Beiträge von Timmi

    Hmm…

    Erinnert mich etwas an ein „Tannengrün“ womit in den 70ern einige Fassaden verunstaltet wurden. Die Farbton ist aber sehr schön und wahrscheinlich auch im gründerzeitlichen Spektrum vorhanden.


    Was mich etwas irritiert sind, dass die Rücklagen bzw. Bossierung auch im Matschgrün gestrichen wurde. Gerade im EG über den Fenstersims hat man den Sockel der Eckbossierung wieder in Sandstein gehalten.


    Das sieht für mich etwas willkürlich aus, wenn man einzelne Steine der Bossierung hervorhebt. Das ist im vorherigen „beige“ nicht so hervorgestochen.

    Der Kollhoff-Plan von 1993 sah ein weiteres Hochhaus am Standort des aktuellen Motel One an der Grunerstraße vor. Von daher hätte sich, wie es Humphey schon erwähnt hat, ein Hochhauscluster mit dem Fernsehturm als „Krone“ in die Sichtachse der Karl-Marx-Allee geschoben.


    Weitere Hochhäuser in der Sichtachse sind mittelfristig eher unwahrscheinlich, da die Parzellen bereits bebaut wurden, oder unattraktiv hierfür sind.

    Der weitere Austausch über die Fassade des Studentenwohnheims kann gerne in der Lounge im Thread Hafencity -Allgemeines geführt werden.[


    Dekoratives Anführungszeichen

    Nur, weil der Bauherr der Bauherr ist, bedeutet das nicht, dass er gestalterisch machen darf, was er will! Natürlich ist es Betrug an der Gesellschaft und an den Bürgern, zuerst ein irreführendes Rendering zu veröffentlichen und danach ganz anders zu bauen. […] Natürlich ist ein irreführendes Rendering ein Beschiss am Bürger. Das wäre so, wie wenn du auf eBay einen Fiat verkaufst und auf dem Foto optisch einen Ferrari daraus machst. Das wäre genauso Beschiss. […]

    Ich gebe dir ja recht, dass die Materialität auf den alten Renderings besser aussah. Der Bauherr schuldet nur das, was der Gestaltungsbeirat, Gestaltungssatzung, Bebauungsplan etc. fordert. Ob das dem juristischen Tatbestand des Betruges entspricht, kann ich nicht beurteilen.


    Eine Privatperson plant etwas und die Behörde als Vertreter der „Gesellschaft“ genehmig dieses. Ob die Farbe von Fliesen genehmigungsrelevant ist, wage ich zu bezweifeln. Ansonsten benötigt die Gesellschaft Volksabstimmungen bei jedem Einfamilienhaus. Dann darf dein Nachbar mitbestimmen, ob die Fassade Putz oder Klinker wird und du für Klinker noch einen Kredit aufnehmen musst - ganz überspitzt gesagt.

    Bissl schräger Vergleich…
    Ob Fiat oder Ferrari, bestimmen Käufer, Verkäufer und Zulassungsstelle - nicht der Passant, Nachbar, oder ein interessierter Automobilliebhaber.

    So ist es leider…

    Ich sehe das aktuelle Hauptproblem in dem aus meiner Sicht unsäglichen beige-grau gestreiften Betonpflaster Steubenplatz-Lustgarten und der vom Pflasterbelag abgesenkten asphaltierten Fahrbahn, die als schwarze Schlange durch die diagonalen monotonen Pflasterstreifen getrieben wurde. Dazu noch neue Peitschenleuchten 70er-Jahre 2.0 und die bauliche Schneise ist perfekt.


    Das ist einfach schlechte Außenanlagenplanung. Auf Luftbildern sieht man das Elend noch besser. Das Hotel Mercur ist für DDR Verhältnisse doch noch recht gute Architektur, auch wenn sie nun mit den späteren Rekonstruktionen fehl am Platz wirkt. Die Situation sieht auch dort bescheiden aus, wo man das Mercur nicht sieht.


    Mein Vorschlag, ein Belag für Fahrbahn und Platzfläche (Granitpflaster z.B.) und 30km/h Zone von der Langen Brücke bis zum Ende des Marstalls.

    ^ Es sieht eher so aus, dass Klinker eingespart und sich für Kacheln entschieden wurde. Das ist schade.


    Aber leider normal bei den aktuellen Baukosten. Ich verstehe nicht warum immer von „Renderbeschiss“ die Rede ist.

    Der Bauherr beauftragt Renderings in Art, Ausführung und Planungsstadium wie er will. Natürlich sind diese idealisiert und nachgearbeitet. Lieschen Müller macht mit ihren Selfies in Social Media nichts anderes… Das bringt der künstlich generierte Hyperrealismus halt mit sich.


    So schlimm finde ich das Ergebnis jetzt nicht. Die gefaltete Fassade bringt Abwechslung und ist schon an sich aufwändiger. Die Farbe ist vielleicht etwas trist. Ich finde den hohen Sockel noch nicht so überzeugend von Proportion und Gestaltung.

    Schlüterstraße 44 sagt mir nicht zu. Die auskragenden Kuben und bunten Fenster waren in den 2000ern der Renner. Ein wenig aus der Zeit gefallen und verbastelt. Aber die Qualität scheint zu stimmen.


    Bleibtreustraße 48a ist wie Baukunst schon sagt, auch etwas Retro, aber gut gemacht, ohne Schnickschnack und zeitgenössisches Retro, als allgemein angesagter Rückgriff auf 60/70er-Jahre Stilmerkmale mit heutigen Standarts und Details.

    Ob Analogien zur 60er Jahre- oder DDR Architektur, so oder so ist es eine deutliche Verbesserung zum sozialistischen Erbe. Es gibt mehr Urbanität und die Neubauten fügen sich gut ein. Das ist deutlich mehr, als es auf dem ersten Blick erscheint.

    In Warschau mögen zwar die einzelnen Gebäude interessanter sein, aber städtebaulich und räumlich, für mich wenig überzeugend.

    Es geht ja nicht darum, dass es bereits HH neben der Gedächtniskirche gibt, oder das keine weitere entstehen können, sondern wie sie sich in das bestehende Cluster und die Sichtachsen einfügen.


    Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Es ging mir nur darum, dass hier auch von 200m+ ohne Gesamtkonzept gesprochen wird und unpassende Vergleiche gezogen werden. Das finde ich nur isoliert für das Karstadt-Areal betrachtet zu viel.

    Naja, den Alex würde ich jetzt nicht mit dem Breitscheidplatz vergleichen.

    Einerseits spielt hier der Blockrand eine wichtige Rolle und anderseits sollten Hochhäuser nicht die Fernwirkung der Gedächtniskirche beeinträchtigen. Diese ist Höhendominante der sternfömig auf sie zulaufenden Straßen.

    ^ wie schrecklich ist dann Paris im Vergleich zu Potsdam in der Tristesse aus einem großen Einheitsbrei aus beige-beigebraunen Fassaden und grauen Blechdächern. Wirklich alles ganz schrecklich in Potsdam. ;) Hätte man alles im rosa des Stadtschlosses, oder mintgrün des Klingerschen Hauses streichen sollen.


    Ich verstehe auch das Gemotze überhaupt nicht.

    Die neue Rekro sieht von weitem aus wie Gelbsandstein, passend zur Nikolaikirche gegenüber. Mal schreien alle nach Einheitlichkeit, gerade bei barocken Planstädten wie Potsdam und dann ist‘s auch wieder nicht gut. Ich finde das Ergebnis bislang gelungen.

    Danke DickesB für die Fotos.

    Dekoratives Anführungszeichen

    […] Eine vernünftige Umsetzung des Entwurfs hätte nicht mehr Kosten verursacht. […]

    Fast alle deine Aufzählen hätten mehr Geld gekostet.


    Innenliegende Regenfallrohre kann man machen. Die benötigen aber dann eine extra Dämmung und ggf. Begleitheizung um Kondensat zu vermeiden und man sollte bei Schäden irgendwie ran kommen können.


    Rücklagen für Putzspiegel und Gesimse Kosten auch zusätzlich. Am Ende entscheidet der Bauherr was eingespart wird und welche Farbe die Bauteile erhalten.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Der Mangel liegt nicht so sehr im Entwurf, sondern in der sehr schlechten Ausführungsplanung und der Ausführug selbst. […]

    Dekoratives Anführungszeichen

    […] Ich empfinde weiße Fenster nicht als Qualitätsmangel. […]

    Ihr könnt gern der Auffassung sein, dass die Gestaltung, oder die Farb- und Materialwahl des Gebäudes schlecht ist, aber was hat eine Farbauswahl mit einem „Qualitätsmangel“ zu tun und eine abweichende Gestaltung mit einer schlechten Planung, oder Ausführung?

    Ihr suggeriert hier handwerkliche, oder planerische Mängel, obwohl es offenbar nur um Gestaltung und Geschmacksfragen geht.

    Dekoratives Anführungszeichen

    […] Wer am Dresdner Neumarkt oder am Domrömer-Projekt in Frankfurt war, wird feststellen: es fehlt an der Zeitschicht 50-er bis zumindest 80er. […]

    Das ist ja interessant zu hören.

    Fast die gesamte Randbebauung des Römers und des DomRömer-Projekts ist 50er und 80er Jahre und wird von Rekonstruktionsbeführwortern auch gern in Frage gestellt.

    Sorry, ich schweife von Thema ab.

    Ich bin aber mal gespannt, wie in Potsdam die Debatte nach der Fertigstellung des Quartiers weiter geht.

    ^ Mein Kommentar war als ironische Schlussfolgerung auf Ziegels und einigen vorigen Beiträgen gemeint.


    Ich habe hier vor einigen Jahren die JSG nach der Eröffnung auch deutlich kritisiert (Diskrepanz von Innen und Außen, den Hof, Aufzug etc.). Ich finde aber auch die lange Diskussion und der entstandene Kompromiss zwischen „modern“ und „historisierend“, sowie „eigenständiges Haus“ und „Nebengebäude“, hat sich sehr gelohnt und auch, dass das Ensemble die Nutzung benötigt und bereichert, als zentrale visuell wahrnehmbare Anlaufstelle, der fünf Häuser.


    Überspitzt gesagt, ist es ähnlich wie mit dem Louvre und der Pei-Pyramide.


    Ich habe den Eindruck, dass von manchen hier die Entwicklung, der Kontext und die komplexe Aufgabenstellung ausgeblendet wird und die Kritik hier jedes Jahr aufs Neue wieder grundsätzlich wird (siehe umliegende Gebäude).


    PS: Wenn man sich die historischen Entwürfe für die Museumsinsel anschaut, so ist hier auch genügend „Schrott“ dabei (siehe Ziegels Bauwelt-Link).

    ^ Dann ist offensichtlich kein internationaler Stararchitekt in der Lage gewesen die Bauaufgabe angemessen zu lösen, oder die Geschmäcker der Kritiker zu treffen. Offensichtlich hat auch eine zwanzigjährige Diskussions- und Überarbeitungsphasen, nicht zu Verbesserungen beigetragen. Schade!

    Man hat es sich auch wieder sehr leicht gemacht…