Beiträge von Endell

    Wenn man aus der Rostlaube an der Warschauer heraustritt hat man gerade in den Abendstunden nen ganz ansprechenden Blick auf den Turm. Obwohl man sich wünschte der sich ins Bild drängelnde Industriepalast würde endlich von seiner entstellenden Fassadenkostümierung von '93 befreit.


    Ich bin gespannt wie sich der Amazonturm auf die Gegend auswirkt.

    Vielleicht wird man ja auch irgendwann diese merkwürdige Mall mal wieder los, das Gelände hätte man besser und ansprechender Bebauen können als mit diesem UFO das Programm darin ist mäßig und die Zurwegung ist sowieso vom S-Bahnhof kommend recht umständlich, wenn man nicht diese merkwürdige Treppenkaskade nutzen will um unter der wenig einladenden Unterführung auf die andere Seite zu gelangen.

    Ich baue hier sehr auf die Dynamik die Hier mit den Projekten von Zalando und Amazon einsetzen könnte um die Gegend neu zu sortieren und einladender zu gestalten.

    Ich kann mit diesen Astloch-Holzverkleidungen grundsätzlich nichts anfangen - das sieht nach 2 Jahren nicht nur beschissen aus, sondern ist verlogenes ökowashing pur -so ne Thermokiefernlatte gilt nicht nur als schlechter wärmespeicher es muss auch regelmäßig behandelt werden um nicht zu vergrauen - dass Holz ist durch die Behandlung zudem spröder, und hält physischer Beanspruchung deutlich weniger stand.


    Ich frage mich obendrein wo diese Unmengen von wachsendem Holzbedarf für solche unsinnigen Fassaden eigentlich herkommen. Nachhaltig wirkt das auf mich erst mal nicht sonderlich.


    Die Visu ohne Lattenzaun war erschreckend ehrlicher und zeigt dass das nichts anderes ist, als der übliche Traum in Beton den man seit den 70ern für Sozialwohnungen in die Städte kippt.

    Stadtraumfremdelnde abseitige Feierabend-Bettenburgen die aussehen wie Parkhäuser.

    Da bringen auch die aufwändig zu umsorgenden Hochbete nüscht um sich als „zum Verweilen einladendes Gartenparadies“ zu verstehen wenn sich keiner verteuernd drum kümmert, hat man nichts weiter als wucherndes Gestrüpp. Im Zusammenhang mit der „Landschaftlich“ gedachten Arangierung der Gebäude-BLÖCKE wünscht man besonders den zukünftigen Bewohnern der Erdgeschosszone mit ihren lichtdurchflutenden Bodentiefen Fenstern hinter dem Rabattenwall ein wohliges sicheres Gefühl. Ich hoffe die hochwertig gepflasterte Freiraumgestaltung legt Wert auf eine gute Ausleuchtung - Nicht dass der Wohnpark trotz Umzäunung zum Angstraum mutiert.


    Das ganze Projekt holt mich nicht ab - dass das teure Eigentumswohnungen im gehobenen Bereich sein sollen muss einem echt gesagt werden. Was n das überhaupt für eine Raumhöhe? 2.40m?

    Lieber Architektur-Fan, den Vergleich zum Nolli hätt ich jetzt nicht unbedingt gezogen - beide folgen zwar der Idee einer Skelettierten Version aber die Nollendorfplatzkuppel, soll die Vorgängersituation eher simulieren, deshalb wirkt die Kuppel dort auch eher wie ein Pappkamerad aussm Ausschneidebogen und mutet leider wie eine Karikatur des Vorbildes an.

    Ich weiß gar nicht ob ich das als Architektur oder als Kunst am Bau werten soll.

    Das Ding hat blöderweise Dank dieser Simplifizierung eher das Niveau einer Verkehrskreiseldeko in der Provinz aber zu mehr reichte es wohl nicht.


    Natürlich ist’s schön wenn Kuppeln und richtige Dächer den Weg zurück ins Stadtbild finden und Stadt aufhört wie ein Schuhkartonlager auszusehen. Ich geb zu dass die Kuppel ohne die Lichtreklame deutlich von ihrem Charme eingebüßt hat - und letzt recht provisorisch daher kam von daher kann man die neuere Version durchaus auch begrüßen trotz der fade geratenen Laterne / auf dem historischen Foto erkennt man leider nur schwach dass die oberen Stockwerke ein etwas lebendigeres Fassadenbild hatten und sich zwischen den Gebrochenen Giebeln wie über den Fenstern eine Art Kartusche mit barockisierender Ornamentik befand.

    In Nähe von Dach und Kuppel ist für mich vorstellbar dass das kriegsverlust ist, bei der Fassadengestaltung hätte ich eher Zweifel - da müsste man recherchieren wie sich das Gebäude nach dem Krieg darstellte.

    Ne Schlichtung kann ja sowohl vor als auch nach dem Krieg vollzogen worden sein - das war ja schon unter den Nazis als „Entschandelung“ Programm. Diese Flegelei im Stadtbild hat keine andere Nation in Europa so kontinuierlich auf die Spitze getrieben wie die gründlichen Deutschen.

    Den Dachausbau finde ich durchaus gelungen Aber ich muss gestehen mir hat der vorgängerturmhelm fast besser gefallen - der war auf jedenfalls markanter als diese aufm letzten Meter der Laterne doch etwas lustlos geratene Rekonstruktion. Auch wenn die Schieferdeckung wertig und überzeugend daherkommt.


    Die Mühe der Turm-Aufwertung hätte man da wohl besser auf die zu nudelig geratenen Fahradknochen-Kapitelle mit dem triglyphenstuss verwenden sollen, die dürften auch aus den 80ern sein - da dürften vormals schöne kompositkapitelle existiert haben - vielleicht findet jemand ein Foto vom Urzustand ich konnte keines entdecken.

    Lieber ElleDeBe, Bestes Beispiel ist wohl das Eckgebäude Kurfürstenstraße Ecke Einemstrasse - wenn auch in späterer Zeit noch zusätzlich mit eternit verunstaltet , der Umbau des Bankhauses Merck in der Taubenstrasse 23 von Zuker 1923 dürfte wohl zu den gelungeneren Umbauten gehören.

    Aber es gibt eben auch Die Potsdamer str. 146 und 70, Hasenheide 115, Kurfürstenstraße 28, Dresdener 1 und 21, Oranienstrasse 15 um nur einige Beispiele zu nennen.


    Die TU hat da wie bereits eine ganz interessante Abhandlung zum Thema ins Netz gestellt.


    Dass Fassaden schon in der Gründerzeit zugetackert mit Werbung waren ist unbestritten - dass das mit den Lebhaften Fassadenbildern auf hässliche Art in Konfusion geriet - und weder der Fassade noch dem Werbebedürfnis vorteilhaft zu Gute kam ebenso - daher scheint der Wunsch nach Vereinfachung der Fassaden erst mal nachvollziehbar, genauso wie man den System-und Epochenwandel hin zu etwas in seiner Zeit „Modernen“ eben auch markieren wollte.


    Nur ist es eben nicht immer gelungen - gerade dann, wenn die Altbauten ihre alte Fassadenkonzeption durchscheinen lassen (Erker, Balkone, Fensterkreuze, Rythmus und Proportion z.b) funktioniert es eher leidlich.


    Balkongeländer zu verkoffern und ausgemauerte Gesimse und Steinarbeiten zu schleifen um dann Platte Putzbänder drüber zu legen ist halt auch keine schöpferische GlanzLeistung und grenzt schon an Vandalismus.

    Dass ausgerechnet am Ku’damm der Stuck in dieser Zeit von der Fassade fiel halte ich auch eher für einen Mythos.

    Na die bunten legoburgen von Sauerbruch kann man ja nu auch nich mehr sehen - mich erinnern die immer an kindergartencontainer.

    Das Thema war wohl Markenzeichen des Büros um sich als innovativer menschenfreundlicher Mitgestalter im Stadtbild zu gerieren aber schlussendlich sind’s fast immer ordinäre Kisten.

    Den Neubau hier find ich übrigens modisch und hässlich auch wenn die Kubatur so was wie ne Dachanmutung heraufbeschwört - sieht’s schlussendlich doch eher aus wie n Tagungshotel aus den 80ern - den in den 20ern Verunstalteten Altbau als Referenz hier anzufügen is jetzt auch keine sonderlich Schmeichelhafte Idee.

    Es gibt ganze Abhandlungen über diese furchtbare Phase der Fassadenverstümmelung in den 20ern - die oft nur den Zweck hatte Flächen für Leuchtreklamen und Werbeschilder zu generieren und sich den kläglichen Anstrich von einer Vorstellung amerikanisierter Modernität zu geben. Die Stadt war quasi fertiggebaut, Mittel Knapp und Flächen für Moderne Neubauten rar - da behalf man sich mit solchen Fisimatenten deren Ergebnis eben oft nach hinten losging und das Auge bis heute oft genug beleidigen.


    Mod: Die OT-Beiträge zu Fassadenveränderungen in den 20ern wurden in die Lounge verschoben.

    Die Viso is echt mal interessant, sieht hier erst ma aus wie n Spekulantenobjekt aus Moskau.


    Der Fairness halber sollte man aber sagen, dass wenn man sich die Gegend auch aus der Vogelperspektive mal anschaut - hier eigentlich alles scheinbar planlos in den Sand gesetzt wirkt - ein Konglomerat aus überlebten Stadtversatzstücken aus der Vorkriegszeit -,die Schnipsel von Bauten aus der ersten Wiederaufbauphase, die die vormals gewachsenen Strukturen mit einer völlig anderen Philosophie zu überblenden suchen, dann die lose eingestreuten, riesigen Arbeiterschliessfächer, denen die Idee von Stadt völlig abgeht und schließlich die hilflose aber teilweise ambitionierte Restflächenverwertung aus der Nachwendezeit - hier findet kein Neu-Bau irgendwie Anschluss weils keine konsequent durchgehaltene Idee von Städtebau an dieser Stelle gibt und wohl auch nicht geben kann. Ein schizophrener fail wie er in Berlin überall und bis heute immer wieder angerührt wird, auch wenn’s manchmal Stadtreparatur genannt wird. Man müsste schon gehörig abräumen um diese Gegend neu zu definieren.


    Der Bau hier folgt zwar der Idee einer Blockrandfortsetzung, zitiert sogar die zaghafte klassizistische Haltung der 50er Jahre-Bebauung mit etwas zu platter verhärteter Geste und verspricht sogar die Weiterführung der Vorgartenidylle dieser bei gleichzeitiger Hinwendung zum übersteuerten Effizenzwohnungsbau Marke Platte -im Ergebnis erhält man dann halt etwas wo man meinen könnte, die Architekten haben die Pläne zu Germania etwas zu oft gesehen.

    Geschickter wäre wohl eine parzelliertere Anmutung des Blockes gewesen, die diesen Klopper etwas lockerer wirken lässt, auch die Gebäudeecken hätte man spezieller ausbilden können - abgeschrägt oder abgerundet vielleicht sogar mit einem anderen Höhenabschluss würde der ganze Bau längst nicht mehr so schwerfällig wirken.


    Das obere Gurtgesims leitet leider auch nicht wirklich eine Variation des Fassadenthemas ein und wirkt dadurch eher überflüssig -hier gibts weder ein Mezzanin noch eine anders geartete fassadentextur oder auch nur Farbigkeit - nicht mal die eingeschobene Staffelung beginnt hier- der einzige Sinn hier scheint eine Referenz an die Traufhöhe des Nachbarn herstellen zu wollen, am eigen Muster trägt sich das leider nicht sonderlich schlüssig .

    Dieser Einfall wirkt dadurch eher anbiedernd , launisch und blutarm.

    Kommt wohl wirklich drauf an mit wem man sich in welchem Zirkel innerhalb welcher Blase auch immer unterhält.


    Ich kann mich mit ner grünen Nackttanzgruppe um nen Baum setzen, progressiven Architektenyuppis um ne betonverschalte Holzkiste oder mit hobbyhistorikern um ne postkartensammlung von Wilhelms Berlin ich werde in jeder Abteilung ein recht homogenes Meinungsbild abrufen können.


    Nach meinem Dafürhalten und meinen Erfahrungen und selbst hier erlesbar, sind die Haltungen zu dem Vorhaben aber vielgestaltiger und differenzierter.


    Ich persönlich kann mit der Lösung am ME Forum bisher immer noch nichts anfangen - die Aussicht auf die polarisierende spröde Stellafassade ist für mich in etwa so pittoresk und erbaulich wie n schicker Ausblick auf ne Gefängnismauer.


    Freunde des frühen Rationalismo mögen den Anblick der Ostseite vielleicht gelungen finden und im Spannungsfeld zur plumpen überdimensionierten ostmoderne, rundherum, und den Puppenstubenplatten mag das sogar durch nen Erklärbär vermittelbar sein.


    Das Ergebnis dieser Flächenplanung steht für mich weiterhin in keinem Verhältnis zu Zeit und Aufwand, den man um dieses Areal betrieben hat.

    Das Gebiet hat eine Stadtweite Bedeutung, dem Ziel und Ergebnis für mich in keinster Weise ausreichend und merklich entsprechen.


    Es taugt nicht mal als romantischer Landschaftsgarten der von malerischen Sichtachsen und hübschen kleinteiligen Überraschungen und interessanter Bepflanzung lebt.


    Ein Parkplatz für Picnicdecken bleibt für mich inadäquat an dieser Stelle.

    Mit dem Blick auf Rathaus, Fernsehturm und Kirche hat man zwar ein Konglomerat von historisch bedeutungsschwangeren Hochpunkten, innerhalb der ordinären Restbebauung, die diese Fläche fassen,

    die Quasi-Wirkung wird uns jedoch auf Jahrzehnte erhalten bleiben, bis die Bäume ausreichend an Höhe gewonnen haben um die jetzige Kesselwirkung, die von den unansehnlichen Betonburgen an den Flanken der Fläche ausgeht, überwunden sein wird.


    Ich sehe perspektivisch kein einleuchtendes Gestalterisches Element entstehen, was dem Stadtraum hier zur Hilfe gereicht sondern nur Kosmetik mit dürftigen Mitteln, die den Istzustand weiter festschreibt.

    Es bleibt also alles wie es ist- man wird sehen, wie sich dieses Konzept in Zukunft bewährt und wie stark daran festgehalten wird oder welche Gedanken hierzu mehr Berücksichtigung und Ausbauten erfahren sollten. Das Gebiet ist mit ner ganzen Reihe entwicklungsbedachter Stadträume verzahnt - wie sich die Dynamiken dort letztlich auf das Forum auswirken kann niemand so wirklich absehen.

    Mich überzeugt das konzept zum MEForum bisher nicht, und ich verbuche es als Interimslösung - schwer reversible Markierungen wurden schließlich nicht gesetzt und so ne modisch gepimpte Wiese stellt für reifere, mutigere Überlegungen erst mal kein Hindernis als nachhaltiger bedeutsamer Wert dar.

    Ich find den Haberlandentwurf seltsam störrisch und fremd in der Zeile. Als freigestellter Bau im grünen hätte er für mein Empfinden besser funktioniert. Die Dachlosigkeit hier funktioniert für mich genausowenig - diese Anlehnung an die umliegende Gebäudehöhe überzeugt für ein Gotteshaus gar nicht - das waren seit jeher herausgestellte Gebäude die trotz höhendifferenz immer noch integriert wirkten - der Bau hier geriert sich wie ein Aussetziger.


    Aber das tragische seltsame Drama dieses Architekten und seines Entwurfes mit der synagogengemeinde Potsdam hat nun wenigstens ein Ende - auch wenn dieser Entwurf eher zu einer Spaltung in der jüd. Gemeinde Potsdam beigetragen hat, Weil den einen ein eiliger Bau für einen spirituellen Raum wichtig war, während die anderen ihre prakt. Bedürfnisse und Feierlichkeit an den spirituellen Rahmen und ihre Repräsentanz formulierten und berücksichtigt sehen wollten.

    Da die Gemeinde Potsdam nicht als Bauherr Auftreten konnte , hatte sie auch nichts zu melden.


    Nun wird sich die Gemeinde für diesem durch Architekt und Baubehörde durchgeboxten Entwurf dankbar zeigen müssen.


    Wo käme man denn hin wenn eine Religionsgemeinschaft berücksichtigte wünsche zu ihrem spirituellen Raum in entsprechendem Gebäude bekäme.


    Da könnte ja jeder kommen, und wenn das Gebäude unselbstbestimmt fremdkörperhaft und störend daherkommt, will man das von entscheidender Seite eben so.

    Da hat der Bedachte den Mund zu halten. Hinter vorgehaltener Hand hieß es bereits vor Jahren dass sich das Land nicht gegen die künstlerische Eigenständigkeit des Architekten stellen könne- und ein rumkritzeln im Entwurf ungehörig sei, wenn dem so ist, fragt man sich schon ob es nicht eher darum gehen sollte WER lässt bauen für WEN an welchem ORT mit welchem Geld - hier wäre meines Erachtens diese Ehrenwerte Absicht ganz schön unter die Räder des Künstlerischen Architektenegos geraten und ich habe die bockige schwerfällige Attitude von Haberland im Gespräch mit der Gemeinde noch sehr vor Augen.


    Aber Schließlich hat der Architekt mit den Parabelfenstern und dem Portal ja genug Kompromissbereitschaft gezeigt damit der Bau wenigstens etwas festlich daherkommt auch wenn man es ihm zäh abringen musste.


    UD Joffe wird in dem Bau womöglich trotz der gnädigen Zugeständnisse immer noch ein Judensozialamt sehen.


    Womöglich wäre es sinnvoller gewesen sich am Vorgängerbau zu orientieren, als so ein künstlerisches Statement zu verordnen, dass eigentlich mit allem am Ort fremdelt.


    Potsdam hat bereits eine moderne Synagoge auf dem Campus der Universität da hätte ein Konservativer Bau jetzt an der Stelle nicht weh getan.

    Irgendwie bedauerlich dass man für die Ubahnzugänge hier keinen Sandstein genommen hat - von oben sieht das echt aus wie ne Grabeinfriedung. Wenn ich dran denke wie sehr der Architekt sich auf Schinkel berufen wollte ist die farbliche Materialwahl für mich doch etwas schwer nachvollziehbar. Er hätte gut neben Sandstein auch auf roten Granit zurückgreifen können. Und damit auf die Brücke stimmungsvoll Bezugnehmen können - die verkehrsarchitektur hätte damit vereinheitlicht gewirkt an der Stelle - wie ein Corporate für diesen Ort.

    Das Ding ist einfach erwartbar hässlich geworden, auf einen Berliner Pappkarton ohne Dach mehr oder weniger kommt’s nu auch nicht mehr an.


    Mit der ohnehin nicht berauschenden visu hat das Ding zwar kaum mehr was zu tun, aber vielleicht malt man unter die Faszien noch nen Schatten damit das Fassdenrelief etwas mehr Ähnlichkeit mit der plastischeren Version der visu bekommt. Anarcholüftelmalerei bekommt das Ding absehbar sowieso.


    Entweder man hat sich hier in der Stärke der Giftmüllverpackung umentschieden aus der man die details für die fassade ableiten wollte oder es hat bei der Visu grundsätzlich an vorstellungsvermögen über die reale Wirkung des Reliefs gemangelt. Vorstellbar ist beides.


    Da man in Berlin der Denkmalbehörde mittlerweile alles zutrauen kann wäre es bequem Diese, für die Weglassung der Balkone vors Loch zu schieben - vorstellbar ist aber auch für mich dass man die einfach weggespart hat, weil Zeit und Geld eben auch für Stiftungen eine Rolle spielen - vermutlich hat die geforderte Nachbearbeitung des Entwurfs für die Legoburg die Mittel für Balkone angefressen.


    Ich kenne aber auch nur diese Schokoladenseitenvisu - wie sich der Kasten

    Mit den Balkonelementen an der Nordseite im Profil zur Spittelstrasse oder zur Waisenstrasse ausnimmt könnte für die Denkmalbehörde möglicherweise relevant gewesen sein.

    Behördenmiarbeiter sind überdies auch nur Menschen und dementsprechend anfällig für Launen - vorstellbar zur Verantwortung und Gründen für den Wegfall der Balkone kann also alles und jeder sein.


    Insgesamt ist der Verzicht auf die relativ verlässlich gliedernden Struktuen die die Balkone hier ausüben etwas bedauerlich - Das Spiel mit der staffelnden Dramaturgie aus Terasse, Balkon und Austritt war plausibel und eine der wenigen ambitionierten Ideen an dem Bau, auch wenn ich nach wie vor das Ding in seiner Kubatur Für eine Fehlbesetzung halte.

    Wäre schade wenn die Mauer so bliebe aber davon ist wohl auszugehen, helle großformatige Flächen bleiben nicht lange unschuldig. Eine Quernut über der Wasseroberfläche wäre gut gewesen die man mit Klinker ausmauern hätte können, gerade mit Hinblick auf die backsteinbauten - auch eine Stein oder Gusssteinverkleidung Hätte gut gewirkt. So ne blanke Betonmauer wirkt an diesem Ort hier irgendwie billig, Unfertig und trist.

    Tut mir leid aber ich find das Ding völlig neben der Spur.


    Mag ja sein das Architekt und Bauherr, die hier ein und das selbe sind, sich in dieser gläsernen Wohngemeinschaft zu Hause fühlen auch wenn das nur so weit konsequent betrieben wird wie man sich mit Markisen lästiger Gaffer zu erwehren weiß.

    Diese Glaswürfelanhäufung als Blockrandexperiment wirkt auf mich etwas bemüht ohne merkliches Interesse am Hoffmannaltbau.

    Hätte man wenigstens Fluchtlinien des Altbaues aufgegriffen, wie dieser sie mit dem Sockel, der Attika etc anbietet - würde der Bau längst nicht mehr so erratisch wirken.

    So wirkt der Bau eher wie reißerische altbackene Architektur aussm Gewerbepark und wird nur noch von seinem fassadenverwirrten Nachbarn in der Frobenstrasse an Absurdität übertroffen. Gelungene Stadtarchitektur verbinde ich damit nicht unbedingt. Man könnte meinen auf dieser Strassenseite gilt, wer baut das verkopfteste, unpassendste und bekloppteste Gebäude.

    Sich darauf zurückzuziehen dass man solche Verwahrlosten Stadtteile in einer Millionenmetropole gefälligst hinzunehmen hat - finde ich schwierig - Dass man Dreck, und Vandalismus u.a mit Armut zu begründen sucht finde ich eine vorauseilende Unhaltbare Frechheit gegenüber weniger gut gestellten Menschen - das impliziert doch dass diese weder ein Recht darauf haben in würdiger und sauberer Umgebung zu existieren und überdies dass diese im Wesen sozial derartig degeneriert sind dass diese gar nicht anders können als ihr Umfeld zu verslummen. Da schimmert eine Idee von einer Klassencharakteristk durch die man bestenfalls noch im verwesenden Ständedünkel auf der Brit. Insel vorfindet - das ist so was von 19. Jhd. Welcher soz. Schicht gehören denn die weniger betuchten Bewohner Friedrichshain Kreuzbergs an wenn nicht dem Kleinbürgertum? Ich hab den Eindruck hier verwechselt man grundsätzlich provozierte Vernachlässigung durch Versäumnisse und falsch verstandene Toleranz des Bezirkes, die ausufernden Folgen des Broken Glas Phänomens, und die Nebenerscheinungen eines eskapistischen Partytourismus mit einer Grunddisposition seiner Bewohner.

    Ich sehe die Perspective für die Friedrichstraße als Fußgängerzone auch längst nicht so rosig - gäbe es nicht in regelmäßigen Abständen diese Touriorte zur deutschen Teilung, sähe die Strecke abseits dieser Anlassfrequenzen ziemlich alt aus. Die großen Konsumtempel wie La Fayette straucheln nicht umsonst auf der Ecke und es stellt sich für mich eher so dar als wenn die Geschäftsleute der Straße hoffnungsvoll auf diese Boulevardmaßnahme setzen um den dürren Kundenstrom wiederzubeleben, die haben sich in ihrer Kalkulation über die Entwicklung der Strasse hin zum Tauentzien des Ostens gehörig vertan. Architektonisch ist das ganze Arrangement für einen Flaneur der sich dort in nicht vorhandene schicke Cafehäuser setzen möchte, mäßig interessant und die durch die für die Straßenbreite rel. hohe Bebauung schafft eine unangenehme relative Beengtheit.

    Das sowieso dünne Konsumangebot kommt in den Nebenstraßen der Friedrichstraße nach meinem Eindruck dann fast gänzlich zum Erliegen. so dass diese Schoppingbummeliermeile nahezu autistisch in einem Kessel aus Büro und Luxusapartments rumexistiert - der einzige organische Punkt ist für mich der S-U Bahnhof dort herum funktioniert das Treiben auch wenn’s eher für n boulevard ne mäßig schöne bis hässliche Ecke is. - Dazu kommt noch der verpennte Prachtboulevard UDL in überbreite der dieses Friedrichstraßenkonzept quasi auseinander reist und die Anschlüsse an den Linden ab Lindencorso sind zudem äußerst mager und verschleppen die bummelmeile mit dürftigem Angebot zusätzlich. Bis man da wieder von Geschäftsstraße reden möchte muss man erst mal ne Menge Leerlauf passieren.

    Steildächer mit Gauben und eine deutliche Attika wären konsequent gewesen, zwischen den beiden Gebäuden mit Dach wirken die 3 Gebäude hier durch so eine unsinnige Reduktionsallüre, irgendwie merkwürdig unfertig in der Zeile- fast als wäre der Dach-Stuhl hier weggebrannt. Das erinnert mich mit der löblich differenzierten Fassadenausbildung fatalerweise hier eher an ne Berliner strassensituation kurz nach 45.

    Ähm - zunächst ma gab es die IBA nur in West-Berlin und wurde wohl auch als internationales Vorzeigeereignis gepampert- zeitgleich entstanden die Nostalgieplatten im Osten - ich pers. möchte dieses Qualitätsniveau in der Ausführung eher nicht wiederholt sehen - zwischen Anspruch und der Qualität in der Umsetzung liegt für mich doch ein erheblicher Unterschied. Der billige Charme is da doch sehr präsent, in der historischen Mitte wär das für mich in heutiger Zeit zu tief gestapelt. Denn auch ästhetische Nachhaltigkeit, Materialien und eine Wertige Ausführung sollten Bestandteil der Qualität sein.

    Nun erst mal hat Gothe dem Senat „Empfohlen“ sich diese Beispiele anzuschauen von Kopie kann doch gar keine Rede sein zumal diese Lösungen alle für sich schon sehr unterschiedlich ausfallen und jedes Bsp für sich einen eigenen Altstadtstil entwickelt. Der kleinste gemeinsame Nenner sind die rekonstruierten Leitbauten und die sind deutlich geworden wichtig für das wiederauferstehen ganzer Quartiere, besonders ehrgeizige Neuerfindungen gehen in der Regel in die Hose.


    An der Stelle sei auch mal das Palais Kreutz das sich hier auf dem Areal befand erwähnt, Ein Barocker Bau der um 1860 quasi ein Double erhielt und damit das Gewerbeinstitut von Schinkel zu beiden Seiten einfasste. Was wäre typischer für Berlin als diese Dopplung.

    Die Quartiersbauten waren in historischer Zeit eher bescheiden - so richtig üppige Prachtbauten wie in Potsdam od Dresden waren das eigentlich nie - beim Wiederaufbau dieses Quartiers hat Berlin es also weitgehend mit bescheidenen Vorbildern zu tun, die dem Viertel einen eigenen unprätentiösen Charakter gegeben haben. Architektonisch Interessant wars doch eher noch in der Klosterstrasse. Ich hätte daher auch nichts gegen ein paar auferstandene Verlustbauten die mit dem Ort nur bedingt zu tun haben aber sehr interessant sind wie Die Münze von Gilly. Das Antikriegsmuseum lässt sich ja auch schwerlich an alter Stelle wiedererrichten weil der Platz durch die Sozietät besetzt ist. So dürfte m.M eine Mischung aus DDR Fantasiebestückung wie am Märkischen Ufer od Nikolaiviertel und einer Neuschöpfung wie bei dem Block von Rossi doch auch Berliner Tradition abbilden und sähe noch nicht mal hässlich aus - austoben kann sich bei so einem Quartier vieles - es dürfte genug Platz für viele Spielarten innerhalb dieser Stadtraumneubildung geben - man sollte sich nur nicht wieder in die Fahrwasser der Ausschliesseritis und Denkverbote begeben und auch der breite der vorstellungswelten der Bürger zu diesem Stück Stadt Rechnung tragen wenn man denn will dass man sich mit diesem Ort identifizieren möchte. Was bisher eigentlich nicht wirklich zur Leistungsbegabung der Städtebaulichen Maßnahmen mit Wettbewerb und Senatsbeschluss gehörte.

    Na bei der Einschätzung der Grünen Wählerklientel Wäre ich mir nicht so sicher- die Grünen haben auch ordentlich bei der Linken gewildert, ansonsten stimme ich bei der Einschätzung des Millieus zu. Wohlversorgte, Besserverdienende Zugezogene, die keine 30min Zur Arbeit brauchen.


    Berlin hätte längst seinen Grünen Bürgermeister wenn nicht die blöden Randbezirke wären. Die Lebenswelten unterscheiden sich zu Zentralberlin deutlich - die einzige Pol. Partei die Mitte und Rand der Stadt bisher verklammert war die SPD.


    In den s-Bahnringbezirken hat die SPD enorm an die Grünen verloren. Die Verheißung auf einen Politikwechsel mit Kandidatin Giffey konnte das Ruder für die SPD noch einmal rumreißen. Daher sehe ich auch nicht wo im Wahlergebnis ausgerechnet RRG bestätigt wird.

    Ich hoffe daher sehr auf einen Bündniswechsel und fand es erfrischend dass selbst Ex -Bausenator Wolfgang Nagel dem scheidenden, unbeliebtesten Länderchef der BRD mal die Leviten gelesen hat. Ich fand die öffentliche Positionierung und damit das hineingrätschen in die Sondierungsgespräche von Seiten Müllers mehr als unangemessen und die pers. werdenden Nadelstiche gegen Frau Giffey nicht nur unprofessionell sondern ekelhaft. Das gerade die Befürworter der Fortführung von RRG diesen selbstgerechten Machismus der wegversorgten Schlaftablette ganz konstruktiv zum Wohle des angepeilten Zieles übersehen, finde ich erstaunlich aber nicht überraschend. Ich denke die SPD wird mit fortführung des jetzigen Bündnisses spätestens in 5 Jahren deutlich abgestraft - sollte es wirklich zu Neuwahlen nach der pannenwahl 2021 kommen - werden auch dank solcher Flügel-Machtspielchen innerhalb der SPD die Wahlergebnisse für die Partei deutlich schlechter ausfallen - es steht zu befürchten dass die polit. Ränder noch mal zulegen aber auch die CDU die SPD in den Randbezirken beerben wird. Was mir angesichts solcher Seitenintervention durch wahrnehmungsbeschränkten, lauthalsigen, linken Flügel auch nicht mehr leid tun würde.


    Die SPD hat nicht wegen Müller gewonnen sondern mit und nicht trotz Giffey von der Hausse für die SPD aufgrund der Wechselstimmung auf Bundesebene dürfte die Berliner SPD nur minimal profitiert haben.

    Der Blockrandbebauung ist für diese Art der Architektur einfach nicht geeignet.


    Der Legebaterienlook wird für diese Verwertungsoptimierte Bauleistung dadurch nur gestärkt - völlig unabhängig ob es sich um Büros oder Wohnungen handelt oder wie aufwändig die Fassadenverkleidungen daherkommen. Ein Park aus Bürotürmen( Hochhäusern) hätte wohl mehr Sinn gemacht.


    Es erschlagen einen in den Stadtraumneuerfindungen mit Blockrandbebauung immer die Dimensionen, die Einheitsproportion und das ermüdende Rasternetz.

    Die Einheitstraufhöhe lässt die unterschiedlichen Blöcke mehr noch zu einer Baueinheit verschmelzen und die eh schon einschüchternde Langeweile in der Fläche lässt die Baufigur zusätzlich anwachsen.


    Dazu die Kastenoptik - man steht letztlich vor einer riesigen Mauer mit Löchern - das ist nicht die kuschelige, abwechslungsreiche Blockrandbebauung einer lebendigen, liebenswerten Stadt, nichts was einen fasziniert oder einlädt sondern eine einzig durchnummerierte, flächenoptimierte Asservatenkammer ohne stadträumlich nachhaltigen gestalterischen Belang und ohne Empathie für menschliche Wahrnehmung.