Beiträge von JimmyMcGill

    Der Unterschied zwischen Jacobystr./ kleiner Alexanderstr und der Achse Frankfurter Tor-Straußberger Platz, hinsichtlich Größe, Bedeutung und Ensemblewirkung dürfte recht offensichtlich sein.

    Ich bin beileibe kein Sichtachsen-Dogmatiker, doch wenn ausgerechnet diese ikonische Berlin-Perspektive (Beispiel 2, Beispiel 3)punktgenau durch einen trotz grob-gestaffelter Kubatur relativ generischen Rasterklotz verstellt wird, wäre das eine städtebauliche Tragödie. Das das so überhaupt genehmigt wurde, ist für mich nicht nachvollziehbar.

    Mods: Gerne verschieben, ich konnte das so nur nicht stehen lassen

    Was ist denn überhaupt die Aufgabe einer zentralen Landesbibliothek der 2030er, 2040er Jahre? Die meisten Standard-Informationen sind digital verfügbar. Literatur und Zeitungen sind für alle Bevölkerungsschichten relativ niedrigschwellig erreichbar. Die Zeit der großen Lesesäle, in denen Menschen mit ernsten Mienen die Tageszeitungen studieren oder mucksmäuschenstill in dicken Wälzern recherchieren, auch weil es woanders überhaupt nicht möglich ist, ist vorbei.

    Natürlich wird es auch zukünftig Bedarf an ruhigen Arbeitsplätzen und Zugang zu spezieller Fachliteratur geben, aber die Staats- und Universitätsbibliotheken dürften dafür die ersten Anlaufstellen sein. Sicherlich wird das auch in der ZLB ermöglicht, aber ich sehe eine viel diversere Nutzung, die den sozialen Aspekt in den Vordergrund rückt. Mit Lernplätzen und Gruppenräumen, Workshops und kulturellen Veranstaltungen, Coworking-Bereichen und Maker-Spaces. Die ZLB als Ort der Zusammenkunft und Bildung. Auch als Ort für kuratierte und verlässliche Informationen und für die Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses.

    Daher wir das zentrale Foyer augenscheinlich nicht als ruhiger Lesesaal konzipiert und die große Treppe nicht als klassischer Arbeitsplatz, aber ich würde fest davon ausgehen, dass man für diese Bedarfe an anderen Stellen entsprechend gestaltete Räumlichkeiten einrichtet.

    Also erstens kann ich der Logik nicht ganz folgen, da ein Prioritätenproblem überhaupt erst relevant wird, wenn die Mittel knapp sind. Und zweitens wurden bei der letzten großen Runde von Sparmaßnahmen z.B. im Kulturbereich 130 Millionen Euro bzw. 12% des Budgets gestrichen.


    Die Frage nach den drei Opernhäusern kann man sicherlich kontrovers diskutieren (bitte nicht hier), aber weder ist sie ausschlaggebend für den Gesamtzustand des Berliner Haushalts, noch lassen sich daran irgendwelche übergreifenden Muster in der Prioritätensetzung der Haushaltsplanung ableiten.


    Aber falls du - entgegen der einhelligen Meinung von Fachleuten, Politikern (parteiübergreifend) und Journalisten - der Ansicht bist, dass der Stadt das Geld nicht fehlt, es nur falsch verteilt ist, kannst du ja gerne mal ausführen, wo die rettenden Milliarden schlummern. Das würde bestimmt viele Leute interessieren.

    alexsb73 Dein mehr schlecht als recht aus LLM-Responses zusammenkopierter Beitrag geht doch komplett am Diskussionsgegenstand vorbei.

    Es ging bei der Kritik von Humphrey und Schneemann nicht um die eigentlichen, x Milliarden teureren und y Jahre verspäteten Großprojekte, sondern im Konkreten um die Linden am Boulevard UdL, im Allgemeinen um die Art und Weise, wie mit dem Stadtraum, drumherum, dazwischen und danach umgegangen wird. Also die gefühlt ewig dauernden Hängepartien mit Baustellenabsperrungen, die bald weggeräumt, Beeten, die bald bepflanzt, Fußwegen, die bald neu und diesmal hübsch gepflastert werden sollen. Die billig ausgeführten, permanenten Provisorien zwischen der letzten und der nächsten Baumaßnahme, auf die unbedingt gewartet werden muss, bevor das vor 10 Jahren Angekündigte danach dann ganz bestimmt umgesetzt wird.

    Ich denke jeder, der halbwegs regelmäßig in den genannten drei Städten unterwegs ist, weiß, dass die Aussage von Schneemann offensichtlicher Fakt ist. Eine derartige Anspruchslosigkeit, wie sie sich in Berlin am Umgang mit dem öffentlichen Raum selbst an zentralen Orten zeigt, findet man in London oder Paris nicht. Das wird - wie so oft - primär mit leeren Kassen und fehlendem Personal bei den zuständigen Stellen zu tun haben. Aber aus meiner Sicht muss auch eine gewisse Gleichgültigkeit bei den beteiligten Personen vorhanden sein. Anders kann ich mir das schwer erklären.

    Mich beschleicht der Verdacht, dass man (mal wieder) im Rahmen eines Förderprogramms mit nachvollziehbaren und löblichen Zielen in einen Vergabeprozess gestartet ist, durch das überschaubare Finanzvolumen aber (mal wieder) einer anspruchsvollen Gestaltung von vornherein einen Riegel vorgeschoben hat. Umschichten ist schwierig, Mittel für andere Vorhaben zurücklegen ist quasi unmöglich. So ist man (mal wieder) in der Situation, dass Mittel abgerufen und ausgegeben werden müssen, man sich sozusagen zwingt, derart anspruchslose, maximal-minimalistische Objekte in den Stadtraum zu setzen. So manifestieren sich klamme Kassen und ineffiziente Verwaltungsstrukturen langfristig im Stadtbild.

    Ich muss mich hier klar auf die Seite der Kritiker stellen. Dieser Vorschlag ist in meinen Augen absolut unwürdig und stellt überhaupt keine Verbesserung dar. Nein, ich kann sogar die verstehen, die das hier visualisierte Zielbild im Bereich des Peinlichen sehen. Man sollte sich vielleicht nochmal vor Augen führen, dass wir hier vom Lutherdenkmal am Alexanderplatz in Berlin reden. Bei allem Bewusstsein und Verständnis für die Schwierigkeiten, die die am Prozess beteiligten Personen plagen, aber einen gewissen Anspruch an Stil und Ästhetik behalte ich mir vor.

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    Die Darstellung verdeutlicht, welches städtebauliche Potenzial eine kleinteilige und nutzungsgemischte Bebauung für eine lebendige und attraktive Altstadtentwicklung bieten kann.

    Ironischerweise bewirken diese Simulationen aus meiner Sicht stets genau das Gegenteil dessen, was eigentlich beabsichtigt ist:

    Die hier gezeigte Kleinteiligkeit ist weder zeitgemäß, noch großstädtisch, noch Berlin-typisch, noch wäre eine derart rückwärtsgewandte und mutlose Umgestaltung des Zentrums einer bundesdeutschen Hauptstadt würdig.

    Richtig der kleinteilig und dezentral verteilte Einzelhandel, wie er zur Zeit der Erbauung der Gründerzeitquartiere vorherrschte und auch notwendig war, existiert einfach nicht mehr. Da ist die Erwartung unrealistisch, dass Bauträger Gewerbeflächen realisieren, die sie dann nur schwer bzw. gar nicht loswerden.

    Ich würde auch Tiefgaragen bei Neubauten in Gründerzeitvierteln grundsätzlich positiv hervorheben, denn jede Tiefgarage erleichtert die Repriorisierung des öffentlichen Raums hin zum Menschen und fördert durch sichere Stellplätze und Stromanschlüsse die weitere Verbreitung der Elektomobilität.

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    gar nicht so kritisch/teuer

    Was du da alles aufzählst ist relativ zum Nutzen und den betrieblichen Auswirkungen definitiv kritisch und teuer. Weitreichende Umbauten, 24h-Bewachung, Grenzkontrollen, Bindung von Gleis-Kapazitäten und Einschränkungen bestehender Zugverbindungen, usw... Und das "Ist-ja-quasi-schon-da" greift viel zu kurz, insbesondere beim Personalaufwand

    Und das alles für eine Zugverbindung nach London, die gute 9 Stunden braucht, wenn alles nach Plan läuft, was im deutschen Schienennetz, insbesondere in NRW, eher die Ausnahme darstellt.

    Sorry, ich sehe da kein vernünftiges Verhältnis zwischen Aufwand und Nutzen. Man tut sich ja schon schwer damit, eine Eurostar-Verbindung zwischen London und Köln/Frankfurt einzurichten.

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    Das stadtplanerische Leitbild der "Kritischen Rekonstruktion" zielt auf die Wiederherstellung historischer Stadtstrukturen (Blockrand, Parzelle, Traufe) verbunden mit moderner Architektur ab.

    So selektiv und eindimensional war Stimmanns Ansatz nicht. Städtebauliche Leitbilder dienen dazu, die Stadtentwicklung als Ganzes zu prägen und so wurden die grundlegenden Prinzipien der Kritischen Rekonstruktion auch bei Neubaugebieten angewandt, bei denen kein historischer Grundriss vorlag, auf den man sich im Idealfall gerne berufen hätte. Deswegen finden wir in der Europacity ja vorwiegend den markanten Blockrand, die klassische Berliner Traufhöhe, Straßenraum als Stadtraum, die Steinfassaden, etc. vor.

    Ich kann nicht ganz nachvollziehen, was daran so schwer zu verstehen ist, bzw. wie man diesen offensichtlichen Sachverhalt nicht anerkennen kann. Es gibt keinen harten Cut, wenn die Amtszeit von Senatsbaudirektoren endet. Die in die Wege geleiteten Projekte und Leitbilder wirken z.T. langfristig nach, das sieht man ja aktuell auch bei Lüscher/Kahlfeldt.

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    Hans Stimmann war zwar der prägende Senatsbaudirektor der 1990er und frühen 2000er Jahre, aber die konkrete Entwicklung der Europacity lief überwiegend unter Lüscher weiter.

    Fast richtig. Das Projekt Europacity begann bereits in den 90er Jahren. Der Prozess für den Masterplan Heidestraße wurde 2006 - noch während Stimmanns Amtszeit - gestartet und von Lüscher weitergeführt. Das war noch zu Zeiten, als Neuankömmlinge im Amt nicht einfach alles auf links gedreht haben, was ihnen politisch nicht passte. Und selbstverständlich hat das Wirken eines so einflussreichen Stadtplaners wie Stimmann noch weit über seine Amtszeit hinaus Wirkung. Wer 2007/08 in Berlin einen Masterplan für ein Innenstadtquartier erarbeitet hat, arbeitete im Paradigma der "kritischen Rekonstruktion" - das war zu diesem Zeitpunkt Planungsroutine, nicht Einzelmeinung.

    Wenn man sich den Masterplan Heidestraße in seiner Version von 2009 anschaut, ist der Einfluss Stimmanns eklatant , bis hin in die kleinteiligen Parzellierungen, die erst sukzessive im weitern Verlauf den ökonomischen Realitäten geopfert wurden. Und - wie nun mehrfach dargelegt - die DNA Stimmanns zeigt sich auch deutlich im fertiggestellten Quartier. Die von euch suggerierte klare Trennung von Stimmann und Lüscher ist doch völlig realitätsfern.

    Edit:

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    Den Masterplan für die Europacity hat das Büro ASTOC gewonnen, Collignon wurde später mit der Planung eines (!) Gebäudes beauftragt (Colonnades).

    Korrekt, das habe ich durcheinander gebracht. Der Masterplan stammt von KCAP/ASTOC/Studio Urban Catalyst. Ändert aber nichts am Argument.

    Lüscher war 2007 erst frisch im Amt, als Collignons Masterplan erarbeitet wurde. Eigene Akzente konnte sie da noch kaum setzen. Offensichtlich handelt es sich nicht wortwörtlich um eine "Stimmann-Planung", aber der Masterplan folgt erkennbar den Prinzipien der "kritischen Rekonstruktion", die unter Stimmann zur Berliner Planungsroutine geworden war. Zugegeben primär in stadtstruktureller Hinsicht, aber weniger streng auf der gestalterischen Ebene. Und trotz der Überarbeitung von 2011 sind Lochfassaden, stehende Fenster, regelmäßige Fensterachsen, geschlossene Wandflächen und ruhige, rasterartige Ordnung in der Europacity unübersehbar. Stuck oder Giebeldächer mögen fehlen, doch eine Kontinuität von Stimmanns Leitbild ist mehr als deutlich.

    Und dein zweiter Punkt bestätigt ja meine These: Die B-Pläne für die nördlichen Hochpunkte wurden unter Lüscher angepasst. Erst dadurch konnten Upbeat und Port One in dieser Höhe und mit dieser Fassadensprache realisiert werden. Das widerspricht meiner ursprünglichen Darstellung nicht, sondern ist genau der Wendepunkt, den ich beschrieben hatte.

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    Mir kommt es so vor, als ob hier am Weddinger Ende des Europaviertels die Gebäude weniger austauschbar und angenehmer gestaltet sind als in der Umgebung des Hbf.

    Am Hbf hat man mit dem KPMG- sowie dem 50Hertz-Haus ja durchaus auch "ausgefallenere" Objekte. Ich denke hüben wie drüben lässt sich das durch den Umstand erklären, dass es sich um reine Bürogebäude handelt, bei denen die Geldgeber gerne für Hochwertigkeit, Repräsentanz und Wiedererkennungswert zahlen. Abseits der Finanzzentren handelt es sich bei architektonisch markanten Hochhausobjekten ja fast immer um Niederlassungen zahlungskräftiger Unternehmen.

    Der Masterplan Heidestraße war - selbst nach der Überarbeitung 2011 - maßgeblich von Stimmanns Doktrin der "kritischen Rekonstruktion" geprägt. Also konsequenter Blockrand, 22m Traufhöhe, Lochfassaden mit stehenden Fensterformaten, Materialität in Stein oder steinartigem Putz. Unter diesen engen Vorgaben strebten die beteiligten Investoren (allen voran CA Immo) wie üblich nach Flächeneffizienz und kalkulierbaren Baukosten. Das Ergebnis sehen wir im Mittelteil der Europacity: Vorgehängte Steinfassaden, gedeckte Farben, Minimalbalkone, kaum Rücksprünge oder Loggien, eine betäubende Regelmäßigkeit.

    Vor diesem Hintergrund wurden die Bebauungspläne für die nördlichen Hochhausobjekte unter Lüscher gelockert. Es wurden mehr Glas und Metall, Vertikalbetonung und abgerundete Ecken zugelassen. So hat man hier beim nördlichen Abschluss des Viertels glücklicherweise nochmal "die Kurve bekommen".

    Ich glaube, man kann noch so viel konzeptualisieren und planen, eine Luxuseinkaufsstraße wird die Friedrichstraße nicht mehr sein bzw. werden. Und das liegt nicht an der Friedrichstraße oder an Berlin, sondern an einem Prozess der sich quasi überall beobachten lässt: dem Strukturwandel im Einzelhandel. Wieviele hochpreisige Einkaufsviertel Berlin zukünftig beheimaten kann, vermag ich nicht zu prognostizieren, aber aus meiner Sicht kann man schonmal froh sein, wenn die Achse Ku'damm-Tauentzien gesund und belebt bleibt.

    Die ganze Friedrichstadt muss sich eigentlich neu erfinden und sich heterogener aufstellen. Mehr Leben durch Umbau von Gewerbeflächen in Wohnraum, mehr Nahversorger, Coworking-Spaces, Praxen, an der Friedrichstraße mehr Gastronomie und kleinere flexible Flächen für Showrooms und Pop-Up-Stores. Das man da den öffentlichen Raum, der aktuell in erster Linie kalt, zugig und asphaltiert ist, umgestaltet, liegt auf der Hand.

    Aber ein weiteres strukturelles Grundproblem dieses Areals bleibt bestehen: Die Miet- und Eigentumsstruktur. Große Eigentümer wie Fonds, Versicherungen oder internationale Investoren haben die Immobilien zu Premium-Preisen und in Erwartung von Premium-Mieten gekauft und halten ihre Flächen lieber leer, als die Mieten so weit zu senken, dass inhabergeführte Läden oder Kulturnutzung tragbar wären. Denn das würde Abschreibungen bedeuten und Kreditvereinbarungen gefährden. Fehlende Mieteinnahmen an der Friedrichstraße hingegen sind grade mal Rundungsfehler in den Bilanzen von Tishman-Speyer oder anderen internationalen Großinvestoren. Solange die Politik sich nicht traut da einzugreifen (Leerstandsabgabe, Zwischennutzungspflicht, etc.), wird sich nicht viel ändern.

    Schwammkopf Meine Beurteilung beruht auf dem Umstand, dass Architektur mehr ist, als nur Fassade und besonders solche Wohnungsbau-Projekte immer diversen Trade-Offs unterliegen. ich halte deinen Verriss für übertrieben.

    Ich gebe dir dahingehend recht, dass diesem Quartier ein ansprechendes lokales Zentrum fehlt. Das hätte man sicherlich deutlich besser lösen können. Auf der anderen Seite sind solche Zweckbauten mit den üblichen Filialen ein wiederkehrendes Phänomen und vielleicht eher den derzeitigen Marktstrukturen im Einzelhandel geschuldet, als das sie ein Versäumnis der Planer und Architekten sind.

    Apropos Anspruch und Wirklichkeit: Inwiefern ist ein Vergleich wie mit dem Praca do Comércio beim hier vorliegenden Projekt hilfreich? Auch wenn es nur ein "ein Anflug" sein soll, was auch immer du damit meinen magst. Der Praca do Comércio ist einer der größten und wichtigsten pombalinischen Plätze der portugiesischen Hauptstadt und ist in Maßstab, Nutzungsanspruch und Bedeutung auf einem völlig anderen Level. Ein wenig mehr Verankerung in der Realität würde den Debatten hier gut tun.

    Es stimmt auch schlichtweg nicht, dass Wasserlagen negiert werden oder Berlin keine dem Wasser zugewandte Architektur hätte ( Arty Deco ) . Entlang der Havel gibt es etliche Parks, Promenaden, Terrassen, Bootsanleger, Bootsverleihe, Spielplätze, Badestellen, etc.. Auch im Innenstadtbereich entlang von Spree, Landwehrkanal und Rummelsburger Bucht (Spreebogen, Tiergarten, Regierungsviertel, Gastro entlang des Schiffbauerdamms, Monbijoupark, Humboldtforum, Holzmarkt, weite Teile der Mediaspree, Treptower Park, Zillerpromenade in der Rummelsburger Bucht, usw. usf. Der Landwehrkanal ist fast durchgängig erschlossen. Eine "Negierung der Wasserlage" bzw. eine fehlende architektonische Zugewandtheit kann ich nur in Ausnahmefällen erkennen.

    Ein immer wieder auftretendes Phänomen hier im Forum ist, dass wir Neubaugebiete voreilig anhand von Fotos verreißen, die einen Übergangszustand zeigen. Gerüste und Absperrungen werden gerade entfernt, der Rollrasen verlegt, die Häuser noch dunkel und verlassen, die neu gepflanzten Sträucher und Bäume wirken noch nicht richtig angekommen. Alles wirkt sehr steril und fast schon künstlich.

    Dann läuft man drei Jahre später mal so richtig und in echt durch solche Gebiete und denkt sich: "Hier zu wohnen, das hätte was...", denn das Viertel ist eingelebt, die Vegetation konnte sich entfalten und die Vorzüge des modernen Wohnungsbaus stechen stärker heraus. Auch hier wage ich das zu prognostizieren. Die Neubauten haben moderne Haustechnik, im Regelfall günstigere Grundrisse als Altbauten und sind energetisch effizient. Die Kleinteiligkeit erlaubt mehr Licht, mehr Vegetation, mehr Balkone und Terrassen. Zusätzlich werden etliche sichere, gemütliche und schnelle Fußwegrelationen durch das ganze Viertel geschaffen, während Autos in Tiefgaragen Platz haben. Von eher einfachen Wohngebäuden an der Hauptstraße bis hin zu Staffelgeschossen am Wasser wird es einen gewissen Mix an Quadratmeterpreisen geben, wodurch zumindest ein großflächiges Einkommensklassen-Ghetto verhindert wird. Zusammen mit durchgängiger Beleuchtung, integrierten Spielplätzen, Unterflur-Abfallcontainern und allem voran natürlich der Wasserlage an der Havel, haben wir hier ein absolutes Top-Wohnviertel. Es fehlt nur noch eine vernünftige ÖPNV-Anbindung.