Beiträge von Endell

    Ich hatte auch die Ahnung dass Beton hier wenn man sich schon vor einer edleren Verkleidung ziert - die bessere Wahl gewesen wäre weil es der ursprünglichen Wirkung wesentlich näher gekommen wäre.


    Den Witz hinter der eher edlen Materialwirkung des Vermeindlichen, dem Spiel mit der Erwartung aus dem abrufen historischer Bilder hätte das sicher einen deutlich subtileren und anspruchsvolleren Dreh verpasst.


    Der allzuoffensichtliche Ziegel, wirkt in den Fassadencodes des langen 19. Jahrhunderts in der baulichen Tradition der Warenhaustempel und Kaufhauspaläste eher fremd - und ich teile deine Einschätzung dass dieses Material eher Bedarfsbauten wie Werks-, Fabrik- oder Kontorhäusern vorbehalten war, Kaufhäuser hatten da ein völlig anderes Selbstverständnis, da ging es um Exclusivität, Luxus und das Unalltägliche, die Vielfalt der Welt in Handelswaren in einem Feierlichen mondänen Umfeld.


    Es gibt sicher eine Menge beeindruckender Gebäude im Backsteinexpressionismus - und diese mehrheitlich deutsche architektonische Eigenheit findet gerade in Berlin fantastische Vorbilder - aber gerade bei dem Gebäude hier, finde ich die Verkennung des Wesens der Warenhausarchitectur schon etwas bedauerlich - dieses Art Deco Gebäude dürfte das letzte größere Kaufhausbauwerk alten Selbstverständnisses in Berlin gewesen sein.


    Das Kaufhaus Jonaß von 1929 war schon längst der neuen Sachlichkeit verpflichtet und längst nicht mehr als großartige Bühne gedacht.

    Die Stimmung schaukelte sich politisch angeheizt, aggressiv gegen die Kaufhauspaläste und alles was sie repräsentierten hoch und gipfelte schon Bald in Aktionen wie den Kaufhaussturm 1933, dem Lauf der allgemeinen Wirtschaftlichen Entwicklung seit 1929 folgend dürfte dieses Gebäude den Endpunkt der Warenhauspaläste alter Prägung in Berlin markieren und stilistisch blieb es ein Unikum von daher schätze ich diese Architektur vom historischen Wert her als recht wertvoll ein.


    Mir scheint dass man hier die ambitionierte Rekonstruktion mittels einer historisch aufgeladene Blaupause des Kaufhauses in der Gewichtung etwas aus dem Auge verloren hat um politischer und Zeitgeistiger Gefälligkeit Willen hier eine deutliche ökologische Architekturcharakteristik in den Ring zu werfen.


    Diese sich ergebende neue Semantik beruft sich für mein Dafürhalten daher weniger auf das Historische Vorbild dem man sich nun irgendwie verpflichtet fühlt als auf die Adressaten aus politischen Akteuren und im besonderen Gegnern des Projektes die man nun für sich zu gewinnen sucht mir fällt es daher schwer eine Haltung zu dem Projekt zu entwickeln das mehr und mehr die Farbigkeit eines Kompromissangebotes bekommt.


    Der Bau wird im Ergebnis bis auf das ins Gedächtnis zurückapportierte Schema einen völlig anderen, eher postmodernen Charakter haben mit einem für mich etwas willkürlichem Akzent durch den Klinker.


    Dass das Gebäude sowieso und ursprünglich sogar in Gänze abgetragen werden sollte und man sich nun wenigstens das Skelett erhält bewahrt dem ganzen etwas historische Substanz.

    Ich bin gespannt ob sich das Projekt wie nun geplant verwirklicht - über die Rückführung des Baus zu seiner ursprünglichen Anmutung freue ich mich grundsätzlich - ich bin nur bei der Ausführung in Ziegel etwas unsicher das muss im Detail wirklich gut gemacht sein um zu überzeugen, in der Beschreibung ist vom Erhalt denkmalgeschützter Teile die Rede, bezieht sich das jetzt nur auf die Tragstruktur oder auch auf Teile der noch vorhandenen Muschelkalkfassade respct. gar noch vorhandenes Innenleben aus der Zeit von 1929?


    Die Fassade des Baues wird auf der Visu komplett abgewickelt und in der Version Ziegel neu hochgezogen wieviel altes Karstadt bleibt da denn Denkmalrelevant noch übrig 🤔?


    Ich hatte ausgehend von Aufnahmen der Anfangszeit, den Eindruck, dass es eher einer der wenigen Prestige-Bauten Berlins im Art Deco wäre, obwohl es für mich weniger nachvollziehbar auch als expressionistisch eingeordnet wird, mit Ziegel verliert es für mich etwas von dieser weltgewandten Anmutung und gewinnt einen eher regionalen, recht geerdeten Charakter was nicht schlecht sein muss, aber im Ergebnis doch schon in der Wirkung etwas deutlich anderes für mich ist.


    Auch die Detaillierung der Balustrade als Abschluss der vertikalbetonten Fassade ist für mich noch nicht ganz klar, ist aber wie ich finde für eine gute Gesamtwirkung nicht zu unterschätzen.


    Es wirkt bisher erst einmal wie eine recht oberflächliche und freie

    Neuinterpretation über einer historischen Gerüststruktur auf mich, die wohl auch bei einem Komplettneubau durch Chipperfield zu erwarten sein dürfte.

    Danke Harry Seidler das Bild ist wirklich schräg, das Kunstwerk scheint blanke Ironie - Miami trifft Prora kam mir als erstes in den Sinn war das Absicht🤔 ? 😂 Bitte mehr davon. Sorglosen Humor kann es an dieser Stelle gar nicht genug geben.

    Der hier emporgewachsene Architektonische Rahmen ist für deinen Eindruck natürlich stimmig - lediglich die wenigen erkennbaren Altbaustreusel in der Landschaft stören etwas - auf älteren Fotos lässt sich etwas ausmachen das wie eine Palme aussieht🤔? Vielleicht ist mit Blick auf den BND das Gestaltkonzept ja auch wirklich Absicht - vielleicht soll es Zitadellenartige Abwehranlagen durch Wälle und Gräben zitieren🤔

    Die Landschaft hat an dieser Stelle wirklich was von Loriots weihnachtlichem Atomkraftspielzeug.

    Ich halte diese manierierte Landschaftsgestaltung hier auch für übertrieben, innerstädtisch vielleicht von expressiver Liebeskindarchitektur gerahmt hätte so eine strenge scharfkantige Kanalfassung in engerem Raum sicherlich eine ansprechende und schlüssige Wirkung.


    Auf mangelnde Aussenanlagenpflege war bisher aber eigentlich regelmäßig Verlass - vielleicht überformt also die wilde Natur diese sterile, spiessige Härte bald sowieso und formt sich einen landschaftlichen Lauf nach eigener Logik.


    Wieso hat man eigentlich aktuell was gegen konkret inszenierte, jahreszeitlich aufeinander abgestimmtes Blütenausbildende Pflanzungen - Zierhölzer, Stauden etc.


    Bei mir auf der Ecke gibt es einen ansprechenden wenn auch eher vorstädtischen Neubaublock dem ein Hang aus Ziergräsern, Sträuchern und Lavendel vorgelagert wurde, das wirkt ungeheuer ansprechend innerhalb des Bunten Mixes aus Neu- und Altbauten verschiedenster Stile das muss man natürlich können, wollen und pflegen.

    Kommt wirklich drauf an was du unter Moderne verstehst - historisch war die Moderne doch nach meinem Empfinden viel variantenreicher und nicht längst so eindimensional und puristisch - da gab es auch mehr Ansätze als den rein philosophisch hinterlegten, des Absoluten und des unbedingt ehrlichen, totalreduzierten und rationalistischen.


    Es gibt sogar Bauten des Bauhaus in Lichtenberg mit spitzdach oder Sichtziegelriemen und betonten Fensterfaschen die man eher als dekorativ und gliedernd sehen kann die legendäre weiße Kiste war denke ich nie so umsetzungsstark.


    Parallel zur Moderne des Bauhaus gab es immer noch die Nachwehen der Reformarchitektur innerhalb der Moderne, das Art Deco, den Expressionismus, Modernismus, Futurismus und traditionelle Strömungen bis hin zum Klassizismus die sich moderner Ausdrucksmittel und einem modernen Selbstempfinden gar nicht so verweigert haben.

    Ich hatte bei den Bauten hier eher spontan den Eindruck als würde man sich am Thema „Loft“ abarbeiten für so etwas gibt es ja durchaus eine gewisse Nachfrage und diese Architektonischen Aussagen passen ja auch ganz gut reflektierend auf die Historie zum hier besetzten Areal.


    Mir gefällt das Ergebnis bei den beiden Bauten, es ist vielgestaltig, nicht überdimensioniert und besonders gefällt mir die Erhöhung der Seitenflügel, die die leidige staffelgeschossflucht in der Traufhöhe bricht.

    Bei den anderen Bauten fällt das hingegen wieder mal sehr abträglich auf, hier hätte man mit einer unterschiedlichen Gestaltung der Attika, Geländern oder etwas mehr Betonung der eckgestaltung auch mit wenig Mitteln mehr Differenzierung und Charakter einarbeiten können so deutet sich hier hingegen wieder diese dröge ungebrochene schachtelung an, obwohl die Bauten eigentlich bis auf die turmartige Erhöhung fast gespiegelt wirken.

    Aber ich freu mich darüber dass man sich darüber bewusst wurde dass man einen Corso von sonst Flachen Ziegelfassaden abseits der Farbgebung mit überschaubarem Aufwand durch kleine Zusätzliche Strukturen etwas beleben kann.

    Das hatte ich in der Präsentation auch so verstanden - und die Idee dahinter ist wirklich begreiflich. Mir sind die Sprünge in den Etagen vielleicht einfach zu zaghaft der Idee der mäandernden Fugen als Teil des Fassadenreliefs kann ich schon was abgewinnen ich hab nur sorge dass der Effekt aus der Froschperspektive an Deutlichkeit verliert und eher eine optische Verzerrung ausbildet die irritiert, zusammen mit den unterschiedlichen Geschosshöhen und der Asymmetrie der Rahmenelemente, zusätzlich zu den Baukörpereinschnitten ist da wirklich viel los und in der Präsentation wirkte das erst einmal merkwürdig auf mich. Man muss leider wirklich abwarten wie sich das in der Realität dann ausnimmt - der Bau wird sich in Aufwand und seiner Eigenart definitiv dauerhaft in das architektonische Erbe Berlins einbringen - das hat fast Wahrzeichenpotenzial vielleicht schaut man daher etwas zu genau auf die Detaillösungen und hofft das sie funktionieren.

    Ich muss gestehen dass mir der Turm vor der Präsentation fast besser gefallen hat die Ausformulierung der Fassade mit den Wechselnden Fensterelementen und den leicht springenden Vertikalfugen mag mir nicht recht gefallen das wirkt irgendwie unruhig auf mich und führt zu so einem merkwürdigen pixeligem Verzerreffekt.

    Die Scheinträger in den Fensterelementen die vorrangig damit begründet sind dass man nicht das Glas in passender Größe bekam wirken dadurch eben auch eher wie eine Notgeburt auch wenn man dadurch nun mehr Wandfläche im Inneren an der Fensterfront bereitstellt. Ich hoffe sehr dass diese Unruhe sich in der Realität nicht so sehr offenbart auf den sonst abrufbaren Visualisierungen wirkt die Fassade klarer und nicht so verzettelt wie in der Präsentation - die Baufigur an sich find ich ich spannend ebenso den Einsatz von Glasfaserbeton mit Marmorsplitt. Für mich sind die Bezüge zu den Behrensbauten durch die Horizontalorientierung der zweigeteilten Fensterelemente in ihrem massiven Betonrahmen absolut sichtbar und die Nähe zur ostblockavantgarde mit diesem fast konstruktivististischen Formalismus der Baufigur nachvollziehbar - das Grundkonzept ist für mich eine überzeugende Lösung für den Alexanderplatz - die Detaillierung nach der Präsentation eher weniger.

    Zu Zeiten Schinkels sah es quasi aus wie heute: Rasen, Bäume, eine Fontäne und die Granitschale. Kein Wunder: Der aktuelle Zustand ist stark an Schinkels Entwurf angelehnt.

    Ich kenne Grafiken aus der Zeit im 1830/40 da sind die Parterres mit kleinen Rondells bepflanzt und mit kurz gehaltener Bepflanzung umsäumt zum Schloss schließt er mit einer Zweireihigen Baumreihe ab die ich zugegebener Maßen gar nicht vermisse- die heutige Geometrie ist sicher eine gute Anlehnung und auf jeden Fall besser als der vormalige Steinplatz aber gärtnerisch bleibt es doch recht simpel einer robusten Beanspruchung untergeordnet und irgendwie fehlt von der Schlossseite ja nun eine Eröffnung über die Straße hinweg- das hatte ehedem die Schlosssterasse übernommen die Räume Schlossumfeld und Lustgarten an dieser Stelle bleiben dadurch in sich abgeschlossene Areale der logische Bezug eines Lustgartens zum Schlossbau stellt sich dadurch gar nicht ein für mich.

    Na die Weide wirkt doch eher wie ein Versehen - die hätte man auch weglassen können- das unmittelbare Umfeld aus Plätzen und Straßen ist nunmal recht farblos - der Lustgarten besteht mehr oder weniger nur aus ner Ansammlung von Rasenparterres mit Baumflanke rechts und links in funktion einer pflegeleichten lümmelwiese ist da gärtnerisch wenig los da war zu Zeiten Schinkels mehr gärtnerische Leistung sichtbar und hier endet auch der einzige mittelbare, beziehungsfähige, grössere Grünraum zum Humboldtforum. Die Anlage hinterm Staatsratsgebäude und am Prinzessinenpalais gehört nicht mal zum Wahrnehmungsraum des Schlossumfeldes. Ob zu viel oder zu wenig Grünflächen im Schlossumfeld existieren wird wohl auf ewig ein streitbares Thema bleiben da prallen einfach unterschiedliche Vorstellungen vom Bespielen des Schlossumfeldes aufeinander.

    Mod: ^^^^

    Sehr sachliche, große und langweilige Allerweltskiste die mit der Umgebung wie dem alten Postamt das man nett hergerichtet hat eigentlich nichts zu tun haben möchte - ein ganz schöner Trümmer von Abschreibungsarchitektur - der so für mich genauso gut in den 60ern, 70ern oder 80ern +x entstanden sein könnte - das wirkt äußerlich nicht einmal klassisch sondern einfach nur mühelos banal auf mich, ich bin gespannt wie sich der Mehrwert für so etwas entwickelt.

    Ich wusste nicht wie der Ruinenanteil gegenwärtig genutzt wird, das ging aus der Projektbeschreibung für mich nicht wirklich hervor und ich war zwar eher beruhigt dass man die Ruinen sichert und saniert aber alle Sicherung bliebe fahl und unbeständig wenn man dem keine Nutzung zugewiesen - und damit einem Gelände wie diesem zu einer anhaltend pfleglichen Wertschätzung verholfen hätte.


    Es gab oft Beispiele wo Ruinen durch Alternative Nutzung als Kreativer Freiraum zwar belebt wurden, aber sich der Zustand trotzdem zusehends verschlechterte, weil sich niemand für die Sicherung der Substanz verantwortlich fühlte.

    Zudem konnte man auch beobachten, dass sich Besetzungen under Aneignungen nicht immer förderlich auf das Objekt auswirken - der oft prekäre Zustand ruft eben auch einen oft schädlichen, unbekümmerten Umgang hervor und das „Broken Glass Phänomem“ ist schnell mal mit im Gepäck, daher begrüße ich eigentlich immer wenn sich jemand diesen Architekturen mit einem gewissen Bewusstsein für Erhalt, Sicherung und Aufbau zuwendet die Art der Nutzung kann dann immer noch ausgehandelt werden ob nun kommerziell oder kulturell Hauptsache wertvolle Strukturen und Architekturen profitieren davon.

    Danke Harry Seidler für den Link es war recht aufschlussreich so eine Sitzung des Baukollegiums zu erleben - gerade die Meldungen und Einschätzungen zur Friedrichstraße und zum Capital Tower fand ich sehr informativ.


    Das Projekt Friedrichstraße 245 soll schon mal wie erwähnt, von Tchoban gestaltet worden sein - ich konnte leider im Netz keinen Entwurf finden, um diesen mit dem hier schon mal in einem anderen Strang besprochenen zu vergleichen.


    Der Entwurf scheint immer noch recht unsicher und unentschlossen in Konzept und Gestalt.

    Das hervorzaubern alternativer durchgerenderter Vorschläge zur äußeren Gestaltung macht das recht deutlich und lies das Kollegium sichtlich die Nase rümpfen.

    Den Verweis auf die sensible Lage und einer angemessenen, anspruchsvollen Gestaltung fand ich berechtigt - das unterbieten des gewünschten Wohnraumanteiles war nach meiner Meinung wohl kalkuliert und ich hatte den Eindruck dass dies das Kollegium leicht angesäuert zur Kenntnis nahm und hier zu recht eine Nachbesserung des Nutzungskonzeptes anregte um den Wohnraumanteil deutlich zu erhöhen. Die Messen scheinen mir bei diesem Projekt also noch nicht gesungen.


    Den Capital Tower muss man mögen - das Material aus Glasfaserbeton mit Marmorsplit ist sicherlich innovativ und interessant aber der schwache vertikale Fugensprung in der Fassade hat mich auch auf Anhieb ebenfalls gestört - hier hätte ich einen deutlicheren Sprung oder gar keinen für schöner und weniger irritierend empfunden.


    Man führt hier eine Stabilisierung der Fassade, durch den sich ergebenden Versatz an, dafür sind diese eher unruhig funktionierenden unterschiedlichen Etagenhöhen die vorrangig der eingewebten Metamorphose der Geschosshöhen zu verdanken ist, aber gar nicht nötig.

    Im Endeffekt wirkt das irgendwie eher wie eine entbehrliche Marotte auf mich.


    Ich verstehe den Ansatz der Metamorphose hier zwar, habe aber auch den Eindruck dass man sich hier etwas verzettelt und keinen Fußbreit bereit ist von seiner mühevollen Ausformulierung zurückzunehmen- das Ergebnis ist dann wie ein ausgemiezeltes Portrait wo man erst mit Abstand merkt dass das Auge schief und die Nase zu gross geraten ist, im Detail versessen perfekt in seiner Gesamtheit dann leider etwas verschroben.

    Insgesamt ist mir einfach zu viel los die Baukünstlerischen Absichten und Ebenen fangen an sich für mich zu überlagern und zu verunklaren und die Fassadengestalt mutiert zu einer Hyperkomplexlösung die sich aus den Kollisionen von einer nahezu konstruktivistischen Baufigur, verschiedenen Fensterformaten, Verfügbaren Glasformaten, variierenden Etagenhöhen, Fassadenrelief und Fugenrythmik ergibt. Aber vielleicht stellt sich das ja für andere weniger verzerrt dar.


    Das Baukollegium war von den hier aufgebrachten Mühen und der Materialwahl sichtlich angetan und lobte die professionelle Präsentation - und es lagen wirklich welten zwischen dieser und den Vorangegangenen Präsentatationen was vielleicht auch ein stück weit der Projektreife geschuldet ist.


    So richtig funkt der Bau bei mir persönlich nicht, vielleicht wäre mehr Behrens und weniger Ortner da eventuell hilfreich gewesen denn die Bezüge sind für mich durchaus erkennbar. Dann wären vielleicht auch die Loggien doch noch umsetzbar aber das ist nur mein Eindruck den ich bei der Projektbesprechung gewinnen konnte.

    Ideologie in der Baukunst unter diesem Titel gibt es im Tagesspiegel einen interessanten anregenden Artikel der sich mit der Politisierenden, Wirkung von Architektur, ideologischer Aneignung und Instrumentalisierung befasst.


    In diesem Zusammenhang wird auch die Rolle von Rekonstruktionen, traditioneller, idealistischer, utopistischer und vermeintlich zeitgenössischer Architektur und deren Ideologischer Verortung, aber auch die oft übersehene zweifelhaften Rolle der Moderne in repressiven Systemen betrachtet.

    Der Artikel bemüht sich um Ausgewogenheit und eine rationelle Haltung zu dem Thema das wie ich finde eine nähere Betrachtung verdient / vielleicht kennt jemand auch Schriften und Literatur abseits der nicht ganz unmotivierten und von daher wenig neutralen Thesen Trübys zu dem Thema - Ich denke mehr Expertise, weniger Eifer und Leidenschaft und ein breiter gefasster Pool täten hier ganz gut.

    Danke KaBa1, für den Degewo Link- dort sieht man auch gut das Modell zum Projekt - ich hätte mir erhofft man reaktiviert die Ruinen stärker für dieses Projekt / ein Großteil der Gebäude bleibt aber als Ruine Bestehen und wird architektonisch nicht wieder befüllt - man darf gespannt sein wie sich das dann bespielt. Eine Reihe hohler Zähne ungenutzt so stehen zu lassen fände ich bedauerlich das Potenzial für spannende Lebens- Kreativ und Arbeitsräume wäre verschenkt aus der Projektbeschreibung geht leider keine praktische Erschließung der Ruine hervor- Ps ich hatte Probleme beim verlinken tut mir leid

    Es gab heute einen interessanten Artikel über die Ruine der Wiesenburg die nun durch die Degewo - saniert wird.


    Der komplex wurde einst als Fürsorgeeinrichtung und Unterkunft für Mittellose und anderweitig bedrängte durch einen Wohlfahrtsverein errichtet, hier fanden nicht nur Obdachlose sondern auch Dienstmädchen, Tagelöhner und Wanderarbeiter eine Unterkunft.


    Unter anderen, Paul Singer und Rudolf Virchow, der Arzt Moritz Gerson und August Albert Borsig engagierten sich für den Berliner Asylverein für Obdachlose.


    Das Gelände wurde bis vor kurzem durch diverse Künstler genutzt bis diese aus Sicherheitsbedenken die Ruine räumen mussten.


    Im Berliner Abendblatt gab es auch eine visualisierung der Angedachten Neubauten die man sensibel in das Gelände einfügen will. Man darf gespannt sein wieviel alte Wiesenburg erhalten bleibt- der Überwiegende Teil besteht aus historistischen, ziegelsichtigen Bauwerken - erinnert mich persönlich architektonisch und in seiner Vielansichtigkeit sehr an einen Brauereicampus aus dem letzten 3tel des 19.jhd.

    Im nahegelegenen Monbijoupark oder in der boddienstrasse gibt es diese Möglichkeiten - ich finde das recht fortschrittlich so etwas kenne ich schon seit Jahren aus Schweden - irgendwie ist mir die Idee des Spielplatzes für erwachsene gerade in diesen Zeiten sehr sympathisch im direkten schossumfeld brauch ich so etwas eher nicht - mir war als ob fürs Rathausforum so etwas angedacht war

    Kupferabdeckungen hätte ich mir für die Erker auch vorstellen können ich weiß jetzt nicht wo du bei der Staffelung sinnvoll eine kupferabdeckung angebracht hättest bei per angedachten gläsernen Brücke? - ich finde die Ziegelfarbe okay - es herrscht auf dem Gebiet eh schon eine Vielzahl von Ziegelfarben an Gebäuden vor-die Ziegelfarbe erinnert zudem sehr an die umbrafarbigkeit des Backsteines der Wilhelminischen Speicher auf der Gegenüberliegenden Uferseite, ich find das gar nicht so schlecht.

    Mich erinnert die Anlage architektonisch mit seinen Staffelgeschossen die den Stufengiebel begründen Sehr an den Erweiterungsbau von 1924/26 für das Siemens-Zwietusch Werk in Charlottenburg von Hans Hertlein -kann wirklich Zufall sein aber der Klinker verstärkt den Eindruck einer Vorbildfunktion noch mal ungemein.

    Ich glaube George Henrys Eindruck sollte jetzt kein Plädoyer für das Memi sein - die Dachanmutung des Glasanbaues fand ich auch unkonventionell und nicht sonderlich abträglich an dieser Stelle die Einleitung in das Altbauquartier halte ich für nachvollziehbar.

    Mir fehlt bisher lediglich, trotzdem eine Optische Brücke zum Verlagshaus die die Ensemblewirkung zwischen beiden Bauten untermauert und das Gebäude nicht wie einen losgelösten Anbau erscheinen lässt - es war ja mal von Betonelementen die Rede die vermisse ich eigentlich schon.

    Die Rückseitige Situation des Verlagsgebäudes ist Stadträumlich wirklich undankbar - das Problem sehe ich aber eher in der zu dichten Neuen Blockrandbebauung die man da hingesetzt hat und die in ihrer Banalität auch nichts fürs Auge bietet - man hätte die Neubebauung vielleicht besser etwas lockerer zurückgesetzt aufstellen sollen und in der Umsetzung stärker variieren müssen so dass sich Bezugspunkte sowohl zum Altbau als auch zum Verlagsgebäude herstellen lassen aber auch Kaschierende, mildernde Grünelemente möglich gewesen wären - der Straßenzug ist an der Stelle so wie er ist für mein Empfinden völlig fehlentwickelt.

    Ich sehe hier einfach nur die üblichen Lochfassaden mit Natursteinfassade die man überall seit mehr als 20 Jahren Bundesweit sieht - die anspruchsvolleren Bauten der Modehandelsfilialen haben schon seit den 90ern gerade bei lückenbebauung auf natursteinfassaden gesetzt egal ob c&a, P&C etc.- die Variation von Fassaden aus runtergebrochenen rudimentärsten Gestaltungsmöglichkeiten die ähnlichen Grundrastern vorgehängt werden ist natürlich begrenzt, Wiederholungen daher nicht auszuschließen.

    Wenn hochwertig sich in der Materialwahl der Vorgesetzten Fassade begründet, hast du sicherlich recht, es bleibt aber für mich relativ austauschbar. Die kubaturen und Geschosshöhen passen zum Rest der Neueren Architektur oder willst du das leugnen - die verkümmerten Reste der Gründerzeitbebauung wirkten völlig entbehrlich, fremd und fanden nirgendwo Anschluss.


    Das man mehrheitlich Neubauten in bestehende Stadträume bis in die 90er relativ unbekümmert, unsensibel, ungebändigt, kontextfrei und unreflektiert ohne Leitfaden und Baukünstlerischen Anspruch gesetzt hat ist nun wirklich kein Geheimnis und daraus erwachsene Stadträume bieten oft genug ein leidiges Bild - gerade in industriell geprägten Regionen die stark von Kriegseinwirkungen betroffen waren.

    Ein wachsendes Bewusstsein für den Wert schön komponierter Stadträume und den Willen diese zu erhalten oder nicht zu beeinträchtigen gab es vereinzelt schon immer, würde ich sagen, eine breitere Kritische Betrachtung der oft zerfahrenden wirksamkeit Zeitgenössischen Architektur die existente intakte Stadtbilder und Straßenzüge eher hintertreibt als bereichert fällt mit der Idee der Kahlschlagsanierung in diesem Sinne zusammen denke ich.

    Das Thema wurde denke ich oft genug erörtert. Sowohl die Entschmückung als auch die Wärmedämmung sind weitere effektive Bausteine zur Entstellung der Städte gewesen letztere hält unvermindert an.

    Das man sich der Misere der modernen Stadtgestalt bewusst geworden ist äußert sich an der verstärkten wettbewerbsauslobung, Bürgerbeteiligung, ausgewachsenem Denkmal und Ensembleschutz, dem entdecken von Baukultur, festsetzen städtebaulicher Leitfäden die zwar immer noch kein Garant für gelungenen Städtebau bilden wie man an Kontroversen Neueren Projekten dem Europaviertel sehen kann, aber wenigstens hat man mittlerweile auch von Seiten der Verantwortlichen begonnen sich den aufgeworfenen Fragen zu Architektur und Stadtgestalt zu stellen.

    Es gibt durchaus auch gute Moderne oder traditionelle zeitgenössische Architekturen innerhalb Berlins ich muss aber jetzt auch nicht jede xte Rasterarchitektur oder jede selbstgerechte exaltierte Bauskulptur bejubeln und als Bereicherung des Stadtbildes feiern.

    Was ich kritisiere ist gestalterische Willkür und Austauschbarkeit und das überschwängliche Verwechseln von Kunst und Architektur oder Design und Kunsthandwerk - letztere sind ein angemessenes Gestaltungsmittel um Gebäuden zu individuellem Charakter zu verhelfen werden aber in der Menge aber eher nach meinem Eindruck vernachlässigt. Besonders das Kunsthandwerk hat seit den 50ern einen schwachen Stand und spielt so gut wie gar keine Rolle mehr.

    Stattdessen äußert sich Architektur heute mittlerweile äußerlich für mich überwiegend in der recht deutlich erkennbaren Beliebigkeit aus der genormten, standardisierten Langeweile des Baustoffhandels und der Fensterzulieferer Architekten liefern mittlerweile zu einem Großteil nur noch funktionslösungen in entsprechenden Kubaturen ab, da fällt das erwärmen für das große Verdienst als Ganzes echt schwer und man fokussiert sich auf interessante Details.