Kulturforum

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    Im letzten Jahr fand eine Online-Diskussion zu dem Planungsstand der Senatsverwaltung statt. Wie es schien, bietet das Gelände en gros Anlass zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen städtebaulichen Stiltichtungen.


    Die Ergebnisse der Diskussion sind in das weitere Prozedere der Planungen einbezogen worden (angeblich), denn man wartet schon recht lange auf eine zweite Diskussionsrunde. Ich habe mir gedacht, dass man hier doch auch eine Nebendiskussion aufbauen könnte, wenn's gefällt? Der obige Link gibt einen guten Überblick über das bisher Geschehene.


    Wie sind Eure Meinungen dazu? Und hat jemand Photos? Oder anderweitige und aktuelle Infos?


    Ich fände eine Neuinterpretation des Vorhandenen mit Bezug zum Potsdamer Platz durch Neugesaltung der Gelände am sinnigsten, nicht unbedingt mit neuen Gebäuden. Oder doch? Wenn ja, wie und was für welche?

  • Der Braunfels-Vorschlag bietet eine sehr attraktive Lösung. Die geänderte Führung der Potsdamer Straße in einen Kreisel erscheint ja geradezu logisch. So wird dann ja das Kulturforum fest in eine Linie mit Potsdamer- und Leipziger-Platz gefügt. Und durch die 3 Plätze bekommt das ganze eine Form.


    Was das Hochhaus betrifft hätte ich Zweifel, ob das dann nicht etwas einsam in der Gegend stehen (bzw. herausragen würde). Die Idee, den "Kommerztürmen" am Potsdamer-Platz einen Museumsturm entgegenzustellen, erscheint wohl auch etwas ideologisch und letztlich kommt es mir vor, als wollte er mit diesem Hochhaus schlicht ein Loch stopfen. Vielleicht könnte man aber eben auch einen großen Platz in der Verlängerung dieses Boulevards einfach zulassen. – Muss ja nicht diese Berg- und Tallandschaft sein. Also hier: http://www.braunfels-architekt…kt_11/slides/slide_03.jpg das Hochhaus einfach mal wegdenken. :)


    In der Diskussion erscheint übrigens auch der Vorschlag einer U-Bahnanbindung. (U4). Aufgrund der Finanzsituation ist das ist sicher ein definitiv langfristiger aber durchaus interessanter Vorschlag, der den Platz besser erschließen würde und für die U4 eine langfristige Perspektive zur Endstation Lehrter-Bahnhof bietet. Die Planung könnte diese Option doch auf jeden Fall offen halten (also nicht den ganzen Platz unterkellern oder so).

  • http://morgenpost.berlin1.de/c…/04/25/berlin/749546.html
    Morgenpost 25.4.05


    -Auch viele kritische Stimmen zum neuen Masterplan


    - Apelle den Plan anzuändern aus verschieden Gründen (z.B. Zerstörung von Scharouns Planung etc.)


    Tagesspiegelartikel vom 26.4.05
    http://www.tagesspiegel.de/ber…6.04.2005/1781423.asp#art


    Der Platz soll optisch an den Potsdammer Platz herangerückt werden findet Junge-Reyer. Erneut werden die kritischen Stimmen laut, die von "entstellenden Eingriffen" reden.


    Grundlegende Info's zum Kulturforum:


    http://morgenpost.berlin1.de/c…/04/25/berlin/749547.html

  • Danke für die Infoslinks. Das hört sich an, als gehe es munter so weiter, wie bisher. :lach: Ih bin gespannt auf den neuen Masterplan.


    Die in den Artikel genannten Kolonaden um den zu schaffenden Platz finde ich viel zu kollossal und passen meiner Meinung nach überhaupt nicht zu den bestehenden Bauten.


    Es wurde bisher jedweder städtebauliche Bezug ignoriert. Und dem modernen Ansatz von Scharounals auch der Historie an diesem Ort entgegengewirkt, als wolle man die Geschichte nocheinmal überbauen und verstecken...


    Ich bin kein Architekt oder Städteplaner. Daher die Frage, ob es in diesen Bereichen keine Methoden gibt, die gerade solchen Orten eine Identität geben können, ohne dem, was da ist, vollendst entgegen zu wirken? :confused:

  • Es wird also doch kein Hochhaus geben, dass finde ich schon ein wenig schade. Der Senat hat gestern den neuen Masterplan beschlossen: Flachbauten, ein neunstöckiges Gebäude und eine Grünfläche, die aus der Luft einem Giraffenfell :confused: ähneln soll. Naja mal sehen, wenn man es anständig anstellt könnte auch das ganz nett werden, aber warten wir lieber auf eine Visualisierung.


    http://www.tagesspiegel.de/ber…7.04.2005/1782959.asp#art


    "Ein Vorgarten für den Potsdamer Platz


    Senat beschließt im zweiten Anlauf einen Masterplan für das Kulturforum: Aus der Brachfläche soll eine Parklandschaft mit flachen Bauten werden
    Von Frederik Hanssen


    Die gute Nachricht zuerst: Der Currywurstbude gegenüber der Staatsbibliothek droht keine Gefahr. Auf dem „Masterplan zur Weiterentwicklung des Kulturforums“, den der Senat gestern abgesegnet hat, sind an der Potsdamer Straße keinerlei Gebäude vorgesehen. Stattdessen erstreckt sich ein weiter Park vom Landwehrkanal bis zum Tiergarten. Mit der Grillwurst in der Hand kann man nach dem Willen von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer hier also bald über verschlungene Wege flanieren, die aus der Luft gesehen wie ein Giraffenfell aussehen.


    ..."

  • Ja genau das ist sie.
    Insgesamt sehr verwunderlich, fast Konzeptlos - es geht ja eigentlich darum dem Kulturforum sein nie vollendetes Zentum zu geben, nun hat man viele Gebäude - o.k. dem trägt man ja Rechnung indem man den Platz mit Kollonaden einfasst.
    Was aber wenn sich nicht für alle der übrigen Gebäude, deren Nutzung teilweise völlig fraglich ist, Investoren finden, dann bleibt das Kulturforum das was es seit Jahrzehnten ist: Ein Stückwerk! :Nieder:

  • Dazu die Meldung in der Berliner Zeitung:


    http://www.berlinonline.de/ber…eitung/berlin/442864.html


    Flanieren und Einkaufen - schön und gut, aber 1. verschwinden die Parkplätze und das Parkhaus, was angesichts der nicht besonders tollen Nahverkehrsanbindung nicht wünschenswert ist und 2. bleibt das Kulturforum, wie oben schon gesagt, Stückwerk.


    Es ist (und bleibt anscheinend) wirklich eine Schande, dass derartig hochwertige kulturelle Einrichtungen (Philharmoniker, Alte Gemäldegalerie, Neue Nationalgalerie und die weiteren hochkarätigen Museen/Sammlungen) so ein trostloses Nischendasein führen.


    Die Anbindung zum Potsdamer Platz erscheint mir persönlich zwar optisch nicht reizvoll, hier ist es dennoch sinnvoll, weil die Menschenmassen so besser gelenkt werden können - das sollte mit einfachen Mitteln zu realisieren sein. Viele Besucher wissen gar nicht, was dort für Schätze auf sie warten. Mit guten Wegweisern und einer Platzneugestaltung kann das Gebiet gut erschlossen werden. Die Verlängerung der U-Bahn-Linie 4 ist sicherlich auch ein Punkt, sollte schleunigst fertiggestellt werden. Ist eine Investition für die Zukunft! Mehr Gebäude müssen nicht unbedingt sein - und schon gar nicht Geschäfte: Im Süden ist die Potsdamer Straße, im Norden sind die Potsdamer Platz Arkaden - für die Anwohner ist alles abgedeckt und ich glaube nicht, dass Touristen hier noch mehr kaufen würden.
    Das einzige, was mir als Inhalt für geplante Gebäude einfallen würde, wäre eine nette gastronomische Einrichtung (nix großes, aber gemütlich), Informationen über das gesamte Kulturforum (Wegweiser, Ausstellungen, Spielpläne und so weiter), eventuell noch Galerien oder kleine, kostenlose Ausstellungen zum Beispiel vom Kupferstichkabinett, oder dem Kunstgewerbemuseum, bei denen eh viel zu viel im Archiv verstaubt. Das reicht aber nicht für sieben Gebäude - insofern wäre das Haus der Mitte, umgeben von einem geschickt angelegten Park, mitsamt eingebundenem Parkhaus/Parkflächen ideal.

  • Das beim Stadtentwicklungssenator(in) betriebene "Baulückenmanagement" sagt als Wort ja schon beinahe alles: Man hat in dieser Stadt einfach ein echtes (Angst)Problem mit freien Flächen. Und wenn im Kulturforum eine freie Fläche vorhanden ist, muss sofort eine Bebauung geplant werden und zwar unabhängig vom Sinngehalt und der Wirtschaftlichkeit. Ein großer Platz in der Verlängerung des "Braunfels-Boulevards" wäre letztlich nicht nur die billigste und einfachste Variante, sondern m.E. auch echt attraktiv. Da könnte man im Sommer sogar Feste o.ä. veranstalten. "Markt der Kulturen" oder so, sowas mögen die Berliner doch.


    stativision : Der U4-Vorschlag ist ergänzend für eine langfristige Offenhaltung interessant. Die kurzfristige Umsetzung setzt aber eine spontanen Einnahmeexplosion im Landeshaushalt vorraus... ;)

  • Zitat von Manuel

    stativision : Der U4-Vorschlag ist ergänzend für eine langfristige Offenhaltung interessant. Die kurzfristige Umsetzung setzt aber eine spontanen Einnahmeexplosion im Landeshaushalt vorraus... ;)


    Na ja, wenn man sieht, was sonst noch so gebaut wird... Mit schleunigst meinte ich ja auch: So schnell wie möglich - ist schon klar, dass das nicht von heute auf morgen passiert ;)

  • Hier noch ein Bild aus der Morgenpost von heute(27.4.05), und auch noch ein architektonisch sehr ausführlicher Artikel:



    und dazu im Vergleich nochmal der von DasTier gepostete Bild:



    (Stadtentwicklungsverwaltung)



    http://morgenpost.berlin1.de/c…/04/27/berlin/749956.html



    Ähm, also ich finde den Entwurf jetzt nich unbedingt gelungen. Er wirkt irgendwie verdammt unruhig, wie ein Freizeitpark oder ähnliches- Irgendwie nich homogen, bin jetzt schon auf weitere Bilder gespannt...

  • :master: Ich bin zunächst einmal angetan, dass dem Bild nach tatsächlich Vorschläge aus der Online-Diskussion mit in die weiteren Planungen eingeflossen zu sein scheinen. Das wurde während der Onlinephase bereits hinterfragt!


    Geht man davon aus, dass auf diesem Gelände diverse und konträre Richtungen vertreten sind, und diese erhalten bleiben sollen, so macht die Visualisierung doch einen gewissen Sinn.
    An die Kolonaden kann ich mich allerdings nicht gewöhnen. Ich würde es angemessener und spannender finden, wenn man die ganzen Verschachtelungen um diese Bauten herum auflöste.Die Flächen zwischen den Bauten sollten das Zentrum abbilden, nicht ein Platz, der die Verschachtelung und das Stückwerk nur noch hervorhebt.


    Daher finde ich die Idee eines "Giraffenparks" in Kontrast zum PP sehr gut, würde sie sogar auf diesen Stadtplatz ohne Kolonaden ausgreifen lassen wollen. Und stattdessem die seperaten Eingänge belassen und betonen.


    Eine Gestaltung dessen im Stile der Grünflächen am PP oder am Spreebogen ergäbe eine klare Fläche, in der die Solitärbauten zur Geltung kommen könnten.
    Die Neubauten sollten ausgefallen sein. Was Gewagtes oder so. Heterogenität in den Gebäuden. Homogenität in der landschaftlichen Verbindung, die sich selbst aber auch inszeniert, so ungefähr.


    Außerdem bin ich gespannt darauf, in wie fern sich über ein gemeinsames Gesamtkonzept für das KF GEdanken gemacht wurde, sprich Werbung, Besucherlenkung, etc.

  • Zitat von Jo-King

    Ähm, also ich finde den Entwurf jetzt nich unbedingt gelungen. Er wirkt irgendwie verdammt unruhig, wie ein Freizeitpark oder ähnliches- Irgendwie nich homogen, bin jetzt schon auf weitere Bilder gespannt...



    Na ja, homogen sollte das Kulturforum ja auch nie sein (und ist es jetzt natürlich auch nicht). Muss es imo auch nicht wirklich (solange zumindest ein Platzgefühl entsteht, was jetzt nicht gegeben ist), aber dafür gleich Geld für sieben Gebäude rauszuwerfen: Nicht angemessen.

  • Zitat von stativision

    aber dafür gleich Geld für sieben Gebäude rauszuwerfen: Nicht angemessen.


    Das wird sich ja noch zeigen, da diese Häuser privat investiert werden...Von daher ist doch eh noch nicht abzusehen, wann das so aussehen wird....

  • Zitat von Jo-King

    Das wird sich ja noch zeigen, da diese Häuser privat investiert werden...Von daher ist doch eh noch nicht abzusehen, wann das so aussehen wird....


    Das ist richtig, es ist nicht abzusehen, ob und wann nach oben vorliegendem Plan gebaut wird.
    Nach den bisherigen Berliner Planungen (auch Investitionsplanungen und -ausführungen) bin ich dennoch sehr skeptisch. Für diesen Plan sehe ich - weiß auch nicht warum - ständig irgendwelche unschönen Investitionsruinen vor sich hin gammeln ;)

  • Ob diese Paar Wiesen und die beiden kleinen Kisten (die die schöne Kirche verdecken) so viel mehr Urbanität schaffen werden...Die große Frifläche, durchschnitten von einer großen Straße. Aber wenn ich mir die StaBi und die Philharmonie ansehe, dann kann es noch so urban sein, der Brechreiz wird dadurch nicht unterdrückt...