Beiträge von TwistedRoad

    Es geht doch nicht um die Styrporleiste an sich sondern um den Anspruch eines "Umbruchs". Der kann doch wohl kaum darin liegen, einfach weiter die Gründerzeitästhetik zu kopieren!


    Und warum soll man ausgerechnet in der Europacity Gründerhausfassaden kopieren, das Viertel grenzt ja nichtmal an ein klassisches Gründerzeitviertel an?? (Abgesehen von den kläglichen Resten einer Ursprungsbebauung)

    Danke Euch für die Erklärungen. Ich dachte halt dass es von der Konstruktion her ja schon früh eine Art Standard gab, die Preußische Staatsbahn hat schon früh in der Geschichte der Eisenbahn Bahnbauten standardisiert wie z.B. den Preußischen Wasserturm, den Preußischen Bahnhof, etc. die Konstruktion der Bahnsteigdächer beinhaltete meisst gusseiserne Säulen in 2 Reihen die Holzgiebel trugen. Diese Konstruktion gibt es ja noch auf vielen S -Bahnsteigen wie Wannsee, Savignyplatz, etc. Die Konstruktion hier finde ich besonders elegant gelöst.

    Dass im Falle des Humboldtforums Wünsche von Bürgern mit der Bereitschaft verbunden sind, ihre Vision mit mehr als nur einer Forderung an die Politik zu verknüpfen, finde ich beachtlich. Wenn Menschen auch mal etwas zu geben haben, für das sie brennen, und seien es die ganzen 50 Euro-Scheine, dann erscheint mir das als eine konstruktive Form von Zeitgeist in Zeiten, in denen die Politik immer und alles richten soll...

    Für viele Spender mag dies zutreffen, bei manchem Großspender sehe ich das als getarnten Lobbyismus an, nach dem Motto "wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing". Das Kuppelkreuz gilt mir als Beispiel.

    Wer diese augenblickliche Dynamik jetzt ausbremsen will und auf viele Jahre hinausschieben möchte, der will eigentlich die Rekonstruktion der Gigantentreppe überhaupt vermeiden ...

    Das Argument kann ich schon nachvollziehen. Ich finde zwar prinzipiell dass mit der Bautätigkeit auch mal eine Pause eingelegt werden sollte um sich erstmal am fertigen Ist-Zustand erfreuen zu können, andererseits wird eh bis 2025 auf der Museumsinsel weitergebaut und saniert, da kommt es auf ein "Treppenhaus" mehr oder weniger auch nicht mehr an...


    Visionäre wie Herr Bodien ziehen aber gern auch mal Scheuklappen über..


    @ Bauaesthet: Wann haben Sie denn zuletzt das Humboldt Forum und seine Umgebung besucht ? Wenn Ihnen allen angeblich so viel an der Stadtreparatur in der Mitte Berlins liegt, warum ging bisher kein Aufschrei durch die Gemeinde weil die Ostseite des Marstalls quasi in die Spree abzurutschen droht??

    Ist noch keinem der großen Schlossfreunde aufgefallen??

    Da wären die Millionen wesentlich dringender benötigt als innerhalb eines neuen Gebäudes weitere Einbauten vorzunehmen.


    Daraus nehme ich als Erkenntnis mit: Die Reparatur der Mitte Berlins ist im Grunde komplett wurscht, es ging und geht einzig und allein darum den Hohenzollernpalast zu fetischisieren...

    Wie teuer ist den ein "Stück moderne Fassade" und wie teuer ein "Stück historische Fassade", die auf Stahlbeton und Dämmung geklebt wird?

    Ich stimme Deinem Beitrag zu bis auf oben zitierten Satz weil dieser impliziert das für die historische Fassade lediglich "ein paar Styroporleisten aufgeklebt" wurden während natürlich klar ist dass die historischen Fassaden frei iund in alter Handwerkstechnik aufgemauert wurden ;)

    Der Vergleich zum Pantheon hinkt meiner Meinung nach und ist als Gebilde bewusst eingesetzter Verschiedener Materialien, seiner Feierlichen Athmosphäre und seinen lebendigen Details wegen schon schwer mit dem betonliebendem Charme einer Tiefgarage oder eines Palazzo asoziale kaum zu vergleichen.

    Es ging mir grundsätzlich um das Material Beton und das Pantheon ist unzweifelhaft aus einem betonartigen Zement erbaut. Die Formensprache ist sicher eine andere, trotzdem ist es ein Betonbau.

    Der Unterschied zwischen einem Stahlseil und Gitterstäben ist doch zunächst mal der, dass das Stahlseil, zumal aus einer Entfernung betrachtet, kaum sichtbar ist, Gitterstäbe aber schon!

    Daher finde ich den Vergleich unpassend.

    Man kann auch nicht jedes moderne Wohngebäude mit den Pariser Banlieus vergleichen nur weil der Baustoff in beiden Fällen Beton ist. Der Faktor für den sozialen Brennpunkt ist die Vernachlässigung bestimmter Quartiere und die Konzentration ärmerer Bevölkerungsschichten, nicht der Baustoff Beton an sich. Diese Faktoren hat es in vielen Altstädten z B. In Bremen, Berlin, ect. zur vorherigen Jahrhundertwende auch gegeben, weswegen die Wohnsituation in dieser Zeit häufig eben nicht von gemütlichem Altstadtflair geprägt war!

    Im Gegensatz dazu ist das Le Corbusier Wohnhaus am Olympiastadion eben kein sozialer Brennpunkt sondern ein gut saniertes Objekt mit zahlungskräftigem Wohnklientel....


    Das von den Römern gebaute Pantheon in Rom ist im Grunde auch ein "Betonbunker"...

    Ich finde das Projekt auch sehr ansprechend, vor Allem diese Stahlnetzlösung bei den Balkonen ist mal was Neues und jeder kann sein Netzt individuell gestalten, z.B. Biegsame Kunsstoffe, Stoffbahnen, etc. "einweben", Pflanzen ranken lassen... ich würde da einziehen und schau schon mal nach Dieter Rahms Regalen auf Ebay ^.^

    Genauso wie die Fassade des hellbraunen Hauses muss meiner Meinung nach Wohnungsneubau überall in Berlin aussehen!

    Echt jetzt? Überall der Häusertypus " entstuckter Gründerzeitler" ?? Wie langweilig!


    Dabei gibt es auch bei den echten Gründerzeitlern einige Variationen in der Ausführung von Erkern, Balkonen aber auch gefangenen Balkonen, Wintergärten, etc. Das war doch viel variationsreicher als die hier vorliegende Häuserzeile?!

    ^

    Vor Allem hat sich unsere Gesellschaft auch radikal gewandelt! Ging es in der Gründerzeit immer um die Wohnverhältnisse von Familien, ist z.B. Berlin heute die Hauptstadt der Singles! Die Bedürfnisse der Wohnenden an sich haben sich doch geändert. Meine 70 Jährige Nachbarin, Urberlinerin, hat "mit Kusshand" ihre Altbauwohnung ( "bisste die Räume warm hattest, bisste fast erfrorn, und Fensterputzen in 3 Meter Höhe, Du lieber Jott, nee da kann ick drauf vazichten!) gegen eine 70er Jahre Single Wohnung eingetauscht....

    Leider geht dieses Projekt an der derzeitigen Realität komplett vorbei. Streng genommen ist ein Besuch der französischen Botschaft rein zum Zwecke der Andacht nichtmal erlaubt!


    Ein Aufruf am heutigen Abend zum Genken eine Kerze ins Fenster zu stellen käme der Realität entgegen und ist meiner Meinung nach sinnvoller.


    Ich kann aber verstehen dass die beteiligten Künstler auch irgendwie über die Runden kommen müssen.


    Also unterstütze ich das Projekt und stell trotzdem eine Kerze ins Fenster...

    Ich bin gern auf der Kantstrasse unterwegs und zumindest bis zur Wilmersdorfer ist sie über die letzten Jahre hübscher geworden und viele Gründerzeitler wurden schon saniert. Der Bau der hoffentlich nun weicht ist einer der "Schandflecke" auf der Strecke. Leider geht's auch bei den Kantgaragen nicht weiter und was Corona übriglässt sei dahingestellt...

    - Innenstädtler halt :)

    Sorry ich verstehe echt nicht wo Du die "Innenstadt" von Berlin verortest. Alle genannten Baumärkte liegen innerhalb des S-Bahn Rings, das ist für mich ausreichendes Kriterium für zentrale Lage wie schon DaseBLN erklärt hat. Alle Märkte haben für größere Teile Lieferservice, wenn da (wie z.B. am Südbahnhof ) auch noch ein Ikea dabei ist, ist das nächste Möbeltaxi nicht weit.

    Möbeltaxi kannst Du in Berlin immer und überall für alles bestellen auch wenn Du n gebrauchtes Sofa von Steglitz nach Tiergarten transportieren musst, brauchst auch keinen Führerschein dafür.


    Dann noch die Berliner Taxen: Zur Lederparty um 4 Uhr Morgens, gar kein Problem! Oder mit neuem Schreibtisch nach Hause, kost nichtmal extra...ist insgesamt sogar oft billiger als Car Sharing


    Ich bin seit meinem 20ten Lebensjahr überzeugter Autofahrer gewesen und habe mein Auto abgegeben seit ich in Berlin lebe (seit 6 Jahren) Ich habe mein Auto seither nie vermisst.