Es ist schon beglückend, wie viel urbaner diese Ecke schon jetzt wirkt, obwohl das Gebäude noch gar nicht bezogen ist. Das großartige vorletzte Foto zeigt das besonders schön. Und auch, wie gut sich die Spiegelung des Fernsehturms auf der Fassade macht. Danke, Merlin.
Beiträge von ElleDeBE
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Was hier von manchen über den Abschluss des Berlinian gesagt wird, passt in meinen Augen gut zum Zoofenster. Da hatte mich der Abschluss enorm gestört und mir das Gebäude nachhaltig verleidet. Auch im direkten Vergleich wird deutlich, wie dezent die Berlinian-Asymmetrie (die man mögen kann oder nicht) ist. Man wird sie mit der Zeit kaum wahrnehmen.
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Immerhin sind (zumindest einige) Mietverträge auf ca. vier Jahre befristet. Eine große Bürofläche von 2.560 m² wird mit dem Zusatz angeboten: "Achtung: Mietvertragslaufzeit kann nun [sic!] bis zum 31.12.2030 angeboten werden."
Das scheint in meinen Augen dafür zu sprechen, dass die Betreiber durchaus mittelfristig mit einem Abriss rechnen.
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^und ^^: Dass in der Neuköllner Linken auch problematische Haltungen existieren, ist richtig. Da sollte die Linke aktiv werden. Dass Menschen sich mit einem Staat nicht leicht tun, der ihr eigenes Existenzrecht mit Füßen tritt, scheint mir dagegen nicht mysteriös und sollte anders als mit Antisemitismusvorwürfen beantwortet werden, die auf eine Definition fußen, die systematisch die Grenze zwischen Judenfeindlichekeit und Israelkritik verunklart und weniger dem Schutz jüdischen Lebens in Deutschland, sondern hauptsächlich dazu dient, Israelkritik zu diskreditieren.
Was ihr m.E. unterschätzt, sind die kommunikativen Machtverhältnisse. Wer besitzt die Skandalisierungsdominanz? Wer ist in der Lage, ein Palästinensertuch in den Bereich des Anstößigen zu rücken? Wo liegt die kommunikative Macht, wenn die Solidarität mit den jahrezehntelang völkerrechtswidrig besetzten palästinenischen Gebieten in die Nähe des Antisemitismus gerückt werden kann oder auch nur als "Einseitigkeit", während die Bekundung uneingeschränkter Solidarität mit dem Staat Israel nicht nur als unproblematisch gilt, sondern sogar als normative Forderung, ja als Teil "deutscher Staatsraison"?
Das ist übrigens mein letzte Wort dazu hier im Forum, ich möchte gerade nicht dazu beitragen, diese durchsichtige "Antisemitismus"-Debatte hier am Laufen zu halten.Für unser Thema, die Architektur, wird diese Regierung eine einschneidende Entwicklung hervorrufen, jenseits von Enteignung, deren Debatte schon soviel geschadet hat. Die Privaten Bauträger, die über 60 Prozent des Wohnungsneubaus in Berlin getragen haben, wenden sich ab. Groth macht zu, Bauwens geht weg, Kondor Wessels verlegt seine Schwerpunkte nach Polen, die Zechgruppe zieht sich aus dem Wohnungsbau zurück und eine Reihe von Bauträgern sind schon pleite.
Schon faszinierend, wofür eine mögliche Regierung, die noch nicht einmal fest steht und die noch gar nicht in Amt ist, schon jetzt verantwortlich gemacht wird. Wenn die KI für etwas gut ist, dann dafür: dass sie solche breitbeinig auftretenden Behauptungen mühelos zum Einsturz bringt.
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^^ Ich schätze sonst Deine Beiträge und Deinen Einsatz hier im Forum sehr, Jan85, aber in dieser Frage reproduzierst Du in meinen Augen ungewollt eine Kampangne, die den Antisemitismusvorwurf ganz offensichtlich dazu instrumentalisiert, die Linke aus der Regierungsbeteiligung auszuschließen – und Gefahr läuft, der AfD den Weg in Regierungen zu bahnen.
Statt Dich einer Verdachtshermeneutik widerstandslos zu überlassen und überall nach Spuren eines Antisemitismus unter Linken zu suchen und nun sogar ein Palästinensertuch in die Nähe der politischen Fragwürdigkeit zu rücken, empfehle ich Dir einen Blick in diese Bertelsmann-Studie (S. 12). Die Linke ist, verglichen mit SPD, CDU und natürlich AfD, weniger antisemitisch eingestellt.
Lass uns daher hier auf die politischen Fragen konzentrieren, in denen es um Berlin und insbesondere um Architektur und Städtebau geht. Sonst laufen wir Gefahr, politische Konflikte zu importieren, die in einem Architekturforum wenig zu suchen haben und geeignet sind, das Klima zu vergiften.
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^ Danke!
Die Pläne kannte ich. Ich hatte nur die von Immofokus verwendete Formulierung "öffentlich zugängliche Passage zwischen Covivio Tower und dem benachbarten Park Inn" nicht als Weg zwischen den beiden Gebäuden gelesen, (was hier gemeint ist), sondern als Verbindung zwischen diesen beiden Gebäuden.
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^ Danke für die Infos, Johannes_0965. Ich bin bei der Information: eine öffentlich zugängliche Passage zwischen Covivio Tower und dem benachbarten Park Inn hängen geblieben, denn ich kann mir nicht vorstellen, wo die verlaufen soll, zumal ja die bestehende Verbindung zwischen den beiden Gebäuden ja gerade wegfallen soll. Nicht, dass die doch irgendwie erhalten bleibt?
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^ Guter Einwand. Vielleicht ließe sich ein statischer (oder konservativer) von einem dynamischen Begriff der kritischen Rekonstruktion unterscheiden. Im ersten Fall bleibt die "klassische" europäische Stadt Maßstab. Das aber ließe wenig Raum für eine Weiterentwicklung, ja in extremis wäre der Abbruch aller Bauten, die sich diesem Bild nicht fügen, geboten. Aber das wäre gerade nicht mehr kritische Rekonstruktion im Sinne der Weiterentwicklung der europäischen Stadt.
Im anderen Fall ginge es darum, auch die Moderne, auch Hochhäuser im Internationalen Stil, die mit der klassischen europäischen Stadt gebrochen hatten, als Teil der Geschichte anzuerkennen und sozusagen retroaktiv in die europäische Stadtgeschichte zu intergrieren, z.B. durch Verbindung von Hochhaus und Sockel mit Blockkanten in Traufhöhe. Das ist das, was hier am Alexanderplatz geschieht. Und das trifft wohl auch besser das, was kritische Rekonstruktion intendierte. -
Interessante Debatte.
Ähnlichkeiten zum Seagram Building sind in der Tat offensichtlich, aber Architektur-Fan hat auch recht, wenn er den Internationn Stil als abgeschlossene Periode ansieht. Zudem ist beim Berlinian der Baukörper architektonisch gegliedert, und zwar, anders als beim Seagram, nicht nur zwischen Sockel, Schaft und Krone, sondern eben auch innerhalb des Schafts: Glas; Naturstein-Lisenen; Gesimsbänder; vertikale Ordnung. Kleihues + Kleihues beschreiben sie selbst als Weiterentwicklung der tektonischen Fassadengliederung des benachbarten Galeria-Kaufhauses.
Genau das unterscheidet beide Gebäude auch in anderer Hinsicht: Während für den International Style die Kontexlosigkeit zentral war, – das Gebäude konnte prinzipiell überall stehen, - orientiert sich das Berlinian an der Umgebung, nicht nur am bestehenden Galeria-Kaufhaus, und steht hierin der Idee des Neo-Rationalismus bzw. europäischen Rationalismus näher. Hierin steht er auch in der Tradition der "kritischen Rekonstruktion" von Josef Paul Kleihues, die also nicht historische Rekonstruktionen einzelner Gebäude anstrebt, sondern die Weiterentwicklung der städtischen Struktur mit zeitgenössischen Mitteln.
Zur Einordnung des Berlinian hilft also der Name des Architekturbürs weiter: Kleihues + Kleihues. Der Name Josef Paul Kleihues steht für kritische Rekonstruktion, der Name Jan Kleihues für die zeitgenössische Weiterentwicklung des rationalistischen/kontextualistischen Ansatzes.
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Kürzlich wurden in einem Nachbarforum Alternativen visualisiert, mehr, höher und gestaffelt. Hier kann man sich ein Bild machen, was man gewönne - und verlöre. Ich finde das Ergebnis nämlich zweideutig. Einerseits wäre die Skyline vielfältiger und dynamischer, aber andererseits wäre sie austauschbarer. (Das wird noch deutlicher, wenn man solche Radikalisierungen betrachtet.)
Was verloren ginge, ist genau jene Strenge, die man als monoton und/oder langweilig ablehnen, aber eben auch als schlicht und elegant bejahen kann, und die jedenfalls gut zu Berlin passt. Wenn es darum geht, das Profil Berlins auch mit Hochhäusern zu bewahren und sogar zu stärken, und ich denke, Berlin sollte diesen Weg weiter gehen, dann ist die Verbindung aus Blockrand und strengen, nüchternen Hochhäusern nicht das Schlechteste. Das bedeutet aber nicht, dass man über Staffelungen nicht nachdenken sollte.
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^^ Hinzu kommt natürlich, dass die (im Bau befindlichen bzw. geplanten) Hochhäuser am Alex fast doppelt so hoch wie die des Komplex Leipziger Straße sind. Aber ich weiß nicht, ob man die vermutlich bewusst provokative Überspitzung von Architektur-Fan ernsthaft diskutieren soll.
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^ Es gab unendlich viele politische Debatten über Höhen und Höhenbeschränkungen, aber Ich kann mich an keine einzige erinnern, in der Politiker:innen oder Investore mehr Höhe gegen Verjüngung vorgeschlagen hätten. Ich dachte, das läge hauptsächlich an Unwirtschaftlichkeit (geringere Nutzflächenquote bei gleicher Bruttogeschossfläche, geringere Raumeffizienz bei wachsender Höhe), aber die Sache scheint wohl nicht so eindeutig, weil entgegengesetzte Faktoren ins Spiel kommen (vgl. z.B. hier).
Es wäre daher schön, wenn weniger starr in den Bahnen von Höhen- und Höhenbegrenzungen gedacht würde. Weil aber absehbar gerade die Parteien gestärkt aus der Wahl hervorgehen werden, die in der Frage der Bebauung im Alexanderplatz die Kriterien "niedriger" und "Sichtachsen" betonen (die Linke fordert sogar "ein Ende der sinnlosen, teuren Hochhausbauten"), sehe ich auf absehbare Zeit leider wenig Grund zum Optimismus in dieser Frage.
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^^ Auf die Frage, wie "Free Palestine" zu verstehen sei, antwortet ChatGPT, typischerweise könne der Slogan bedeuten.
"Palästinensische Selbstbestimmung", "Ende der israelischen Besatzung palästinensischer Gebiete, insbesondere des Westjordanlands"; "Ende der Blockade und Einschränkungen im Gazastreifen", "Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates, etwa im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung", "allgemeiner: gleiche Rechte, Bewegungsfreiheit, Sicherheit und politische Freiheit für Palästinenser:innen."
In der gegenwärtigen Lage und angesichts der Machtverhältnisse scheint mir das die nächstliegende Deutung.
Das bedeutet nicht, dass andere, extremistische Deutungen nicht auch möglich sind oder nicht existieren würden. Über die Situation in Neukölln kann ich wenig sagen. Aber ich kann sagen, dass ich sehr viele Linke kenne, ich selbst verstehe mich eher als links, und alle deuten free Palestine im oben genannten Sinn oder im Sinne eines gemeinsamen binationalen Staates mit gleichen Rechten für alle. Ich kenne hingegen keinen Linken, keinen einzigen, der sagt oder wünscht, es solle kein israel mehr geben. -
^ Es ist nicht unmöglich, bedarf aber einer ziemlich missgünstigen – und angesichts dessen, was in den besetzten Gebieten tagtäglich passiert, auch wenig angemessenen – Verdachtslektüre, um "Free Palestine" als Ausdruck von "Antisemitismus" zu lesen.
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^ Ich kann reinen Hochhäusern ohne Sockel auch viel abgewinnen und habe sogar eine Schwäche für besonders schlanke Hochhäuser, wie sie etwa in Hongkong zu finden sind. Ich finde auch Dein Argument grundsätzlich nachvollziehbar. Ich habe auch nicht behauptet, dass Berlin einen Extraweg gehen muss, zumal das gewiss auch mit Einschränkungen (der Vielfalt) einherginge. Dafür aber entstünde allmählich eine Wiedererkennbarkeit, die aus der Weiterentwicklung einer spezifischen identität (Blockrand, Traufhöhe) folgt, diese mit etwas für die Stadt relativ Neuem (Hochhäuser, in Zukunft wohl auch mehr Wolkenkratzer) vermittelt, und das ist mir sympathischer als harte Brüche mit der Identität, denen dann fast notwendig rückwärtsgewandte Versuche folgen, vergangene Identitätsfassaden zu errichten.
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^ Was spricht dagegen, dass Berlin hier einen eigenen Weg geht und die Blockrandbebaung mir relativ einheitlicher Traufhöhe auch bei den Hochhäusern nicht einfach aufgibt, sondern qua Sockel bewahrt? Dann gibt Berlin seine Identität nicht einfach auf, sondern setzt sie auch mit Hochhäusern fort und entwickelt das vielleicht sogar zu einer Eigenart, die Berlin von den meisten anderen Städten unterscheidet. Vancouver ging in diese Richtung und man spricht hier von "Vancouverism". Wenn Berlin mit einer rigorosen Bindung von Hochhäusern an Sockelbauten mit einheitlicher Traufhöhe für einen "Berlinerismus" bekannt würde, hätte ich nichts dagegen.
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Wenn man den Sockel von 22,50 m (wenn ich das richtig lese) um einen Stockwerk erhöhen würde und das Ding ca. 28 m hätte, was das Baukollegium als Mindesthöhe veranschlagte, wäre das möglicherweise ein guter Kompromiss: Der krasse Unterschied zu den anderen Sockelbauten wäre weg, ohne dass durch einen zu hohen Sockel das ParkInn an Eleganz verlöre.
(Alternativ könnte das ParkInn mit Leichtbauweise nach oben gestreckt werden und der Sockel entsprechend höher sein, aber eine einheitliche Traufhöhe der Sockel wäre, da gebe ich Tinus recht, vermutlich langweiliger.)
Interessant übrigens, dass das Kollegium eine größere Höhe anmahnt. Normalerweise ist es ja umgekehrt, die Bauträger wollen ja zumeist das Maximum an Fläche herausholen.
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^ Vor allem ist diese skulpturale Tiefe keine reine Deko ohne Funktion, sondern ergibt sich in erster Linie aus den Photovoltaik-Elementen. Aus neuen technologischen Möglichkeiten und neuen (ökologischen) Herausforderungen erwachsen neue gestalterische Möglichkeiten. Ich bin gespannt, wie sie in Zukunft weiter entwickelt werden.
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^ Eine aktuelle Allensbach-Umfrage (vgl. hier) scheint die Aussage, dass Berlin nicht mehr in dem Maße als Vorreiter wahrgenommen wird wie früher, indirekt zu bestätigen. Während bei einer Umfrage im Jahr 2007 66 Prozent angegeben hatten, die Hauptstadt sei eine faszinierende Metropole und nur 14 Prozent äußerten, Berlin habe keine Ausstrahlung, stimmen heute nur noch 31 Prozent der Befragten der Aussage zu, Berlin sei eine faszinierende Metropole. 36 Prozent dagegen finden, Berlin sei eine Hauptstadt ohne Ausstrahlung.
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^ Da ich die Simon-Gallerie von Chipperfield wunderschön finde, hat mich Deine Aussage ("selbst Chipperfield bezeichnete seine Schöpfung als teure Mülltonne") gewundert und ich habe mir die Mühe gemacht, sie zu recherchieren.
Chipperfield sagte: „Was wir hier bieten, gibt’s nicht auf der Museumsinsel: Es gibt kein Auditorium, es gibt keine Shops, keine anständigen Garderoben, ordentliche Ticketcounter, gar nichts. Das Gebäude hat all den Krimskrams, den es sonst auf der Museumsinsel nicht gibt. Das war mühevoll am Anfang, sollten wir eine Mülltonne oder einen Einkaufskorb planen? Es ist ein Gebäude, das alles verbindet, und das war architektonisch herausfordernd.“Offenbar liegt britisch-trockener Humor für manche außerhalb ihres Frequenzbereichs.