Beiträge von Architektenkind

    Wie ordnest Du es ein, dass der Senat ohne hartnäckige Anfragen keine Übersicht über bestehende oder geplante Hochhäuser parat hat? Und wie ist das mit diesem großen Masterplan, der seit Jahren nur verbal existiert? Inwiefern siehst Du hier ein aktives Interesse am Gestalten oder zumindest Ermöglichen?

    Sorry, aber ich bin weder Anwalt des Senats noch stehe ich hier vor Gericht.

    jan85 Du tust ja geradezu so, als hätte ich eine Hymne auf den Senat gesungen. Habe ich nicht. Ich habe nur dem viel zu einfachen Narrativ von den Hochhausverhinderern widersprochen, das Blaine und andere hier dauernd verbreiten. Die von Dir genannten Punkte sind mir selbstverständlich bewusst.*


    Auf der anderen Seite hat der Hochhausbau in Berlin derzeit eine Dynamik wie nie seit der Wiedervereinigung. Das hat was mit dem Investitionsklima zu tun und mit den älteren Masterplänen für Mediapsree und Alex. Aber mit den Investoren am Alex scheint der Senat sehr gut zusammenzuarbeiten. Keine Schikanen, sondern konstruktive Begleitung. Schau Dir die Debatten im Baukollegium mit Sauerbruch-Hutton, Kleihues und Ortner & Ortner an – da war von Verhinderungsversuchen nichts zu spüren.


    Den Angriff auf Amazon hat nicht "der Senat" gefahren, sondern Florian Schmidt als Person – der Senat hat ihm sofort eine Absage erteilt.


    * Aber das weißt Du ja.

    ^ Sie wissen genau, dass derzeit drei, demnächst fünf Häuser im Bau sind, die das Park Inn um fünf bis fünfunddreißig Meter übertreffen werden. Und schreiben trotzdem von den "Verhinderern". Naja, wenn Sie wollen...

    ^ Um das "Nein" zu erläutern: Zum einen ist ein Bauwerk zunächst einmal kein Statement gegen andere Bauwerke, sondern steht für sich. Ein Schnitzel ist kein Statement gegen ein Steak. Zum anderen ist die Revaler Spitze zeitgenössische Büroarchitektur mit Anlehnung an die Neue Sachlichkeit – sprich: Die frühe Form der Moderne in der Weimarer Republik. Horizontale Backsteinbänder als Schmuck finden sich etwa in Bruno Tauts Siedlung Schillerpark im Wedding. Und die gehört zum UNESCO-Welterbe "Siedlungen der Berliner – na? richtig: Moderne".


    Um dieses Projekt davon abzugrenzen, gar zu einem Statement zu machen, hätte es schon ein wenig mehr Dekorationsaufwand z.B. Richtung Backsteinexpressionismus bedurft. Wie beim grandiosen Ullsteinhaus. So spiegelt es eher die früh-klassische Moderne, als dagegen aufzubegehren.


    Mir gefällt die Revaler Spitze im Großen und Ganzen gut. Nur finde ich den Anteil an Glas bei den roten Gebäudeflügeln zu hoch; auch sind die Fenster im Vergleich zum Epochenvorbild zu grob unterteilt. Das wurde andernorts in Berlin besser und mit mehr Liebe zum Detail gemacht – z.B. beim TU-Gebäude in der Marchstraße von Nöfer.

    ^ Stimmt schon. Aber der Senat hat das damals ja nicht aus Jux und Dollerei gemacht (Höhö, bescheren wir dem blöden Volk mal verkommene Parks!), sondern weil die Stadt pleite war. Die Ursachen dieser Pleite sind komplex, der Bankenskandal ein zentraler, aber nicht der einzige Faktor. Ganz erholt hat sich Berlin davon bis heute nicht. Aber es gibt, wie Du sagst, Zeichen der Besserung. Zum Beispiel die Sanierung des Volksparks Friedrichshain – dazu werde ich, sobald das Wetter passt, mal einen ausführlichen Beitrag machen.


    Rund ums Humboldtforum ist Gartenkultur m.E. nur am Schinkelplatz möglich. Der Lustgarten selbst ist – ohne Corona – viel zu sehr Nutzfläche, um Gartendenkmal zu sein.

    mir missfallen die nach wie vor die Einschnitte in das Gebäude, vor allem, weil sie derart tief sind

    Geht mir ähnlich. Besser hätte mir gefallen: Unteres Drittel keine Einschnitte, mittleres wie gehabt, oberes Einschnitte an allen vier Ecken. Dann hätte man dieselbe Nutzfläche, aber einen eleganten Verjüngungseffekt statt dieser eher irritierenden Überhänge. Auch finde ich, die vielen Unterschiede in den Geschosshöhen bringen zuviel Unruhe in die Fassade.


    Dass die Grund-Wohnungen in den unteren beiden Abschnitten Wohnflächen von 32 Quadratmeter haben werden, finde ich ebenfalls seltsam. Was soll das werden? Studibutzen für Millionärskinder? Oder Anlageobjekte mit Wochenendnutzung?


    Dennoch: Das Material ist mit seinem hohen Anteil an hellem Marmor viel interessanter als erwartet und durch die Anlehnung an die Behrensfassade passt das ganze auch gut zum Alex. Bin gespannt auf das Ergebnis.

    ^ Also, ich bin definitiv kein Freund von Identitätshuberei jeglicher Couleur, aber ich mag auch keinen Bullshit. "Siemensstadt Square" ist Bullshit. Und – for example – "Alexander – Berlin`s Capital Tower" auch. Das tut mir halt in den Ohren weh.

    Kupferabdeckungen hätte ich mir für die Erker auch vorstellen können ich weiß jetzt nicht wo du bei der Staffelung sinnvoll eine kupferabdeckung angebracht hättest

    Ich meine nicht die Erker, sondern die ganze Länge der schmalen Flachdächer. Nimm das erste Foto von Theseus – wäre doch schick, hätte es hier statt der Flachdächer über die ganze Länge kupferne Schrägdächer gegeben, dem Winkel der Staffelgeschosse folgend. Aber, wie gesagt, Sahnehäubchen. Sieht auch so gut aus.

    Durch die Schrägstellung der Fassade zum Parzellenrand wird auch zur Schlesischen die Ausrichtung der beiden Baukörper lesbar. Zudem entsteht mit dem entstandenen Rücksprung ein kleines Entrée für die Gesamtanlage.

    Genau. Und das zeigt eigentlich schon ein kleiner Blick auf Google Maps. Der "Winkelfehler" ist kein Fehler, sondern bezieht die Umgebung mit in die Architektur ein: Das südliche Gebäude schließt an die Gründerzeitbauten an, das nördliche an die Cuvrystraße. Ich find's schick, ein bemerkenswertes Projekt.


    Zwei kleine Wermutstropfen: Statt einer Glasbarriere zwischen den Häusern hätte ich mir eine Glasbrücke gewünscht. Das hätte den Zugang zum Hof offener gemacht. Außerdem hätte, wie schon öfter erwähnt, roter Backstein besser an dieses Spree-Ufer gepasst als grauer. Das Sahnehäubchen wären kupferne Spitzdächer gewesen, aber man kann nicht alles haben.

    ^ Nö, das glaube ich auch. Wollte die Genehmigungslage beschreiben, aber gebaut wird von den 150-Meter-Türmen erstmal nur Monarch. Für das Hines-Grundstück werden die Karten wohl neu gemischt – auf welche Höhe das dann hinausläuft, hängt vom Investor und von der politischen Konstellation nach der nächsten (oder übernächsten) Wahl ab.

    Warum hier jetzt wieder Tram und U-Bahn gegeneinander ausgespielt werden sollen, kann wohl nur jemand verstehen, der noch weniger Ahnung von Verkehr hat, als unser geschätzter Llewelyn

    Ist ja schon mal ein Fortschritt, dass er "Tram" geschrieben hat und nicht "Bimmelbahn". Das "So geht ÖPNV" zeigt natürlich wieder, dass er die Sache mit dem komplexen System Nahverkehr und den unterschiedlichen Anforderungen an verschiedene Verkehrsmittel nicht begriffen hat.

    Georges Henri Ach komm, das ist billig. Wir hatten uns hier schon wesentlich sachlicher über Perspektiven und Blickachsen unterhalten. Ich bin kein großer Anhänger der 130-Meter-Grenze, aber ich verstehe das dahinterstehende Argument. Wenn Du es entkräften willst, mach Fotos mit Höhenvergleichen von den nord-östlichen Einfallstraßen – Prenzlauer, Greifswalder, Schönhauser. Oder sag einfach, dass es Dich nicht stört, wenn die Kugel des Turms optisch von Hochhäusern geschnitten oder verdeckt wird. Das fände ich völlig in Ordnung.


    Dieses Foto ist einfach nur manipulativ: Aus dieser Perspektive würde selbst ein 200-Meter-Turm auf dem Park-Inn-Grundstück winzig wirken. Über die Wirkung der Skyline aus Norden und Osten sagt das gar nichts aus. Und das weißt Du auch.

    Ich bezweifle allerdings, dass das Thema Einheitshöhe durch 20 Meter Höhenunterschied bei einem Hochhaus ad acta gelegt werden kann. In diesem Artikel der taz gibt es ein anschauliche Grafik mit den aktuellen Planungen, die zumindest eine Einheitshöhe suggerieren.

    Nur noch mal zur Klarstellung: Der ursprüngliche Kollhoffplan sah für den Alex eine Einheitshöhe von 150 Metern vor. Inzwischen haben wir in der Planung eine Abstufung von 125, 130, 134 und 150 Metern. Enstanden ist diese Differenz a) durch den Beschluss, das Park Inn zu erhalten (125 Meter), b) durch die Baugenehmigungen für Hines und Monarch (150 Meter), c) durch die 130-Meter-Grenze des amtierenden Senats und d) durch deren graduelle Aufweichung beim Signa-Turm am Kaufhof. Mal sehen, wie es mit den nächsten Türmen und evtl. einem anderen Senat weitergeht.


    Ja eine absolute Lachnummer - obwohl ich eher den Verdacht habe - dass man die Höhendominante durch das Park Inn als Meilenstein der Ostdeutschen Hochhausarchitektur unübertroffen gesehen haben wollte.

    Ich halte fest: Deine überkritische Haltung, die Du beim Bau von Kitas an den Tag legst, fällt wie ein verkorkstes Soufflé in sich zusammen, wenn Du ein Foto siehst, das Deine Vorurteile bestätigt.

    ^ Das scheint mir doch alles etwas überinterpretiert. Zum einen weißt Du gar nicht, wie es innen aussieht (wo sich die Kinder schließlich aufhalten). Meine Vermutung: Eher gelb als grau (siehe die Eingänge). Der Schluss von einer dunklen Holzfassade auf eine die Phantasie mordende Einrichtung ist jedenfalls unzulässig – die ganze Endell'sche Farbenlehre damit, wie der Brite sagt, pointless.

    Aber vielleicht sprechen die Kinder ja auch bereits 3 Fremdsprachen, besuchen Kurse in Rhetorik und sind für den Triatlon angemeldet.

    Cowboy und Indianerspiele sind sowieso nicht mehr Poc, Milchkühe sind lila, Bienen kacken Honig und Prinzessinnen sind Verkörperung eines positivistisch manipulierten Klassismus in Gestalt eines unmündigen, oberflächlichen, weiblichen Stereotypes. Da darf eine Kindertagesstätte auch mal nur wie eine graue Holzkiste aussehen.

    Okay, Du willst Helikoptereltern persiflieren. Außerdem political correctness (wobei es "pc" heißen müsste, nicht "poc"), Entfremdung von der Natur (wobei die Geschichte mit den lila Kühen seit 20 Jahren niemand mehr kennt) und gender politics in der Kita (wobei "positivistisch manipulierter Klassismus" nicht mal im schlimmsten Poststrukturalisten-Jargon einen Sinn ergibt). Kannste ja gerne machen, habe ich nicht mal was gegen einzuwenden. Nur was, in aller Welt, hat das mit der schlichten, nüchternen Holzfassade dieser Kita zu tun?


    Mich stört weniger das Gebäude als das tatsächlich recht trist gestaltete Gelände. Das wirkt nicht sehr Toberei-freundlich. Aber vielleicht zeigen die Bilder ja auch nur die falsche Seite.