Beiträge von Rotes Rathaus

    Ja, das Hochhaus erinnert an den Straussberger Platz. Die beiden Bauten am Straussberger Platz sind in ihrer Kubatur zeitlos und gelungen. Ich glaube nicht, dass daraus eine ideologische Nähe hervorgeht. Ansonsten wäre es doch durchaus passend zum Bestand mit monströsen Thälmann-Kopf.


    Welchen Bestand man hier loben könnte bleibt etwas schleierhaft.

    Einige hier wettern regelmäßig gegen Holzfassaden. Holzfassaden haben aus meiner Sicht nicht primär den Anspruch ressourcenschonend zu sein, sondern sie sind ein Mittel der Gestaltung, sie verleihen den Gebäuden einen bestimmten Charakter. Durch die Eigenschaften von Holz als organisches Material vermittelt es Wärme und Freundlichkeit, wirkt einladend, porös und offen. Im Gegensatz zu Stein oder Beton steht es eher für Wandel, Veränderung, Verrottung, Tod und Leben. Im Verhältnis zu Putz, Blech oder Eternit steht es außerdem für eine bessere Qualität, wirkt wertiger, symbolisiert, dass der Eigentümer sich kümmert, das Gebäude pflegt und etwas auf Gestaltung hält.


    An einem modernen, mehrgeschossigen Gebäude ist die Fassade ein Gestaltungselement. Sie ist sichtbar und macht bestenfalls eine Aussage. Ob Holz oder Putz dürfte für die Klimabilanz marginal sein.


    Ich finde, dass Holzfassaden ihren Platz haben und häufig besser sind als die verputzten Schuhkartons, aber sicher nicht die ultimative Lösung für alles.

    Liebe Grüße von einem ganz besonders sensiblen Randberliner (wohnhaft in Berlin und somit auch im sozialen Brennpunkt ;))


    Ich verstehe das schon. Der Begriff Brennpunkt ist dennoch übertrieben. Beim Kotti oder Leopoldplatz würde ich dem noch zustimmen aber nur sehr lokal.

    Es ist schon bemerkenswert, dass viele von Außen oder auch aus Berlin soziale Brennpunkte erkennen, wo andere (gerne auch internationales Publikum) 7500 € oder mehr pro qm für Eigentumswohnungen investieren.

    Für einige sehr sensible Zeitgenossen, ist ganz Berlin ein sozialer Brennpunkt. Dieser empfindliche Typus ist sehr häufig im direkten Berliner Umland anzutreffen, wodurch leider eine schädliche Entfremdung entsteht, der entgegengewirkt werden muss - nur wie?


    Ich denke das Humboldtforum ist da ein sinnvoller Ansatz. Wir brauchen zentrale Bereiche, die eine hohe Akzeptanz und Beliebtheit haben.


    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass an dieser Stelle eine Menge Geld für Eigentumswohnungen ausgeben wird, wenn in dem Haus keine hohe Sozialquote erzwungen wird. Es kommt also auf die Grundlage der Genehmigung an. (Bebauungsplan oder §34)

    Sicher hat der Investor (bzw. Bauherr) Vorgaben gemacht und die Herren Architekten (oder sind auch Damen dabei?) an den Tisch gebeten. Das ist aber noch lange kein Diktat.


    Die Architekten hatten dabei sichtlich ihren Spaß und probieren zumindest bei den Fassaden verschiedenste Möglichkeiten.


    Irgendwas hat das immer mit Marketing zu tun, wenn der Staat nicht für sich selber baut - ein Allgemeinplatz.


    Ich bin der Meinung, dass es sehr löblich ist, wenn das Marketing über ambitionierte und kleinteilige Architektur läuft. Wie bereits beschrieben, macht man das hier, weil man an vieles anknüpfen kann. Der Vorteil dieses Standorts im Verhältnis zur Europacity ist das Fehlen der riesigen Gleisanlagen.


    Wenn man das ganze mit Adlershof vergleicht, wirkt es jedenfalls wesentlich interessanter.


    Entlang der Rummelsburger Landstraße, bzw. Köpenicker Chausseee gibt es übrigens einige realisierte Gebäude, die individuell und gelungen sind.

    Das ist schon allerhand!


    Am besten gefällt mir Station G von Tchoban Voss mit dem Cortenstahl - schönes Material; sehr gut!


    Dass es Kleinteilig ist und von verschiedenen namhaften Architekten ist für sich genommen schon etwas besonderes. Hoffentlich klappt es so und strahlt in die Umgebung mit ihrem großen Potential aus.


    Es ist übrigens hier schon Oberschöneweide und nicht mehr Rummelsburg.

    Ich wüsste nicht warum dieser Standort eine Verschwendung für eine abwechslungsreiche und ambitionierte Gestaltung von Gebäuden sein sollte, da muss ich doch deutlich widersprechen, zumal es hier nicht um einen 175m Turm, wie an der Sonnenallee geht. (Das wäre hier vollkommen unpassend)


    Architektonisch ist der Standort sehr gut geeignet, da in der direkten Umgebung mit dem Funkhaus Nalepastraße, alten Industriebauten und expressionistischen Wohngebäuden sowie Spree und Wuhlheide eine stark angereicherte Umgebung vorliegt, an die angeknüpft werden kann. Außerdem verläuft hier der Südostkorridor in Richtung BER. Lediglich die Anbindung an den ÖPNV muss verbessert werden. Hier müsste der Senat aus den Puschen kommen.


    Eine neue Tramstrecke entlang der Rummelsburger Landstraße und der Straße An der Wuhlheide bis zum Südvorplatz vom Ostkreuz (wie vom Bezirk gefordert) und weiter über die Elsenbrücke Richtung Treptow und ein zusätzlicher S Bahnhof zwischen Betriebsbanhof Rummelsburg und Karlshorst mit guten Zugängen zu beiden Seiten und fertig!

    Der Verwitterungs- und Patinierungseffekt ist bei einer holzsichtigen Fassade obligatorisch. Es ist ähnlich, wie beispielsweise bei Kupfer.


    Ich habe fünfzehn Jahre in einem Bau mit Holzfassade in Friedrichshain gelebt und bin kürzlich in einen Neubau wiederum mit Holzfassade umgezogen.


    Das ältere Haus zeigte deutliche Patinierung (von einem warmen mittelbraun über silbriges grau bis hin zu schwarz). Der Effekt war in den schwärzlichen Teilen sicher etwas Zuviel des Guten. Dennoch war das Haus und die Fassade sehr beliebt und die Wohnungen auch wegen der lebendigen Fassade sehr begehrt.


    Ich finde Holz ein gutes Fassadenmaterial und als solches eine Bereicherung unserer Städte bei ansonsten oft öden Neubauten - auch beim obigen Beispiel.

    Der Entwurf ist um Längen besser als der architektonisch völlig uninteressante Entwurf von HENN, der tatsächlich überall im Gewerbegebiet stehen könnte und der dann noch sträflich darauf verzichten an eine Brandwand anzuschließen.


    Ich habe die Hoffnung, dass ein politischer Entscheider wie Boris Pistorius sich erbarmt und sich für den Kleihues Entwurf einsetzt und den Ausschlag gibt.


    Dieses Ministerium würde zur Bundeswehr passen und zu Berlin. Sehr gut finde ich, dass auf dem östlichen Parkplatz auch schon Baukörper vorgesehen sind. So wäre es ein würdiger, ernster Bendler-Block.

    Um die historische Fassade wirken zu lassen, wird die Brandwand auf ewig freigestellt.


    Das ist meines Erachtens Unsinn, weil der Abbruch der Wirkung der Fassade schadet. Ein sensibler Anschluss und Übergang wäre um

    Längen besser, würde aber nicht zum biederen Großkonzept des Entwurfs passen. Der Beitrag wäre eine schlechte Wahl.

    ^ diesen Aussagen kann ich mich vollständig anschließen. Ich finde es auch weiterhin sehr schade, dass man noch in den 20-30er Jahren neue Viertel in hoher Qualität bauen konnte (wir können sie uns in Berlin ansehen, teilweise sogar UNESCO Erbe) und dies nach 1950 quasi nicht mehr gelingt.


    Dies auf den Kapitalismus zurückzuführen, halte ich aber nicht für plausibel. Ganz klar waren die Jahre nach 1871 wesentlich kapitalistischer als Deutschland heute mit seinem inzwischen überbordenden Sozialstaat.

    Die Nachricht ist sehr gut aber ist sie auch belastbar?


    In dem völlig intransparenten Geflecht verschiedener Institutionen (Bund, Land, Stiftung, Parlament und Regierung) und der daraus folgenden Dauerblockade, blickt ein interessierter Bürger schon lange nicht mehr durch.


    Wenn nach Jahrzehnten die hochgeschätzte Schinkelfassade wieder steht, soll mir alles recht sein. Ich habe aber den fatalen Verdacht, dass diese schon lange finanziert wäre, wenn man Handwerker bezahlt hätte anstelle von Politikern, die als Stiftungsfunktionäre in den Vorruhestand geschickt werden.

    Hier baut unter anderem die
    Gewobag (Gemeinnützige Wohnungsbau-Aktiengesellschaft Berlin), sie ist eines der größten landeseigenen Immobilienunternehmen in Berlin und verwaltet rund 75.000 Wohnungen für über 130.000 Mieter.


    Hyperkapitalistisch passt also sicherlich nicht. Einen gewissen oder eher erheblichen Mangel an Baukultur und Ästhetik kann ich an diesem

    nicht untypischen Beispiel auch erkennen. Die starke Individualisierung unserer Gesellschaft, in der jeder seine 40 qm mit allem an Komfort staatlich garantiert bekommt, dürfte eher zu dieser maximalen Funktionalisierung beitragen, als der ominöse Kapitalismus. Gleichzeitig besteht ein großer Mangel an ästhetischem Gefühl, Bildung und Bedürfnis.

    Es ist zwar nur ein kleiner Fehler aber dennoch bemerkenswert, dass die BZ verkündet, das Berlinian hätte der erste Wolkenkratzer Berlins werden können, wo der Estrel Turm doch offensichtlich bereits der erste ist. Schon komisch für eine westberliner Zeitung.


    Zwar ist es reine Symbolik, aber ich hätte das Erreichen der 150m Grenze auch sehr befürwortet. Ich finde, dass sich das Berlinian gut einfügt und eine enorme Bereicherung an diesem Ort darstellt. Es wirkt mit seinen 146m keineswegs überdimensioniert und hätte zusätzliche Höhe vertragen können, ohne dem Fernsehturm seine Stellung streitig zu machen oder die sonstige Umgebung unangenehm zu dominieren. Diese Erkenntnis wäre für zukünftige Entscheidungen Richtung 170-200m am Alexanderplatz hilfreich gewesen.

    Es wäre durchaus klug den Bau behördlich vor der Wahl unter Dach und Fach zu haben und dann auch zu starten, sonst könnten einige Werte vernichtet werden. Schließlich wurde hier schon ziemlich viel Geld investiert.


    Ich freue mich, wenn es los geht. Zwar ist das Projekt nicht in allen Punkten überzeugend, aber es bringt das zentrale Areal weiter. Die Brachen sollten endlich entwickelt werden - natürlich auch Hines.

    Scheint ja gut zu laufen. Ganz ungewöhnlich!


    Die Erweiterung könnte eine architektonische Erfolgsgeschichte werden. Schließlich ist das Bundeskanzleramt eine Ikone mit höchster Bekanntheit in Deutschland. Die Erweiterung stellt eine Vollendung dar, die hoffentlich mit der Korrektur kleinerer Schönheitsfehler am Ehrenhof des Altbaus einhergeht.


    Auch die Vollendung des Bandes im Osten und Korrekturen von Fehlern am Spreebogen sollten dann endlich vorgenommen werden.

    Naja, schockiert klingt in dem Zusammenhang schon etwas theatralisch. Immerhin sehen die Entwürfe so ähnlich aus, wie diverse Bundesbauten in Berlin. Auch für freigestellte Brandwände gibt es einige Beispiele, besonders eklatant, auch missglückt und für die Ewigkeit zementiert an der Schweizer Botschaft sogar an zwei Seiten.


    Hier gibt es auch Brandwände an zwei Seiten, oder sogar an drei. So gesehen macht Sauerbruch Hutton seinen Job und Kleihues wäre eine ungewöhnlich ambitionierte und positive Wahl.

    Ob es auch monetäre Interessen verfolgt oder Teil eines Gesamtkonzeptes ist oder später durch eine Initiative hinzukommt: das ist im Grunde egal.


    Es zählt am Ende nur die Gestaltung und der künstlerische Wert. Beides kann gelungen oder missglückt werden.


    Bemalte Wandflächen an lieblosen Riegeln sind selten überzeugend - sie bringen etwas Farbe und Abwechslung. Decken die großen Schwächen der Architektur aber sogar noch weiter auf.