Ich war einmal in meinem Leben in New York – im September 1998, ziemlich genau drei Jahre vor dem Anschlag. Da war ich Anfang 20. Architektonisch fand ich das Empire State Building immer interessanter, ich stehe auf dieses Art-Deco-New York der 20er/30er-Jahre. Aber ich werde nie vergessen, wie wir von Midtown Manhatten aus mit der U-Bahn zum WTC-Komplex gefahren sind. Wir kamen in einem der Türme (ich glaube, dem Südturm) aus dem U-Bahnhof heraus und mussten erstmal auf den Platz treten, um die Gebäude von außen zu sehen: Du trittst aus einer Tür, drehst Dich um, legst den Kopf in den Nacken – und starrst eine Wand hinauf, die einfach nicht aufhört... Das war, wie die Amis sagen, ein Jesus-Christ-Moment.
Wirklich schön fand ich die Türme nicht, sie waren damals auch im Innern schon ganz schön in die Jahre gekommen. Aber beeindruckend, ohne Frage. Und wie sie die Silhuette der Stadt geprägt haben, bleibt für mich als 80er/90er-Kind natürlich unvergesslich. (Ebenso wie ihr Ende, das ich mit denselben Freunden, mit denen ich in New York war, in Berlin erlebt habe. Vor einem Radiohead-Konzert im Regen; in der Erwartung, das jetzt ein Krieg beginnt. Ebenso unvergesslich. Brrr.)