Beiträge von ElleDeBE

    Der Tod des Architekten Helmuth Jahn verdient hier eine kleine Erwähnung. Mich hat sein Stil zwar nie inspiriert, es stand für nichts, was mir zukunftsweisend und verheißungsvoll erschien, aber er hat u.a. mit Sony-Center und Bahntower am Potsdamer Platz sowie dem Neuen Kranzler Eck am Ku'damm unbestreitbar auch in Berlin markante Bauten geschaffen. Der gebürtige Franke Jahn starb am 8. Mai 2021 im Alter von 81 Jahren bei einem Fahrradunfall in Campton Hills (USA).

    ^ Dieses Unbefriedigende sehe ich auch und aus den gleichen Gründen wie Du enthalte ich mich hier deswegen zunächst des Urteils. K&K sind ja auch deswegen markante Stimmen dieses Forums, weil beide detaillierte Kennenschaft und deutlich wiedererkennbare Haltungen verkörpern, die einander inhaltlich aber fast entgegen stehen und auch stilistisch und formal radikal divergieren: Konstantin als der brilliante, subjektive Polemiker, Klarenbach, der seine durchaus engagierte Haltung stets in die Sprache der Sachlichkeit kleidet.


    Weil beide so sind wie sie sind, ist der Übergang von dem schroffen, für Außenstehenden nicht in allem zu klärenden und daher verwirrenden Widerspruch zu einem "konstruktiven Austausch" leider nicht zu erwarten, wobei ich im konkreten Fall Konstantin stärker in die Pflicht nehmen würde, als er ja zuerst Aussagen gemacht hat und Klarenbach ihnen zum Teil sehr konkret widersprochen hat, so dass es, meinem Verständnis nach, an Konstantin wäre, jetzt noch einmal darauf zu antworten.

    ^ Ja, sie werden im Beitrag ja auch genannt: veraltete Technik und Schadstoffbelastung im gesamten Gebäude.


    ^^ Danke, G. Henri, sehr interessant. V.a. die "Wartebereiche mit Edelholz" (0:39) und die Kantine "im alten S-Bahn-Look" (0:41) sind an Surrealität kaum zu überbieten. Wer hätte sich die Kantine in diesem Gebäude so vorgestellt? Wäre natürlich schön, wenn solche skurrilen Preziosen irgendwie entgiftet und gerettet werden könnten.

    ^ Du redest weiterhin unbesonnen und unvernünftig, Berlinier, denn von einer Strafe ("Straf-Ticket") kann keine Rede sein, Du hast ja nichts verloren. Im Gegenteil hat Dir RRG immerhin eine vorübergehende Einsparung erlaubt, die Du, wärest Du ein kluger Marktliberaler, inzwischen mit gutem Gewinn hättest anlegen können.

    Ich muss jetzt einen vierstelligen Betrag an meinen Vermieter zurückzahlen. Mitten in der Coronakrise, wie hunderttausende Berliner auch. Danke an jeden, der diese Knalltütenparade gewählt hat.

    kein vernünftiger, halbwegs gebildeter Bürger, der das Leben kennt, wird dem Kläger die Schuld dafür geben, dass der Beklagte ein für die Stadt unopportunes, unterkomplexes und rechtswidriges Gesetz erlassen hat.

    Das kommt mir nun auch nicht gerade wie der Gipfel menschlicher Vernunft vor: Jene vor Kritik in Schutz zu nehmen, die alle ihre Anstrengungen darauf gerichtet haben, eine Mitminderung rückgängig zu machen, von der man selbst gerne profitiert hat, und nun seine Wut über den durch sie entgangenen Mitnahmeeffekt ersatzkompensatorisch auf jene zu kanalisieren, die ihre Anstregungen auf eine solchen Mietminderung gerichtet hatten. Interessante Variante des Stockholmsyndroms.

    Weder hat RL "seelische Wunden auszumachen" versucht, wie Berlinier polemisch unterstellt noch fügt sich die Vorstellung, dass sie "dem Ossi" erkläre, was er wolle (Georges Henri), zur gleichzeitig geäußerten Kritik, sie sei zu behutsam bzw. zu moderierend.


    Was RL sehr eindrücklich, wie ich finde, schildert, ist die Tatsache, dass sie bemerkte, wie sehr in Berlin (und hierin so ganz anders als in Zürich), geschichtliche Wunden, insbesondere auch in Folge der Ost-West-Teilung, weiter wirken, in städtebaulichen und architektonischen Debatten stets mitlaufen und diese mehr oder weniger untergründig prägen. Und dass sie ihre Schweizer Herkunft hier als hilfreich empfunden hat, weil dies eine gewisse vertrauensstiftende Neutralität bedeutete, die den Dialog über die Gräben hinweg erleichterte. Angesichts der Blockaden und sonstiger Probleme, die aus Polarisierungen erwachsen, wüsste ich nicht, was man vernünftiger Weise dagegen einwenden könnte, wenn jemand Gräben zu überbrücken versucht, zumal sie ja nicht sagt, das sei das einzige oder wichtgste Problem Berlins. Dass aber gerade diese Ost-West-Frage hier sofort polemisch-verzerrende Energien mobilisiert, beweist performativ genau das, was in Abrede gestellt werden soll: Das die Ost-West-Teilung in Berlin städtebauliche Fragen weiterhin prägt und vergiftet.

    ^ Vielen Dank, Bauaethet, für den Link!

    Ich habe Frau Lüscher hier immer wieder mal gegen in meinen Augen ungerechte Polemiken verteidigt, aber im Interview hat sie meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Wie Du schreibst: "eine intelligente, differenziert argumentierende, sympathische Frau". Beeindruckend auch, dass, trotz der Ruhe und Unaufgeregtheit des Interviews, in der halben Stunde sehr viele interessante Dimensionen der Stadtentwicklung Berlins angesprochen werden, von konkreten Fragen, ja konkreten Gebäuden über das Nachwirken einer belasteten Vergangenheit (besonders der Ost-West-Teilung) und sich anbahnende Entwicklungen bis zu visionären Ausblicken auf Berlin im Jahr 2070. Daher möchte auch ich das Interview, auch unabhängig von der Person Lüscher, jedem ans Herz legen, der sich für Berlin und Städtebau interessiert.

    Auch ich bin für eine behutsame Randbebauung, aber für mich ist es einfach unbegreiflich, wie etwas, das so offenkundig fasziniert und funktioniert, von der Bevölkerung angenommen wird, der ansässigen wie auch von den Berlinern insgesamt, nicht unwesentlich zur heiteren Strahlkraft und dem Image Berlins beiträgt, dass genau dieser Ort von manchen hier offenbar als verbesserungs- und entwicklungsbedürftiger Problemfall angesehen wird. Und wenn etwas peinlich und provinziell ist, dann eben das: Einen innerstädtischen Freiraum und Glücksfall den eigenen spießigen Vorstellungen anpassen zu und ihm genau das Faszinierende rauben zu wollen.

    ^ Mir liegt es fern, eine Lesart oder einen Standpunkt zu verabsolutieren, und wie Du glaube auch nicht, dass es hier den einzig richtigen Weg gibt. Welche geschichtlichen Spuren bewahrenswert erscheinen und welche nicht, und wenn bewahrenswert, in welcher Weise, steht (für mich) nicht von Vorneherein fest und bleibt daher stets Gegenstand von Debatten und Aushandlungsprozessen.

    ^ Ich lese diese Schäden anders, nämlich nicht so sehr als "Mahnung", also politisch-didaktisch, sondern als Geschichtsspuren, die, wie Narben, Teil der "Biographie" eines Gebäudes geworden sind und ihm mehr Tiefe und Komplexität verleihen, so wie ja auch ferne Zeugnisse der Vergangenheit, griechische Tempel etc., gerade in ihrem Ruinencharakter sprechend bleiben, während eine Vollreko ihnen mit den Spuren der Geschichte eine entscheidende Dimension rauben würde.

    In deinem verlinkten Beitrag fand ich die Details zum Düker interessant; bei der Menge Beton kein Wunder, dass LafargeHolcim Gold und Bronze verleiht. Und ein ehemaliger deutscher Umweltminister im Preisgericht schadet sicher auch nicht.

    Auch mir scheint dieser Punkt im Text von Steeg besonders relevant und ich finde auch Deinen Hinweis auf LafargeHolcim (der das Flussbad Projekt ausgezeichnet hat) in diesem Zusammenhang wichtig. Immerhin ist LafargeHolcim Wikipedia zufolge "für 0,16 % der weltweiten industriell erzeugten Treibhausgasemissionen zwischen 1988 und 2015 verantwortlich und somit einer der größten Verursacher des Klimawandels." Auch sonst ist es nicht durch einen besonders beutsamen Umgang mit der Umwelt aufgefallen und man hat daher durchaus Anlass, hier mindestens Greenwashing zu vermuten.


    Ich sage "mindestens", denn wenn Steegs Angaben einigermaßen stimmen (13.200 Tonnen für Gesamtkonstruktion und 3 700 Tonnen für die verbaute Betonmasse), dann wäre in der Tat kritisch zu hinterfragen, dass hier ein großer Betonproduzent ein Projekt gefördert hat (und man sich hat fördern lassen), das einen solch hohen Betonverbrauch zur Grundlage hat und womöglich zum Leuchtturmprojekt für andere derartige Projekte mit entsprechenden Betonverbrauch würde. So sehr mich das Projekt inspiriert, dieser Punkt ist für mich so wichtig, dass ich, solange ich hier nicht klarer sehe, meine Sympathie für dieses Projekt ruhen lassen werde.


    Vor diesem Hintergrund wäre auch die Rolle von Töpfer bei der Förderung des Projekts (durch LafargeHolcim) zu beleuchten, von dem auf einer Webseite von LafargeHolcim dieses Statement zu lesen ist:

    "'The Flussbad is a poetic metamorphosis of a rather undefined public space into an activated urban landscape.It creates ecological and public benefits, is a strong example for sustainable water management and an important attempt towards sustainable urban life.' – Klaus Töpfer, former German Environment Minister and Member of the Board of the LafargeHolcim Foundation from 2004 to 2013."

    ^^ In Deinem Eröffnungsstatement hattest Du die Intranparenz von Flussbad kritisiert und tatsächlich trägt Transparenz zur Glaubwürdigkeit eines Anliegens bei. Daher ganz offen gefragt: Würdest Du finanziell/geschäftlich davon profitieren, wenn hier das von Dir entwickelte System zum Zuge käme?

    ^ Von einem Verbot habe ich doch gar nicht geredet, warum so empfindlich? Für die Einordnung der Kritik ist es nicht ganz unerheblich, ob der Kritiker neutral ist oder ob eigene Interessen involviert sind.

    Die Anlage kann im Berliner Osthafen besichtigt werden, dort steht sie und leistet ihre Arbeit. D.h., sie verhindert Abwassereinleitungen in die Spree.

    In dem von Dir verlinkten Beitrag schreibst Du:

    "Hätte man die bisher geflossenen, ca. 4,5 Mio. Euro Fördergelder dafür genutzt, technische Anlagen zu bauen, z.B. um Einleitungen in den Berliner Osthafen zu verhindern, wäre dieser heute einleitungsfrei."


    Verstehe ich das also richtig, dass sich in dem Beitrag eine Kritik am Projekt Flussbad Berlin mit der Bewerbung Deines eigenen Lösungsvorschlags verschränken und Du in dieser Frage eigene Interessen verfolgst?

    ^^^ Zunächst einmal: Willkommen im Forum, Deine Expertise in dieser Frage kann sicherlich ein Riesengewinn für die Diskussion sein!

    Ich werde Deinen Text noch lesen und finde es beeindruckend, dass Du Dich offenbar schon so lange und intensiv, lange auch vor dem Flussbad Berlin e.V., dafür eingesetzt hast, dass man in der Spree baden kann. Wenn ich es richtig sehe, hast Du auch schon vor ca. anderthalb Jahrzehnten eine eigene Lösung für Probleme des ungeklärten Mischwassers bei Starkregen vorgeschlagen.


    Da ich allerdings genau deswegen vermute, dass eine Konkurrenz zum Flussbad Berlin bestehen könnte, wäre es natürlich für die Debatte noch besser, wenn sich auch ein_e Vertreter_in der Flussbad Berlin zu Deiner Kritik äußern könnte. Da Du ja mit Ihnen, zu Beginn wenigestens, im Austausch warst, würden wir alle profitieren, wenn Du sie zu einer solchen Debatte hier einladen könntest.

    ^^^ Sicher spielen Kosten eine Rolle, aber sie sollten m.E. in einem Architekturforum nicht die größte Rolle spielen, vor allem dann nicht, wenn über die Zahlen gar keine Klarheit besteht. Hinzu kommt, dass selbst dann, wenn wir klare Zahlen vorliegen hätten, ihre Aussagekraft zu prüfen wäre: Was davon entfällt auf eine Reinigung der Wasserqualität eines Teilabschnitts des Flusses, die auch unabhängig vom Spreebad wünschenswert wäre (wie überhaupt die Reinigung der Wasserqualität der Spree)? Wie hoch wären die tatsächlichen Kosten für die Einrichtungen und den Unterhalt des Flussbades selbst? Und welche positiven ökonomischen und finanziellen Effekte stünden den Kosten gegenüber?


    Man muss kein Prophet sein, um absehen zu können, dass großzügigen Zugänge zum Ufer direkt an vielbesuchten kulturellen Orten zum Verweilen einladen werden, dass ein sauberer Flussabschnitt und die Möglichkeit der sommerlichen Abkühlung und Erfrischung bzw. des Bades mitten in einer Millionenstadt, zwischen zentralen Sehenswürdigkeiten Berlins, bezaubende Sonnenuntergangsbilder mit dem Schloss im Hintergrund hervorbringen wird und daher nicht nur positive Effekte für die Lebensqualität in der Innenstadt, sondern auch für die Attraktivität und das Image der Stadt haben wird. Wie sollte man solche Effekte ökonomisch oder finanziell präzise beziffern?

    ^^ Ich präzisiere: Die Reinigung eines zentralen Abschnitts eines innerstädtischen Flusses und die dadurch entstehende Möglichkeit, zukünftig gut erreichbar im Zentrum schwimmen gehen oder einfach nur an einem sauberen Fluss verweilen zu können, ist alles, aber sicher kein "Showeffekt".

    ^^ Die Reinigung eines innerstädtischen Flusses und die dadurch entstehende Möglichkeit, zukünftig gut erreichbar im Zentrum schwimmen gehen oder einfach nur an einem sauberen Fluss verweilen zu können, ist alles, aber sicher kein "Showeffekt".