Beiträge von cardiac

    Blockrand, Gastro&Gewerbe in den Erdgeschossen an der Hauptstraße/Achse, fertig ist's. Es könnte so einfach sein, aber nein, man muss ja tausend Jahre diskutieren und tolle Konzepte erarbeiten die gar nicht toller sind als das was wir alle kennen und lieben. Mich nervt sowas langsam irgendwie.

    Ich denke auch, dass u.a. vor allem daran liegt, was eigentlich mittlerweile jedem aufgefallen sein muss: Die Baulücken sind fast alle verschwunden. Berlin ist dichter geworden, als Investitionen im "Flachbau" gibt's bald nur noch Abriss&Neubau oder Aufstockung. Bin gespannt wo die Reise künftig hingeht. Wird Berlin doch noch in die Fläche wachsen? Oder gibt es nach der Fertigstellung von den Gebäuden, die aktuell in Planung oder im Bau sind, einen Hochhausboom?

    HelloFresh macht soweit ich weiß mittlerweile Gewinn, und der Umsatz ist auch dank Corona explodiert. Außerdem ist es einer der seltenen Fälle, wo ein deutsches Startup einen Markt erschaffen hat und sich noch vor internationaler Konkurrenz in mehreren Märkten etablieren konnte. Das ist selten, sind es doch meist US-Unternehmen die sich am schnellsten internationalisieren und Mitbewerber, gedeckt durch den riesigen Heimatmarkt, verdrängen. Sogar der größte Konkurrent (Marley Spoon) kommt ebenfalls aus Deutschland. Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht. Vermutlich wird einer der großen üblichen Verdächtigen (Amazon z.B.) entweder durch M&A oder schlicht Verdrängung aber den Markt früher oder später übernehmen. Wie unbedeutend der deutsche Markt als Heimatmarkt ist, erkennt man aber auch schön am Beispiel von Delivery Hero. Mit das größte Unternehmen seiner Art auf der Welt, aber nicht mehr im Heimatmarkt aktiv. Wenn deutsche Startups nicht sehr zügig in Europa oder international expandieren, kann man sie eigentlich direkt wieder abschreiben. Da es in Deutschland leider immer noch vergleichbar schwer ist, an genügend Kapital in dieser kritischen Anfangsphase zu kommen, sind die paar erfolgreichen Startups aus Berlin schon fast ein Wunder.

    Verantwortlich für diesen Hochhaus-freundlichen Kurswechsel ist .... Frau Lüscher. Der Artikel stammt von Juli 2019. Von diesem Verzicht auf Höhenbeschränkungen war mir bisher nichts bekannt. Ich halte diese Sache für erwähnenswert, da Frau Lüscher durch die Entwicklungen im Fall Signa & Kudamm als Hochhaus-Bremserin gilt.

    Berlinier hat es schon ausgeführt, aber ich muss nochmal betonen wie absolut irre es ist, Lüscher in dem Fall einen hochhausfreundichen Kurswechsel zu attestieren. Die neuen Pläne sind Ü60m-Verhinderungspläne schlechthin, das weiß auch Lüscher, und jeder der es mitgetragen hat. Und es ist beabsichtigt.


    Übrigens regt mich diese Sexismus-Debatte um Lüscher echt auf. Kaum gibt es Kritik an einer Frau, holt irgendwer den Sexismus-Knüppel raus. Es ist mir und hoffentlich den meisten anderen sowas von egal welches Geschlecht oder welche Geschlechtsidentität diese Person hat. In Frankfurt regt man sich auch über Mike Josef auf, und der hat soweit ich weiß einen Penis und identifiziert sich auch mit dem männlichen Geschlecht.

    Regula Lüscher ist hier vielen ein Dorn im Auge, da sie oft gegensätzliche Positionen zu den meisten Forenmitgliedern einnimmt, und darüber hinaus diese oftmals schlicht nicht begründet. Sie muss sich irgendwie ja auch vor niemanden wirklich rechtfertigen. Was für eine unglaubliche "Macht" sie hat, liegt nicht an ihrer Person, sondern an dem Amt. Und dieser wird sie m.E. nicht gerecht, da gerade, wenn man so viel Einfluss auf die Entwicklung des Stadtbildes hat, muss man ständig im Detail erklären und rechtfertigen wieso man so oder so handelt/entscheidet. Und das tut sie eben meist nicht. Daher macht es oft den Eindruck sie verfüge nicht über ausreichend Kompetenz, sondern entscheide nur gerade so wie sie es persönlich will/schön findet. Ich habe mir ein, zweimal diese öffentlichen Baukollegssitzungen angeschaut. Ich fand ihr ganzes Verhalten gegenüber den Architekten und Bauherren teilweise unerträglich; wie so eine Königin die ihre Untertanen zu einer Audienz empfängt und so tut, als würde sie ihnen zuhören. Aber egal. Ich hoffe wirklich, dass sie bald weg ist und der/die NachfolgerIn einen besseren Job macht.

    Richtig. Ich glaube so gut wie niemand nimmt den Leipziger Platz als einen Platz war; schlicht weil er keiner ist. Es ist eine stark befahrene Straße mit zwei seltsamen Rasenflächen auf beiden Seiten bis zur seltsam-weit-entfernten Bebauung. Das einzig platzige am Leipziger Platz ist in der Beschreibung dieser Stadtfläche: Platzverschwendung.

    Schon ein bisschen süß ein derartiges Projekt (Abriss einer Fabrikhalle und Neubebauung mit sechs Geschossen) zu einem der größten Bauprojekte Europas hochzustilisieren. Trotzdem natürlich gute Nachrichten für Berlin bzw. die Gegend.

    Das war ja auch so gedacht. Nun war es aber so, dass das Einkaufszentrum quasi Jahre vor allem anderen fertig war. Aber man baut hier ja auch Stadtviertel auf der Wiese und fängt erst danach an die U-Bahn zu buddeln. ;)

    Die neue Fassade gefällt mir im Detail sehr gut, ich kann mir vorstellen dass diese besonders aus der Nähe wirklich was hermachen wird. Was mir nicht so gut gefällt ist dass die Fassade aus der Ferne nun weniger vertikal wirkt, das fand ich vorher gerade in Verbindung mit und im Kontrast zum Sockelbau interessanter. Insgesamt hoffe ich, dass Farbgebung, Reflexionen in den Lisenen (wie von Frau Houtton angesprochen) und Plastizität auch in der Realität midestens genauso gut rüberkommen wie auf den Renderings.


    P.S.: Ich hab mir tatsächlich gestern die ganze Sitzung des Baukollegiums angeschaut (bzw nebenbei laufen lassen) und finde den Grad von Transparenz gegenüber der interessierten Öffentlichkeit wirklich super. Über Meinungen kann man sich natürlich immer streiten, aber dass wir das auf diesem Level überhaupt können, ist wirklich absolut lobenswert.

    Es ging um Prioritätssetzung. Berlinier hat sich die Mühe gemacht nachzuschauen ob man aus dem beruflichen/akademischen Hintergrund der Linken-Abgeordneten ableiten könnte wie die Linke als Berliner Regierungspartei Prioritäten setzt. Eine These die Nahe liegt, leben wir doch ALLE in unserer eigenen speziellen Bubble. Dass Politiker generell nicht die Gesellschaft abbilden und daher deren Meinungen, Erfahrungen, Lebensrealitäten etc sich erheblich vom Bevölkerungsschitt und auch eben jedem einzelnen Bürger an sich unterscheiden, ist ja nichts neues.


    Ob das Ergebnis seiner Recherche jetzt irgendwas erklärt... nunja, ich bin ehrlich gesagt überrascht dass es nicht noch "klischeehafter" ausgefallen ist. Also für mich nicht wirklich. ;)

    Also mal halb lang. Der Lockdown war zum damaligen Zeitpunkt richtig und wichtig und hat heftigste Auswirkungen auf die Wirtschaft. Aber es geht ja wieder Bergauf und selbst bei einer zweiten Welle würde man ganz anders handeln, durch neue Erkenntnisse, bessere Vorbereitung, bessere Behandlungsmöglichkeiten etc pp. Jetzt hier einen auf Weltuntergang machen hilft sicherlich nicht weiter. Mal abgesehen davon dass Krisen und heftige Abschwünge unserem Wirtschaftssystem immanent sind und wir eine fast beispiellose Zeit des Wachstums erlebt haben, besonders Berlin (der Auslöser ist erstmal egal).


    P.S.: Ich als Selbstständiger hatte übrigens einen Auftragseinbruch von 100%, man kann mir also nicht Unbetroffenheit vorwerfen.

    Wie so oft bei Wettbewerben ist der 2. Platz mein persönlicher Favorit. Grundriss und abgerundete Ecken machen etwas her, sind für Frankfurt neu und fügen sich gut in den Bestand ein. Mit dem Sieger kann ich leben, bringt er mit seinem Abschluss auch etwas neues nach Frankfurt, ist abgesehen von der Farbigkeit der Fassade aber eher langweilig. Die restlichen Entwürfe lassen sich wohl am besten mit dem Gähn-Emoji zusammenfassen. Kennt man schon, hat man schon gesehen, langweilig, immer das gleiche. Ich weiß nicht ob die Architekturstudios krampfhaft versuchen eine studioeigene Architektursprache beizubehalten oder ob es wirklich einfach nur recycelte Entwürfe mit möglichst geringem Aufwand sind (was ja anhand der Tatsache, dass man parallel bei etlichen Wettbewerben teilnimmt und immer nur einen Bruchteil gewinnt auch ökonomischen Sinn macht). Trotzdem ist man es irgendwie Leid immer den selben Müll (sorry), der anderswo auch nicht funktioniert, zu sehen.

    Ich finde es ganz gut wenn Politikern (besonders im linken Spektrum) ab und an mal aufgezeigt wird, dass Unternehmen mehr sind als gierige Investoren, sondern eben auch Arbeitgeber, Akteure des öffentlichen Raumes und Dienstleister. Ich finde das Verhalten des Senats auf fast allen Ebenen in wirtschaftlichen und städtebaulichen Aspekten absolut katastrophal, und das hat noch nicht mal unbedingt was mit links und rechts zu tun.

    Heidewitzka, wenn das nicht mal die Definition von "Verbauen" ist. Mir fällt da wirklich kaum mehr was ein, außer was bereits schon gesagt wurde. Und das alles für ein paar Eidechsen, die sich auch ganz alleine neue Habitate suchen würden.

    Man hätte hier zwischen Autobahnen im Westen und Norden und Bahntrasse im Süden mit dem Rebstockpark als Zentrum einen wunderbaren, zentrumsnahen, perfekt an den ÖPNV angeschlossenen Stadtteil errichten können. Stattdessen presst man eine Hand voll Pseudo-Blockrand-Blöcke zwischen Steinwüste und Kleingartenöde, und Mittelzentrum-Stadtrand-Mief ist auch sichergestellt durch Carglass und Co.

    Ergänzend: Weltweit sind es mittlerweile über 10.000 Menschen, die mit und am Covid-19 Virus gestorben sind. Einer in Berlin, 95 Jahre mit schweren Grunderkrankungen.


    Bei einer Grippewelle sterben in Deutschland (nicht weltweit) 20.000 Menschen.

    Und würde man SARS-Cov-2 einfach weiterlaufen lassen, wie man es bei Influenza-Viren ja tut, kannst du bei den 20.000 nochmal ein bis zwei Nullen dranhängen. Und genau das ist der Unterschied. Aber ich denke mittlerweile sollte es auch dem letzten klar geworden sein, dass dieser Virus durch die Kombination von leichter Übertragung und einer hohen Rate von schweren Krankheitsverläufen eben deutlich gefährlicher als saisonale Influenza-Viren ist.

    Es gibt auch keine Gründe dagegen, außer ideologischen. Man könnte argumentieren, dass es Baukapazitäten bindet, die sonst für den bezahlbaren Wohnraum genutzt werden könnten, oder dass Luxuswohnhochhäuser durch ihre Strahlkraft die Mieten der umliegenden Wohnungen erhöhen, aber Zahlen die das belegen würden gibt es meines Wissens nach nicht.

    Mir erschließt sich ein Verbot jedenfalls auch nicht. Selbst wenn der positive Effekt ("Druck vom Markt nehmen") nur marginal ist, ist er immer noch besser als gar nichts, und rechtfertigt kein Verbot. Ich bin der Meinung, dass es eine unglaubliche Chance für die Verdichtung und das Wachstum deutscher Städte ist, dass sich Reiche nun auch freiwillig stapeln lassen anstatt ganze Stadtteile zu gentrifizieren. Aber das Typen wie Josef dagegen sind zeigt wie unglaublich verkorkst und von Ideologie und symbolischer Klientelpolitik bestimmt unsere Politik ist. Ich wäre wieder mehr für ergebnisorientierte Politik, und wenn mir jemand nachweisen kann dass Gebäude wie das Grand dem Frankfurter Wohnungsmarkt mehr schaden als nutzen, dann bin ich ggf. für ein Verbot zu haben, aber auch nur dann.