Beiträge von Bauaesthet

    Ich gebe Adama in jedem Punkt recht. Er hat das Charakterbild dieser kranken Mannes perfekt dargestellt.

    Wortgewaltige und gestenreiche, als Führer und Reichskanzler auftretende Volksverführer haben wir Deutschen doch schon erlebt und mit allen Folgen hinter uns:

    Albert Speer hat die Reichskanzlei für die Selbstinszenierung des Gröfaz (Adolf Hitler, Größter Führer aller Zeiten) gebaut. Speers größtes Bauprojekt dieser beiden befreundeten, in Architektur schwelgenden Herren ist nie realisiert worden. Der Ausbau Berlins zur Welthauptstadt Germania mit der größten Kuppel aller Zeiten und allen szenierten Elementen krankhafter Giganomanie ist uns erspart geblieben. Welcher modern und zeitgemäß ausgebildete, vernünftige Architekt würde diese inhaltlosen, pompösen Anhäufungen klassischer Leerformen mit dem Ziel nationalistischer Selbstüberhöhung eigentlich nach Kriterien der Ästhetik, Funktionalität, Nutzen oder Wirtschaftlichkeit überhaupt beurteilen?

    Der Krämer Donald Trump, so wie er öffentlich denkt und handelt, ist eine große Gefahr zuallererst für die USA selbst und gleichzeitig für das demokratische Grundprinzip des freien Westens.

    Mir wird schlecht, wenn ich Kommentare höre oder lese, die ihn in seinem Amt als "Präsident der USA" samt seinem Triumpfbogen in Schutz nehmen. Tut mir leid, Tom Sandstein, dir so zu widersprechen, aber in diesem Punkt leben wir in unterschiedlichen Welten.

    Für jeden Beobachter und für die medizinische Fachwelt ist es offensichtlich, dass das wirtschaftlich und militärisch mächtigste Land der Welt derzeit, warum auch immer, von einem krankhaften Egomanen und Narzissten in Geiselhaft genommen und regiert wird. Dieser ist dabei, international Menschenrechte, Völkerrecht, die Verfassung und die Gesetze seines Landes skrupellos und kriminell zu brechen. Jetzt bastelt er an zwei Bauvorhaben, einem nagelneuen, weißgoldenen Palastbau nach Art des Louis XIV und einem Triumpfbogen à la Napoleon als persönliche Denkmale. Angesichts dieser perversen Entwicklung und der drohenden Dekadenz des politischen und gesellschaftlichen Systems der USA verbietet es sich m. M. - besonders für Architekten - emotionslos, nüchtern und fachbezogen über die Ästhetik, Funktionalität und Finanzierung seiner selbstverliebten Giga-Monumente auch nur ein wertendes Wort zu verlieren.

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    ... aber wäre es wirklich erstrebenswert wenn sich in 100 Jahren optisch nichts geändert hätte?

    Ich glaube nicht, dass es irgend jemand gibt, der/die das ganze Umfeld des Humboldt Forums einschließlich Gebäuden und Bepflanzung usw. 1:1 zurück auf die Vorkriegszeit zurückdrehen will. Moderne Gestaltung, z. B. Der Garten auf der Nordseite, ist durchaus gelungen, die Treppenanlage auf der Westseite verspricht attraktiv zu werden, ich finde auch die moderne Ostseite in ihrer schlichten Klarheit durchaus großzügig und in der Struktur sogar passend. Als gravierenden Fehler halte ich lediglich die kategorische Verweigerung des Senats gegenüber der selbstverständlichen Rückführung der Kunstwerke NB und RB aufgrund ihrer unvergleichlich eindrucksvolleren Wirkungen an ihren früheren Standorten.

    Dieses Video zeigt Vorkriegs-Ansichten und die heutigen Schlossfassaden, oft als raffinierte Mischungen aus Alt und Neu. Natürlich ist keine Szene, kein Ausschnitt und keine Bewegung in dem Video real. Alles sind komponierte KI, d. h. „künstliche Illusion“, schön, aber so, wie im Ganzen gezeigt, nicht realisierbar. Was aber das Video jedenfalls deutlich zeigt, ist:

    1. dass der Neptunbrunnen vor Portal II mit dem Südfassaden-Hintergrund eine schöne, in Dimension und Stil stimmige, belebte Platzgestaltung schaffen und wiederbringen könnte.

    2. dass die Rossebändiger vor Portal IV mit dem Nordfassaden-Hintergrund und Gärtchen vor dem Lustgarten ein eindrucksvolles Eingangsensemble, sogar mit niederländischen Freiheitskämpfern wieder herstellen könnte.

    Die in dieser Art mögliche Ästhetik des Schlossumfeldes könnte jeder erkennen, ohne sich gleich wieder in die so beliebten ideologischen Grabenkämpfe auf modernistischer, nostalgischer, rechter oder linker Seite einzugraben und das Todschlag-Argument einer notwendigen Zeitscheibensicht hervorzuholen .

    Meine Antworten zu einigen Meinungen:

    • Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss ist Eigentümerin des Gebäudes HF. Unter Dorgerloh ist eine Genehmigung für die Rekonstruktion der Gigantentreppen nicht möglich.
    • Der Förderverein sammelt für dieses Projekt keine Spenden. Es liegen allerdings erhebliche unverbindliche Spendenzusagen vor.
    • Die Kanzlei Raue erkennt keinen Hinweis auf rechtsextremistische Spender: Der Verdacht, der Förderverein habe von Rechtsextremen Großspenden angenommen, ist nicht erhärtet“.
    • Das Treppenhausprojekt wäre nicht Fortsetzung des HF-Projektes, kein Automatismus, sondern ein neues, spendenfinanziertes Kunst-am-Bau-Projekt, demokratisch legitimiert.
    • Der Verdauungsvorschlag hätte die Folgen, dass Ressourcen, verfügbare Kunsthandwerker, Spezialerfahrung, gegenwärtiges Engagement und Spendenbereitschaft, verloren gehen.
    • Die Angst, das Treppenhausprojekt diene rechtsextremen Personen, ist nicht real. Die Rekonstruktionen wären hochwertige Kunstwerke, wie das „angekommene“ Gebäude, geschaffen in einer selbstbewussten Demokratie.
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    (1) ... "nice to have" aber keinesfalls notwendig, zu rekonstruieren.

    (2) An dieser Stelle braucht das moderne Gebäude keine Treppe.

    (3) ... dass es ...eine solche Treppe gab, ist vielleicht schön aber wenig zweckmäßig.

    (4) Das Treppenhaus als Kunstinstallation ... wäre ... eine Option, aber ... von der öffentlichen Hand finanziert .

    Du kannst in allem recht haben. je nach deiner persönlichen Perspektive.

    Zu 1: wenn wir die Städte und die Architektur immer nur nach "Notwendigkeit" bauen würden, dann würden unsere Städte völlig anders aussehen. 1946 hat man begonnen, unsere zerbombten Städte nach dringender Notwendigkeit, nicht nach Schönheit oder Kunstfertigkeit wieder aufzubauen. Das HF wäre völlig anders als schmuckloser Zweckbau.

    zu 2: Das Gebäude ist nicht nur ein moderner Museums-Zweckbau, sondern ein Hybrid mit bedeutsamer Zeigefunktion auf das historische Ensemble Museumsinsel, auf den verlorenen, berühmten Barockbau Andreas Schlüters und auf die historische Funktion als Leitbau, so entschieden vom Bundestag ohne politisch-ideologische Hintergedanken.

    zu 3: Zur Hälfte richtig: Zweckmäßigkeit ist nicht der Grund der Rekonstruktion. "Schönheit" ist auch Geschmacksache. Der Grund wäre m. E., den am Ort zerstörten Barockbau, Zusammenwirken und Symbolik von Fassaden, Portalen, Durchgängen, Innenhof, auch Treppenhaus? kritisch-respektvoll als schönes, berühmtes Gesamtkunstwerk zu zeigen.

    zu 4: Es ist richtig: Das Treppenhaus ist eine Option, funktional nicht notwendig. Die Finanzierung durch die öffentliche Hand ist nicht erforderlich. Die barocken Fassaden (und mehr) wurden durch 105 Mio. € (und mehr) Spenden finanziert. So könnte auch das Treppenhaus finanziert werden. Es fehlen nur Wille und Genehmigung, das Projekt zu starten.

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    Zum Thema potentieller weiterer Rekonstruktionen ... Ich finde die Debatte enorm anstrengend und zäh. Mitunter

    ... fühlt sich vieles allzu wohlbekannt und aufgewärmt an. ... Irgendwann kann man auch mal einen Punkt setzen.

    Bei den ..offenen Fragen würde ich ... Zeit zum Atmen geben. ... Wenn der Baustaub verflogen ist und die Reko-Fassaden etwas Patina ansetzen - kurz die Stadt diesen Körper etwas "verdaut" hat - können diese alten Fragen meinetwegen neu verhandelt werden.

    deine Ermüdungsgefühle kann ich nachvollziehen. Die anhaltende Verhinderung des Generalintendanten und der Stiftung ist aber weder historisch, noch künstlerisch noch aus städtebaulicher Sicht, noch aus Kostensicht überzeugend begründet. Die Meinung, Neuschöpfungen und Rekonstruktionen seien minderwertig ist falsch.

    Beispiel Gigantentreppenhaus: Das Ergebnis wäre ein barockes Raumkunstwerk Andreas Schlüters ohne Vergleich in Deutschland und Europa. Schlüters erstes Treppenhaus war ebenso von Kunsthandwerkern hergestellt wie ein mögliches neues. Die heutigen Kunsthandwerker haben sich über Jahre in die gestalterischen und materiellen Besonderheiten solcher feinen Barockskulpturen eingearbeitet, haben viel Expertise angesammelt. Das haben sie mit Portal V Durchgang eindrucksvoll bewiesen. Erstes Kunstwerk und neues Kunstwerk wären beides Originale nach Schlüters Plänen. Die Handwerker sind jetzt in diesem Projekt und den filigranen Skulpturen eingearbeitet, fit und verfügbar. Wenn die Stadt diesen "Körper irgendwann verdaut hat", werden die Kunsthandwerker pensioniert sein oder die Gicht bekommen haben und die Spender werden im Alterseim sitzen oder anderswo liegen. Das ist die Wahrheit. Das Raumkunstwerk ist ohne längere bauliche Störung herstellbar. Der großenteils aus Gips und Metall bestehende Figurenschmuck kann an anderem Ort vorgefertigt und in den maßgerechten Rohbau eingepasst werden. Die Kosten könnten größtenteils (!) aus Spendenmitteln geschultert werden. Manche Projekte brauchen einen langen Atem, auch wenn es manche nervt. Gilt auch für RB und NB. Man soll solche Suppen unbedingt essen solange sie heiß sind.

    Die Jury nennt die mit Pfeil beabsichtigten Intentionen:
    „Die Art der Gestaltung und die Integration des Werks in die Fassade laden Betrachter dazu ein, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Ortes nachzudenken. Es ist ein Kunstwerk, das in seiner Ambivalenz provoziert, hinterfragt und zugleich zur Reflexion anregt."


    Dadurch angeregt reflektiere ich diese Aussage von Generalintendant Dorgerloh:
    „...Mit Aufstellen der Balustradenfiguren ist die Rekonstruktion der historischen Fassade abgeschlossen. Weder im Inneren des Gebäudes noch im unmittelbaren Umfeld wird es weitere Rekonstruktionmaßnahmen geben, so hat es der Stiftungsrat entschieden."

    Satz 1 ist korrekt. Das Rekonstruktionsprojekt Humboldt Forum ist abgeschlossen. Der 2. Halbsatz ist eine Anmaßung. Stiftungsrat und Intendant entscheiden nur in ihrer Zuständigkeit. Nach ihnen ist die Zukunft des HF offen. Es gibt ernsthafte Argumente, angeregte Diskussionen und Spendenzusagen zur Rekonstruktion des Gigantentreppenhauses. Die Arm-Ergänzung der Pilasterhermen wird gewünscht. Im „unmittelbaren Umfeld“ ist die Rückkehr des Neptunbrunnens und der Rossebändiger gefordert und in Sicht auf das ganze Ensemble-Bild ein dringliches Anliegen.

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    (der Pfeil) ... ist aber glaube ich viel zu klein und schlecht erkennbar, auf vielen Fotos wird er nur als dünner störender Schatten erscheinen. Ich hätte den roten Balkon schöner gefunden, oder eine DDR-Leuchtreklame, was dem Ganzen vielleicht einen farblichen Touch verliehen hätte. ....

    ... wäre es da nicht logischer gewesen, ...., die im Stil des Palasts der Republik zu gestalten?

    ...oder dass man vielleicht wenigstens lauter bunte Kunstobjekte oder Ähnliches anbringt.

    das fehlte noch als Gipfel der DDR-Nostalgie und als herablassende Ironie gegenüber dem Bauwerk und dem Inhalt.

    Wie wäre es mit einer flachen Deckenimitation aus dem Palast der Republik und daran viele Original-Leuchten aus Erichs Lampenladen?

    Ich meine, die Verantwortlichen sollten aufhören, ständig am Gebäude und auf dem Platz fremdwirkende, banale, provozierende, nicht leicht verständliche oder ironisch, "kontra-ästhetisch" gemeinte Objekte dranzukleben oder beizustellen. Man sollte auf die drangeschossene Eisenstange, die aussieht wie ein herausgebrochenes Rohbau-Armierungseisen, verzichten. An Gebäude und Platz sollte man endlich die alten, bekannten, großen Kunstwerke zurückholen. Sie würden so wirken, als wären sie schon immer da gewesen und sie würden bewundernde Blicke aller Berliner und Besucher auf die Kunstwerke und das Ensemble lenken.

    Zu weiteren Rekonstruktionen im Bauwerk BS-HF möchte ich ein Argument ergänzen:

    In 10 langen Jahren haben professionelle Kunstsachverständige, Künstler, Steinmetze, Metall- und Stuckmodellierer und fachlich kompetente Handwerksbetriebe exakte Rekonstruktionen geschaffen. An dem Bauwerk sind viele wundervolle, ausdrucksvolle Gestalten, Skulpturen, Kartuschen, barocke Wand- und Deckenszenen aus Meisterhand wiedererstanden. Das Gesamtergebnis ist eindrucksvoll - handwerklich und künstlerisch.

    Es ist aber nicht einfach vom Himmel gefallen! Die daran beteiligten Kunsthandwerker und Künstler haben sich mit viel Lernbereitschaft, Mühe, Sensibilität, Fleiß und Begeisterung über Jahre in ihre anspruchsvolle Aufgabe eingearbeitet. Dieses Wissen und diese Kunstfertigkeit sind heute ein großer Schatz und eine Chance. Sollte man in 10 oder 20 Jahren je an weitere Rekonstruktionen am HF denken, werden diese Handwerker kaum noch verfügbar sein. Heute noch motivierte Spender und eine Persönlichkeit wie Wilhelm von Boddien würden fehlen.

    Dieser Edelstein in Berlin müsste, wenn dann gleich weiter geschliffen werden, solange das Potenzial noch da ist.

    Mir scheint, der Gesprächsfaden Bau"thread" ist fast gerissen. Das würde ich sehr bedauern. An dem äußeren Erscheinungsbild des HF-Gebäudes haben sich viele Teilnehmer bisher abgearbeitet. An dem Thema ist kaum noch ein Stein oder eine Skulptur unkommentiert.

    Es gibt aber doch ein Thema, das für mein Verständnis bei weitem nicht ausgeschöpft ist:

    Die Portale mit den rekonstruierten Durchgängen verbessern das gesamte Raumbild und die Körperlichkeit des Bauwerks deutlich. Somit müsste es aktuell mehr Interesse für die Frage weiterer Rekonstruktionen im Raumgefüge geben. Die Gigantentreppe, einzelne hervorgehobene Räume und Verbindungsteile verdienen es m.E., intensiver diskutiert zu werden. Das finde ich wichtig, unabhängig von der Wahrscheinlichkeit lustloser öffentlicher Genehmigungen, kategorischer Gegnerschaften und einer sehr gut möglichen Spendenfinanzierung. Es geht um die Sinnhaftigkeit, Wirkung, den möglichen Nutzen, die Ästhetik und die künstlerische Bedeutung weiterer Rekonstruktionen von Teilen des Gesamtwerks Schlüters. Die Charakteristik als Hybrid ist klar und ehrlich genug dargestellt. So würde keine Gefahr bestehen, bei einzelnen wichtigen Rekonstruktionen das ganze Objekt als Täuschungsmanöver konservativer Nostalgiker einzustufen. Mich würden Argumente berufener Fachleute dazu interessieren.


    Nachtrag:

    Die Paradekammern Andreas Schlüters, deren Zugang seine berühmte Gigantentreppe war, galten als die künstlerische Meisterschöpfung des bedeutenden deutschen Barockbildhauers und gehörten zu den großen Raumschöpfungen des Barock in Europa. Beeinflusst von dem italienischen Barock, der Baukunst Palladios und der Skulptur Michelangelos, schuf Schlüter diese einzigartige Raumfolge und setzte einen Glanzpunkt in Berlin.

    (Quellen: Schriftenreihe der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten 2002)

    Das gesprengte wie auch das rekonstruierte Berliner Schloß war und ist als Symbol und Bauwerk Gegenstand heftiger politischer und ideologischer Auseinandersetzung. Warum? Nach dem 1. Weltkrieg wurden das Deutsche Reich und Preußen als militaristisch und allein schuldig von den Siegermächten abgeurteilt. Die Monarchie wurde abgeschafft. Die Nazis haben dann Preußen, den Staat, das Militär und die Repräsentanten pauschal glorifiziert und als idealisierte Vorbilder verherrlicht. Nach Ende des 2. Weltkrieges machten die Alliierten dem Staat kategorisch ein Ende durch Verbot. Das kommunistische Regime unter Ulbricht trieb dann einseitig den Preußenhass auf die Spitze: gesamtes 250 Jahre Geschichtsbild auf Militarismus, Absolutismus, Kolonialismus, Imperialismus verengt. Nationaldenkmal eingeschmolzen, Standbilder entfernt, Schloßruine gesprengt, Bevölkerung ideologisch ausgerichtet und geschult. Nicht, dass all dieses falsch war, aber es war Ausdruck von Hass, Gegnerschaft, rechthaberischer Arroganz, Manipulation. Heute setzt sich das fort durch Aggression, Agitationen, Aneignung und durch Hasstiraden eines „Historikers“ Oswald. Allen, die dem vehement widersprechen, sei ein hervorragender Beitrag von Peter Stephan „Suum cuique – jedem das Seine!“ Preußen und die Menschenrechte empfohlen. Stephan lehrt an der Fachhochschule Potsdam Architekturtheorie und Kunstgeschichte. Seine Forschungsschwerpunkte sind u. a. Architekturgeschichte vom Mittelalter bis 1900, Strategien der herrschaftlichen (Selbst-)Inszenierung, Geschichte der Stadtbaukunst mit den Schwerpunkten Rom und Berlin. Sein Beitrag ist veröffentlicht im Berliner Extrablatt Nr. 102. Er zeigt kenntnisreich, wissenschaftlich fundiert und überzeugend ein vielseitiges, fortschrittliches Bild des alten Preußens unter Friedrich I. und Leibnitz. Das Schloss und die Fassaden beschreibt er in ihrer Bedeutung und Ikonographie als Symbolik eines "Rechtsmantels" und frühes Bekenntnis zu bürgerlichen Grundrechten, zu Menschenwürde und als Symbol des Naturrechtes. Vielleicht hilft die Lektüre manchem Schlossgegner, falls er dafür offen genug ist, über seinen „schloßophobischen“ Schatten zu springen.

    ...und wie ist die absichtsvoll geschaffene künstlerische Kahlheit des südlchen Schlossplatzes begründet? Die einst dekorativen und erhaltenen Kunstwerke (Brunnen, Rosse) im Schlossumfeld sind an jedem Ort gleichermaßen zu pflegen. Am Schloss ist ein durch Ergänzung wieder herstellbares Gesamtensemble durch das Weglassen der Artefakte dauerhaft beschädigt, zugunsten der Steinwüste und des „entschmückten“ Portals IV. Kommentar der früheren Senatsbaudirektorin war: „Wir wollen kein Freiraummuseum“. Die heutige Senatsbaudirektorin verweist ohne Begründung „auf komplexe Fragestellungen, in deren Ergebnis die Entscheidungen“ gefallen sind!“ Was steckt dahinter, sicher kein Pflegeaufwand.

    In der Kunstgeschichte der Architektur gehört das Berliner Schloß schließlich zur Stilrichtung des Preußischen Barock. Diese Kunstform gilt generell als relativ streng, zumindest im Vergleich zum süddeutschen Barock. Die Strenge der Schlossfassaden gefällt mir, übrigens viel mehr als die alten Fassaden von Palladio in Vicenca. Die äußerlich kompakte Form des BS macht nach dem Fehlen des Apothekenflügels die Wirkung noch viel strenger. Dadurch fehlt leider auch ein wichtiges Element der Platzumrahmung des Lustgartens.

    [mod]Hinweis: Vom konketen Bezug auf diesen Bauthread abweichende Beiträge werden ggfs. in der Lounge verschoben. [/mod]

    Was vielleicht etwas zu wenig wirken könnte ist etwas mehr barocker Schwung. Allerdings ist das von den älteren Herrn dieser alttestamentarischen Gruppe viel verlangt. Vielleicht wird die Wirkung der in üppigen Falten gewandeten Propheten weniger steif sein, wenn sie ihre endgültigen Positionen hoch oben in würdiger Distanz zum Betrachter eingenommen haben. Jetzt aus der Nähe betrachtet ist das so, als würde man einer aufgetakelten Diwa mit der Lupe ihre Falten unter dem Make-up suchen. Ich empfehle Vorschuss-Gnade.

    ^... altweiser Camondo: meine Kommentare zum Gesamtkunstwerk gebe ich dementsprechend im Zusammenhang ab.

    Die Museumsinsel war vor dem Krieg ein städtebaulich und künstlerisch zusammenhängendes Gesamt­kunstwerk. Bauten, Anlagen und Kunstwerke waren aufeinander bezogen und stilvoll abgestimmt. Dann wurden Ruinen gesprengt, Kunstwerke, Skulpturen zerschlagen, eingeschmolzen oder provisorisch anderswo verteilt. Das Ensemble war zerstört.

    Als das Projekt: „Berliner Schloß/Humboldt-Forum“ vom Bundestag beschlossen wurde, gab es kein städtebaulich abgestimmtes Projekt. „Gesamtensemble Museumsinsel“. In getrennter Zuständigkeit und gegenseitiger Ablehnung wurden realisiert: „Berliner Schloß/HF“ (Bund) und „Schloßplatz“ (Berlin). Dazu kamen eigenmächtige Bezirksfürsten.

    Ich meine, es war ein Fehler unseres Forums, die isolierte Behandlung des Gesamtkunstwerks Schloss und Umfeld durch die Trennung in Threads zu verstärken. Auch dadurch fehlt das Verständnis für das Ganze. Aufeinander eng bezogene Elemente des Gesamtensembles bleiben auseinandergerissen. Das betrifft zum Beispiel:

    • Den vor der Schloßfassade zu Portal II (u. jetzt auch zu d. Uffizien) gehörenden Schloßbrunnen, der vom Künstler Begas speziell dazu in Dimensionen, Barockstil, Funktion und Sichtachse Portal - Breite Straße gestaltet wurde.
    • Die zu Portal IV gehörenden Rossebändiger, die entsprechend dem Löwenbändiger und der Amazone zum Alten Museum den Zugang zum Schloß flankieren. Auch der Bezug Rossebändiger zu Castor u. Pollux bleibt verloren.

    Der Senat wird die Diasporaumgebung der Kunstwerke aufhübschen, statt diese mit dem Gebäude wiederzuvereinen. Kann es sein, dass Senat und manche Thread-Teilnehmer die Bedeutung und Ästhetik des Ensembles nicht sehen?

    Die Skulpturen auf der Kuppel und den Portalen wirken jetzt schon als kunstvolle Steinmetz­arbeiten. Sie werden erheblich zur historisch korrekten Dokumentation der rekonstruierten Schlossteile und damit zum Gesamtbild der Museumsinsel beitragen. Noch fehlen der weiter festgehaltene Schloß­brunnen und die Rossebändiger. Ich wünsche mir, dass die Berliner ihr eigenes Stadtbild nicht voll verklemmter Fixierungen oder ideologischer Vorbehalte zu Religion, König- und Kaiserzeit, DDR-Nostalgie, Retro- oder Modernismus-Fixierung mit blindmachender Brille ablehnen. Stattdessen hoffe ich, dass die Berliner die tolerante Größe haben, dieses wiedererstehende, prächtige Gesamtkunstwerk im Zentrum, so wie es ist und noch werden kann, als wieder sichtbares, harmonisches und ästhetisches Gesamtkunstwerk zu genießen.

    Es gibt eine für alle hinnehmbare, nämlich die schon bekannte Kopie-Lösung für den südlichen Schloßplatz, vorausgesetzt, auch der Berliner Senat könnte sich darauf einlassen:

    Am besten wäre es, eine Kopie des Naturbrunnens wird ausgeschrieben, hergestellt und vor Portal II aufgestellt. Diese Lösung hätte folgende Vorteile:

    1. Die Ausschreibung wäre einfach ohne blumige Vorgaben maß- bzw. fotografiegenau zu erstellen und für Herstellungsunternehmen zu kalkulieren.

    2. Bezirksbürgermeister Berlin Mitte und die örtlichen Bewohner hätten ihr "Recht" bzw. ihren Wunsch durchgesetzt und ihren Brunnen an Ort und Stelle beibehalten.

    3. Vor Portal II würde der Brunnen in dem früherem Anblick sowie optisch und ästhetisch eingepasst im ehemaligen Umfeld wieder wirken und ein Teil der "Schloßplatz-Nachbesserung" wäre damit entschieden.

    4. Der Förderverein Berliner Schloss wäre immerhin einverstanden und könnte dieser Lösung nach eigener Aussage ebenfalls zustimmen.

    5. Es müsste zwar eine Ausschreibung für eine die Schaffung einer Kopie stattfinden, aber eine frei künstlerische Ausschreibung mit Kommission, riskanten modernen Zumutungen und Auswahl bliebe uns allen erspart.

    Es würde Zeit und Kosten gespart, weil die Zeit für Vorentwürfe und 2. Runde eventuell entfielen.

    6. Eine Auseinandersetzung über Orginal versus Kopie ist ästhetisch nicht von Belang und eine Brunnenrekonstruktion könnte sich mit einer Fassdenrekonstruktion ohne Arroganz oder Minderwertigkeitsgefühl sicher vertragen.

    Wer bringt diese einfache Lösung dem Senat bei?