Beiträge von Camondo

    Hier kann man eigentlich nur noch künstlerisch mit schön gestalteten eventuell geschmiedeten Brüstungen gegensteuern. Warum nicht in jeder Nische ein barocker Schwung oder umgekehrt oben ein schöner Baldachin, ein- und ausklappbar. Oder etwas mit transparenten Kunsstoffelementen über die gesamte Fassade verteilt. Normalerweise werden solche Aufträge Repräsentanzen und Botschaften betreffend den besten Künstlern des Herkunftlandes erteilt. Eine Botschaft ist die Visitenkarte eines Landes und sollte von etwaigen, vorhanden Gestaltungssatzungen ausgenommen sein.

    Ist doch völlig klar, dass es woanders in Wien ok oder ggf. sogar noch ziemlich cool ist, in Berlin aber mindestens eine Katastrophe und ein Totalversagen. Haben ja eh alle viel besseren Geschmack und auch die besseren Konzepte usw.


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    nicht Totalversagen, soweit würde ich nicht gehen wollen.

    Aber ....

    ich als alter Gestalter finde es schon sehr betrüblich bis ärgerlich, dass Berlin, das sich immer gerne im Zentrum des Design-Geschehens sieht, die deutsche Kreativ-Metropole schlechthin, anscheinend ausser Stande ist eine eigene Stadtmöbel-Designlinie hier speziell für das Humboldt-Forum-Umfeld oder auch weitergehend für Unter den Linden, zu kreieren.

    Dass man sich wirklich nicht zu blöd ist, um als Zweitverwerter dieses Wiener Möblements dazustehen, noch nicht mal eine andere Farbe gewählt hat, oder wie im Fall der bequemen Fermob-Sitzmöbel die im Uferbereich und an der Südseite zum Einsatz kommen einfach dass Modell aus Paris übernimmt und nicht mal ein eigenes Berlin-Modell in Auftrag gibt.

    Ein Leckerbissen wäre das für jeden Industrie-Design-Studiengang einer Berliner Hochschule für Gestaltung und günstig wäre es allemal. Nur auf die Idee kommt man ja leider erst garnicht.

    ... ich weiß nicht, so richtig gelungen ist es nicht. Die rote Farbe, nunja, grün hätte es auch sein können. Mir will nicht einleuchten warum man nicht die Gestaltung mit den anthrazitfarbenen sich oben spreizenden Stützen, die im Außenbereich eingesetzt werden nicht auch im Inneren fortgesetzt hat. Stattdessen sieht es aus, als wäre das Innere von einem ganz anderen Architekten gestaltet worden. Die offenliegende Haustechnik ; wäre schön wenn man die Leitungen in gesammelt hätte und so geordnet zusammengeführt offen aber trotzdem vielleicht in poppigen Röhren versteckt untergebracht hätte, so sieht es einfach popelig aus. Die Sitzgelegenheiten sehen auf den ersten Blick bequem aus, aber wer viel unterwegs ist, ist für jeden klitzekleinen Comfort empfänglich, eine Rückenverstärkung wäre sicherlich angenehm. Sie passen auch nicht zum Rest. Überhaupt gibt es viel zu viele Treppen und keine Rolltreppen.... was soll das in einem Busbahnhof wo die Leute sich mit allerhand Gepäck und Koffern, sich möglichst auf Erdgeschoßniveau bewegen wollen. Alles sieht unter dem Kostenfaktor sehr zusammengewürfelt und wenig durchdacht aus. Und ob ein persisches Schlemmerrestaurant der Weisheit letzter Schluß ist, .. . nicht gegen persische Küche aber vor oder nach langen Busfahrten? Das ist scharf macht Blähungen, im Bus nicht gerade vorteilhaft. :rolleyes:

    Hubertusallee 1 - Bebauungsplan und Bürgerbeteiligung

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    ... mir ist die 1. Preisvergabe aus einem Werkstattverfahren aus 2020 nicht mehr present. Zu finden auf der sehr umfangreichen Homepage des Büros Dudler.


    https://www.maxdudler.de/de/pr…lee-rathenauplatz-berlin/


    Für meinen Geschmack ein erträglicherer Dudler weil der Glasanteil sehr hoch ist.

    Und, ... es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man in Berlin Preise gewinnt wenn man den Turm mit einem mindestens 10 Meter hohen Loggia-Geschoß bekrönt und/oder zumindest so tut als wär's ein sehr hohes Geschoß.


    Zitat gekürzt.

    Laut SPON vom 23.3.2024 wird garkeine Durchfahrtshöhe von 73,5 Metern benötigt, da Reedereien derzeit ihr Flottenmanagement ändern, die sehen in Zukunft möglicherweise garkeine Notwendigkeit mehr mit XXL-Containerschiffen nach Hamburg zu kommen. Ausserdem würden sich die Reedereien sowieso nicht an den Kosten beteiligen. Vielleicht sollte man sich erstmal über den Bedarf einigen bevor man an ihm vorbei plant.

    Hier der link zum SPON-Artikel:

    https://www.spiegel.de/wirtsch…bb-40f4-946d-d248421e21e7

    ^... tja, da ist bei einer Gestaltungssatzung die höchstens 50% Verglasung zugesteht nicht mehr drin. So richtig glaube ich nicht, dass man sich einen Gefallen damit getan hat, gute Gestaltung kommt dabei nicht zum Zuge oder irgendwo versteckt im Hof den meistens kein Sterblicher zu sehen bekommt..

    Hier nochmal zur Erinnerung die Gestaltungssatzung für Unter den Linden aus 1997:

    https://www.baunetz.de/meldung…_rechtskraeftig_1477.html

    ^... Wer's mag. Historisch ist es nicht. Aber Kreuze scheinen ja wieder Konjunktur zu haben. Leider wird an der Kuppel selbst nichts verändert die ja eher an einen Atomreaktor erinnert als an eine barocke Bekrönung.


    Hier nochmal zur Erinnerung aus meiner Sammlung historischer Kupferstiche und Bauzeichnungen die ursprünglich von Knobelsdorff erdachte Version von Ringle/Engelbrecht 1747 gestochen. Foto von mir:


    IMG-0506.jpg

    Und welchen Nutzen können wir heute daraus ziehen, wenn die DDR im Jahr 1952 eine "richtige" Planung gemacht hat, die aber in der Folgezeit dummerweise nicht umgesetzt worden ist?


    .... ich weiß ja nicht was Du unter ”richtiger“ Planung so verstehst. Du schwärmst von Kathedralen und Triumphbögen ... Dies hier kommt dem vielleicht Nahe. Ich möchte noch anfügen, daß man bei DDR als Bauherr nicht im Sinne einer statischen sich nicht verändernden abstrakten Größe sprechen kann, da sich die Baupolitik der DDR nach Stalins Tod erheblich verändert hat und die DDR ebenso und ebenso wieder Anfang der 70er Jahre.

    Der Entwurf ist leider anonym. Er positioniert sich ungefähr an der Stelle wo heute der Saturn steht, da links ein Behrens-Bau und der S-Bahnhof Alexanderplatz zu erkennen sind.


    Hier das ist die Quelle von der ich in meinem Post sprach. Ein Foto von mir aufgenommen.


    Bildnachweis BArch, aus dem sehr empfehlenswerten Buch: Symbolsuche, Die Ost-Berliner Zentrumsplanung zwischen Repräsentation und Agitation, Peter Müller, Gebr. Mann Verlag, Berlin, Seite 79


    https://i.postimg.cc/Jh5L224h/IMG-2419.jpg

    Architektur-Fan


    Du machst den Fehler stadtplanerische Großstrukturen wie hier die Magistrale Landsberger Allee/Karl-Marx-Allee in einen Kontext zu setzten mit kleinen Einzelgebäuden wie dem Pavillon. Die stadtplanerische Großstruktur Alexanderplatz in ihrer DDR-Fassung, überdimensioniert vielleicht aber als End- und das ist wichtig, als Gelenkpunkt zum Umschwenken in Richtung der anderen stadtplanerischen Großstrukturen Fernsehturm, Marx-Engels-Forum, Palast der Republik, Museumsinsel, ist hier Bezugspunkt zu der von Dir genannten Magistrale. Es ist völlig unerheblich ob da ausgerechnet der Pavillon, das Haus der Elektrotechnik oder das Haus des Reisens oder das des Lehrers samt Kongresshalle stehen, es ist der Alexanderplatz als Struktur und Gelenkpunkt. Übrigens sah eine frühe stalinistische Planung aus 1952 ein Hochhaus an genau diesem von Dir ausgemachten Fluchtpunkt vor.

    In diesem Forum müsste eigentlich Konsens darüber herrschen, vom Menschen Geschaffenes zu respektieren!

    Das ist gesellschaftliches Versagen auf der ganzen Linie.


    ^... Verstehe ich nicht. Was erregt Sie denn jetzt so sehr? Es wurde nichts beschädigt, Nichts wurde verunziert , alles schön und gut. Ihrem elitären Aufruf kann ich mich auch nicht widerspruchslos anschliessen, denn, und das haben Sie wohl in Ihrem Eifer nicht bedacht, dann sind auch Graffitties und Tags zu respektieren, da von Menschenhand geschaffen. Und nun?


    Zu den Statuen. Üblicherweise gefallen mir bärtige Männer. Diese hier aber sehen aus als hätten sie einen Stock verschluckt so steif und fast gotisch ist die Anmutung. Die Plastizität hält sich auch etwas zurück. Nicht Meins.

    ^ ... ich finde ja da passt garnichts zu nichts. Das jetzt fertiggestellte Gebäude sieht aus als wäre es irgendwann dazugestellt worden. Die ursprüngliche optische Einheitlichkeit der Gebäude ist leider dahin.

    Ich habe dies hier auf Entwicklungsstadt gefunden. Ist allerdings schon von 2023, sieht aus als solle ein noch höheres Gebäude als das Bettenhaushochhaus sich dazugesellen:

    Visu:

    https://entwicklungsstadt.de/w…-CHARITE-BERLIN-MITTE.jpg

    Artikel:

    https://entwicklungsstadt.de/c…n-zwillingsturm-erhalten/

    ^... Bauaesthet-Babe, Du bist mal wieder mit Deiner Forderung im falschen thread gelandet. Für Deine Belange gibt es den Schloßumfeld-thread.


    Daß "Attika-Figuren” neuaufgestellt werden ist sehr zu begrüßen. Es gibt eigentlich kein barockes Gebäude, das ohne diesen Schmuck konzipiert wurde. Dass es jetzt allerdings relativ freie Gestaltungen in barocker Anmutung ohne exakte historische Wiedergabe sein sollen, finde ich etwas befremdlich.

    Wenn schon freie Wahl und wenn es nur darum geht eine historische Anmutung in Form von Figuren wiederherzustellen, dann würde ich aus dem Kanon Repräsentanten der Erdteile oder Wissenschaften/Natur/Humanismus schöpfen wollen um den Bezug zum Humboldt-Forum zu haben.

    Ich fände es ausgesprochen bedauerlich und unprofessionell wenn sich Gehry aufgrund einer schlechten Visualisierung selbst aus dem Rennen katapultiert.


    Der Kleihues Entwurf ist sehr postmodern und sieht eigentlich aus wie aus den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts.

    Der Entwurf von Barkow-Leibinger ist mir zu konventionell und der Abschluss oben gefällt mir nicht. Was rundes Jukebox-mässiges wäre da schick.


    Alle bis auf Kleihues wirken noch sehr gedrungen, als wären es noch Visualisierungen für 130 Meter.

    ... ich bin auch etwas ernüchtert. Zugegeben, man kann nicht die gesamte Lobby erfassen aber es sieht für mein Empfinden etwas zusammengewürfelt aus. Die Verwendung von Holz finde ich gut aber hier ist es zu hell, dadurch entsteht ein eher rustikaler Eindruck, was einen eigentümlichen Kontrast schafft. Und braucht man, wenn es schon eine Rolltreppe gibt noch unbedingt eine normale Treppe gleich daneben?

    ^... wenn Du auch nur ein Paar Minuten investieren würdest um Dich im thread einigermassen einzulesen bevor Du loskläffst, würdest Du wissen um was es geht und dass der signifikante Übergang von alt zu restauriert (in den unterschiedlichen Verschmutzung/Witterungszuständen des Steins ablesbar), durchaus gewollt ist und eine Berliner Spezialität der Restaurierung darstellt. Forumsmitglied Konstantin hat vor ca. zehn Jahren dazu etwas näher ausgeführt. Da kann man durchaus geteilter Meinung sein. Mir gefällt es nicht und ich muss nicht unbedingt auf diese Art und Weise damit vertraut gemacht werden , dass dieser und jener Stein erneuert wurde. Das ist mir zu pädagogisch.