Beiträge von jan85

    Ich denke, man sollte die Architektur von Kindergärten nicht überbewerten.


    Aber wenn ich an die Kindergärten meiner Kinder und Enkelkinder denke, war keiner architektonisch spektakulär. Den Kindern waren die Erzieher/innen und die Freund/innen wichtiger. Den Eltern das pädagogische Konzept.


    Viele Kindergärten, auch hier in meiner neuen Heimat, sind äußerlich eher unspektakulär, weil sie in der Regel von innen nach außen geplant werden. Also Raumkonzept plus Außenanlage sind wichtiger als die ganz große Baukunst.


    Dem kann ich weiterhin nicht zustimmen.


    Dass viele andere Dinge auch wichtig sind, ist ja klar. Auch in Villen leben einsame, unzufriedene Menschen. Oder umgekehrt: Menschen in Haiti, die teilweise regelmäßig nach Naturkatastrophen ihre Wellblechhütten neu aufbauen dürfen und als Familie in einer Hütte leben, sind statistisch oft glücklicher als wir. Ich habe meine Grundschulzeit selbst in einem alten Plattenbau verbracht und die ersten Jahre der Oberschule sogar erst in zugigen, stinkenden Blechcontainern und dann in funktionalen Modulbauten. Habe ich alles überstanden und mein Abitur geschafft. Trotzdem fand ich es nie angenehm (meine Mitschülerinnen und Mitschüler und die Lehrkräfte auch nicht) und ich würde als Architekt niemals so eine Schule entwerfen, sondern würde mich natürlich auch mit Lernpsychologie etc. beschäftigen.


    Die Existenz von mehr oder weniger funktionierenden Notlösungen ist doch kein Argument dagegen, dass ein Neubau vom Start weg möglichst bedarfsgerecht und freundlich gestaltet ist und ggf. für alle Beteiligten zusätzliche positive Emotionen weckt. Ein helleres Holz zu wählen oder dem Holz einen farbenfrohen Anstrich zu verpassen, wäre ja wohl auch kaum ein Mehraufwand gewesen.


    Und es gibt nun einmal nicht wenige Kinder, die mindestens zunächst oder aber generell nicht gerne in die Kita gehen, was es dann auch für die Erzieherinnen/Erzieher und die anderen Kinder anstrengender macht. Das gilt besonders für einige der sehr kleinen Kinder, die mit der Trennung von den Eltern nicht gut zurechtkommen und denen das ja auch kein Mensch vernünftig erklären kann (diese konkrete Kita hat ja auch einen U3-Bereich, wo sicher auch Babies und kaum sprachfähige Kleinkinder dabei sein werden) und ganz besonders während der Eingewöhnungsphase. Warum also NICHT schon Außen beim Ankommen mit Farben arbeiten, die dann wenigstens positive Emotionen ansprechen? Oder ein Außengelände schaffen, was trotz wenig Fläche zumindest etwas die Fantasie anregt? Sicher kann man noch nachlegen aber aus einem strengen Rasterformat werden keine weichen organischen Formen mehr und zwischen Pflaster und rechteckigen Rasenflächen sind auch kaum Lücken für mögliche Pflanzungen zu erkennen.


    Backstein: Auf den Bildern mit hellem Himmel sieht das Haus etwas heller aus aber es bleibt ein dunkles Graubraun, was gerade kleine Kinder nachweislich nicht positiv anspricht. Und es gibt ja auch häufiger Wetter wie bei Deinen Aufnahmen, wo es dann noch dunkler wirkt. Es ergibt mE einfach keinen Sinn, sich bei einer Kita für so eine Farbe zu entscheiden. Es gibt schöne Backsteine in warmen Tönen und es gibt schönes helles Holz oder eben Farben und Lacke...

    JimmyMcGill Hochemotional ist ja wohl etwas übertrieben. Da geht noch deutlich mehr, wenn man denn wirklich wollte ;) Ich persönlich finde es aber sogar anregend, wenn auch mal etwas Leidenschaft in eine Diskussion kommt (so lange zugleich auch Argumente eingebracht und andere Teilnehmer sowie ihre Standpunkte respektiert werden). Gerade die scheinbare Gleichgültigkeit hat mich hier sogar erst zu einem Beitrag bewegt. Da sind wir eben alle verschieden. Das Bewertungssystem kann man von mir aus aber wirklich gerne abschaffen. Zum Einen gruppieren sich da wie passend von Dir beschrieben ohnehin oft Gleichgesinnte. Zum Anderen führt es mE eher zu Ablenkung/Störfeuern als zu qualitativ hochwertigeren Beiträgen. Wenn das dann sogar noch wie von Dir angedeutet zum Selbstzweck wird, dann läuft da ohnehin was verkehrt.


    BTT:

    Der Übersichtsplan ist interessant. Den Spielhügel konnte man auf Backsteins Fotos ja schon einigermaßen gut sehen und das war auch eine der positiven Überraschungen (definitiv nett und auch nicht Standard aber scheinbar recht klein). Ein richtiger Bolzplatz ist dagegen nicht zu erkennen. Vermutlich werden einfach gelegentlich Tore auf dem kleinen Stück Wiese aufgestellt, was ja auch ok ist. Sandspielflächen sind dagegen Standard und in dem Fall mE sogar eher klein dimensioniert. Das Gelände ist leider aber auch insgesamt nicht sehr groß und dazu schmal geschnitten - und etwas gepflasterte Fläche muss natürlich auch sein. Ist so schon etwas anspruchsvoll. In Kombination mit dem dunklen Holz und den kantigen Übergängen finde ich es aber noch weniger einladend, als auch unter diesen Voraussetzungen sonst möglich gewesen wäre. Warum zum Beispiel nicht so ein schöner Holzton wie beim Eingangstor oder einfach ein schöner Anstrich? Dann noch verschiedene Farben für die Eingangsbereiche und schon wäre es deutlich freundlicher und weniger streng ausgefallen.

    Backstein Ich habe leidenschaftlicher als normal reagiert, weil mich der gleichgültige bis spöttische Tenor hier ehrlich gesagt getriggert hat, Kinder würde die Gestaltung eh nicht groß interessieren und Farbpsychologie sei wohl so eine Art Esoterik usw. Genau mit so einer Haltung lässt sich dann auch so ein ISO-DIN-Kasten Ausführung B2-147 erklären...


    Dabei habe ich bspw. in Dänemark schon wunderschöne Kitas gesehen, die mE eine ganz andere Wertschätzung vermitteln. Eine davon habe ich direkt vor Augen. Aber auch hier gibt es bessere Ansätze. Es muss dabei nicht mal gleich so etwas ausgefallenes wie die Kita Katze in Karlsruhe sein. Auch bei einem eher praktischen Zweckbau kann etwas Farbe und Gestaltungswillen schon viel bringen.


    Habe gerade mal meine Kinder (18, 11, 8 ) gefragt. Die sind alle selbst in die Kita gegangen und die Älteste hat in mehreren mitgeholfen und auch ein Praktikum in einer Kita gemacht. Alle meinten nur: Warum so dunkel? Warum so viel Stein? Die Älteste meinte noch, dass bestimmte Kinder dann noch weniger gerne dahin gehen werden. Fragt doch gerne mal Kinder aus Eurem Umfeld, wie sie die Bilder finden (auch nach der Inbetriebnahme).


    Dass alle Kinder traumatisiert werden, würde ich natürlich auch nicht behaupten. Aber als Kriterium für eine gelungene Gestaltung ist das mE etwas dünn.

    Ich teile die Ablehnung des Farb- und Gestaltungskonzeptes. Das sieht alles viel zu eckig, glatt, farbarm und steril aus, wobei ich das Gebäude selbst neben den großen Steinflächen am Schlimmsten finde. Beides zusammen dominiert mE klar den negativen Gesamteindruck. Die paar Gelbkontraste reißen da auch nichts mehr groß raus, auch wenn es grundsätzlich schon sinnvoll ist, die Eingangsbereiche optisch zu betonen und gerade hier freundliche Farben einzusetzen. Wobei es mE auch hier nicht gerade das wärmste Gelb ist. Es öffnet sich zudem kaum nach außen, sondern wird eher vom dunklen Koloss verschluckt. Selbst die Spielelemente wirken leider teils mehr wie Deko als wie tatsächlich für Kinder gemacht. Überhaupt wirkt das alles unnötig unterkühlt statt kindgerecht.


    Was Endell über Farben schreibt, stimmt zudem einfach mal und sollte nicht lächerlich gemacht werden. Zumal ja häufig schon Babies aber meist spätestens Kleinkinder in die Kita gegeben werden und Farben gerade in den jüngsten Phasen eine besonders wichtige Rolle spielen (dunkles Braun oder Grau sind da ein Griff ins Klo). Und für Kinder gibt es auch ein Ankommen (ein immens wichtiges tägliches Ritual, auf das jede Kita auch in ihrem Konzept eingeht). Das beginnt NICHT erst in den Innenräumen. Bei guten Kitas ist man zudem nach Möglichkeit sehr viel draußen unterwegs und verwahrt die Kinder nicht nur in den Innenräumen, wie das hier (hoffentlich unbeabsichtigt!) durchklingt. Das ist für mich sogar ein entscheidendes Qualitätsmerkmal, ob engagiert und den Bedürfnissen von Kindern gemäß gearbeitet wird (motorische Entwicklung, Sonnenstrahlen für gesundes Wachstum und Entwicklung, frische Luft, Toben und freies Spiel etc im Freien). Die Kinder sehen das Gebäude also im besten Fall häufig vom Außengelände aus und es ist nach jedem kleinen Ausflug wie schon morgens der optische Ankerpunkt für das Ankommen: Willkommen in der Villa Garnichtbunt.


    Die Optik des Gebäudes und des Geländes allein entscheidet natürlich nicht darüber, ob Kinder sich wohl fühlen werden. Aber es ist ein durchaus wichtiger, leicht zu beeinflussender Faktor. Und ich sehe keinen Grund, warum man heutzutage eine Kita bewusst so gestaltet (zumindest nicht, wenn man vom Kind ausgeht). Eigentlich auch etwas traurig, dass man so etwas ernsthaft diskutieren muss. Das ist nicht der Suhrkamp-Verlagsbau und auch nicht das Museum der Moderne, wo man gerne über Geschmack diskutieren kann. Wo ästhetische Experimente/ bzw. mE teils bewusst provozierte ästhetische Zumutungen en vogue sind und als neuester heißer Scheiß diskutiert werden.


    Ich kenne jedenfalls durch meine eigene Arbeit, die Arbeit meiner Frau und die Entwicklung unserer eigenen Kinder genügend Kinder und Einrichtungen für Kinder quer durch die Bezirke und kenne unabhängig von Studien so auch aus eigener Anschauung die natürlichen Bedürfnisse von Kindern. Man kann mit wirklich einfachen Mitteln so viel mehr herausholen. Ich kann daher nicht nachvollziehen, dass so ein Murks hier noch Apologeten findet. Ganz ehrlich: Würdet Ihr als Architekt SO selbst eine Kita gestalten?


    Ich hoffe nur, dass man wenigstens über die feinere Ausgestaltung noch einiges herausholen kann und wird. Vielleicht ist es ein Vorurteil, weil ich so wenig angetan bin: Aber ich befürchte, da wird wenig kommen. Bei der Knappheit bekommt man auch lieblose Kitas voll, wenn der eigene Anspruch entsprechend limitiert ist. Und dass man dafür ausgerechnet die Kinder ranlässt und die monotonen dunklen Flächen nachgestalten lässt, kann ich mir leider schon gar nicht vorstellen. Aber ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.

    Ich mag Hochhäuser und Wolkenkratzer grundsätzlich sehr gerne. Aber noch mehr bin ich ein Fan von reizvollen, stimmigen Ensembles. Und da muss man einfach feststellen, dass Berlin historisch bedingt einen anderen Maßstab hat als die meisten Hochhausstädte. Etwa Tokio, Manhattan oder auch Frankfurt sehen ja nicht nur aus Lust am Hochhinaus so aus.


    Berlin erlebt erst seit relativ wenigen Jahren in ersten Ansätzen das, was solche Städte längst hinter sich haben. Und hoffentlich gibt es dann auch passende Stellen, wo sich echte Cluster entwickeln können. Man muss mE aber schon Rücksicht nehmen, was da ist und wie das harmoniert. Beim Alex bin ich mir inzwischen aber selbst nicht mehr ganz schlüssig, ob man da wirklich über 170m vs. 130m u.ä. streiten muss. Ich glaube, ich kann damit gut leben, wenn dort der Fernsehturm die klare, aus vielen Perspektiven und auch weithin sichtbare Dominante bleibt (wenn wir vom Urlaub kommen, ist der Fernsehturm auch immer eine Art Signal, dass man wieder in Berlin ist, ebenso wie er viele Blickachsen innerhalb der Stadt optisch krönt).


    Dann soll der Senat aber bitte auch damit leben, dass an Zoo, Mediaspree oder sonstwo irgendwann auch höhere Cluster als 130 m entstehen. Zumindest wenn die Stadt dort bereits in der Breite entsprechend verdichtet ist und es der logische nächste Schritt ist. Aktuell halte ich das sogar eher für eine Frage von wenigen Jahrzehnten als von einem halben Jahrhundert. Das könnten viele hier durchaus noch aktiv erleben.

    ElleDeBE Ich hoffe mal sehr, dass nicht nur "K&K" mehr Licht in die Sache bringen können, denn so könnte es wie Du andeutest womöglich weiter eher zwei Schlaglichter aus entgegengesetzten Perspektiven geben. Das ist immer noch besser als einseitig aber es bleibt für den Betrachter schwer zusammenzufügen. Ansonsten sehe ich es nicht so, dass Klarenbach "stets" weniger subjektiv und sachlicher schreibt, auch wenn sein Standpunkt und seine Insights das Forum mE durchaus bereichern.


    BTT: Was das Schlossumfeld angeht, sehe ich die aktuelle Entwicklung aber so oder so nicht dramatisch. Immerhin scheinen die Gestalter bzw. die Gestaltung ja bewusst offen für nachträgliche Ergänzungen zu sein, auch historische, wenn man diese denn wirklich alle zurück haben will. Freiraum ist ja auch erst einmal Raum für Fantasie und Aneignung. Nach wie vor finde ich, dass ein echter (breiter) Diskurs zum Thema Freiflächen noch gar nicht stattgefunden hat und trotz entsprechender Aktivisten diverser Lager auch jetzt noch immer kein breites Interesse daran besteht. Zum einen gibt es aktuell ohnehin genug andere Themen, die alles dominieren. Zum Anderen stehen vor Ort das Humboldtforum und die Schlossfassaden optisch im Mittelpunkt. Der Rest war bisher eh mehr oder weniger Dauerbaustelle. Daher ist es mE nur gut, wenn es bald weniger Gerüste und offene Böden, und stattdessen genügend Zeit und Raum zur Auseinandersetzung gibt. Ich hätte es jedenfalls absolut nicht begrüßt, wenn man gleich alles was geht historisch rekonstruiert hätte und es wegen vorweggenommener, gebauter Tatsachen künftig praktisch keine Alternativen mehr gäbe. Dann soll man lieber wie schon bei den Schlossfassaden oder der Bauakademie erst einmal Attrappen als Platzhalter auf den "leeren" Flächen aufstellen und diese wirken lassen. Ich wäre jedenfalls neugierig, ob das wirklich kollektive Begeisterung oder eher ein Gefühl des "Overkill" auslösen würde.


    Ich persönlich finde die Schlossfassaden durchaus spannend und eine tolle Vervollständigung des Umfelds. Aber Berlin ist anders als Rom oder Paris eben stärker geprägt durch Kontraste statt historischer Konstanz. Und auch wenn neben direkten Kriegsfolgen manches bewusst von der DDR (oder BRD) umgestaltet wurde, muss man es mE nicht alles "korrigieren". Den von Hitler vollzogen Standortwechsel der Siegessäule hat man ja auch nie "korrigiert". Stattdessen eignen sich heute Demonstranten jeglicher Couleur das eindrucksvolle Setting an. So wie Hertha mit einer Multikultitruppe im Olympiastadion antritt und auch sonst bewusst Vielfalt verkörpert. Ebenso ist der Fernsehturm als ehemaliges Prestigeobjekt/Statussymbol der DDR-Hauptstadt nun eins der wichtigsten Symbole für Gesamtberlin und es stört niemanden mehr. Man sollte die Freiheit behalten, potentiell bereichernde historische Elemente zurückzuholen. Aber auch die Freiheit, den jetzigen Zustand zu erhalten oder weiterzuentwickeln. Dit is Berlin und viel inspirierender als zwanghaft alles zurück auf Los zu stellen (wo immer man dieses "Los" auch verorten will).

    Ich bin ja sehr für kontroverse Debatten. Ich finde es aber völlig unakzeptabel, wenn demokratischen Gremien hier regelmäßig ein Vorgehen wie Walter Ulbricht oder gar die Taliban unterstellt wird.


    Ich hoffe sehr, dass wir zu einem Debattenstil kommen, der nicht mit Diffamierungen arbeitet.


    Ich beziehe mich zunächst mal explizit nur auf Einleitung und Schluss. Die Einleitung nimmt dankbar die Steilvorlagen auf, die hier zugegebenermaßen auch angeboten wurden. Klar, gerade so ein Talibanvergleich macht es natürlich leicht, eine überzeugende Verteidigungsrede zu halten.


    Ansonsten kann ich Deinem Hohelied auf die Demokratie aber dennoch nicht pauschal zustimmen. So möchte ich festhalten, dass auch demokratisch gewählte Organe sehr wohl den Prozess der öffentlichen Meinungsbildung gezielt untergraben und Sand in die Augen streuen KÖNNEN und dies auch sehr wohl TUN. Das gilt sicherlich nicht nur für eine Partei, denn der Kampf um die öffentliche Deutungshoheit ist das tägliche Geschäft. Aber es gilt eben sehr wohl AUCH für den aktuellen Senat. Im Bildungsbereich weiß ich sogar sehr genau, dass gezielt Daten der Öffentlichkeit vorenthalten werden (Berlin war das erste und mW nach wie vor einzige Bundesland, dass Ergebnisse von Vergleichsarbeiten seit Jahren nicht mehr veröffentlicht, nachdem man regelmäßig auf dem letzten oder maximal vorletzten Platz landete und auch das Abschaffen des Sitzenbleibens/Durchschleifen trotz klassenstufenumfassender Defizite sowie das Absenken der Abschlusshürden ist bundesweit berüchtigt, sodass manche Bundesländer ein Berliner Abitur schon nicht mehr als Hochschulreife anerkennen wollten). Im Bausektor ist zumindest bekannt, dass Juryentscheidungen bewusst nicht mehr transparent gemacht wurden. Von den "Kreuzberger Verhältnissen" mal ganz zu schweigen. Demokratisch gewählt mag also erst einmal auf sämtliche Akteure zutreffen, aber damit ist man mE noch längst nicht gegen jeden Zweifel erhaben. Auch aktuell, wo ich Politiker aufgrund der Querdenker-Kampagnen mehr als je zuvor in sozialen Medien entschieden gegen Anfeindungen in Schutz nehme, braucht es weiter ein kritisches Bewusstsein für die Möglichkeit und Realität von Machtmissbrauch zum Machterhalt. Alles andere wäre naiv und realitätsfern.


    Das alles war grundsätzlicher Natur. Denn anders als mancher hier habe ich mich nicht im Detail mit den beschriebenen Prozessen in Mitte befasst und nicht an den Veranstaltungen teilgenommen. Ich kann daher nur Konstantins Wort gegen Deins stehen lassen. Du magst mir nachsehen, dass diverse (im Forum dokumentierte mit etwas Recherche sicher auffindbare) Erfahrungen aus der Vergangenheit eher nicht für bedingungsloses Vertrauen in Deine Darstellungen sprechen. Aber ich weiß auch nicht, inwiefern Konstantin hier die Dinge angemessen und realistisch darstellt. Daher hoffe ich, dass ggf. weitere User Einblicke haben und teilen können. Denn es ist unbefriedigend, zwei solch gegensätzliche Darstellungen ohne zusätzliche Einordnung im Raum stehen zu haben.

    Zwei schlechte Nachrichten für das Projekt:


    Milla & Partner klagen gegen Umbaupläne

    Die Schaffer des Einheitsdenkmals sehen ihre bestehenden Urheberrechte als Wettbewerbssieger durch die Planungen für das Flussbadprojekt potentiell beschädigt (u.a. Gestaltung der Treppen und Einbau eines Fahrstuhls rücken ihnen zufolge dem Denkmal zu sehr auf die Pelle). Daher bereiten sie eine Klage vor.

    Quelle Tagesspiegel


    Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bezweifelt Voraussetzungen des Projektes

    Der Verwaltung fehlen noch immer Gutachten und eine belastbare Machbarkeitsstudie. Details hierzu kann ich leider keine nennen (der verlinkte Artikel liegt hinter einer Paywall) aber das Thema hatten wir grundsätzlich ja durchaus schon besprochen.

    Quelle Morgenpost (Paywall)

    Viele haben es immer befürchtet und man musste eigentlich auch immer Bauchschmerzen haben. Das dürfte ordentlich kollektive Katerstimmung erzeugen, was in Kombination mit Corona schon ziemlich toxisch für die Stadt werden könnte.


    So hart es klingt, es bestätigt leider meine Wahrnehmung: Unsere lokale politische Kaste ist mE nur groß im Investieren aber weitgehend unfähig im Entwickeln guter Konzepte. Sie beherrschen keine Märkte, keine juristische Absicherung, keine effektive Bildungspolitik, keine aktive Wirtschaftspolitik... Auch bei der Verkehrswende bin ich bislang noch sehr skeptisch, auch wenn es grundsätzlich nicht verkehrt ist.


    KrauseGlucke Deine persönliche Dankbarkeit in allen Ehren. Aber davon können sich die Betroffenen leider im wahrsten Sinne des Wortes auch nichts kaufen.


    Edit: Lese gerade, dass zumindest die großen Gesellschaften wohl kulant bezüglich Nachzahlungen sein wollen (Vonovia verzichtet, Deutsche Wohnen geht nach den Finanzen der Mieter, Landesbetriebe fordern natürlich auch nichts zurück). Immerhin etwas!

    Ich würde gern mal eine Darlegung bekommen, welche Anrainer gegen das Flussbadprojekt sind.


    Das DHM ist jedenfalls nicht dagegen, genauso wenig das Humboldt Forum, die ESM stellt ihren Randstreifen für die Open Air-Präsentation zur Verfügung. Die Denkmalschutzbehörde hat meines Wissens keine Einwände. Das Auswärtige Amt, die Stiftung Bauakademie, die Staatlichen Museen, die Bertelsmannstiftung und die WBM haben sich auch bisher nicht negativ geäußert.

    Habe netterweise mal kurz recherchiert.


    1) Zu Deiner Frage:

    Die ESM ist offiziell für das Projekt, verfolgt dabei laut Herrn Edler aber womöglich auch eigene Interessen (und wollte den Pachtvertrag mit Edler eigentlich auch schon kündigen).

    Quelle: t-online (von 2019)


    Bezüglich der Haltung von Denkmalschützern steht Deine Darstellung jedoch im deutlichen Widerspruch zu der im offenen Brief der Domgemeinde geäußerten Darstellung, wonach sich u.a. Landesdenkmalamt Berlin, Landesdenkmalrat Berlin sowie ICOMOS Deutschland und der amtierende Landesarchäologe des Landes Berlin kritisch geäußert haben sollen. Dort werden zudem auch die Baukammer Berlin, die "Planungsgruppe Stadtkern im Bürgerforum Berlin" und auch "die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit ihren Museen" als Kritiker aufgeführt. Und gerade zu letzteren gibt es tatsächlich bereits mindestens seit 2015 wiederholt deutliche Kritik am Projekt, was sich leicht recherchieren lässt: siehe hier.


    Vom DHM, dem Auswärtigen Amt oder der Bertelsmannstiftung habe ich überhaupt keine Stellungnahme für oder gegen das Projekt gefunden. Das kann man natürlich so werten, dass sie sich zumindest nicht negativ tangiert sehen.


    Beim Dom findet sich übrigens weder eine Bekräftigung noch eine Relativierung der öffentlich kursierenden Kritik. Hier nehme ich an, dass bei einem nicht abgestimmten Vorpreschen sicher eine Richtigstellung erfolgt wäre. Es kann also eigentlich kein völliger Alleingang gewesen sein aber auch keine massiv vorgetragene Kampagne.


    2) Als "Beifang" habe ich aber auch einige mE äußerst interessante Artikel zur Haltung der Wasserbetriebe gefunden. Diese haben u.a. schon Herrn Steeg mit seinem Projekt zur Reinigung der Spree unterstützt (siehe bspw. hier), sind aber auch klare Befürworter des Flussbadprojekts. Hier fand ich einen Artikel besonders interessant, in dem neben den Wasserbetrieben (sehr ausführlich aber aufschlussreich) u.a. auch Herr Steeg zu Wort kommt aber auch Herr Edler mit einer direkten Erwiderung (also eigentlich alle besonders interessanten Akteure)! Der von mir vermisste Austausch von Argumenten hat demnach bereits stattgefunden, ich/wir hatte/n es nur nicht bemerkt. Wer sich also ein etwas umfassenderes Bild machen möchte, dem sei dieser Artikel sehr empfohlen. Zumindest was die Kosten angeht, scheinen die Einwände von Herrn Steeg demnach substanziell zu sein (dass es "nur" 70 Mio werden könnten, glaubt demnach niemand ernsthaft, selbst wenn man einige anfallende Kosten nicht dem Projekt zuschlägt). Auch kann man wohl festhalten, dass der Filter wohl tatsächlich vergleichsweise homöopathisch gegen das eigentliche Problem wirkt und die Wasserbetriebe da in anderen Dimensionen denken (und trotzdem von Herrn Steeg als unambitioniert betrachtet werden). Dass eine wirksame Reinigung der Spree günstig(er) zu haben sei, scheint zugleich aber auch illusorisch. Die Stadt wird überlegen müssen, was genau sie will und was das kosten darf.


    Mein Fazit: Tendenziell sehe ich das Projekt nach wie vor deutlich skeptischer als noch vor einiger Zeit (als ich eher neutral eingestellt war). Ich werde den Eindruck nicht los, dass Befürworter wie ESM oder Wasserbetriebe die Welle zu ihren Gunsten nutzen wollen (im Falle der Wasserbetriebe zumindest sicher nicht das verkehrteste für die Stadt) und die Kritiker doch recht fundierte Einwände bezüglich Kosten-Nutzen-Verhältnis und negativen Begleitumständen (historische Substanz, ökologische Bilanz) sowie intransparenter Planung und Evaluation auffahren können. Dass Herr Steeg hier rein objektiv und unvoreingenommen agiert, bezweifle ich inzwischen aber auch. Trotzdem sehe ich mich bislang tendenziell eher bei ihm als beim politisch favorisierten Flussbadprojekt.

    ElleDeBE Ich kann mich Deiner Bewertung des verlinkten Artikels in keinem einzigen Aspekt anschließen. Tendenziös und unausgewogen wären mE die treffenderen Attribute. Da werden munter Pappkameraden aufgebaut, an denen man sich dann abarbeiten kann. Auch die Äußerungen der Kritiker werden entsprechend zugeschnitten und verengt, bis es ins Bild passt. Dass dieser Artikel angeblich auch die Positionen im Forum angemessen spiegelt, empfinde ich hingegen als fragliche Darstellung.


    Tomov Respekt, dass Du den Artikel so knapp und präzise paraphrasierst. Und chapeau, dass offenbar auch Du so genau einschätzen kannst, weshalb Andere für oder gegen etwas sein können.

    HarrySeidler Danke für's Teilen.


    M50 ist mE in jeder Hinsicht das Highlight. Das scheinen ja bislang auch alle so zu sehen. Ein zeitloses Design des Turms und dazu eine spannende Gestaltung der umschließenden Flachdächer. Schön gelöst.


    M60 und M60 sehe ich immerhin farblich als interessanten Kontrast an. Zudem finde ich die Kombination aus Wohnen und Arbeiten und die Nutzung der Dachflächen erfreulich. Ansonsten leider besonders M40 keine große Inspiration für mich. Aber gut, die Flächen werden gerade in Kreuzberg dringend gebraucht und die Vermarktung erledigt sich von selbst. Da kann man wohl leider nicht viel erwarten.

    Camondo Ich bin ganz grundsätzlich für einen Wettbewerb der besten Ideen und Konzepte. Da muss niemand zurückhalten. Und hier überzeugen mich inzwischen tatsächlich die kritischen Gedanken sowie die Alternativkonzepte. Ich finde auch überhaupt nicht, dass sich die Konzepte gut ergänzen (der tonnenschwere Filter mit homöopathischer Wirkung ist mE so oder großer Dummfug). Das eine könnte ggf. wirklich sinnvoll umsetzbar sein (hier fehlt mir die Expertise aber zumindest wird plausibler argumentiert und begründet), das andere scheint mir ein ziemliches Hirngespinst zu sein wie "The Berg" für Tempelhof.


    Ich schließe mich daher badeninderspree und auch der Domgemeinde an: Hier wird mal wieder jede Menge Geld für das Vorantreiben eines rein politisch motivierten Projektes verbrannt, statt lieber in der Breite in gute Infrastruktur oder eine generelle Verbesserung der ökologischen Situation zu investieren. Das ist doch hanebüchener Quark, so viel Geld für so ein kleines Projekt zu verpulvern, trotz besserer Alternativen im Namen der "Ökologie" tausende Tonnen Beton in der Spree zu versenken und im schlimmsten Falle auch noch historische Bausubstanz oder zumindest den Weltkulturerbestatus zu gefährden. Aber diese Stadt bringt so etwas evtl. wirklich fertig. Hier wird ja auch ernsthaft ein Rückbau einer gerade frisch geschaffenen Autobahn diskutiert, auch wenn es mE ökonomisch aber auch ökologisch Wahnsinn wäre. Zum Glück haben wir ja keinerlei Schulden oder sinnvolleren Investitionsbedarf.

    Camondo Was redest bzw. schreibst du denn da? Es sollte wohl jedem frei stehen, hier seine Argumente einzubringen, zumal ich hier zwar auch konkurrierende Interessen sehe aber das ist doch kein KO-Kriterium für eine Diskussion (eher der Normalfall). Und wieso sollte ein einzelner Diskussionsteilnehmer warten müssen, bis eine andere Interessengruppe sich ebenfalls äußert? Das kann er doch auch überhaupt nicht beeinflussen.

    UrbanFreak Vielleicht solltest du die verlinkte Darstellung vor deiner Reaktion einfach mal lesen oder mindestens überfliegen. Das wäre im Vergleich relativ wenig investierte Zeit und doch hätten wir so zwar noch keine bessere Welt aber doch eine sinnvollere Diskussion.


    Spoiler: Ich habe alles gelesen. Herr Steeg ist nicht primär GEGEN etwas, sondern in der Tat FÜR etwas. Insofern ist sein Avatar auch nicht missverständlich Camondo, sondern entspricht seinem Kernanliegen.


    Ansonsten finde ich die vorgebrachten Argumente fundiert und sollten sie zutreffen und nicht widerlegbar sein, kann ich nur zustimmen. Eine Gegendarstellung würde mich sehr interessieren. So oder so gehört diese Darstellung mE aber an die Öffentlichkeit.


    Als kleine Nebenbemerkung: Manche der rhetorischen Vergleiche finde ich etwas blumig und gewagt. Darauf hätte ich im Interesse der insgesamt doch überwiegend stimmigen und sachlichen Darstellung ebenso verzichtet, wie auf vereinzelte Spitzen. Trotzdem bin ich insgesamt sehr dankbar für diese gut strukturierte und stimmig argumentierende Darstellung.

    Bousset Die verlinkte Statistik ist aber für sich genommen nicht sehr aussagekräftig.


    1) Dort geht es nur um ausländische Gäste. Berlin ist traditionell aber besonders stark bei inländischen Gästen. Zudem spielt dort die Zahl der Übernachtungen pro Gast keine Rolle. In Berlin bleiben Gäste durchaus mal etwas länger und im Schnitt für mehr als 2 Übernachtungen.

    -> Bei den für Gaststätten relevanten Übernachtungen liegt Berlin europaweit auf Platz 3 und wuchs vor Corona weiter von Jahr zu Jahr, wenngleich die Zuwächse sich zuletzt verlangsamt hatten. Zuletzt ging es trotzdem Richtung 35 Mio Übernachtungen. Zum Vergleich: London hatte über 80 Mio Übernachtungen, Paris über 50 Mio, Rom rund 30 und dann kommt erst wieder bei ca. 15-20 Mio eine Ballung (Barcelona, Madrid, Prag, Wien, München, Amsterdam, Hamburg).


    2) Das Estrel generiert sich von jeher eigene Gäste und dies neben diversen Events u.a. im Kongressbereich. Im Kongressbereich lag Berlin zuletzt immer noch in den Top 5 weltweit und mit dem BER und der direkten Autobahnanbindung wird die Lage des Estrel gegenüber dem ICC sogar noch stärker (zumal neben der Anbindung die unglaublich günstige Kombination von größtem Kongressstandort und größtem Hotelbetrieb hinzukommt). Generell ist eine Stärke des Estrel, dass man trotz des nicht genehmigten Shoppingcenters (fast) alles vor Ort hat und zugleich mit der hervorragenden Anbindung (Autobahn, ÖPNV inkl. S-Bahn-Ring, Bootsanleger, Gleisanschluss) auch problemlos viel in der Umgebung mitnehmen bzw. unternehmen kann.


    3) Zu guter Letzt war das Estrel gegenüber anderen Berliner Hotels bisher überdurchschnittlich ausgelastet (über 60%) aber zugleich auch früher wirtschaftlich als andere Häuser (laut eigener Angabe Gewinne bereits ab 30% Auslastung). Mögliche Überkapazitäten in anderen Häusern sind somit kein direktes Problem für das Estrel.


    Fazit: Ich gehe insgesamt davon aus, dass man das Estrel sogar eher zu den Gewinnern einer möglichen Konsolidierung zählen würde. Falls der Markt für Kongresse einbricht, werden die verbleibenden dennoch eher im Estrel stattfinden. Wenn in Berlin aufgrund von Überkapazitäten Hotels sterben, dann zunächst die weniger wirtschaftlichen. Wenn beim Estrel selbst mal irgendeine Säule wegbricht, wird man kreativ wie zuvor neue Angebote platzieren. Die räumlichen Kapazitäten kann man ja durchaus flexibel bespielen.


    Regent Es geht in der Regel ja nicht allein um den Warenerwerb, sondern um ein attraktives Gesamtpaket. Ansonsten müsste man die eigene Wohnung ja überhaupt nicht mehr verlassen. Allerdings weiß ich jetzt auch nicht, inwiefern die Shopping-Klientel Berlin gegenüber anderen Standorten schätzt. Es ist ehrlich gesagt nicht so mein Ding und ich habe diesbezüglich auch nicht so aktiv die Zahlen verfolgt.

    Bautradition Das "Square" ist die englische Entsprechung von "hoch 2" oder "im Quadrat". Geschrieben wird das Areal tatsächlich nur "Siemensstadt²" heißen, also nur ein kleiner Exponent ² angehängt. Mündlich dürfte es zu 99% ohnehin einfach bei Siemensstadt bleiben, egal wie es Siemens intern handhabt.

    ^Es gibt nähere Informationen.


    Berlin Marienfelde soll ein "Campus für die Entwicklung, Erprobung und Implementierung wegweisender Softwareapplikationen werden", dabei geht es aber nicht etwa um Software für die Nutzerbedienung in den Fahrzeugen (die ist mit MBUX allerdings ebenfalls bereits prominent in Berlin vertreten), sondern um "das geballte Wissen der Marke" im Bereich der digital optimierten Produktion (sprich: Industrie 4.0). Marienfelde wird demnach für 60 Mio zu einer "digitalen Anlauffabrik mit einer Reihe modernster Pilotlinien und Testzellen" umgebaut. Dadurch soll man auch als "Kompetenz- und Qualifizierungszentrum" für die Führungsleute von 30 bundesweit und global verteilten Daimlerwerken mit rund 80.000 Mitarbeitern fungieren. Man kommt dann also sozusagen aus aller Welt nach Berlin, um sich die nächsten Entwicklungsansätze für das eigene Werk anzusehen. Mit diesem Ansatz sieht auch die Gewerkschaft ein starkes Alleinstellungsmerkmal für die Zukunft.


    Interessant ist allerdings die Frage, was denn letztendlich auch tatsächlich für die Fahrzeugproduktion in Berlin gefertigt wird. Erst vor wenigen Jahren kam ja der Zuschlag für wichtige Investitionen von 500 Mio, womit in der Tat ein wichtiges e-Antriebsmodule in Berlin gefertigt wird (aus 60 Kompnenten zusammengebaut und 165 kg schwer). Jetzt sollen offenbar aber eher noch kleinere Bauteile wie einem Modul für die Leistungselektronik von Batteriesystemen hinzukommen. Hier wünscht sich die Gewerkschaft noch größere Pläne wie die Fertigung oder das Recycling von ganzen Batteriesystemen. Darüber wird sicher noch aktiv diskutiert und gerungen werden und damit hängt dann auch der Umfang des Personalabbaus zusammen (wobei Tesla wohl noch immer händeringend sucht).

    Quelle Handelsblatt

    Sinkender Stern und steigender Stern

    Was vor einigen Wochen schon anklang, bestätigt sich nun auch offiziell: Daimlers ältestes Motorenwerk steht in der traditionellen Form vor dem Ende. Stattdessen soll der Standort neben der bereits bekannten Rolle bei der Fertigung von E-Antrieb-Komponenten auch zu einem Kompetenzzentrum für Digitalisierung entwickelt werden. Es soll Software für ganze Fahrzeugserien entwickelt und erprobt werden und im Falle der Antriebskomponenten kommt auch noch die Fertigung hinzu. In den Augen der Konzernlenker sei damit die Zukunft des Traditionsstandortes gesichert. Für die Beschäftigten am Standort gilt das wohl nur zum Teil. Zwar soll es Angebote zur Umschulung und Weiterqualifizierung geben aber es werde insgesamt auch zu "weniger Beschäftigungsumfängen" kommen. Zumindest spielt Daimler jetzt mit offenen Karten und die Umstrukturierung ist ein deutschlandweiter Prozess (Daimler-Verbrennermotoren werden bald nicht mehr in Deutschland produziert).

    Quelle Sueddeutsche Zeitung

    Theseus532 und Bousset Ich denke auch, dass es vor allem eine Frage des (fehlenden) politischen Willens war und ist. Klar ist zudem auch, dass man erst durch den Aufbau entsprechender Kompetenzen wirklich effizient planen und umsetzen kann.


    Ich denke, dass die U5 hier tatsächlich einen Stein ins Rollen gebracht hat. Und es wäre extrem wichtig, wenn der jetzt überhaupt im Rollen bleibt. U7 und U3 sind dafür zumindest beide nicht verkehrt.


    Die U3 wird vergleichsweise leicht umsetzbar sein und doch einen Mehrwert bringen - gerade, damit diese Linie künftig noch mehr genutzt wird.


    Die U7 soll jetzt offenbar gleich an beiden Enden verlängert werden und wird im Vergleich zur U3 auch deutlich spektakulärer: Die längste Linie der Stadt wird noch länger und verbindet tiefstes Spandau mit dem dynamischen Speckgürtel südöstlich der Stadt mit dem berühmt-berüchtigten BER. So hat Berlin dann einen Airport mit S- UND U-Bahn-Anschluss (die U7 kreuzt zudem viele andere wichtige Linien und wird vermutlich einen ziemlich dichten Takt erhalten). Das wird den Busverkehr um Rudow deutlich entlasten und auch das leidige Taxithema zumindest etwas relativieren.


    Wenn beide Projekte rollen (zumindest erst einmal im übertragenen Sinne), wird man hoffentlich weiter dran bleiben. Das gleiche erhoffe ich mir auch für die Straßenbahn und S-Bahnprojekte in die Brandenburger Peripherie (durch die Beteiligung Brandenburgs noch komplizierter und langatmiger aber auch immens sinnvoll, sodass auch hier mit der U7 ein wichtiger Anknüpfungspunkt in den Köpfen entstehen könnte).


    In Kombination kann das die Verkehrswende ermöglichen und zugleich das Wachstum der Stadt inklusive Zusammenwachsen mit dem Umland entscheidend voranbringen. Ökologisch und ökonomisch aber auch für die Lebensqualität der Menschen wünsche ich mir kaum etwas mehr für die kommenden Jahrzehnte. Deshalb hoffe ich so sehr, dass die Dynamik jetzt nicht doch wieder ausgebremst wird und sei es durch Streit über die richtige Linie...