Beiträge von Cavendish

    Man hätte auch etwas ganz anderes schreiben können in der gleichen Ausführung wie früher...

    Kann man ja an die Ostfassade. Nun mal ehrlich, alles in seiner Zeit: Auch wie man die Ostseiteninschrift buchstabiert hat, ist dem Zeitgeist geschuldet und wird in 50 Jahren mal so gesehen werden. Karl Marx grüßt jeden, der die Humboldtuniversität betritt, inklusive altem Konjunktiv 'kömmt'. Die Blaumhemden klatschen weiter am Reichsluftfahrtministerium/Finanzministerium. Kontextualisierung ist alles, die augenfälligste steht ja mit den Staatsratsgebäude direkt neben dem Schloss/Humboldtforum. Bilderstürmerei ist mMn doch eine Geisteshaltung, die sich Transferleistungen verschließt.


    Sollte man daher den Bahnhof 'Museumsinsel' nun gleich in 'Schloss' umbenennen? Nimmt auf den Netzspinnen weniger Platz weg und wird wohl schon bald der öffentlichen Wahrnehmung des Ortes entsprechen.

    Jockel HB  desktopstarrer Bei den ganzen Rampen fällt mir nur ein, dass wir immer noch nicht sehr weit sind, Inklusion auch ästhetisch ansprechend umzusetzen. Irgendwie will man sich einen Lift nicht leisten. Die Schale bewegt sich durch Menschen, die zusammenkommen. Das hätte man doch auch auf eine bewegliche Ebene zur Überwindung von von Barrieren / Treppen übertragen können. Aber vielleicht vertrauen wir einander nicht genug, dass sich dafür genug von uns zusammenfinden? Die Rampen wirken wie rangeklittert, sie sind halt nicht wirklich Teil des Entwurfs.

    ^^Die Ansicht von der Lindenstraße erinnert mich irgendwie an Pacman. Die Vista an der Schützenstraße ist dagegen in etwa so freundlich wie der Reaktorsarkopharg von Tschernobyl, nur mit weniger Gestaltungswillen. Sieht aber bestimmt toll aus, wenn nachts einer innendrin das Licht brennen läßt. So was hat man in Prag in den 70er und 80ern gebaut.

    ^ Ja, nur war Schlüters Zeit künstlerisch unendlich ergiebiger.

    Mag sein, wer will das beurteilen. Von Begas haben wir noch so manches, selbst vom Nationaldenkmal. Die Löwen zieren den Tierpark, einen der Adler hat das Märkische Museum. Ich erwähne das nur deshalb, da selbst die DDR hier zwischen künstlerischem Wert und Ideologie differenziert hat. Die politisch sauberen Tiere blieben, der Rest ging in die Schmelze. Ich habe keine Ahnung, wo der gesellschaftliche Konsens im Bezug auf die Kaiser steht, Oberkante Denkmalsockel? Das ergäbe dann viel Raum, Kunst am Ursprungsort für die Stadt wiederzugewinnen, auch zu überformen, zu ergänzen, zu editieren. Man kann den Wilhelm weglassen, ersetzen, daneben stellen... Der Rest ist Geschmackssache.

    Ich muss sagen, dass teilweise vier Fahrstreifen in eine Richtung nicht das sind, was ich mir von einer Abteilung, die für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zuständig ist, erwarten würde und was ich mir unter einer zeitgemäßen Reduktion des motorisierten Individualverkehrs aus dem Zentrum der Stadt vorstelle. Man kann nicht auf der einen Seite an der KMA mit dem Argument des Klimaschutzes einen Grünstreifen durchsetzen (zurecht!) und dann so eine Verkehrsschneise mitten im alten Zentrum der Stadt planen.

    ElleDeBE: Genau das meinte ich mit Widersprüchlichkeit. Du hast es nur viel besser formuliert. Es geht hier nicht nur um die Bewältigung von Verkehrsströmen, sondern um die Gestalt der Stadt, in der die Berliner die nächsten 50 Jahre leben werden. Die Belange der Verkehrs diktieren hier doch den Abstand zwischen den Gebäuden und nicht umgekehrt. Auf der grünen Wiese wäre dieser Primat ja auch ok, aber mitten in der Stadt? Ist dieser Preis nicht viel zu hoch, einfach in der Abwägung? Man möchte den Berliner Stadtplanern zurufen: Reclaim the streets! Bousset argumentiert ja schlüssig, mit der Prämisse gleicher oder steigender Verkehrsströme. Er hat auch recht, daß hier ganzheitlich gedacht werden sollte. Auch das gehört zur Widersprüchlichkeit. Sehr plastisch geht das ja, wenn man von Durchgangsverkehr ausgeht, aus der verlinkten Präsentation hervor, z.B. für die Kreuzung Friedrich-/Leipziger Str. Hier ist man bereit (mMn aus gutem Grund), auf dem Schlauch zu stehen. Wozu dann aber ein paar Meter weiter voll aufdrehen? Bringe ich auch nicht zusammen. Und dabei verliert man Orte, wie den Spittelmarkt, den Molkenmarkt, die Getraudenstr., die man für die Stadt und ihre Bewohner zurückgewinnen, erlebbar und lebenswert machen könnte. Es gibt genug große und wirtschaftlich sehr erfolgreiche europäische Städte, wo das auch geht.

    Primark ist eine Tochter von Associated British Foods und betreibt 375 Läden weltweit. Durch die Schließungen fällt monatlich Cashflow von ca. £100m aus, was Primark aufgrund von Barreserven und ungezogenen Kreditlinien theoretisch bis Mai 2021 aushalten würde (Quelle FT, 21.4.20). Die Läden in Österreich sind bereits wieder offen. Auf ElleDeBes Fotos sieht es so aus, als ob sich weiterhin Ware im Laden befindet, das würde eher auf eine Wiedereröffnung hindeuten. Ist ja auch eine prime location. Primark hat seinen Lieferanten bereits bestellte Ware iHv £370m abgenommen und bezahlt und darauf £284m abgeschrieben. Das deutet auf Preisreduzierungen von 75%+, um die Lager zu räumen hin. Macht einen weiten Bogen drumrum, wenn das nicht Euer Ding ist, aber's wird wohl eher voll werden.

    ^d'acccord. Die B1 führt zwar durch Berlin, aber in den meisten Fällen dürfte Berlin das Ziel sein. Für alle anderen Fahrten gibt's den Berliner Ring.


    Das Brückenermüdungsargument ist natürlich entlarvend: Ginge es darum, den Individualverkehr konsequent aus dem Zentrum zu drängen, wäre der alte Straßenquerschnitt ausreichend und man könnte den Straßenzug einfach auf die alte Brücke rückverlegen. Warum braucht man einen Ersatzneubau in alter Lage und Dimension? Das Faszinierende an der Straßenbahndiskussion ist ja, dass sie hier die ganze Widersprüchlichkeit von Anspruch, (behaupteten?) politischen Zielen und Umsetzung offenlegt. Man muss sich festlegen und kann sich nicht mehr vertagen. Will man hier eine 2x3-spurige Straße? Wahrscheinlich nicht mehr. Braucht man sie? Ich hoffe man findet den Mut, nein zu sagen.

    Wow. Ich dachte immer, dass es es um pragmatischere Erwägungen wie die Vermeidung von Folgekosten des Unterhalts öffentlichen Grüns geht. Die Berliner Politik reagiert doch auf das Schloß wie auf einen geschenkten Handyvertrag - danke, aber nein danke. Man tut nur das absolut mindeste, um die schenkende Tante Bundesrepublik nicht zu kompromittieren, aber haben will man das Schloßdingens doch nicht und verweigert sich konsequenterweise (aus welche Gründen auch immer) . Ist halt so, mach ich auch manchmal. Frage ist doch nur: Do you get away with it? And if, for how long?

    ^^Es is auch Angli-quatsch: 'Beam' bedeutet erstmal Balken, es hat dieselbe Etymologie wie 'Baum'. Im Sinne von gleich gerichtetem Strahlenbündel ist es ein Sprachcliche, es fehlt die Information 'of what' (energy? light? love? sunrays?). Sonst bleibst beim Balken. Sorry fürs Klugscheißen, mußte raus.