Beiträge von Architektur-Fan

    Klarenbach, auf deinem ersten geposteten Bild fällt auf, dass man unmittelbar vor dem Roten Rathaus deutlich weniger Bäume gesetzt hat als anderswo. Vielleicht wollten die Landschaftplaner hier die Anmutung eines Marktplatzes erzielen. Die Idee ist gut, vor dem Rathaus einen Marktplatz anzudeuten, indem man hier auf das Setzen von Bäumen verzichtet bzw. die Freifläche mit Bäumen umrandet. Dennoch sind vereinzelt Bäume in diesen "imaginären" Marktplatz gesetzt, weil man sich wohl nicht dazu durchringen konnte, diese Idee konsequent durchzuziehen.


    Ich finde es schade, dass heutzutage solche Ideen nicht klarer herausgearbeitet werden. Stattdessen gibt es an dieser Stelle einen undefinierten Misch-Masch. Man kann nicht klar erkennen, wo die Grenzen zwischen "begrünt" und "nicht-begrünt" verlaufen. Oder die Planer versuchen absichtlich, solche Grenzen zu verwischen. Die Stadt- und Landschaftsplaner scheinen heute alle Angst zu haben, eine klare Kante zu zeigen. Warum eigentlich?

    Das Q Track wird gepflegte Langeweile,

    Im Europaviertel ist ALLES gepflegte Langeweile!


    Im Europaviertel hätte ich mir Architektur gewünscht, wie z.B. die Niederländische Botschaft von Rem Koolhass. Irgendwelche richtigen Hingucker. Oder man hätte sich von den Pavillons der Hannover Expo 2000 inspirieren lassen und diese in länger haltbarer Form hier in Berlin wieder aufbauen können. Es wäre alles besser gewesen als diese biedere Langeweile in diesem biederen Europaviertel.

    So war das Schloss nach 1918 eben nicht mehr das Haus der Hohenzollern (das die DDR ausradieren wollte), sondern Museum, Volksküche (später Mensa), Forschungsort (Lise Meitner), Büro (Deutscher Akademischer Austauschdienst) sowie ein "Tagesheim für Studentinnen".

    Deine aufgezählten Nutzungen in allen Ehren, aber letztendlich war das Schloss nach 1918 untergenutzt. Deine aufgezählten Nutzungen klingen ja schon irgendwie nach Alibi-Nutzung.


    Forschungsort? ... Lisa Meitner war eine Kernphysikerin. Warum muss eine Kernphysikerin ausgerechnet im Stadtschloss ihre Forschung betreiben?

    Büro Deutscher Akademischer Austauschdienst? ... soso, und da gab's nirgendwo anders in Berlin Platz für ein solches Büro?


    Einzig die Volksküche macht Sinn, da es in den 1920 er Jahren bekanntlich große wirtschaftliche Not gab. Das Schloss hatte eine große Küche und hatte tatsächlich die Infrastruktur, um Mahlzeiten an die vielen Bedürftigen im Berlin der 1920er auszuteilen.


    Das Schloss war untergenutzt. Das heißt aber noch lange nicht, dass es wertlos war. Das Schloss war ein Ort, an dem wichtige Ereignisse der Berliner Geschichte, der preußischer Geschichte und der deutschen Geschichte stattgefunden haben. Insofern war das Schloss vor allem als geschichtliches Denkmal bedeutend.

    ^^ Architektenkind,

    es ist erfreulich, daß bereits drei Türme in Bau sind. Aber wir wissen doch nicht, was in 2 Jahren oder in 5 Jahren ist. Wenn morgen ein Komet einschlägt, wird es den Alexanderplatz mit seinen geplanten 8 Türmen (und der von dir angesprochenen hohen Dichte) nicht geben.


    Gerade in Berlin müsste doch ein bisschen mehr Skepsis angebracht sein, oder? Denke mal bitte an Max und Moritz. Da wird seit 10 Jahren an zwei vergleichsweise niedrigen Wohnhochhäusern rumgegurkt. In Berlin ist jedes neu gebaute Hochhaus ein unendliches Herum-Eiern. Es ist wirklich ein Herum-Eiern, anders kann man das nicht nennen! Und du fährst Vergleiche mit Frankfurt auf, während die Berliner Hochhäuser noch gar nicht existieren. Solange nicht der letzte Stein oben drauf gesetzt ist, ist der Turm nicht fertig. Das nennt man kaufmännisches Vorsichtsprinzip. Der Gewinn wird erst dann erfolgswirksam ausgewiesen, wenn er realisiert wurde. Und nicht schon davor. Diese Skepsis ist durchaus begründet, weil in Berlin 1) Hochhäuser bekanntlich immer länger dauern als anderswo oder 2) Hochhausprojekte gleich ganz zusammengestrichen werden.

    Ob es eine solche Dichte in Frankfurt geben wird, wenn es sie in Berlin gibt, kann ich nicht beurteilen. Derzeit gibt es sie nicht.

    Doch, im Frankfurter Bankenviertel gibt es bereits heute diese Dichte. Einen Dank an Berlinier, der das Cluster im Bankenviertel schön beschrieben hat.


    Im Cluster des Frankfurter Bankenviertels stehen die Hochhäuser direkt nebeneinander - dicht an dicht. Und dieses Cluster existiert bereits heute. Dieses Cluster hat bereits im Jahr 2021 eine höhere Dichte als der zukünftige Alexanderplatz, wenn er mit allen 8 Türme fertig gebaut ist.


    • Bestehende 1 gegen bestehende 7.

    Berlinier, dann hast du den Eurotower nicht mitgezählt, oder? Mit dem Eurotower sind es sogar 8 bestehende HH.

    ^^


    Hi hi, das ist belustigend. Ja, ich habe natürlich vergessen, dass das Park Inn den Alexanderplatz zum schillerndsten, glitzernsten und aufregendsten Ort der Hauptstadt macht. Dieses "ikonische" Berlin ist einfach der Wahnsinn!

    Am Ende werden im Umkreis von 250 Metern rund um den Alex-Brunnen acht Türme zwischen 125 und 150 Meter Höhe aufragen. Diese Dichte gibt es nicht einmal in Frankfurt ...

    Abwarten!!! Du schmückst dich bereits mit Errungenschaften, die es noch gar nicht gibt. Das ist wieder die typische Berliner Großmannsucht, die ich so liebe. Bei deine Aussage zur Dichte benützt du das Präsens als Zeitform. Eher angebracht wäre das Futur I. Denn die Dichte gibt es nocht nicht, aber wir haben gute Chancen, dass es diese Dichte mal geben wird.


    Bis tatsächich alle 8 Türme realisiert sind - sofern diese Anzahl im hochhausfeindlichen Berlin nicht wieder nach unten korrigiert wird - werden noch viele viele Jahre vergehen. Ich werde deine Post wieder hochholen ... im Jahr 2050. Und dann gucken wir mal, ob deine 8 Türme dann stehen werden.

    Und warum die zwei Staffelgeschosse auch noch zur Plattenbauseite gehen ...

    Ich vermute, du meinst diese zwei zurückgesetzten Staffelgeschosse, die auf dem Bild von Backstein gut zu erkennen sind.


    palais_ministergaerten02.jpg

    Es wäre viel sinnvoller gewesen, die beiden Staffelgeschosse zum Mahnmal hin zurückzusetzen, weil es die prominentere Seite ist. So wie es jetzt gelöst wurde, machte es irgendwie wenig Sinn.

    Eine partielle Abstaffelung zum Mahnmal (wie auf der Rückseite) und eine Teilung des Riegels in 2 Blöcke ... hätten dem Gebäude die Monotonie und Monumentalität genommen.

    So ist es! Die Edelplatten in der Wilhelmstraße können eine besser und feiner gegliederte Kubatur vorweisen als dieser brachiale Neubau.


    Verrückt an der Sache ist, dass die DDR in ihrer Spätphase einen besser entwickelten Städtebau hatte, als das wiedervereinigte Deutschland im Jahr 2021.

    ^ und ^^


    Das Glas ist nicht halbleer, sondern halbvoll. Es ist ein Erfolg, dass solche Fassdenbegrünungen umgesetzt werden. Und das ist erst der Anfang. Davon wird es in Zukunft noch viel mehr geben, wenn wir die Klimaproblematik (Hitzeinseln) in den Griff bekommen wollen.


    P.S.. Hier begrüße ich die Begrünung aussdrücklich. Parallel läuft ja eine ähnliche Diskussion im Unter den Linden-Thread, wo ich die geplanten zusätzlichen Begrünungen für sinnlosen Aktivismus halte.

    Ich vermute, dass an den Loggien noch die Geländer fehlen, oder? Ich hoffe, dass die noch kommenden Geländer die Fassade noch ein bisschen aufpeppen werden.


    Es hätte gut getan, wenn man diese ewig lange Front in mehrere, verschieden gestaltete Teilfassaden aufgeteilt hätte. Genau so, wie die Rückseite des Pariser Platzes eine Abfolge von Fassaden besitzt. Auf dem zweiten Bild von Rothes Rathaus schön zu sehen: DZ Bank, rechts daneben die Akademie der Künste, rechts daneben folgt dann das verdeckte Hotel Adlon.


    Dazu hätte man das Baufeld in mehrere kleinere Baufelder aufteilen müssen. Aber ich gebe zu, dass ich die Besitzverhältnisse nicht kenne. Daher halte ich mich mit Anschuldigungen an die Fachplaner der Verwaltung vornehm zurück.

    ... Fakt ist, dass 60% der Linden sehr krank sind also ersetzt werden müssen. So rede doch bitte nicht von Jahre lang mal Nichtstun.

    Ja, aber hier ging's zuletzt nicht bloß um das Ersetzen kranker Linden, sondern um das Pflanzen weiterer Bäume auf einem zusätzlichen Grünstreifen.


    Guckst du nochmal den Link in Beitrag #716 an. ;)

    Ich bin zwar Stuttgarter aber kein Schwabe ^.^und sehe somit meine Stadt mit etwas anderen Augen als ein Schwabe ^.^.

    interessante Aussage.


    Stuttgarter, aber kein Schwabe? Weil du zugezogen bist? Oder weil du der Meinung bist, Stuttgart ist nicht Schwabenland. So wie manche Leute sagen, London ist nicht England oder München ist nicht Bayern.