Beiträge von Arty Deco

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    Seit mindestens 10 Jahren !!!


    Weiß eigentlich Jemand warum auf der Modersohnbrücke in Richtung S-Warschauer Str. das Geländer über eine Strecke von 40 Metern zusätzlich mit einem Bauzaun abgesperrt ist ? Was ist der Zweck ? Wer im Bezirk hat das genehmigt oder beantragt ? Was muss geschehen um das rückgängig zu machen ?

    Über die Kleinstadt Paris habe ich gerade diese Meldung gelesen:


    https://www.gmx.net/magazine/p…bild-deutschland-36095336


    Hier in Berlin kommt man mit der Verkehrswende kaum voran.


    Berlin hat immer noch doppelt so viele Radfahrer pro Kopf in der Bevölkerung wie Paris. Durch die viel schmaleren Straßen dort wird Paris auch nie den Ausbaustand an Fahrradstrecken wie in Berlin erreichen können.


    In Europa gibt es keine Millionenmetropole (außer München), die eine vergleichsweise hohe Anzahl an Radlern im Modal Mix mitbringt.

    Die Parteipräferenz in Umfragen ist nur eine Tendenz. Der Wähler fragt sich kurz vor dem Urnengang auch wem er persönlich vertraut.

    Deshalb sind individuellen Werte der Spitzenkandidaten genauso wichtig um abzuschätzen wie sich die Parteiwerte entwickeln:


    37 Prozent der Befragten gaben an, zufrieden oder sehr zufrieden mit Giffey (SPD) zu sein.

    Klaus Lederer (Linke, 31 Prozent),

    Sebastian Czaja (FDP, 20),

    Kai Wegner (CDU, 16)

    Bettina Jarasch (Grüne, 11)

    Kristin Brinker (AfD, 6)


    Zur Erinnerung: Wowi erreichte zu besten Zeiten 65% Zufriedenheit bei den Berlinern. Es ist wirklich desaströs mit was für uncharismatischem Personal die Berliner Parteien an den Start gehen. Mir ist es unbegreiflich, dass die Berliner CDU nur einen provinziellen Gartenzwerg a la Wegener hervorbringt.


    Ich persönlich hoffe, dass es für Rot-Schwarz-Gelb unter Giffey reicht.

    Ich bin mir sicher, dass dieses grüne Spreeufer sehr gut angenommen wird und dass der völlig überlaufene James-Simon-Park entlastet wird.


    Der JSP ist deshalb so beliebt weil dort a) kein Verkehr existiert und b) Gastronomie vorhanden ist.


    Wenn man das neue Rathausforum beleben will und die Touristenströme zum verweilen einladen will braucht es Kioske, Restaurants, Imbisse und Cafés. Und eine Schließung der Spandauer Straße. Sonst bleibt alles so tot wie auf dem Marx-Engels-Forum dessen größtes Problem nicht nur die entrückte Gestaltung war sondern auch die ihn umgebenden 4 Verkehrsadern, die ihn isoliert haben und zu einem Unort machten.

    Also wenn man das mal mit den Luftbildern des aktuellen Zustands vergleicht, sieht man, dass da eigentlich so gut wie gar nichts "gestaltet" wurde.

    Sieht so aus. Ein bisschen mehr Grün und die Stärkung der Sichtachse Turm-Schloss. Das wars. Selbst die Spandauer Straße wird es wohl weitergeben. Damit sind die meisten städtebaulichen "Probleme" der Gegend auch weiter nicht gelöst.


    Immerhin: Die kosmetischen Eingriffe scheinen ganz sinnvoll hinsichtlich einer Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Begehbarkeit. Alle Maßnahmen lassen auch zukünftig neue Ideen zu.

    Arty Deco


    Ihr persöhnlicher Geschmack in allen Ehren, aber wenn dann bitte auch mit Ihren Gründen untermalt, damit wir anderen Forumsteilnehmer Ihr Schönheitsempfinden nachvollziehen können.


    Ich lese internationale Design und Architekturzeitschriften, die weitgehend auch meinen persönlichen Geschmack widerspiegeln.

    Zweifellos ist mein Urteil über Berlin durch den Vergleich der weltweit entstehenden Spitzenleistungen in Metropolen entstanden.

    Und nicht durch den Abgleich an dem in Deutschland fabrizierten Großstadt-Durchschnitt. Stichwort: Beamten-Skyline in FFM, sterile Hafencity in Hamburg, seelenloser Medienhafen in Düsseldorf.


    Weder Berliner Architekten, noch internationale Architekten, die in Berlin seit 1990 Bauten erschaffen haben, sind in der oberen Liga anzusiedeln. Bis auf ganz wenige Ausnahmen.


    Sicherlich, Berlin verbessert sich. Verglichen mit dem grauen sozialistischen Elend in Ost-Berlin und dem geopolitisch provinziellen West-Berlin (in dem ich groß geworden bin). Doch heute spielt die Stadt in einer anderen Dimension. Egal ob ich nach Rom, Paris, Tokio, NYC, London, Seoul oder San Francisco schaue, überall gelingt wertigeres, attraktiveres Design im öffentlichen Raum.

    Auf deinem ersten Bild sieht man im Hintergrund eine S-Bahn in neuer Lackierung.

    Die neuen S-Bahnen sind grauenhaft. Noch mehr Leberwurst-Farben und noch weniger Design-Anspruch.

    Obwohl so viele Kreative und Hochtalentierte in die Stadt ziehen gibt es seit 20 Jahren kaum Indizien,

    dass sich das neue Know-How irgendwie positiv im Stadtbild niederschlägt.


    Neue BVG-Busse und U-Bahnen sind hässlich. Polizei-Uniformen hässlich. S-Bahnen hässlich. Europacity hässlich.

    Stillgelegte Friedrichstraße hässlich.


    Die Stadt kommt aus ihrer Negativspirale von schlechten Design-Entscheidungen nicht heraus. Die wenigen klassischen Lichtblicke und guten Neubauten werden in den Berliner Medien nicht gefeiert, die unattraktiven Monster nicht als solche verdammt.

    Deiner Logik folgend, dürfte man ja z.B. in Köln mit Rücksichtnahme auf den Dom nur im Stil der Gotik bauen - wobei, das wäre vielleicht allemal spannender als die real vorhandene Nachkriegsmoderne ;)

    Darum geht es nicht. Eines unter vielen Argumenten, die den Bau des HF legitimeren sollten war, dass die Wiederherstellung des friederizianischen Ensembles um den Schlosskörper erreicht wird.


    Wenn aber, offensichtlich, das höchste Bauwerk Deutschlands in direkter Nachbarschaft steht, kann das alte Gravitationszentrum mit dem Schloss städtebaulich nie wiederhergestellt werden. Grundsätzlich nicht.


    Egal ob man am Brandenburger Tor steht oder direkt vor dem HF, der Turm nimmt immer das Augenmerk des Betrachters ein.

    Warum und durch wen sollten Fake News Erwähnung finden?


    Von Gebäudemitte zu Gebäudemitte sind's etwa 550m.

    Wen interessieren ein paar Meter bei einem Bauwerk, dass über Kilometer die Stadtsilhoutte prägt. LOL.


    Dass der Fernsehturm die Gegend, das Stadtbild , den Bezirk und das HF dominiert bleibt ein Fakt, den alle HF-Fantasten geflissentlich verschwiegen haben.

    Es liegt zu viel Spannung auf dem Schlossplatz. Alles umliegende orientiert sich auf ihn und erzeugt die Erwartung auf einen mächtigen Bau, der zwischen den historischen Anreinern vermittelt.

    Korrekt.

    Damals korrekt.


    Heute erzeugt der Fernsehturm, der 100 Meter vom HF entfernt steht die städtebauliche Gravitation. Das wurde irrerweise nur nie erwähnt bei all dem Preußen-Reko-Geschwafel.


    Um nicht missverstanden zu werden. Ich bin bin ein Freund von Voll-Rekos am richtigen Standort a la Frauenkirche in Dresden. Selbst das HF hätte tatsächlich seinen Glanz entfalten können. Jedoch nicht mit der heutigen Ausfertigung. Allein der Innenhof wirkt wie ein handwerklich unvollendeter schlechter Witz. Als ob die Bauarbeiter irgendwann gesagt hätten: "Nö, kein Bock mehr, wir brechen ab."


    Wenn man wenigstens ein komplett-historisiertes Fassadenbild anstreben will, müsste man irgendwann die Ostfassade vollständig begrünen. Dann hätte man wenigstens eine Illusion von Märchenschloss. Das würde sogar in eine neue ökologische Philosophie von Städtebau passen, die ich durchaus für anstrebenswert halte.

    Ist das HF eine gelungene Reko (im Vergleich zur Frauenkirche) ?

    Nein. Es ist ein verquerer Stilhybrid.


    Nimmt das HF eine städtebauliche Funktion ein wie vor der Sprengung ?

    Nein. Weder funktional als Schloss noch als Baukörper, denn das höchste Bauwerk Berlins, der Fernsehturm, dominiert die Gegend.


    Fügt das HF inhaltlich mit seinen Ausstellungen der Museumslandschaft Berlins etwas hinzu ?

    Nein. Im Gegenteil. Die Ethno-Sammlungen gab es schon vorher und stehen heute medial negativ belastet unter Dauerbeschuss, unter Kolonialismusvorwurf.


    Eignet sich das HF als Touristenmagnet ?

    Ja. Sicher. So wie einst das Currywurstmuseum auch.....

    Die Zeit fasst es insgesamt ganz gut zusammen und liegt weitgehend auf meiner Linie.


    Rummelbude


    Fazit:

    Das HF ist Multi-Millionen Irrtum, das unter Architekturfreunden wie Museumskennern nur Kopfschütteln verursacht.

    Das HF ist Ausdruck der Zerrissenheit Berlins und der kulturpolitischen Orientierungslosigkeit Deutschlands.

    Das Humboldt Forum ist das erste Museum der Welt in dem man als Besucher nicht Exponate würdigt

    sondern der Frage nachgeht wann denn die Objekte wieder das Haus verlassen müssen.


    LOL.


    Das HF ist zweifellos architektonisch, inhaltlich und symbolisch das größte kulturpolitische Desaster der Bundesrepublik Deutschland nach 1990.

    "Die Spandauer Straße wird autofrei"


    Hab mir die vertrakte Situation vor dem Rathaus-MarxEngelsForum-Alex vor Jahren angeschaut und bin auf dasselbe Ergebnis gekommen. Mit einer Schließung der Spandauer Straße und einer kompletten Neugestaltung des Innenbereichs am Alex, der dann bis bis zur Spree führt, könnte man dort etwas Aufenthaltsqualität und Stil kreieren.

    Naja, verglichen mit dem Shell-Haus, nimmt sich das neue GASAG HQ eher profan aus.

    Die positive Entwicklung des EUREF Geländes ist zwar zu begrüßen, doch wirkliche Hingucker mit Anziehungskraft oder Alleinstellungsmerkmal sind dort nicht gebaut worden.