Beiträge von Der Kritiker

    In Kombination mit den erhaltenen Altbaufragmenten ist das ein extrem eklektischer Klinkermix, der mich nicht wirklich überzeugt. Der Neubau dominiert den Altbau sehr stark. Und wieder einmal hat man davon abgesehen, wenigstens die Geschoßhöhen des Altbaus weiterzuführen. Aber ja, es hätte natürlich noch schlimmer kommen können.

    Das stimmt zwar, aber wir hatten ja in der Umgebung schon etliche Riesenbaustellen und da sollte es doch gewisse Erfahrungen geben. Die Herstellung einer weißen Wanne bei sehr hohem Grundwasser ist aufwendig, aber auch kein technisches Novum.

    Wenn der Senat sich hier von Becken und/oder dem Insolvenzverwalter treiben lässt, ist er selber schuld. Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass das Projekt - wenn überhaupt - nur mit einer überwiegend öffentlichen Nutzung darstellbar ist. Der Insolvenzverwalter handelt im Interesse der Gläubiger, er wird deshalb einen Verkauf an einen Dritten nicht ablehnen, wenn es mit Becken nicht klappen sollte.

    Volle Zustimmung. Wenn die Stadt das Projekt retten will, dann muss sie aktiv nach vorne schreiten und transparent kommunizieren, nicht im Hinterzimmer mit Projektentwicklern kungeln. Das Problem ist, dass die Übernahme des mit der Projektentwicklung verbundenen Risikos politisch kaum mehrheitsfähig erscheint. Bei den sehr spezifischen Anforderungen wird man eine Ausschreibung ohnehin kaum vermeiden können. Der Senat hat es selbst in der Hand, das von ihm geschaffene Problem zu lösen. Aber klar, there is no easy way out.

    Die Debatte ist extrem vielschichtig.

    Es gibt gute Gründe zu bauen, denn es herrscht Wohnungsnot. Diese Gesellschaft wird es sich auf Dauer nicht leisten können, die Mieten für breite Schichten runterzusubventionieren. Der Bestandsmieter sitzt warm und trocken, verteidigt sein Territorium mit Milieuschutzsatzungen, Kappungsgrenze, Kiezblocks und der Verhinderung von Neubau. Dieses Denken bestimmt die Debatte und seine zutiefst ausgrenzende Wirkung will nicht erkannt werden. Also geht es darum, die Apartheid der Hipster langfristig zu kippen.

    Wenn man aber Neubau will, dann muss es darum gehen, ihn nachhaltig, sozialverträglich und architektonisch ansprechend zu gestalten, ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Es gibt aktuell ja durchaus eine Reihe von größeren Neubauprojekten und Entwicklungsgebieten. Die bedingungslose Maximierung der Investorenrendite, aber auch der Widerstand gegen bestimmte Projekte und die architektonische Unfähigkeit führen hier oft zu Kompromissen, die nicht gut altern werden. Beispiele hierfür wird jeder kennen, aber die Gegend hinter dem Nordbahnhof ist sicher ein solcher Kandidat. Ähnliches gilt mindestens teilweise für die starke Verdichtung am Südkreuz.

    Vor diesem Hintergrund halte ich die Planung von Kollhoff/Nöfer für recht ansprechend. Klassisch an den Blockrand der Nachbarviertel angelehnt, etwas aufgelockert. Fassadengestaltung, Begrünung und Infrastruktur wird man dann sehen. Aber das ist sicher nichts, dass man in Grund und Boden stampfen sollte. Wenn man eine Bebauung des Tempelhofer Felds angehen möchte, dann so oder ähnlich.

    Wenn es auf der verbleibenden Fläche Nutzungskonflikte gibt, dann muss man das eben politisch entscheiden, entweder Naturschutz oder Erholungsnutzung. Es kommt immer auf die gesunde Mischung an. Wenn man ganz Berlin abreißen würde, könnte man auch große Naturschutz- und Erholungsflächen schaffen, es könnte aber niemand mehr hier wohnen.

    Die eigentlich interessante Frage wäre doch, ob irgendwo mal detaillierte Terminpläne (Level 3 o.ä.) aus der ursprünglichen Planung veröffentlicht wurden. Dann könnte man das Ganze im Detail nachvollziehen.

    Für einen Ausbau des Streckennetzes ist aktuell in Anbetracht der zunehmenden geostrategischen Spannungen der denkbar schlechteste Zeitpunkt. Spritpreise am Limit, die Hubs am Persischen Golf unter Beschuss, dramatischer Rückgang des Tourismus in die USA, Russland dauerhaft sanktioniert usw.

    Der Vorstandsvorsitzende der Signal Iduna steigt in die öffentliche Diskussion ein und gibt dem NDR ein Interview. Man merkt schnell, dass er einen Hintergrund im Vertrieb von Finanzprodukten hat. Das Ganze gipfelt in dem Satz: "Man wird mit Sicherheit als Mitglied in diesem Konsortium an diesem Projekt nicht reich werden." Mir kommen die Tränen. Hamburg als Stadt der Philanthropen.

    Vor dem Hintergrund der laufenden Insolvenzverfahren können aktuell faktisch keinerlei Aufträge vergeben werden. Wer soll denn dort Handwerker beauftragt haben? Was jetzt noch passieren soll, müsste erst einmal neu ausgeschrieben werden.

    Auch rein technisch macht es keinen Sinn, den Denkmalsockel zu gestalten bevor das Denkmal steht oder zumindest die finale Planung vorliegt.

    ^ Ich möchte bezweifeln, dass aktuell dort Arbeiten im Zusammenhang mit dem Denkmal stattfinden. Möglicherweise ist es ein Teil der Treppengestaltung, was auch die dortigen hohen Kosten erklären würde. Und natürlich wenig zielführend, wenn nicht mit dem Denkmalprojekt abgestimmt.

    Unnötiges Zitat des Vorposts gelöscht.

    Der Elbtower war am 25.03. Thema in der Aktuellen Stunde der Bürgerschaft, wie der NDR berichtet. Die Opposition scheint jetzt endlich aus dem Winterschlaf aufgewacht zu sein und wenigstens die richtigen Fragen zu stellen. Der Senat will weitere Details wohl erst nach Abschluss der laufenden Prüfung mitteilen,

    Und wieder mal ein polemischer Rundumschlag von Gunnar Schupelius in der BZ. Immerhin hat er beim Kulturstaatsminister nach dem Stand der Dinge gefragt, woraufhin dieser mitteilen ließ, er befinde sich „in konkreter und konstruktiver Abstimmung mit dem Bauministerium und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung über mögliche Lösungen und zeitliche Rahmenbedingungen“.

    Nachdem der Bundestag im Haushalt 2026 ohne öffentliche Diskussion und Veröffentlichung des HPB-Gutachtens weitere 5,54 Mio (zusätzlich zu den bereits verausgabten 13,04 Mio und den noch nicht verbrauchten 4,64 Mio) bewilligt hatte, erscheint dies schon reichlich konzeptlos.

    Olympia sehe ich auch nicht, unabhängig vom Jahr. Olympia ist zu kontrovers und würde den geringsten Benefit für die Stadtentwicklung abwerfen. IBA und/oder EXPO ist bei guten Ideen und entsprechender Umsetzung machbar. Naheliegendes Thema wäre eine Konzentration auf Wohnungsbau.

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    Ja, das denkmalgeschützte Schloss Bellevue wurde in den Jahren 2004-2005 instand gesetzt, damals jedoch nur teilweise. Aufgrund des knappen Zeitrahmens wurden nur die dringendsten Maßnahmen durchgeführt, wie der Einbau eines Fluchttreppenhauses oder die Anpassung repräsentativer Bereiche. Eine Modernisierung der Lüftungsanlage oder eine umfassendere Instandsetzung der Bausubstanz wurden dabei aus Zeitgründen ausgelassen.

    Jetzt scheint sich einiges hinsichtlich der Sanierung des Amtssitzes des Bundespräsidenten zu konkretisieren. Da habe ich gestern tief schlucken müssen:

    "Die Baumaßnahmen gliedern sich in vier Teilbereiche mit folgenden Bau- und Planungskosten: Sanierung Schloss Bellevue: 146 Mio. Euro Sanierung Verwaltungsgebäude: 120 Mio. Euro Neubau Hauptwache und liegenschaftsweite Technikzentrale: 173 Mio. Euro Außenanlagen und Infrastruktur (Sicherheitsanlagen, Wege, Geothermie, denkmalgeschützte Parkanlage, Baulogistik): 162 Mio. Euro Die Gesamtkosten für Bau und Planung belaufen sich auf 601 Millionen Euro. Gemäß den Richtlinien für die Durchführung von Bauaufgaben des Bundes (RBBau) wird zudem eine Risikoreserve von 188 Millionen Euro sowie eine Vorsorge für Baupreissteigerungen von 71 Millionen Euro ausgewiesen – ermittelt auf Basis eines systematischen Registers mit über 250 Einzelrisiken und aktueller Preisindizes."

    Eine Angabe zum Zeitrahmen fehlt vollständig. Der 2022 mal für 2029 angegebene Wiedereinzug steht wohl nicht mehr zur Debatte.

    Speziell die Kosten der Sanierung des Verwaltungsgebäudes sprengen jeden Rahmen. Der 1998 fertig gestellte Neubau hatte seinerzeit 45 Mio Euro gekostet.

    Die Stadt ist mit ihrer Politik in eine Sackgasse geraten, aus der sie nur schwer wieder herauskommt. Man möchte die Fertigstellung, aber unter Vermeidung aller damit zusammenhängenden Probleme. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

    Die ehrliche Lösung wäre gewesen, die Bauruine zu übernehmen und selbst fertigzustellen. Davor schreckt man aber zurück, weil das damit verbundene Risiko politisch nicht tragbar ist. Also verlagert man es auf einen Projektentwickler, der hierfür eine haftungsbeschränkte GmbH & Co. KG nutzt. Damit entstehen jedoch weitere Probleme;

    - Wenn man jetzt kauft, aber erst später bezahlen möchte, benötigt die KG eine Zwischenfinanzierung. Hierbei scheint es Probleme zu geben, denn sonst hätte der Finanzsenator nicht entsprechend tätig werden müssen. Tatsächlich wird mit einer solchen Zwischenfinanzierung das Risiko der Kostensteigerung wesentlich auf die finanzierende Bank abgewälzt. Die geschilderte Reaktion der NordLB ist insofern auch nicht überraschend. Es bleibt abzuwarten, ob man hier die Finanzierung zusammenbringt. Wenn es gelingen sollte, wird es bei dem hohen Risiko aber nicht billig. Die so entstehenden Finanzierungskosten müssten an die Käufer, einschließlich der Stadt, weitergegeben werden. Ob die bisher im Raum stehenden Zahlen vor diesem Hintergrund Bestand haben, wird man sehen müssen.

    - Bei allem, was in irgendeiner Weise mit spezifischen Anforderungen zu tun hat, besteht tendenziell eine Ausschreibungspflicht. Dabei ist unerheblich, ob es sich um die eigene Vergabe von Bauleistungen handelt oder um Anforderungen, die im Rahmen eines Kauf- oder Bauträgervertrages geregelt werden. Hier hat die Stadt offensichtlich den Versuch unternommen, mit einem internen Gefälligkeitsgutachten die Überlegenheit der Elbtower-Lösung gegenüber zwei alternativen Standorten nachzuweisen. Damit lässt sich eine Ausschreibungspflicht allerdings nicht beiseite schieben und zwar insbesondere unter der Prämisse, dass

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    im Sinne eines Pauschalfestpreisvertrags sämtliche zur vollständigen, mangelfreien, abnahmereifen, genehmigten, funktions- sowie betriebsbereiten und schlüsselfertigen baulichen Fertigstellung des Naturkundemuseums erforderlichen Planungs-, Bau-, Liefer- und sonstigen Leistungen durch die Verkäuferseite erbracht würden.

    Der NDR-Bericht zeigt daher wie unter dem Brennglas die Schwachstellen der geplanten Konstruktion auf. Und da sollte Kritik durchaus erlaubt sein. Wenn man darüber hinaus bedenkt, dass rein rechnerisch weit über die Hälfte der Museumsflächen für Magazin- bzw. Archivzwecke dienen werden, handelt es sich hier um ein echtes Schurkenstück. Im Übrigen sollte sich niemand wundern, dass die Stadt, wenn sie hier einmal einsteigt, auch bei weiteren Rettungsversuchen regelmäßig zur Kasse gebeten werden wird. Alles andere wäre politischer Selbstmord.

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    Allerdings kann ich den Vorwurf nicht nachvollziehen, wonach der Entwurf nicht in die Umgebung passen soll.

    Die Stauffenbergstraße ist eben gerade nicht durch Altbauten geprägt. Die genannte Nr, 41 (SPK) besteht nur zu einem Drittel aus einem Altbau, die Erweiterungsbauten links und rechts sind jüngeren Datums. Der einzige weitere Altbau in der Stauffenbergstraße ist der Eingang zum Bendlerblock/Gedenkstätte. Und an der Tiergartenstraße wäre das Gebäude zwischen dem Kunstgewerbemuseum und der Österreichischen Botschaft positioniert, beides Solitäre in ihrem eigenen Sinn.