Areal „Haus der Statistik“

  • Ich bin ja auch ein großer Freund von autofreien Straßen und Verkehrsberuhigungen. Ich habe damals auch die autofreie Friedrichstraße unterstützt. Aber ich halte nichts davon, völlig unrealistische Forderungen stellen und dann, wenn sie erwartungsgemäß nicht erfüllt werden, ganz frustriert zu sein und auf Berlin schimpfen. Die Otto-Braun-Straße und die Karl-Marx-Allee stark belastete Straßen, sie haben viel mehr Verkehr als die Friedrichstraße. Deshalb werden sie in den nächsten Jahrzehnten nicht zurückgebaut werden.

    Trotzdem ist das Haus der Statistik ein großer Erfolg. Hier ist es gelungen, ein Gebäude, das lange leer stand und das abgerissen werden sollte, zu sanieren. Hier wurde bewiesen, dass die Sanierung auch solch scheinbar hoffnungsloser Fälle möglich ist. Diese Erkenntnisse haben auch mit dazu geführt, dass heute viel weniger abgerissen wird als noch vor 20 Jahren. Aktuell wird die Klosterstraße 62 saniert, die Klosterstraße 44 soll ebenfalls saniert werden. Bereits im Bau ist das ehemalige Physikgebäude Chausseestraße / Invalidenstraße, auch wenn man von außen noch nicht soviel sieht. Man kann auch mal das Positive sehen und sich freuen, anstatt immer nur zu jammern. Ich freue mich jedenfalls.

  • Das Haus der Statistik ist eine Katastrophe und lediglich für ein paar wenige ideologisch verbohrte ein Erfolg. Solche Sanierungen verhindern auf Jahrzehnte städtische Heilung und Verbesserung, zementieren einen architektonisch wie politisch Menschenverachtenden (weil nicht auf die menschlichen Bedürfnisse eingehende) Mief, und sind obendrein eine unfassbare Geldverschwendung bis hin zur Negativspirale die daduch in Gang kommt das Städte eben nicht inspirierende, erhebende, oder auch nur anschlussfähige Entwicklung bieten - Wohnhochhäuser, die Berlin dringend gebrauchen konnte, können durch das dauerhaft unattraktive Umfeld schlechter platziert werden.

    Eigentlich wollte ich aber noch Folgendes zum Allesandersplatz loswerden: Wäre es neue Kunst am Bau, ich fände sie schrecklich. Dennoch, während dieser seltsamen Übergangszeit, wo in Berlin, ja gerade am Alex, irgendwie noch so vieles möglich schien, wo auch im positiven plötzlich auch alles anders kommen konnte, wo klar war dass so schlecht es auch war, so würde es wohl kaum bleiben, damals, als diese schreckliche Ruine dort zwar stand, aber eigentlich allen klar sein musste sie würde perspektivisch weg kommen.. Da war dieser Schriftzug verdammt cool und für mich ein Symbol der positiven Seite(n) der doch extrem linkslastigen Berliner Kunstszene, die oft das spontane, das provisorische, feiert, aber das edle, nach perfektion strebende, für die Ewigkeit gedachte, als spießig, gestrig und - warum auch immer - ausgrenzend verkennt. Vielleicht weil im gewollt imperfekten und halbfertigen sich jeder Verstecken kann, ohne dem ins Auge sehen zu müssen, das es einen Unterschied gibt zwischen jenen die Kunst spielen, und jenen die wahre Künstler sind, die über Jahrhunderte hinweg strahlen.

    Bleibe dabei: Toller Schriftzug, leider zunehmend sarkastischer Blick auf den Alex. Aber kann ja noch werden.

  • Das Haus der Statistik ist weder eine Katastrophe, noch sind die, die den Umbau befürworten, idiologisch verblendet. Ich fühle mich hier angesprochen. Vor allem wenn man weiß, dass solch ein Vorwurf aus AgD-Mündern postuliert werden.

    Selbstverständlich wird die Ecke mit dem neuen Rathaus, den Neubauten hinter dem HdS städtebaulich weiterentwickelt und somit auch geheilt. Ich glaube auch, dass die Zukunft zeigen wird, dass hier an der Stelle einiges richtig gemacht wurde.

  • Warten wir das fertige Quartier inkl. neuem Rathaus etc. einmal ab. Ganz entscheidend für den Erfolg wird auch die Nutzung der EGs und der riesigen Bürgersteige sein - da ist ja einiges geplant. Die KI fasst die Pläne so zusammen:

    "Das Erdgeschoss des Haus der Statistik wird zu einem offenen, vielfältig nutzbaren Raum für Kunst, Kultur, Soziales, Bildung, Gastronomie und Gewerbe. Die breiten Bürgersteige und Freiflächen davor werden als öffentliche Aufenthalts- und Begegnungsräume gestaltet, die flexibel für unterschiedliche Aktivitäten genutzt werden können und die Verbindung zwischen Gebäude und Stadt stärken."

  • Das ist ziemliches Marketingblabla, das erstmal mit Leben gefüllt werden will. Außengastronomie und Aufenthalt an der zugigen Verkehrsschneise? Möchte ich erstmal in der Praxis sehen, bevor ich das glauben kann.

  • Naja, das ist von einer KI geschrieben auf Nachfrage, aber natürlich basiert das auf Marketing Bla Bla der Webseite - Im Innenhof könnte ich mir Außengastronomie gut vorstellen, aber an der Verkehrsschneise bin ich bei dir und ebenfalls skeptisch. Wir werden es sehen - Dieser "Übergang" muss funktionieren, wenn man irgendwen motivieren will vom Alexanderplatz die riesige Kreuzung zu überschreiten und dort "bummeln" zu gehen. Derzeit kann ich mir das noch sehr schwer vorstellen.

  • Glauben die Gegner dieses Projekts eigentlich, dass die vorgebrachten Kritikpunke bei der ursprünglich, vor der Besetzung, geplanten Neubebauung nicht zum Tragen kämen? Hier der Link zum B-Plan-Entwurf im Beitrag #34 von Konstantin: https://model2.de/light/6177/hausderstatistik_seit9us08.jpg

    Geplant waren 4 Sackgassen mit Büroblöcken (9 Etagen) und einem etwas höheren Gebäude (12 Etagen) zur Berolinastraße hin. Wobei die Neubauten wahrscheinlich so ausgesehen hätten, wie die zur gleichen Zeit geplanten Bauten in der Europacity. Dieser B-Plan stand 2015 kurz vor der Verabschiedung.

    Stattdessen bekommen wir nun eine Mischung aus Alt und Neu mit vielfältigen Nutzungen: https://www.polis-award.com/wordpress/wp-c…/Lageplan-4.jpg

    Einmal editiert, zuletzt von Tomov (27. Mai 2025 um 00:14)

  • Eine Sackgasse für Autos vielleicht, die von der OBS aber eh nicht hätten einfahren können. Für Fußgänger wäre es dagegen durchläufig gewesen, gut hier zu sehen. Sehr gut kann man auch bei der Überlagerung von Plan und Bestand sehen, dass das Gebiet in Punkto Urbanität durch die Neuplanung nur gewonnen hätte. Ob dann wieder die üblichen Rasterblöcke entstanden wären steht natürlich auf einem anderen Blatt.

    Aber sei es drum. Ich würde mir trotzdem wünschen, dass man es schafft dem Gebiet irgendwie Leben einzuhauchen.

  • Danke Bato für ein besseres Dokument der ursprünglichen Planung. Ich konnte gestern nichts finden.

    Gerade bei der Aktivierung des Viertels ist m.E. unter den jetzigen, sehr quirligen Akteuren viel mehr zu erwarten.

    Zurzeit läuft z.B. das Bewerbungsverfahren für zukünftige Nutzer der Pionierhäuser:

    https://raumvergabe.hausderstatistik.org/

    Insgesamt wird es dadurch eine sehr breit gefächerter Nutzungsmix:

    - Finanzamt

    - BIM

    - Rathaus Mitte

    - Wohnen

    - Ladengeschäfte für den Kiez

    In den Pioniernutzungen:

    - Handwerker, Produzenten, Kollektive, Unternehmen

    - Kultur- und Bildungseinrichtungen, Künstler, Kulturschaffende

    - Soziale Träger, Genossenschaften, Gesundheitsakteure

    - Klimaschutz-Initiativen, Forschungsverbünde, Umwelteinrichtungen, Think Tanks


    Beim alten Konzept wäre es über einen Rewe und Rossmann und zwei, drei Systemgastronomen unter den Büros nicht hinausgekommen.

  • Dafür hätte aber das ganze Areal einen menschlicheren Maßstab bekommen, indem diese riesigen Verkehrs- und Abstandsflächen verkleinert worden wären. Es wird sehr schwer, hier Fußverkehr hinzubekommen, der dann in das neue Quartier flaniert. Der Alex ist dafür einfach nicht geeignet und ich will eigentlich recht schnell weg, wenn ich mal in der Ecke bin. Aber das haben wir ja auch schon 1000 mal diskutiert.

  • An der Karl-Marx-Allee wäre es etwas enger geworden. Das hätte allerdings auch den Städtebau dort beeinträchtigt. Das neue Rathaus wird die Bauflucht einrücken und als Sichtpunkt fungieren. Das eigentliche Problem für den Fußgängerverkehr sind die Rampen des Straßentunnels. Dadurch wird eine Querung der Otto-Braun-Straße abseits der Kreuzungen unmöglich. Das ist aber bei allen Varianten der Fall.

  • Mollstraße 4

    Der Hotelbetreiber Novum, die britische Hotelkette IHG und der Projektentwickler Hilpert haben bekanntgegeben, in der Mollstraße 4 ein Hotel der Marke „voco Hotels“ zu errichten.

    Geplant sind 440 Zimmer auf einer Bruttogeschossfläche von 14.650 qm. Mitte 2026 möchte man mit dem Bau beginnen und zwei Jahre später eröffnen.

    Hier gehts zur Pressemitteilung bei Novum und zur Meldung beim Immobilienmanager.

    Veröffentlicht wurde ein Rendering des Eingangsbereiches.

    Offenbar hat man die hier in #571 gezeigten Pläne für ein Bürogebäude komplett überarbeitet.

    Quelle und © Novum Management GmbH

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  • Ein Blick aus jeder Seite. / Heute

    XL Update.

    © Johannes_9065

    Blick des Abriss des ehemalige Gebäude.

    Zurzeit finden Restarbeiten statt. ⬇️

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    Letzter Baugerüst ⬇️

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    Nun ist ein Teil des Gebäude am : Haus des Statistik frei für jeden.

    Vor & Rückseite ⬇️

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    Vorderseite ⬇️

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    Am : Haus am Zentrum , wurden am EG Laternen installiert Parallel am Gehweg & Innebau wird noch gearbeitet.⬇️

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    Hier könnte ich mir vorstellen, dass in dieser Lücke Vlt. Ein Gebäude mal entsteht.⬇️

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    2 Mal editiert, zuletzt von Johannes_9065 (1. Juli 2025 um 09:33) aus folgendem Grund: Bild nochmals hinzugefügt, da die nicht mehr sichtbar waren.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob diese Visualisierungen noch Bestand haben. Ich meine, ich hätte in irgend einer Baukollegiumssitzung andere Visualisierungen gesehen.

    [mod]Die nachfolgenden Beiträge wurden in den BoS verschoben, da oT und/oder schon 100 x gesagt und/oder Gossenjargon.[/mod]

  • War heute Nachmittag mal kurz in der Ecke. Das Finanzamt hat das Gebäude bereits bezogen. Bisher war ich immer skeptisch, was das ganze Projekt angeht, aber ich muss gestehen, dass es vor Ort dann doch besser rüberkommt. Bin gespannt, wie es am Ende zusammen mit den geplanten Neubauten wirken wird.

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    Die neu gebauten Treppenhäuser (?) wurden interessanterweise mit Kratzputz, wie er in der DDR üblich war verputzt:

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    Neue, moderne und recht schlichte Straßenlaternen:

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    Die berühmte Kaffeetasse

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    (c) Betonkopf

    2 Mal editiert, zuletzt von Betonkopf (16. August 2025 um 20:01)

  • Man hat sich so viel Mühe gegeben, warum hat man das rote Metalldingens nicht auch wieder angebracht? Das würde die monotone Fläche ungemein aufwerten.

  • ^ Das ist mir auch völlig unklar. Das Gebäude ist jetzt weder eine originalgetreue Wiederherstellung noch eine mutige Sanierung mit neuer Gestalt. Dabei gab es doch auch gute Vorschläge, die die Substanz erhalten, aber gleichzeitig die Fassade deutlich aufgewertet hätten:

    https://aln.la/de/berlin-haus-der-statistik-wettbewerb/

    Stattdessen ist das Ergebnis weniger abwechslungsreich als der Originalzustand der DDR. Dadurch, dass die Fassade energetisch ertüchtigt wurde, sind nun auch noch die Fenster nicht mehr Plan wie ursprünglich, was die Horizontale zusätzlich betont und die Monotonie noch verstärkt als ursprünglich:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Haus_der_…erlin-mitte.JPG

    Eigentlich der Worst Case: Viel Geld investiert, städtebaulich bleibt die Ecke verhunzt und die Architektur ist schlechter geworden als zu DDR-Zeiten.

    [mod]Überflüssiges Zitat des Vorposts gelöscht. [/mod]

  • ^ Das Haus der Statistik ist ein Musterbeispiel für DDR-Architektur, weil dieses Gebäude mustergültig die Wertevorstellungen der sozialistischen Gesellschaft der DDR darstellt. Pluralismus und Meinungsvielfalt gab es in der DDR nicht, sondern nur politisch verordnete Monotonie. Diese Monotonie der sozialistischen Klasse lässt sich in beispielhafter Weise in der Monotonie der Architektur dieses Gebäudes ablesen.

  • Aber mit den jetzt leider (noch?) fehlenden Fassadenelementen war es gar nicht so momonton.

    Ich hoffe, dass diese noch angebracht werden, zur Not auch erst später. Sollte doch technisch kein Problem sein.

    Ich fand die originale DDR Straßenkreuzung mit allem drum herum immer grauenhaft. Dennoch halte ich es heute für richtig, dass das Gebäude erhalten und neuer Nutzung zugeführt wurde.

    Optisch ist es in Anbetracht der Ausgangssituation gut geworden.

    Für die viel zu großen Verkehrsflächen hoffe ich für die Zukunft noch auf eine Umstrukturierung.