Beiträge von global_m

    Wenn der Ziegel den Hauch von Sandsteinfarbe behält, bin ich beruhigt. In einigen Renderings wirkte die Fassade nämlich grau, was ich in Kombi mit dem schwarzen Dach ziemlich öde gefunden hätte.


    Den Namen berlin modern finde ich auch nicht sonderlich kreativ. In Istanbul gibt es z.B. das Istanbul Modern. Besser gefallen hatte mit der ursprüngliche Name Nationalgalerie20, aber das ist wohl Geschmackssache.

    Ich darf darauf hinweisen, dass es sich bei der Adresse Klosterstraße 64 nicht um ein Kaufhaus handelte, ...

    Viele Artikel im Netz bezeichnen das Gebäude als Kaufhaus, aber lasse mich da gerne korrigieren. Die Kernfrage ist allerdings, ob ein (m.E. sehr hässliches) Gebäude der Ostmoderne mit diesem historischen Bau harmoniert und da würde ich in jedem Fall sagen Nein. Der Abriss wäre eine Chance gewesen städtebauliche Fehler der Vergangenheit zu korrigieren - schade.


    Zitat gekürzt.

    ^^Dies ...

    Die Machbarkeitsstudie der WBM zur Neugestaltung der städtebaulich äußerst unbefriedigenden Situation an der Kreuzung Memhardtstr./Karl-Liebknecht-Str. ist sehr wertvoll und würde auch dem Pressecafé gut tun. Es wäre sinnvoll, den an dieser Stelle überdimensionierten Straßenraum wie vorgeschlagenen für zusätzliche Wohnbebauung zu nutzen und verwirklicht durch die WBM gäbe es sogar zusätzliche bezahlbare Wohnungen. So wie heute sollte die Umgebung des Hauses der Berliner Verlages jedenfalls nicht bleiben.


    Zitat gekürzt.

    Heilung?

    Das sieht doch fast genauso aus wie vorher. Auf der einen Seite wird doch nur ein Glaskasten vorgesetzt.

    Es ist und bleibt hässlich.

    Ich hätte ebenfalls einen Neubau bevorzugt, der sich in diesen historisch bedeutsamen Ort der Stadt behutsam einfügt. Gerade von der Waisenstraße aus betrachtet sieht man, dass die Kubatur des Gebäudes keinerlei Rücksicht auf die Umgebung nimmt. Die Anbauten bringen eine Verbesserung, an diesem Ort wäre aber mehr möglich gewesen. Abriss und Neubau waren seinerzeit geplant, sind aber an der Politik gescheitert.


    Eine verbesserte CO2-Bilanz ist sicherlich erstrebenswert, sollte aber auch im Verhältnis zum städtebaulichen Gewinn eines Neubaus betrachtet werden. Stadthaus, ehemaliges Hertie Kaufhaus und Stadtmauer sind eine der wenigen noch erhaltenen Zeugnisse des alten Stadtkerns und harmonieren leider überhaupt nicht mit diesem Kasten, auch wenn er aufgewertet wird. Es mangelt Berlin nicht an Zeugnissen der Ostmoderne und sie haben auch ihre Berechtigung, an einigen Orten passen sie aber einfach nicht in die Umgebung.

    Mir gefällt der Entwurf von Gehry am besten. Dies ist der einzige Entwurf, der überhaupt interessante Architketur an den Alex bringen würde, die Entwürfe von Kleihues und Leibinger sind gestaltungsarme 0815-Türme, am Alex sollte es m.E. architektonisch spannender zugehen. Gehry arbeitet mit abstrakten Formen und wählt als Material gerne Metall, wie das aussieht und dass das gut aussehen kann, zeigen z.B. die Gehry-Bauten in Düsseldorf: 32963319

    Dass das Gebiet um den Alex herum als Wohnlage nicht beliebt wäre, würde ich so nicht sagen (und das schreibe ich nicht nur, weil ich dort wohne ;) Die Plattenbauten drumherum waren zu DDR-Zeiten nur mit guten Kontakten zu bekommen und haben auch heute lange Wartelisten, mit Grandaire gibt es bereits teure Wohnungen mit entsprechend "gut situierten" Menschen direkt um die Ecke und die Wohnungen im Covivio werden auch hochpreisig sein.


    Der Alexander Tower bietet einen unverstellten Blick auf den Fernsehturm, das Klosterviertel entsteht vor der Haustüre neu und das Scheunenviertel als eines der besonders beliebten und teuren Wohnlagen ist fußläufig erreichbar.


    Mit Mynd und Covivio wird der Alex deutlich aufgewertet und der Alexander Tower steht ja nicht direkt auf dem Platz und auch an keiner Tram. Zuletzt waren Mietwohnungen geplant und die wird man in Mitte problemlos vermieten können, der angespannte Wohnungsmarkt gibt das her.


    Nimmt man noch das JaHo dazu, so wird man zukünftig keine urbanere Ecke finden. Wer ein gediegenes Gründerzeitviertel bevorzugt, dem wird es nicht gefallen, wer aber Urbanität, Hochhäuser und eine Skyline mag, für den ist die Wohnlage super und ich denke ein solches Wohnhochhaus wird seine Abnehmer:innen finden, man muss sich eben die Gegend in drei Jahren vorstellen und nicht nur vom Status quo ausgehen denke ich.

    Die vernünftigste Lösung ist die Übernahme durch einen solventen Investor, so wie dies auch beim Mynd-Tower gelungen ist, der nun im Eigentum von Commerz Real fertiggestellt wird. Eine Neu- oder Umplanung würde das Projekt um Jahre zurückwerfen und ich glaube auch nicht, dass ein bereits bis zum Erdgeschoss errichtetes Hochhaus ohne weiteres umgeplant werden kann. Sollte ein Verkauf gelingen, was ich sehr hoffe, so dürfte einer Verlängerung der Baugenehmigung - die erst ab 2026 notwendig ist - nichts im Wege stehen, schließlich hat niemand ein Interesse an einer Bauruine.


    Insgesamt stehen die Chancen nicht schlecht, dass im nächsten Sommer drei Hochhäuser am Alex in die Höhe wachsen, was den Platz deutlich aufwerten wird.

    Auf der Website der SenMVKU wird über die aktuellen Planungen und den Zeitplan informiert: https://www.berlin.de/sen/uvk/…ssenbau/unter-den-linden/


    Derzeit werden Varianten für eine Querschnittsgestaltung planerisch konzipiert, die im Frühjahr 2024 vorgestellt, diskutiert und dann in eine Entwurfsplanung einfließen sollen.


    Damit sich das nicht alles ewig hinzieht wäre es sicherlich nicht schädlich, die zuständige Verkehrssenatorin anzuschreiben und um eine zügige Umsetzung zu bitten ;) Die langen Planungszeiten an einem solch zentralen Boulevard der Stadt kann ich auch nicht nachvollziehen.

    Die Fassadengestaltung gefällt mir ganz gut und im Blockrand gebaut entsteht hier ein wichtiger Teil Stadtreperatur, der hoffentlich Vorbild für die ähnlich großen Parkplätze vor vielen anderen Wohngebäuden in der Gegend wird. Lieber Tiefgaragen errichten und dafür dann die ohnehin versiegelten Flächen für den dringend benötigten Wohnungsbau nutzen, so entsteht auch die an vielen Hauptstraßen fehlende urbane Dichte. Berlin hat genug Fläche für die benötigten Wohnungen, es fehlt aber am Willen zügig und in einer den Bedarfen und einer Millionenmetropole angemessenen Höhe zu bauen.


    Warum man heute noch in bester Citylage einen Flachbau mit nur zwei Stockwerken errichtet ist mir unbegreiflich.

    Das Einheitsdenkmal in Berlin wird übrigens vom Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung errichtet, welches zum Bundesbauministerium gehört: https://www.bbr.bund.de/BBR/DE…nheitsdenkmal/neubau.html


    Dass die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Maßnahmenträgerin ist heißt lediglich, dass das Projekt aus ihrem Haushalt finanziert wird. Die Ausführung und Umsetzung sowie auch das Einholen der für Bau und Inbetriebnahme erforderlichen Genehmigungen (was laut Medienberichten wegen unterschiedlichen Ansichten der beteiligten Genehmigungsbehörden ein größeres Problem darstellt) ist Aufgabe des Bundesamts für Bauwesen und Raumordnung.

    Interessant finde ich auch die Visualisierung der zukünftigen Gasse zwischen Park Inn Hotel und Covivio, wie auf dieser Website zu sehen: https://www.covivio.immo/alexanderplatz-2/


    Hoffe sehr, dass das so kommt. Sieht elegant aus und würde den gesamten Platz aufwerten. Auch die Unterführung zwischen Park Inn Hotel und Galeria sollte m.E. abgerissen werden, da sie düster und erdrückend wirkt. Dann fehlt nur noch, dass für den Alexander Tower endlich eine Lösung gefunden wird (am besten ein neuer Investor, der die Pläne zügig umsetzt) und der Alex ist runderneuert :)

    In Berlin gibt es so eine Art zweistufige Verwaltung mit Senats- und Bezirksverwaltungen. Häufig ist unklar, welche Ebene für was zuständig ist und Zuständigkeiten werden sich auch zwischen Behörden auf derselben Ebene munter hin- und hergeschoben, da sich alle Verwaltungen aufgrund von Personalmangel überlastet fühlen und erstmal für nicht zuständig erklären. So gibt es auch am Otto-Weidt-Platz eine Freitreppe, die immerhin fertiggestellt wurde, aber seit mehreren Jahren nicht in Betrieb genommen werden kann, da sich Senat und Bezirk weigern, für die Reinigung der Treppe aufzukommen. Bis zur Klärung kann eine Inbetriebnahme nicht erfolgen.


    Der Politik sind solche Probleme in Berlin egal. Aus lauter Verzweiflung haben in einer eher linken Stadt zuletzt viele CDU gewählt. Ob die etwas an der organisierten Verantwortungslosigkeit und dem Verwaltungschaos ändert bleibt abzuwarten. Das Einheitsdenkmal ist leider nur ein Beispiel für das typiche Berliner Behörden-Pingpong, mit dem viele Vorhaben über Jahre zerrieben werden.

    ^ Soweit ich weiß steht die Baugenehmigung nach wie vor aus, das ist ja leider eine Sache, die durchaus länger dauern kann. Das Projekt ist aber weiterhin vorgesehen, mit dem Flussbad oder gar der Freitreppe am Schloss hat dies nichts zu tun. Bei dem Vorhaben in der Holzmarktstraße handelt es sich um ein gemeinsames Projekt der Berliner Bäderbetriebe und der berlinovo. Vielleicht lohnt es sich aber dort mal nach dem Sachstand zu fragen.


    Zitat entfernt.

    Die Nachfrage nach Büroflächen in Berlin ist ungebrochen und sie ist seit Corona nicht zurückgegangen, sondern im Gegnteil weiter angestiegen. Dies liegt zum einen natürlich am stetigen Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, wodurch zahlreiche neue Stellen entstehen sowie dadurch, dass die meisten Firmen eine Mindestanzahl an Präsenztagen haben (bei mir sind es drei Tage/Woche) und Homeoffice auch nicht für jeden möglich ist (z.B. bei kleinen Kindern zu Hause oder fehlendem Arbeitszimmer). Dazu kommen auch Menschen, die in Berlin keine Wohnung finden und bei Freunden/Verwandten übergangsweise auf dem Sofa pennen, dort ist i.d.R. auch kein Homeoffice möglich. Durch die weiter steigenden Büromieten werden Hochhäuser zukünftig besser finanzierbar sein in Berlin, der Bedarf wäre vorhanden.


    Berichte zum boomenden Vermietungsmarkt für Büroflächen gibt es hier: https://www.morgenpost.de/berl…gen-in-Berlin-weiter.html

    Wir sollten in der gesamten Debatte nicht vergessen, dass das Gebäude bis zum Erdgeschoss bereits errichtet wurde und das Fundament für den 150 Meter Turm fertig ist. Insofern bin ich mir ziemlich sicher, dass das Gebäude wie geplant errichtet werden wird, sobald die mutmaßlich bestehenden Finanzierungsprobleme gelöst sind. Der neue Senat ist auch deutlich investitionsfreundlicher als der alte, da wird man um eine Fortführung des Bauprojekts bemüht sein. Vom ÖPNV abgeschnitten ist das Gebäude übrigens nicht, direkt vor der Haustür befindet sich ein Eingang zu drei U-Bahn-Linien.

    Diplomatische Gebäude dürfen UdL nicht höher gebaut werden als bis zur Traufe, irgendeine komische Berliner Regelung. Polen hätte gerne ein Dachgeschoss draufgesetzt mit Schrägung wie beim Nachbargebäude. Das sah der erste Entwurf auch vor, wurde aber nicht erlaubt. Man kann nur hoffen, dass mit dem angekündigten "Schneller-Bauen-Gesetz" solch unsinnige Regelungen tatsächlich abgeschafft werden.

    Deiner Argumentation folgend müssten Menschen in Altbauquartieren überdurchschnittlich häufig depressiv sein, dabei sind die hochverdichteten Altbauquartiere mit ihren Hinterhöfen und dem urbanen Umfeld mit Cafés etc. die beliebtesten Wohnungen. Ich halte das Verschattungsargument bei den geltenden Abstandsgesetzen für wenig überzeugend und solche Flachbauten als Ergebnis für absurd.