Beiträge von Treverer

    Was soll Frau Kahlfeldt denn zwischenzeitlich dazu noch sagen? Sie hat sich bereits in der Vergangenheit dazu mehr als deutlich positioniert.
    Sie, sowie der Senat, will eine zumindest äußerliche Rekonstruktion der Bauakademie, und wenn die Bundesstiftung sich letztendlich nicht mit dem Senat darauf einigen kann, dann wird eine Gestaltungssatzung erlassen. Das gilt alles so immer noch.
    Da es die Bundesstiftung ist, die hier bauen will, ist sie allein der Antreiber oder Bremsklotz des Projekts.
    Ernsthaft, was soll Frau Kahlfeldt zwischenzeitlich dazu sagen, wenn sich die Bundesstiftung alle Zeit der Welt lassen will und alle möglichen Symposien, Vorstudien, Wettbewerbe etc. abhalten will? Ist ziemlich offensichtlich, dass man seitens der Bundesstiftung Zeit rausschindet und sich davon irgendwas verspricht...
    In den nächsten Wochen werden sich Senatsvertreter und Bundesvertreter nach der Vorstudie und vor der Wettbewerbsausschreibung nochmal zusammensetzen. Spätestens dann wird man wohl von Frau Kahlfeldt nochmal etwas hören.

    Es wurde eine repräsentative Forsa-Umfrage zur Bauakademie in Auftrag gegeben. Es waren zwar nicht über 90% der Befragten für eine 1:1 Rekonstruktion, aber immerhin waren es 67%, was eine große Mehrheit darstellt, und ziemlich eindeutig ist.
    https://www.berliner-zeitung.d…ischen-fassaden-li.245925
    Aber davon lässt sich die Ideologie-getriebene Bundesstiftung natürlich nicht beeindrucken. ;)

    Wie auch immer, jetzt nach der Vorstudie ist der Ball bei der Senatsbaudirektion. Diese ist ja offiziell (steht so im CDU/SPD Koalitionsvertrag) noch immer von einer Rekonstruktion überzeugt, wenn man nun auch moderne Anpassungen zur Barrierefreiheit auf einer Seite für einen denkbaren Kompromiss hält.
    Die Senatsbaudirektion kann, wenn sie denn will, der Bundesstiftung komplett einen Strich durch die Rechnung machen, denn sie sitzt am längeren Hebel, und kann mit einer Gestaltungssatzung die Rekonstruktion erzwingen oder eben die Mitwirkung an der Wettbewerbsausschreibung verweigern. Und ohne die Senatsbaudirektion kein Wettbewerb.

    Der protzige Ordinariats-Neubau wirkt schon etwas anachronistisch... Vielleicht denkt man sich aber auch, wenn nicht jetzt, wann denn dann? ;)

    Und vergiss mal Kirchenzentralen oder Konzernzentralen, ich erwarte mir in diesen Altstadt-nahen Bereichen endlich konzentrierte Wohnbebauung, wenn man mehr Leben (außer touristisches) in die Altstadt bekommen will, wenn dieses isolierte Inselgefühl der Altstadt endlich beendet werden soll.

    Bis auf die schrille Farbgebung ist das ein sehr gelungener und sich sehr schön in die umgebenden Gründerzeitler einreihender Bau.
    Ich hatte auf den ersten Blick sogar gedacht, hier handelt es sich um einen entstuckten Gründerzeitler, den man wieder aufgemotzt hat, etwas zu viel des Guten, was die Farbstreifen angeht. Erst als ich mir die Geschosse und Fenster genauer anguckte, wurde mir klar, das ist ja ein Neubau!
    Vernünftig gestrichen wäre der Bau sicher sehr schick.

    Aus amerikanischen Suburbs nichts gelernt, würde ich sagen. Noch schlimmer sogar. Die Häuser von Suburbia, selbst wenn sie sich ziemlich oder komplett ähneln, haben wenigstens sowas wie einen ästhetischen Anspruch und wirken...heimelig. Die weißen Kisten hier wirken nicht nur total austauschbar, sondern noch dazu steril und hässlich.

    Sieht soweit recht schick aus. Die Platz- oder Parkanlage, wie sie zuvor bestand, war dem kulturellen Zentrum einer Hauptstadt, und der Persönlichkeit nach der sie benannt ist, nicht würdig.
    Ich hätte mir jetzt nur gewünscht, dass man das Hegel-Denkmal etwas umgesetzt hätte. In einer Mittelachse zum Park vielleicht.
    Wie Hegel jetzt abseits am Straßenrand steht, wirkt er irgendwie wie bestellt und nicht abgeholt.

    ^... tja, da ist bei einer Gestaltungssatzung die höchstens 50% Verglasung zugesteht nicht mehr drin. So richtig glaube ich nicht, dass man sich einen Gefallen damit getan hat...


    Naja, also an den 50% Verglasung hat es ganz bestimmt nicht gelegen, und an der Gestaltungsatzung generell genau so wenig. Bei den Neubauten hält man sich doch überhaupt nicht an die Vorgaben darin. Hier mal zwei Vorgaben, die man doch komplett außer Acht gelassen hat:

    - Gesimse, Sockel, Balkone sollen die Fassaden plastisch gliedern.
    - Dächer sollen aus Ziegeln oder Kupfer sein und müssen geneigt sein.

    Sicher, dass die Gestaltungssatzung von 1997 überhaupt noch gilt? Vielleicht noch unter Stimmann aber ganz sicher nicht mehr unter und nach Frau Lüscher, der wir wohl die derzeit in Bau befindlichen Gebäude zu verdanken haben.

    Daß "Attika-Figuren” neuaufgestellt werden ist sehr zu begrüßen. ...



    Also, im Schlüterhof hat man es so gehandhabt, dass man sich bei den in barocker Manier neuerschafften Statuen entweder auf alte Zeichnungen, Gemälde, Stiche etc. berief und/oder dass man sich einfach angesehen hat, wie bestimmte Götter, Allegorien und berühmte Persönlichkeiten denn an anderen Stellen dargestellt wurden. In der Antike und in der sich auf diese zurückbesinnende Renaissance, Barock und Klassizismus gab es Darstellungen von bestimmten Göttern/Allegorien/Persönlichkeiten, die sich in ganz Europa immer wiederholten, teils als perfekte Kopien, teils leicht abgewandelt. Nehmen wir mal den berühmten Antinous. In italienischen, französischen, deutschen etc. Schlössern und Parks findest du die selben oder sich stark ähnelnde Darstellungen von diesem immer wieder.

    Wenn man also von einer Portalfigur weiß, sie stellte eine Allegorie des Handels dar, aber die Statue stammte aus der Kaiserzeit und trug die Gesichtszüge einer Hohenzollern-Prinzessin, dann schaut man sich an, wie denn die Allegorie des Handels im Barock in anderen preußischen Schlössern oder Gärten oder vielleicht auch in Italien (wo die Darstellungen oft ihren Ursprung hatten) dargestellt wurde, und erschafft die Allegorie des Handels darauf basierend neu.


    Es ist also meiner Meinung nach legitim und macht Sinn, dass man so vorgeht. Wenn man denn wieder so vorgeht. Außer dass die neuen Figuren barock anmuten sollen, hat man sich bisher nicht viel detaillierter ausgedrückt.


    Zitat gekürzt.

    Richtig, es steht (außer den derzeitigen Arbeiten in der Durchfahrt von Portal V) noch die Aufstellung der Figuren über den vier Portalen I, II, IV und V aus. Dazu hat man sich erst letztes Jahr durchgerungen und die Statuen in Auftrag gegeben.
    Die Portalfiguren waren lange ein Streitpunkt zwischen Schlossverein und der Stiftung Humboldt-Forum, weil angeblich einige der Figuren Hohenzollern nachempfunden waren bzw. diese verherrlichten.
    Erst wollte die Stiftung lange die Figuren überhaupt nicht, letztendlich, als auch der "Skandal" und Streit um Spenden beigelegt wurde, haben sich die Stiftung und der Schlossverein gemeinsam dazu entschieden, dass die Portalfiguren kommen sollen, aber in barockem Gewand und teils in barocker Manier neu geschaffen/erfunden.
    Das hat man tatsächlich schon so ähnlich im Schlüterhof gemacht, wo kaiserzeitliche Statuen von barocken Statuen ersetzt wurden. Dies ist da auch hervorragend gelungen.

    ^ Ich glaube manchmal, ich höre/lese nicht richtig... Denkmalgeschütztes Kulturerbe einfach "beseitigen", weil es sanierungsbedürftig ist und einem persönlich nicht so gefällt?!

    Innen ist aber noch alles kahl und leer:

    Das stimmt so nicht. Habe noch vor kurzem eine Kurzdoku über die schnell wachsende indische Gemeinschaft in Berlin gesehen, und da hat man die Baustelle des Hindu-Tempels besucht, auch von innen, und da sah man schon jede Menge üppigen Stuck.


    Ah! Hab es wieder gefunden:
    https://www.dw.com/de/neue-hei…eutschland/video-67617276

    Scheint sehr schön zu werden, und die Spenden steigen durch das stetige Wachsen der Gemeinschaft wohl auch.

    ^^ Der Titel gebührt eher dem Bebelplatz. Der ist bis auf kleine Details völlig intakt. Der Gendarmenmarkt ist zu gut 70% von Nachkriegsblöcken umgeben, ich würde also nicht sagen, dass er völlig intakt ist.


    Überflüssiges Zitat gelöscht.

    Ich bin sehr positiv überrascht, dass man tatsächlich die Weisheit und das Feingefühl besitzt, das Kleinod Schleiermacherhaus sensibel zu vervollständigen und hier nicht, wie so oft, auf volle Störung und Kontraste gesetzt hat. Dies gibt es in der Gegend schon überall zur Genüge.
    Diese kritische Rekonstruktion haben wir wohl Frau Kahlfeldt zu verdanken. Vielen Dank! :)

    Zu den Nebenfassaden des Glint:
    Der Eckbau mag ja noch durch den kristallinen Aufbau bestechen, aber die Nebenfassaden sehen, so weitgehend entstuckt und glatt verputzt, irgendwie ernüchternd und billig aus (so die Fassade im Bild direkt über mir). Ich weiß nicht genau warum, aber solche frisch sanierten aber weitgehend entstuckten Fassaden haben etwas unwertiges, unwirkliches und fassadenhaftes an sich. Das sollte ja eigentlich eher der Fall mit üppigen Stuckfassaden sein, richtig? Aber das finde ich nicht. Stuckfassaden wirken durch ihre Plastizität, Ornament und Detail dennoch hochwertig. Das ist diesen Fassaden aber jetzt weitgehend genommen.

    Ob nun interessant gelöst, dieser Vorbau, oder wertige Materialien und Look, ich finde solche Setzkästen haben an Unter den Linden eigentlich nichts zu suchen. Das ist Berlins selbsternannter "Prachtboulevard". Nichts an diesen Kisten und Kästen (der Nachbarbau des Bundes wird ja nicht besser) ist prächtig. Das kommt alles sehr minimal, monoton, grau und abweisend (da stimme ich maselzr voll und ganz zu) daher. Das kann man ja gerne überall in Berlin hinklotzen, und es stört nicht weiter, aber ausgerechnet hier? Gab es nicht mal eine Gestaltungsatzung für Unter den Linden? Was ist denn daraus geworden?

    ^^


    Die Spendeneinnahmen und der Zuschuss des Bundes hatten erst mal nicht für die (schon immer mitgeplante) Spitze und Teile des weiteren Schmucks (Säulen, Vasen, Balustraden, Uhren...) gereicht.
    Nun wurde aber erst neulich verkündet, dass die Spitze doch noch möglichst bald nachkommen soll. Man will sie noch dieses Jahr ausschreiben und bis 2025 soll sie wieder aufsitzen.
    Na, dann mal Daumen drücken. :)

    Sanierung des südlichen Portalhauses (Gemeindewohnhaus) an der Sophienkirche

    ...


    Das erfreut und beruhigt mich wirklich sehr! Es war so traurig, dass dieses (einst) schöne Gebäude, was außerdem noch ein selten schönes Ensemble mit dem Pendant gegenüber und mit der Sophienkirche bildet, über Jahrzehnte vor sich hin gammelte und bröckelte. Endlich geht es jetzt richtig mit einer Sanierung los!
    Eine weitere Befürchtung, die ich trotz der guten Neuigkeiten einer Sanierung hatte, war, dass man hier womöglich Berlin-typisch Schadenkonservierung betreiben würde. Also, dass man den bereits abgebröckelten Putz nicht ergänzen würde oder die Balkone nicht rekonstruieren würde. Ich bin so froh jetzt zu hören, und auf dem Fassadenaufriss zu sehen, dass diese Ergänzungen und Teilrekonstruktionen doch geschehen sollen.
    Das brauchte es hier einfach. Dieses in Berlin äußerst rare und schöne, historische Ensemble musste wieder vervollständigt werden. :)


    Zitat gekürzt. Bitte möglichst sparsam und Bilder nur, wenn unbedingt nötig zitieren. Danke.