Beiträge von ReinhardR

    Das Bundesfinanzministerium (BMF) wirkt von außen, als hätte es sich gut eingelebt auf den fast 50.000 Quadratmetern des früheren Reichsluftfahrtministeriums an der Wilhelmstraße zwischen Leipziger und Niederkirchnerstraße.
    Aber die Großzügigkeit täuscht: Der Hauptsitz ist nur einer von sieben Berliner Standorten, von denen laut BMF fünf extern angemietet sind.
    Die sollen nun durch einen repräsentativen Neubau inkl. Konferenzzentrum, Wohnräumen für Teilnehmer der Bundesfinanzakademie und „Großkantine“ ersetzt werden.
    Der Erweiterungsbau soll auf den 13.300 m2 der Parkplatzbrache an der Wilhelmstraße entstehen. Diese Fläche gegenüber dem Finanzministerium war noch 1939 abgeräumt worden.
    Dort sollte das Reichspostministerium errichtet werden. Dann kam der Krieg.

    Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat gerade den Architekturwettbewerb ausgeschrieben.
    Der Baukostenansatz liegt bei 322 Mio. Euro
    - zzgl. Ausstattung und Unwägbarkeiten.
    Gebaut werden soll von 2024 bis 2029. :saint:

    Gestern teilte der Förderverein mit, dass sich die für Mai 2021 angedachte Installation der Kartusche am Eosanderportal bis zum Jahresende verzögert.

    Gerade wird noch am 1:1 Gipsmodell gebastelt. Das ist mit über 5 x 7 Metern schon ein Klopfer!
    Dann folgt das metallene Endprodukt.
    Das Innere der endgültigen Wappenkartusche erhält für die nötige Stabilität ein Tragwerk aus Edelstahl.
    Das Kreuz der Collane des Schwarzen Adlerordens ist noch im Original erhalten und wird wieder in die Wappenhalskette integriert.
    Die fertige Wappenkartusche soll Ende des Jahres 2021 am Portal III zwischen den Großskulpturen angebracht werden.


    Auch die dort noch fehlenden vier großen Bronzereliefs, erkennbar an den leeren Kassettenflächen am Portal,
    sind - bei einem anderen Auftragnehmer - in Arbeit.

    Für die noch fehlenden acht Statuen auf der Kuppel-Balustrade und die 16 auf den Portalen I., 2., 4. und 5. werden noch Spenden gesammelt. :)

    Wie bereits in #1.086 erläutert, halte es nach wie vor für einen Fehler, dass man nicht alle schlüterschen Treppenhäuser bereits in einen nutzbaren Rohbauzustand wiederhergestellt hat. Diese Maßnahmen wären sicherlich für einen einstelligen Millionenbetrag zu haben gewesen und hätten dem Bau endlich eine attraktive vertikale Erschließung beschert.

    Die beiden wichtigsten Treppenhäuser - das neben dem Eosander-Portal III und das Gigantentreppenhaus - waren Kompromisse.
    Das Schlütersche war eine Erweiterung der Rennaissance-Treppenanlage mit Wendelstein (für die Fußgänger) und einem flachen Aufgang für die Reiter, damit diese per Pferd in den Rittersaal kommen konnten. Daher waren die Schlüterschen Treppen auch recht flach aber dafür beidseitig des Eingangs.
    Das Eosander-Treppenhaus war ursprünglich nur zur Erschließung der Königswohnung gedacht, die nach den Plänen Eosander von Göthe in der Belle Ètage sein sollte und hatte den Nachteil viel zu kleiner Fenster.
    Für die Erschließung des späteren "Weißen Saales" war sie keine optimale Lösung.

    Zahlreiche Rekonstruktionsbeispiele zeigen, dass sich die Arbeiten über einige Jahre, oder sogar Jahrzehnte hinziehen werden.

    Stimmt! Ein gutes Beispiel ist das Königsschloss in Dresden, bei dem mit dem schrittweisen Wiederaufbau schon zu DDR-Zeiten begonnen wurde.
    Obwohl hier einige Zeitschichten recht eigenwillig verquirrlt wurden, kann sich das Ergebnis nach 40 Jahren (!) Rekonstruktionsarbeit sehen lassen!

    Der Schloss-Förderverein hat seinen Mitgliedern und Spenderneine DVD mit einer Simulation des Gigantentreppenhauses zukommen lassen.

    Recht gut gemacht, wenn auch etwas unterbelichtet.
    Mit der Großzügigkeit des Treppenhauses von der Würzburger Residenz kann das Gigantentreppenhaus bei weitem nicht konkurrieren.
    Interessant ist es trotzdem! ;)

    An eine Rückkehr wäre also sowieso erst nach 2023 zu denken.

    Eher als 2023 wird das Geld auch nicht gesammelt worden sein. Solch ein Projekt braucht immer eine Vorlaufzeit.

    Die Finanzierung der Schlossfassade und der Kuppel durch private Spenden ist an sich schon ein kleines Wunder:
    Zwar wurde für die Dresdner Frauenkirche ein vergleichbarer Betrag gesammelt; hier waren aber das Land Sachsen und die Dresdener Bank
    ganz erheblich beteiligt.
    Dass einmal Bayern, Schwaben, Hessen, Hanseaten und Rheinländer für ein preussisches Monument freiwillig zahlen würden, das ist schon bemerkenswert!
    :thumbup:8)

    Wilhelm von Boddien ist ein begeisterungsfähiger Mensch mit Charme und Feuereifer.
    Es sei ihm gegönnt und verziehen, wenn er mal übers Ziel hinausschießt.
    Er hat ja auch gegenüber den "Fundamentalisten", die lieber das Schloß ganz (incl. Rennaissance-Ostseite) oder gar nicht wollten,
    den Stella-Entwurf verteidigt.
    Wär er nicht so, wie er ist, die Schlossfassade wäre nie gekommen! ;)

    Ein solches Vorgehen ist dem Steuerzahler nicht vermittelbar und dieses Anliegen bedarf eines besseren Timings.

    Der Förderverein verantwortet keinerlei Kostensteigerungen.
    Dass "die Spenden ausschließlich für die "Planungs- und Herstellungskosten der Fassadenelemente" herangezogen werden." ist eine Halbwahrheit.
    Was an Kosten übrig bliebe, ist ... was? Das Befestigen der Fassadenelemente? Nicht einmal das!
    Die Verteuerung ist einzig und allein den Änderungswünschen im Inneren des Gebäudes zuzuordnen, die mit der Schloss-Hülle nicht zu tun haben und speziell von der Seite des Landes Berlin zu verantworten sind.
    Schnittstellen gibt es dort, wo an den Portalen Außen- und Innenarchitektur inenander übergehen.
    Alles, was dort nach dem historischen Vorbild rekonstruiert wird, wird vom Förderverein durch Spenden finanziert.
    Das würde auch für das Gigantentreppenhaus gelten.

    ...der ÖV kann noch so toll ausgebaut sein - die Leute sitzen trotzdem lieber in ihrer Karre.

    Das hat auch gute Gründe: Covid-Aerosol-schwangere Luft im öffentlichen Nahverkehr, Sauberkeit, das Gefühl (auch wenn´s nicht stimmt) seinen Weg selbst bestimmen zu können, die Freude, im eigenen Auto das selbst gewählte Ambiente genießen zu können und natürlich die Heizung/Klimaanlage, deren Level man individuell gestalten kann.
    Kurz: ich liebe meine "Karre"! 8)

    Ich hab´s im Skyskraper Forum auch geschrieben.

    "Metallprofile, Glas und Rechter Winkel - was anderes fällt denen nicht ein? Naja - manchmal sind auch 22° dabei...
    Einen "Work-Life-Campus" stelle ich mir ganz andes vor.
    Wie ist denn das Leben? Gehören auch Kinder dazu? Gibt es nicht Höhen und Tiefen? Ein Vor und Zurück? Unterschiedliche Persönlichkeiten? Ein Oben und Unten? Vielfältige Aufgaben und Qualitäten?
    Wer mit dem Anspruch einen "Work-Life-Campus" zu bauen antritt, der sollte nicht Fassaden wie Schließfächer und Fenster wie vom Fließband bauen.
    Dies ist mehr "Tyrannis" als "Campus"!"

    Dass die Umgebung auch von Arbeiter-Schließfächern geprägt ist, macht die Sache nicht besser.

    Kleinteilig und nicht aus "einem Guss". So wie man es bei der "Werkbundstadt" ursprünglich mal geplant hatte.

    In der Mitte dieses Quartiers könnte man dann einen Platz anlegen. So in etwa wie der Prager Platz in Wilmersdorf oder der Gärtnerplatz in München.

    In den EG Zonen um den Platz könnte man dann kleine Cafés, Restaurants und Läden ansiedeln (keine großen Ketten).

    So würde ich mir dann auch die neue Uferpromenade zur Spree hin vorstellen.

    Das ganze Quartier sollte eine Mischung aus Gastronomie, Einzelhandel, Wohnungen, Kultur und Dingen des alltäglichen Bedarfs sein.

    Wir sollten Rob oder Leon Krier einschalten, dann könnte es ´was werden.
    Es wäre die konsequente Ergänzung zum Nicolai-Viertel ohne dessen Pseudo-Retro-Architektur und Stadtreparatur im besten Sinne.
    Ja, das wäre mein Traum - so, wie ich vor 30 Jahren von der Wiederkehr des Schlosses geträumt habe... 8)

    Ja, auf dem Schloss, sicherlich - ich habe gerade noch im alten Jahr dafür gespendet! 8)
    Geplant sind die Statuen auf allen vier bislang undekoriert verbliebenen Portalen.
    Ferner sollen noch acht Figuren auf die Balustrade der Kuppel kommen.

    Danach werden die Leerstellen auf dem Marstall noch kahler wirken... :/

    Ich vermute, daß jetzt alles erstmal wirken und sich eine Weile setzen muß, bis auch die Schwächen der jetzigen Gestaltung anerkannt werden können. Dazu muss auch die Wippe fertig werden. Ich denke der Schlossplatz ist der Bereich, der so wie er jetzt ist, nicht Bestand haben wird.

    Ja, darauf setze ich auch.
    Diese Steinwüste war 1900 und ist auch 2021 nicht der Weisheit letzter Schluß.

    Was für mich bei dem 1900er Foto faszinierend ist, sind
    1. die Figuren und Skulpturen auf den Balustraden von Schloss und Marstall - das gibt dem Ganzen deutlich mehr Würde
    und
    2. die Bebauung der östlichen Spreeseite. Das wirkt doch erheblich urbaner als die gegenwärtige Grünanlage.

    Ich bin ein absoluter Gegner solcher Provisorien!

    Abgesehen davon, dass die Verkleinerung des Bundestages (Überhangmandate) und die Änderung der Wahlmodalitäten vom Bundesverfassungsgericht schon in der vorletzten Legislaturperiode angemahnt wurden: die Größe des Parlaments scheint im umgekehrt proportionalen Verhältnis zu seinen Leistungen zu stehen. X/

    Aber die zu erwartenden zusätzlichen Abgeordneten und ihre Zuarbeiter in einem solchen Provisorium unter zu bringen ist schlichtweg Geldverschwendung.
    Soll doch die Bundestagsverwaltung vernünftig gestaltete Büroflächen anmieten oder bauen und sie nach der überfälligen Gesetzesänderung wieder an den freien Markt geben.

    Die Erfahrungen vom Bundeshauptdorf Bonn haben gelehrt, dass kaum etwas so lange hält wie ein Provisorium! ;)