Kulturforum
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ibuinn -
21. April 2005 um 08:46
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^ Vielleicht irre ich mich – aber so, wie das aussieht, wird es doch einen größeren Lichthof geben. Oder?
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^ Ja das habe ich mir auch gedacht. Wenn man es so betrachtet , könnte es möglich sein. Laut Visualisierung her mit ; Ja. Siehe hier ( 2023 Beitrag) ob es aktuell noch Ist
Abwarten ⏳.....
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Richtfest
Heute am 17.10. wurde Richtfest für das neue Museum "Berlin Modern" gefeiert:
Die Fertigstellung ist nun für 2029 geplant.
Die Baukosten betragen ca. 507 Millionen Euro.
Zur Feier des Tages gibt es neue Visualisierungen auch der Innenräume:
Alle Bilder © Stiftung Preussischer Kulturbesitz | Herzog & de Meuron Basel Ltd.
(Die Genehmigung zur Veröffentlichung der Pressebilder durch die
Pressestelle der Stiftung Preussischer Kulturbesitz für das
Deutsche Architektur Forum Nutzername Merlin liegt mir vor)
https://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilu…-richtfest.html
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Und hier der Totalverriss von Nikolaus Bernau im Tagesspiegel. Die Kritik finde ich in großen Teilen nachvollziehbar, die Explosion der Baukosten scheint mir der eigentliche Skandal. Da ist gar nichts nachhaltig oder klimaschonend.
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danke Merlin für die An- und Einblicke.
Ich finde es leider ziemlich schrecklich was uns da jetzt präsentiert wird. Das hat fast gar nichts mehr mit dem zu tun was ich mir seinerzeit nach der Entscheidung des Preisgerichts angesehen hatte. Man mag sagen, okay, das ist heutzutage nichts aussergewöhnliches, dass das Ergebnis derart vom Entwurf abweicht. Aber gerade bei einem Objekt dieser gehobenen Kategorie sollte soviel wie möglich von dem was geplant war umgesetzt werden. Dies hier ist an Banalität und Spröde nicht mehr zu überbieten.
All was ein wenig die Würze oder das Aha ausgemacht hatte ist wohl weggespart.
Der aktuelle Preis will sich mir gerade auch nicht erschliessen. Vielleicht wäre es so besser gewesen wenn man es noch tiefer gelegt hätte, in den märkischen Boden hinein, das allerdings hätte am tristen Autobahnkircheninneren auch nichts geändert.
Insofern ist es auch nicht weiter schade, dass die ursprüngliche Schauseite mit der ursprünglichen elegant gewölbten Ziegelfassade entlang der Potsdamer Straße nun von einer Art Urwald verdeckt wird. Von irgendeiner Korrespondence zur anderen Straßenseite hinüber mit der StaBi ganz zu schweigen.
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Banal und trist trifft es wohl leider, Kulturscheune ist da noch ein schmeichelhafter Spitzname. Ist mir auch schleierhaft, warum man das Kulturforum nicht durch einen interessanten Bau aufgewertet hat. Geld genug ist offensichtlich vorhanden und für eine halbe Mrd. lässt sich mehr als eine Lidl-Filiale realisieren.
Unklar ist für mich noch, welche Farbgebung die Fassade am Ende haben wird. Auf dem obersten Bild sieht es nach grau aus, auf den weiteren Bilder mehr oder weniger sandsteinfarben, was m.E. deutlich ansprechender wäre.
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Unklar ist für mich noch, welche Farbgebung die Fassade am Ende haben wird.
Das Fassaden-Mockup ist ein paar Beiträge weiter oben verlinkt.
Neu an dem Artikel war mir, dass die Betriebskosten offenbar noch ungeklärt sind bzw. die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die Geldnöte hat, diese Stand jetzt allein tragen muss. Die Betriebskosten werden aufgrund der Architektur ja enorm sein, das kann sich noch zur Achillesferse entwickeln. Ich vermute, dass - wie beim von mir genannten, viel kleineren MdBK in Leipzig - Zugänge gesperrt werden, um Kosten zu sparen. Das würde die Idee der öffentlichen Passagen ad absurdum führen.
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Die Kubatur des Hauses habe ich persönlich schon als wertlos abgeschrieben. Vielleicht gibt es noch positive Überraschungen beim Fassadenmaterial, vielleicht wird das Solardach irgendwie besonders. Vielleicht.
Am meisten optimistisch stimmt mich momentan die deutliche Aufforstung und Begrünung des Areals. Es könnte tatsächlich eine Wohlfühlatmosphäre in den Außenbereichen entstehen.
Was mich jetzt allerdings schockiert sind die Bilder von einer möglichen Innengestaltung. Hier scheint nichts raffiniert. Alles wirkt profan. Keine einladende Geste ist zu spüren. Kein Lichtkonzept, keine Aufenthaltsqualität.
Der ganze Glanz den HerzogdeMeuron in zig Projekten erzaubert hat, hier ist nichts davon zu sehen. Die Räume wirken wie ein 08/15 U-Bahnhof oder ein Lagerraum am Rande der Stadt.
Die Bauherren der Bundesregierung, haben eines der brillantesten Architektenbüros Europas in die Knie gezwungen.
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Nun zumindest die B.Z. freut sich in Bericht und Kommentar ...und Architekt Herzog natürlich.
https://www.bz-berlin.de/unterhaltung/b…richtfest-kunst
https://www.bz-berlin.de/meinung/kommen…ern-kulturforum
Restaurant, Café, Biergarten...alles dann da, was zur Belebung des Forums beiträgt : )
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Berlin baut hier ein Museum und tauft es "modern". Schön und gut. Was da aber jetzt präsentiert wird, hat mit Moderne wirklich gar nichts zu tun. Das ist Banalität, Langeweile und Provinzialität, und das Ganze für ne halbe Milliarde. Man scheint hier mit weitaus mehr Geld schon wieder etwas zu errichten, was nach dem Gruselbau auf der Fischerinsel riecht. Wenigstens in den Innenräumen hätte man auf einen Bilbaoeffekt hinarbeiten können. Stattdessen so ein Zweckbau. Wir scheinen wirklich verlernt zu haben, das architektonische Talent, das immer noch in Deutschland und natürlich auch in der Welt vorhanden ist, auch zu nutzen, um schöne Stadträume und Gebäude zu realisieren. Ich frage mich, warum es beispielsweise in Skandinavien auch bei Bauten der öffentlichen Hand besser läuft. Eine weitere sehr teuer vergebene Chance.
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Ich kann Bernau in vielem zustimmen. Aber das die Nationalgalerie irgendwie durch den Neubau erdrückt würde, ist doch Blödsinn. Die steht genauso frei wie zuvor. Es ist nur ein ungewohnter Anblick. Im Übrigen würde das für so ziemlich jedes Gebäude, was dort hingesetzt würde, gelten. Ein Nichtargument Bernaus.
Von der Kostensteigerung, die halte ich tatsächlich auch für einen Skandal, abgesehen, freue ich mich riesig auf die Lidl-Filiale. Und wünschte alle Lidl-Filialen würden so aussehen. Nur damit der Vergleich zu dem Discounter nochmals erwähnt wird. Davon scheinen ja einige User nicht genug bekommen zu können.
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Zum Kontext gehört, dass dieses Projekt ein Reflex auf das Schloss und seine barocken Fassaden war. Modern kann das auch und besser - a consolation prize, um die Gemüter zu beruhigen. Die Baukosten werden am Ende wohl vergleichbar sein (Fr. Grütters startete mal bei EUR 200 Mio). Ist es gelungen? War es das wert? Ich finde nein, aber Geschmäcker sind halt verschieden. Allerdings muss ich dann doch schmunzeln, wenn der Tenor jetzt in die Richtung geht, dass Modern das anders, und noch besser gekonnt hätte. Vielleicht, vielleicht woanders, vielleicht sogar dieses Architektenteam. Aber hier hat's nicht geklappt.
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Soll heißen, es gibt so eine Art zwielichtigen Kuhhandel um Fassaden, mit dem Die-da-oben die Bevölkerung ruhig halten? Der moderne Minimalismus des Berlin Modern ist weniger eine Konsequenz vom Sinn und Zweck des Gebäudes als Museum für Moderne Kunst, als vielmehr die Einflussnahme von Strippenziehern, die die Stil-Säfte des Stadtbilds im Gleichgewicht halten wollen?
Vielleicht…
Aber vielleicht ist eine solche Annahme auch ein Indikator dafür, dass man deutlich zuviel Zeit in Architektur-spezifischen Nischenforen verbringt.
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Ich kann die negative Stimmung nicht nachvollziehen. Die Bilder von den Innenräumen ähneln sehr denen, die schon vor Jahren zu sehen waren, keine Verschlechterung m.M.n., außerdem kann man davon die Raumwirkung doch gar nicht ablesen.
Die Musterfassade wirkt hochwertig und aufwendig. Die Scheunentore, die ursprünglich zu dem negativen Image beigetragen haben, gibt es nicht mehr.
Das Gebäude ist relativ flach und stört die umliegenden Solitäre nicht, sondern ergänzt sie um einen weiteren Solitär.
Wenn jetzt noch genug Besucher dorthin kommen, kann das Kulturforum davon nur profitieren.
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Der moderne Minimalismus des Berlin Modern ist weniger eine Konsequenz vom Sinn und Zweck des Gebäudes als Museum für Moderne Kunst
Dieser Teilsatz ist absolut richtig, leider hast du ihn ironisch gemeint. "Minimalistisch" ist der Bau nur in ästhetischer Weise, in jeder anderen Hinsicht jedoch ein verschwenderischer Protzbau. Und auch das Funktionale, gerade in Bezug auf eine museale Nutzung, hat darunter zu leiden, sich den ästhetischen Entscheidungen der Architekten unterzuordnen. Ich glaube eigentlich, dass hier genug Fakten zusammengetragen wurden, weshalb "funktional" gerade nicht das richtige Adjektiv für dieses Gebäude ist.
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Anhand welcher Fakten fällst du denn ein Urteil über die Funktionalität des Gebäudes?
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Anlässlich des Tages der offenen Tür habe ich mir den Lidl mal aus der Nähe angeschaut. Um es kurz zu machen: Ich war sehr angetan. Die Dimensionen im Inneren des Gebäudes haben mich beeindruckt. Raumfolge, Durchlässe, Höhenstaffelung. Alles lässt auf ein großartiges Museum schließen.
Mit mir waren doch erstaunlich viele Leute unterwegs. Ich habe mich mit einigen davon unterhalten. Den meisten ging es so wie mir, sie schauen wesentlich optimistischer auf den Bau als ich gedacht habe.
Sorry, wenn es denn zuviel Fotos sind.
meinebilder
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JimmyMcGill Oh man, genau deshalb hat dieser Strang 76 Seiten, weil auf jeder Seite alles nochmal gefragt und wiederholt wird...
Zweifel an der Funktionalität ergeben sich vor allem aus der Innenarchitektur:
- Die beiden großen Passagen, die auch außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich sein sollten, sind schlecht für die Klimastabilität und müssen überwacht werden. Zudem nehmen sie sehr viel Raum ein, der kaum als Ausstellungsfläche genutzt werden kann
- Eine Anlieferung ist nur über die Hallen möglich, deren Klimatisierung ist schon deshalb zwingend.
- Das Raumprogramm ist auf Offenheit ausgelegt, wieder schlecht für das Ausstellungsklima, ebenso die gigantische Verglasung Richtung Scharounstraße, die in diesem Ausmaß überhaupt nicht notwendig ist.
- Energiebedarf entsprechend pro m²/a rund 260 kWh, das Doppelte vom dem, was das Alte Museum von 1825 (!) an Energie benötigt. Vor der Überarbeitung hätte das "berlin modern" sogar 450 kWh verbraucht. Wir reden hier über Millionen Euro jährlicher Betriebskosten, die der Kultur an anderer Stelle fehlen werden.
- Entsprechend nannte Stefan Simon, Direktor des Rathgen-Forschungslabors, das zur Stiftung Preußischer Kulturbesitz gehört, den Entwurf „aus bauphysikalischer Sicht einen Albtraum“.
- Einige Räume sind für bestimmte Kunstwerke maßgeschneidert, etwa der Richter- und der Beuys-Raum, was die Flexibilität künftiger Konzeptionen einschränken kann.
Es wird oft ganz selbstverständlich vorausgesetzt, ein Gebäude mit karger Gestaltung sei funktional, weil uns die Bauhäusler diesen Zusammenhang eingebläut haben. Dabei haben schon die Architekturen und Designs des originalen Bauhauses vor hundert Jahren diesen Anspruch sehr oft nicht eingelöst.
Zudem greift schon der Begriff der Funktionalität selbst zu kurz. Der Mensch ist eben keine Maschine, die nur funktionieren muss. Emotionalität gehört auch dazu. Die Architekturgeschichte hält viele Mittel bereit, wie man die Herzen der Menschen erreichen kann. Leider sind die meisten dieser Kunstgriffe gewollt in Vergessenheit geraten, auch das neue Museum ist ein weiteres Beispiel dafür. Beim Studium der Nachbarn hätte man doch leicht erkennen können, welche Fehler man nicht wiederholen sollte...
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Ziegel Ich finde, das sind sehr interessante Aspekte. In dem Sinne muss man Frau Roth dann wohl doch fast dankbar sein, wenn die Energieeffizienz eine übergeordnete Rolle spielen soll.
Rein aus Interesse habe ich hierzu mal die KI befragt und das kam sinngemäß heraus:
- Bei idealen äußeren Bedingungen und absoluter Optimierung auf Passivhaus-Strategie etc. könne man ggf. auf oder gar unter 100 kWh/m² kommen, realistischer im Alltag aber 100-150 kWh, zumal wenn man zugleich auch ein ambitioniertes, zeitgemäßes Ausstellungskonzept verfolgt.
- Laut "Studien und Praxisberichten" seien Werte von 100 bis 500 kWh bekannt, wobei 250-350 kWh für moderne Häuser der Richtwert seien.
- Bei großen Hallen und entsprechend aufwändiger Klimatisierung sowie intensiver Show-Technik seien 400-500 kWh zu erwarten.
Wenn das etwa hinkommt, dann wäre Berlin Modern vor der Umplanung am oberen Ende des Spektrums angesiedelt gewesen und wäre nach Überarbeitung gutes Mittelfeld unter modernen Häusern sowie sogar ziemlich gut bei einem ambitioniertem Haus mit großen Hallen etc. Ich vermute, dass die halb versenkte Bauform hier zumindest langfristig sogar ziemlich helfen dürfte. Große Hallen/Atrien etc. leistet man sich ja trotzdem. Sicher hätte man nochmals stärker darauf optimieren können (zumal wenn man das umgekehrt bei einer Reko der Bauakademie zur zwingenden Bedingung macht). Mein Opa (Installateur für Gas- und Heizungstechnik) hat aber schon zu sagen gepflegt: "Man kann nicht Mercedes fahren aber Goggomobil zahlen wollen."
Die genauen Daten vom Alten Museum kenne ich nicht, habe aber auch hier mal die KI gefragt, ob und weshalb diese niedriger liegen könnten. Die Antwort war, dass es zwar theoretisch durchaus möglich aber keine komplett realistische und faire Referenz sei (wobei auch Ableitungen in Richtung Passivhaus-Prinzip möglich sind). Moderne Bauten hätten in der Regel jedoch eine sehr viel geringere Toleranz bei Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei zugleich deutlich mehr Luftaustausch. Heizung, Kühlung und Lüftung seien jedoch genau die größten Energiefresser, daneben noch Beleuchtung und Show-Technik.
Kurz gesagt scheinst Du nicht völlig Unrecht zu haben, es mit Deiner starken Kritik aber schon etwas zuzuspitzen.
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