Beiträge von cardiac

    Jetzt tut doch bitte nicht so. Die Ängste ergaben sich aus dem Wahlprogramm der Linken und den Äußerungen vereinzelter Mitglieder, da war nichts aus der Luft gegriffen (mal abgesehen von den üblichen Ergüssen von Arty Deco und so). Dass das Sondierungspapier jetzt zahmer ausfällt war zu erwarten.

    Ich sehe das ähnlich. Ich bin absolut kein Fan der Linken, besonders nicht vom Berliner Landesverband und halte viele ihrer Forderungen für absoluten Schwachsinn. Auch finde ich es bedenklich, wie sehr sie doch Wähler mobilisieren konnten mit ihrem populistischen Bullshit. Aber ich glaube auch, dass sollte es jetzt zu Kenia kommen (dagegen hätte ich nichts, die Koalition hat genauso eine Mehrheit wie RGR und darum gehts), wird die Linke genauso weitermachen und bei der nächsten Wahl, ob nun regulär oder vorgezogen, wesentlich stärker abschneiden würde, und dann möglicherweise nur noch die Grünen als Partner braucht, die in Berlin an der Basis ähnlich radikal drauf sind (im Sinne sich von der Realität verabschieden haben) wie die Linken.

    Ein Rendezvous mit der Realität tut der Linken bestimmt ganz gut, vielleicht verabschiedet sich ein großer Teil der neuen radikaleren Mitglieder direkt wieder. Und in der Zeit kann sich die CDU mal dem Thema Wohnen annehmen, und hoffentlich mal mit vernünftigen Konzepten Wahlkampf machen. Die Rezepte der linken Seite des politischen Spektrums werden imho nicht funktionieren, und ich kann kaum drauf warten dass deren Wähler es sehen. Und so Sachen Abbau der Polizei, Abschaffung des VS und Co. kommen eh nicht durch mit der SPD. Abgesehen von dieser etwas zynischen Denkweise, denke ich dass diese Regierung auch tatsächlich etwas gutes hätte: Ich finde es gut, dass mit Eralp jemand mit Migrationshintergrund Berlin regieren wird. Vielleicht kann das integrierend/identitätsstiftend wirken und Teile der Bevölkerung Berlins, die ich in den letzten Jahren abdriften sehe, wieder einsammeln bevor Schlimmeres passiert.

    Ich persönlich kann mich leider auch überhaupt nicht mit dem Abschluss anfreunden. Den Bruch im Raster finde ich weniger schlimm, da er kaum auffällt, wenn man nicht gerade darauf achtet. Schlimm aber finde ich die Dachterrasse. Diese Lösung gefällt mir überhaupt nicht. Hier wäre es mir lieber gewesen, die Grundfläche auf den beiden oberen Geschossen gleichmäßig gen Kern einzuziehen und eine um das gesamte Gebäude laufende überdachte Terrasse zu haben, quasi ein Staffelgeschoss mit Attika. Das wäre dann eine klassische Krone, und es würde nicht so aussehen als hätte man an einer Stelle vergessen die Fenster einzusetzen. Es wird wirklich deutlich, dass das ein afterthought bzw eine Kompromisslösung war.

    Großzügig vom Nordeingang des Hauptbahnhofs gemessen gibt einem Google Maps 1,5km und 23 Minuten Fußweg aus. Da kann man nochmal mindestens 2 Minuten dazurechnen im Bahnhofsgebäude selbst. Was auf der Website steht ist natürlich Marketing. Das ist wirklich schon eine lange Strecke, dazu noch eine wenig schöne, die ich nicht täglich zweimal laufen will. Machbar? Ja, aber alles andere als komfortabel. Aber es gibt ja die beiden von mir genannten alternativen S/U-Bahnhöfe + die Buslinien.

    Da muss man sich nicht groß fragen, es ist virtue signaling in Reinform für eine gewisse Wählergruppe, die in Berlin recht zahlreich ist. Sieht man ja auch gut an den Ergebnissen. Da kann man jetzt in den Sondierungen/Verhandlungen natürlich nicht so tun als wäre es einem kein wichtiges Anliegen ohne genau diese Wähler zu vergrätzen. Egal was man von der Linken politisch hält, so kann man doch sagen, dass sie mit Abstand die populistische aller Parteien aktuell ist (über mehrere Themenfelder), noch vor der AfD (deren populistische Themen ziehen in Berlin ja nicht so gut). Parteien dürfen populistisch sein, aber das geht halt nur so lange bis man in Regierungsverantwortung kommt. Dann klopft die Realität (Verfassung, Budgets, Koaltionspartner etc) an die Tür.

    Also ich wage zu behaupten, dass die Hölle los wäre (absolut zu recht!), wenn die CDU mit der AfD koalieren wollen würde, und der AfD bzw deren Spitzenkandidaten vergleichbares vorgeworfen/nachgewiesen werden kann wie aktuell der Linken (Enteignung, Abschaffungs des Verfassungsschutzes, Kürzung der Polizei, ungeklärte Kontakte zur organisierten Kriminalität, deutliche Antisemitismustendenzen, Mitgliedschaft des Bürgermeisterkandidaten in einem Verein der rechtsextremen Straftätern hilft usw).. Dass hier nachwievor von Kampagnen gegen die Linke gesprochen wird ist echt nicht mehr auszuhalten.

    Abgesehen davon finde ich, dass der schwarzrote Senat in der begrenzten Zeit gar nicht sooo schlecht performed hat. Wenn der jetzt so bleibt und durch Grün ergänzt wird, korrigieren die vllt auch die teilweise idiotische Verkehrspolitik der CDU. Persönlich fänd ich das gar nicht so schlecht bzw würde diesem Bündnis auf jeden Fall eine Chance geben wollen.

    Der Stein schon, aber die Fenster halt nicht. Je nach Tönung, aber auch mit neutralem Glas, wird es fertig einen völlig anderen Eindruck haben, und vor allem die Leichtigkeit verlieren, die im Rendering sicherlich genauso gewollt ist. Aber man kennt es ja.

    Ein kurzer Realitätscheck mit Gemini (wie ironisch):

    Gemini-Generated-Image-iqyoziqyoziqyozi.jpg

    KI-generiertes Bild mit Google Gemini.

    Erstens kann Warschaus Skyline sehr wohl mithalten und dürfte wohl für die meisten mittlerweile imposanter sein als die von Berlin (die wieder aufgebaute Altstadt mit der Hochhaus-Skyline im Hintergrund ist extremst ikonisch, imho), zweitens haben Deutsche nicht nur Teile Warschaus zerstört, sondern so ziemlich die ganze Stadt und andere Gräultaten dort begangen. Und wenn man fehlende ikonische Gebäude in Warschau anführt, dann sollte man als Deutscher hier doch etwas mehr Sensibilität zeigen, sorry.

    ^ Mir will es beim besten Willen einfach nicht in den Kopf wieso man bei Hochhäusern die Höhe anderer Hochhäuser in der Nähe zum Maßstab macht. Das ist sowas von bescheuert und bei den Haaren herbeigezogen, mich macht das nur noch fassungslos. Ja, natürlich sollte sich ein Hochhaus in seine Umgebung einfügen, deshalb machen wir ja den ganzen Trara. Aber das heißt doch nicht, dass es exakt genauso hoch sein muss. Sowas wie eine Hochhaustraufhöhe gibt es nicht und macht auch keinen Sinn. Aber vielleicht ist die Sozialisierung mit den immer gleich hohen Plattenbautürmchen bei einigen im Kollegium einfach zu stark, ich kann's mir sonst nicht erklären.


    Zum Entwurf selbst: Ja, sowas war zu erwarten. Besser als nichts, aber wieder mal verschenktes Potenzial. Aber vermutlich kann man froh, dass hier nach der ganzen Misere mit dem Voreigentümer überhaupt noch etwas passiert auf dem Grundstück.