Humboldt-Forum / Stadtschloss - Der Bauthread
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Ich habe ein neues Video über die meiner Meinung noch schönsten und bedeutesten Gebäude Rekonstruktionen in Berlin erstellt. Das Berliner Stadtschloss nimmt hier selbstverständlich einen bedeutenden Platz ein.
Danke auch an ArchitektenKind für die Mithilfe. 😀👍
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Habt ihr es bemerkt?
Die Figuren für die Kuppel sind am Schloss angekommen und werden bald aufgestellt. Hier die ersten Bilder davon
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^Davon wurde kürzlich in den Medien berichtet. Es handelt sich wie Dein Video-Thumbnail richtig ankündigt um alttestamentliche Propheten wie Jesaja.
Ich glaube, damit sollten die äußerlichen Rekos nun auch durch sein, oder?
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Meines Wissens nach wurden letztens noch die Balustradenfiguren über die vier Portaleingänge und an für beiden Ecken des Vorsprungs zum Lustgarten in Auftrag gegeben. Lustigerweise kommt keine Figur auf die -bei Blickrichtung aufs Hauptportal- rechte Ecke, weil dort historisch auch nie eine Statue Stand. Damit wird die Hauptfassade assymetrisch
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Richtig, es steht (außer den derzeitigen Arbeiten in der Durchfahrt von Portal V) noch die Aufstellung der Figuren über den vier Portalen I, II, IV und V aus. Dazu hat man sich erst letztes Jahr durchgerungen und die Statuen in Auftrag gegeben.
Die Portalfiguren waren lange ein Streitpunkt zwischen Schlossverein und der Stiftung Humboldt-Forum, weil angeblich einige der Figuren Hohenzollern nachempfunden waren bzw. diese verherrlichten.
Erst wollte die Stiftung lange die Figuren überhaupt nicht, letztendlich, als auch der "Skandal" und Streit um Spenden beigelegt wurde, haben sich die Stiftung und der Schlossverein gemeinsam dazu entschieden, dass die Portalfiguren kommen sollen, aber in barockem Gewand und teils in barocker Manier neu geschaffen/erfunden.
Das hat man tatsächlich schon so ähnlich im Schlüterhof gemacht, wo kaiserzeitliche Statuen von barocken Statuen ersetzt wurden. Dies ist da auch hervorragend gelungen. -
Die Skulpturen auf der Kuppel und den Portalen wirken jetzt schon als kunstvolle Steinmetzarbeiten. Sie werden erheblich zur historisch korrekten Dokumentation der rekonstruierten Schlossteile und damit zum Gesamtbild der Museumsinsel beitragen. Noch fehlen der weiter festgehaltene Schloßbrunnen und die Rossebändiger. Ich wünsche mir, dass die Berliner ihr eigenes Stadtbild nicht voll verklemmter Fixierungen oder ideologischer Vorbehalte zu Religion, König- und Kaiserzeit, DDR-Nostalgie, Retro- oder Modernismus-Fixierung mit blindmachender Brille ablehnen. Stattdessen hoffe ich, dass die Berliner die tolerante Größe haben, dieses wiedererstehende, prächtige Gesamtkunstwerk im Zentrum, so wie es ist und noch werden kann, als wieder sichtbares, harmonisches und ästhetisches Gesamtkunstwerk zu genießen.
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^... Bauaesthet-Babe, Du bist mal wieder mit Deiner Forderung im falschen thread gelandet. Für Deine Belange gibt es den Schloßumfeld-thread.
Daß "Attika-Figuren” neuaufgestellt werden ist sehr zu begrüßen. Es gibt eigentlich kein barockes Gebäude, das ohne diesen Schmuck konzipiert wurde. Dass es jetzt allerdings relativ freie Gestaltungen in barocker Anmutung ohne exakte historische Wiedergabe sein sollen, finde ich etwas befremdlich.
Wenn schon freie Wahl und wenn es nur darum geht eine historische Anmutung in Form von Figuren wiederherzustellen, dann würde ich aus dem Kanon Repräsentanten der Erdteile oder Wissenschaften/Natur/Humanismus schöpfen wollen um den Bezug zum Humboldt-Forum zu haben.
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^ Genau das ist es, was mich etwas verwundert. Die acht Propheten sind eben keine barocken „Attika-Figuren“. Im Spätklassizismus sind diese in der Masse und mit diesem Bildprogramm auch eher unüblich. Die Attika-Figuren über den barocken Nord- und Südportalen, sind für die Gesamtarchitektur viel wichtiger. Bis diese 2025 wieder aufgestellt werden sollen, gibt es für mich ein optisches Ungleichgewicht.
Klassizistische Ergänzungen, kommen üppiger und programmatisch absolutistischer daher, als der barocke Ursprungsbau.
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^... altweiser Camondo: meine Kommentare zum Gesamtkunstwerk gebe ich dementsprechend im Zusammenhang ab.
Die Museumsinsel war vor dem Krieg ein städtebaulich und künstlerisch zusammenhängendes Gesamtkunstwerk. Bauten, Anlagen und Kunstwerke waren aufeinander bezogen und stilvoll abgestimmt. Dann wurden Ruinen gesprengt, Kunstwerke, Skulpturen zerschlagen, eingeschmolzen oder provisorisch anderswo verteilt. Das Ensemble war zerstört.
Als das Projekt: „Berliner Schloß/Humboldt-Forum“ vom Bundestag beschlossen wurde, gab es kein städtebaulich abgestimmtes Projekt. „Gesamtensemble Museumsinsel“. In getrennter Zuständigkeit und gegenseitiger Ablehnung wurden realisiert: „Berliner Schloß/HF“ (Bund) und „Schloßplatz“ (Berlin). Dazu kamen eigenmächtige Bezirksfürsten.
Ich meine, es war ein Fehler unseres Forums, die isolierte Behandlung des Gesamtkunstwerks Schloss und Umfeld durch die Trennung in Threads zu verstärken. Auch dadurch fehlt das Verständnis für das Ganze. Aufeinander eng bezogene Elemente des Gesamtensembles bleiben auseinandergerissen. Das betrifft zum Beispiel:
- Den vor der Schloßfassade zu Portal II (u. jetzt auch zu d. Uffizien) gehörenden Schloßbrunnen, der vom Künstler Begas speziell dazu in Dimensionen, Barockstil, Funktion und Sichtachse Portal - Breite Straße gestaltet wurde.
- Die zu Portal IV gehörenden Rossebändiger, die entsprechend dem Löwenbändiger und der Amazone zum Alten Museum den Zugang zum Schloß flankieren. Auch der Bezug Rossebändiger zu Castor u. Pollux bleibt verloren.
Der Senat wird die Diasporaumgebung der Kunstwerke aufhübschen, statt diese mit dem Gebäude wiederzuvereinen. Kann es sein, dass Senat und manche Thread-Teilnehmer die Bedeutung und Ästhetik des Ensembles nicht sehen?
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Daß "Attika-Figuren” neuaufgestellt werden ist sehr zu begrüßen. ...
Also, im Schlüterhof hat man es so gehandhabt, dass man sich bei den in barocker Manier neuerschafften Statuen entweder auf alte Zeichnungen, Gemälde, Stiche etc. berief und/oder dass man sich einfach angesehen hat, wie bestimmte Götter, Allegorien und berühmte Persönlichkeiten denn an anderen Stellen dargestellt wurden. In der Antike und in der sich auf diese zurückbesinnende Renaissance, Barock und Klassizismus gab es Darstellungen von bestimmten Göttern/Allegorien/Persönlichkeiten, die sich in ganz Europa immer wiederholten, teils als perfekte Kopien, teils leicht abgewandelt. Nehmen wir mal den berühmten Antinous. In italienischen, französischen, deutschen etc. Schlössern und Parks findest du die selben oder sich stark ähnelnde Darstellungen von diesem immer wieder.
Wenn man also von einer Portalfigur weiß, sie stellte eine Allegorie des Handels dar, aber die Statue stammte aus der Kaiserzeit und trug die Gesichtszüge einer Hohenzollern-Prinzessin, dann schaut man sich an, wie denn die Allegorie des Handels im Barock in anderen preußischen Schlössern oder Gärten oder vielleicht auch in Italien (wo die Darstellungen oft ihren Ursprung hatten) dargestellt wurde, und erschafft die Allegorie des Handels darauf basierend neu.
Es ist also meiner Meinung nach legitim und macht Sinn, dass man so vorgeht. Wenn man denn wieder so vorgeht. Außer dass die neuen Figuren barock anmuten sollen, hat man sich bisher nicht viel detaillierter ausgedrückt.[mod]Zitat gekürzt. [/mod]
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Treverer
Solange wir nicht zufällig Originalfotographien von Göttern und Propheten bekommen ist das sicher der beste Weg! -
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…Vorausgesetzt die Statuen überstehen die kommenden 10 Tage ohne „Verzierungen“ oder einer orangenen Dusche. Ein oller Bauzaun hält jedenfalls niemanden davon ab, sein Missfallen gegenüber preußischen Symbolen zum Ausdruck zu bringen. Oder gibt es dort 24/7 Security?
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Inzwischen sind alle gut in Folien gewickelt, weshalb ich sie leider nicht mehr sehen konnte. ☹️
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maselzr ^^
Anders als als die pessimistischen Untergangsapologeten es herbeireden möchten, ist trotz der vergangenen Phantasien auch dem Schloss bisher wundersamerweise kein Unheil geschehen. Vielleicht sollten sich die Personen fragen, warum sie sich den Untergang herbeisehnen.
[mod]Überflüssiges Zitat gelöscht. [/mod]
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Ich habe mich ehrlich gesagt auch bei dem Gedanken erwischt, dass da hoffentlich nichts passiert. Aber ich gehe davon aus, dass es neben Bauzaun und Schutzfolien auch noch eine Sicherheitsfirma dafür gibt. Und natürlich wäre es sonst auch kein "Untergang", aber eben doch sehr ärgerlich nach der ganzen aufwändigen und teuren Arbeit.
Ansonsten bin ich immer wieder beeindruckt, wie groß die einzelnen Elemente im direkten Vergleich zu einem Menschen ausfallen. Das ist mir auch schon im und vor dem Schloss aufgefallen. Und hier muss ich zudem sagen, dass die Figuren über eine schöne Ausdruckskraft verfügen. Wobei man das aus der Ferne bzw. Höhe sicher nicht so eindrucksvoll vermittelt bekommt.
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Tomov ^^
Warum meine durchaus realistischen Sorgen jetzt irgendwelche „pessimistischen Untergangsfantasien“ sein sollen, bleibt wohl dein Geheimnis. Jeder, der in Berlin lebt, weiß ganz genau, dass frisch sanierte oder fertiggestellte Bauten gerne von Gentrifizierungs-Gegnern, Kapitalismus-Kritikern oder schlicht asozialen Vandalen beschmiert werden. Wie fies sich derartige Farbstoffe in den Sandstein fressen können, haben wir ja an der Beschmierung des Brandenburger Tors gesehen. Vor dem Hintergrund würde ich die Figuren einfach nicht so frei rumstehen lassen - erst recht nicht, da es in diesem Fall genügend politische Motive für potenziellen Vandalismus gibt.
Aber Rotes Rathaus schrieb ja bereits, dass die Figuren nun in Schutzfolie gewickelt wurden. Die Verantwortlichen hatten wohl die gleichen legitimen Bedenken.
Nachtrag: Nun scheinst du, Tomov, deinen Beitrag derart überarbeitet zu haben, dass meine Antwort keinen Bezug mehr zu deiner Aussage hat. Oder ich habe dich von Anfang an falsch verstanden - jedenfalls kann meine Reaktion dann auch eigentlich wieder weg.
[mod]Unnötiges Zitat gelöscht. [/mod]
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^ Ich habe Tomov nicht so verstanden, dass er Vandalismen ausgeschlossen hat, sondern dass öffentliche Spekulationen darüber Menschen auf diese Möglichkeit aufmerksam machen und auf dumme Gedanken bringen könnten. Wenn man Sorge hat, dass etwas geschehen kann, wäre es vielleicht sinnvoller, sich diskret an die Verantwortlichen zu wenden.
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Sich an „Verantwortliche“ zu wenden ist eine Aussage, die komplett an der Realität von Deutschland im Jahr 2024 vorbeigeht! Es ist leider so, das Werte, die geschaffen werden, nicht geachtet werden. In diesem Forum müsste eigentlich Konsens darüber herrschen, vom Menschen Geschaffenes zu respektieren!
Das ist gesellschaftliches Versagen auf der ganzen Linie.
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