Beiträge von Stad1982

    Zwei entscheidende Fragen bleiben für mich offen:

    Das veränderte Nutzungskonzept muss vom Bezirksamt Mitte genehmigt werden, in dem Links-Grün ab jetzt entscheiden. Wird dort genügend Pragmatismus vorhanden sein, um einer Änderung zuzustimmen, bei der lediglich 30 der insgesamt 300 Wohnungen sozial gefördert werden?

    Kann der Investor den Turm im Falle einer Ablehnung wirtschaftlich nach dem bisherigen Konzept realisieren? Wobei die mögliche Kompromissbereitschaft des Bezirksamts sicherlich genau von der Frage abhängen wird

    Der Turm kommt entweder in der beschlossenen Höhe von 150 Metern oder dort kommt am Ende gar nichts.

    Für das Projekt in seiner jetzigen Form bestehen Baurecht und eine Baugenehmigung. Würde man das Konzept grundlegend ändern und das Verfahren wieder weit aufmachen, wäre das unter einem rot-rot-grünen Senat und einem links-grün dominierten Bezirksamt Mitte das Ende.


    Dann kämen mit hoher Wahrscheinlichkeit sofort Forderungen nach weniger Höhe, mehr Sozialwohnungen und zusätzlichen Auflagen auf den Tisch, bis von dem wirtschaftlich tragfähigen 150-Meter-Projekt kaum noch etwas übrig wäre.

    Der Investor hat mit der Baugenehmigung nach jahrelangen Verhandlungen etwas juristisch festes in der Hand. Er wäre doch verrückt, alles wieder auf null zu setzen, nur um mit einem investorenfeindlichen neuen Senat noch einmal auf gut Glück zu verhandeln. Was soll dabei besser werden? 80 Meter Maximalhöhe, damit der „heilige“ Fernsehturm frei bleibt, und dazu noch 50% WBS-Wohnungen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich wage mal die Prognose: Auch unter rot-grün-rot werden alle wichtigen Bauprojekte unverändert weiterlaufen.

    Das das Hines-Hochaus und die „Urbane Mitte“ eine Rot-Rot-Grüne Regierung überleben, das will ich erstmal sehen.

    In der letzten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung von vor einer Woche, meinte einer der Abgeordneten der Linken, dass beide Projekte „natürlich sofort gestoppt werden müssen“, da sie sinngemäß keinen „Mehrwert für die Stadtgesellschaft“ liefern. Böse Investoren und so.

    Nunja, die anderen beiden Koalitionspartner dürften aber auch noch ein Wort mitzureden haben. Es ist sehr unwahrscheinlich, das das Stadtentwicklungs-Ressort bei der Linken landen wird, da die Partei, die den Regierenden stellt, normalerweise drauf verzichten muss. Würde mal tippen, dass es bei der SPD landen wird (plus Inneres), da die Grünen sicherlich Verkehr haben wollen.

    Jetzt ist es offiziell: Der Bebauungsplan I B4a 3 für das Hines Hochhaus am Alexanderplatz steht auf der Tagesordnung der nächsten Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses am 10. September 2026. Er wird dort als TOP 59 direkt zur Beschlussfassung behandelt.

    Damit geht das Vorhaben offenbar unmittelbar ins Plenum und nicht noch einmal in den Ausschuss. Damit wird das Projekt wohl pünktlich mit der letzten Sitzung des Abgeordnetenhaus vor der Wahl entschieden. Das nennt man wohl eine Punktlandung.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ist ja auch klar, da ist ein Park. Pariser Platz, Breitscheid- und Alexanderplatz leuchten wie jeder weltstädtische Platz.

    Fernsehturm und Rathaus sind beleuchtet und meiner Erinnerung nach auch alle anderen, wichtigen Sehenswürdigkeiten…

    Marienkirche und Nikolaikirche sind seit 2022 finster, was insbesondere im Fall der Nikolaikirche sehr zu bedauern ist. Die war abends immer ein echter Hingucker. Heute sieht man sie nach Einbruch der Dunkelheit praktisch gar nicht mehr. Das Rote Rathaus wird nur noch auf der Frontseite beleuchtet, was auch eher billig aussieht.

    Auch der Berliner Dom ist seit Neuestem wieder auf Sparflamme. Das könnte allerdings, hoffentlich, nur mit den laufenden Sanierungsmaßnahmen zusammenhängen. Bei der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz gibt es das gleiche Problem. Ich könnte noch 20 andere Berliner Sehenswürdigkeiten nennen, die seit 2022 entweder komplett im Dunkeln stehen oder nur noch irgendeine billige, improvisiert wirkende Teilbeleuchtung haben.

    Ich war vor zwei Wochen in Poznań in Polen und hätte heulen können, wenn man sieht, wie die es schaffen, ihren Marktplatz gerade am Abend zu präsentieren. Dass viele in Berlin inzwischen nicht einmal mehr mitbekommen, wie mies sich diese Stadt mittlerweile präsentiert und was eigentlich möglich wäre, finde ich schade, aber leider auch nicht mehr überraschend.

    Und das alles nur, um lächerliche 40.000 Euro Stromkosten pro Jahr einzusparen 😂 Ja, da fehlt keine Null. 40.000 Euro im Jahr.

    Das entspricht grob den Kosten einer einzigen Beamtenstelle oder zwei Bürgergeldempfänger mehr oder weniger in einer Stadt mit Millionen Einwohnern.

    Es ist einfach grotesk. Für so eine minimale Einsparung verdunkelt man das Stadtbild. So einen symbolpolitischen Stuss muss man weltweit wahrscheinlich lange suchen.

    Heute wurde der Hines-Bebauungsplan im Stadtentwicklungsausschuss nicht behandelt. Die nächste reguläre Ausschusssitzung ist erst am 14. September, also nach der letzten regulären Plenarsitzung des Abgeordnetenhauses am 10. September, wo das Projekt endgültig beschlossen werden müsste, wenn man es noch in dieser Wahlperiode über die Bühne bringen will.

    Damit bleibt die Frage: Gibt es noch eine kurzfristige Ausschusssitzung, wird direkt im Plenum ohne vorherige Empfehlung des Ausschusses von Schwarz-Rot entschieden oder blockiert jetzt die SPD-Fraktion um das Thema in die nächste Legislaturperiode zu schieben und dann mit Rot-Rot-Grün erneut in Frage zu stellen oder zu beerdigen?

    Ohne Investor ist das ganze eine reine Luftnummer. Ein tragfähiges Konzept ist das nicht, sondern reine Fantasie. Umgesetzt wird davon am Ende nichts. Man hat in dieser Stadt wirklich das Gefühl, es mit ökonomischen Analphabeten zu tun zu haben.

    Laut Berliner Morgenpost soll zwischen Adlershof und Johannisthal auf einem Gewerbegebiet eine neue Basketball Arena für etwa 15.000 Zuschauer entstehen. Alba Berlin soll Teil der neuen NBA Europe Liga werden. Die Entscheidung soll angeblich schon in den nächsten Tagen verkündet werden, die Finanzierung für den Bau sei wohl auch gesichert. Die NBA mache Druck, weil sie ihren europäischen Ableger schon 2027 starten will (Alba soll dann vorübergehend in der Uber Arena weiterspielen)


    https://www.deutsches-architekturforum.de/Empfehlung%20a…n-vorhaben.html

    Es gibt wohl konkretes Interesse eines Investors, den Monarch Turm zu übernehmen. Der Turm soll allerdings nicht als Wohngebäude, sondern als Bürohaus realisiert werden und dabei sogar über 150 Meter hinausgehen. Die Bauverwaltung soll bei der Höhe grundsätzlich gesprächsbereit sein, verlangt jedoch dafür einen Mindestanteil an Wohnungen.


    https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/74…l-button-nl-web