Alexanderplatz: Diverses

  • Ich habe heute durch Zufall auf der Seite von CSMM Architekten eine Planung ("Transformation und Erweiterung") für das ehemaligen ADN-Gebäude an der Mollstraße 1 gefunden:

    https://www.cs-mm.com/projekte/molls…iterung-bestand

    Soweit ich weiß wurde das Projekt ja schon vor nicht allzu langer Zeit im Baukollegium thematisiert und abgelehnt. Interessant ist jedoch, dass es nun neuere Visualisierungen zum Projekt gibt. Dies deutet für mich jedenfalls darauf hin, dass das Projekt nicht ganz tot sein kann.

  • Man muss gar nicht raten, da die Protokolle des Baukollegiums öffentlich einsehbar sind. Hier zur Mollstraße 1 unter dem 27.05.2024:

    https://www.berlin.de/sen/bauen/bauk…024-1609867.php

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von Baukollegium

    Der geplante Erhalt des Bestandsgebäudes an der Ecke Mollstraße/Karl-Liebknecht-Straße und die Errichtung von Wohnungen sowie einer Kita wird durch das Baukollegium befürwortet. Eine Aufstockung des Gebäudeteils an der Karl-Liebknecht-Straße ist möglich, um einen Blockrandschluss und ein Angleichen an die umgebenden Gebäudehöhen zu erreichen. Die Definition eines starken Hochpunktes an dieser Stelle würde dem Anspruch nicht genügen, mit dem Gebäude als sensiblem Vermittler zwischen der gründerzeitlich geprägten Spandauer Vorstadt und der verdichteten
    Hochhausbebauung rund um den Alexanderplatz zu wirken. Unter Berücksichtigung der insgesamt für den Block Alexanderstraße/Mollstraße formulierten Zielsetzung – Nachverdichtung mit acht Hochhäusern gem. überarbeitetem Masterplan (siehe Abschnitt Mollstraße/Alexanderstraße) – rät das
    Baukollegium deshalb von einer Aufstockung des Gebäudeteils entlang der Mollstraße auf eine Höhe von 82 m ausdrücklich ab. Es ist nicht beabsichtigt, durch Hinzufügen von Hochhäusern den Grundsatz der klar abfallenden Kante zwischen herausstehenden Hochpunkten und umgebender Blockrandbebauung aufzuweichen.

  • Ist einer der etwas besseren Vertreter am Alex und daher finde ich die Pläne recht klobig und wenig elegant. Ich hoffe, man arbeitet nochmal an den Entwürfen, wenn das jemals kommen sollte.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Man muss gar nicht raten, da die Protokolle des Baukollegiums öffentlich einsehbar sind. Hier zur Mollstraße 1 unter dem 27.05.2024:

    https://www.berlin.de/sen/bauen/bauk…024-1609867.php

    Entspricht ziemlich genau exakt dem was ich mir gedacht und zu umschreiben versucht hab. In dieser Umgebung von Höhenbegrenzung und Vermittlung zwischen Gründerzeit und Hochhäusern zu sprechen zeugt von Lügen, Verachtung oder Inkompetenz. Eventuell alles zusammen. Platteneinheitsbrei, lange Riegel, toter Raum, Riesige Straßen und Tote Erdgeschosses prägen die Gegend.

  • Ursprünglich sollte ja die Ecke Mollstraße/Karl-Liebknecht-Straße samt ADN-Gebäude abgerissen werden und näher an die Mollstraße heranrücken, auch an der Karl-Liebknecht-Straße wären zur Straßenkante des Hotel-Gebäudes "Die Welle" noch ein paar Meter Arrondierung möglich. Der Investor nahm von einem Abriss Abstand und teilte zugleich der ehemaligen Planung eine Absage, da er nur für das ADN-Gebäude sprechen kann, alle weiteren Gebäude des Blocks hätten unterschiedliche Eigentümer. Ein weiteres Argument (und für mich sehr überzeugend) des Investors war, dass man durch diesen neuen Hochpunkt ein (proportionales) Pendant zur Mercedes-Benz Bank (Königstadt-Karree) erschafft, da diese ja bisher (und auch künftig) ohne Bezug im Stadtraum steht.

    Das Urteil des Baukollegiums war (wie gewohnt) sinnfrei, denn man lobte ausdrücklich den Erhalt des ADN-Gebäudes, wollte aber von der ursprünglichen Planung den Block als Ganzes zu denken und näher an die Straßen heranzurücken nicht abweichen. Zudem wolle man keine weiteren Hochpunkte mehr schaffen, da die (gebauten und geplanten) Hochhäuser an der Alexanderstraße sonst gestört würden. Auf die Nachfrage des Investors wie dies zu verstehen sei antwortet Frau Kahlfeldt obligatorisch, dass man "im Gespräch bleibe".

    Nun wissen wir seit der Planung zum Wohn-Hochhaus an der Warschauer Straße, dass zumindest der aktuelle Senat die Wertungen des Baukollegiums nicht mehr unbedingt ernst nimmt. So hat es mich doch gewundert, dass auf der Seite von CSMM Architekten neue Visualisierungen aufgetaucht sind, anscheinend der Eigentümer gewechselt hat und im Planungszeitraum das aktuelle Jahr auftaucht. Vielleicht wird auch hier das Urteil des Baukollegiums umgangen?!

    Ich persönlich halte diese Planung für einen Glücksfall für diesen Bereich des Großraumplanung Alexanderplatz. Denn realistisch gesehen wird die Mollstraße als Verkehrsschneise in ihrer jetzigen Form unverändert bestehen bleiben. Dass Straßenland zu Bauland umfunktioniert wird wie ursprünglich geplant halte ich zudem für illusorisch, selbst beim Hampton by Hilton an der Ecke Otto-Braun-Straße hat das nun sehr halbherzig funktioniert. Darüber hinaus bin ich auch der Überzeugung, dass dem Hochhaus der Mercedes-Benz-Bank ein Pendant an der westlicheren Mollstraße gut tun würde. Und auch das Übergewicht der Westseite der Prenzlauer Allee (von Backfabrik bis Bötzow) könnte so südlich vom St. Nicolai/Marien-Friedhof aufgefangen werden. Nur wenn man das ADN-Gebäude schon erhält und ergänzt, dann bitte auch mit der Originalfassade wie in den ursprünglichen Visus.

  • Umbau Sockel Park Inn Hotel (Baufeld D2)

    Bei der 113. Baukollegiumssitzung wurden die Pläne für den Umbau des Park Inn-Sockels vorgestellt.

    Wie ich bereits vermutet habe, wird ein Teil des Sockels abgerissen um eine begrünte Gasse vom
    Alexanderplatz zur Alexanderstraße zu ermöglichen:

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    Der Sockel erhält zukünftig eine Fassade aus großformatigen Steinplatten in der Farbe sandfarben/beige.
    Die Architekten vom Architekturbüro AGL möchten die leichtere Glasfassade des Hochhauses mit einer schweren
    Steinfassade im Sockel kombinieren um einen Bezug zum Alexanderplatz herzustellen.

    Der Eingangsbereich des Hotels zur Alexanderstraße wird mehr betont:

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    Blick vom Alexanderplatz:

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    Bilder © AGL architekten | Senatsverwaltung Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

  • Das Baukollegium steht dem oben gezeigten Entwurf allerdings kritisch gegenüber:

    • Zwischen Baufeld D1 und D2 (Park Inn) soll eine Gasse entstehen, was die Ausbildung einer vierten Fassade erforderlich macht.
    • Der Sockel-Entwurf ist dem Baukollegium zu niedrig. Der Sockel soll mindestens 28m hoch werden.
    • Die Fassade mit den Trapezen korrespondiert dem Kollegium nicht ausreichend mit der Umgebung. Wenn auch die "Schwere" des Sockels begrüßt wurde, wurde angeraten, sich hier mehr an den anderen Gebäuden am Platz zu orientieren. Außerdem würde das Baukollegium zur Gestaltung des Sockels gern einen Wettbewerb sehen.
  • Mir gefällt der Entwurf.

    Sockelhöhe und Hochhaushöhe harmonieren besser als bei den beiden neuen Hochhäusern. Ich bin auch dagegen, durch einen höheren Sockel den Alexanderplatz noch weiter einzuengen und von den umliegenden Straßen abzuschließen. Etwas luftig darf's schon bleiben; eine durchgängige Traufhöhe wäre für mich Formalismus. Mut zur Vielfalt!

  • cardiac … nicht 100% aber aus anderen Gründen als angeführt. Hier zeigt sich besonders im Zusammenspiel mit dem projektierten Sockel und Turm des Baufelds D1 die Problematik. Da der Sockelbau des park Inn die selbe niedriegere Höhe wie der des Baufelds D1 aufweist. Zum Alexanderplatz hin zeigt sich dann auch die Schwäche des Entwurfs. Zu massiv im Material und anhand der geringeren Höhe nicht sehr geschmeidig im Zusammenspiel der vorhandenen Sockelbauten. Für sich genommen in Relation mit der Höhe des Turms des park inns passt die geringere Höhe des Sockels wieder besser als ein höherer.

    Vielleicht genügt es ja die Ecke des Sockels in Richtung Alex höher auszubilden. Dann kann auch der Sockel von D1 so niedrig bleiben weil er keine direkte Beziehung zum Alex hat und der Anschluss zum park inn Sockel passt trotzdem. Überhaupt würde es dem Platz viel besser tun wenn man die zum Alex hinweisende Ecke kappen würde und so ein repräsentative Ecksituation schaffen würde. Also Ecke hochziehen und kappen.

    Was die Materialität angeht, ich finde nicht, dass sie sehr mit dem Turm des park inn harmoniert.

  • Stimme dem Baukollegium bei der Sockelhöhe zu. So ist es zu niedrig und sieht im Vergleich zu den Nahbarn gedrungen aus. Die Trapezfassade in Stein finde ich hingegen gut, gerade weil es ein bisschen Abwechslung in die üblichen Rasterfassaden bringt.

  • Schön, dass die Pläne rum um das Park-Inn vorangetrieben werden. Die geplante Fassade halte ich allerdings für unharmonisch, nicht weil man die biedere Ästhetik des Park-Inn unbedingt fortführen muss - im Gegenteil ist vielleicht ein noch größerer Kontrast nötig. Aber ehrlich gesagt wird angesichts der niedrigen Qualität der umliegenden Bauten ein in die Umgebung passender und dennoch gelungener Entwurf ganz schön herausfordernd.

    Bezüglich der Höhe wird sich ein entwerferisches Dilemma ergeben: Die aktuelle Höhe sieht im Vergleich zu den benachbarten Sockelbauen seltsam aus. Eine Angleichung an die Nachbarbauten wird eine harmonische und großstädtische Platzkante ausbilden, dafür aber die Proportionen des Park-Inn negativ beeinflussen. Ich persönlich tendiere eher zum Votum des BK, dass die Platzkante einheitlich bleiben muss. Das Park-Inn hat bereits genug Rücksicht im Masterplan erhalten.

  • Der vorgeschlagene Sockel sieht aus wie ein Parkhaus. Ein Wettbewerb wäre wohl wirklich die richtige Entscheidung.

    Und in meinen Augen kann der Entwurf schon mit dem dem zuerst eingebrachte Design des Sockels nicht mithalten – die Treppe, die Begrünung, die Rundungen – das sah mE wesentlich stimmiger und moderner aus.

  • Wenn man den Sockel von 22,50 m (wenn ich das richtig lese) um einen Stockwerk erhöhen würde und das Ding ca. 28 m hätte, was das Baukollegium als Mindesthöhe veranschlagte, wäre das möglicherweise ein guter Kompromiss: Der krasse Unterschied zu den anderen Sockelbauten wäre weg, ohne dass durch einen zu hohen Sockel das ParkInn an Eleganz verlöre.

    (Alternativ könnte das ParkInn mit Leichtbauweise nach oben gestreckt werden und der Sockel entsprechend höher sein, aber eine einheitliche Traufhöhe der Sockel wäre, da gebe ich Tinus recht, vermutlich langweiliger.)

    Interessant übrigens, dass das Kollegium eine größere Höhe anmahnt. Normalerweise ist es ja umgekehrt, die Bauträger wollen ja zumeist das Maximum an Fläche herausholen.

  • Der Sockel ist wie dargestellt komplett am Thema vorbei.
    Skurriler Weise wirkt es auf mich, als fehlt dem Sockel der Sockel 😉, 2 gläserne Geschosse runtergeschoben (und 4 auf Park Inn als Krone rauf) - fertig.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Der krasse Unterschied zu den anderen Sockelbauten wäre weg, ohne dass durch einen zu hohen Sockel das ParkInn an Eleganz verlöre.

    Finde auch, das wäre die einfachste Lösung. Bin zwar Freund eines einheitlichen Blockrand-Alex', kann mich aber auch mit Tinus Meinung anfreunden, dass ein wenig Abwechslung nicht schlecht ist. Jedenfalls ist die alte Planung vom Tisch, den Sockel so flach zu lassen, wie er ist, und ihn nur durch eine Rampe zu ergänzen. Das ist schon mal was wert.

    Die Fassade gefällt mir eigentlich nicht schlecht – jedenfalls ein Riesensprung zum Status Quo. Und die Idee, zwei Geschosse offen zu lassen, um eine Art Atrium zu schaffen, ist zumindest mal was neues. Das geht aber auch, wenn man noch ein Stockwerk draufsetzt.

    Was gar nicht geht: Der einheitliche Sockel mit D1. Zum einen, weil so ein ewig langer Sockel schlicht langweilig wäre. Vor allem aber, weil D1gemeinsam mit dem Galeria-Anbau die Raumkante zur Liebknecht-Straße bilden wird. Und da würde so ein Höhenunterschied von bis zu 14 Metern grauslich wirken.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Jedenfalls ist die alte Planung vom Tisch, den Sockel so flach zu lassen, wie er ist, und ihn nur durch eine Rampe zu ergänzen. Das ist schon mal was wert.

    Dass die etwas murxige Vor-Planung von Sauerbruch Hutton für D1/D2 vom Tisch ist kann man gar nicht hoch genug loben! Dazu kommt, dass man die Setzung des Hochhauses D1 wie von mir schon hier im Forum einmal gehofft parallel zur Karl-Liebknecht-Straße mit Spitze zur Alexanderstraße ausgerichtet. So ist das Park Inn besser zwischen Berlinian und 030BLN proportional eingebunden.

    Gewünscht hätte ich mir aber auch eine Überarbeitung der Hochhaus-Fassade des Park Inns, das entgegen der Aussagen im Baukollegium nicht in den 90ern eine neue Fassade erhielt, sondern Mitte der 2000er. Wenn man das Hochhaus schon erhält und soviel von Wahrzeichen spricht, dann hätte ich mir die Originalfassade vor der Glasoptik gewünscht. Dies hätte in Verbindung mit einem schweren Sockel und der Materialität des 030BLN nebenan eine ganz eigene Wirkung, eine mehr dem Genius Loci annähernde erzeugt.

  • Bezüglich der Fassade des neuen Sockelbereichs bin ich noch unentschlossen, ob ich das gut oder schlecht finde. Auf jeden Fall bin ich aber froh, dass sich da überhaupt was tut. Ich freue mich, dass die Lücke zwischen Coviviotower und Hotelsockel kommt, möglichst begrünt (hoffe die Feuerwehr hat nichts dagegen).

    Der Höhenunterschied zu den anderen Sockelbauten erscheint mir auch zu viel, da sollte noch mindestens eine weitere Etage oben drauf. Wenn nicht durchgängig, dann zumindest an der Ecke zum Alexanderplatz. Da wäre eine Höhe analog zur Galeria auch unschädlich für die Sichteinschränkung der unteren Hotelzimmer.

    Einen durchgehenden Sockel für D1 und D2 lehne ich wie manch anderer hier ab. Zwischen Hotel und anvisiertem neuen Hochhaus an der Liebknechtstraße muss zwingend auch eine bauliche Lücke geschaffen werden. Bei dieser Gelegenheit könnte die gläserne Hotelfassade optisch an dieser neuen, westlichen Front bis zum Erdgeschoss durchgezogen werden und würde dadurch ähnlich wie der Coviviotower zur Alexanderstraße wirken.