Beiträge von Architektenkind

    Dekoratives Anführungszeichen

    Arty, wir arbeiten an dem Problem des Interhotels. ... Eins nach dem anderen.

    Wer ist "wir" und in welcher Form bist Du demokratisch legitimiert, dieses "Problem" zu bearbeiten?

    Nicht missverstehen: Der Bau bedeutet mir nichts, meines Erachtens kann er gerne weg. Aber dieser Tonfall, als würde Potsdam Dir bzw. "Euch" gehören – der ist schon ein bisschen anmaßend, nicht wahr? Das kumpelhafte Versprechen an den lieben Arty mal außen vor.

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    Auch strafrechtlich muss man sehen, dass eine Vorteilsannahme mit der Überweisung abgeschlossen wäre. Eine Rücküberweisung wirkt hier nicht strafbefreiend.

    Aha, Du bist Jurist? Wenn mir also jemand Geld überweist, und ich es sofort zurücküberweise, dann habe ich trotzdem einen Vorteil angenommen und gehöre in den Knast? Das ist super, dann fange ich demnächst an, vielen Leuten, die ich nicht mag, Geld zu überweisen und schreibe "Für Deine Dienste, Du weißt schon" in den Überweisungszweck. Lol.

    Ich war einmal in meinem Leben in New York – im September 1998, ziemlich genau drei Jahre vor dem Anschlag. Da war ich Anfang 20. Architektonisch fand ich das Empire State Building immer interessanter, ich stehe auf dieses Art-Deco-New York der 20er/30er-Jahre. Aber ich werde nie vergessen, wie wir von Midtown Manhatten aus mit der U-Bahn zum WTC-Komplex gefahren sind. Wir kamen in einem der Türme (ich glaube, dem Südturm) aus dem U-Bahnhof heraus und mussten erstmal auf den Platz treten, um die Gebäude von außen zu sehen: Du trittst aus einer Tür, drehst Dich um, legst den Kopf in den Nacken – und starrst eine Wand hinauf, die einfach nicht aufhört... Das war, wie die Amis sagen, ein Jesus-Christ-Moment.

    Wirklich schön fand ich die Türme nicht, sie waren damals auch im Innern schon ganz schön in die Jahre gekommen. Aber beeindruckend, ohne Frage. Und wie sie die Silhuette der Stadt geprägt haben, bleibt für mich als 80er/90er-Kind natürlich unvergesslich. (Ebenso wie ihr Ende, das ich mit denselben Freunden, mit denen ich in New York war, in Berlin erlebt habe. Vor einem Radiohead-Konzert im Regen; in der Erwartung, das jetzt ein Krieg beginnt. Ebenso unvergesslich. Brrr.)

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    Solange das Mercure Hotel die Innenstadt höhenmäßig und ästhetisch dominiert wird aus Potsdam auch kein Schwan.

    Dass die Qualität des Potsdamer Städtebaus am Abriss des Mercure hinge, behauptest Du seit Jahren. Es ist, der philosophischen Bedeutung des Begriffs gemäß, Bullshit. Aber Du wirst es auch weitere Jahre lang behaupten, weil Du solche "hot takes" für Deine Selbstinszenierung brauchst: Die ganze Welt ist unter Deinem Niveau, und Du bist viel zu erhaben, um Dich in solche Niederungen hinabzubegeben. Es ödet mich an.

    ^ Dazu fällt mir sehr viel ein. Bevor es ausufert, beschränke ich mich auf eine kleine Collage von Gedanken:

    • In Sachsen-Anhalt war die CDU seit über zwei Jahrzehnten an der Macht, sie war quasi die "natürliche" stärkste Kraft. Das war in Berlin in diesem Jahrhundert anders. Hier war sie nur sporadisch an der Macht, weshalb ihr die Probleme der Stadt weniger angelastet werden als die Probleme Sachsen-Anhalts. (Merz bleibt aktuell dennoch eine Bürde.)
    • In Sachsen-Anhalt hat die CDU einen geachteten, langjährigen Landesvater gegen ein weitgehend unbeschriebenes Blatt getauscht und verloren. In Berlin hat die CDU einen erst seit kurzem wirklich bekannten, unglücklich agierenden Bürgermeister gegen ein unbeschriebenes Blatt getauscht – und scheint davon zu profitieren.
    • Die AfD konnte sich in Sachsen-Anhalt an Verhältnissen und Problemen hochziehen, die es in Berlin schlicht nicht gibt (aller hiesigen Klagen zum Trotz). Sie hatte außerdem einen Charismatiker als Spitzenkandidat. Davon ist sie in Berlin zum Glück weit entfernt (und wird dennoch ihr bestes Ergebnis bislang einfahren).
    • Die Linke, auferstanden wie Phönix aus der Asche, hat das Mietenthema glaubwürdiger besetzt als jede andere Partei (ob man ihre Lösungsvorschläge nun teilt oder nicht). Das macht sie stark. Gleichzeitig ist von der verlässlichen, berechenbaren Linkspartei der Ära Lederer heute wenig übrig. Neue Leute sind am Ruder, viele jung, enthusiastisch und radikal – viele auch mit zweifelhaftem Ruf. Das macht sie suspekt.
    • Spekulation: Ich kann mir vorstellen, dass sich viele eine starke Linke wünschen, um die sozialen Probleme anzugehen. Einen linksgeführten Senat wollen sie vielleicht aber doch nicht. Das könnte den Rückgang in den Umfragen nach der Führung im Sommer erklären.
    • Viele der Themen, die bei jan85 unter "links" subsumiert sind, würde ich eher als "umkämpft" betrachten. Beispiel Verkehr: Die Grünen kämpfen für Kiezblocks und Radwege, die CDU unter dem Slogan "Berlin ohne Poller" (oder so) dagegen. Das Problem der Verwahrlosung haben dagegen inzwischen auch Grüne und Linke für sich entdeckt.
    • Die SPD ist mit einem importierten Spitzenkandidaten angetreten und wirkt einigermaßen derangiert. Seit gestern bin ich mir aber nicht mehr so sicher, ob sie nicht doch für viele zum taktischen Zufluchtsort werden könnte (weit entfernt von früheren Zeiten, versteht sich).
    • Die FDP dürfte raus sein. Muss man stattdessen das BSW auf dem Zettel haben? Seit gestern halte ich auch das nicht für ausgeschlossen.

    Ich rechne inzwischen eher mit Kenia unter Evers als mit Rot-Rot-Grün unter Eralp. Aber ich habe aber auch nicht damit gerechnet, dass es das BSW in den Landtag in Magdeburg schafft. Der langen Rede kurzer Sinn: Hinterher wird man schlauer sein...

    ^ Wenn ich die Visus richtig interpretiere, wird der Sockel in der aufgestockten Zone quasi hohl – das hieße, die Hotelzimmer wären nicht betroffen. Du würdest nur aus dem Fenster nicht mehr auf den Alex, sondern auf eine Art Innenhof schauen. Die unteren Stockwerke würde man also "einhausen", ohne das Hotel selbst anzufassen. Das würde eine Menge baurechtlichen und technischen Aufwand ersparen. Und ich glaube, das ist die Idee.

    ^ Die Alex-Debatte aufgreifend: Der Hochpunkt an der Nordseite würde tatsächlich ohne Sockel funktionieren, gerne auch mit extravaganter Kubatur und Park drumrum. Da wünschte ich mir mehr. Den Hochpunkt, der das Parkhaus ersetzt, gefällt mir dagegen ausgezeichnet.

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    Somit könnte endlich mal ein Hochhaus in Berlin einfach nur Hochhaus sein ohne diesen entschuldigt dämlichen Sockel.

    Ich verstehe Deine Abneigung gegen Sockel nicht. Nun ja, Geschmackssache - aber hier halte ich einen Sockel unbedingt für nötig: Ohne ihn hätte man viel zu viel leeres Umfeld, und die Gegend ist ohnehin zerklüftet genug. Mit Sockel hätte man eine einheitliche Straßenfront mit dem erweiterten Galeria-Bau, was wesentlich weniger nach Stückwerk aussehen würde.

    Ich finde es um Längen besser als den öden Hotelkasten gegenüber und interessanter als die Mercedes-Bank nebenan. Die Fassade hat Tiefe, die Krone gibt dem Haus einen eigenen Charakter und die Halle im Innern finde ich für einen kommunalen Verwaltungsbau erstaunlich großzügig.

    Die vorgeschobene Gebäudekante wird den Raumeindruck in der Straße gehörig verändern (was auch nötig ist). Ich bin gespannt auf das Ergebnis.

    @Alle: Könnt Ihr die Berlin/Warschau-Debatte vielleicht in der Lounge weiterführen? Der Vergleich ist ja durchaus interessant, weil der Umgang mit Kriegsschäden und die Entwicklung nach der Wende so unterschiedlich sind. Allerdings hat's inzwischen gar nichts mehr mit dem Thema dieses Strangs zu tun...

    Erledigt. 😉

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    Der krasse Unterschied zu den anderen Sockelbauten wäre weg, ohne dass durch einen zu hohen Sockel das ParkInn an Eleganz verlöre.

    Finde auch, das wäre die einfachste Lösung. Bin zwar Freund eines einheitlichen Blockrand-Alex', kann mich aber auch mit Tinus Meinung anfreunden, dass ein wenig Abwechslung nicht schlecht ist. Jedenfalls ist die alte Planung vom Tisch, den Sockel so flach zu lassen, wie er ist, und ihn nur durch eine Rampe zu ergänzen. Das ist schon mal was wert.

    Die Fassade gefällt mir eigentlich nicht schlecht – jedenfalls ein Riesensprung zum Status Quo. Und die Idee, zwei Geschosse offen zu lassen, um eine Art Atrium zu schaffen, ist zumindest mal was neues. Das geht aber auch, wenn man noch ein Stockwerk draufsetzt.

    Was gar nicht geht: Der einheitliche Sockel mit D1. Zum einen, weil so ein ewig langer Sockel schlicht langweilig wäre. Vor allem aber, weil D1gemeinsam mit dem Galeria-Anbau die Raumkante zur Liebknecht-Straße bilden wird. Und da würde so ein Höhenunterschied von bis zu 14 Metern grauslich wirken.

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    Gastro ist kaum noch existent, die großen Kinos schon lange weg

    Also, zumindest an Kinos mangelt es der gegend doch keineswegs. Wir haben in direkter Umgebung den Zoo-Palast, den Delphi-Filmpalast, seit einigen Jahren das Delphi Lux (mit sieben Sälen) und direkt am Ku'damm das Cinema Paris. Nicht zu vergessen auch das Theater des Westens als große Bühne. Und die Komödie am Kurfürstendamm wird auch bald wieder öffnen. (Weiter hinten gibt es noch die Schaubühne, aber die zählt nicht mehr zur zentralen Zone.)

    ^ Dir ist bewusst, dass Du exakt das gleiche drei Beiträge weiter oben schon mal geschrieben hast? Woher kommt nur diese Obsession gegen ein zentrales Denkmal des Wiederaufbaus? Der Breitscheidplatz gehört saniert und aufgeräumt, keine Frage – aber doch nicht, indem man seine Wahrzeichen opfert!

    Neue Serie: Ausflug nach Potsdam und ein Rundgang durch den Park Sanssouci – wir beginnen die Reise am Orangerieschloss, das gerade saniert wird. Trotzdem bieten sich reizvolle Ausblicke ohne Gerüst.







    Kleinbild/ 50 mm/RPX 100

    © Die Bildrechte liegen bei mir.

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    Bei diesem Ergebnis stellt sich schon die Frage, ob das den Aufwand überhaupt gelohnt hat.

    Seltsame Aussage. Zweck des "ganzen Aufwands" ist doch nicht, das Schloss mit neuer Wandfarbe und Möbeln auszustatten, sondern die Bausubstanz zu sichern und die marode Haustechnik auszutauschen. Das neue Design ist nur ein Nebenprodukt.

    Mir gefällt der Siegerentwurf gut, ich mag die dezenten, je nach Raum variierenden Farben. Platz 2 mit seinem Wandleder erinnert mich ein bisschen an eine Luxusyacht.