Beiträge von spandauer

    Schon richtig, die Luftfahrtbranche ist wohl eine der flexibelsten Branchen, wenn es darum geht, Opportunitäten zu nutzen, sobald sie sich ergeben. Ein Jahr sind da in der Tat eine lange Zeit. Stand jetzt ist es aber so, dass es sich um zwei unterschiedliche Sparten innerhalb des LH-Konzerns handelt, die außer die übliche LH-Infrastruktur am Boden (Wartung etc.) nicht interagieren. Beide haben ihre eigenen Webseiten, das Buchen eines Fluges des jeweils anderen ist aber nicht möglich.


    Sollte sich, und da kann man Jimmys Argumentation ein wenig entgegen kommen, der Flugverkehr insgesamt unerwartet positiv entwickeln (angesichts der Weltlage irgendwie ein absurder Gedanke) und die angekündigte Angebotsoffensiv von EW in Berlin ist so unglaublich erfolgreich und man lässt EW für EWD Zubringerflüge anbieten und man hat Langstreckenflieger über und es besteht die Gefahr, dass andere Langstreckenairlines Berlin so stark ausbauen und somit im LH-Konzern wildern, sodass sich diese genötigt fühlt... Das sind sehr viele Kaffeesatzlesereien, ich halte ein Langstreckenengagement des LH-Konzerns am BER für nahezu ausgeschlossen. Es steht einfach absolut konträr zum Drehkreuzkonzept, in das man viel Geld investiert hat.

    Der Zug im Jahr 1939, der Henschel-Wegmann-Zug, der diese Fahrzeiten erreichte, verkehrte nur ein oder zwei mal am Tag. Er wurde mit einer Dampflok der Baureihe 61 gezogen, die für 175km/h zugelassen war und die Strecke ohne Stop zurücklegte. Heute halten die IC/EC teilweise in Elsterwerda, Doberlug-Kirchhain und auch in Dresden-Neustadt. Das macht schon mal mindestens 10 Minuten. Und schneller als die möglichen 160km/h des Henschel-Wegmann-Zugs waren die IC zwischen Berlin und Dresden bisher ja auch nicht unterwegs. Das ändert sich ja erst, seit die gesamte Strecke für 200km/h ertüchtigt wird, im übrigen unabhängig von der Wiedererrichtung der Dresdner Bahn auf Berliner Grund.


    Kleine Anekdote: von der Baureihe 61 wurden nur zwei Exemplare gebaut. Nach dem Krieg gab es für so schnelle Lokomotiven keine Verwendung, sodass die 61 001 recht schnell aus dem Verkehr gezogen wurde. Die 61 002 dagegen kam zum VES-M Halle und wurde dort zur heute legendären Schnellzuglok 18 201 umgebaut. Die DDR brauchte eine Lok, um die für den Export vorgesehenen Reisezugwagen in hohen Geschwindigkeitsbereichen zu testen. Das vorhandene Diesel- oder Elokmaterial war schlicht nicht schnell genug, sodass man sich für den Umbau der 175km/h schnellen 61 001 entschied. Aktuell sind die Kesselfristen von 18 201 abgelaufen und die Wiederinbetriebnahme wird angestrebt. Wenn sie dann wieder fährt, darf sie sich auch wieder die schnellste betriebsfähige Dampflok der Welt nennen.

    Insgesamt erstaunlich, wie viel Wohnbebauung an der sich gerade in Wiedererrichtung befindlichen Dresdner Bahn zur Zeit realisiert wird bzw. in den letzten Jahren realisiert wurde. Es ist zwar eine Lärmschutzwand-Hölle, die sich vor der Berliner Mauer teilweise nicht verstecken braucht, aber die Lärmbelastung für die teilweise ja nur wenige Meter von der Strecke befindlichen Siedlungen wird dennoch enorm sein. Hier werden ab Ende 2025 immerhin alle 3 bis 4 Minuten S-Bahnen, Regionalbahnen inklusive Flughafenexpress, IC's, EC's und ICE's mit bis zu 160km/h durchrauschen.

    Ehrlich gesagt habe ich die übersichtliche und aufgeräumte Fußgängerzone Gorkistraße erstmal durchaus als angenehm empfunden. Ich hoffe sogar, dass sie künftig nicht mit Ständen, Außengastro, Buden usw. zugestellt wird, wie es z. B. in der Wilmersdorfer Str. der Fall ist.

    Die Wilmersdorfer ist breit genug, die Sitzmöglichkeiten und das Gastroangebot tun der Straße sehr gut und sind mit der einzige Grund, dort noch hin zu gehen. Ganz im Gegensatz zu den Ramschläden, die immer mehr Überhand nehmen und die alten Traditionsgeschäfte verdrängen. Leiser, P&C, C&A haben als ehemalige Ankermieter der Wilmersdorfer alle in den letzten Jahren zu gemacht. Klar, man kann argumentieren, dass das auch an hausgemachten Problemen der Konzerne liegt und viele Geschäfte die Corona-Politik aka die Kastrierung des lokalen Einzelhandels zugunsten des Onlinehandels eh nicht überlebt hätten.


    Deine Kritik an einer angeblich zugestellten Wilmersdorfer kann ich daher absolut nicht nachvollziehen.

    Puh, ich bin da auch sehr zwiegespalten. Die Gebäude gefallen mir teilweise ganz gut. Aber Thema Schwammstadt. Ich weiß, die Pläne sind schon älter als das Narrativ der Klimaresilienz, welches so eigentlich erst seit wenigen Jahren in der Stadtplanung und Politik auf der Agenda ist. Was schon erschreckend genug ist, da das Thema Klimawandel und Auswirkungen auf unsere Städte nicht erst seit 5 oder 10 Jahren bekannt ist. Umso erschreckender, dass Verwaltungen offensichtlich nicht oder Lage oder Willens sind, Planungen dahingehend anzupassen. Dann kommt so eine Steinwüste bei raus, alles versiegelt, kaum grün, Schwammstadt am A...

    Berlin war jahrzehntelang die einzige Hauptstadt Europas, deren Beitrag zum Gesamtwohlstand der Landes negativ war. Das heisst: Ohne Berlin wäre Deutschland wohlhabender gewesen.

    Das sind alles Werte, die längst nicht mehr aktuell sind. 2020 lag Berlin bei 99% des Bundesschnitts. https://de.statista.com/infogr…die-wirtschaft-in-europa/


    Ich finde es aber auch generell schwierig, zentralistische Länder wie Frankreich oder solche mit nur wenigen Agglomerationen (Dänemark, Griechenland) mit einem föderalen und dezentral organisierten Wirtschaftsstandort wie Deutschland zu vergleichen, der sehr viele Wirtschaftszentren aufweist. Hierzulande wird dadurch einfach keine Region jemals prozentual so stark sein können, wie es zum Beispiel in Frankreich der Fall ist. Ich glaube, bald 60% des französischen BIP werden in der Île de France erwirtschaftet. Das liegt einerseits natürlich an der zentralistischen Struktur des Landes, aber auch daran, dass es schlicht gar nicht so viele andere Wirtschaftszentren mehr in Frankreich gibt, die der Hauptstadtregion prozentuale BIP-Werte streitig machen könnten.


    Deinen anderen Erwähnungen bzgl. der Dysfunktionalität kann ich dagegen gut folgen.

    - Düsseldorf: aktuell 155 Ziele, davon 2 in Amerika (NYC/USA, Dominikanische Republik) und sonst im Prinzip keine echten Langstrecken. - Quelle: dus.com (Flughafen Düsseldorf)

    Kleine Anmerkung: die angegebene NYC-Verbindung ist, wenn man dem Link folgt, eine Umsteigeverbindung mit ICE via FRA. Defacto hat DUS aktuell und auch in absehbarer Zeit keine einzige US-Linienverbindung, analog zu HAM.

    Damit gibt es dann also voraussichtlich 3 Direktverbindungen an die US-Ostküste (NYC, Florida und Washington D.C.)

    Sind streng genommen sogar fünf Verbindungen. United nach Newark und Washington, Norse nach JFK und Fort Lauderdale sowie ab Mai auch Delta nach JFK.

    Berlin leidet zur Zeit vor allem daran, dass sich easyjet mit seiner wilden Streichorgie völlig verkalkuliert hat. Das Aufkommen und die Reiselust sind da, nur werden viele Flüge einfach nicht angeboten. Der Sommerflugplan 2023 sollte dann wieder dafür sorgen, dass der BER in Sachen Passagierzahlenentwicklung aufschließen kann.


    Bzgl. Langstrecke geht die Entwicklung derzeit in eine positive Richtung. Für den SFP 2023 sind bisher folgende Flüge geplant und buchbar


    - United täglich nach Newark und Washington

    - Delta 5/7 nach New York JFK

    - Qatar Airways 11/7 nach Doha


    Scoot und Norse haben ihre Flugpläne für den SFP 2023 noch nicht freigeschaltet. Insgesamt fehlen dann nur noch American Airlines und Air Canada, um das Vor-Corona-Angebot wieder anbieten zu können. Beide haben allerdings in der Pandemie ihre Boeing 767 ausgeflottet, mit denen man vorher nach Berlin gekommen war. Die A321XLR, die beide Airlines u.a. für einen Ausbau des TATL-Netzwerkes bestellt haben, sind allerdings erst zum SFP 2024 verfügbar, frühestens. Der BER dürfte dann ziemlich sicher von beiden Airlines wieder angeflogen werden. AA aus Philadelphia, AC aus Toronto und vielleicht auch mal Montreal.

    Schade, dass man hier den vorhandenen Blockrand nicht mit ansehnlicherer Eckhaus-Architektur ausführt. Das Grundstück ist durch seine exponierte Lage an der Kreuzung Stendaler / Rathenower / Perleberger eigentlich für etwas repräsentativeres geignet.

    Dieser großkotzige Verein sollte sich erst mal komplett neu aufstellen und sportlich mehr als 3. Liga-Niveau anbieten. In so einer Phase über ein neues Stadion nachzudenken zeigt mir nur, wie entfernt von der Realität die Führung und dieser windige Finanzinvestor sind.

    Edit: wäre dann vermutlich mit einer 787

    Da die Airline nur diesen Flugzeug-Typ hat, darfst Du das "vermutlich" streichen ;)


    Nach JFK geht es ab Mitte August täglich, nach LAX 3 mal wöchentlich. Es hat keine Business-Class in den Flugzeugen von Norse. Für Geschäftsreisen zwischen Kalifornien und Berlin dürfte der Flug dadurch wenig attraktiv sein.

    United flog vor Corona nur nach EWR. Jetzt, mitten in der Nach-Corona-Phase (falls es man so nennen kann) und einer leichten Erholung mit IAD gleich in die Vollen zu gehen, war vermutlich etwas zu viel auf einmal. Die wirtschaftliche Unsicherheit im Luftverkehr bleibt ja erst mal bestehen. Ich hoffe sehr, dass IAD kommendes Jahr dann doch aufgenommen wird.

    Nach meiner Meinung wär es jetzt wichtig, die United Flugzeuge nach Newark gut zu besetzen in allen Buchungsklassen, damit zunächst grösseres Fluggerät eingesetzt werden kann z.B. B-767-400/ B-787 / B-777.

    Die Flüge nach EWR sind mehr als gut gefüllt. Insbesondere die Business-Class ist oft restlos ausgebucht. Kurzfristig geht da derzeitig gar nichts. Bis zum 8. Juli ist die BIZ auf allen Flügen nach BER restlos ausgebucht, DaseBLN hat ja bereits darauf hingewiesen, dass in der Hauptreisezeit bereits mit der größeren 767-400ER geplant wird.


    Ob IAD (Washington) nächstes Jahr aufgenommen wird, kann derzeit vermutlich niemand absehen.