Beiträge von TwistedRoad

    Bei den geplanten Nutzungsbestimmungen gebe ich Berlinier recht. Woher kommt dieser Fetisch, dass jedes Hochhaus eine öffentliche Aussichtsplattform haben muss damit jeder Bürger vom Hochhausbau "profitieren" kann, wen interessiert das? Wie Architektenkind schon bemerkte wirkt Berlin in der Breite, nicht in der Höhe. Die Aussicht vom Oberhausener Gasometer ist spektakulärer als von jedem Hochhaus dieser Stadt!

    Auch das Verbot, im obersten Stock Penthäuser einzurichten, wem nützt das wirklich???

    ganz zu schweigen davon, dass Signa hunderte Arbeitsplatzgarantien auf Jahrzehnte in Aussicht gestellt hat.

    Jahrzehnte? Ich denke es handelte sich um 3 Jahre?!

    Aber Signa hat den Senat da mehr oder weniger in der Hand, wenn der Letter of Intent nichtig wird, werden die Häuser geschlossen, vielleicht noch vor Ostern.

    Dann muss sich der Senat sehr gut überlegen, wie die Berliner Einkaufstrassen weiter zu führen sind und überleben sollen...nicht gut für die Wahl... ;-)

    Man kann natürlich daran mitzuwirken versuchen, den Konsens zugunsten von mehr sozialer Kontrolle zu verschieben, das ist legitim und hätte auch einige Vorzüge, aber man sollte mitbedenken, dass dies eben auch mehr implizite Sanktionen ("tödliche Blicke") bedeutet, also ein weniger freies Klima.

    Ich kann mich aber doch auch individuell verwirklichen ohne mein kaputtes Sofa auf dem Trottoir abzuladen...


    Natürlich ist das alles kein Argument gar keine Gestaltung walten zu lassen und eine gewisse soziale Kontrolle brächte z.B. auch ein Parkwächter, es muss ja nicht immer in Richtung Polizei-Video, etc. Überwachung gehen...


    Sollte das Konzept des Weltgartens überzeugen, wären sicher auch Möglichkeiten gegeben, ein Konzept zum Ersatz des Neptunbrunnens einzubeziehen wenn der dann wieder zum Schlossbrunnen wird, denn offensichtlich wird darauf hingearbeitet.

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    Warscheinlich flieg ich hier wieder als Off Topic raus...egal:

    Sauberer, gepflegter öffentlicher Stadtraum, gepflegte Parks mit Pflanzungen die auf eine alte Kultur zurückgehen, an denen sich Alle erfreuen, die Jedem zur Entspannung dienen ist ein hohes Kulturgut in Japan, daher gibt es einen generellen gesellschaftlichen Konsens über das akzeptable Verhalten im öffentlichen Raum. Z.B. gibt es sehr wenige Strassen auf denen man nicht tödliche Blicke ernten würde wenn man im Gehen isst. Dasselbe gilt für jeglichen Müll. Damit belästigt man Andere nicht, fertig! Egal ob es eine Möglichkeit gibt, Abfall los zu werden. Wenn kein Abfalleimer in den Nähe ist, wird etwaiger Müll mit nach Hause genommen.


    In Schweden gilt das Allmansrätt. Dies erlaubt Jedem Bürger, die Natur Schwedens überall nutzen zu dürfen. Damit das aber funktioniert, gibt es auch hier Konsens darüber, dass jeder auf Sauberkeit in der Öffentlichkeit achtet. Du darfst z.B. auf dem Land eines Bauern campen, gehst aber vorbei und stellst Dich kurz vor und hinterlässt alles sauber und ordentlich, fertig!


    Innerhalb der oben erwähnten Gesellschaften funktioniert das.

    Bei uns? No way! Ja, alles wahnsinnig grün, bio, nachhaltig...in Worten, nicht in Taten.


    Es gibt wenig Konsens zu irgendwas bei uns, außer das Bier reinzuhalten...


    Ein guter Freund (Spanier der meist bei Deutschen putzt) sagte mir mal: Mensch, Deutsche geben viel mehr Geld für Putzmittel aus als wir in Spanien, warum sieht man das nicht in den Wohnungen???


    einsamer Marienkirche...

    Das finde ich die surrealste Situation überhaupt, diese Kirche verdient definitiv eine Fassung, wenn überhaupt sollte man hier mit einer Wiederbebauung anfangen!

    Es ist immer das gleiche Berlin Bashing! Viele Grünanlagen sind wesentlich besser gepflegt als noch vor 10 Jahren! Zentrale Anlagen müssen allerdings sehr viele Nutzer aushalten und die Trockenheit der Sommer trägt dazu bei, dass Rasenflächen zur Steppe werden, man kommt aber mit dem Bewässern nicht überall hinterher...

    Davon mal ab geht es immer um staatliches Geld zur Pflege, vielleicht sollte der Bürger auch mal wieder zur vermehrt pfleglichem Umgang allgemeiner Flächen erzogen werden??

    Preisfrage: Warum sind Strassen in Japan so sauber? Nicht weil dort überall jeden Tag gereinigt wird, es gibt nichtmal besonders viele Papierkörbe! Nein, Japaner nehmen ihren Müll lieber mit nach Hause zur Entsorgung weil die Sauberkeit der öffentlichen Fläche ( aber auch die Pflege von Parks) ein hohes Gut der Allgemeinheit darstellt!

    Vor 2 Jahren wurden in Berlin mutwillig 30 japanische Kirschbäume abgeholzt. Dafür hatten japanische Kinder Taschengeld gespendet. Peinlichst sowas.

    Aufs Allgemeinwohl wird in einem Land wie Deutschland gesch...

    Das ist das Problem, nicht die gammligen Berliner!!

    Deshalb wird die Anpflanzung eines Weltgartens am MEF wohl auch ein Perlen vor die Säue werfen!


    In Ägypten ist jeder gepflegte Park eintrittsgeldpflichtig. Wenn es nicht freiwillig geht muss eben reglementiert werden!

    Absolut richtig. Die autogerechte Stadt wird in die fahrradgerechte Stadt umgebaut, der Fussgänger ist und bleibt Verlierer in allen Varianten. Nicht überall aber sehr sehr häufig...

    "Achtung, experimenteller Kunde hat seinen Quadranten verlassen und tritt in Luxus Quadrant über"... naja neue Konzepte beleben das Interesse. Gespannt bin ich tatsächlich auf die neue Form der Rolltreppen und ob sich die Farbgebung der Fassade nach Reinigung tatsächlich angleicht...

    Schöneberg und Charlottenburg machen sich doch 'guilty by association', und haben noch nicht mal ein Unrechtsbewusstsein...


    Dass Rossebändiger und Kurfürst nicht nach Hause dürfen, weil man sich ja so gut um sie gekümmert hat und sie sich so prächtig in 'ones own backyard' machen, ist doch kein Argument. Und ist es illegitim, den jetzigen Standort in Frage zu stellen?

    Welches Unrechtsbewusstsein sollen die Bezirke denn haben?? Sie haben die Skulpturen damals ja nicht von ihren Sockeln gesprengt und ins Schloss Charlottenburg bzw. in den Kleistpark verschleppt!

    Die Umplatzierungen wurden aus diversen Gründen die sich aus der Nachkriegszeit ergaben vorgenommen.

    Ich entschuldige mich wenn der Begriff "Fake Schloss" so beleidigend rübergekommen ist, ich habe in demselben Kommentar allerdings vermerkt, dass ich mich auf die gelungene Stadtreparatur gefreut habe, und so sehe ich den Bau auch.


    Aber die Benin Bronzen kann man nun nicht mit den umplatzierten Kunstwerken vergleichen, das verhöhnt den Anspruch des Volkes der sie eigentlich gehören.


    Die Skulpuren des Schlossumfeldes wurden unter damals nachvollziehbaren Gründen umpositioniert.


    Die Benin Bronzen wurden von britischen Soldaten in Plünderungsaktionen geraubt! Wir reden bei " identitätsbildenden Massnahmen" von einer Rekonstruktion hier und einer Umplatzierung da, aber bei dieser Plünderung wurde einem Volk ein Grossteil ihrer kulturellen Identität geraubt, das ist doch etwas ganz anderes!

    Die Verweise auf Großbritannien oder Frankreich sind in diesem Zusammenhang übrigens Whataboutism – was hat Provinienzforschung im Kontext der deutschen Kolonialgeschichte mit dem British Museum zu tun?

    Bei den Benin Broncen hatte das Britische Museum seine Finger wohl mit im Spiel.

    Hierzu gibt es ein aktuell sehr interessantes Buch: "The Brutish Museums" von Dan Hicks.

    ...sondern ebenso der Große Kurfürst und der St. Georg Drachentöter. Nicht nur aus historischen und kunsthistorischen Gründen, sondern ebenso aus ästhetischen. Großartige Kunstwerke gehören einfach in den prominenten Sichtraum.... Ein so gewaltiges und bedeutendes Reiterdenkmal wie der Große Kurfürst gehört ohnehin nicht in einen dreiflügeligen Ehrenhof (im entlegenen Charlottenburger Schloss). Erstrangige Kunst gehört an erstrangige Plätze in einem erstrangigem Umfeld...

    Ihre Sichtweise von Berlin ist mit Verlaub mehr als lächerlich!

    Sie können 3 mal ein Fake Schloss in die Mitte Berlins bauen, trotzdem bleibt das Charlottenburger Schloss Berlins bedeutendste Schlossanlage!

    Abgesehen von der Museumsinsel gelten die dem Schloss Charlottenburg gegenüberliegenden Museen und Sammlungen als ein zweites bedeutendes Museums- Zentrum Berlins, ohne Zweifel ein erstrangiges Umfeld.

    In 2020 wurden 100 Jahre "Gross-Berlin" gefeiert und nicht "Berlin-Mitte mit Peripherie" .


    Ich habe mich ehrlich auf eine gelungene Stadtreparatur in der Mitte Berlins gefreut, aber wenn ich sowas lese unterschreibe ich gern die erste "Reisst das Ding wieder ab" Petition! Echt jetzt...

    nicht sehr alte Bäume ohne sichtbare Krankheitszeichen vollständig entfernt wurden, denn auch bei sichtbar kranken Bäume hat man es hier sonst nicht so eilig.

    Aber ist das nicht das aktuelle Problem der zu trockenen letzten Jahre, dass äußerlich bzw. für einen Laien unsichtbar immer mehr Baumbestand unrettbar erkrankt? Wenn ich mich recht entsinne gab es hierzu in diesem Jahr einen interessanten Bericht über die Parkanlagen von Berlin über Potsdam bis zum Gartenreich von Fürst Pückler-Muskau. Diese Fällaktionen werden sich häufen wenn die Trockenheit der Grund sein sollte...

    Nunja, vielleicht sollte man nicht unterschätzen dass diese Bauprojekte im Grunde einen Riegel darstellen, der das gesamte Viertel gegen den Bahnverkehr abschirmt...

    Aber dass in diesem Viertel eine Art Gemütlichkeit aufkommt, kann ich mir wiederum auch schwer vorstellen...

    Es sei denn man gibt alle Dachflächen für Roofgardening frei, das wär mal was!

    Soll das jetzt Ausdruck von Berliner Allgemeingültigkeit sein?

    Ohne persönlich werden zu wollen aber persönliche Gleichmütigkeit ist im öffentlichen Raum keine Qualifikation.

    Ja und? Dann lauf doch Abends als Wachpatroullie, tagsüber kannst Du Dich dann mit der Wurzelbürste dranmachen. Also ich hab andere Dinge um die ich mich kümmern muss...

    Wenn es um "echte" Grafitti geht, kann ja doch vorher gefragt/vereinbart werden was/wann/wo gemacht wird. Oder ist das zu schwierig?

    Ich denke in dieser Kunstform geht es nicht um "echt" oder "falsch", ob Tag oder Multicolor Grafitti, jedes hat seine eigene Bedeutung, ob Berechtigung mag dahingestellt sein. Andererseits ist das Spontane auch Merkmal dieser Streetart, "mit Ansage" ist dann in etwa so, wie wenn jemand Beuys gefragt hätte: "Höret Sie, isch Ihre Fettecke au Vegan?"


    Die BVG hat wohl bei ihren U Bahnen kapituliert weil nicht genug rollendes Material vorhanden ist um Grafitti regelmäßig zu entfernen, andererseits ist wohl offensichtlich dass die Züge einfach auch zu schlecht geschützt und überwacht werden! Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Entfernen der Grafitti billiger kommt als z.B. einen entsprechend engmaschiger kontrollierenden Sicherheitsdienst zu beauftragen.


    Wobei schon in mehreren Dokumentationen hierzu offensichtlich wurde, das Sprayer auch Hilfe aus den Reihen von BVG Mitarbeitern erhalten, z.B. was Zugänge zu den Zügen betrifft.


    Mir scheint derzeit hilft nur in einer möglichst "langweiligen" Gegend zu wohnen um Grafitti zu umgehen, hier im Hansaviertel passiert da relativ wenig:-)

    Ganz zu schweigen von dem was alles in den Depots und Archiven vor sich hinrottet und von Schädlings und Schimmelbefall vernichtet wird. Es gibt Exponate die hat noch nie ein Mensch gesehen, die stehen noch eingepackt wie sie vor 100 Jahren in Berlin angekommen sind.

    Aber wenn das ein Problem der SPK ist, dann ist ein reiner Museumsbau doch auch keine Lösung, dann müsste ein neues Archiv oder Depot gebaut werden, bzw. die leerstehenden Museen in Dahlem dazu saniert und umgebaut werden?

    Inhaltlich wird das HF mit seinen Sammlungen ein profaner Ort, im schlechtesten Fall (so wie ich die Deutschen kenne) wird man aus wiederkehrenden Restitutionsdebatten und Selbstgeißelung über die Kolonialzeit nie wieder herauskommen.

    Preisfrage: Was unterscheidet Berlin von Rom, Paris und London?

    Antwort: Berlin besitzt keinen einzigen Obelisken.

    Dafür war Deutschland als Besetzungsmacht in Afrika einfach nicht bedeutend genug. Was den Völkermord an den Herero aber nicht relativieren soll.

    Die Raubkunstdebatte ist doch nur ein Teil, ein Symptom des Grundproblems, des Flüchtlingsproblems, das Europa immer noch nicht in der Lage ist gemeinschaftlich und human zu lösen. Ja, sich halb Afrika Untertan zu mach, das konnten die Europäer aber wehe es geht darum, die Kinder der versklavten Völker in Europa aufzunehmen!

    Nein in der Beutekunst es geht jetzt auch Paris und London an den Kragen, Emanuel Macron plant, innerhalb von 5 Jahren den afrikanischen Ländern ihre Kunstwerke zurückzugeben, passiert ist natürlich noch nichts. Das Britische Museum sieht sich ebenfalls massiver werdender Kritik ausgesetzt ("The Brutish Museum").

    Die gesamte brutale europäische Kolonialarchäologie und Grabräuberei steht zur Debatte.

    Das wäre doch mal eine nette Aktion: eine Abordnung ägyptischer Archäologen reist nach Paris um dort eine der Fensterrosetten aus der Notre Dame zu sägen um sie anschließend in einem Kairoer Museum zeigen zu können. Bei der Gelegenheit könnte man dann bei einer gepflegten Soiree der ein oder anderen Sargöffnung des europäischen Hochadels beiwohnen.

    Hier sieht man, wie nahe das Grundstück an der Marienkriche liegt, einem der ältesten und wichtigsten Baudenkmäler Berlins. Gerade deswegen ist es so schrecklich, was hier gebaut zu werden droht.

    Aber das Bild offenbart auch die wirkliche Misere: Um die Marienkirche existiert eben auch kein einziges Gebäude welches irgendeinen Anschluss an ihre Architektur findet.... sehr schade...