Beiträge von Rotes Rathaus

    Schön, dass sich etwas tut und diese zentrale Lage weiter verdichtet und urbanisiert wird. In diesem aufstrebenden Viertel liegt weiterhin so viel Potential. Da könnte von allen wesentlichen Funktionen noch einiges hin, wenn man an die Großhallen von Metro und Hornbach denkt.


    Architektonisch finde ich den Entwurf etwas steril und eher wenig charmant. Das spiegelnde Glas wirkt, wie aus den 90er Jahren. Nicht schlecht aber eben mittelmäßige Stangenware.


    Und dennoch freut es mich sehr dass etwas passiert und in Berlin wieder größere private Projekte vom Stapel gehen.

    Wenn man alle Entwürfe zwischen Alexanderplatz und Ostbahnhof bauen würde, hätte man dieses Gebiet urbanisiert und die Nutzung konsequent verdichtet. Die Abwechslung würde gut tun. Natürlich bleibt es auf immer ein Sammelsurium. Hier wäre vieles möglich, nötig und sinnvoll.

    Der Bau erinnert ja deutlich an eine schöne deutsche, humanistisch-aufklärerische Tradition. Er zitiert die Ringparabel aus dem Nathan von Lessing und versucht zur Freundschaft unter den drei abrahamitischen Religionen beizutragen.


    Das ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie ewig jung (um Heine zu zitieren). Goethe hat auch viel gutes zu dem Thema beigetragen.


    Es kann wohl kaum bestritten werden, dass es leider sehr große Widerstände gegen so eine Haltung gibt. Der aufgeklärte Protestantismus begünstigt die Haltung und bei Juden, die grundsätzlich nicht missionieren, ist die Bereitschaft sowieso gegeben. Es gibt in Deutschland sicher ein paar Millionen Muslime, die so etwas auch positiv sehen. Wer aber Gottesstaaten möchte, der wird nicht mitmachen. Es bleibt eine Herkulesaufgabe.

    Solche unstrukturierten Wutreden bringen wenig bis nichts.


    Ja - sehr vieles geht zermürbend langsam in unsere Stadt. Die Politik ist hierfür stark mitverantwortlich. Die Berliner Verwaltung mit Senat und Bezirken ist leider Insuffizient und gehört reformiert.


    Aber zum Thema: Hochhäuser am Alexanderplatz mit enormer Nutzfläche und eine Art Wiedergewinnung der stark zerstörten Altstadt um das alte Kloster - das ist nach wie vor ein gutes Konzept. Mäckler ist der richtige Architekt für Letzteres. Über die schleppende Umsetzung müssen wir nicht streiten.

    Ich kann die Tätigkeit von Frau Kahlfeld im Falle der Bauakademie nicht bewerten. Es ist klar, dass es sich um hochkomplexes Terrain handelt. Viele Akteure mischen hier mit. Auch Frau Roth und Herr Wegner, vielleicht sogar Herr Scholz werden hier eine Vorliebe haben. Während manche eine Rekonstruktion der Fassade wünschen, wollen andere genau dieses verhindern.


    Jetzt taugt die Bauakademie viel weniger zum Politikum als das Schloss. Ich denke, dass Verhinderer dieses positiv bewerteten, damals hoch innovativen Hochschulbaus kaum mit Anerkennung rechnen können. Vielleicht reißt Frau Kahlfeld den Karren ja noch aus dem Dreck, indem sie einen Kompromiss mit möglichst viel Schinkel vom Stapel lässt. Dafür wäre es sicher sehr nützlich, wenn sie vorher nicht so viel Porzellan zerschlagen hätte.

    Na bitte; Mäckler ist sicher die beste Wahl! Eine gewisse Qualität und Feinfühligkeit für die historische Mitte dürfte damit zu erwarten sein.


    Wenn Frau Kahlfeld (der Name ist einfach genial postmodern für den Job) die Stadt in dieser Form voran bringt mit Ruhe, Konsequenz und Pragmatismus, dann kann sie in Berlin noch einiges zum Besseren biegen. Auch sie ist natürlich nicht allmächtig.

    Der Entwurf soll die Baunormen erfüllen und Barrierefreiheit garantieren. Nicht mehr und nicht weniger. Und so sieht er auch aus.


    Es ist doch offensichtlich Augenwischerei - man könnte auch sagen eine böswillige Lüge - dass mit einer rekonstruierten Fassade keine Barrierefreiheit möglich wäre. Mit einem geringfügigen Eingriff ins äußere Erscheinungsbild wäre ein barrierefreier Zugang möglich und das Innere kann ja zunächst frei gestaltet werden.


    Potsdam lässt grüßen und natürlich das gegenüber liegende Humboldtforum. Für wie doof will man den deutschen Michel denn verkaufen?


    Auch solche Volten tragen im Grunde zu einer Verhärtung und Spaltung bei. Es ähnelt der Behauptung, dass Spender für Rekos reaktionäre Rechte seien. Und diese Geisteshaltung scheint in der ominösen Stiftung vorzuherrschen.

    Ja; allerdings beweist so eine Initiative auch, wie bedeutsam der Bau für Berlin und die Bundesrepublik ist. Er ist umstritten und ikonisch. Jeder muss sich irgendwie an dem Bau abarbeiten. Die moralisierende Aufgeregtheit gehört in unserem Land obligatorisch dazu.

    Aus allen Nähten geplatzt ist Berlin 1924 aber nicht 2024. Aber n kleenet bisschen eng ham wat schon zwischen Spree und Havel, würd ick sajen.


    Ich schließe mich der Meinung an, dass ein Baukollegium hier eher auf gute Architektur des Turmes dringen sollte als darauf diesen um 15m zu stutzen.

    Nun ja, hier baut man so etwas; sicherlich unglaublich ressourcenschonend und bautechnisch innovativ - quasi ein CO2 fressender Neubau.


    Dann kann man sich finde ich schon eine klitzekleine Bauakademie mit originalgetreuer Schinkelfassade leisten, die als Gästehaus und Austellungshalle des Auswärtigen Amtes genutzt wird.


    Dann kann man ja regelmäßig evaluieren, welches Gebäude sich größerer Beliebtheit erfreut; getrennt nach Touris, Berlinern, Architekten und Politikern.


    Ich finde der Entwurf für die komische Oper erinnert sehr an die Deutsche Oper in der Bismarckstraße - also auch Retro und nicht zwingend euphorisierend.

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    Ich verstehe nicht genau was Du meinst.


    Der Vorschlag macht mich etwas traurig. Warum kann man so ein Fassädchen in Berlin nicht einfach rekonstruieren und dahinter ein modernes Inneres in der gerasterten Struktur entstehen lassen? Eine geeignete Nutzung dürfte wirklich kein Problem sein, da gibt es viele Möglichkeiten.


    Warum ist das alles so kompliziert und ideologisch? Moderne Bauten werden doch in Massen gebaut und prägen unsere Umgebung. Jedes Jahrhundert überformt die Welt immer stärker. Trotzdem können ein paar hochwertige und punktuelle Rekonstruktionen keine breite Zustimmung finden, insbesondere bei Architekten - schade.


    Drei Seiten und eine verhunzte sind aber besser als nichts.

    Ich glaube schon, dass die Haltung gerade sehr viel investitionsfreundlicher als unter den vorangegangenen Senaten und Koalitionen. Zu befürchten ist, dass es sich nur um ein Intermezzo handelt. Zwischen 2012 und 2022 hätte deutlich mehr investiert werden können, wenn es zugelassen worden wäre.

    ^ Interessant - die Lindner Blockade läuft also ins Leere. Sicher ist es langfristig klüger hier zu bauen als massiv Flächen anzumieten. Ich freue mich, dass der Bund weiter in großem Stil in Berlin investiert. Seinen Bedarf an Büroflächen deckt und auch einige Wohnungen baut.


    Die Architektur wirkt aber schon sehr monoton.

    Zu Camondo:


    Ich finde für Berlin eine Orientierung an der Industriearchitektur um 1920 und an der klassischen Moderne grundsätzlich gut geeignet, um einen regionalen Charakter zu stärken. Besonders Gewerbebauten mit Backsteinfassaden aber auch Naturstein, wie man beides bei Behrends findet (siehe Alexanderplatzbauten, AEG-Bauten) wären für mich ein Vorbild auch für Hochhäuser in Berlin. Gutes Beispiel ist das Haus hohe neun gleich nebenan.


    Natürlich wäre ich nicht für eine zwingende Vorgabe, die andere Fassaden ausschließen würde.

    ^ Danke; der Link zu Entwicklungsstadt Berlin ist sehr interessant. Die Projekte des Bundes werden zusammengefasst.


    Hier wird deutlicher, als ich es bisher gelesen habe über das anachronistische Bonn-Berlin-Gesetz berichtet. Es wird in Wahrheit ignoriert. Nur noch 25% aller Beamten seien in Bonn; das Gesetz fordert mehr als 50%.


    Es sei nur eine Frage der Zeit bis das Gesetz falle - hoffentlich. Lindner ist mit dem Moratorium für die Erweiterung des BMF wohl die größte Bremse für den sinnvollen Komplettumzug nach Berlin.

    Bezieht sich auf einen ins Off verschobenen Beitrag


    ^ mit Verlaub - sicher ist Kritik angebracht - aber diese Aussage ist Quatsch.


    Mit dem UNESCO-Welterbe Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg, zu der die Pfaueninsel, das Schloss Charlottenburg und weitere in Berlin gehören haben wir umfangreiche Gartenanlagen auf absolutem Top Niveau.


    Weitere Parks und Plätze aber auch Wälder, Auen und Seen gehören mit ihrer gelungenen Komposition und ihren teils enormen Bäumen, darunter viele anerkannte Naturdenkmäler, auch in die Spitzenklasse. Mit Aufzählungen möchte ich gar nicht erst anfangen.


    Das problematische ist hauptsächlich die Tendenz zur rücksichtslosen Nutzung mit Vermüllung, Vandalismus und nicht zuletzt inadäquater Hundehaltung, die den wunderbaren Anlagen - neben der Trockenheit der letzten Jahre - zusetzt.


    Zum Döberitzer Grünzug kann ich nur sagen, dass das gelungen aussieht: Das Thema Bahnflächen wird zitiert, die Orientierung am Gleisdreieckareal und Nordbahnhof ist vielversprechend, das Ganze wirkt haltbar und ist ökologisch fortschrittlich. Ich freue mich, es mir bald mal anzuschauen!

    Das Design ist ausgehend von der bisherigen Architektur des Estrels auf jeden Fall eine Verbesserung von mindestens 200%.


    Ich fände für Berlin aber steinerne Türme - am besten aus Backstein - besonders geeignet. In der Nachbarschaft gibt es dafür ein Beispiel.


    Ich hoffe sehr auf einen reibungslosen Verlauf dieses Projekts. Eins der wenigen Beispiele von privater Hand in dieser Größenordnung in Berlin, die in dieser Zeit wirklich gut laufen.