Beiträge von Timmi

    Wo ist denn der Kompriss? Es sollte ein Kirchenschiff an den Turm gebaut werden. Das wird nicht passieren. Das Rechenzentrum sollte abgerissen werden, auch das wird nicht passieren. Da von einem Kompromiss zu sprechen, ist doch geradezu eine infame Lüge. Die Gegner der Garnisonkirche siegen auf breiter Front.

    Ach... und was wird auf dem Grundstück gerade gebaut - etwa nicht der größere Teil der ehem. Garnisonkirche?


    Wenn denn alles "passieren würde" was Sie sagen, wäre es im Umkehrschluss ein "Sieg der Befürworter der Garnisonkirche auf breiter Front" und erst recht kein Kompromiss. Die angeschlagene Kriegsrhetorik und die Bezichtigung der Lüge ist hingegen infam.


    Abgesehen davon empfinde ich die Entscheidung als eine reine Reflexreaktion auf die Garnisonkirche. Städtebau, Architektur und Nutzung spielen keine Rolle. Sobald etwas kontrovers ist und nach Nazis riecht, muss ein Demokratiezentrum an Ort und Stelle zur Teufelsaustreibung her. Gibt es hierfür nicht bessere und prominentere Orte als in einem verbauten Hinterhof, von DDR-Moderne und Preußen-Pracht mit Brandwänden umstellt? Ein Kompromiss dessen drei baulichen Akteure sich alle gegenseitig negieren - toll! Grundsätzliche Uneindeutigkeit, indem was man will, hat noch nie gute Architektur und guten Städtebau erzeugt.

    ^ Ich kann mich weiterhin mit dem Entwurf nicht anfreunden. Im Blockrand zwischen zwei Eckhäusern drei Kuben zu verschränken, dann eine Lochfassade drüber rastern und mit Parabeln aufzulockern - ist für mich falsch herum gedacht. Der auskragende Synagogenraum fassadenbündig mit zweigeschossiger Gliederung und vom Turmbau ein Geschoss weg - dann würden die Parabeln in der Fläche viel besser wirken und die Synagoge hätte viel großzügigere und elegantere Proportionen.


    So versucht man mit viel zu großer Geste den Block zu entkommen, mit Versprüngen Fassadengliederung zu betreiben, um im Hintergrund dann doch eine banale Dreigeschossigkeit zu zeigen.

    @DerBe Durch "Schönheit" kann man leider keine fehlgeleitete Stadtplanung legitimieren.


    Um bei dem genannten Beispiel zu bleiben...

    Ob das Parkhaus vom Tower One, oder gleich daneben vom Grand Tower - wer bei Wohnungsnot und exponentiell steigenden Grundstückspreisen, heute in Innenstadtlagen noch Parkhäuser baut, hat den Knall nicht gehört.

    Die Ecke ist nach Feierabend tot - auch dank der abweisenden Erdgeschosszonen der Parkhäuser. Mit der Erweiterung der U5, den HBF in unmittelbarer Nähe und dank der deutlich gestutzten Stellplatzsatzung, besteht kein plausibler Grund mehr so etwas zu genehmigen und zu bauen. Es ist ja nicht so, als wären nebenan bei der Messe nicht schon tausende Parkplätze vorhanden - in den 80ern hat man von P+R gesprochen.


    Dann bitte generell ein paar Geschosse Tiefgarage mehr und die Individualisten für die Mehrkosten deutlich zur Kasse bitten. Beim Hines-Turm wusste man von Anfang an, dass Tiefgarage und eigenes Parkhaus keine Optionen sind - was jetzt nicht als Rechtfertigung für eine Umplanung dienen kann.

    ^ Eden und Skyline Plaza machen sich sehr gut zusammen und wirken elegant. Die ABG-Bebauung hingegen sieht irgendwie leblos aus - im letzten Bild wie ein Staffagebau-Rendering, um die Nachbarn glänzen zu lassen. Für gute Proportionen bei der Horizontalgliederung ist es zwei Geschosse zu hoch - Staffelgeschoss und Erdgeschosszone sind zu plump. Ein Bremsklotz für das Eden.


    Drei sich in "weiß" abtreppende Staffelgeschosse mit großzügigerer Verglasung und ordentlich Fassadengrün vom Eden auf den resultierenden Terrassen on top, hätte den Bau etwas Leben und Dynamik eingehaucht.

    ^ Soweit volle Zustimmung, nur den Optimismus zur Höhenbegrenzung kann ich nicht teilen.


    Einerseits ist es für die Nachfrage irrelevant, ob 150m oder 130m bei gleicher BGF gebaut werden und anderseits hat sich RRG darauf festgelegt, den Fernsehturm als Höhendominante mit der Reduzierung auf 130m zu stärken. Einen Sinneswandel vom Sinneswandel nach der Wiederwahl von RRG, wird es wohl auch mit geänderter Resortverteilung nicht geben.

    ^ Von Fortführung der "Schlüterschen Idee" würde ich keinesfalls sprechen. Wenn dem so wäre, würde der Grund warum er in Ungnade gefallen ist - der freistehende Münzturm inkl. Schulterbauten, an der nordwestlichen Fassadenecke kleben. Eosander und Böhme haben das Schlütersche Fassadenschema und die Risalite kopiert, was aufgrund des solitärhaften Baukörpers als Selbstverständlichkeit angesehen werden kann.


    Beim schlüterschen Schloss hätten die Linden, sowie die Breite Straße ihre Fluchtpunkte in einer monomentalen Kolonnade gehabt, die sich zwischen quadratischen Schlüterschloss und Münzturm gespannt hätte.


    Die städtebauliche Undifferenziertheit hat man später mit der Kuppel und den wilhelminischen Abrissen und dem solitären Dom weiterbefördert. Man könnte also sagen, dass jegliche städtebauliche und räumliche Vision vom Schlossumfeld nach Schlüter mehr und mehr abhandengekommen ist.

    ^ Bezüglich der "Verfremdung", oder der gestalterischen Analogien, finde ich insbesondere das "Scape" hinsichtlich der Passage und der Fassaden sehr gelungen. Die vertikale Gliederung mit Lisenen, die Kubatur der Passage, die tropfenförmigen Pendelleuchten, die Farbigkeit, sowie die zahlreichen Brücken, verweisen ganz eindeutig auf den Vorgängerbau - die Friedrichstraßenpassage, ohne historisierend zu sein. Das können nur die wenigsten.


    Ich hoffe die hängende Begrünung der Brücken und die eigens entworfenen Pendelleuchten in der Passage, werden auch so wie in den Visualisierungen realisiert.

    ^ Ich würde mal vermuten, dass die Staffelgeschosse nicht explizit durch Bezugnahme der Traufhöhe entstanden sind, sondern sich aus der errechneten Tiefe den beiden notwendigen Abstandsflächen von Neubau und Plattenbau ergeben.


    Wahrscheinlich wurden Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl und Abstandsflächen bis zum letzten ausgelutscht, sodass zu den Edelplatten noch ein rausgeschobener zweigeschossiger Sockel drin war. Der macht aus meiner Sicht als Baukörperdifferenzierung überhaupt keinen Sinn.

    Gerade im letzten Bild sieht man sehr schön wie das warme beige der Ziegel mit dem Gelbsandstein der gründerzeitlichen Nachbarn (auch mit dem Tacheles-Gebäude) harmoniert. Ich find´s gut!

    und schon wieder ist eine Grundsatzdebatte entbrannt...

    [...] Ich weiß nicht, ob die Farbteilung bei dieser an sich schon recht schmalen Fassade nötig war, oder ob man lieber die Einheit des Ganzen hätte betonen sollen. Das Regenrohr als Teiler wirkt etwas seltsam. Geschmackssache. [...]

    Ich sehe es genau andersherum. Das nördliche und einzig verbliebene "Achteckenhaus" hat vier Fensterachsen zur Friedrich-Ebert-Straße. Von daher finde ich die farbliche Unterteilung in drei und fünf Fensterachsen richtig, um Propotion und Einheitlichkeit der "Acht Ecken" zu wahren. Eine Unterteilung in zwei mal vier Fensterachsen, wäre dann für die südliche Hälfte der Fassadenreplik ohne Mittelachse nicht passend gewesen.


    Das gegenüberliegende Echhaus, hatte ebenfalls vier Fensterachsen mit einer weniger rustizierenden Fassadengestaltung. Die heutige Friedrich-Ebert-Straße ist deutlich breiter als das historische Straßenprofil - von daher ist es umso wichtiger in dieser Straße die Ecksituation zu betonen und die Fasaden nicht zu tief in die Straße reinzuziehen.

    ^ Im ersten Bild indem die beiden oberen Geschosse zurückgestaffelt sind und die Gebäudeecke aus der Gebäudeflucht vorspringt, gefällt mir das Gebäude eigentlich ganz gut. Auch die beiden zusammengefassten unteren Geschosse tragen dazu bei, dass das aus meiner Sicht um 2 Geschosse zu hohe Gebäude, nicht noch weiter vertikal gestreckt wird. Man hatte also die Wahl mit der Gliederung das Gebäude noch höher, oder noch länger wirken zu lassen - beides ist aus meiner Sicht bei dieser Kubatur schon grenzwertig. Von daher finde ich die Unentschlossenheit schon richtig.


    Eine partielle Abstaffelung zum Mahnmal (wie auf der Rückseite) und eine Teilung des Riegels in 2 Blöcke (oder auch nur eine Unterteilung mit Rücksprung oder Fuge) mit ggf. einer Umkehrung der beiden Natursteinarten, hätten dem Gebäude die Monotonie und Monumentalität genommen. Bei den ohnehin mehrfach separat erschlossenen Nutzungseinheiten wäre eine vertikale und horizontale Unterteilung des Bauvolumens problemlos möglich gewesen.

    ^ Wenn ich mir die Ergebnisse so anschaue, kommt es mir so vor, als ob einzig die stadtraum-sprengende Breite, die Spannbetonkonstruktion und gentrennte Supren für die vier Verkehrsteilnehmer als Wettbewerbsgrundlage gesetzt waren.


    In der Projektphase 1 waren einst von 2 PKW-Fahrspruren und ein 4m breiter Gehweg vorgesehen und in der Projektphase 2, eine PKW-Fahrsprur mit gleicher Gehwegbreite.


    Bis auf den 3.Preis (mit 3! PKW-Spuren Projektphase 1), schlagen alle Teilnehmer einen 8-10m breiten "Gehweg" vor, der mit Sitzstufen etc. eindeutig einen Platzcharacter mit Aufenthaltsqualitäten suggerieren soll. Die Touris und Flaneure wird es in Scharen von den viel zu schmalen Gehwegen der Schloss- oder Rathausbrücke, hin zur "Stadtautobahn" ziehen, um hier auf den lauschigen Sitzbänken zu verweilen.


    Bei so einer willkürliche Nutzungsaufteilung und fehlgeleiteter Stadtplanung, fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. Offensichtlich hätte man ohne Not auf 10m Breite des Betondeckels verzichten können - wenn man jeweils das Minimum der Fahrbahnenbreiten pro Verkehrsteilnehmer aus allen Entwürfen addieren würde. Was für ein absurder Wettbewerb...

    ^ Sorry. Du hast natürlich recht - ob der B-Plan rechtskräftig ist, darauf hab ich nicht geschaut und die Erhaltungssatzung ist mir auch entgangen.


    Mit diesen beiden Hebeln, kann man Investoren auch schon ein paar Jahre schmoren lassen. Es bleibt dennoch spannend, an welcher Bebauung man sich nun städtebaulich orientiert. Ich denke dies wäre ein Vorzeichen, wie man mit den Plattenbauten langfristig umgehen wird.

    Danke für die Info! Unter Denkmalschutz stehen die Platten nicht und eine Veränderungssperre wie rund um die Leipziger, liegt meines Wissens hier auch nicht vor.


    7 Jahre Bearbeitungszeit ist schon seltsam. Ich hoffe die Zeit wurde dafür genutzt, um die Baugrenze vom Bebauungsplan I-202a in die Straßenflucht der Nicht-Plattenbauen zu schieben. Aber wenn es sich nur um den Bauteil Ecke Hannah-Arendt-Straße handelt, macht eine Änderung, oder Abweichung vom B-Plan auch wenig Sinn. Komisch ist auch, dass es zwei Bauanträge bzw. zwei Aktenzeichen unter Hausnummer 2 gibt - vieleicht werden Bauvoranfragen und Abbruchgenehmigungen mit in der Liste geführt, oder man hat sich vorsorglich 2 Entwürfe genehmigen lassen.

    @Architektur-Fan

    Alle genannten Städte haben nicht EIN "Gravitationszentrum" sondern mehrere. Der Invalidendom steht in der Nähe des Eifelturms, Tower und Tower Bridge im Schatten der Hochhäuser der "City" und Frankfurts Altstadt, HFB, alte Oper sind umringt von Höhendominanten.


    Um in Berlin zu bleiben - wenn man Arty Decos Argumentation umdreht, wäre der Fernsehturm schon vor der Errichtung des HF der städtebauliche Mittelpunkt des Stadtzentrums gewesen. Das war er auch damals schon nicht, sondern der PdR mit Staatsrat und Außenministerium als Herzstück der Staatsachse. Selbst der Alexanderplatz repräsentierte den sozialistischen Staat in Form von Gebäuden der Wirtschaftsrepräsentanz und des Konsums, die gemeinsam einen zentralen Platz bildeten. Der Fernsehturm liegt im Rücken einer Hochbahntrasse, in der 3. Reihe vom Alex, inmitten einer Grünanlage von Wohnungsbau umgeben. Er spielt in der DDR-Staatsachse eine wichtige Rolle als Höhendominante und "Anker" zweier Achsen, er ist aber nicht raumbildend für die Staatsachse und funktional unbedeutend.

    Wenn aber, offensichtlich, das höchste Bauwerk Deutschlands in direkter Nachbarschaft steht, kann das alte Gravitationszentrum mit dem Schloss städtebaulich nie wiederhergestellt werden. Grundsätzlich nicht.

    Nach Deiner Logik wären Hochhausstädte wie London, Warschau, Paris, Moskau und Frankfurt städtebaulich total im Arsch, weil ihre historischen Zentren von Hochhäusern dominiert werden.


    Ich weiß ja nicht in welchen Sphären Du dich durch die Stadt bewegst, ich mache dies vorwiegend aus der Fußgängerperspektive. Verlinke doch mal Bilder, auf welchen Orten der Spreeinsel der Fernsehturm seine Dominanz ausübt. Auf dem Schlossplatz beispielsweise hat der Fernsehturm fast die selbe "Gravitation" wie ein Schupmann-Kandelaber oder ein Fahnenmast.


    Historisch liegt Du da ebenfalls falsch, da der Fernsehturm Mitte der 60er eigentlich nur ein Substitutionsbauwerk für das nie realisierte Regierungshochhaus auf dem Schlossplatz oder MEF war. Die DDR-Staatsachse wurde Anfang der 50er städtebaulich um diese Höhendominante und diesem Ort entwickelt.

    ^ Räumlich dominiert der Fernsehturm weder Lustgarten, Schlossplatz, Schinkelplatz, UDL, oder die Schlossfreiheit. Er dominiert noch nichtmals das MEF, oder den Alexanderplatz. Er hat ca. 20m im Durchmesser, trägt zu keiner Platz- oder Raumbildung bei (allenfalls der Sockel) und steht als Skulptur inmitten der ehem. DDR-Staatsachse. Er wird aus der Ferne als Höhendominante wahrgenommen - und wo ist dabei das Problem?


    Man muss sich schon im Lustgarten mitten auf die Straße stellen und die Karl-Liebknecht-Straße hochschauen, damit man sich daran stören kann.


    Arty Deco hat wieder nach akribischer Suche ein Haar in der Suppe entdeckt - meinen Glückwunsch!

    Aber ein Filetgrundstück der Stadt hat man für das Mahnmal nun auch nicht gerade geopfert [,,,]

    Man hätte es auch Unter den Linden Ecke Friedrichstraße (ehem. Interhotel) platzieren können, oder auf der Spreeinsel. Sorry, aber ein solches Mahnmal mitten in der turbulenten Innenstadt und ohne Bezug wirkt einfach nur grotesk. Gedenkstätten brauchen keine 1A Lage - das haben alle anderen Berliner Gedenkstätten auch nicht - sie brauchen einen Ort mit inhaltlichem Kontext, an dem man sich auf das Geschehene besinnen kann. Es geht hier nicht um eine schöne Stadtmöblierung mit Erinnerungswert.

    Ich verstehe auch nicht, was an der Lage schlecht sein soll, hier hat einst der Berliner Hochadel und dann die Politikprominenz des Landes residiert mit innerstädtischen Gärten mit Blick auf den Tiergarten.


    Das Gelände zwischen Voß- und Behrenstraße wirkt auf mich städtebaulich genau so deplatziert wie der Moabiter Werder. [...]

    Das sagt noch lange nichts darüber aus, ob es der richtige Ort für das Denkmal der ermordeten Juden Europas ist. Nur weil die später entstandene Randbebauung mies wurde, oder die Plattenbautristesse hier noch überdauert hat, ist der Standort nicht automatisch schlecht.

    ^Damit habe ich auch kein Problem. Deutschland pflegt seit eh und jeh seine Empörungskultur. [...]

    Zu diesen Kulturschaffenden gehören auch diejenigen die bewusst Empörung evozieren - auch bei der Nicht-Boomer-Generation ohne Herzinsuffizienz.


    Es gibt mindestens 20 gute Gründe warum sich das Denkmal an genau jenem Ort befindet - ohne das Berlin ein Hotspot "der Täter" sein müsste. Diese Grundsatzdebatten hatten wir schon zig-fach. Denkmal und Ort zu marginalisieren, nur weil Berlin "so liberal" war und der brauner Terror von außen eingeschleppt wurde, ist Nonsens.


    Ich will hier kein neues Thema aufmachen, [...] aber Berlin war sicherlich erst spät der Dreh- und Angelpunkt der "Judenverschwörung".

    Machst Du aber. Die angebliche "Weltverschwörung" wurde gerade in liberalen, linken und kommunistisch geprägten Städten verortet. Ursache und Wirkung müssen in Berlin nicht zusammenfallen.