Schwammkopf Meine Beurteilung beruht auf dem Umstand, dass Architektur mehr ist, als nur Fassade und besonders solche Wohnungsbau-Projekte immer diversen Trade-Offs unterliegen. ich halte deinen Verriss für übertrieben.
Ich gebe dir dahingehend recht, dass diesem Quartier ein ansprechendes lokales Zentrum fehlt. Das hätte man sicherlich deutlich besser lösen können. Auf der anderen Seite sind solche Zweckbauten mit den üblichen Filialen ein wiederkehrendes Phänomen und vielleicht eher den derzeitigen Marktstrukturen im Einzelhandel geschuldet, als das sie ein Versäumnis der Planer und Architekten sind.
Apropos Anspruch und Wirklichkeit: Inwiefern ist ein Vergleich wie mit dem Praca do Comércio beim hier vorliegenden Projekt hilfreich? Auch wenn es nur ein "ein Anflug" sein soll, was auch immer du damit meinen magst. Der Praca do Comércio ist einer der größten und wichtigsten pombalinischen Plätze der portugiesischen Hauptstadt und ist in Maßstab, Nutzungsanspruch und Bedeutung auf einem völlig anderen Level. Ein wenig mehr Verankerung in der Realität würde den Debatten hier gut tun.
Es stimmt auch schlichtweg nicht, dass Wasserlagen negiert werden oder Berlin keine dem Wasser zugewandte Architektur hätte ( Arty Deco ) . Entlang der Havel gibt es etliche Parks, Promenaden, Terrassen, Bootsanleger, Bootsverleihe, Spielplätze, Badestellen, etc.. Auch im Innenstadtbereich entlang von Spree, Landwehrkanal und Rummelsburger Bucht (Spreebogen, Tiergarten, Regierungsviertel, Gastro entlang des Schiffbauerdamms, Monbijoupark, Humboldtforum, Holzmarkt, weite Teile der Mediaspree, Treptower Park, Zillerpromenade in der Rummelsburger Bucht, usw. usf. Der Landwehrkanal ist fast durchgängig erschlossen. Eine "Negierung der Wasserlage" bzw. eine fehlende architektonische Zugewandtheit kann ich nur in Ausnahmefällen erkennen.