Beiträge von cardiac

    Ich glaube auch nicht an den Bedarf für so viele Hochhäuser in absehbarer Zeit, aber man sollte auch bedenken dass in den letzten 30 Jahren hauptsächlich Baulücken gefüllt wurden. Das neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. "Radikalere" Lösungen wie größere Satellitenstädte am Rand, Bebauung des Tempelhofer Felds und auch mehr Hochhäuser sollten nicht länger weder als Tabu noch als pipe dream gelten.

    Ist eigentlich schon bekannt an welchem Gleis die S15 am Gesundbrunnen halten wird? Der jetzt schon sehr dichte Takt der Ringbahn und auch der S1/2/25 lässt vermutlich keinen zusätzlichen "Endhalt" zu, wird es also einen neuen S-Bahn Bahnsteig geben?

    Der Thai-Markt ist eines der wirklich coolen Dinge die Berlin so zu bieten hat. Eine temporäre Umsiedlung ist wohl unumgänglich (?), aber hier muss dafür gesorgt werden dass diese nicht zum schleichenden Ende des Marktes führt.

    Halte auch den Ausbau der U-Bahn im "äußeren inneren Bereich" für sinnvoller als irgendwo in der Peripherie (abgesehn von der Verlängerung der U7 bis zum BER). Das U-Bahn-Netz Berlins ist gut, aber eben immer noch nicht vollständig. Der erwähnte Ausbau der U5 jenseits des HBF durch Moabit gehört dazu, ebenso die Fortführung der U9 von Osloer Straße bis nach Pankow bzw. Pankow Kirche (falls die U2 bis dahin verlängert würde, was ich nicht so wichtig finde, da es sich hier um nur eine Station handelt die auch schon mit 3 Tram-Linien von S+U Pankow kommend bedient wird) und der Lückenschluss der U1 bis mindestens Adenauerplatz oder gar bis zur Ringbahn. Die Fortführung der U-Bahn über Warschauer Str. hinaus hat man sich ja nun im wahrsten Sinne des Wortes verbaut.

    Es ist mal abgesehen von der Architektur sowieso ein absoluter Irrwitz, dass neben einem "Einkaufszentrum", welches in Wahrheit bereits ein riesiges Parkhaus mit Shoppingabteilung ist, direkt nochmal ein Parkhaus steht (mit dem Dritten im Bunde, dem Grand Parkhaus, haben wir nun quasi ein kleines "Parkhauscluster"), nur damit wir unsere privaten Fahrmaschinen mitten in der Stadt irgendwo abstellen können. Scheinbar gibt es doch noch zu viel Platz in den Städten. Vermutlich auch die Konsequenz aus der kleinteiligen Entwicklung des Areals über Jahrzehnte hinweg.

    "Sozial-liberal" ist für mich vor allem eine politische Konstellation der 1970er-Jahre, die zeitlich und inhaltlich vor der neoliberalen Wende der FDP und später (vielleicht vorübergehend) auch der SPD lag. Es ist ja kein Zufall, dass beim Thema "sozialer Liberalismus" immer noch Leute zitiert werden, die – wie Gerhard Baum – inzwischen stramm auf die 90 zugehen. Elder Statesmen, die einer leider fast ausgestorbenen Denkschule angehören.


    Die Kombination von "sozial" und "liberal" bringt hier im Forum derzeit Forderungen wie den Abriss günstiger Wohnungen in Mitte hervor – schließlich gebe es davon nicht genug für alle, also seien deren Bewohner "privilegiert" und es sei nur sozial gerecht, wenn es gar keine mehr gebe. Gerecht ist nur der Markt – so könnte man diese Haltung zusammenfassen. Ich wünschte, bei der FDP würden auch wieder andere Stimmen laut. Das halte ich aber unter Leuten wie Lindner und Czaja für ausgeschlossen.


    Das ist ja schön für dich, wenn du Sozialliberalismus so definierst. Anders würde ich es von dir auch nicht erwarten. Ich geb ja zu, dass der sozialliberale Teil der FDP sehr geschwächt ist (und ich daher immer mit leichten Bauchweh mein Kreuz bei dieser Partei mache), deshalb sind auch Parteien wie die Piraten und Volt entstanden. Aber von einer halbtoten politischen Strömung zu sprechen ist schon frech, in meinem privaten Umfeld sind fast alle sozialliberal (im Gegensatz zu "Linksliberalen" nach Wagenknecht) und wünschen sich wieder eine progressive Politik, bei der das Beste aus individueller Freiheit, Eigenverantwortung, Förderung und Wertschätzung von Unternehmertum etc mit einem starken und effizienten Staat kombiniert wird, der überall da eingreift, wo Marktkräfte versagen und es zu sozialen oder auch ökologischen Schieflagen kommt (Bildung, Gesundheit, Wohnungsmarkt, Arbeitnehmer/geber-Beziehungen usw).


    Im Idealfall kann das mit einer Ampel gelingen.

    Als Mitglied der Minderheit in Deutschland die sich Sozialliberale nennen (omg ja, sowas gibts!), der sich schon für den Bund eine Ampel gewünscht hat als diese noch niemand für eine realistische Option hielt, fände ich es natürlich auch für Berlin eine gute Lösung. Allerdings ist mir auch bewusst, wie sehr sich vor allem Grüne in Berlin gegenüber den Grünen im Bund unterscheiden, und dass eine Zusammenarbeit mit der FDP in Berlin echt nicht so einfach würde. Allerdings bin ich mir auch sicher, dass das grüne Wählerklientel in Berlin 100% nicht so links ist wie die Partei selbst. Man muss sich doch nur anschauen wo Grün erfolgreich war, und man weiß ganz genau welchem sozialen Milieu die Wähler angehören.

    Auf dem Papier, rein von der Ausrichtung her, fände ich schon dass eine ökologisch-sozial-liberale Koalition das richtige für Berlin und die künftige Entwicklung dieser Stadt sein könnte, aber letztendlich wird Politik von Personen gemacht und da... seh ich so schwarz dass es eigentlich völlig egal ist wer Berlin "regiert".

    Erst wird etwas ausgeschrieben, dann wird jahrelang daran rumgebastelt, dann landet er in den internen Schubladen der Auftraggeber und die basteln weiter dran rum. Wieso malen die nicht selbst gleich ein paar Kindergarten-Begegnungszentrum-Hochhäuser mit begrünten Fassaden, Sozialpenthäusern und Fahrradstellplätzen auf dem Dach auf die Karte von Frankfurt?

    Also wenn man das mal mit den Luftbildern des aktuellen Zustands vergleicht, sieht man, dass da eigentlich so gut wie gar nichts "gestaltet" wurde. 10 neue Bäume und paar Wege mit einer zentralen Rasenfläche. Durch die Betonung des Grüns auf der Visualisierung wirkt es so, als wäre das alles neu und jetzt alles ganz toll grün und so. Sorry, aber sowas zeichnet man in 5 Minuten ohne groß nachzudenken. Der Siegerentwurf an sich auch nichts schlimmes, aber manchmal frag ich mich echt wofür man hier überhaupt langwierige Wettbewerbe veranstaltet.

    Also ich bin gespannt auf die Überarbeitung, aber ich kann überhaupt rein gar nichts mit dem Siegerentwurf anfangen. Was soll das sein? So baut man vielleicht in den 00er Jahren auf der grünen Wiese, aber doch nicht mitten in Berlin in den 2020ern? Das ist pure Platzverschwendung, und der Grünraum wird nicht mal als solcher wahrgenommen werden können, weil er völlig zerfasert ist. Man man man, dazu noch der Vorwurf der gewissen Nähe zum Baukollegium und der Eindruck von piefigen Vetternschaften in der Berliner Politik/Verwaltung ist echt schwer abzuschütteln.

    Blockrand, Gastro&Gewerbe in den Erdgeschossen an der Hauptstraße/Achse, fertig ist's. Es könnte so einfach sein, aber nein, man muss ja tausend Jahre diskutieren und tolle Konzepte erarbeiten die gar nicht toller sind als das was wir alle kennen und lieben. Mich nervt sowas langsam irgendwie.