Wikos

    ^


    Eine Bürgerbeteiligung wurde angekündigt (wann und wie auch immer). Das vom OB in Auftrag gegebene und jetzt vorliegende Konzeptpapier soll wahrscheinlich auch noch einmal eigene Leitgedanken der Stadt einbringen. Ansonsten möchte, laut der zurückliegenden Medienberichte, Kulturstaatsministerin Monika Grütters bis 2023 ein Gesamtkonzept für die Sanierung der Paulskirche, das Haus der Demokratie und eine Stiftung für Orte der deutschen Demokratiegeschichte in Frankfurt vorlegen.

    Die Stadt vernachlässigt weiterhin ihre Erhaltungspflicht beim Oberforsthaus. Von einem Notdach und anderen Sicherungsmaßnahmen ist weit und breit nichts zu sehen. Die FR schreibt von einer Fehlbesetzung des Frankfurter Denkmalamtes.

    Dann ist ja alles bestens. Dann ist der Ruf des Vereins "Mehr Demokratie" nach einer unabhängigen Ombudsstelle zur Prüfung der Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens ja völlig unnötig. Vielleicht habt Ihr auch noch auf folgende Fragen eine Antwort:

    1. Wie kommt die FAZ in den Besitz des Gutachtens, wenn offensichtlich ansonsten dieses noch nicht veröffentlicht wurde?

    2. Ist es ein Zufall, dass das Ergebnis erst nach der Kommunalwahl durchgesickert ist?

    Wenn es transparent, nachvollziehbar und demokratisch zugeht, kann man damit leben. Hier hat man allerdings eher den Verdacht, dass eine sowieso von den Stadtoberen nicht gewollte Abstimmung durch ein paar verwaltungsrechtliche Winkelzüge ausgehebelt wurde. Mit anderen Worten: Hier hat man der Demokratie einen Bärendienst erwiesen. Statt von der Stadt sollten Bürgerbegehren besser von einer unabhängigen Ombudsstelle geprüft werden.

    Habe diesen alten Thread wieder ausgegraben, weil ich mir mit Schrecken den im Bericht eingebundenen Fluchtlinienplan von 1956 näher angeschaut habe. Dieser wurde ja mit der Walter-Kolb-Straße 1963 quasi umgesetzt. tunnelklick wurde der Plan auch in der Elisabethenstraße umgesetzt? Mit anderen Worten: Ist die heutige, teilweise triste Bebauung gar kein Zerstörungswerk des Weltkriegs, sondern der Verkehrsplanung der sechziger Jahre geschuldet?

    Völlig richtig nothor - echte Rekonstruktionen gibt es nicht, alles sind Neubauten. Im Übrigen finde ich es sehr erschreckend, wenn die interviewte Architektin und Denkmalschützerin, die moderne Fassade des Pellerhauses als "schön" bezeichnet und damit offensichtlich die Bewahrung des Nachkriegsbaus ableitet. Der Erbauer der modernen Nachkriegsfassade würde bei solchen Worten wahrscheinlich beleidigt sein. Seine Fassade sollte nicht "schön", sondern im Sinne der Moderne in erster Linie funktional und nützlich sein. Schönheit ist für einen Nachkriegsbau die völlig falsche Kategorie und sollte nicht als Argumentation dienen - schon gar nicht von einer ausgebildeten Architekturhistorikerin.

    Eine Architektin und Denkmalpflegerin plädiert im SZ-Interview gegen eine Rekonstruktion der Fassade des Pellerhauses "...Das lehne ich natürlich ab - und zwar als Architektin und als Denkmalpflegerin. Das heutige Pellerhaus ist einfach ein sehr schönes Gebäude, um das es schade wäre." Das vollständige Interview ist hier zu finden.

    #1.435 Leider liegt beim Bauprojekt "Taurus" immer noch keine Visualisierung zum Börsenplatz 7-11 vor. Eingerahmt von qualitätsvollen, historischen Bauten - direkt gegenüber der Börse - kann man nur hoffen, dass dort eine angemessene Fassade präsentiert wird.

    Aus verschiedensten Gründen, scheint es mit einer Multifunktionsarena am Kaiserlei nicht zu klappen. Gegenvorschlag: Warum nicht auf dem Messegelände mit seiner guten Infrastruktur bauen? In der Postcoronazeit werden wir vermutlich geschrumpfte Präsenzmessen als hybride On- und Offlineveranstaltungen haben. Mit anderen Worten: Die riesigen Messegelände wird man zukünftig nicht mehr brauchen und auf dem frei gewordenen Platz könnte man die neue Multihalle verwirklichen.

    main1a In der Tat sind die Veranstaltungen zur Zukunft des Schauspielhauses zu begrüßen. Woran die geringe Teilnahme der Öffentlichkeit liegt? Man konnte als Bürger zwar Online Fragen stellen, doch diese wurden offensichtlich in einer größeren Anzahl nicht ans (sehr einseitig besetzte) Podium weitergegeben. Insbesondere unbequeme Fragen zur Rekonstruktion des Schauspielhauses wurden offensichtlich als nicht wichtig betrachtet. Wenn kein echter Dialog gewünscht ist, dann ist diese Veranstaltung leider eine Farce und von einer weiteren Teilnahme wird dann entsprechend Abstand genommen.

    Ich habe mir auch die Mühe gegeben und den Unterschriftensammlern zugehört. Ich habe nicht den Eindruck gewonnen, dass den Bürgern irgendwas vorgegaukelt wird, um zu unterschreiben. Im Gegenteil: Es wurden immer wieder Bilder von dem historischen Bau und von den noch vorhandenen Resten gezeigt. Mein Eindruck ist, dass die meisten Bürger nicht wussten, dass hinter der modernen Fassade noch ein historischer Kern steckt. Mit anderen Worten: Die Stadt hätte bei Ihren Planungen 1. Die Bürger mehr einbinden müssen - Stichwort "Bürgerbeteiligung" und 2. Nicht den historischen Kern unterschlagen dürfen. So fühlen sich die Bürger übergangen und unterschreiben alleine deshalb schon.

    By the way - auch ich habe nicht unterschrieben (weil ich in Frankfurt nicht gemeldet bin) und auch ich gehöre nicht der Initiative an. Ich könnte mir eine Fassadenreko an jetzigen Standort gut vorstellen (mit modernem Rückbau) + einen zweiten Standort für die Oper mit einem expressiven Bau. Mein Favorit bleibt dabei das Ostend.

    Nur wenige Stunden (oder waren es Minuten) nach der Verkündigung des Denkmalschutzes für das Foyer des Schauspielhauses, gibt es eine gemeinsame von Hartwig, Josef und Gunthersdorf getragene Entscheidung. Die FR schreibt "...Das heutige Wolkenfoyer ... soll in einen künftigen Neubau der Bühnen dort integriert werden. Das hat die Frankfurter Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) im Gespräch mit der FR angekündigt. Diese Haltung habe sie gemeinsam mit der städtischen Stabsstelle zur Zukunft der Bühnen und Planungsdezernent Mike Josef (SPD) entwickelt. "

    Außerdem stellt dem FR-Bericht folgend Michael Guntersdorf, der Leiter der Stabsstelle, zurzeit einen internationalen Architekturwettbewerb für einen weitgehenden Neubau der Bühnen vor. Er soll im Frühjahr 2021 ausgeschrieben werden.

    Vor einigen Wochen hatte das Stadtparlament erst den Abriss der Theateranlage beschlossen. Als politischer Laie hätte ich gedacht dass nun eine weittragende Entscheidung wie nun von Kulturdezernentin Hartwig verkündet, zunächst im Stadtparlament diskutiert wird und dort beschlossen wird. Auch die Ausschreibung für Frühjahr 2021 finde ich überraschend. Vor Kurzem verkündete Feldmann und andere Protagonisten noch, dass wegen Corona, alles erstmal auf Eis gelegt ist.

    Interessant ist, dass die ursprüngliche Mit-Unterschutzstellung des historischen Baus, nun völlig weggelassen wurde. 2016 hieß es im Zusammenhang mit dem Landesdenkmalpfleger Wionski noch: "Als weiteren denkmalwerten Bestandteil der Gesamtanlage stellte Konservator Wionski die baulichen Überreste des alten, 1902 eröffneten Schauspielhauses heraus, auf dessen Fundamenten die Theater-Doppelanlage errichtet worden war. Dazu zählten etwa zwei Treppenanlagen, die originalen Keller des Schauspielhauses mit Brandschutztüren aus dem Jahre 1903 mit zahlreichen baulichen Details. „All das ist denkmalwert.“ https://www.fr.de/frankfurt/op…utz-buehnen-11078160.html

    Mittlerweile sind alle Sitzelemente mit Müll gefüllt. Das Loch im Sitzelement wird wohl mit einem Mülleimer "verwechselt". Habe den Sitztest gemacht. Die fehlende Rückenlehne macht es unbequem. Zudem ist das Sitzelement zu tief - für sitzende Zwerge gemacht.