Beiträge von Radlaus

    Ingesamt läuft diese ganze Diskussion komplett am eigentlichen Sinn der Brücke, nämlich „Städtebau für Menschen“ zu machen, vorbei. Das ist leider sehr schade.

    Der Standort der Brücke ist viel zu zentrumsnah, um massenweise Verkehrsströme aufzunehmen, die falsche Stadtplanung der 60iger Jahre wird offenbar wiederholt.

    Wer Zeit hat, sollte sich mal Ausführungen von Jan Gehl (dänischer Architekt) anschauen - Zitat: „Viel zu lange haben wir Städte geplant, als wollten wir Autos glücklich machen. Dabei sollen doch Städte Menschen glücklich machen .“

    Seine Meinung bzw. Ratschläge sollte die Dresdner Planergruppe sich ggf. mal einholen, es wäre Dresden zu wünschen.

    Ingesamt geht die Diskussion in Details, die nichts bringen. Rein rechnerisch betrachtet, kann man im Prinzip ermitteln, welche Gewinne die LWB an die Stadt Leipzig seit 2006 „ abgeführt“ hat. Der Verkauf der WOBA brachte Dresden seinerzeit wohl 982 Mio Euro. In diesen Größenordnungen ist der Leipziger Haushalt wohl bei weitem nicht bedacht worden von der LWB. Nach Verlustphasen und Eigenkapitalstärkung ist nun eine Phase bei der LWB mit Gewinnen erreicht, aber um die Verwendung dieser Gewinne wird heftig gestritten. Die nächsten Jahre wird es mit Sicherheit schwieriger, Gewinne bei der LWB zu erzielen, da sich das Umfeld für Immobilien stark verändert hat (hohe Investitionen nötig, höhere Zinsen am Kapitalmarkt, höhere Abnutzung des Bestandes etc. ). Insofern hat Herr Roßberg in Dresden wohl mehr richtig gemacht als falsch.

    @yannik,

    Der Hauptakteur bei diesem „ Monopolyspiel“ ist Norbert Ketterer. Er hat sich aus aus der Gerchgroup verabschiedet, und interessante Projekte in die Gateway Real Estate verschoben, mit einem Squizze-Out in 2022 alles übernommen. Aktuell wird es aber eng für Gateway Real Estate. Das BfJ hat am 12.12.25 ein Ordnungsgeld von 50.000 EUR festgesetzt ( das kommt nicht sehr oft vor), nachdem die BaFin bilanzielle Unstimmigkeiten diagnostiziert hatte. Mit dem Hintergrund wird am Blüherpark wohl eher nicht gebaut. Denkmalstatus und Robotronkantine ( völlig überflüssige Investition für die Stadt Dresden) sind willkommene Dinge, um in der Bewertung der Bestandsimmobilien gegenüber der BaFin zu argumentieren. Ich sehe momentan keinen Geldgeber der die avisierte Milliarde Investitionskosten für Gateway Real Estate bereitstellt.

    Es geht also in erster Linie nicht um Denkmalschutz sondern um reines Taktieren. Möglich , das das ganze Projekt scheibchenweise in den Markt kommt, das würde städtebaulich wahrscheinlich sogar besser werden😅.

    Vielleicht muss man beim „Verwalter“ der Gerchgroup nachfragen? Es ist seit 2023 sehr ruhig geworden.

    Aber alle Bauträger haben mit den derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Gut das die Banken aufgrund der aktuellen Geschäftslage die Füße noch ruhig halten können.

    Wundert mich nicht.

    Tja, was will man als Gestaltungskommision eigentlich an der Brücke gestalten, wenn man in der Stadtpolitik nicht beschlossen hat, die (opulenten) Brückenköpfe und die (überdimensionierte) St. Petersburger mit zu beplanen😉. Die DVB scheint auch nicht Druck zu machen hinsichtlich möglicher Linie 5 in Richtung Striesen. Die Chancen, die sich aus dem Neubau der Brücke ergeben könnten sind bald dahin😳.

    Die Dresdner Verkehrsbetriebe wären gut beraten sich da aktiv einzuschalten. Die verlängerte Reißigerstraße für einen Schwenk von der von der Striesener Straße zu nutzen, um so die Zentralhaltestelle Fetscherstraße zu nutzen, würde die Kosten der geplanten Linie 5 natürlich reduzieren und den Umstieg am Fetscherplatz vereinfachen. Stadtplanung kann so einfach sein. 😉

    Es bleibt meiner Meinung nach dabei, das als erstes die Breite der Brücke definiert werden sollte. Je Schmaler umso kostengünstiger wird das ganze (die endlose Diskussion um die Königsbrücker Straße lässt grüßen).

    So wie sich jetzt schon wieder Verkehrsbetriebe und Fahrradlobby gebärden wird es sehr breit und damit sehr teuer. Kühn und Hilbert beginnen da wohl schon wieder eine sehr unrühmliche Rolle zu spielen. Der Verkehrsfluss wird nicht auf der Brücke sondern an den Brückenköpfen samt Verlängerungen entschieden.

    Die Innenstadt muss als Zielverkehr für das private KfZ definiert und entwickelt werden und nicht als Durchgangsverkehr! Wer auf einem Weg hineinfährt, fährt auch auf demselben Weg hinaus.

    Manche Städte lösen das auch mit einem Einbahnstraßenring.

    Der 26iger Ring, den unsere Vorfahren ziemlich logisch entwickelt haben, läuft nun mal nicht über die Carolabrücke und St. Petersburger Str. , da hat die Nachkriegsplanung ziemlich viel Chaos angerichtet.

    Die gesamte Planung der St. Petersburger Straße wird im Prinzip dadurch definiert, das die Straßenbahn als eigener Gleiskörper verbleibt - was letztlich daran liegt, das es in den Verwaltungen üblich geworden ist, erst mal die Förderprogramme zu suchen, wo es richtig Zuschüsse gibt. Einen vernünftigen verdichteten Städtebau kann man damit nicht erhalten.

    Auch an der Carolabrücke zeichnet sich das bereits wieder ab. Die Kosten für Bau und späteren Erhalt dieser „Verkehrsachsenmonster“ sind enorm.

    Solange diese Förderpraxis so ist wie sie ist, wird das dem Städtebau definitiv nur schaden.

    Bei einer Million genannten Gesamtkosten kommen mir die Zweifel, das ein Aufbau nach historischem Vorbild erfolgt. Es könnte für Planung und Sockel reichen. Vom Zeitpunkt der Veröffentlichung her ist es eher Wahlkampfgetöse der SPD (TAG24 :rolleyes:).

    Die Chance in der Pirnaischen Vorstadt komplett „aufzuräumen“ wird meiner Meinung nach nicht gerade durch Initiativen im Amt für Stadtplanung und Mobilität geführt (oder wir bekommen davon nichts mit?).

    Da müsste ein kompletter Plan auf den Tisch. Aber es sieht eher so aus, als das man gespannt abwartet: Lass mal die Bürgerschaft über eine Brücke diskutieren - den verkorksten Kompromiss (etwas anderes wird nicht rauskommen) planen wir dann - und haben dann so richtig zu tun.

    Die neuen Brückenköpfe der Carolabrücke bedürfen einer planerischen Einbindung.

    Wenn der Immobilienmarkt ab Ende der Zwanziger Jahre wieder anspringt - wovon zyklisch eigentlich auszugehen ist - müsste bis dahin wenigstens ein B Plan da sein - ran an die Arbeit.

    Wer kennt eigentlich Matthias Lerm?

    Dresden Neustadt ist ja wieder mal der naivste Vergleich😀. Politisch gewollte niedrige städtische Gebühren für Dauerparker, damit das Klientel nicht überlastet wird, da steht dann ein eigentlich sinnvolles und an strategisch guter Stelle gebautes Parkhaus eben leer.

    Genau betrachtet steht das Schloss in Dresden auch nicht in der Mitte😉, denn es steht historisch betrachtet am Grünen Tor.

    Die Lage im Ort ist nicht entscheidend, möchte ich damit sagen, aber so ein Profanbau gibt dem Ort Idendität zurück. Und da geht es nicht einmal um den Adel, der das Schloss errichten ließ. So ein Bauwerk spiegelt vielmehr die die hohe Handwerkskunst unser Vorfahren wieder. Der Adel ist dahin - die Bauwerke sind geblieben (sofern nicht zerstört) - und bedürfen einer neuen Nutzung. Ebenso kann man Kirchenbauten betrachten - es waren meist die besten Architekten und Handwerker damit beschäftigt solche Sakralbauten zu erstellen.

    Der Glaube geht ebenso dahin (es werden in den nächsten Jahren sehr viele Gotteshäuser zur Entweihung anstehen - mangende Gemeindegrößen und mangelnde Finanzen). Diese Bauten stehen irgendwo im im Stadtgebiet und geben diesem Stadtteil oder Stadtplatz Idendität. Und das braucht der Mensch.

    Das ist langsam sehr niedriges Niveau🙈, gerade neu gebaute Wohnungen kosten Geld😅, Archtikturforum ohne ökonomische Kenntnisse wird halt nur bla, bla, bla.

    Wenn man 1 qm Neubau in Leipzig für 4000 EUR erstellt ( mit Grundstückskosten, Nebenkosten etc. - und das ist noch ein niedriger Wert !) ist man bei einer fünfprozentigen Kapitaleinsatz-Rendite bei 16, 67 EUR pro Qm + Verwaltung + Rücklage- also schlappe 20 EUR/qm. Das tut sich auch nicht mal mehr die LWB an😅.

    Die Bauträger tun es nur, um Anlegern noch einmal 1000 eur/ qm mehr abzunehmen - aber die Endabnehmer werden auf Sicht immer weniger- Rendite ist sowieso nur die Aussicht auf inflationäre Wertsteigerung🫡

    Fakt ist aber, das mit dem derzeitigen Handlungsträgern die Stadtbilder im allgemeinen sich optisch weiter negativ entwickeln. Gegengesteuert wird nur durch die unbedingte Gier der Bauträger Neues zu erstellen um damit Geld zu verdienen ( und Fördermittel abzugreifen). Ist der Verkauf erledigt stellt sich Vernachlässigung und Vandalismus ein. Fassaden die „ liebevoll“ verziert werden, Plätze und Grünanlagen die man lieber nicht nutzt. Aber dann kann ja wieder Steuergeld in die Hand genommen werden, um das zu beheben.

    Die Stadtgesellschaft existiert per se nicht mehr. Wer es sich leisten kann, lebt lieber am Stadtrand (oder im Ausland😉).

    Dem westlichen Lebensstil ist es geschuldet, das der Bezug zur Stadt weitestgehend verloren gegangen ist. Die gesellschaftlichen Fliehkräfte sind enorm.

    Die Städte entwickeln sich weiter - hin zu „temporären Verdienstmöglichkeiten“ - fliegende Einzelhändler, Partys mit Stadtkulisse, mittlerweile sogar sogenannte Pop up Restaurants.

    Eine politische Änderung ist eigentlich nicht in Sicht - die Reichen wollen nicht (und sind politisch (demokratisch😉) gut aufgestellt und die Armen …

    Wer sich etwas mit den Gründerzeithäusern der um 1899 geplanten Bebauung am Nürnberger Ei befasst, dürfte schnell zu der Erkenntnis kommen, das diese Häuser für die gutbetuchte bürgerliche Oberschicht angedacht waren. Mit „Stadtteilzentrum“ hat das rein gar nichts zu tun. Die Hochparterre ist natürlich auch dem Zeitgeist entsprechend bewusst gebaut worden. Wer sich die Beletage nicht leisten konnte wohnte wenigstens nicht im Erdgeschoss 😉. Nach dem Krieg, und mit der Veränderung der gesellschaftlichen Schichten, wurde diese Bebauung abgelehnt, und eine für den Ort untypische neue Bebauung gewählt. Im Prinzip wäre ein Tatalabriss die städtebaulich schönste Lösung gewesen. Aber Genossenschaften scheuen sich meist vor solchen Schritten, wegen schlechter PR. (Ausnahmen gibt esglücklicherweise jedoch auch, siehe „Alter Markt“ in Potsdam)

    Glaube nur der Statistik, die du ..,, so fängt eine alte Weisheit an. Natürlich haben Ballungszentren viel mehr daran Interesse Wachstum auszuweisen, um so Investitionen anzuziehen.

    Die Anzahl der Wohnungen in einer Stadt kann durchaus steigen, wenn weniger Personen darin wohnen, das heißt, das der Flächenverbrauch pro Person somit steigt. Es müssen also nicht notwendigerweise mehr Einwohner in der Stadt leben, wenn es mehr Wohnungen gibt. Als Schlagzeile taugt aber die Meldung, das es mehr Wohnungsneubau gibt, schon.

    Da die derzeit älteren Menschen oft in normaler Ehe verheiratet sind, wird der Wohnungsleerstand nach dem Tod des ersten Ehegatten nicht sofort eintreten. Zukünftig wird sich das sukzessive ändern, da die Nachfolgegenerationen vermehrt bereits allein leben. Bei der zu erwartenden Sterbestatistik dürfte für die Städte ein Zunehmender Wohnungsleerstand „vorprogrammiert“ sein. Statitistisch gesehen bräuchte ganz Deutschland keinen massiven Wohnungsneubau, gesellschaftlich ökonomisch gesehen ist das aber schon ein Dilemma.