Beiträge von Arty Deco

    Allerspätestens 2016 war in Berlin klar, dass aufgrund des massiven Zuzugs und des geringen Leerstands eine Wohnbau Offensive her muss. Bei Amtsantritt von RRG war der Wohnungsbau im Koalitionsvertrag oben auf der Agenda. Selbst die Bundesregierung hat 2018/19 Milliarden zur Verfügung gestellt.


    Unter RRG sind allerdings politisch zahlreiche kontraproduktive Maßnahmen getroffen worden um den Bau zu beschränken. In erster Linie wurde jedoch aus ideologischen Gründen durch die Linkspartei jede Zusammenarbeit mit der privaten Bauwirtschaft ausgeschlossen und sogar deren Investitionsmöglichkeiten bekämpft.


    Hamburg bsw hat einen deutlich pragmatischeren Weg eingeschlagen und in puncto Zusammenarbeit mit Bauinvestoren mehr Erfolg als Berlin. Und das obwohl der Zuzug nach HH über ein Jahrzehnt deutlich geringer war, der Handlungsdruck also geringer war.

    Ich glaube Niklas Maak hat sich hier im Forum inspirieren lassen. Ich hatte schon beim letzten Artikel von ihm das Gefühl, dass er hier mitliest ....


    Das Flussbad am konkreten Ort ist eine Schnapsidee. Die Zusammenballung von Kultur auf der Museumsinsel, Religion im Berliner Dom, Wippe-Nationaldenkmal, Wissenschaft an der ESMT, Außenministerium und jetzt auch noch Freizeit erscheint mir einfach unwürdig.


    Ich habe auch Zweifel ob das Bad wirklich so populär werden kann. Im heutigen tiefliegenden Spreearm kommt wenig Sonne an. Ohne Gastronomie, Liegewiese und Grün wird das kaum ein Selbstläufer. Und wer sollte eigentlich die Zielgruppe sein, die hier ein paar Bahnen zieht ?


    NeeNeeNee. Es hat schon einen Grund warum das Ding 20 Jahre keine Fortschritte erzielt hat. Es gibt zig lauschigere Flecken in Berlin an denen sich ökologisch UND hygienisch ein Flussbad-Plätzchen besser einrichten ließe.

    Ich bin sehr dafür, dass die Spree in allen Teilen der Stadt deutlich mehr am Grund gereinigt wird. Ich bin auch in Teilen für Renaturierung der Ufer und für ausgesuchten Abriss der gemauerten Flusskanalisierung. Allerdings stehe ich dem Flussbadprojekt seit Beginn sehr skeptisch gegenüber. Die meisten Gründe, die aus meiner Sicht dagegen sprechen werden auch vom "Berliner Dom" angeführt.

    Berliner Dom: Flussbad Berlin - “Unverantwortlich, unsozial und elitär“

    Ich habe keinen Zweifel, dass das neue Estrel ein Erfolg wird. Es ist flughafennah, zentrumsnah und hat in der angepeilten Multifunktion von Hotel- Unterhaltungs- und Kongressangeboten ein Alleinstelllungsmerkmal in Berlin & Deutschland. Die Verkehrsanbindung ist ideal. Der Marketing-Effekt als "Höchstes Gebäude in Berlin" dürfte zudem sehr erheblich sein.


    Seit der Schließung des ICC hätte Berlin den Turm gebraucht.

    Arty Deco Allerdings hatte auch Amazon wie Tesla lange keine Gewinne (ähnlich auch Zalando). Inzwischen sind das Schwergewichte mit unglaublich starker Marktstellung und schwer einholbaren Investitionsvorsprüngen.

    Tesla ? Uneinholbar ? So einen Eindruck bekommt man nur, wenn man dem Medien - und Marketinghype eines Elon Musks aufsitzt.


    In Europa hat Tesla einen Marktanteil von weit unter 1 % der verkauften Fahrzeuge. In D verkauft selbst VW mehr E-Autos. In der EU verkauft Renault das Top E-KFZ. Selbst weltweit führt Nissan die Liste der verkauften E-Fahrzeuge an.


    Ich selbst befürworte langfristige Investitionen in neue Firmen, die auch in den ersten Jahren noch keine Gewinne abwerfen aber einen Markt durch Innovationen erschaffen oder erobern. Bei Hellofresh sehe ich noch nicht wie das Modell wirklich zum Erfolg werden kann. Bei Delivery Hero, und ich verfolge deren Unternehmensentwicklung, müssen noch zahlreiche Neuerungen hinzukommen um das Modell zu monetarisieren.

    Die Börsen "Bewertung" hat sich zwar in den letzten Jahren durch US-Einfluss als vielzitierte Kennzahl entwickelt ist aber betriebswirtschaftlich nicht maßgeblich. Sie ist auch nicht wesentlich für das Steueraufkommen in Gemeinden. Es ist nur eine Hype-Zahl, die viel Spekulationspotenzial besitzt.


    HelloFresh und Delivery Hero haben noch kein profitables Geschäft entwickelt. VW, Siemens und Munich Re hingegen verdienen seit Jahrzehnten im Milliardenbereich.


    Der Siemens Energy Sitz ist übrigens München. Dort fallen also Unternehmenssteuern an.

    Ich hab diese Fixierung auf den wilhelminischen Denkmalbalkon nie verstanden, hege aber den Verdacht dass man, als man den Stein ins Rollen gebracht hat, sich eher Ehrichs Lampenladen als die Schlütterfassaden als Kulisse vorgestellt hat und zu verbissen war um den Standort zu überdenken.

    So ist es.


    Ich bin pro Einheitsdenkmal, allein weil hier ein positiv besetztes Ereignis gewürdigt wird. Der Standort am HF ist jedoch falsch. Symbolisch steht er nicht in direkter Verbindung zum Denkmal. Räumlich und Ästhetisch passt es auch nicht.


    Man sollte das Ding ins Regierungsviertel stellen und am besten noch mal neu ausschreiben, denn der bisherige Entwurf ist zu popelig für die historische Dimension des Dargestellten.

    Im übrigen finde ich es sehr begrüßenswert, wenn in den Parlamenten nicht nur Juristen und Beamte sitzen, sondern ein Querschnitt der Bevölkerung, zu der nun mal auch Versicherungskaufleute, Elektrotechniker und Arbeiter gehören.

    Durchaus.


    Aber für das Amt des Bürgermeisters sollte doch eine Vita mit ausgewiesener Hochqualifikation her.

    Man merkt einfach, dass bei bei Leuten wie Wegener, Czaja und insbesondere beim heutigen Bürgermeister Müller der Horizont intellektuell sehr begrenzt ist. Mich nehmen solche Figuren nicht mit. Abgesehen davon traue ich solchen Doofies auch nicht zu durchsetzungsstark zu argumentieren oder starkes Personal in Form von Senatoren an sich zu binden.


    Wowereit UND Diepgen waren da eine andere Liga.

    Höchster Bildungsabschluss der Spitzenkandidaten für die Abgeordnetenhauswahlen:


    CDU- Wegener - Ausbildung Versicherungskaufmann

    FDP - Czaja - Ausbildung Elektrotechnik

    SPD - Giffey -Diplom Verwaltungsfachwirtin + Dissertation

    Grüne - Jarasch - Abitur + Studium Philosophie und Politikwissenschaften (Abschluss unklar)

    AfD - Pazderski - Ausbildung  Großhandelskaufmann. Ausbildung Offizier + Studium Betriebswirtschaftslehre

    Linke - Lederer - 2. Staatsexamen Rechtswissenschaften + Dissertation


    Deprimierend, dass sich speziell in den wirtschaftsfreundlichen Parteien keine hochgebildeten Kandidaten durchsetzen konnten.

    Oh mein Gott. Wenn Botschaften einen Charakter haben sollen um ein Land, eine Kultur, eine Volkswirtschaft zu repräsentieren ist hier wohl ein Tiefpunkt erreicht.


    Wozu braucht eine Botschaft soviele Metallbalkone ? Sieht aus wie ein Sozialwohnungsbau am Stadtrand.

    Es bleibt sicherlich spannend ob man so einen anspruchsvollen Entwurf inkl. aufwendig zu pflegender Fassadenbegrünung zu einem Preis hinbekommt der dem Klientel von Schmidt auch zuträglich ist.


    Die Begrünung auf dem Rendering ist doch eher Marketing. Letztlich bleibt es jedem Mieter selber überlassen ob er Grün will.

    Bin skeptisch bei dem Projekt. Es ist wohl eher eine öko-soziale Utopie als Feigenblatt für ein Hochhausentwurf. Architektonisch ist der Entwurf Durchschnittware mit dem für Berlin seltsam typischen Sockelanbau.

    Warum ist es dringend notwendig jetzt mit allen Traditionen und dem Konzept der ursprünglichen Architektur zu brechen? Viele große Wissenschaftler haben hier gearbeitet und man möchte ihnen vielleicht nachspüren in der Bibliothek wo die Zauberflöte und die Reiseberichte von Humboldt liegen. Diese Kiste ist ein völlig künstlicher Fremdkörper im Herzen eines Palastes.


    So ist es.


    Humboldt Forum, Neues Museum, Stabi. Berlin kann oder will nicht rekonstruieren. Der Zeitgeist oder das Können ist nicht darauf ausgelegt klassische Exzellenz in der Architektur herzustellen. Trotz 500 Millionen an Baukosten.

    Llewelyn hat nichts davon geschrieben, dass er in Ostberlin studiert hat. Der heutige Lesesaal liegt an der Stelle des historischen Saales, dessen Reste 1975 abgerissen wurden. Danach befand sich dort erst gar nichts und ab 1987 dann ein viergeteilter Magazinturm - nix Lesesaal.


    Mach das mit Llewelyn aus.


    Falls der neue Saal NICHT eine Reproduktion / Anlehnung aus DDR Zeiten ist (Worauf ich mich bezog) kann man wohl nur NOCH bestürzter sein.

    Denn dann ist er für gegenwärtige Maßstäbe "ostig-provinziell" gestaltet.