Humboldt-Forum / Stadtschloss - Der Bauthread

  • [...] dann wär's wie zu Kaisers Zeiten.

    Zu "Kaisers Zeiten" stand das Messel-Hoffmann'sche Pergamonmuseum, das erst 1930 fertiggestellt wurde, aber noch garnicht. Kaiser Wilhelm kannte nur den kleinen Vorgängerbau, den er 1901 eröffnete, der aber schon sieben Jahre später abgerissen wurde. 1910 begannen erste Gründungsarbeiten am heutigen Museum (hier ein Blick über die Baufläche: http://www.smb-digital.de/eMus…erImageResolution#3889154 ), während des 1.WKs lag der Baubetrieb brach.

  • Danke für das Foto - man sieht dort auch noch wie schön die Kolonnade den Baukörper der Alten Nationalgalerie umrundete dieses Konzept hat man ja dann zu Gunsten des Pergamonmuseums leider aufgegeben. Ich muss gestehen dass ich mit dem Messel- Hoffmannbau immer etwas gefremdelt habe der liegt im Gegensatz zu den übrigen Bauten doch sehr düster, schwer und Klobig auf der Museumsinsel. Interessant ist auch der Rundbau im Hintergrund - das müsste der Zirkusbau sein.

    Ich finde das Schlosscafe übrigens angenehm diskret und wenn ein Zug vorbeirauscht sieht man es gar nicht mehr 😉

  • HarrySeidler

    Ich glaube ja, das war zarteste Ironie von TwistedRoad. Aber vielen Dank für die lehrreiche Zurechtweisung, man hört ja nie auf zu lernen.:saint:


    Endell

    Ja der Winterzirkus. Ich plädiere sehr für eine Rekonstruktion. Man könnte es so gut als multifunktionalen Veranstaltungsort bespielen, das wäre genial gerade in dieser Ecke. In Berlin fehlt es an diesen mittleren Hallengrößen wo man auch mal ein gutes Jazz-Concert geniessen kann .... träum...:/

  • ^ Wenn man ein nagelneues Museum nach sieben Jahren wieder abreißt, läuft das wohl eher unter Fehlplanung und Geldverschwendung. Aber wenn Du es "Dynamik" nennen willst – meinetwegen. (Das erste Museum war übrigens für seine Zeit ein sehr schlichter und eleganter Bau, schade drum, aber war halt zu klein.)


    Der Neubau hat dann schlappe 20 Jahre gedauert. Das würde ich – selbst wenn man fünf Jahre für Krieg und Revolution abzieht – nicht unbedingt als Rekordtempo bezeichnen.

  • Danke für den Verweis auf den Vorgängerbau - der wirkte wirklich eleganter - ich könnte mir aber auch vorstellen dass es sich wirklich nur um einen Interimsbau gehandelt hat das kam ja durchaus öfter vor und müsste man ja anhand der Bauakten vielleicht eruieren können, auch wäre interessant ob die Bauplastik später woanders Verwendung fand.

    Zudem sind Bauwerte seit der Reichsgründung enorm flüchtig gewesen - Palais, Hotels etc hatten in der Rasanz der städtischen Berliner Entwicklung eine fast schon bedenklich kurze Lebensdauer - gerade an Qualitativ hochwertigen prunkenden Bauten aus der Anfangszeit der Gründerjahre hat sich dadurch unverhältnismässig wenig erhalten.


    Ich finde es bedauerlich dass es beim Pergamonmuseum nie zur Vollendung des Messel-Entwurfes kam - die Kolonnade und und der Portikus hätten wirklich einen abgerundeteren Eindruck gemacht, auch die Streitwagen auf den Türmen sind wohl nie gelandet, obwohl es so wirkt als ob die Turmaufbauten nur zu diesem Zwecke errichtet wurden.


    Ich denke die Enorme Bauzeit ist wirklich den instabilen Zeiten und den Wirren der Lokalpolitischen Situation und der Inflation geschuldet.


    Scheinbar setzte die Verschleppung kommunaler Bauvorhaben erst mit der Gründung Grossberlins ein und ist ein seit dem immer wiederkehrendes Phänomen.


    Möglich das man es da recht Früh mit dem Zuständigkeitenpingpong der Amtsschimmel und Bezirkspolitik zu tun hatte, ebenso wie man sich gerne an den Trögen der öffentlichen Mitteln als scheinbar herrenloses Geld gütlich tut.

  • Bin gerade am Schlossplatz vorbei gefahren und zwischen den beiden Portalen war eine ganze Menge Gerüste zusehen, allerdings noch nicht aufgebaut. Also noch gelagert.


    Weiß jemand was da abgeht ? Dachte die Fassadenarbeiten sind abgeschlossen ?


    lg

  • ... und - ich wage es nach diversen Zurechtweisungen kaum schon wieder auszusprechen oder sogar hinzuschreiben (und wieder versehentlich über die Threadgrenze zu springen, aber es muss dennoch gesagt werden): es fehlen noch drum herum vier hübsche Jungfrauen, eine Schildkröte, zwei Pferde, ein Krokodil, diverse Schlangen und Kleintiere und Werkzeuge, zwei Pferdehalter, ein Wassergott und, und, und ...

    Diese Menschen, Götter, Viecher und Gegenstände sind von dem Schlossbau und den prächtigen Fassaden und Portalen einfach nicht zu trennen.

  • Ich ergänze noch drei Aufnahmen des Gerüstaufbaus für die oben erwähnten Reparaturarbeiten am Portal I gegenüber der Hochschule für Musik.

    Vermutlich wird für die Arbeiten nochmals das gesamte Portal eingerüstet werden müssen.


    img_e2410ifjse.jpg


    img_e2411juj1l.jpg


    img_e2412u9jod.jpg

    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich am 13.04.2021 aufgenommen worden und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.

  • Letztes Foto macht es für mich mal wieder sehr deutlich, dass dem Schlossplatz die östliche Einfassung fehlt. Derzeit läuft die Platzfläche ungehindert Richtung MEF aus. So kommt doch kein Platzfeeling auf.


    Wenn schon das MEF nicht komplett bebaut werden wird, so würde ich zumindest eine Randbebauung befürworten, die dem Schlossplatz seine östliche Einfassung wiedergibt in Anlehnung an den Vorkriegszustand:


    https://heinzalbers.org/picture-beralt0003.jpg

    Quelle: heinzalbers.org


    Mod: Geurlt. Bitte kein Hotlinking.

  • Finde ich nicht, sehe ich auch keinen Anlass dafür. Berlin hat ganz andere Baustellen im Herzen der Hauptstadt. Der Alex sollte endlich seine Hochhaus-Cluster bekommen (auch weitere Orte sollten deutlich mehr Wolkenkratzer bekommen, das ist die einzig logische Konsequenz) und das MEF (Marx und Engels Forum) und Rathausform sollten deutlich aufgewertet werden, ein Ort für alle Menschen, mit Cafés, Skaterplatz, gepflegte Grünanlagen - gerade in einer massiven Verdichtung unserer Innenstadt braucht es Grün und Freiflächen.

  • Was das MEF etc. angeht, würde ich eher abwarten, wie sich die Gegend mit den wachsenden Türmen am Alex und die sich verdichtende und hoffentlich belebende Gegend um den Molkenmarkt (und auch die breite Straße) auswirkt, die dann idealerweise das bisher fehlende, aber für mehr Belebung nötige 'Hinterland' für diese großen Freiflächen stellen werden. Vielleicht erkennt man dann in ein paar Jahren, dass man diese Flächen lieber als Freiräume halten möchte, eben weil die Umgebung so stark nachverdichtet wurde (was man sich im Moment nicht recht vorstellen kann).

  • Gestern teilte der Förderverein mit, dass sich die für Mai 2021 angedachte Installation der Kartusche am Eosanderportal bis zum Jahresende verzögert.

    Gerade wird noch am 1:1 Gipsmodell gebastelt. Das ist mit über 5 x 7 Metern schon ein Klopfer!
    Dann folgt das metallene Endprodukt.
    Das Innere der endgültigen Wappenkartusche erhält für die nötige Stabilität ein Tragwerk aus Edelstahl.
    Das Kreuz der Collane des Schwarzen Adlerordens ist noch im Original erhalten und wird wieder in die Wappenhalskette integriert.
    Die fertige Wappenkartusche soll Ende des Jahres 2021 am Portal III zwischen den Großskulpturen angebracht werden.


    Auch die dort noch fehlenden vier großen Bronzereliefs, erkennbar an den leeren Kassettenflächen am Portal,
    sind - bei einem anderen Auftragnehmer - in Arbeit.

    Für die noch fehlenden acht Statuen auf der Kuppel-Balustrade und die 16 auf den Portalen I., 2., 4. und 5. werden noch Spenden gesammelt. :)