Beiträge von spandauer

    Diese Visualisierung der Straße 17. Juni im Post 2.913 ist natürlich nur wieder etwas für das Auge. Dort ist ein Fahrradweg vorhanden, nur halt in schlechtem Zustand, so wie die meisten auf Berliner Straßen.

    Er ist nicht nur durch Wurzeln in schlechtem Zustand, er ist auch zu schmal und birgt zudem zu große Konflikte mit den FußgängerInnen, deren Platz auch schon nicht sehr üppig bemessen ist.

    Hierbei ist noch zu beachten, es gibt soweit ich weiß bezüglich der Breite der Straße 17. Juni Denkmalprobleme wegen der Fassung der Straße. So einfach wird das nach meiner Information nicht gehen.

    Könntest Du das näher erläutern? Die Fassung der Straße wird doch gar nicht angerührt, lediglich Flächen umgewidmet von Fahr- und Parkspur zu Radweg. Und so konkret wie die Pläne mittlerweile sind, würde ich doch hoffen, dass etwaige Probleme bekannt sind und in die Wahl der Vorzugstrasse mit eingeflossen sind.

    Ganz so banal ist die zu planende Infrastruktur dann doch wieder nicht, immerhin soll mit ihr auch eine generelle Umgestaltung des Straßenraums einhergehen, z.B. breitere Bürgersteige, mehr grün und das Entsiegeln von vormals asphaltierten/betonierten Flächen. Und meine Wunschvorstellung für den Bereich Ernst-Reuter-Platz, eine kreuzungsfrei vom Autoverkehr über dem Platz schwebende Rundkreis-Verbindung nur für Räder und Fußgänger, wäre dann auch inklusive der dafür nötigen Rampenbauwerke ein deutlich komplexeres Ingenieurbauwerk.


    Aber nichts davon ist tatsächlich so aufwendig, dass sich die extrem lange Realisierungszeit erklären lässt.

    So sehr ich mich als passionierter Freizeit- und Berufsradler über bessere Radinfrastruktur und eine bessere Verteilung der Verkehrsflächen zugunsten des Umweltverbundes freue, so sehr schockieren mich mal wieder die unendlich langen Realisierungszeiträume. 2016 kam die erst3 R2G-Koalition und mit ihr die ersten Pläne für den Bau von Radschnellverbindungen. Wenn die Ost-West-Trasse 2030 in Gänze fertig ist, sind das 14 Jahre oder mehr als eine halbe Generation.

    Ich kann diese Fixierung auf die Vorstellung, ein Thema wie Corona würde nur eine homogene und gleichgeschaltete Masse an Menschen anziehen, nicht wirklich nachvollziehen. Dieses Thema betrifft quasi jeden Menschen in unserer Gesellschaft. Durch alle Reihen, alle Milieus, alle Klassen etc.

    Wie kann man ernsthaft glauben, da würden nur Leute demonstrieren, die mit den eigenen Wertevorstellungen übereinstimmen? Das ist doch absurd. Abgesehen davon haben auch Menschen mit rechtem Gedankengut ein Demonstrationsrecht. So schwer zu akzeptieren es ist, dem Gegner die selben Rechte einzugestehen wie einem selbst. Aber genau an dieser demokratischen Emanzipation scheint es ja zu mangeln.


    Ich sehe hier viele in die Teile-und-herrsche-Falle tappen. Behaupte, die Demos würden von Rechten beherrscht/unterwandert und schon ist eine Demo für einige zu meiden wie das Weihwasser vom Teufel. Es muss nur oft genug wiederholt werden, das Narrativ vom rechten Corona-Gegner und Leugner. Passend dazu liefern SPON die richtigen O-Töne von einigen wirklich Verirrten und diese müssen dann als Maßstab für die anderen 250.000 Demonstrierenden herhalten. Schon hat man ganze Massen pauschal diskreditiert und deren Anliegen deligitimiert. Und so leicht wiederum kann man Menschen vom Ausüben ihrer verbrieften Grundrechte abhalten. Man muss ihnen nur sagen, dass da die falschen mitlaufen. Eigentlich krass, wie einfach das geht.


    Und MiaSanMia geht vielleicht alle zwei Wochen zusammen mit Hardcore-Fascho-Hools FC-Bayern-Fanen schwenken. Nicht zusammen, aber im selben Stadion, für den selben Verein, für die selbe Sache. Völlig ohne Gewissensbisse, aber im Wissen, dass diese Hardcore-Fascho-Hools in jedem Stadion dazu gehören. Ekelt uns diese Doppelmoral eigentlich nicht an?

    Bei Fragen der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern ist dir der Rechtstaat aktuell wichtig, wenn dadurch im Ergebnis Covid-bezogene Maßnahmen gelockert werden.

    Wieso aktuell? Mir ist der Rechtstaat immer wichtig. Deshalb gehe ich seit über 2 Jahren auch so vehement auf die Barrikaden. Weil der Rechtstaat zuletzt massiv unterlaufen wurde, was mir enorme Sorgen macht.

    Dass öffentliche Pochen auf die Einhaltung des geltenden Rechts während der Pandemie davor war aber "Hetze"?

    So viel zum Thema Rosinen picken. Da hast du dir schön etwas zusammengereimt, wie es in deine Argumentation passt. Das Pochen auf die Einhaltung von geltendem Recht habe ich nicht erwähnt. Dafür aber, wie gegen Menschen Stimmung gemacht wurde und wird, die eine abweichende Meinung als die Systemmeinung vertreten. Die "Pandemie der Ungeimpften" als schönes Beispiel war und ist eine Lüge, von Anfang an. Und das wussten die, die diese Lüge bewusst in die Welt gesetzt haben. Es gab zu keinem Zeitpunkt Zahlen oder empirische Untersuchungen, die diese harte Verurteilung in nur irgendeiner Form hätten belegen können. Das ist für mich üble Hetze. Das pauschale in die rechte Ecke stellen von Kritikern der Politik ist für mich Hetze und Stimmungsmache. Ich wette, so gut wie niemand, der diese Diffamierungen willfährig aufgesogen und wiedergekäut hat, hat sich mal die Mühe und ein eigenes Bild der Demonstrierenden gemacht, die alle plötzlich Neonazis und Antisemiten waren. Dann wäre aufgefallen, dass die ganzen schwäbischen Omis und Opis, Studierende, Menschen mit Migrationshintergrund und auch Beamten den Querschnitt unserer Gesellschaft ganz gut widerspiegeln. Extremismus? Einfach ÖR-Zitate ungefragt nachplappern kann so schön einfach sein. Die Realität begreift man damit aber nicht.

    Die Senatorin ist doch geradezu eine vorbildliche rechtstaatliche Demokratin. Sie hat eine abweichende Ansicht zur Sinnhaftigkeit der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern in der präventiven Gesundheitspolitik und macht diese im öffentlichen Diskurs geltend.

    Das sehe ich anders. Sie hält es für "Mist", dass Regeln nun größtenteils wegfallen, unter völliger Ausblendung, dass es medizinisch einfach keinen Grund mehr für die Aufrechterhaltung der Regeln gibt. Es waren aber nicht die führenden Politikerinnen selbst, die freiwillig so entschieden haben, sondern es war zum Glück unser Prinzip der Gewaltenteilung, welches dieser Willkür ein Ende gesetzt hat. Wer das als Mist bezeichnet, lässt tief blicken. Die Anerkennung von demokratischen Grundprinzipien sieht für mich gänzlich anders aus.

    An die Rechtslage hält sie sich aber trotzdem.

    Ach, sollen wir ihr dafür jetzt noch danken?

    Demgegenüber war der eigenmächtige Rechtsbruch leider Teil des Markenkerns von vielen "Kritikern der Corona-Politik".

    Es ist halt immer die Frage, was geltendes Recht ist und wie es zustande gekommen ist. Im Falle der Corona-Politik wurde einfach mal so der Parlamentarismus ausgehebelt und Gesetze und Maßnahmen von einer kleinen Clique aus Kanzleramt und Ministerpräsidentinnen beschlossen. Ich nehme mir das Recht heraus, die Legitimität der so entstandenen Maßnahmen und Gesetze kritisch zu hinterfragen. Das ist die Pflicht eines aufrechten Demokraten, in meinen Augen. Und zwar, ohne dafür pauschal diffamiert zu werden. Austausch auf Augenhöhe zwischen den Lagern gab es zu keinem Zeitpunkt, die Hetze gegen alle und jeden, der es wagt, den eingeschlagenen Kurs als Sackgasse zu bezeichnen, hat den Diskurs von Beginn an vergiftet. Weil über allem das Credo der Alternativlosigkeit schwebte. Es sollte politisch gar keine gesellschaftliche Debatte geben.

    Wenn Fachpolitiker andere Meinungen zur Gesundheitspolitik haben als du, werden sie dadurch, zumindest in meinen Augen, nicht zu antimdemokratischen Hardlinern.

    Ich glaube, ich habe klar gemacht, dass es nicht einfach darum geht, ob jemand einfach eine andere Meinung hat. Es geht darum, dass in diesem Land regelrecht fanatisch an nicht wissenschaftlich und juristisch zu begründenden Maßnahmen festgehalten werden soll. Der Rechtstaat hat dem nun vorerst ein Ende gemacht (bis im Herbst die nächste Welle mit statistisch fingierten Zahlen aus dem Hut gezaubert wird...) und der hier erwähnten Senatorin passt das überhaupt nicht. Sie bezeichnet das sogar wie ein bockiges Kind als "Mist". Wie gesagt, Würdigung demokratischer Entscheidungen sieht für mich anders aus.

    Ich kann somit absolut nicht verstehen, wie eine Senatorin diese Zahlen inklusive deren Einordnung durch Experten lesen, verstehen und gleichzeitig so sprechen kann (zumal wenn man die Lage in den Nachbarländern verfolgt).

    Ich weiß, mit meiner Aussage hier und da Kopfschütteln zu erzeugen, aber in meinen Augen sind die Grünen mittlerweile eine absolute antidemokratische Hardliner-Partei geworden. Zumindest in großen Teilen. Die Aussagen der Senatorin passen da gut ins Bild. Wer sich beschwert, dass "leider" juristisch keine Möglichkeiten bestehen, die Bundesregeln zu übergehen, offenbart kein besonders gutes demokratisches Grundverständnis. In diesem Land herrscht Gewaltenteilung und Rechtstaatlichkeit. Diese wurden die letzten 2 Jahre genug übergangen, nun sah die Bundesregierung schlussendlich keine juristischen Möglichkeiten mehr, sich weitere Begründungen für ein Aufrechterhalten der Maßnahmen aus den Fingern zu saugen.


    Viele Politikerinnen haben sich in Corona ziemlich verrannt und waren bereit, demokratische Grundkonsense aufzukündigen. Die Aufarbeitung dessen beginnt erst und die Grünen werden sich viele unangenehme Fragen stellen lassen müssen.


    Genau so die Linken, die sich aus der Opposition gänzlich verabschiedet haben und sich willfährig dem Corona-Kurs der Regierung angeschlossen haben. Noch schlimmer, sie haben früh die Hetze gegen Ungeimpfte und generell Kritiker der Corona-Politik nicht nur unwidersprochen gelassen, sie haben diese Hetze aktiv befeuert und viele Menschen pauschal als rechts diffamiert, die abweichende Meinungen gezeigt haben. Der Stimmung und dem demokratischen Miteinander hat man damit einen Bärendienst erwiesen. Die Wahl im Saarland zeigt meiner Meinung nach, abseits der Lafontaine-Personalie, erste Abstrafungen dieser Partei für den Verrat ihrer eigenen Werte und den eingeschlagenen Corona-Kurs. Die Linke ist zu recht in der größten Krise seit ihrem Bestehen, die Grünen profitieren noch von ihrer Arbeit als Regierungspartei.


    Viele Menschen sind diese Panik-Politik leid. Auch die Gesundheitssenatorin macht auf russisch Roulette, in dem sie ins Dunkle hinein rät, die Zahlen würden nun wieder steigen. Stützt sie die Aussagen auf irgend eine wissenschaftliche Evidenz? Ich denke, wir alle kennen die Antwort insgeheim. Eine Politik, die seit 2 Jahren unwissenschaftliche Politik zu lasten der Menschen macht, da stehen wir. Wer nur "Impfpflicht" geifern kann und sich jeder gesellschaftlichen Debatte über Alternativen verschließt, liest dann halt die Zahlen so, wie sie derzeit gelesen werden.

    Es gibt zig Mobilitätsformen gleichzeitig und nebeneinander. Deshalb ist auch das Schlagwort von einer Verkehrswende Humbug und Illusion. Eine verantwortungsvolle Politik nimmt alle Verkehrsträger ernst

    Bullshit. Eine verantwortungsvolle Verkehrspolitik setzt Prioritäten nach einer ganz klaren normativen Integration. Normative Integration heißt, dass gesellschaftliche Leitbilder entwickelt werden oder existierende identifiziert werden, z.B. das Leitbild der lebenswerten Stadt. Das kann erst al viel heißen. Auf Grundlage dieser Leitbilder werden dann Zielkriterien erstellt, z.B. Schutz vor Luftverschmutzung. Dem Zielkriterium folgen Strategien, um das Ziel zu erreichen, nach wie vor alles dem Leitbild folgend. Eine Strategie könnte dabei z.B. die Verringerung der Geschwindigkeit für PKW in der Stadt sein. Der Strategie folgt schließlich die letztlich für alle sichtbare Maßnahme, in dem Fall z.B. Tempo 30 auf besonders belasteten Straßen.


    Gütekriterien einer Normativen Integration im Sinne einer Integrierten Verkehrsplanung sind Nachvollziehbarkeit (warum wird etwas gemacht), Evidenzbasiertheit (es braucht eine Datengrundlage, z.B. Feinstaubbelastung an gewissen Straßen), Evaluierbarkeit (wurden die Ziele erreicht), Zielorientierung (folgen Maßnahmen den ursprünglichen Leitbildern) sowie Transparenz (für alle einsehbare Schritte).


    Es gibt kein Leitbild, welches auch nur ansatzweise den Bau eines weiteren BA der A100 rechtfertigt. Das Lügen-Argument der Entlastung von Stadtstraßen durch den Autobahnbau ist fast so alt wie das Auto selbst und wissenschaftlich im Sinne einer evidenzbasierten Untersuchung in keinster Weise haltbar. Im Gegenteil. Im Zuge des induzierten Verkehrs steigt mit jeder angebotsorientierten Maßnahme wie der Verbreiterung von Straßen auch der Verkehr, da das verbesserte Angebot neue Kunden anlockt. Der ursprüngliche Zustand, wegen dem eine Maßnahme durchgeführt wird (meistens verstopfte Straßen), wird daher meist recht schnell nach Beendigung der Maßnahme erneut erreicht. Von Entlastung keine Spur.


    Ich fürchte, ideologisch derart indoktrinierte Menschen wie Arty Deco müssen ihr Gedankengut mit ins Grab nehmen. Zu Lebzeiten werden sie ihre starren Denkmuster nicht ablegen. Dazu benötigte es ein Mindestmaß an Reflexionsfähigkeit und Offenheit für die Ansichten des 21. Jahrhunderts. Eine dieser Ansichten heißt, dass man die Schäden durch übermäßigen Autoverkehr (gefördert durch eine entsprechende Verkehrspolitik) nicht mehr einfach hinnimmt und als "freie Fahrt für freie Bürger" romantisiert, wie es im Zuge der Propaganda für die autogerechte Stadt die letzten 80 Jahre betrieben wurde und noch immer wird, siehe die unsägliche Regierende aka Beton-Franzi.

    Ich verstehe deinen Standpunkt voll und ganz, finde das Beibehalten des Straßenquerschnitt aber gar nicht so dramatisch. Die Aufteilung dieser Fläche ist da viel wichtiger. Der im Vergleich zur alten Struktur breitere Querschnitt ermöglicht immerhin auch mehr Platz jenseits des MIV, z.B. mehr Grün in Form eines Grünstreifens (klimatisch sehr wichtig), breiteren oder überhaupt mal das Anlegen von Radwegen oder breiteren Bürgersteigen. Man muss nur die Chance ergreifen, den Platz entsprechend zu nutzen. Es müssen halt nicht zwei MIV-Spuren plus Parkplätze je Richtung sein.

    Ende gut, alles gut, könnte man sagen. Es ist schon erschreckend, wie lange es gedauert hat, bis sich die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass dieser Bahnhof sehr sinnvoll ist. Die ganzen Bauprojekte dort, die zukünftig den größten Teil des Aufkommens des neuen Bahnhofs generieren werden, sind ja nicht vom Himmel gefallen. Da hätte man schon vor 5 Jahren auf die Realisierung des Bahnhofs hinarbeiten müssen. Aber wie gesagt, jetzt hat man sich ja zum Glück endlich dafür entschieden, was ich absolut begrüße.


    Wenn man jetzt noch den Weiterbau der S21 vorantreiben würde (und zwar beide Abschnitte bis zum Südring), sodass dieser Anfang der 30er in Betrieb gehen kann, wäre diese zweite Nordsüd-Verbindung endlich verfügbar, sodass die vorhandene Nordsüd-S-Bahn entlastet und der Hauptbahnhof seine finale Anbindung erfährt.

    Brandenburg will selbst bessere S- sowie teils U-Bahn-Anbindungen bekommen.

    Aber will es sie auch bezahlen? Abgesehen davon ist mir abgesehen von der U7 kein einziges U-Bahnprojekt bekannt, das Brandenburger Boden berührt. Und komm mir bitte nicht mit der U3 nach Kleinmachnow :P

    Im Falle der U7 besteht das grundsätzlich Einigkeit zwischen Schönefeld und Rudow.

    Das ist ja schön, dass Rudow und Schönefeld sich einig sind. Die müssen das auch nicht zahlen und es ist auch klar, dass die nicht nein sagen würden, wenn man sie fragen würde, ob sie eine neue U-Bahn wollen. Zahlen tun es Berlin, Brandenburg und der Bund mit entsprechenden Fördergeldern.

    Oder wird eine Wohnung in Schönefeld in Deinen Augen etwa nicht deutlich attraktiver, wenn es dort eine schnelle, querverkehrsfreie Direktverbindung nach Berlin gibt?

    Natürlich wird sie das, das habe ich doch auch nirgends anders durchblicken lassen, oder?

    Wie in der Brandenburger Regionalpresse erst kürzlich wieder zu lesen war, wird nirgendwo in Deutschland mehr zwischen Bundesländern gependelt als zwischen Brandenburg und Berlin. Stolze 225.000 Brandenburger (mehr als 2 komplette Großstädte) pendeln demnach täglich nach Berlin. Das sind wohlgemerkt alles auch Wähler und Steuerzahler. Bekanntlich gehen Brandenburger aber auch gerne in Berlin einkaufen oder nutzen die zahlreichen Kulturangebote (und teils umgekehrt).

    Die U-Bahn spielt im Pendlerverkehr zwischen Berlin und Brandenburg absolut keine Rolle, zumindest nicht als Verkehrsmittel zwischen den Bundesländern. 99% des Pendlerverkehrs werden im ÖPNV von der S-Bahn und den Regionalbahnen erbracht. Die Diskussion über deren dringend nötigen Ausbau ist eine andere, als die hier zugrundeliegende Diskussion über die U7 in Spandau. Das soll an dieser Stelle mal betont sein.

    Berlin muss die Milliardensummen für sinnvolle U-Bahn-Projekte nicht unbedingt alleine zahlen. Der Bund übernimmt bei entsprechenden Kosten-Nutzen-Analysen den Großteil der Summen

    Zahlen tut es dann halt der deutsche Steuerzahler allgemein. Dennoch steht hinter allem die Prämisse, dass mit dem vorhandenen Geld so effizient und ressourcenschonend wie nur möglich gearbeitet wird. Da sehe ich das U7-Projekt in Spandau in krassem Gegensatz zu stehen. Und über den Rohstoffverbrauch und CO²-Ausstoß von U-Bahnen haben wir hier noch gar nicht gesprochen.

    Man sollte auch langfristig denken. Und langfristig muss(!) "Berlin" als Ballungsgebiet weiter nach außen wachsen, wenn man nicht alles zubauen und der Stadt ihre Großzügigkeit immer mehr rauben will. Diese Ausdehnung ist aktuell sternförmig geplant.

    Aber halt wie gesagt zu 100% ohne U-Bahn. Der Ausbau von S-Bahn und Regios ist eine andere Baustelle mit völlig anderen Argumentationen.

    Für lange Verbindungen braucht man entsprechend leistungsfähige Verkehrsträger wie U-, S- und Regional-Bahn.

    Völlig richtig, für den Berliner Binnenverkehr ist dafür U-Bahn-seitig aber in meinen Augen fast nichts mehr zu holen, den größten Nachholbedarf haben die überlasteten Buskorridore. Diese können aber nicht durch U-Bahnen ersetzt werden. Finanziell schon gar nicht.

    Aber natürlich können Buslinien vereinzelt auch mal redundant werden.

    Stimmt, ist nie auszuschließen, sollte aber tunlichst vermieden werden. Dein Beispiel in Rudow ist natürlich maximal ungünstig, weil Verkehre zu einem Großflughafen eine völlig andere Struktur haben, als "normale" Verkehre in der Innenstadt. In einem Flughafenbus kurz vorm Ziel sitzen naturgemäß zu 99% Passagiere, die auch ausschließlich zum Flughafen wollen. Dieser Verkehr kann natürlich problemlos von einer U-Bahn ersetzt werden und somit der Bus entfallen. In Spandau würde aber im wichtigen Binnenverkehr die Qualität drastisch leiden, wenn eine U-Bahn einen Bus ersetzt. Das ist ein feiner Unterschied.

    Ich denke schon, dass die Stadtplaner das integriert denken und planen und Deine Annahme "U-Bahn-Ausbau = Bus- und Tram-Sterben sowie Ausbluten in Randgebieten" stark vereinfacht und alarmistisch ausfällt.

    Meine "Annahme" basiert auf Zitaten aus dem eingangs verlinkten Bericht. Dort steht schwarz auf weiß, dass die U-Bahn in Spandau auch mit dem Ziel geplant wird, den Busverkehr zu ersetzen. Und da sträuben sich mir als in Spandau groß gewordenem Verkehrsplaner alle verbliebenen Haare. Schau doch mal ins BahnInfo-Forum, Berliner Teil, da wird dein sogenannter Alarmismus sogar mit noch mehr Fachwissen gepredigt. Leider völlig zu recht. In Spandau droht ein verkehrspolitisches No-Go und das Versenken von sehr, sehr viel Geld, das an anderen Stellen weitaus dringender benötigt wird.

    Denkst Du ernsthaft, man will so viel Aufwand und Kosten investieren, um anschließend den Fahrgästen ein schlechteres Ergebnis zu präsentieren?

    Kurz: ja. Weil es sich hier um ideologisch motivierte Verkehrsplanung handelt, die vor allem in den Köpfen der SPD aus den 50ern stammt. Die autogerechte Stadt ist immer noch präsent und die Tram darin der natürliche Feind. Die U-Bahn unter der Erde stört den Autoverkehr nicht. Das war Ende der 50er die Triebkraft, als man beschloss, im Westteil die Tram abzuschaffen. Das Ergebnis war ab Oktober 1967 die größte Angebots- und Leistungsfähigkeits-Beschneidung, die die Stadt je im ÖPNV gesehen hat, mit den Nachwirkungen bis heute, dass auf den großen Busachsen vor allem im ehemaligen Westteil der Stadt völlige Überlastung herrscht, weil das System Bus am Ende seiner natürlichen Leistungsfähigkeit ist.

    Es werden ja auch längst nicht NUR neue U-Bahnen geplant, sondern vor allem auch neue Tramkilometer.

    Und man tat gut daran, in der Legislaturperiode von 2016-2021 keine U-Bahnplanungen vereinbart zu haben und die Planungskapazitäten auf die Tram zu konzentrieren. Dass Frau Günther 2018 Machbarkeitsuntersuchungen zu den bekannten U-Bahnideen in Auftrag gegeben hat, lag einzig am Druck der SPD, der der von ihnen selbst unterschriebene Koalitionsvertrag völlig egal zu sein scheint.

    Du sagst zum einen, auf der Langstrecke sei die U-Bahn besser; zum anderen, auf der Langstrecke sei die U-Bahn zu teuer. Wat denn nu?

    Da hast du mich jetzt bewusst falsch verstanden. Auf den existenten U-Bahn-Relationen ist die U-Bahn natürlich unschlagbar und ein Segen, dass sie da ist. Wenn es um den Neubau wie die von dir genannten Strecken geht, habe ich aufgrund der enormen Kosten, die heute durch den U-Bahnbau anfallen, aber große Zweifel, dass diese in der NKU jemals auf einen Wert größer 1 kämen und damit förderfähig wären.

    Weiß ich, aber man wird ja noch träumen dürfen.

    Absolut :)

    Davon ab: Ich wehre mich hier seit Jahren dagegen, Tram gegen U-Bahn auszuspielen - wir brauchen beides, wenn es sowas wie eine Verkehrswende irgendwann mal geben soll.

    Klar, aber nicht des Bauens Willen wegen, sondern mit fundierten Begründungen und Konzepten. In Spandau Busse durch die U7 zu ersetzen gehört nicht dazu. Der U-Bahn-Neubau wird in der Berliner Verkehrswende den kleinsten Anteil haben. Spontan würde ich die Reihenfolge so festsetzen: Rad --> Tram --> S-Bahn/Regio (Umland- und Pendlerverkehr) --> U-Bahn. Den größten Positiv-Effekt bei der U-Bahn an der Verkehrswende dürfte durch Taktverdichtungen erzielt werden. Hier ist noch massig Luft nach oben. Durch einen anvisierten 2-Minuten-Takt zu Stoßzeiten würde man die Kapazität und damit die Leistungsfähigkeit im Vergleich zu heute teilweise mehr als verdoppeln. Die dafür benötigten, zusätzlichen Züge hat man übrigens in der letzten Legislaturperiode bestellt, was vermutlich eine der positivsten Leistungen des letzten Senats im Verkehrssektor war.

    Normalerweise argumentieren die U-Bahn-Fans gegen die Tram, Du machst es nun umgekehrt.

    Mir stößt dein Wort "Fan" hier übel auf. Es suggeriert, dass man losgelöst von der Ratio argumentiert, zudem delegitimiert es den Diskussionspartner in seiner Argumentation. Da bin ich von dir hier eigentlich anderes gewohnt. Denn hättest Du aufmerksam gelesen, wären dir meine fundierten Argumente und alles andere als rosagefärbten Ansichten nicht entgangen.

    Da will ich widersprechen. Im Osten gibt es mindestens zwei große Lücken: 1. Vom Hauptbahnhof über die Torstraße und die Landsberger durch Lichtenberg Richtung Marzahn. 2. Vom Alex über die Greifswalder nach Weißensee und weiter nach Hohenschönhausen.

    Zu deiner Nummer 1: ja, auf der Relation gibt es teilweise sicher ein U-Bahn-würdiges Aufkommen. Aber so eine Strecke wäre knappe 13km lang, bei den Kosten für den Berliner U-Bahn-Bau bist Du da schnell bei 2 MRD € nur für diese eine Linie. Das steht in keinem Verhältnis zum erwarteten Nutzen. Wie gesagt, Berlin ist pleite und die moderne, integrierte Verkehrsplanung ist bestrebt, mit den vorhandenen Ressourcen das Maximum rauszuholen. Für die 2 MRD (das ist noch konservativ geschätzt) kannst Du das komplette geplante Tramnetz realisieren, welches in Summe viel mehr Menschen einen deutlich höheren Nutzen bringen würde.


    Zu deiner Nummer 2: das wäre tatsächlich die einzige "neue" Linie, wo ich einen NKF von deutlich über 1 erwarten würde, im Gegensatz zu deiner Nummer 1.

    Ich bin ein großer Fan der Tram für die Mittelstrecke und die Umkreiserschließung. Aber für hochausgelastete Langstrecken ist die U-Bahn das bessere Verkehrsmittel

    Völlig richtig, für lange Strecken ist die Tram aufgrund ihrer vielen Haltestellen und geringen Reisegeschwindigkeit im Vergleich zu den Schnellbahnen nicht geeignet. Ich sage ja aber auch, dass es eben auf dem Kurzstrecken-Segment, welches von Bussen und Trams bedient wird, den deutlich größeren Nachholbedarf im Vergleich zur U-Bahn gibt. Praktisch alle überlasteten Metrobuslinien müsste man eher gestern als heute komplett auf Tram umstellen. Daher würde sich alleine in Spandau ein (vorläufiges) Inselnetz rentieren. M45, M49, M37, M36, alles Buskorridore, die überlastet sind, aber nicht durch eine U-Bahn, sondern nur durch eine Tram ohne Abstriche an Feinerschließung ersetzt werden können und müssten. Gleiches Thema in der City West. M46, M19, M29, dann die Spandauer M45 und M49 am Bahnhof Zoo. Etc. pepe.

    (auf der Greifswalder und der Landsberger gerne auch als Hochbahn – das ist schick und geht schneller).

    Vergiss es. Schick ist Geschmacksache, aber aus Lärmschutzgründen wirst du in dicht besiedelten Innenstadtbereichen heute keine Hochbahn mehr genehmigt bekommen. Schlag dir das gleich aus dem Kopf :P

    aber ich frage mich, warum so periphere Gebiete auf einmal derart in den Fokus des U-Bahn Ausbaus rücken. Gerade, da sich hier im Forum einige befinden, die deutlich mehr von Verkehrsplanung verstehen (wie ich lese sogar gelernte Verkehrsplaner sind) würde ich gerne wissen, warum der innerstädtische U-Bahn Ausbau gar nicht ins Gespräch kommt.

    Ganz einfach, es gibt im A-Bereich, also innerhalb des Rings, so gut wie keine sinnvollen U-Bahnkorridore mehr. Schnellbahn-mäßig ist der Ring eigentlich abgegrast. Die U5 war der letzte wirklich sinnvolle Lückenschluss, der in der Lage war, durch seine positiven verkehrlichen Effekte (Anschluss des Hauptbahnhofs, Entlastung des Bahnhof Friedrichstraße, neue Umsteigebeziehungen durch U Unter den Linden) die enormen Kosten zu rechtfertigen. Ein anderes Verkehrsmittel hätte diese Effekte hier nicht erzielt.

    An erster Stelle halte ich den Ausbau der U5 bis Jungfernheide oder mindestens Turmstraße für den dicht besiedelten Bezirk Moabit für wichtig.

    Moabit ist ein Bezirk der Kurzstreckenverkehre. Die zu erreichenden Oberzentren/Umsteigezentren außerhalb von Moabit mit dem höchsten Verkehrsaufkommen sind in erster Linie entweder:


    - die Ringbahn (Westhafen durch die U9 oder Beusselstraße und Jungfernheide durch den Bus),

    - Wedding (durch U9 und Bus),

    - City West, Bahnhof Zoo (durch U9 und Bus),

    - Hauptbahnhof (durch Bus und demnächst die Tram)


    Für alle anderen Verkehre und insbesondere die für den Stadtteil dominierenden Kurzstreckenverkehre ist die U-Bahn unbrauchbar, da durch ihre großen Haltestellenabstände die Laufwege zu den Bahnhöfen so groß werden, dass der Geschwindigkeitsvorteil der U-Bahn dahin ist. Für Kurstreckenverkehre braucht man Busse und Trams. Eine U5 vom Hauptbahnhof zum U Turmstraße oder sogar bis Bahnhof Jungfernheide wäre nicht nur unglaublich teuer, sie brächte auch für die o.g. Verkehre verhältnismäßig wenig.


    Umsteigebeziehungen zur U9 an der Turmstraße oder der U7 in Jungfernheide sehen sicher auf dem Netzplan nett aus und brächten für einige Passagiere spürbare Verbesserungen. Aber vermutlich bei Weitem nicht so stark, dass man damit die Kosten rechtfertigen könnte.


    Eine schnellere Anbindung des Hauptbahnhof brächte in erster Linie nur den Moabitern etwas, die nah an einem neuen U5-Bahnhof wohnen. Für alle anderen wäre der Bus oder ab kommendem Frühjahr dann die Tram nach wie vor das schnellere und bessere Verkehrsangebot.


    Allen in allem hat es schon seinen Grund, dass man die Tram nach Moabit reinverlängert und nicht die U-Bahn. In Kiezen wie Moabit ist der Kurzstreckenverkehr nun mal so dominant, dass Bus und Tram perse eine stärkere Rolle spielen, als die U-Bahn. U9 und am südlichen Rad von Moabit die Stadtbahn mit den Bahnhöfen Tiergarten, Bellevue und Hauptbahnhof decken das Schnellbahn-Potenzial von Moabit vermutlich zu 99% ab. Es braucht vor allem bei der angespannten Haushaltssituation keine teure U5-Verlängerung, deren Investitionssumme nicht bessere in andere Projekte fließen könnte, wo mehr Nutzen für mehr Menschen bei rausspringt.

    Weiterhin irritiert das plötzliche Ende der U1 an der Uhlandstraße. Hier wäre eine Verlängerung bis S(Ring) Halensee doch naheliegend?

    Zumindest beim Blick auf den Netzplan. Aber welche Verkehrsrelationen würde eine Verlängerung hier befriedigen, die nicht heute bereits vom Bus erbracht werden? Durch eine Verlängerung zumindest bis zum Adenauerplatz könnte ich ja zumindest noch den positiven Aspekt neuer Umsteigebeziehungen zur U7 einräumen, aber auch stellt sich wieder die Frage, ob das immer noch die enormen Kosten rechtfertigt. Am Ende müsste der Busverkehr auf dem Kudamm eingeschränkt werden, um sich die U-Bahn-Kosten schönzurechnen, was dann wiederum negative Effekte für die entsprechenden Relationen und die Feinerschließung hätte. Also genau das, was uns jetzt in Spandau droht.

    Die U-Bahn ist kein Verkehrsmittel für die Innenstadt, sondern für die gesamte Stadt.

    Die U-Bahn ist da sinnvoll, wo es genug Aufkommen für sie gibt. Und zwar isoliert betrachtet, ohne durch den U-Bahn einhergehende Einschränkung anderer Verkehrsmittel durch statistische Tricks ein künstliches Aufkommen zu generieren. Die kolportierten 40.000 U7-Fahrgäste in Spandau kommen nämlich eben nicht nur die U7, sondern am Ende des Tages durch Umverlegungen des Busverkehrs. Wenn man den Busverkehr so einschränkt, dass man Passagiere quasi in die U7 zwingt, ist das ein Taschenspielertrick, nicht mehr und nicht weniger.

    Klar gäbe es auch sinnvolle neue U-Bahn-Strecken in der Innenstadt, aber im Wahlkampf war die Verbesserung des ÖPNV in den Außenbezirken dass, was alle nun regierenden Parteien verkündeten. Gerade in den Außenbezirken ist das eine soziale Frage zur Teilhabe im Leben, was Bildung, Freizeit und Arbeitswege angeht. Ich finde diesen Ansatz positiv und überfällig, mal unabhängig vom Verkehrsträger der dann zum Zug kommt.

    Du sprichst es an, Wahlkampf. Für mich ein Synonym für Lügen, bis die Balken brechen. Anders kann man eine U7-Verlängerung, die für die Mehrheit eine Verschlechterung darstellt, nicht als soziale Politik verkaufen. Es ist Augenwischerei und die Politik hat halt das Gefühl, dass die durch politische Maßnahmen ironischer Weise abgehängten Randbewohner darauf anspringen, wenn man ihnen das Gefühl gibt, endlich erhört zu werden. z.B. durch Aussagen, endlich den ÖPNV auch in den Randbezirken zu stärken.


    Ich kann es nicht deutlich genug sagen: Wenn die U7 in Spandau verlängert wird und mit ihr massive Veränderungen (sprich Kürzungen) beim Bus die Folge sind, wird diese "ÖPNV-Verbesserung" eine massive Verschlechterung für den Bereich südlich des Rathauses mit sich bringen. ÖPNV-Angebot als sozialer Faktor, am Arsch. Das ist Sozialpolitik à la SPD.


    Für das Geld, was man in der Spandauer U7 versenken würde, könnte man in Spandau ein komplettes Tramnetz inklusive Stadtverschönerung realisieren. 137, M37, 136, 236, M36 komplett von Bus auf Tram umstellen, das wäre ein echter Mehrwert.


    Aber das ginge alles nur auf Kosten des MIV, also des Autoverkehrs, und das will die SPD aufs Verderben nicht. Daher die Fixierung auf die U7. Die stört unter der Erde kein Auto an der Oberfläche. Das ist Ideologie-Politik vom Feinsten, aber verkehrlich sinnvoll braucht man das wie Sch... am Schuh.

    Die U7-Verlängerung nach Westen kommt auf über 40.000 Fahrgäste

    Siehe oben, auf diese Zahlen aka Taschenspielertricks sollte man nicht reinfallen.

    Das ist der Grund, warum über die U7-West geredet wird.

    Ebenfalls siehe oben. Aus verkehrlicher Notwendigkeit heraus wird auf jeden Fall nicht über die U7 geredet.

    Der Rest erfordert dann wie bei der U7 eine Kooperation mit Brandenburg. Das wird hoffentlich ein positives Referenzprojekt.

    Wieso sollte Brandenburg so hirnrissig sein, so viel Geld für ihren Anteil auszugeben, der im Prinzip einzig Berliner Verkehrsbedürfnisse befriedigt? Wenn die Märker nicht vollends mit dem Klammersack gepudert sind, werden sie Berlin beim U7-BER-Projekt den Vogel zeigen.

    Es würde helfen, wenn man sich dort vom Dogma dichter Stationsabstände verabschieden würde, denn die Stationen sind der echte Kostentreiber (siehe U5-Neubau).

    Von welchen dichten Stationsabständen bei der U-Bahn redest Du? In Berlin sind es bei der U-Bahn im Schnitt etwa 800m. Und damit etwa doppelt so viel wie bei Tram und Bus, wo es etwa 400m sind. Wären es bei der U-Bahn mehr als diese 800m, würde man in Berlin Gefahr laufen, am Aufkommen vorbeizufahren, denn desto weniger Bahnhöfe eine Linie hat, desto länger werden die Zuwege für die NutzerInnen und desto unattraktiver wird das Verkehrsmittel. Wie willst du denn dann auf ein erforderliches Aufkommen kommen, mit dem du die Kosten für 1.000m U-Bahn rechtfertigst? Du brauchst in Berlin mit seiner Siedlungsstruktur einfach eine gewisse Dichte an Bahnhöfen bei der U-Bahn. Die vorhandenen Stationsabstände sind also kein Dogma, sondern entsprechen schlicht den Gegebenheiten der Siedlungsstruktur.

    Anzustreben wären Abstände von ca. 1 km. wie bei der neuen U5 in Hamburg.

    Es macht sehr wenig bis gar keinen Sinn, zwei unterschiedliche Städte mit einander zu vergleichen. Siehe oben.

    Heute würde man eine U-Bahn nach Weißensee nicht bauen, um die Tram zu ersetzen, sondern um sie zu entlasten.

    Exakt, aber in Spandau strebt man ja genau das an. Nämlich das teilweise Ersetzen von Busleistungen und das ist einfach aus verkehrsplanerischer Sicht stupide und kontraproduktiv.


    Versteht mich nicht falsch. Hätte Berlin Geld ohne Ende und die U7 in Spandau wäre ein reines Mehrangebot zum vorhandenen ÖPNV, der keine Einschränkungen erfahren würde, könnte ich mich mit dem Projekt ja anfreunden.


    Die moderne, integrative Verkehrsplanung hat aber das Ziel, Ressourcen so sinnvoll wie möglich einzusetzen. Also Geld, Baustoffe, Planungskapazitäten. Als das würde eine U7-Verlängerung in empfindlichen Rahmen und auf Kosten vieler anderer, sinnvollerer Projekte binden, ohne einen echten Mehrwert bieten zu können.


    Ergo: dieses Projekt gehört sofort beerdigt.

    Ursache und Wirkung. Busse stehen nicht ihres Bus-Daseins wegen im Stau, sondern aufgrund zu vieler PKW. Egal ob in Rudow oder in Spandau.


    Und wer sind "die Menschen" in Rudow? Alle? Da gibt es sicher auch andere Meinungen. Und wenn man den Rudowern sagen würde, dass aufgrund der U-Bahn nun der Bus vor der Haustür wegfällt oder nur noch alle 20 Minuten fährt, was denkst du, würden die Menschen dann sagen?


    Klar wird die U7 in Spandau gut angenommen, weil sie ein über Spandau hinaus reichendes Aufkommen bedient, für das Tram und Bus eher ungeeignet sind. Die Verlängerung bringt dagegen keinen Mehrbedarf für Verkehre in die Berliner City oder innerhalb des Bezirks. Die U7-Verlängerung wäre eigentlich nur ein Zubringer zum Rathaus, zu den Regios, den anderen Bussen am Knoten Rathaus Spandau und den Fernzügen und natürlich zu den Arcaden/der Altstadt zum Einkaufen. Nichts, was nicht heute der Bus erbringt bzw. die Tram bringen könnte, wenn man M37/137/M36 auf Tram umstellen würde. Eine Tram M37 wäre in etwa genau so schnell vom Magistratsweg zum Rathaus gefahren als eine verlängerte U7, aber zu einem Bruchteil der Kosten. Und sie erreicht durch ihre geringeren Haltestellenabstände mehr Menschen, denen eine spürbare Verbesserung gebracht werden könnte.


    Die U7 West ist, wenn sie mit Kürzungen beim Bus kommt, eine verkehrspolitische Totgeburt, Geldverschwendung und dient nur einem Zweck: die Verhinderung der Tram in Spandau.

    Er pervertiert aus meiner Sicht sogar die Idee des Nachhaltigen Baus.

    Das Kapital braucht Anlagemöglichkeiten, was interessiert im Kapitalismus Nachhaltigkeit? Abreißen und neubauen bringt auf der Anlage-Seite einfach eine höhere Rendite, zudem mehr Nutzfläche durch eine Etage mehr. Ist doch super (aus Sicht der Investoren-Denke).


    Mal im Ernst, natürlich ist Neu bauen deutlich CO²-intensiver und damit weniger nachhaltig als das Renovieren etwas vorhandenem. Aber wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, in der Reparieren irgendwie aus der Mode gekommen ist. Klamotten, Autos, Elektronik. Gebäude... Die Liste der Sünden ist lang.