Beiträge von Ziegel

    Heute, Sonntag, endet die offizielle Beteiligungsphase, bei der man für einen der vier Entwürfe abstimmen kann.

    https://carolavote.urbanista.de/

    Das Abstimmen ist möglich

    • für alle, egal, ob aus Dresden oder nicht
    • ohne Anmeldung
    • auch ohne, dass man alle Fragen beantworten muss.

    Die einzelnen Bausteine der Umfrage können übersprungen werden, nur das abschließende "Ranking" und einige demografische Angaben sind verpflichtend.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Vor über zehn Jahren kamen Pläne auf die Saalfelder Straße 6 zu sanieren - wie es scheint könnte es jetzt so weit sein:

    Ich konnte nicht finden, dass das Ergebnis hier schon gezeigt wurde.

    6elgb42p.jpg

    zclu9qla.jpg

    saaymdvm.jpg

    Der Zaun sieht mir danach aus, als seien alle Metallteile nachgebaut worden. Ein schönes Detail!

    el342dno.jpg

    (eigene Bilder)


    So sah er zuvor aus:

    https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wohn…_6_IMG_7677.JPG


    Das Haus steht direkt am Kanal, auf dem Weg zu Kunstkraftwerk, Katholischer Kirche und Spinnerei. So eine tolle Sanierung konnte ich mir nach diesem langen Verfall kaum vorstellen und bin sehr dankbar dafür.

    Wenn man wenigstens die "Schüttelfenster" rechts und die achsensymmetrischen Fenster links angeordnet hätte! Das hätte links besser zur Altbau-Fassade gepasst und rechts einen Motivwechsel zum Nachbarhaus bewirkt.

    Was die veränderten Geschosshöhen betrifft, kann ich im Prinzip damit leben, das ist nun einmal wirtschaftliche Verwertungslogik. Aber auch so etwas kann man gestalterisch besser auffangen. Meine erste Idee wäre bei so etwas, die Ecke, die ja auch eine große Fernwirkung bis zur Schleusenbrücke hat, prägnanter zu entwerfen und dabei stärker das Material, die Gesimse und manche Fensterformen des Altbaus aufzunehmen, aber die Geschosshöhen des Neubaus.

    Ich trau mich hier aus Urheberrechtsgründen nicht, eine veränderte Visualisierung hochzuladen, aber ihr könnt es ja selbst übereinanderlegen.

    Ursprungsentwurf: https://s1.directupload.eu/images/260710/3ly63iqx.jpg

    Vorschlag für die Ecke:

    8tstnr39.jpg

    Bei den Fenstern hat die KI nicht gemacht, was ich wollte, z. B. würde ich im Dachgeschoss je Seite drei schmale Fenster wählen.

    Entschuldigung, mir fällt es tatsächlich schwer, auseinanderzuhalten, was bei so einem Entwurf von Architekten stammt und was ein Laie fünf Minuten vor Präsentation spontan ans Modell geklebt hat. Vielleicht gibt es noch Hoffnung und die Fenster, das Fassadenmaterial und die wahllos herumhängende Begrünung sind auch nur eine Intervention des Theatermannes und der eigentliche Entwurf ist noch geheim.

    Der Entwurf für das Probenzentrum ist meiner Ansicht nach an uninspirierter, geradezu grotesker Hässlichkeit kaum zu überbieten.

    Hier ein Fenster, da ein Fenster, alle völlig bezuglos auf der Fassade verteilt. Die Grundfläche des Vorgängerbaus wird aufgenommen, aber ohne irgendeine Reaktion auf die Lage an einer wichtigen Kreuzung, sodass die angeschnittene Ecke überhaupt keinen Sinn mehr ergibt. Das Ganze noch mit Klinkern verkleidet, damit sich das Gebäude noch mehr an den Rand stellt und bloß keinen Bezug zur Umgebung herstellt.

    Ich habe nichts dagegen, auf einem Dach, selbst in prominenter Lage, Windräder zu platzieren. Aber auf diese Art? Ach da ist Platz, da kommt ein Windrad hin und dort noch eines... Auch ein technisches Element kann man, muss man bei so einem Bau, architektonisch-künstlerisch bearbeiten bzw. integrieren.

    Hier mal zwei Beispiele:

    https://www.windbaum.info/

    https://www.bauwelt.de/themen/bauten/…on-2153435.html

    Man denke mal daran, wie Industrieschornsteine, Werkshallen, Aufzüge usw. usf. im 19. Jahrhundert gestaltet wurden. Und auch davor schon wurde Technik nicht einfach irgendwo hingestellt, sondern in Gestaltungskonzepte eingebunden.

    Es gibt auch eine ästhetische Komponente von Nachhaltigkeit. Solche zusammengezimmerten Hütten sind nichts, was viele Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte Bestand haben wird. Der herrliche Felsenkeller nebenan oder auch das Stammhaus der Schaubühne haben es verdient, Architektur genannt zu werden und ihre Nachhaltigkeit ganz beiläufig unter Beweis gestellt.

    Das hier diskutierte Beispiel ist, wie bereits geschrieben, ein Grenzfall. Es wird kein grüner Hof bebaut, sondern ein Gewerbe-Flachbau abgerissen und stattdessen zwei freistehende Mehrfamilienhäuser gebaut.

    Da rund um den Hof viele Menschen leben werden, wäre eine reine Grünfläche im Inneren die menschenfreundlichste Variante. Leider lässt sich das mit kapitalistischer Verwertungslogik (selbst bei diesem Projekt, bei dem meiner Erinnerung nach die LWB im Boot ist) schlecht vereinbaren.

    Für mich ist die Frage, mit welchen Planungsinstrumenten das Bebauen solcher Innenhöfe verhindert werden kann. Im konkreten Fall hätte das aber nichts gebracht, da der Hof ja schon bebaut war.

    Dachgeschosse müssen gut gedämmt werden. Bäume kann es gar nicht genug geben. Klassische Klimaanlagen sind keine Lösung, da sie das Problem nur verlagern. Vielleicht gibt es auch noch andere technische Lösungen.

    In dem Hof steht ja jetzt ein Gewerbebau, der für die beiden freistehenden Wohnhäuser offenbar abgerissen wird. Insofern wird der Hof nicht versiegelt, mit der neuen Bebauung sogar besser genutzt. Dennoch scheint mir die Freifläche im Hof für die vielen umliegenden Bewohner zu eng. Da hat man in früheren Zeiten großzügigere grüne Höfe geplant, was eine Wohltat war und ist.

    Optisch konnte es ja fast nur besser werden. Immerhin gibt es auch wieder eine fassadenbezogene Unterteilung (im B-Plan vorgegeben?), wenn auch genau so halbherzig wie vorher.

    Doch jede Glasfassade, die aus der Stadt verschwindet, ist eine Wohltat für das Stadtklima und meistens auch für das Stadtbild.

    Klinker passt sich besser an die erhaltenen Reste des Altbaus an, allerdings wäre in der Straße überwiegender Putz angemessener gewesen. Oder ein Wechsel aus Klinker- und Putzfassade als Mittel der Untergliederung, zum Beispiel für den Gebäudeteil rechts.

    Der durchbrochene Klinkerdekor, der einen Sockel auf Höhe des Altbaus bildet, ist wirklich noch das Beste. Ansonsten ist der Entwurf dermaßen nichtssagend, dass mir tatsächlich nichts weiter dazu einfällt.

    Frei lesbar zusammengefasst noch einmal hier: https://www.diesachsen.de/dresden-news/d…dagegen-3157304

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Erläuterung, an welcher Stelle der Entwurf von GRASSL diese Ersparnis von 22 Mio. € wieder einbüßt und deshalb doch so teuer wie FHECOR und LAP ist, fehlt mir bislang.

    Die Unterstellung ist, dass GRASSL seine Preise am unteren Ende der ca. 30 % Toleranz angesetzt habe, LAP und Co am oberen Ende.

    Dagegen spricht, dass aktuell und ganz real Brücken gebaut werden zu den Preisen, die GRASSL angegeben hat. Zudem müsste GRASSL teurer und zugleich die anderen günstiger werden, um auf den gleichen Preis zu kommen. Dazu O-Ton Prof. Steffen Marx beim Brückencafé: "Ich habe selten erlebt, dass ein Brückenbau günstiger wurde."

    In die Sammlung der kuriosen Zitate reiht sich seit dem letzten Brückencafé nun noch Grit Ernst ein, die Koordinatorin der Stadt für die Carolabrücke. Sie meint, die Referenzprojekte, denen GRASSL seine Preise entnommen habe, lägen ja in anderen Bundesländern. Auf die Rückfrage, ob denn Bauen in Bayern günstiger sei als in Sachsen, würde - so wurde mir berichtet - eine weitere Antwort verweigert.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Mich würde aber tatsächlich einmal interessieren, woher Ihr die Kostenkennwerte für die Einzelpositionen, sowie die Bewertungsmaßstäbe für kostenintensive und günstigere Bauweisen nehmt.

    Von den Fachexperten!

    Die zitierten Kennwerte stammen aus dem Brief von Prof. Marx selbst. Er schreibt selbst, dass die Kostenkennwerte bei GRASSL am günstigsten sind und stellt diese für das Bauwerk selbst auch nicht infrage. Das kann ich jedenfalls nicht erkennen. Insofern widerspricht er sich auch selbst, wenn er meint, dass die drei Brücken beim "bautechnologischen Aufwand" gleich seien, die Kostenkennwerte aber unterschiedlich. GRASSL argumentiert hier mit Referenzen, die aktuell sind, also tatsächlich realisierten Preisen. Ich wüsste gern, wann Herr Prof. Marx das letzte Mal eine Brücke entworfen und dafür die Vergabe gemacht hat.

    Allein schon die Unterschiede bei den Bauzeit-Angaben sind erheblich. Herr Kühn spielt das so runter, was sei schon ein halbes Jahr? (Ich muss mal nachschauen, ich glaube, der Unterschied ist sogar größer). 15-20 % weniger Zeitaufwand bedeuten auch weniger Kosten. "Die Bauzeit beeinflusst maßgeblich die wirtschaftliche Gesamtbewertung eines Bauverfahrens", um mal aus einer aktuellen Studie zu zitieren (S. 85).

    Die Studie ist übrigens auch deshalb interessant, weil sie einige Aufschlüsselungen der Kostenpositionen, wie sie in den Tortendiagrammen von GRASSL zu sehen sind, bestätigt. Der Ausbau wird in der Studie z. B. mit 15 % Kostenanteil angegeben (ebd.), von GRASSL zusammengefasst ebenfalls. Bei diesen 15 % schreibt Marx nun, GRASSL habe dort zu niedrige Kostenschätzungen angegeben. Tja, das muss ich so stehen lassen, denn dazu hat GRASSL keine Referenzwerte aus laufenden Projekten veröffentlicht. Es wird aber wohl keiner glauben, dass der Unterschied beim Gesamtpreis durch Schummeln beim Gleisbau zustande kommt, oder?

    Es ist übrigens nicht an uns, zu belegen, dass GRASSLs Berechnung stimmt, sondern es ist an den Experten zu begründen, warum sie diese anzweifeln. Das ist mit dem offenen Brief nach meinem Dafürhalten immer noch nicht plausibilisiert worden, vielmehr wird eigentlich immer klarer, wie Fehlschlüsse entstanden sein dürften, indem die Unterschiedlichkeit der Entwürfe einfach nicht gewürdigt wurde. GRASSL hat dagegen nachvollziehbar dargelegt, warum ihre Konstruktion besonders einfach ist, somit weniger Herstellungs-, Transport- und Montageaufwand bedeutet.

    Es lässt sich mit Blick auf die Entwürfe gut erkennen, bei wem folgende Merkmale anzutreffen sind:

    • Kompakte Stahlkästen max. 4 m x 2 m
    • Vollschotte ohne Gurtbleche
    • Wenige oder keine Trapezrippen
    • Keine Regelquerträger
    • Keine Konsolen
    • Keine mehrzelligen Querschnitte
    • Transport auf der Straße
    • Keine Vormontage auf der Baustelle, sondern nur Zusammenbau in Längsrichtung
    • Transport der vollständig fertiggestellten Schüsse auf der Straße
    • Einheben mit Standard-Mobilkranen

    Manche Mitbewerber haben ja sogar in Animationen stolz visualisiert, wie aufwändig ihre Brücke montiert wird! Und dann, im Ergebnis, sind die Brücken auch unterschiedlich. Auch da können wir uns auf das Fachexpertenvotum berufen, in dem zu lesen ist, dass FHECOR und LAP einen erhöhten Wartungsaufwand aufweisen, GRASSL jedoch nicht. Wie kann das sein, wenn die Brücken einander angeblich so ähnlich sein sollen?

    Für mich ist offensichtlich, dass die Entwürfe nicht mit gleichem Maßstab bewertet wurden. Man braucht bloß das Experten-Votum durchlesen und sich die jeweils genannten Vor- und Nachteile notieren. Das passt überhaupt nicht zur aufgestellten Rangfolge.

    Übrigens sind in der Initiative Carolabrücke nicht nur Laien aktiv.

    Prof. Marx hat für das Fachexpertengremium - wie von der Initiative Carolabrücke gefordert - nachgelegt und erklärt, wie er (und, so schreibt er, die anderen von der Stadt berufenen neun Experten) zu ihrer Kosteneinschätzung kommen.

    https://www.mdr.de/nachrichten/sa…bruecke-100.pdf

    Gleich die Einleitung ärgert mich. Demnach habe man sich in der "eintägigen Jurysitzung" ... "umfassend mit jedem der Entwürfe
    auseinandergesetzt" und "sich dabei auf eine intensive und gründliche Vorprüfung" gestützt. "Eintägig" und "umfassend" schließen sich m. E. aus, zudem erwähnt er nicht, dass die Kostenangaben nicht Teil der Vorprüfung waren. Er behauptet es auch nicht, aber dem Leser wird das natürlich suggeriert.

    Interessant ist aber folgender Absatz:

    Dekoratives Anführungszeichen

    "Außerdem ist es durch erfahrene Brückenbauingenieurinnen und -ingenieure (wie einige Mitglieder des Expertengremiums) möglich, Bauwerke hinsichtlich ihrer zu erwartenden Kosten relativ zueinander zu vergleichen. Um einen derartigen Vergleich durchführen zu können gibt es Kostenkennwerte." [...]

    "Aus den Unterlagen des Planerteams GRASSL GmbH/gmp Architekten (GRASSL) ergibt sich für das Bauwerk ein Kostenkennwert von ca. 5.500 €/m² Brückenfläche. Die anderen Brücken liegen zwischen 6.500 €/m² von Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH/DKFS (Schüßler-Plan) und 8.000-8.500 €/m² vom Planerteam FHECOR Deutschland GmbH/TSSB Planungsgesellschaft (FHECOR) und vom Planerteam Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG/Knight Architects (LAP)." [...]

    Ich fasse das mal so zusammen, wie ich es verstehe:

    Bei den 85% Anteil an den Gesamtkosten, nämlich den Kosten für die Brücke selbst, ergeben die Kostenkennwerte den günstigsten Preis für GRASSL. Diese Kostenkennwerte werden in dem offenen Brief nicht angezweifelt, mit der Einschränkung, dass es dabei 30% Ungenauigkeit gibt. Tja, wenn die GRASSL-Brücke am Ende 30% teurer wird und die LAP-Brücke 30% günstiger, dann kosten sie tatsächlich gleich viel. Ist glaubwürdig, dass beide Fälle gleichermaßen wahrscheinlich sind?

    Richtig witzig ist der Hinweis, dass "in den weiteren Kostengruppen (z. B. Gleisbau, Freianlagen) GRASSL für einen ähnlichen Leistungsumfang deutlich geringere Kosten an[gibt] als die anderen Teilnehmenden". Alle Verkehrsanlagen für die Straßenbahn machen im Entwurf zusammengerechnet 4 % der Gesamtkosten aus, die Gleisanlagen 1 %. Bei den Freianlagen leuchtet mir völlig ein, dass GRASSL geringere Kosten angibt, denn es ist mitnichten ein "ähnlicher Leistungsumfang", ob ich - wie LAP - alles aufwühle und die Landschaft komplett umgestalte, inklusive Busgarage (die in der LAP-Kalkulation Teil des Landschafts-Bausteins ist!) oder kaum Eingriffe vornehme. Einfach mal die Entwürfe anschauen!

    Gleiches gilt für den Absatz, wonach "bezüglich des bautechnologischen Aufwands" GRASSL gleichauf mit LAP und FHECOR liege. Nun, das hat der Vorprüfer Prof. Bösche, auf dessen Prüfung sich Marx angeblich bezieht, im Gespräch aber anders gesagt. Der GRASSL-Entwurf ist durchaus simpler und das sieht man auch, jeder kann das sehen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Glamour-Metropolen wie Doha

    Köln und seine Metrolpolregion zählen jeweils deutlich mehr Einwohner als Doha und dessen Metropolregion und Deutschland ist auf Platz 3 der wichtigsten Volkswirtschaften (BIP), Katar auf Platz 57.

    Über Glamour kann man streiten, aber ich würde den Rhein der Wüste vorziehen und ebenso den Kölner Dom gegenüber "The Pearl". Welche Kriterien das IOC anlegt, ist eine ganz andere Frage. Zum Beispiel bei Bestechungsgeldern dürfte Deutschland ziemlich schlecht dastehen.

    Das ist das selbe Gebäude, das User -AK - meinte. Das war sogar mal im Amtsblatt abgebildet mit einem O-Ton von Baubürgermeister Dienberg, warum dies ein Vorbild in Sachen Baukultur sei.

    Ich bin mit dem Haus nie so richtig warm geworden, aber ich will mal nicht nur meckern. 🤟

    Elstermühlgraben finde ich eine fantastische Idee, darauf wäre ich nie gekommen. Die Brückengestaltungen sind teils sensationell und ich hoffe, dass die Gestaltung der Uferwände weiterhin einlöst, was bereits zu sehen ist.

    Tja, ich überlasse die Schlussfolgerungen euch, wobei ich sagen muss, dass mir die Formulierung "Sie wissen es nicht genau, aber dafür umso besser", ungemein gut gefällt. 😄

    Ich bin überfragt, ob Vergaberecht hier greifen würde. Die Vorentwürfe wurden im Zuge der Mehrfachbeauftragung ja alle vier bezahlt (hat übrigens 300.000 Euro gekostet, falls das interessiert).

    Meine Erkenntnisse aus dem verlinkten Artikel: "Ganz plötzlich", also nach nur 35 Jahren, wurde eine Einigung erzielt. Die Schule im Grauen Kloster musste einst nach West-Berlin umziehen, sicherlich nicht nur wegen Zerstörung des Gebäudes, sondern auch wegen Diktatur im Ost-Teil. Darauf geht der Artikel leider nicht ein. Der Rückübertragungsanspruch wegen früheren SED-Unrechts scheint jedenfalls nicht strittig zu sein, sondern nur, ob die West-Berliner Stiftung als Rechtsnachfolgerin der einstigen Stiftung gilt und das für sich geltend machen kann.

    Anstatt weitere 35 Jahre darüber zu prozessieren, bekommt die Stiftung 6% (!) des Grundstücks zurück, sowie läppische 1 Mio. Euros. Für Frau Gennburg, die ausgerechnet in der Linken ist, ist es nicht nötig, Planungssicherheit für die angestrebte Bebauung zu schaffen, denn die "komme ohnehin nicht vom Fleck". Das hat eine ganz besonders feine Ironie auf vielen Ebenen.

    Gennburg und Philipp Oswalt hatten daher vor über einem Jahr Anzeige erstattet, seither hat man nichts mehr davon gehört. Aber allein der Name Oswalt bürgt dafür, dass die Angelegenheit nicht ernst zu nehmen ist und ganz andere Animositäten hinter der inszenierten Aufregung stecken.

    Dass es künftig Bedarf für eine neue Schule bzw. einen Bildungscampus an dieser Stelle geben könnte, wenn es nicht nur 400 neue Einwohner in den jetzt beplanten Bereichen, sondern weitere im sich ebenfalls weiterentwickelnden Umfeld geben wird, ist vielleicht nicht ganz so fernliegend. Bei den heutigen Diskussions- und Planungszeiträumen kann man jetzt anfangen, das anzuschieben. Die bisherigen "Unstimmigkeiten" wurden durch die Einigung ja endlich aus dem Weg geräumt, woran auch die Querschüsse der Anzeigenerstatter (hoffentlich) nichts ändern.