Beiträge von Architektur-Fan

    Interessanterweise war auch der gläserne Vorgänger in zwei Teilabschnitte gegliedert (mit der Trennung an der gleichen Stelle), bei denen der Unterschied in der Fassadengestaltung nicht stark genug herausgearbeitet war. Die Folge ist, dass der Straßenzug durch die viel zu lang laufende Fassade eintönig und monoton wirkt.

    Der Entwurf würde besser wirken, wenn man die beiden Gebäudeabschnitte auch in der Fassadengestaltung deutlicher voneinander absetzen würde. Dabei würde es bereits ausreichen, wenn man den Fassadenabschnitten einfach nur unterschiedliche Farben gibt.

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    Meine Aussage bezog sich auf die letzten Beiträge, in denen die fehlende Verjüngung nach oben hin thematisiert worden ist. Die Folge ist, dass die beiden neuen Hochhäuser die gleiche Kastenförmigkeit wie das Park Inn besitzen werden. Das muss nicht unbedingt schlecht sein. Aber bemerkenswert ist es in jedem Fall. Denn wenn du schon mal in Frankfurt gewesen bist, dann weißt du, dass es anderswo nicht wie Baukastenprinzip aussieht. Insofern haben meine Kalendersprüche schon eine längere Halbwertszeit als deine. :- )

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    Fast ein bisschen Prag- oder Erfurt-Feeling kommt hier auf.

    In den Altstädten von Prag oder Erfurt bilden Flachdächer die absolute Ausnahme, während am Molkenmarkt eine nennenswerte Anzahl der Gebäude über Flachdächer verfügt. Und viele der geplanten Neubauten werden ja ebenfalls Flachdächer erhalten. Allein die unterschiedliche Ausprägung der Dachlandschaft verbietet doch eigentlich einen solchen Vergleich.

    Und natürlich hat man bei diesem zweiten Bauabschnitt - genauso wie schon beim ersten Bausabschnitt - wieder konsequent auf ein Schrägdach verzichtet.

    Blickt man auf ein Luftbild, erkennt man deutlich, dass das Viertel von drei baulichen Großstrukturen dominiert wird:

    • das Stadthaus
    • das Amtsgereicht Mitte
    • die Senatsverwaltung für Finanzen am Rolandufer

    Fazit: alle drei Gebäude haben Schrägdach.

    Erst nach dem Krieg hat man damit begonnen, in dieses Quartier Gebäude mit Flachdächern zu setzen. Und heute macht man mit dieser Unsitte einfach weiter. Das ist den Modernisten ganz wichtig, das Antlitz eines durch historische Großstrukturen geprägten Quartiers einfach mal in die Luft zu sprengen.

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    ^ Die Planung ist doch bekannt. Auf den ersten Bauabschnitt soll der zweite folgen, der einen Anbau von Tchoban Voss vorsieht, ...

    Die Tatsache, dass die Planung bekannt ist, ist keine Rechtfertigung für schlechte Architektur.

    Im Grunde genommen ist der erste Bauabschnitt sogar besser als der zweite. Der erste Bauabschnitt ist zwar unfassbar hässlich, trägt aber immerhin etwas Ikonisches in sich. Im Vergleich dazu ist der zweite Bauabschnitt einfach nur banal, austauschbar und zeugt von geistiger Leere.

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    ... , es wurde sehr behutsam mit der Bausubstanz umgegangen.

    Nur leider geht dieses Gebäude nicht behutsam mit dem direkt angrenzenden Gebäude aus der Gründerzeit um. Dieses Gebäude passt überhaupt nicht ins bauliche Umfeld. Der Stilbruch war bereits einkalkuliert, als man dieses Gebäude vor Jahrzehnten gebaut hat. Aber bei diesem Gebäude wundert mich ohnehin nichts mehr, denn es handelt sich um die Ausgeburt der Hässlichkeit.

    DerBe Ein Kind unserer Zeit? Es handelt sich doch ganz deutlich um einen Retro-Look.

    Damit keine falschen Schlüsse gezogen werden: ich finde den Entwurf richtig gut.

    Ein Kind unsere Zeit ist es vielleicht deswegen, weil es eben zur heutigen Zeit gehört, frühere Stile wieder aufzunehmen. Aber dann müsste es auch ein Kind unserer Zeit sein, die Bebauung von 1933 am Molkenmarkt wiederauzubauen.

    Backstein Ich störe mich an dieser ungleichen Behandlung verschiedener Epochen. Wenn das Aufgreifen vergangener Stile Disneyland ist, dann ist das IMMER Disneyland. Dann gilt dieses Argument nicht nur für historische Baustile, sondern auch für die Moderne.

    Zum Rathaus Berlin Mitte:

    Mit diesem Rathaus-Neubau wird im Jahr 2026 ein Gebäude im Stil der Moderne der 1960/1970er gebaut, obwohl dieses Gebäude in den 1960 /1970er Jahren in dieser Form nie existiert hat.

    Zum Vergleich: Wenn man für Neubauten einen historischen Stil aus der Zeit vor dem 1.WK aufgreift (wie z.B. beim Neo-Klassizismus), kommt sofort der Vorwurf, dass es sich um Disneyland handeln würde.

    Warum kritisiert hier jetzt niemand, dass die Umsetzung dieses Bauvorhabens ein modernistisches Disneyland darstellt?

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    Man möge mich berichtigen, aber ich glaube, eine solche Situation hat es Anfang der 1940er Jahre am Molkenmarkt nur noch bedingt gegeben.

    Der großflächige Abriss der kleinteiligen Altstadtbebauung am Molkenmarkt wurde 1938 durch die nationalsozialistische Stadtplanung durchgeführt. Daher sollten jetzt alle Bürger ein mutiges Zeichen für Demokratie und Zivilgesellschaft setzen, indem die vom NS-Regime durchgeführten Zerstörungen am Molkenmarkt wieder rückgängig gemacht werden und der Zustand vor 1933 wieder hergestellt wird.

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    Erinnert mich deshalb an die Mall of Berlin oder eine retrogewandte Karstadt oder Galeria Kaufhof Filiale.

    ... oder auch an die Postmoderne.

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    Das Büro Lederer Ragnarsdóttir kommt aus Stuttgart, wo mit Abstand die hässlichste, da gleichförmigste Stadtreparatur betrieben wird (siehe Beispiel: BV Fünf Giebel).

    Lustigerweise musste ich ebenfalls an das von dir genannte Bauvorhaben in Stuttgart denken. Mit dem kleinen Hinweis, dass das BV in Stuttgart den Namen "Vier Giebel" trägt. :- ) Link: Projekt "Vier Giebel" Eberhardstraße (ab Q1/2024) - Seite 19 - Stuttgart - Deutsches Architekturforum

    Und irgendwie erinnern mich die Fassaden von Los 4 mit der Ausformulierung des Mezzaningeschosses (direkt unterhalb des Schrägdaches) an das Neue Rathaus in Dresden. Link: Dresden Rathaus 3 - Neues Rathaus (Dresden) – Wikipedia

    Gut geworden ist die Fassadenabwicklung (also die Fortführung der Fassaden) entlang der drei Gebäude vom IBIS-Hotel über den KPMG-Turm zum Anna-Lindh-Haus) mit unterschiedlicher Materialtät, unterschiedlicher Plastizität und unterschiedlicher Farbwirkung jeder Fassade.

    IBIS-Hotel: Die Klinkerfassade trägt sehr wohltuend zu diesem Gesamteindruck bei.

    KPMG-Turm: Die Zick-Zack-Fassade habe ich anfangs sehr kritisch gesehen. Mittlerweile bin ich froh, dass die Fassade überhaupt eine tiefenwirksame Reliefwirkung besitzt. (Bei den viele glatten Fassaden heutzutage ist das ja nicht selbstverständlich)

    Anna-Lindh-Haus: Auch wenn die Fassade eher kalt und steril wirkt, wird sich diese immerhin deutlich vom benachbarten KPMG-Turm unterscheiden.

    Thrax: ein großes Dankeschön für das Bild.

    Lieber Camondo, lese meinen Beitrag bitte vollständig. Denn ich habe auch geschrieben, dass die aktuelle Entwicklung am Alex nicht unbedingt schlecht ist. Und dass der eine oder andere Neubau durchaus was Gutes werden kann. Mein Beitrag ist keine grundsätzliche Fundamentalkritik, sondern durchaus differenziert. Bitte meinen Beitrag vollständig lesen und vollständig verstehen wollen. Danke!

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    Ebenso ist es auch Quatsch, wenn man pauschal suggeriert, dass die DDR "in der Umgebung" nur hässliche Bauwerke geschaffen hat. Mir fallen da nur spontan Fernsehturm (natürlich, für mich DAS Berliner Wahrzeichen und einer der schönsten Fernsehtürme der Welt), Weltzeituhr, der Komplex mit Kongresshalle und Haus des Lehrers ein (je nach Geschmack auch noch weitere Leitbauten wie das Haus des Reisens), ...

    Was du machst, ist Rosinenpickerei. Du beschränkst deine Aufzählung auf die Vertreter der DDR-Moderne, die zu besseren Sorte gehören. Diese besitzen tatsächlich eine gewisse ikonische Ausstrahlung. Die Gebäude, die zur schlechteren Sorte gehören, weil diese hässlich sind und die große Mehrheit in der Umgebung darstellen, erwähnst du selbstverständlich nicht. Das würde ja auch nicht in deine Argumentation passen.

    Zu diesen schlechten Vertretern gehören z.B. die Rathauspassagen, der Gebäuderiegel auf der nördlichen Seite des Forums (Karl-Liebknecht 5-13) oder das Haus der Elektroindustrie an der Alexanderstraße. Nur um mal spontan drei Beispiele zu nennen .... und diese Aufzählung könnte man problemlos auf zwanzig oder dreißig Gebäude erweitern.

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    ^ Ja, es ist verrückt. Mich erinnert die Covivio-Fassade immer an den Tower 185 in Frankfurt. Womit bewiesen ist: Schon 2010 wurde selbst im Frankfurter Bankenviertel heimlich die Hauptstadt der DDR weitergebaut! Von keinem Geringeren als Christoph Mäckler!!! Die Verschwörung reicht tiefer, als wir je zu fürchten gewagt hätten...

    Es hat auch nie jemand behauptet, dass "heimlich" an der Hauptstadt der DDR weitergebaut werden würde. Als in den 1990er und 2000er Jahren ein konservativ geprägter Städtebau (v.a. durch Hans Stimman) durchgesetzt wurde, wurde die Kritik an diesem konservativen Städtebau ja auch nicht "heimlich" geäußert, sondern laut und voller Empörung. Und seit etwa 20 Jahren sehen wir die Abkehr vom Stimmann'schen Stadtbild hin zu einem modernistisch geprägten Stadtbild. Für den Alexanderplatz muss diese Entwicklung nicht unbedingt schlecht sein. Erstens, weil der DDR-Bestand ja bereits vorhanden ist. Und zweitens kann der eine oder andere Neubau durchaus was Gutes werden kann. (Das hoffe ich zumindest.)

    Was aktuell am Alexanderplatz gebaut wird, ist vielleicht nicht unbedingt DDR-Stil, aber sehr wohl am modernistischen Style der 1970er Jahre angelehnt. Wer das anders sieht, soll mal bitte erklären, um welchen Archtiekturstil es sich denn sonst handelt, wenn es denn angeblich nicht modernistisch ist?

    Es würde die Diskussion deutlich voranbringen, wenn die Modernisten wenigstens zugeben würden, dass hier in ihrem Sinne gebaut wird. Wenn man ohnehin schon bekommt, was man haben möchte, kann man es doch zumindest zugeben. Da fällt niemandem eine Zacke aus der Krone. Aber dafür ist wohl die charakterliche Größe nicht vorhanden.

    Was den Vergleich mit dem Tower 185 angeht:

    Das Einzige, was bei den Fassaden bei Covivio-Tower und T185 gleich ist, ist die gold-bronzene Farbe der Fassadenelemente. Während die Fassade am Covivo-Tower ein sehr deutlich ausgeprägtes Relief erhalten wird, besitzt der T185 ein durchweg glatte Fassade.

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    ^ Ach, und Sie wissen das jetzt ganz genau was die Leute denken, fühlen und sehen wollen. Allerhand. Allerhand. Die wollen also tatsächlich nicht das Rote Rathaus sehen, den Neptunbrunnen, die Marienkirche und das Wasserspiel am Fuße des FT?

    Es geht nicht um das Rote Rathaus, sondern um das Forum vor dem Roten Rathaus. Allerhand. Allerhand. Jetzt wird das Forum (d.h. die Freifläche) und das in der Bauflucht stehende Rathaus einfach mal inhaltlich gleichgesetzt. Man dreht es halt immer so hin, wie man es gerade braucht.