Beiträge von TwistedRoad

    Was mir speziell bei dieser Ecksituation, aber grundsätzlich bei vielen Neubauten in Berlin die auf Alt machen, nicht gefällt ist die Größe der Balkone, die auch so weit herausstehen. Bei Gründerzeitlern hat man es oft viel besser verstanden, Balkone oder Loggien zumindest teilgefangen zu bauen, bzw. durch offene Geländer leichter zu machen.

    Hier finde ich es etwas plump.

    Des Weiteren ist mir nicht ganz verständlich, was an diesem Gelände zwischen Brandenburger Tor und Potsdamer Platz nicht Filet sein sollte. So zentral, so sinnbildlich hätte es kein zweites Baugrundstück gegeben.

    Ja ist schon richtig, gehobene Wohnlage ist es natürlich schon und eine vergleichbar große freie Fläche im Zentrum zu finden war auch nicht leicht...

    Dass der öffentliche Balkon klammheimlich weggefallen ist, ist schon ein starkes Stück, ich dachte immer diese öffentliche Nutzung wäre eine Grundbedingung für die Baugenehmigung gewesen?

    Sorry, aber ein solches Mahnmal mitten in der turbulenten Innenstadt und ohne Bezug wirkt einfach nur grotesk. Gedenkstätten brauchen keine 1A Lage - das haben alle anderen Berliner Gedenkstätten auch nicht - sie brauchen einen Ort mit inhaltlichem Kontext, an dem man sich auf das Geschehene besinnen kann.

    Bist Du schonmal durch das Steelenfeld gewandert? Dann wird Dir ja aufgefallen sein, dass das Umfeld komplett verschwindet und man sich isoliert und desorientiert fühlt - ein gewollter Effekt der im Prinzip überall funktioniert.

    Ausserdem unturbulent ist die Gegend im Grunde auch nicht!

    Und wie schon Camondo bemerkte: Ohne Bezug ist das Mahnmal im Grunde nirgends, denn überall in der Stadt wurden die jüdischen Mitbürger deportiert, wurden jüdische Geschäftsleute enteignet: Hausvogteiplatz mit den jüdischen Schneidern. Die großen Kaufhäuser, etc. etc. Den Bezug gibt es an jeder Straßenecke in Berlin!

    Und der Standort des Holocaustdenkmals als Abstellort zu bezeichnen ist einfach nur grotesk,

    Aber ein Filetgrundstück der Stadt hat man für das Mahnmal nun auch nicht gerade geopfert und man hat sich offenbar keine Gedanken darüber gemacht wie die unvermeidbare Umgebungsbebauung aussehen soll. Eigentumswohnungen: zu profan, Geschäfte/ Restaurants: Dem Ort bzw. dem Ereignis der Erinnerung an die Shoah nicht angemessen...Büros: Noch profaner...

    weiss jemand was mit den ausserordentlichen Exponaten der Mittel- und Südamerika Abteilungen der Dahlemer Museen passieren soll? Werden die auch hier gezeigt? Immer dreht sich alles nur um die Holzschiffchen und die benin-Bronzen...

    Meinem Verständnis nach sind doch alle Abteilungen der Dahlemer Museen umgezogen.

    Die asiatische Abteilung wird ja auch zu sehen sein, incl. japanischem Teehaus.


    Das Luf Boot soll im Übrigen ja gar nicht zurück, die Nachkommen der ursprünglichen Besitzer freuen sich mehr über die Werbewirkung für ihr Land die das Boot an dem jetzigen Standort entfalten kann...

    Zu Beginn war ein Hafenbecken versprochen, nun eventuell ein paar Plätscheranlagen.

    Das verstehe ich nicht so ganz. Der Otto Weidt Platz liegt in der Mitte zwischen dem Nordhafen und dem Humboldhafen, dort liegen die entsprechenden Hafenbecken, oder nicht? Wozu sollte an dem Platz ein zusätzliches Hafenbecken entstehen?

    Es ist zwar ein wenig off topic: Wer sich in der Staatsoper die Zauberflöte mit dem Bühnenbild mit Schinkelschem Sternenhimmel anschauen möchte kann das tun, muss sich aber dessen Gewahr sein, dass es 2 Inszenierungen gibt, die die Staatsoper abwechselnd spielt! Man muss dann die Inszenierung nach August Everding wählen...so als fun fact :-)

    Ja das denke ich auch. Das Prinzip unten zu zeigen was es oben zu sehen gibt, gibt es in Berlin zuhauf, speziell auf der U8.

    Es gibt auch schon mehrere Stationen in rotem Ziegel, z.B.Zitadelle Spandau (U7)

    Was meinst Du hier U3 (echt alt) oder U7 (poppig 70er)?

    Also ich meinte die U7 mit der Pop Art Station :-), aber ich bin flexibel, ich mag auch die U2 Station Deutsche Oper , speziell die Jugendstil Säulen ...

    Es erinnert mich an die Diskussion um den BER: Zum Zeitpunkt der Auftragserteilung das Modernste und Schickste was ging, aber wenn zwischen Entwurf und Eröffnung 25 Jahre liegen, scheint es nicht ganz zeitgemäß...

    Vergleicht man unsere U 5 mit der "Schadowlinie" in Düsseldorf ist es hier gediegen staatstragend und dort ist es moderner, frischer, heller.

    Für mich persönlich muss es im Untergrund aber nicht immer licht und hell sein, daher mag ich z.B

    die Stockholmer U Bahn ( z.B. Djurgården) wo man meint in steinzeitliche Höhlen hinabzufahren.

    Solange die Ausschilderung und der Bahnsteig hell ist ist alles gut.

    Leider hat man in Berlin für meinen Geschmack bei der U5 vor Allem zu viel Strenge walten lassen, es gibt nichts spielerisches, fröhliches.

    Aber ok, ich mag halt auch Stationen a la Fehrbelliner Platz :P

    Die dargestellten Eindrücke, waren für mich dann doch ernüchternd.

    Es wirkt fast als ob Dudler sich seit den 90ern, gestalterisch wenig entwickelt hat -

    In dem erwähnten Tagesspiegel Artikel war aber auch zu lesen, dass an dem Entwurf festgehalten wurde der 25 Jahre alt IST, der Architekt aber nicht unbedingt glücklich damit ist...


    Der Schinkelsche Sternenhimmel kommt zwar im Bühnenbild der Zauberflöte vor, aber Schinkel hat sich da ja mehrfach selbst rezitiert so gibt es die Schinkelschen Sterne z.B. auch in dem kleinen Palais im Schlosspark von Schloss Charlottenburg, somit ist das Dudlersche Rezitat im U Bahnhof evtl. nicht nur auf die Zauberflöte beschränkt?

    Aber man sitzt doch auf der anderen Seite im Lustgarten auch unter lauschigen Bäumen und schaut zumindest aufs Zeughaus, dass der Ausblick dort ein Stockwerk tiefer schöner wäre, kann ich mir nicht vorstellen und die Situation auf Seite des Schlosses ist doch ähnlich?

    Ich finde auch nach wie vor die Aussicht in diesem tief gemauerten Kanal zu schwimmen absolut nicht nice... und wenn man das Flussschwimmbad der Kaiserzeit zitiert war das doch vor dem Bodemuseum plaziert, da ist die Spree breiter und offener.

    Ich krieg nach wie vor Beklemmungen bei dem Gedanken im Kupfergraben rumzupaddeln, aber gut, ich mag auch Schleusenfahrten im Gummiboot nicht, Andere sind da evtl. nicht so vorbelastet.

    Ganz neu ist die Sache mit der Provinienzforschung ja nicht. Ich finde das Verhalten von Madame Savoy eigentlich etwas unfair. Sie wurde in die Kommission berufen eben weil man sich der Problematik der kolonialen Vergangenheit bewusst war und diese näher erforschen wollte.

    Ihre Erkenntnisse nun in einem "deutschen Tschernobyl" einzuschmelzen greift mir einfach zu kurz! Es ist ein Gesamt - West - Europäisches Desaster! Das British Museum wurde immerhin mittlerweile als "Brutish Museum" entlarvt. Was sagt Madame Savoy denn zur Ägyptischen Sammlung im Louvre? Dass die Ägypter vor lauter Dankbarkeit Napoleon all ihre Kunstschätze freiwillig nachgeschmissen haben?

    Figuren wie Giovanni Belzoni werden selbst heute noch als Pioniere der Ägyptologie betrachtet. Pionier war er sicher auf ägyptischem Boden denn die Ägypter hatten zuvor noch nicht erlebt dass ganze Statuen und Tempelteile mit Sprengstoff entfernt und nach Europa verschifft wurden.

    In London und Paris war es en Vogue zum Tee Mumien auszuwickeln, die wurden nicht nur gegen den Willen der ägyptischen Familien ausser Landes geschafft, als es an altägyptischen Mumien zu mangeln begann wurden Bettler aus Kairos Strassen zu Mumien verarbeitet um den Bedarf zu decken.

    Teilweise kam die Ägyptomanie dem Land am Nil natürlich gelegen, es kurbelte den Tourismus an, aber insgesamt waren die Auswüchse doch beträchtlich.

    Die Nofretete kam nur mit einem Trick Borchards nach Berlin. Er war schon ein ernsthafter Archäologe aber er durfte die deutschen Geldgeber natürlich nicht enttäuschen. Selbst einen Teil von Tutanchamuns Grabschatz schaffte Lord Carnavon rechtswidrig nach England. Dies wurde erst in den 2000er Jahren entdeckt als ein Nachfahre von ihm "Hausputz" in seinem Anwesen machte als es zur Kulisse von "Downton Abbey" wurde.

    Die Benin Bronzen wurden von englischen Soldaten blutig erbeutet.

    Die Liste ist endlos fortzuführen und trotzdem scheint es mir dass in Berlin da nun offener diskutiert wird als in den anderen Metropolen Europas. Nun einzig das HF bzw. die SPK in den Fokus zu nehmen ist lächerlich.

    Im Prinzip mag ich diese "große Geste" mit einer großen Freitreppe das Wasser näher an den Menschen zu bringen. In Düsseldorf und Köln gibt es diese Treppen auf denen man sitzt, dem Sonnenuntergang entgegen auf den breiten Strom blickend...

    Die Visualisierung hier legt dies auch nahe, aber ich bin skeptisch. Wenn man sich als Zuschauer auf der anderen Seite befindet, blickt man auf den engen Kupfergraben, eine hohe Kanalmauer und darüber der Schinkelplatz, Schlossbrücke, etc. Ich stelle mir das nicht so toll vor.

    Dass dieser kleine Aufzug den Gesamteindruck der Wippe beeinträchtigt kann ich mir wiederum auch nicht vorstellen, das ist doch eine mächtig große Wippe...

    Dass sich in einem preußischen Schloß Teile eines sozialistischen Prestigeobjektes befinden, finde ich trotzdem ziemlich einzigartig...

    Darum dreht sich ja immer wieder die Diskussion: Es ist eben kein preußisches Schloß in dem sich Teile des PdR befinden! Es ist ein modernes Kulturforum mit barocker Fassade. Und für mich macht das einen großen Unterschied im Gesamterlebnis.


    Was mich persönlich verwundert hat war dass ich bei bestem Wetter im Schlüterhof saß mir die barocke Pracht ansah und merkwürdig...unberührt war, erklären kann ich mir das nicht...


    Im Museumsshop hängen Leuchten aus Erichs Lampenladen. Wer den PdR noch kennt wird sie erkennen. Alle anderen erkennen eine Beleuchtung im Kugeldesign der 70er Jahre.

    Der Klemmbausteinbausatz PdR made in Berlin ist mit 149 Euro übrigens unverschämt teurer und qualitativ äußert minderwertig.