Beiträge von Wolke Eins

    Nochmal ein Blick von der Kreuzung Marienburger stadtauswärts: Hier zeigt sich die ziemlich absurde Straßenaufteilung nochmal sehr gut...

    Ich frage mich tatsächlich, wieso die Straßenbahn hier nicht auf dem Grünstreifen zwischen den Baumreihen fährt.

    Das würde außen Platz schaffen für breite Radstreifen und Lieferzonen...


    Übrigens Dexter: bitte jedes Bild nur 1-fach einstellen ;)

    Planen: Die Planungsleistung für derartige Vorhaben wird europaweit ausgeschrieben. An Planungskapazitäten fehlt es ganz sicher nicht. Es gibt mehr als genug Tunnelbau/ Tiefbauunternehmen, Architekten, Tiefbauingenieure etc. die schon mit den Hufen scharren.

    Da ich selbst in einem Ingenieurbüro arbeite, kann ich zumindest bestätigen, dass wir uns über solche Planungsaufträge sehr freuen würden. Allerdings kämpfen auch wir mit dem großen Fachkräftemangel auf diesem Gebiet, Ingenieure wachsen leider nicht auf den Bäumen...


    Aber mit dem externen Planen ist es ja nicht erledigt. Alles was geplant wird, muss dann auch durch die entsprechenden Abteilungen, Referate und Gremien des öffentlichen Auftraggebers und da fehlen ebenfalls Fachkräfte bzw. sind in anderen Planungen gebunden.

    Nein, das letzte Argument, an dem es scheitert, ist das Geld.

    Sehe ich anders, sorry.

    Warum hat sich denn der Ausbau der Dresdner Bahn so lange hingezogen? Weil die Anwohner wegen Lärmschutz geklagt hatten. Warum? Weil die Bahn daran gespart hatte. Und warum? Wegen Geld!

    Warum ist noch immer kein Haltepunkt Perleberger Brücke bestellt? Wegen Geld!

    Warum ist die Fußgängerbrücke am umbenannten Bahnhof Johannisthal noch nicht saniert? Wegen Geld!

    Warum stehen am Ostkreuz die Reisenden am unteren Regionalbahnsteig im Regen? Weil Berlin keine Überdachung bestellt hat. Errate den Grund!


    Es scheitert immer auch am Geld!!

    Ich frage mich schon seit langem, wieso das U-Bahn-Netz nicht kontinuierlich erweitert wird, und zwar unabhängig von der politischen Couleur der gerade Regierenden. So würden nach und nach Ergänzungen im Netz oder neue Strecken entstehen. Selbst wenn das dann Jahrzehnte dauert, wäre dann irgendwo immer eine Neueröffnung, ein Spatenstich oder eine Tunnelbohrung. Gleichzeitig muss aber auch die Straßenbahn ausgebaut werden und der Busverkehr erweitert werden. Und natürlich die S-Bahn. Alles nebeneinander und nicht gegeneinander.

    Und wer soll das alles bezahlen?? Wer soll das planen?


    Das ist ja meines Wissens der Grund dafür, dass RRG derzeit das Hauptaugenmerk auf die Straßenbahn legt, weil die - wenn auch nicht wirklich billig - so doch billiger als die U-Bahn zu haben ist. Es gibt nunmal begrenzte Ressourcen sowohl bei der Planung als auch bei der Finanzierung, da muss man Prioritäten setzen.


    Und wenn stattdessen nun eine U10 geplant würde, blieben zwangsläufig die Planungen für die Straßenbahn liegen. Und da gibt es eine Menge Leute, die das nicht wollen - ich zum Beispiel ;)

    "Wir wollen, dass das schneller geht als 30 Jahre", meint der Kollege der SPD auf die Kritik von Grünen und Linken bezüglich der Planungs- und Bauzeit hin.

    Das kann man wollen, aber es scheint wohl nicht nur mir unrealistisch wenn man sieht, dass die aktuelle Koalition es ja noch nicht einmal schafft, lumpige hundert Meter Straßenbahn in der Sonntagsstraße durchzusetzen.

    Die SPD sagt, man solle das mal realistisch betrachten. Aber wie sieht denn die Realität aus? Unsere Gesetze machen es doch im Grunde unmöglich, heutzutage solche Projekte noch mittelfristig durchzukriegen. Das ist pures Wahlkampfgetöse!

    Ich meine Georges Henri so verstanden zu haben, dass er statt des B-Hub-Ausläufers mit Technikaufbauten in der Sichtachse der Straße lieber einen markanten Hochpunkt oder anderweitigen Blickfang gehabt hätte, richtig? Und das sehe ich auch so.

    Letztes Foto macht es für mich mal wieder sehr deutlich, dass dem Schlossplatz die östliche Einfassung fehlt. Derzeit läuft die Platzfläche ungehindert Richtung MEF aus. So kommt doch kein Platzfeeling auf.


    Wenn schon das MEF nicht komplett bebaut werden wird, so würde ich zumindest eine Randbebauung befürworten, die dem Schlossplatz seine östliche Einfassung wiedergibt in Anlehnung an den Vorkriegszustand:


    https://heinzalbers.org/picture-beralt0003.jpg

    Quelle: heinzalbers.org


    Mod: Geurlt. Bitte kein Hotlinking.

    Deckt sich der gebaute Zustand noch irgendwie mit den Visualisierungen??

    Insbesondere die umlaufenden, breiten weißen Horizontalbänder zwischen den Glasfronten scheinen zumindest in dieser plastischen Form doch nicht überall zu kommen, oder? Zumal die Gerüste auch schon an diversen Stellen abgebaut wurden, was auf Bauabschluss hinweist...

    ^ U Pankstraße zum Beispiel, aber um bei der U5 zu bleiben, haben wir da noch U Bundestag, U Unter den Linden und U Alexanderplatz.

    Ich meinte ein anderes Beispiel als die neuen U5-Stationen!


    Aber welche Erfahrungen hat man bisher am U-Bahnhof Pankstraße mit offenen Rolltreppen gemacht?

    Ich bin vor allem mal gespannt, wie lange die Rolltreppen durchhalten, da sie ja den Wetterunbillen völlig ungeschützt ausgeliefert sind.

    Mir fällt partout keine andere Stelle in der Stadt ein, wo Rolltreppen so im Freien stehen wie bei der U5-Verlängerung. Kennt jemand von euch ein anderes Beispiel, wo sowas funktioniert?

    ^ Mit den Straßennamen war ich da auch ein wenig durcheinandergeraten, sorry ;)


    Aber wenn der gesamte Verkehr künftig über das Nordufer geführt wird und die Tegeler Straße von Norden und Süden her jeweils eine Sackgasse ist, frage ich mich, wieso die beiden EÜ der Ringbahn und der ICE-Nordkurve in dieser Form neugebaut wurden. Da wäre es wohl sinnvoller gewesen, die Norduferverlegung als Erstes zu errichten und die Tegeler Straße frühzeitig zu unterbrechen. Dann hätte man sich damals diese beiden EÜ-Bauwerke komplett sparen können und stattdessen den Bahndamm durchgezogen. Krasser Fall von Fehlplanung und Geldverschwendung in meinen Augen! Es sei denn, es gab triftige Gründe, die Norduferverlegung erst zum jetzigen Zeitpunkt zu verwirklichen. Kennt jemand Gründe dafür?

    Das hieße dann, die Brücke wäre am besten ähnlich ihrer heutigen Breite neu zu bauen. Später, wenn sich veränderndes Aufkommen als gegeben offenbart, redet man dann über eine neue Verteilung der Verkehrsflächen den neuen Realitäten entsprechend. Sprich, in der heutigen Dimension wären 3 Spuren pro Richtung für den MIV möglich, welche im Laufe der Zeit auf ihr angemessenes Maß reduziert würden. Eine von vorne rein schmalere Breite entsprechend dem politischen Ziel, den MIV merklich zu reduzieren, wäre nach deutschem Regelwerk also nicht möglich? Dann gehört dieses Regelwerk sofort abgeschafft bzw. der heutigen Zeit angepasst. Oder zumindest sauberer formuliert, sodass schwammige Aussagen wie "prognostiziertem Verkehr" (steht das so wortwörtlich im Regelwerk?) präzisiert werden.

    Leider ist das Regelwerk so, ja. Mir persönlich wäre eine schmale Brücke mit Bebauung auch lieber aus städtebaulicher Sicht.


    Kurzer Ausflug in meine Planungspraxis: Wenn wir Straßen neu- oder umplanen, gehört dazu immer auch eine verkehrstechnische Untersuchung. Es wird also ermittelt, was fährt momentan über das umliegende Straßennetz und was wird in 20 bis 30 Jahren prognostiziert über das dann entstandene Straßennetz fahren. Nach einer Neubau- oder Umbaumaßnahme darf sich die Qualität des Verkehrsablaufs gemäß Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen (HBS) gegenüber der Bestandsqualität nicht verschlechtern! Und im HBS sind in den Tabellen der anzusetzenden Verkehrsentwicklung immer positive Faktoren angesetzt, es wird also von einem immer mehr wachsenden Verkehr ausgegangen. Und daran sind wir als Planer gebunden! Anderenfalls senkt jede Fördermittelbehörde den Daumen, wenn es um die anteilige Finanzierung der Baumaßnahme geht.


    Im konkreten Fall könnte das bedeuten, dass man auch bei einer schmalen Mühlendammbrücke durchaus eine akzeptable Verkehrsqualität auf diesem Streckenabschnitt hingerechnet bekommt, allerdings auf Kosten einer Verschlechterung im umliegenden Straßennetz durch Verkehrsverlagerung. Und spätestens dadurch wird es im Genehmigungsprozess kritisch. Denn dann stehen die Anlieger dieser Nachbarstraßen auf der Matte und haben gute Chancen, die Maßnahme in dieser Form zu verhindern. Und vor diesem Dilemma steht offensichtlich auch die Verkehrssenatorin.


    An diesem Ort eine städtebaulich ansprechende Lösung zu finden, kann demnach erst der zweite Schritt sein. Der erste Schritt ist eine Reduzierung des Kfz-Verkehrs durch andere als bauliche Maßnahmen: also Verkehrsumlegung durch massive ÖPNV-Attraktivitätssteigerung, MIV-Beschränkung durch City-Maut oder sonstige politische Maßnahmen. Das muss man dann aber auch wollen und durchsetzen können.

    S21-Anbindung an die Ringbahn am Nordufer

    Jetzt geht es endlich dem Kopfsteinpflaster der alten Straße Nordufer an den Kragen. Das Planum über die alte Straße wird angelegt:


    s21nordufer01.jpg

    Sehe ich das richtig, dass die S-Bahn-Trasse künftig auf der alten Straßenhöhe hier entlangfahren wird und damit die Nordstraße dauerhaft unterbricht?


    Wer fährt dann künftig unter der noch recht neuen EÜ der Ringbahn hindurch??

    Allerdings hat dieser Kompromiss nicht nur Befürworter. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Oliver Friederici, warnt davor, die Mühlendammbrücke zu einem "Nadelöhr der Zukunft" zu machen.

    Und da drehen wir uns alle mal wieder im Kreis: die einen wollen die Brücke stark verschmälern und dadurch den Autoverkehr so unattraktiv machen, dass dieser abnimmt. Die anderen wollen den Verkehrkollaps verhindern und fordern eine Brücke nahezu alter Breite. Es ist das wohlbekannte Henne-Ei-Problem...


    Aus meiner beruflichen Praxis kann ich zumindest beitragen, dass wir als Straßenplaner durch unser Regelwerk verpflichtet (!) sind, die Straßeninfrastruktur so zu bemessen, dass sie dem prognostizierten Verkehr genügt. Wenn also irgendjemand in der Lage ist, für das Jahr 2040 auf der Mühlendammbrücke eine gegenüber den aktuellen 70.000 Kfz/24h deutlich verringerte Verkehrsbelegung zu prognostizieren, dann sollte einer schmalen Brücke nichts im Wege stehen. Wenn!

    Ich denke eher, es wäre sinnvoller, die alte Gertraudenbrücke in ihrer Breite von 22 m zu belassen und auf ihr lediglich Gehweg, Radstreifen, 2 Kfz-Spuren und die Straßenbahngleise unterzubringen. Die restlichen 2 Fahrspuren und Radstreifen und Gehweg könnten dann auf eine neue, danebenliegende, schmale Brücke verlegt werden. Dafür könnte dieses Ungetüm von Autobahnbrücke verschwinden. Die Linienführung aus der Skizze von Spandauer unterstütze ich.

    natürlich kann kein grundstückseigentümer gezwungen werden, wohnungen zu bauen. da hast du recht 💁🏼‍♂️ aber durch gewisse anreize kann man seine entscheidungen so beeinflussen, dass es für ihn wirtschaftlich sinnvoll bleibt, gleichzeitig städtebaulich sinn macht und wohnungen geschaffen werden

    Es gibt durchaus Möglichkeiten, die Grundstückseigentümer in eine gewünschte Richtung zu drängen. Das Zauberwort lautet: Bebauungsplan ;)

    ... dieser übergroße großmäulerische Styroporkarton.

    Wenn ich mir mal nur einen Teilaspekt deiner Kritik herausziehen darf: Was genau bezweckst du mit deiner Verächtlichmachung des Gebäudes als "Styroporkarton"? Wie sollte bzw. könnte denn ein solches Gebäude sonst die Energieeinsparverordnung und andere Vorschriften erfüllen, wenn nicht mit einer Wärmedämmung draußen dran? Wie stellst du dir die bessere, ansprechende und energetisch regelkonforme Fassade vor? Nur mal so als Frage...

    Finde ich herrlich! So kann Neubau aussehen. Würde mich mal interessieren, wieviele Euro pro Quadratmeter das jetzt mehr gekostet hat als diese langweiligen 0815-Kisten ohne Gestaltungsanspruch, die sonst so gebaut werden. Bin echt ein wenig neidisch auf jene Mitbürger, die das nötige Kleingeld für solch eine ETW haben...