Beiträge von Humphey Cordonnier

    Der Zusammenhang ist in der Klimawissenschaft quantifiziert und nachgewiesen – aber die Größe ist relativ klein. Meine Formulierung trifft den Kern der Größenordnung: Die Luftfahrt stößt Gase und Partikel aus, die das Klima beeinflussen (können), der absolute Anteil ist aber so gering, dass er im Gesamtbild der anthropogenen Erwärmung ein Nebenfaktor bleibt. Kein Nebenfaktor ist aber dass man für die Pflege seiner Umwelt.und immer höhere Standards und folglich GELD braucht. Infrastruktur ist ein riesiger Wohlstandsfaktor. Viele unserer Klimamaßnahmen sind direkt durch Wohlstand finanziert der jahrzehntelang direkt und indirekt von unserer Infrastruktur profitiert hat bzw. aufgebaut wurde.


    Die Luftfahrt stößt CO₂ und andere Gase aus, die das Klima beeinflussen können. Laut der umfassenden Studie von Lee et al. (2020) in Atmospheric Environment (doi:10.1016/j.atmosenv.2020.117834) liegt ihr Anteil am anthropogenen effektiven Strahlungsantrieb bei etwa 3,5 % – davon entfallen rund zwei Drittel auf Non-CO₂-Effekte wie Kondensstreifen. Our World in Data beziffert den reinen CO₂-Anteil auf ca. 2,5 % der globalen Emissionen. Damit ist der Effekt quantifiziert, aber im Gesamtbild der Erwärmung ein klarer Nebenfaktor und nicht der Haupttreiber. Die Größenordnung rechtfertigt keine überproportionale Fokussierung auf „nicht fliegen“.


    Auf die ebenfalls stark wissenschaftlch qualifizierbaren Argumente gegen CO2 als schlecht gehe ich jetzt nicht weiter ein, das ja so schon alles emotional zu viel für die meisten.

    Ich glaube, ein Problem, das in dieser Diskussion immer wieder tendenziell weniger Beachtung findet, ist, dass wir in einem rückläufigen Flugmarkt sind, weil politisch sowohl auf Europäischer Union als auch auf bundesdeutscher Ebene alles getan wird, um Fliegen wirtschaftlich unattraktiv, zu teuer und auch unkomfortabler zu machen, und Deutschland da wie immer besonders selbstlos/seobstzerstörend stolz voranprescht.

    Die planwirtschaftliche Fokussierung auf Nichtfliegen aus vermeintlichen klimabeeinflussenden Gründen – ich sage hier bewusst vermeintlich, weil der direkte Zusammenhang nicht nachgewiesen ist, auch wenn das Klima sich sicher verändert – führt lediglich dazu, dass wir uns ins Abseits stellen. Tatsächlich wäre viel sinnvoller darauf zu bauen, die Vernetzung aller Wirtschaftsstandorte und relevanten Flugrouten weiter zu fördern, um dann mit einer wachsenden Wirtschaft und steigendem Wohlstand und Prosperität alles dafür zu tun, dass überall da, wo Industrie wächst und Wirtschaft gedeiht, das Ganze auch im Einklang oder bestmöglich mit fortschreitenden, besseren Bedingungen für Mensch und Umwelt zustande geht.

    Tatsächlich ist es aber so, wenn wir hier um die Konkurrenzsituation zwischen Frankfurt, München und Berlin diskutieren, es nur um die Umverteilung bestehender Routen geht. Tatsächlich wäre aber mehr als genug Potenzial da, Menschen direkt zu bewegen oder weitere Hubs zu etablieren, wenn wir uns nicht in einem rückläufigen, sondern in einem wachsenden Markt befinden würden, wie das in fast allen anderen Ländern der Welt nahezu dauerhaft der Fall ist.

    Schade. Es ist großartig so wie es ist, vor allem die Höhenvarianz und die klassische Gestaltung, die aber trotzdem irgendwas Modernes hat, passen hervorragend zu dem ganzen Gelände. Aber auch der neue Entwurf, hoffentlich wird er genauso realisiert, wird mit Sicherheit toll aussehen.

    Ganz allgemein ist die Backfabrik für mich, zusammen mit dem gegenüberliegenden revitalisierten Bötzowgelände, ein absolutes Highlight und mit eins der schönsten Stücke Berlin.

    Ich verstehe durchaus welche intellektuelle akrobatik veranstaltet wird um sowas relevant zu reden.
    Ich möchte aber nichts verstehen, ich möchte eine inspirierende, charmante und der europäischen Hochkultur und einer ihrer Hauptstädte entsprechende Umgebung. Hässlichkeit lehne ich ab und möchte ich als Teil meines Lebens soweit wie möglich minimieren, ich behaupte eine große Mehrheit bedarf ebenfalls nicht mehr "Verständnis" sondern mehr liebevolle Gestaltung.

    Aber danke für das Respektvolle siezen, ist ja gerade in Berlin durchaus fast verschwunden. Ich möchte hier dennoch ausdrücklich das Duzen erlauben, auch wenn ich vermute hier der Jüngere zu sein. Ganz wie's dem Herrn beliebt.

    Hochbau Micha - ja, mag sein. Aber ändert nichts an den Makro Trends.

    Und die Bahn ist weder besser noch günstiger geworden - es gibt also keinen organischen Grund warum hier Marktanteile verloren gehen sollten (es sei denn wir wollen annehmen, dass die Hälfte aller Reisenden ihres ökologischen Gewissens wegen ihr Konsum und Reiseverhalten geändert haben - was ausgesprochen selten der Fall ist).
    Es geht hier übrigens um eine Verbindung die aufgrund meiner privaten wie beruflichen Situation seit über 13 Jahren eine meiner Hauptverbindungen ist, ich persönlich kann also ganz gut beurteilen wie stark die Flugpreise hier gestiegen sind und wie teuer/ungünstig die Bahn ist, trotz einer grundsätzlich guten Sprinter Verbindung (es ist nunmal nicht signifikant günstiger, und auch signifikant schneller, für Reisen ohne oder mit nur einer Übernachtung).

    Leute. Die Politik die sich die Elite des Landes - ebenso wie der EU - seit Jahren mit Ansage wünscht und umsetzt wirkt, zum vollen Ökonomischen und letzten Endes dadurch sozialen Nachteil Deutschlands. Was wir hier sehen ist nicht Gott gegeben, nicht sonderbar, kein Rätsel und auch nicht einfach irgendwie entstanden. Es ist eine logische Konsequenz. Alle (!) anderen Westlichen und viele asiatischen Wirtschaften und deren Flugverkehr wachsen mehr als Deutschland. Seit Jahren, und zunehmend.

    Dieser permanente Schwachsinn der versiegelten Fläche und des Klimaschutzes. Als ob es extremst lebenswerte Städte in Sizilien, Spanien und anderswo nicht geben würde oder da alles "entsiegelt" wäre. Nicht mal die Annahme der Steigerung aller Temperaturen um drei Grad erklärt diesen Schwachsinn, dann ist es hier immer noch nicht Sizilien oder Madrid, wo ebenfalls nicht entsiegelt werden muss. Es bleibt pure Ideologie und wohlfühl Aktionismus.

    Ich bete so sehr, dass er genau so kommt. Für mich ein unfassbar mondäner, beeindruckender Entwurf, der weit, sogar über das beste in Berlin etablierte Niveau hinausgeht. Falls überhaupt, erinnerte mich an die ersten, eher traditionell orientierten Entwürfe des Tacheles, die auch eine Mischung aus Paris und New York und Weltstadt versprüht haben, leider aber nie gebaut wurden, zugunsten des doch sehr seelenlosen, wenn auch natürlich nicht komplett schlechten Ergebnisses, das wir heute sehen können.

    Irgendwas an diesem Entwurf finde ich im Vergleich mit vielen anderen Patzkes irgendwie herausragend oder besonders. Eventuell ist mein Eindruck, dass die Geschosshöhen so wirken, als hätte man hier tatsächlich Altbauproportionen aufgegriffen und sich nicht mit den gestauchten Geschossen der modernen Iterationen traditioneller Stile begnügt. So oder so hoffe ich sehr, das Projekt ist nicht tot. Es wäre der allererste Entwurf, der so nicht von Berlin zermürbt wird.

    Der Wohnungsneubau wird unterdessen offiziell gestoppt - nichts da mit "abwarten" und "alles nur polemik" - die totalautoritäre, fortschrittsfeindliche enteignungsdebatte und deren befürworter wirken bereits vollkommen ohne bestätigte Regierungsverantwortung.

    Folgen der Vergesellschaftungsdebatte: Vonovia stoppt Neubaupläne in Berlin | BW Online

    Und die heutige Wohnungs- und Bautätigkeitsknappheit ist ebensowenig vom Himmel gefallen, sondern das Resultat von Jahrzehntelanger Abwehr- Blockade- und nicht-so-schnell Politik (von links wie von pseudo-rechts, womit explizit die Rechts fischende und stets links handelnde CDU gemeint ist).

    Gibt es denn irgendwo Details dazu, was hier überhaupt geplant ist? Einfach die kotbraune Fassade wieder besonders schön kotbraun herrichten oder soll hier ein bisschen etwas Freundlicheres gemacht werden? Oder geht es nur um die Sicherung von absturzgefährdeten Teilen? Irgendetwas bekannt?


    Grundsätzlich ist genau das Memi- und der TLG riegel immer wieder unumgänglich das perfekte Beispiel dafür, was alles an Berlin und dem Ästhetischen sowie generellen Empfinden aller beteiligten Entscheidungsträger von privaten Besitzern über öffentlichen Meinungsträgern zu Bauherren schiefgeht und absolut katastrophal ist für eine wirkliche Stadtheilung und das Führen der Hauptstadt der drittgrößten Wirtschaft der Welt (noch) in die Zukunft. In keiner einzigen Hauptstadt der ganzen Welt, weder in Indien noch in Bangladesch noch in Südafrika noch in West-/Osteuropa oder Amerika sowie Lateinamerika, wäre es ein so lange tolerierter, ja sogar von vielen Stellen inklusive mitforiszen gutgeheißener Zustand, solche Gebäude im absoluten Zentrum der größten Metropole des Landes zu haben.

    Frau Kahlfeldt ist erstens jetzt im Ruhestand und zweitens gegangen, ohne nennenswert irgendetwas außer der großflächigen Ablehnung von Hochhäusern aus fadenscheinigen Gründen bewirkt zu haben.

    Der für mich riesige Hoffnungsträger, das Baugebiet am Molkenmarkt, ist nach wie vor völlig offen und nichts, was zwangsläufig rot-rot-grün überleben wird, dingfest gemacht.

    Alles in allem eine große Enttäuschung und verlorene Chance, denn Kahlfeldt schien durchaus einen anspruchsvollen, klassischen Geschmack zu haben, zumindest wenn man nach den Arbeiten ihres Büros und ihrer Aussagen gehen könnte.

    Ich hab am Frankfurter Tor gewohnt und in der Nähe gearbeitet - den kleinen Seitenhieb auf "Autofahrer" macht man nur wenn man morgens nicht die hunderte wenn nicht tausende Fahrräder Richtung Alex gesehen hat oder es unbedingt irgendwie unterbringen möchte. Auch zum spazieren gehen ist es einfach eine tolle Strasse mit einzigartigen Sichtachsen.

    Ich stimme der besseren Wirkung vom Alexanderplatz 100% zu, und glaube egal in welcher Kubatur und Höhe wird das von allen anderen Standpunkten und Richtungen ein Gewinn sein. Im übrigen finde ich, trotz des mir nicht gefallenen Knochendesigns aus der Schräge, dass die Fassade sehr wertig und gut visualisiert hervorragend zum Alexanderplatz und den Behrensbauten passt - es greift die Gleiche Sprache auf, und fügt sich zeitlos ein. Hier ist ein Bild im Baumagazin dass das sehr gut darstellt: Wolkenkratzer in Berlin: Bauunternehmen Porr übernimmt Hochbau-Auftrag für ABC-Tower

    Der Komplizierteste, teuerste Teil ist der Tiefbau, der ist erledigt. Hier wird niemand umplanen oder gar neuen Tiefbau angehen. Das Ding kommt wohl irgendwann, eventuell ein paar Meter kürzer, das wäre aber auch das höchte und ebenfalls kein Glücksfall. Nein, die Lösung wäre gar kein Turm (schlecht, obwohl ästhetischer), oder mindestens Drei oder mehr Türme - dann, und nur dann, wird diese garantiert erstmal hässliche Überlappung aufgelöst. Mit nur diesem Turm stehen die einzigen beiden Hochbauten genau hintereinander, es wird fürchterlich aussehen. Füllt sich jedoch daneben die "Skyline", nimmt man diese Überlappung nicht mehr so schlimm wahr, es ist einfach Teil des räumlichen Gefüges, und es geht mehr ums dann hoffentlich bessere Gesamtbild. Dennoch - die jetzige Komposition der Sichtachse vom Frankfurter Tor hat etwas einzigartig klassisch-elegant Ästhetisches. Am schönsten wäre es gewesen, den vollen Erhalt dieser von Anfang an einzuplanen. So etwas entsteht auf absehbare Zeit in Deutschland erstmal nicht mehr...

    Ich finde nicht nur, dass es großartig aussieht aufgrund der Staffelung und der klassischen Elemente. Es hat auch Hauptstadtgröße und passt in der Gegend perfekt, weil es ein behutsamer Schritt in Richtung Aufwertung, Nachverdichtung und vor allem Betonung der tollen Ecksituation ist.

    Es ist, egal aus welcher der Straßen man kommt, eine Art Highlight und passt aber auch zu den zwei, drei anderen etwas neueren Gebäuden, die unmittelbar daneben stehen, zum Beispiel dieses Gebäude, das die Kita im Erdgeschoss hat.