Beiträge von JimmyMcGill

    Der neue Lesesaal ist farblich unpassend, er lässt die Besucher durch die völlig einfältige Gestaltung orientierungslos zurück, die historische Uhr ist zugebaut, die Treppe ist störend in der Mitte angelegt und diese öde, einfältige Milchglaskiste erwärmt sich viel zu stark.

    Ich habe im Zuge einer Abschlussarbeit so einige Stunden an diesem Ort verbracht und finde grade den Lesesaal sehr gelungen. Ich weiß nicht, wie du auf "orientierungslos" kommst, aber von der Arbeitsatmosphäre war es dort äußerst angenehm, mit hochwertigen Materialien, interessanten farblichen Kontrasten und einem durchaus erhabenen Raumgefühl. Ich war dort sehr gerne und fand grade die Architektur sehr inspirierend. Für mich ist die Sanierung eine geschmackvolle Vermählung von alt und neu, was zweifelsohne nicht immer gelingt, hier aber schon.


    Temporär geschlossen.

    Bato

    Wer ist eigentlich für das Stadtmobilar, Grünflächen sowie die Pflege von beidem im direkten Schloss-Vorfeld zuständig? Die Stadt? Das Humboldt-Forum? Letzterer Akteur wäre sicherlich wesentlich fleißiger bei der Reinigung und Pflege der neuen Sitzbänke.


    Nächste Frage: Bleiben die Stühle erhalten? Die finde ich deutlich ansprechender, sowohl vom Komfort als auch von der Ästhetik. Weiß jemand, welche Erfahrungen damit gesammelt wurden (Diebstahl, Vandalismus, etc..).


    Mich überzeugen diese Bänke nicht. Man ist quasi gezwungen mit einer Signalfarbe zu arbeiten, da sonst nur langweilige, vielleicht sogar hässliche Klötze übrigbleiben würden (Motto: "If you can't hide it, accentuate it"). Das Spiel mit Kontrasten kann oft zu interessanten Ergebnissen führen, hier ist das für mich aber nicht der Fall. Da bleibt der Eindruck bestehen, dass man aus praktischen und damit ökonomischen Gründen auf eine solche Lösung zurückgreifen muss. So ganz von der Hand zu weisen sind die Bedenken hinsichtlich Sauberkeit und Vandalismus nicht, auch wenn man sich die offizielle Beschreibung aus dem anfänglich verlinkten Artikel anschaut: "preisgekrönte Sitz-, Liege-, Chill- und Kletterobjekte" [Augenrollemoji]. Eine "diverse Nutzung" ist also nicht nur durch Größe und Form begünstigt, sondern gewollt. Aber es reicht ja schon, dass eine Schulklasse mit dreckigen Schuhen über die Bänke klettert und schon mögen sich viele dort nicht mehr hinsetzten, geschweigen denn hinlegen. Wünsche viel Spaß und Ausdauer beim hinterherwischen.


    Alles in allem ist das für mich eine unpassende und dem Ort irgendwie auch unwürdige Wahl. Ich fände es ansprechender, wenn die Fläche über die Vegetationsphase mit hochwertigen Pflanzenkübeln und weiteren Grüppchen von diesen schon vorhandenen Stühlen angereichert werden würde.


    Zementiert wird dort wahrscheinlich gar nichts, weder im metaphorischen, noch im praktischen Sinne.


    Und wenn die Bebauung wirklich kommt, werden ein paar Parkbänke und Klohäuschen der Sache nicht im Weg stehen. Aber das dürfte noch ein paar Jahre dauern, da schadet es doch nicht, eine beliebt Grünanlage punktuell zu verbessern oder?

    Sorry, aber ein ZOB am Hbf oder Ostbahnhof wäre völliger Humbug. Die An- und Abfahrtswege von Reisenden zum ZOB sind ja nicht die einzige Variablen, die bei solchen Fragen relevant sind.


    Naben allem was schon gesagt wurde, fehlt mir ein ganz konkreter Faktor und das ist der direkte Zugang zur AVUS. Dadurch sind Verbindungen gen Westen und Süden blitzschnell aus der Stadt raus, selbst Verbindungen nach Norden bzw. Osten können die chronisch zugestaute Stadtautobahn bei Bedarf umfahren.


    Und durch die Ringbahn-Anbindung ist der Standort fast ideal. Ich kenne nur einen besseren und der wäre 500 Meter südlich am Westkreuz, wo sich Ringbahn und Stadtbahn sowie AVUS und Stadtautobahn kreuzen.


    Das Thema ZOB-Anbindung wurde in diesem Thread mit genau den gleichen Argumenten schon mal ausführlich diskutiert. Muss also nicht nochmal durchgekaut werden. Daher ist hier Pause.

    Altes Wasserwerk Hat die Fassade von Müller Reimann tatsächlich so einen Grün-Schimmer oder liegt das an der Visu? Aktuell ist das ja ein häufig benutzter Trick, dass der Grün-Regler hochgestellt wird, damit die Vegetation stärker hervortritt.


    Ich muss gestehen, dass mir der Entwurf von Müller Reimann ganz gut gefällt, weil er etwas massiger daherkommt und besser mit den Wohnhochhäusern und dem kommenden JAHO harmoniert. Grade die Relation zum JAHO finde ich besonders wichtig, die zum Alex weniger.


    Bei Dorte Mandrup hat man fast den Eindruck, als hätte man sich mit Kleihues (Hines-Tower) abgesprochen. Die Parallelen sind schon enorm. Aber mir sind die einzelnen Gestaltungselemente ein bisschen zu überdreht, inklusive der unrealistischer Fassaden- und Dachbegrünung. Das ist für mich gefährlich nahe am Kitsch

    Genau, die Kombination [Stadt]+Modern gibt es mittlerweile häufiger, wenn ich mich recht erinnere, sicherlich ursprünglich inspiriert vom Tate Modern. Und natürlich zielt das vor allem auf die Außenwirkung ab, nicht nur auf die regionale Konkurrenz.


    Aber von mir aus können wir hier nen Punkt machen, sind ja in einem Architekturforum, nicht beim Semantik-Ballet.

    Prägnant? Sind es Berliner Künstlerinnen oder Kunst mit Berlin-Bezug, die gezeigt werden?

    Nein, es ist die Bezeichnung für eine Institution, die sich anschickt, das Museum für Moderne Kunst in Berlin zu werden. Prägnanter geht es kaum.


    Und von diesen Zeitungsartikeln würde ich mich nicht zu sehr beeindrucken lassen. Egal welchen Namen man gewählt hätte, die Publizistik hätte sich dran abgearbeitet.

    "Das berlin modern"

    Da sollten wir genau sein, so peinlich es auch ist.

    Ich finde das hier völlig in Ordnung und auch Berlin als kulturellem Zentrum mit internationaler Strahlkraft angemessen. Da ist es durchaus weitsichtig einen prägnanten, international verständlichen und Hashtag-geeigneten Namen zu wählen. Zumal schon die jetzige Kunst- und Kulturszenen Berlins sehr international ist.


    Wirklich peinlich finde ich andererseits Namen wie "Upper West" oder "East Side Mall", wo einer auf New York gemacht wird, ohne dass Berlin diesem Vergleich standhalten könnte und diesen grundsätzlich auch überhaupt nicht nötig hat. Und dann gibt es noch die Umbenennung von Max und Moritz in Upside Berlin... eine Tragödie

    Was jedoch total verwundert ist, dass die eine Inschrift wilde Debatten auslöst, mit teuren Kunstprojekten "kontextualisiert" und "relativiert" und "überdeckt" werden muss. Während die andere - die meines Erachtens mit denselben Maßstäben gemessen einen viel grösseren "Skandal" darstellt - ganz ohne Probleme von derselben Stadtgesellschaft sogar gefeiert wird.


    Das wundert zum einen nur die, die den Unterschied zwischen einer Rekonstruktion und einer Sanierung nicht verstehen können oder nicht verstehen wollen. Zum anderen ist es doch völlig klar, dass die Rekonstruktion des Stadtschlosses zu erheblich mehr Resonanz und kritischer Betrachtung - sowohl national als auch global - führt, als dieser Hochhaus-Vorbau, der nicht mal von einem Großteil der Berliner Bevölkerung wahrgenommen wird, geschweige denn national und global.


    Es ist auf jeden Fall kritikwürdig und gleichzeitig wunderbar exemplarisch für den mangelnden Berliner Sinn für Stil und Ästhetik, dass hier eine Event-Gastro einzieht. Der Ort wäre prädestiniert für ein Informationszentrum oder Museum oder eine kleine Bücherei, in denen man die Rolle von Presse und Medien in Diktaturen beleuchten und die DDR kritisch reflektieren könnte, so wie das in vielen anderen institutionellen Gebäuden der ehemaligen DDR auch geschieht.


    Aber davon, dass "die Stadtgesellschaft" diesen Bau feiern würde kann jedenfalls nicht die Rede sein und dass man die DDR glorifizieren würde auch nicht. Ich kann bei solchen Kommentaren nur mit dem Kopf schütteln...


    Edit: Dem Besitzer des kommenden Steakclubs "Beast" ist die ganze Sache jedenfalls ziemlich Latte:

    ...

    Pressecafé: Steaks, rasende Reporter und gesunder Lunch (morgenpost.de)


    Die turbokapitalistische Event-Gastro im ehemaligen kommunistischen Propagandapavillon kann man ja auch irgendwie als Einordnung verstehen. Man kann auf den Fotos oben ja schon erahnen, wie wunderbar Reklame und Mosaik harmonieren werden.


    Bitte kein copy/paste von Presseartikeln. Auch nicht in Auszügen.

    Das Stichwort Tempelhofer Feld finde ich in dem Zusammenhang ganz interessant. Abgesehen von Tieren und Tiny Forests (würg) ist das doch Dasselbe in Grün: Ein Landschaftspark, in dem man das Gras wachsen lässt (extensive Pflege, geringere Kosten im Unterhalt) und dessen ehemalige Rollwege zu allen möglichen Aktivitäten genutzt werden können.


    Obwohl der Entwurf von StEP 2040 Flächen für an die 250.000 Wohnungen identifiziert hat, ist dort immer noch nicht geklärter Flächenbedarf für mehrere 10.000 Wohnungen vermerkt. Und was dort ebenfalls noch als konkreter Handlungsschritt vermerkt sein soll, ist die Erstellung eines Bebauungskonzepts für Randflächen des Tempelhofer Feldes. Mit der "Tegeler Stadtheide" schafft man ein weiteres Argument pro THF-Bebauung, da auf 190 ha identische Nutzungsfunktionen geschaffen werden.


    spandauer hat letztendlich recht mit seinem merkwürdig patzig vorgetragenen Einwand, dass wir beim Wohnungsbau primär ein Umsetzungsproblem und kein Platzproblem haben. Langfristig gedacht, könnte man diese Pläne auch als unkomplizierte und kostengünstige Maßnahme der Flächenvorhaltung interpretieren. Allerding ergibt sich dabei für mich die Frage, was die rechtlichen Implikationen davon sind, dass es sich hier um eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme (Urban Tech Republic und Schumacher Quartier) handelt. Für welchen Zeitraum ist eine erneute Umwandlung der Flächen untersagt? Müsste dann an anderer Stelle sozusagen eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme im doppelten Umfang durchgeführt werden? Kennt sich da jemand besser aus?

    Es geht ja gar nicht nur um den BER. im Rahmen von i2030 wird auch der Lückenschluss von Wartenberg (S75) bis hoch zum neuen Karower Kreuz und der S8 unternommen. Dadurch hat man quasi eine neue Nord-Süd-Achse vom Karower Kreuz bis Grünau, quer durch Ost-Berlin, wodurch für viele Berliner der Umweg über das Ostkreuz entfällt, ob man jetzt zum BER, zur Arbeitsstelle oder zur Oma fährt. Außerdem gibt es entlang der Strecke eine Reihe von geplanten Wohn- und Gewerbevierteln. Das sind wirklich grandiose Neuigkeiten!


    edit: deckt sich ziemlich mit dem vorherigen Kommentar, aber ich lasse es wegen der Ergänzung bzgl. des Karower Kreuzes mal stehen...

    Die Umgestaltung des Saturn-Blocks ist für mich fast die beste Nachricht dieser überarbeiteten Entwürfe. Ich kann mich den Vorrednern nur anschließen: Diese fast nach Fertigbauweise aussehende Kubatur und Fassade, gepaart mit den vielen Werbebannern, ist aus meiner Sicht wesentlich für das minderwertige Stadtbild des Platzes verantwortlich. Ich weiß nicht, wie die Abläufe vor der Lüscher-Ära waren, aber das Saturn, Alexa und andere Gebäude an so prominenten Stellen überhaupt gebaut werden durften, ist für mich logisch nicht zu erklären. Ausgenommen vielleicht anhand der Logik einer mit Geldbündeln gefüllten Sporttasche, die zur richtigen Zeit im richtigen Kofferraum landet. Vor dem Hintergrund kann man die Gegenreaktion durch die "DDR Apologeten" vielleicht nicht gutheißen, aber nachvollziehen.


    Ich hoffe sehr, dass man zeitnah auch den Sockel des Park Inn angeht und auf ein ähnliches Niveau bringt. Man stelle sich vor: Ein architektonisch endlich anspruchsvoll umrahmter Platz, mit sauberem Pflaster, ohne Billig-Kirmessen und Sauf-Buden, mit mehr schattenspendenden Bäumen und Cafés im Pariser Stil, die in den Platz hineinragen und zum kurzen Verweilen einladen. Vielleicht ein kleiner Podest in der Mitte, auf dem im Sommer kuratierte Musiker/Bands spielen oder andere Veranstaltungen abgehalten werden können. Menschengewusel, Stimmengewirr, gelbe Straßenbahnen schlängeln sich über den Platz, im Hintergrund thronen die Hochhäuser. Das wäre ein Alexanderplatz, der Standort und Geschichte würdig wäre.


    Okay... zurück zum Thema. Ich verstehe, warum viele zum Entwurf von Kleihues tendieren, nicht zuletzt weil die Visu von Barkow Leibinger arg blass und kühl daherkommt. Auf mich wirkt er aber in seiner Komposition und Gesamtwirkung unharmonisch. Der Turm kommt gradlinig und kantig daher, während wir beim Sockel plötzlich eine völlig deplatziert wirkende Rundung vorfinden. Dort haben wir eine zackige Fassade bis hoch in den Dachabschluss, während wir an der Front zum Platz eine merkwürdig proportionierte Loggia sehen, die auch nur teilweise mit der Loggia oben auf dem Turm korrespondiert. Die im arg spitzen Winkel stehende Terrassierung am Turm fällt ungleichmäßig stark ab (durch die sich immer weiter verringernde Tiefe der Balkone), um dann am Sockel ruckartig abzuflachen. All diese Gestaltungselemente fügen sich für mich nicht zu einem gelungenen Gesamtbild zusammen.


    Beim Entwurf von Barkow Leibinger ist mir der Sockel viel zu reduziert und langweilig. Eine solch blanke Fassade mit scharfer Dachkante, ohne jegliche Auflockerung, Balkone, Dachaufbauten, etc. würde ich dort unbedingt vermeiden wollen. Der Turm hingegen gefällt mir, da er besser mit der umliegenden Bebauung (Haus des Lehrers, der Statistik, des Reisens, Covivio) harmoniert.


    Ich frage mich sowieso, weshalb der Turm und der überarbeitete Saturn-Bau eine gleiche, bzw. annähernd gleiche Fassade bekommen müssen. Mir wäre das fast zu monolithisch und mächtig. Wieso nicht Naturstein am Sockel zum Alexanderplatz und etwas von Glas und Metall dominiertes am Turm? Die Kubaturen würden das locker hergeben, ohne das eine dem Standort unpassende Kleinteiligkeit entsteht. Bei Covivio wird's ja ähnlich gemacht. Für einen gelungenen Übergang von Naturstein zu Glas/Metall ist dann eben die Kreativität der Architekten gefordert.

    Mal ganz ehrlich... der Gehry-Entwurf ist ein Scherz oder? Diese Knitter-Glitzer-Folie kann doch nicht ernst gemeint sein. Wie wollen die das in eine tatsächliche, funktionierende Fassade umwandeln, ohne dass das Ergebnis völlig anders aussieht als diese absurde Visualisierung. Ich habe den Eindruck, die suchen nach einem schnellen Exit aus dem Projekt.

    dieses Projekt doch extrem wichtig für die städtebauliche Wirkung rund um den Alexanderplatz.

    Das sehe ich ganz genauso. Die engere Fassung der Alexanderstraße sowie eine zweite (bzw. dritte) Reihe an Hochhäusern würden Dichte, Tiefe und Komplexität schaffen, die der Wirkung des neuen Clusters enorm zugute kämen.


    Das sind wirklich schlechte Nachrichten... Aus Sicht der Besitzer natürlich irgendwo nachvollziehbar. In der aktuellen Lage ist das kurzfristige "optimieren" (das nötigste machen) und Geld verdienen natürlich wesentlich attraktiver als jahrelanger Abriss und Neubau.

    Ich weiß, wie Sichtbeton bei Sonnenschein aussieht. Natürlich kommt der dann etwas freundlicher daher, aber das reicht mir nicht, um von meinem generellen Urteil abzuweichen. Und schau mal, wie die Fassade auf den Visus aussieht. Das ist kein einfacher Sichtbeton, wie wir ihn hier im dritten Bild haben, sondern gestrichen oder sonst irgendwie bearbeitet.


    Und über die Begrünung bin ich auch froh, obwohl ich die Spaghetti-Hecken etwas komisch finde. Die Vegetation ist aber eben auch bitter nötig, um die graue Rohheit des Betons abzufedern.

    Grundsätzlich sehe ich diesen Bau ähnlich positiv wie die meisten hier, aber es gibt einen Aspekt, mit dem ich mich einfach nicht anfreunden kann. Und das ist der Sichtbeton. Für mich ergibt sich eine klare Diskrepanz dazwischen, wie er in Proseminaren, avantgardistischen Architekturzeitschriften und durch die Brillen von sich selbst eher als Künstler verstehenden Architekten wahrgenommen wird und wie er letztendlich "in echt" im Stadtraum wirkt. Letzteres fällt im Regelfall - meiner Meinung nach - erheblich von der zuvor erhofften und behaupteten Wirkung ab. Es gibt wie immer Ausnahmen, wo es sehr gut funktioniert, aber die sind nun mal genau das: Ausnahmen.


    Für mich gewinnt dieses Gebäude durch den Sichtbeton nichts. Es sieht nur unfertig, kalt und nackt aus. Zusätzlich sieht man auf dem letzten Bild von Merlin ungleichmäßige und unsauber gearbeitete Fugen, die dem Gesamteindruck sicherlich nicht zugutekommen werden. Wirklich schade, dass man sich an dieser Stelle nicht zu einer hochwertigeren Variante durchringen konnte.


    Der Rettungsanker ist - wie so oft, bei solchen Gebäuden - die stark kontrastierende (kommende) Umgebungsbebauung, die dann zusammengenommen ein bestimmt ganz interessantes Ensemble bilden wird.

    Vielleicht verstehst Du das Argument nicht. Denn: Gerade wenn man sich für den Klimawandel oder fürs klimagerechte Bauen interessiert - und man begrenzte Ressourcen hat, - muss man sich auf das konzentrieren, was wirklichen Impact hat.


    Ich weiß tatsächlich nicht so recht, wo du damit hinwillst. Jetzt sind "die Ressourcen" schon so begrenzt, dass man sich entscheiden muss, ob man eine Bauakademie oder einen Plattenbau klimagerecht gestaltet? Das ist doch wieder an den Haaren herbeigezogen. Aus der Klimaschutz-Perspektive ist die Sache klar: Alle neu geschaffenen Gebäude sollten klimagerecht erbaut werden. Das hätte den größten Impact und das wäre trotz der angespannten Wirtschaftslage möglich. Das Problem ist doch, dass die daraus resultierenden Gebäude im Regelfall zu Tode isolierte Klötze mit Gucklöchern sind.


    So leid es mir tut, deine Argumentation baut auf grundlegend falschen Prämissen auf, da hilft es auch nicht, wenn du sie mit jedem Kommentar leicht abänderst.

    Die gibt es nur 1x in Berlin und die ist für eine Ökobilanz völlig egal. Die Bauakademie ist für den ökologischen Städtebau das, was für die Verkehrswende die 500 Meter Friedrichstasse sind: Symbolpolitik - getrieben von Ideologen.

    Mit der Argumentation tust du der Sachen keinen Gefallen. Nach der Logik brauchst du auch diesen Euro nicht ins Sparschwein schmeißen oder heute mal nicht Joggen gehen. Was macht es schon für einen Unterschied, wenn ich nicht wählen gehe? Was bringt es, wenn ich mich klimabewusst verhalte? Wieso soll ich mich Unannehmlichkeiten, Entbehrungen und Herausforderungen stellen, ich alleine kann die Welt doch nicht retten.... Wenn man im allgemeinen so denken und handeln würde, würde die Menschheit nichts auf die Kette kriegen. Kein überzeugendes Argument.


    Man muss sich hier schon bewusst dagegen entscheiden, wohl wissend, dass man ästhetische und historische Ansprüche über die des progressiven, nachhaltigen Bauens stellt. Wie letzteres bei größeren, repräsentativen Gebäuden aussehen wird, kann man an den angepassten Entwürfen für das Museum der Moderne erkennen. Und da muss ich für mich klar sagen: Hier bitte nicht.


    Natürlich gibt es die Position, die meint, dass der innovative Charakter des Gebäudes und der angebliche "Geist Schinkels" einer originalgetreuen Reko widersprechen würden. So kann man argumentieren, aber mich überzeugt das letztendlich nicht. Das Gebäude ist nicht dazu verdammt, innovativ zu sein. Es sollte wieder die Schinkelsche Bauakademie werden und bleiben. Weil sie an prominentester Stelle ein Leuchtturm für einen extrem einflussreichen Architekten und seinen Architekturstil wäre, der ein bedeutender Teil des kulturhistorischen Erbes dieses Landes ist. Ich würde die Rekonstruktion als Architekturdenkmal für Schinkel verstehen, welches grade wegen des stilistischen Kontrasts zu den Umgebungsbauten besonders gut wirken wird.


    Ich würde auch gerne sagen, dass ich gespannt auf die Ergebnisse der Studie wäre, aber für mich ist die Marschroute klar: Eine Aufweichung der Pläne zur originalgetreuen Rekonstruktion der Fassade. Was soll es sonst sein?


    Vielleicht wird am Ende eine Zwitterlösung wie am Berliner Schloss stehen. Ich könnte damit leben, wenn die Originalfassaden zum Schinkelplatz und Kanal weisen.


    Ich hoffe sehr, dass das hier nicht passiert. Beim Schloss - als rekonstruierten absolutistischen Herrschaftsbau - finde ich es richtig und wichtig, dass sich der kontroverse gesellschaftliche Diskurs auch in der Architektur widerspiegelt. Bei der Bauakademie habe ich primär den Eindruck, dass Menschen in Entscheidungspositionen der Verlockung nicht widerstehen können, der Sache ihren Stempel aufzudrücken.