Ebenso ist es auch Quatsch, wenn man pauschal suggeriert, dass die DDR "in der Umgebung" nur hässliche Bauwerke geschaffen hat. Mir fallen da nur spontan Fernsehturm (natürlich, für mich DAS Berliner Wahrzeichen und einer der schönsten Fernsehtürme der Welt), Weltzeituhr, der Komplex mit Kongresshalle und Haus des Lehrers ein (je nach Geschmack auch noch weitere Leitbauten wie das Haus des Reisens), ...
Was du machst, ist Rosinenpickerei. Du beschränkst deine Aufzählung auf die Vertreter der DDR-Moderne, die zu besseren Sorte gehören. Diese besitzen tatsächlich eine gewisse ikonische Ausstrahlung. Die Gebäude, die zur schlechteren Sorte gehören, weil diese hässlich sind und die große Mehrheit in der Umgebung darstellen, erwähnst du selbstverständlich nicht. Das würde ja auch nicht in deine Argumentation passen.
Zu diesen schlechten Vertretern gehören z.B. die Rathauspassagen, der Gebäuderiegel auf der nördlichen Seite des Forums (Karl-Liebknecht 5-13) oder das Haus der Elektroindustrie an der Alexanderstraße. Nur um mal spontan drei Beispiele zu nennen .... und diese Aufzählung könnte man problemlos auf zwanzig oder dreißig Gebäude erweitern.
^ Ja, es ist verrückt. Mich erinnert die Covivio-Fassade immer an den Tower 185 in Frankfurt. Womit bewiesen ist: Schon 2010 wurde selbst im Frankfurter Bankenviertel heimlich die Hauptstadt der DDR weitergebaut! Von keinem Geringeren als Christoph Mäckler!!! Die Verschwörung reicht tiefer, als wir je zu fürchten gewagt hätten...
Es hat auch nie jemand behauptet, dass "heimlich" an der Hauptstadt der DDR weitergebaut werden würde. Als in den 1990er und 2000er Jahren ein konservativ geprägter Städtebau (v.a. durch Hans Stimman) durchgesetzt wurde, wurde die Kritik an diesem konservativen Städtebau ja auch nicht "heimlich" geäußert, sondern laut und voller Empörung. Und seit etwa 20 Jahren sehen wir die Abkehr vom Stimmann'schen Stadtbild hin zu einem modernistisch geprägten Stadtbild. Für den Alexanderplatz muss diese Entwicklung nicht unbedingt schlecht sein. Erstens, weil der DDR-Bestand ja bereits vorhanden ist. Und zweitens kann der eine oder andere Neubau durchaus was Gutes werden kann. (Das hoffe ich zumindest.)
Was aktuell am Alexanderplatz gebaut wird, ist vielleicht nicht unbedingt DDR-Stil, aber sehr wohl am modernistischen Style der 1970er Jahre angelehnt. Wer das anders sieht, soll mal bitte erklären, um welchen Archtiekturstil es sich denn sonst handelt, wenn es denn angeblich nicht modernistisch ist?
Es würde die Diskussion deutlich voranbringen, wenn die Modernisten wenigstens zugeben würden, dass hier in ihrem Sinne gebaut wird. Wenn man ohnehin schon bekommt, was man haben möchte, kann man es doch zumindest zugeben. Da fällt niemandem eine Zacke aus der Krone. Aber dafür ist wohl die charakterliche Größe nicht vorhanden.
Was den Vergleich mit dem Tower 185 angeht:
Das Einzige, was bei den Fassaden bei Covivio-Tower und T185 gleich ist, ist die gold-bronzene Farbe der Fassadenelemente. Während die Fassade am Covivo-Tower ein sehr deutlich ausgeprägtes Relief erhalten wird, besitzt der T185 ein durchweg glatte Fassade.