Berliner Messe und ICC

  • Diese Berliner Flickschusterei wirft Berlin immer weiter zurück. Es gibt Messestandorte in Deutschland, die machen ein Gesamtkonzept und investieren knapp eine Mrd. € und die sind auch nicht weniger wichtig wie unsere Stadt. Die Stadt Köln zum Beispiel baut, saniert, erweitert und schafft ein völlig neues Messegebiet, die sogenannte "Messe 3.0" , kann auch recherchiert werden.

  • ^ Neue Messehalle Dock9

    Für die neue Halle wurde jetzt der Großauftrag an GMP vergeben, wie rbb24 berichtet.

    Das Projekt nennt sich nun Dock9 und hat eine Volumen von 100 Mio. €. Die Halle soll in Rekordzeit gebaut werden, schon im Herbst will man mit dem Bau beginnen und diesen bereits 2028 abschließen. Anschließend soll dann noch bis 2029 ein Anbau mit weiteren Konferenzflächen plus Eingangsbereich kommen.

    Kritik gibt es auch, so wird das Vorhaben als eine Gefahr für die Wiederbelebung des ICC gesehen.

  • Typisch Berliner Entweder-Oder-Klein-Klein, statt ein Sowohl-als-auch... Warum kann man Dock9 nicht als Ergänzung zum ICC sehen, falls dieses doch um das Jahr 2100 wieder als Messegebäude genutzt wird?

  • ^…. Danke KaBa1 für den Anblick.

    Ich weiss nicht, was soll das sein? Deutschlandhalle 2.0 ? Das ist einfach garnichts. Und erst recht nicht ein repräsentativer Stadteingang West.
    Wie kann es sein, dass soetwas so zügig beschlossen wird, das ICC weiter dahindämmert, die anderen ambitionierten Projekte für den Stadteingang West, die hier breit diskutiert wurden ….ebenso.

    Wo ist der Rahmenplan für Entwicklungen im und um das ICC? Wo ist der Entwicklungsplan mit wegweisender Architektur für das Messegelände? Und das alles in Hinblick auf eine Weltausstellung/ Olympiade/ Internationale Bauausstellung Mitte der 30er Jahre.

    Großes Kopfschütteln bei mir.

  • Was erwartet ihr? Es war von Anfang an eine funktionale Messe- und Veranstaltungshalle anstelle der in die Jahre gekommene Messehalle 9 geplant. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür sieht der bereits letztes Jahr gezeigte und jetzt nur geringfügig geänderte Entwurf so schlecht gar nicht aus.

    Klar, in Frankreich/Paris, dem Maß aller Dinge, hätte man bestimmt einen fantastischen Palast errichtet. 😉 Aber wir sind an der Autobahn in Berlin und wenn ich an den Cube ein paar Hundert Meter weiter südlich denke, sieht das hier ganz ok aus, soweit man das anhand der kleinen Visu überhaupt beurteilen kann.

  • ^ … na dann, wenn das Deine Meinung als Moderator des Berlin-Forum ist. Dann ist ja wohl alles gebongt.

    Lieber Camondo, was soll das? Ich habe eine Meinung als normaler Forist und ich bin Moderator. Das sind zwei verschiedene Dinge. Und du musst nicht über jedes Stöckchen springen.

    Wie kommst Du auf Paris, und was hat Paris mit einer Messehalle in Berlin zu tun? Verstehe ich nicht.
    Es muss doch möglich sein in der deutschen Hauptstadt etwas eigenständig wegweisendes vielleicht sogar unkonventionelles zu bauen.wie ich schon erwähnt hatte, warten da große Herausforderungen in den 30er Jahren. Mit so einer Allerweltsmessehalle an dieser prominenten Stadteingangssituation kann Berlin allerdings nicht im entferntesten mit anderen Hauptstädten konkurrieren. Und Autobahn, … das ist die Avus. Die legendäre Einfahrt von Westen kommend nach Berlin. Den Funkturm im Blick, über Kilometer. Mit so einer Schachtel verbaut man sich alles. Nicht nur den Blick sondern auch die Perspektive.

  • Der große Vorteil für die Berliner Messe war die Nähe zum Flughafen Tegel. Die Vorstellung BER anzufliegen, beim großen Autobahnkreuz auf den Ring zu fahren, ne Stunde lang über die Autobahn zu gurken, in Staus zu stecken, um dann bei einer 0815-Mehrzweckhalle an einem anderen Autobahnkreuz auf der anderen Seite der Stadt auszusteigen, ist nicht wirklich attraktiv. Das gilt auch für öffentliche Besucher, die wohl teils Probleme haben werden die etwas vom Schuss abgelegen Halle zu finden. Dass die Halle selbst nicht attraktiv ist könnte man verschmerzen, wenn der Standort nicht so "off" wäre. Die Wahrheit will niemand wahrhaben, nämlich, dass die Messe am alten Standort keine Zukunft mehr hat. Die Gewerbe-City direkt am BER oder das Gelände am Estrel wäre geeignet für diese Halle, dort müsste sie entstehen, nicht hier.

  • Dass das Messegelände ab vom Schuss liegt, höre ich ehrlich gesagt zum ersten Mal. Ist da der Kompass verrutscht? Am Rand der Innenstadt gelegen, direkt an der Autobahn, mit der Ringbahn und insgesamt drei Bahnhöfen in näherer Umgebung objektiv betrachtet nicht schlecht angebunden. Ich sehe das Problem nicht. Mit dem ÖPNV ist man vom BER in 35 Minuten am Bahnhof Messe Nord. Schneller war man von TXL auch nicht, erst recht nicht mit dem Auto. Und die "Wahrheit", dass der Standort keine Zukunft hat, ist mehr als nur lächerlich. Mit dieser Wahrheit bist du wahrlich alleine.

  • Vergabeempfehlung für Entwicklung des Internationalen Congress Centrums


    Auf Grundlage der Vergabeempfehlung wird das Land Berlin exklusiv mit einem Konsortium aus 9 Unternehmen
    in einer zweijährigen Projektvorbereitungsphase an der Neugestaltung des ICC arbeiten.

    Die 9 Unternehmen sind das Immobilienunternehmen MIB AG und ihre Tochterfirma Coloured Fields, GRAFT Architekten, HOCHTIEF, ICCA Projektgruppe/Stiftung Kunstforum Berliner Volksbank, KVL Projektmanagement, Arup Deutschland, Max Dudler Architekten, schneider+schumacher Planungsgesellschaft.

    Vorgesehen sind zwei neue Hochhäuser am ICC:

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    Jenseits der Neuen Kantstraße ist das geplante Hochhaus 100 Meter hoch mit Büros, Wohnungen, Einzelhandel und
    Hotels:

    v37w7myz.jpg

    Im Süden wird das Parkhaus abgerissen und mit zwei Hochhausscheiben überbaut. Dort ist ein
    Kongresshotel vorgesehen:

    4gvfrah5.jpg

    Die Gewinne aus den Hochhäusern sollen den Betrieb des ICC subventionieren.

    Im ICC soll es um Kultur, Gastronomie und Events gehen.
    Der große Saal 1 soll erhalten bleiben und könnte als Ausweichquartier für die
    Berliner Philharmoniker dienen:

    mh5jal4g.jpg

    Der Saal 2 wird ein offener Ausstellungs- und Erlebnisraum:

    85zp9u3c.jpg

    Bilder © GRAFT GmbH | Max Dudler GmbH
    https://graftlab.com/projects/proje…ft-quartier-icc

    Die Pressemitteilung des Senats:
    https://www.berlin.de/sen/web/presse…ung.1685421.php

    Baubeginn könnte 2029 sein.
    Die schrittweise Inbetriebnahme des Quartiers ist für 2032/33 geplant.

    Einmal editiert, zuletzt von Merlin (24. Juni 2026 um 16:26)

  • Hallo,

    wäre schön, wenn es so umgesetzt werden würde. Ich denke, dass die Substanz des ICC durch das Einmotten sicher nicht besser wird. Mit dem Dock9 und weiteren Bauten der Messe wird die Messe Berlin dann endlich aufgewertet und spielt dann in einer anderen Liga.

    Grüße,

    Micha

  • Wie passt die komplette Umgestaltung von Saal 2 mit dem Denkmalschutz zusammen? Das Space-Age-Innendesign des ICC ist fast einzigartig und sollte unbedingt bewahrt werden.

  • Ich freue mich sehr auf die geplante Reaktivierung. Zwei Dinge fallen mir aber auf:

    Mein Vorredner reißt es bereits an - die Umgestaltung des Saals ist ein großer Eingriff. Vielleicht kann man eben nur eines der Säle bespielen und muss den Zweiten entfernen, um eine lukrativere Nutzung zu etablieren. Ich hoffe allerdings sehr, dass es nicht bei diesen völlig unstimmigen Holzeinbauten bleibt. Sieht aus wie in jedem zweiten Coworking Space um die Ecke und reagiert null auf die bestehenden Qualitäten des Raumes.

    Und dann noch zum Hochhausriegel: Ich finde es immer wieder interessant, dass Architekten bei An- und Umbauten von Denkmälern aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg immer den Kontrast suchen; man müsse schließlich einen "zeitgemäßen Akzent" setzen und bloß keine Ähnlichkeit zum Bestand aufweisen. Doch beim ICC wird die Architektursprache prompt fortgeschrieben, als wäre der Riegel schon immer ein Bestandteil des ICC gewesen.

    Ich finde es in Ordnung und sogar wünschenswert, sich am Bestand zu orientieren. Mich stört viel mehr diese Doppelmoral.

  • Aus der Pressemitteilung der Senatsverwaltung:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ziel ist es, bis 2028 die Voraussetzungen für die Vergabe der Erbbaurechte zu schaffen.

    Heißt laut rbb, dass das Konsortium erstmal die Wirtschaftlichkeit seines Konzeptes nachweisen muss. Das Zeitspiel geht also schön weiter. Bin gespannt, was am Ende von der Planung noch übrig bleibt.

  • Positiv:

    - Man macht sich Gedanken über die Zukunft vom ICC

    - Hotel Integration / Abriss Parkhaus

    -Fassadendesign vom Hotelanbau orientiert sich am ICC

    Negativ:

    -Unklare Nutzung, unklare Zielgruppe

    -Innendesign = billige Zalandoisierung

    -Finanzierung angesichts der Asbestsanierung gefährlich

    Mir ist schleierhaft wer den Kultur-Gastro-Eventraum bespielen, nutzen oder besuchen soll. Ohne attraktive Ankermieter bleibt das Ding so tot wie das heutige Potsdamer Platz Center. Wenn das Interiordesign so bleibt wie angekündigt wird sich eh Niemand dafür interessieren. Man müsste hier eigentlich eine neue erweiterte Architekturikone erschaffen, die auch als Tourimusmagnet zieht. Damit könnte man auch den Messestandort international bekannter machen. Die momentanen Visus zeigen jedoch einen 08/15 Anbau ohne Strahlkraft.

    Meine Empfehlung: Hier bräuchte es einen mutigen Entwurf im Stile des italienischen Futurismus oder einen Gehry-artigen Look. Der Anbau bietet sich schon deshalb für ein neues Wahrzeichen an, weil an der Stelle Millionen Autopendler jährlich vorbeifahren und das Ding sehen. Es könnte neben dem Funkturm eine Art Begrüßungsikone werden, weil hier die Autobahn entlangführt.

    Als Kulturstandort scheint die Gegend weniger geeignet zu sein. Die Gravitationszentren der Stadt liegen woanders. Es bräuchte ein Konzept, das den Messebesucher UND die alternde Westberliner Gesellschaft anziehen kann. Auch dem Messebesuch komplementäre Funktionen wären denkbar. Falls eine Asbestsanierung nachwievor vorgesehen ist dürfte ein Finanzdesaster nicht weit sein. Kostenpunkt: Nicht unter 500 Mio.

    7 Mal editiert, zuletzt von Arty Deco (25. Juni 2026 um 00:09)

  • ^ Zu dein letzten Satz der Kosten: Experten Gehen davon aus dass es nicht unter 400 Mio Euro sein wird. BZ.

    Ich würde mich auch freuen, wenn der Tunnel wo die Kreuzung ist am ICC / Messe & ZOB endlich wieder öffentlich zugänglich wird ,wenn ich nicht falsch liege auch saniert wird. Für eine Messe Gelände Berlin nötig & Wichtig.

    Allein die Stilllegung des ICC Gebäude 210.000 Quadratmeter ( ohne Sanierung) ,kostet jährlich 2 Mio Euro. ( Quelle siehe Link )

  • Ähnlich wie diverse Vorredner bin ich einerseits erstmal (positiv) überrascht, dass man überhaupt noch mal etwas potentiell bahnrechendes Neues von dem Projekt hört. Irgendwie hatte ich das Thema schon fast eingemottet. Zumindest bei mir ist es auch so, dass bei solchen Themen irgendwann ein Ermüdungseffekt eintritt und ich am liebsten nichts mehr groß darüber hören möchte, bis dann endlich was konkret wird. Konkret ist hier zwar noch nichts, aber dafür lohnen die Ansätze durchaus schon für sich etwas Würdigung. Zugleich bleibt da natürlich andererseits doch auch andererseits direkt wieder die Skepsis, dass Geld und Wille ausreichen werden.

    Aber mal zurück zum Positiven: Man tritt die Flucht nach vorne an und will durch entschlossene Weiterentwicklung das Geld für den Erhalt verdienen. Von diesem Spirit wünsche ich Berlin deutlich mehr. Egal wer sich zu welchem Thema äußert und Visionen formuliert (Hochhäuser am Alex, Randbebauung am Tempelhofer Feld, selbst hier bei der Neunutzung einer Ruine): Zumindest auf Social Media aber auch im Alltagsgespräch kommt fast immer direkt Unmut und Skepsis auf. Oft wirkt es wirklich, als wenn man am liebsten die überdimensionale Käseglocke raus kramen und alles für immer exakt so erhalten möchte. Hat in Berlin nur noch nie geklappt - und oft auch durchaus zum Glück nicht. Man kann den Puls eines Organismus oder eben einer Stadt auch so lange "stabilisieren" und einschnüren, bis man endlich sagen darf: Puls komplett stabil. Patient tot.

    Nun aber etwas konkreter:

    Ästhetik/ Architektur:
    Den Schritt vom Parkhaus zum Turmanbau finde ich spannend. Und bei so einem ikonischen Bau wie dem ICC finde ich auch eine gewisse Orientierung am Bestand nachvollziehbar, auch wenn ich es doch gerne etwas mutiger sehen würde (damit es auch optisch stärker die Weiterentwicklung signalisiert). Was für mich aber bisher nicht aufgeht, ist der bisher angedeutete 100m Turm. Der Funkturm ist rund 150m hoch und wie das ICC ikonisch. Da kann man mE nicht so einen hohen Körper daneben setzen, der dann aber viel konventioneller und altbackener als der Rest daher kommt. Vielmehr müsste das bei der Höhe ein Eyecatcher werden, der das Ganze kongenial ergänzt. Mir schwebt da so was richtig schön Spaciges vor, vielleicht mit etwas metallisch-silbrigem Look (matt oder poliert, ggf. auch im Wechsel). Ich weiß, dass ich diesen Satz nicht als erster bringe, aber: Wo bitte, wenn nicht hier?

    Nutzung:
    Hier stört mich gar nicht so sehr direkt Saal 2 als vielmehr zunächst Saal 1: Ausweichquartier für die Philharmonie? Was bitte ist das für ein Konzept? Außer dort stünde bald eine langwierige Sanierung an, denn dann könnte ich es sogar verstehen und es würde dem Standort vielleicht etwas Präsenz und Strahlkraft bringen. Aber warum nicht gleich ein Event- und Konzertsaal als Kulturtempel für die City West im berlintypisch abgefuckten Tech(no)-Look? Nur Philharmonie und das dann auch nur als Ausweichquartier finde ich da viel zu brav und bescheiden. Wenn schon Philharmonie, dann sollte sie sich (und ggf. Berlin) dort einmal unerwartet anders präsentieren. Ich könnte mir hier aber auch coole (internationale) Musicals vorstellen, etwas lautere Produktvorstellungen aber auch hochkarätige Konzerte bis hin zu Techno-Parties mit Club-Atmosphäre. Für letzteres könnte man die unterirdischen Flächen sogar mal gut einbinden, die ich bisher als Unort empfinde (auch so eine Vokabel, mit der ich sonst oft fremdele, die hier aber einfach mal wirklich passt). Mit etwas LED-Effekten und Musik könnte das einen stimmigen Auftakt für berauschende Events bieten.

    Sind nur erste Gedanken und Eindrücke. Manchmal brauche ich auch etwas, um die Potentiale zu verstehen. Aktuell bin ich aber zugleich positiv überrascht und etwas enttäuscht, dass man zwar einen ambitionierten Relaunch versucht, aber irgendwie noch nicht ganz den großen Wurf gefunden zu haben scheint.

    Einmal editiert, zuletzt von jan85 (25. Juni 2026 um 02:04)

  • Ohne Investor ist das ganze eine reine Luftnummer. Ein tragfähiges Konzept ist das nicht, sondern reine Fantasie. Umgesetzt wird davon am Ende nichts. Man hat in dieser Stadt wirklich das Gefühl, es mit ökonomischen Analphabeten zu tun zu haben.