Ach Oranien , du immer mit deiner Untergangs-Geige...
Das ist genau das Mindset, was dazu geführt hat, dass im Berlin der späten 90er/ Anfang der 00er-Jahre städtische Wohnungen en masse verscherbelt wurden, der Nord-Süd-Bahntunnel und der BER unterdimensioniert geplant wurden und der U-Bahnausbau effektiv eingefroren wurde (etc pp). Reflexhafte Reaktionen, geboren aus der scheinbar inhärenten deutschen Abstiegsangst, die uns schon kurze Zeit später auf die Füße gefallen sind.
Natürlich ist es kurzfristig erstmal schlecht, wenn eine Airline ihre Basis am BER schließt, aber erstens ist die Luftverkehrsbranche ein extrem dynamischer und umkämpfter Markt und man konnte beobachten, wie andere Airlines unmittelbar in das entstandene Vakuum vorgedrungen sind. Natürlich nicht 1:1, aber das ist ein laufender Prozess und man kann davon ausgehen, dass die Nachfrage (+x) von anderen Akteuren bedient werden wird, auch wenn ein, zwei magere Jahre dazwischen liegen. Zweitens verwechselst du meiner Meinung nach Ursache und Wirkung, denn wirtschaftliche Attraktivität schafft Flugverkehr in weit größerem Maße, als Flugverkehr wirtschaftliche Attraktivität schafft. Natürlich stimulieren vorhandene Kapazitäten auch Wirtschaftswachstum, aber sie sind doch nicht die treibende Kraft desselben, insbesondere, wenn es sich wie beim BER nicht um den Hub einer Fluggesellschaft handelt. Und drittens setzt Ryanair zur Zeit in ganz Europa den Rotstift an, weil die Airline im allgemeinen eben in Schwierigkeiten steckt.
Daher würde ich aus dieser Entwicklung keine derart grundsätzlichen und weitreichenden, fatalistischen Schlüsse ziehen. Das Schicksal des BER (und Berlins) ist nicht mit Ryanair verknüpft.