Beiträge von Aixois

    ^ Das frage ich mich auch. Vermutlich wenn man von "DDR-Architektur = WBS70" ausgeht, dann kann man die vielen hervorragenden Bauten, die in Leipzig zu DDR-Zeiten entstanden sind, natürlich nicht sehen. Und dann könnte man auch nicht mehr so selbstbewusst vom "zerstörerischen Städtebau der DDR-Moderne" sprechen...

    Mich hat das Dach nie überzeugt, wie alle gestalterischen Maßnahmen im Bahnhof. Das sieht alles aus wie von Ingenieuren gemacht, nicht wie von Architekten. Das Dach wirkte auf mich immer irgendwie billig und steril und es wird den geschwungenen Stahlbögen nicht gerecht, weil es nicht mit ihnen harmoniert, sondern ihnen etwas "aufsetzt". Da sehen die Holz-Glas-Dächer in Leipzig viel harmonischer aus, und selbst die billige Wellblechvariante in Frankfurt stimmiger als Fosters weißes Zelt. Einmalig, ja. Gelungen? Ich finde nicht, und jetzt wäre der Zeitpunkt, den Bahnhof zu entsterilisieren. Aber den meisten hier scheint es ja zu gefallen, also bin ich mit der Meinung wohl in der Minderheit.

    ^Wenn ich mich recht entsinne, ist das letzte verbliebene Grundstück an der Ostseite des Washingtonplatzes auch in Landesbesitz, und Ephraim Gothe stellt sich in der Lage vor allem öffentliche Nutzungen vor. Das wäre ein noch prominenteres Grundstück, das auch zum Spreebogen hin einen architektonischen Akzent setzen könnte.

    ^Wenn du mit Kopfbau das kleine Hochhaus meinst, dann ist der, wenn ich die Bilder richtig deute, an der Wilhelmstraße. Die Ecke Friedrichstraße ist oben das letzte Bild, das die eigentliche Ecke mit einem Flachbau frei lässt. An sich kann ich mit dem Bau in dem Umfeld leben, zumal der Wolff-Park nach Süden eine urbanere Fassung und Raumkante bekommt.


    Aber zur Friedrichstraße hätte ich mir eine konkretere Eckbetonung gewünscht, die das Entrée zum Mehringplatz besser fasst (und mMn auch ein wenig in den Hintergrund treten lässt.

    Was das MEF etc. angeht, würde ich eher abwarten, wie sich die Gegend mit den wachsenden Türmen am Alex und die sich verdichtende und hoffentlich belebende Gegend um den Molkenmarkt (und auch die breite Straße) auswirkt, die dann idealerweise das bisher fehlende, aber für mehr Belebung nötige 'Hinterland' für diese großen Freiflächen stellen werden. Vielleicht erkennt man dann in ein paar Jahren, dass man diese Flächen lieber als Freiräume halten möchte, eben weil die Umgebung so stark nachverdichtet wurde (was man sich im Moment nicht recht vorstellen kann).

    Danke für diese Informationen. Abgesehen vom Hochhausvorschlag Olvenstedter-/Gorki-Straße, wie konkret sind die anderen Bauvorhaben daneben und in der Guericke-Straße?

    Grundsätzlich fände ich die Bebauung dieser großen Lücken wünschenswert, aber vor allem an der Guericke-Straße sieht es mir wie eine Fortsetzung des City-Carrés aus, was ich nicht zeitgemäß und wenig ansprechend fände.

    Bei dem Block davor handelt es sich um den QH Colonnades und bei dem Block, der dahinter schon bei der ersten Etage angekommen ist, um den QH Straight

    Das hatte ich auch zuerst gedacht, aber in der Tat ist das im Hintergrund schon der südliche Bau von QH 'Crown', während 'Colonnades' und 'Straight' sich die vordere Baugrube (und somit wohl Tiefgarage) teilen. Die Verbindungsstraße wird dann erst später erkennbar und verläuft quer durch die jetzige Baugrube.


    Fehlen demnach nur noch der nördliche Crown-Bau (die Container lagern auf dem künftigen weiteren Quartiersplatz) und die DKB-Zentrale nördlich davon.

    Der Riegel ist ein wichtiger Bestandteil des sogenannten Schürmann-Plans, auf dessen Grundlage die Bebauung des Postplatzes seit 2006 in großen Teilen erfolgt ist. Leider hat man einige Bestandteile, wie etwa die Durchbindung des Altstadtringes von der Marienstraße über den Platz zur Ostraallee oder etwa das ehedem geplante Wasserband nicht realisiert.


    Informationen zu diesem Plan kann man hier einsehen:


    http://www.j-schuermannarchitekten.de/index.php?id=40

    Danke! Das war mir in der Tat bekannt (hätte ich vielleicht dazusagen sollen), aber auch der ist mir zu geometrisch-verkopft und hat mehr mit kubischen Skulpturen als mit einem in seine Umgebung integriertes Platzgefüge zu tun (zumindest für mich). Sehr ein Kind seiner Zeit, den man mMn mit dem großen Abstand zwischen Wettbewerb und Bau noch einmal hätte überdenken können.

    An die Kubatur des Motel One werde ich mich allerdings nie gewöhnen können. Dieser komische Riegel, der in den Raum reinragt, ist für mich irgendwie zu geometrisch-verkopft.


    An der Stelle hätte ich weitaus die runde Ecke der Annenhöfe gesehen, die den Platz vielmehr aufgewertet hätten.

    Frischluft- oder doch Sturmschneise? ;)


    Ja, das habe ich mir fast gedacht. Ich könnte mir auch einen eher pavillonhaften zweigeschossigen Bau mit Gastronomie und Dachterrasse vorstellen. Einfach irgendeine Art von Raumkante, die aber auch den Platz etwas 'wohnlicher' macht.

    ^Ich stimme dem zu, würde aber trotzdem zwei Veränderungsmöglichkeiten vorschlagen:


    1. Um den Istzustand zu verbessern, würde ich die ramponiert aussehenden Steilseiten einfach aufmauern, sodass sie stabil und gepflegt sind. In diese kann durchaus Rankgrün integriert werden. Die obere Liegewiese ist mE eigentlich immer sehr gepflegt.


    2. Langfristig würde ich aber den ganzen Raum umdenken. Die große Schneise lässt den PP zu offen und undefiniert, kreuzungshaft, wirken. Ich denke, es wäre sinnvoller, an die südliche Platzseite ein Gebäude zu setzen, das zwischen den beiden Seiten vermittelt und in der Sichtachse des TD-Parks steht, und den Park selbst über eine große (bepflanzte?) Brücke an den Gleisdreieckspark anschließen und somit eine große Promenade nach Süden schaffen, die dann in den urbanen, verdichteten Platz mündet, von dem aus verschiedene städtische Nutzungen erschlossen werden können.

    Was mir als Nutzer dieser Bibliothek am Lesesaal vor allem immer negativ auffiel, war, dass es nur sehr wenige Arbeitsplätze dort gibt. Die Raumgröße ist an sich sehr angenehm und großzügig, aber man kann nirgendwo sitzen und bekommt nach 9 Uhr morgens kaum noch einen Platz. Das wird sich dann nach der Volleröffnung sicher bessern, aber ich konnte nie ganz verstehen, weshalb die Kapazitäten dort so derart unterschätzt wurden. Zumal es immer am schönsten ist, in den großen Sälen zu sitzen.


    Teppich ist für eine Bibliothek übrigens unerlässlich. Wer schon mal im (sonst natürlich sehr imposanten) Dudler-Saal des Grimmzentrums war, weiß, welchen unglaublichen Lärm das Parkett erzeugt. Völliger Planungsfehler, der die letztendliche Nutzung nicht mitbedacht hat.


    Ich denke, auch wenn die Stabi Ost dann jetzt eine wichtige Lücke schließt (als historische Forschungsbibliothek), wird die Stabi West dennoch die beste Bibliothek Berlins bleiben, die nicht nur die wesentlichen modernen Sammlungen hat, sondern auch die nutzerfreundlichste Bibliothek ist, weil sie für Nutzer und nicht nur für Repräsentation konzipiert wurde. Nur der WLAN-Zugang in beiden ist weiterhin eine Katastrophe.


    Alles in allem: die Freude überwiegt über eine Baustelle weniger und einen Kulturtempel mehr in Mitte. Wenn Covid vorbei ist, sind die Linden wieder auf dem Weg, ihr Weltniveaupotential langsam in Schwung zu bringen.

    Allein aus Lichtgründen würde eine Reduzierung ja auch Sinn ergeben. Aber zumindest wird es nicht ganz so wie auf der obigen Visualisierung aussehen, da die klare Außenkante bereits auf allen Seiten vor die runden Kapitelle gezogen wurde. Man darf also vielleicht noch gespannt sein(?).