Beiträge von Humphey Cordonnier

    Stadtbildfreunde: Hier wäre jetzt mein Einsatz um wieder mal Gebetsmühlenartig darauf zu verweisen dass Sozialismus nicht funktioniert und Keynes nachweislich widerlegt ist, aber die Moderation hier löscht so etwas aus Prinzip. Es wird ohnehin so weitergehen, und irgendwann ist die BRD dann eben Pleite und die Unternehmen kaputt oder halt woanders. Bringt uns dann nur leider nichts.

    derzberb: Die Ludwigstrasse wirkt nicht kahl, sondern monumental. So war sie geplant, so ist sie gedacht, so ist sie einzigartig. Die "optische Verbesserung" ist Geschmakssache - für mich ist die mutwillige Brechung eines der einzigartigsten Bauensembles Zentraleuropas eine optische Verschlechterung. Die Anlage Ludwigstrasse - Prachtensemble, und ab dem Sigestor dann grüber lebenswerter pulsierender Boulevard Leopoldstrasse verstärkt die Wirkung beider Seiten meiner Meinung nach darüber hinaus vorteilhaft.
    Diese Anzahl der Bäume wird das Klima an der Ludwigstrasse nicht messbar verändern. Alles andere ist gelogen und ideologisch. Es geht hier nicht um einen Wald. Im übrigen baut Südeuropa wo 40° Standard sind nicht seit zweitausend jahren dichte Bäume in Ihre Stadtzentren, sondern, überraschung, baut hoch und möglichst Dicht, für Schatten.

    Miasanmia: Die Störung des Ensembles stellt sich schon früh ein, und später sind die Bäume dann nicht mehr wegzubekommen - auch wenn sich rausstellt, dass das Klima an der Ludwigstrasse immer noch unverändert ist. Was es wird. Danke für die Details - das beruhigt mich erstmal ein wenig.

    Camondo: Stark. Den Zusammenhang mit Maga musst du mir bitte herleiten, Quatsch quatsch zu nennen ist jedenfalls keine neue Amerikanische Erfindung. Den Post selbst habe ich übrigens in München verfasst.

    Und nochmal zum Thema: Vor die schönsten Fassaden der Stadt zwanghaft Bäume stellen zu wollen hat für mich - nach der Berliner posse um das wiederaufgebaute Schloss - etwas zwanghaftes und kommt komischerweise immer aus der Ecke die schöne Fassaden für etwas ideologisch bedenkliches halten und deren Antwort auf alles immer ziemlich gleich klingt. Aber gut, geschenkt. Dennoch: Wer eine schönere, grünere Strasse möchte, könnte sich einfach vor Ort schon heute orientieren, wie das beet um das Reiterdenkmal für Ludwig I aussieht. Hier gibt es wunderschöne Blumenbeete - zieht so etwas, gerne mit hohen Büschen und bänken ergänzt, zwischen Fahrbahn und einem verbreiterten Gewehg die ganze Strasse entlang, und ihr habt wirklich einen Mehrwert geschaffen. Nicht das ensemble zerstören.

    Ich bin geschockt. Das ist mutwillige Zerstörung eines der schönsten Bauensembles Europas und das alles Aufgrund von Klimaideologie die der Realität nicht standhält. Kein Mensch braucht diese Veränderung aus Klimagründen, die Daten geben das bei unaufgeregter, kritischer Auswertung schlicht nicht her. Dass es im Sommer heiss ist - geschenkt, und für mich immer noch teil dessen warum Sommer schön ist. Links und rechts der Ludwigstrasse findet sich in Steinwurfreichweite Grün en masse, auf der einen Seite Hofgarten bis hoch zum Englischen Garten, und auf der anderen der begrünte Oscar von Miller Ring, dahinter die Wiesen der Pinakotheken und der Botanische Garten. Wenn heutzutage noch schöne Ensembles entstünden, wäre ich solchen Experimenten gegenüber aufgeschlossener. Aber lediglich die bestehenden zustellen - für eine von Ideologen definierte "Anforderung des Klimawandels" ist schlicht mal wieder rein grünes Dominanzgehabe.

    Schockierend und sehr sehr traurig. Das war eine wunderschöne Kirche, vielleicht die schönste Überhaupt, und eine wahre Oase der Ruhe im Innenhof. Die Gemeinde wurde vor vollendete Tatsachen gestellt, und verliert ihre (funktionierende, tolle) Kirche. Es gibt in der Umgebung auch sonst keine Kirchen die überhaupt offen und zugänglich sind, schon gar keine (wem auch immer das wichtig ist) katholischen. Das man so etwas nicht erhält und unwiederbringlich aufgibt finde ich unglaublich mies.

    ^Der Park Inn Sockel ist auf Deiner Visu nicht zu sehen, Merlin. Dafür ist aber die Visualisierung inkorrekt verglichen mit dem Baustand: Die Dunkle und die Helle Fassade werden derzeit genau Seitenverkehrt angebracht. Rechts (zur dahinterliegenden Strasse hin) ist hell, links ist dunkel. Hundertprozentig nehmen sollten wir also auch diese Visu nicht glaube ich.

    Wow - yes, yes, YESSS! Endlich mal ein großer Wurf in der Gegend. Ich finde den Entwurf fantastisch, eine zeitlose, aber zeitgenössische, weltstädtische sprache. Über dem Erdgeschoss wäre noch etwas zu holen, auch in der Höhe, aber direkt (auch, ein bisschen, mangels Konkurrenz) mein neues Lieblingsprojekt in Berlin. Und vor allem in dieser völlig charmelosen Ecke nahezu ein Befreiungsschlag.

    Wie von Lompscher und Lüscher bestellt eben. Wenigstens ist das neue eine Klasse wertiger und die Kubatur besser. Es braucht dennoch ein gutes Hines und Alexander um den Platz optisch in die Zukunft zu bringen. Vor allem Hines hatte in der letzten Runde meiner Meinung nach ausschließlich Entwürfe die sofort das beste Gebäude am Platz wären.

    Höhere Decken sollten endlich wieder normaler werden, es spricht mehr dafür als dagegen.
    Ich finde / fand die Fassadengestaltung des Alexander Tower absolut hervorragend, da sie sich extrem an den Behrens bauten Orientiert und hervorragend einfügt. Die Kubatur hingegen ist potthässlich und unfassbar ungünstig - hier ist jede Form von Veränderung für mich ein riesen Gewinn.
    Aber alles ist besser als nichts.

    Ist mir durchaus bewusst - es folgt aber kaum jemand diesem Forum und der Fahrplanwechsel hat nun mal Stichtage, was dann als plötzlich wahrgenommen werden kann. Ich glaube aber das ist sehr wohl auch verständlich aus meinem Post - wenn man denn möchte.

    Nun ja, es ist doch überaus seltsam und unglücklich/unreflektiert: Zunächst ist die Anbindung vom Ostkreuz und Gesundbrunnen Jahrelang die einzige/beste. Dann ist endlich der "Sollzustand" erreicht - mit dem Effekt, dass alle die bis dahin gut angebunden waren, mit sofortiger Wirkung deutlich schlechter angebunden sind. Mit Verweis auf "dafür ist es jetzt für andere besser". Zudem das Ostkreuz geographisch deutlich näher am Flughafen ist als der Hauptbahnhof - es ist somit auch intuitiv völlig unlogisch, die Anbindung hier "plötzlich" zu verschlechtern.
    Ich fahre aufgrund der schlechten Taktung immer Taxi. Nach einem Interkontinentalttrip auf den letzten Metern noch Koffer über treppen zu schleppen, umsteigen zu müssen, und aufgrund der Taktung noch 10-20 minuten, manchmal länger, irgendwo am Gleis zu warten, ist für mich nicht akzeptabel und finanziell dankbarerweise nicht nötig. Ich finde es dennoch schade.

    Mit Vehemenz, Selbstüberzeugung und Kapitalisierung am Thema vorbei. Ich fasse für Dich gerne ein einziges weiteres mal zusammen:

    • Der Stadtraum funktioniert so wie er ist - ich bin überzeugt breitere Gehwege oder weniger Autos tragen zu keinerlei Verbesserung bei weil beides hier kein Problem darstellt. Beleuchtung (hust, Weihnachten?), LINDEN, und Pflege, würden das. Ebenso Attraktive Architektur und Nutzung - nichts was teil dieses Projekts ist oder Top-Down verordnet werden kann
    • Hier wird Geld ausgegeben dass meiner Meinung nach - für einen ähnlichen Ansatz, weniger Strasse, Bepflanzung - an anderer, näherer Stelle deutlich effektiver und effizienter investiert wäre.
    • Je nach Baustellengestaltung besteht hier ein deutliches Infrastrukturrisiko für Berlin und hunderttausende von Bürgern durch die parallelbaustelle Gertraudenbrücke.
    • Zu allem weiteren - tob Dich aus, aber nicht mit mir und nicht mit dieser Art. Dein Statement ist politisch, nicht rein wissenschaftlich. Kritischen Stimmen (von ADAC über HDE bis Wissenschaftler) zeigen: Der "Konsens" ist brüchig – nuanciert durch reale Quellen wie Abrieb, ländliche Bedürfnisse und Wirtschaftsfolgen. Es geht um Abwägung, nicht um "Punkt aus". Meine Abwägungen habe ich dargelegt.

    Die Beleidigung der "heulenden Autofreaks" ist genauso hochnäsig wie unnötig - das Vorhandensein von Autos auf Strassen ist durch diese Bedingt und weltweite, ausnahmslose Normalität. Freak ist hier nur wer die Realität nicht als solche anerkennen möchte. Schon bei der Friedrichstrasse hat dieses Niveau der Diskussion und des Denkens zu nichts produktivem geführt.

    Zum Thema Risiko einer dreijährigen Dauerbaustellen an dieser Infrastruktur hier trotzdem noch einmal der Vollständigkeit halber: Die Mühlendammbrücke könnte jederzeit komplett gesperrt werden und die Bauerbeiten des Neubaus sind ebenfalls für 3 Jahre angesetzt. Die Erfahrung lehrt dass es immer länger dauert, nie schneller geht. Mühlendammbrücke in Berlin: Abriss kommt – Das ist der Zeitplan

    Ungeachtet der Bewertung von Autoverkehr - ob Normalität nun bekämpft gehört und etwas für Freaks ist oder nicht - ist der Verkehr von Ost nach Westberlin und umgekehrt entlang dieser Achsen erheblich und quasi nicht umleitbar oder einfach durch Schienenverkehr zu ersetzen. Berlin läuft hier im schlimmsten Fall mal wieder offenen Auges in einen vermeidbaren riesigen Schaden.

    Ich drücke die Daumen dass es anders kommt, die Umbauarbeiten den Verkehr nicht beeinträchtigen, und das Resultat auch die "Freaks" besänftigt.

    Mehr Platz da wo schon endlos Platz ist macht flanieren aber nicht attraktiver - siehe Karl Marx Allee.

    Und Autos stören da viele nur wo sie zu nah oder dominierend sind - auch das ist hier nicht gegeben.

    Die Linden sind attraktiv und nicht aufgrund der bestehenden Gestaltung unattraktiv. Sie wären noch attraktiver mit... Linden. Beleuchtung. Pflege.

    Ich hoffe wie alle anderen auch dass die Linden im 5 Jahren genauso schön oder schöner sind als heute. Ich bezweifle leider dass dieses Projekt Berlin im Vergleich zu einer Nummer kleiner nachhaltig ästhetisch oder atmosphärisch bereichern wird. Wirtschaftlich schon gleich gar nicht.

    Ich finde ehrlich gesagt die Strasse so wie sie ist besser - eine Strassenschlucht mit abwechslungsreicher Architektur und stimmigen Proportionen, die irgendwie zeitlos wirkt. Als ich vor 20 oder 25 Jahren oder so das erste mal dort war erinnerte mich die Friedrichsrasse an New York und große weite Welt. Ich finde überhaupt nicht dass Kleinteiligkeit oder Bäume hier den Strassenraum verbessern - das wahre Problem ist es gibt nicht genügend Anwohner und die Geschäfte wurden - unter anderem durch die Dauerbaustellen - nie wirklich wirtschaftlich erfolgreich.

    Nöfer finde ich grundsätzlich eigentlich sehr gut, die Bäume hier finde ich fehl am Platz. DIe Lichtidee wiederrum ganz gelungen, wobei sowas in Berlin eigentlich nie lange gepflegt bleibt. Warten wir's ab. Es wäre schön wenn es zur Belebung und Aufwertung beitrüge.