Areal "Haus der Statistik"

  • Kann jemand noch mal für einen Laien erklären, welche Bedeutung solch städtebauliches Gutachten hat? Geht es da mehr um die Baumasse und die Parzellen? Es wird wohl niemand gezwungen werden, SO zu bauen, oder?


    An sich ist das Ergebnis doch ganz in Ordnung. Mich wundert, dass jetzt doch die gesamte Straßenfront bebaut werden soll - alte Pläne sahen dort teilweise einen Park vor.

  • Üblicherweise erfolgen städtebauliche Gutachten als Einladungswettbewerbe, daraus entstehen können dann Grundlagen für weiter Wettbewerbe, es ist aber auch möglich, daß das Büro, welches das Gutachterverfahren gewonnen hat, zur weiteren Ausarbeitung aufgefordert wird, daraus folgt dann i.d.R. ein Bebauungsplan. Möglich daß es auch weitere Varianten gibt, die mir grad nicht einfallen ^^.

  • Schöner Fund schwede. Nein, das hatten wir noch nicht.


    Novaearion
    So ein städtebauliches Gutachten zeigt zunächst eigentlich erstmal nur was an dieser Stelle möglich ist, und kann, wie Stadtplaner BLN richtig schreibt, als Grundlage für die weitere Entwicklung des Areals verwendet werden.


    Mit dem Haus der Statistik dürfte es dann wohl vorbei sein. Könnte mir vorstellen, dass noch in diesem Jahr mit dem Abriss begonnen wird. Fraglich nur, wann der Spatenstich für den ersten Neubau erfolgt (+2 Jahre?).


    Der Gutachterentwurf sagt mir zwar zu, allerdings würde ich aus den 4 Blöcken zur Otto-Brau-Straße hin nur drei machen und diese nicht so nah an die Berolinastraße ziehen. M.E. muss hier nicht so stark verdichtet werden wie im Entwurf. Vor allem mit den 2 Solitären an der Berolinastraße kann ich gar nichts anfangen. Erfreulich ist aber, dass bis an den Straßenrand der Karl-Marx-Allee gebaut werden soll.

  • Ich habe mich ebenso wie Novaearion gefragt was genau ein Konkurrierendes städtebauliches Gutachterverfahren ist. Danke für die Aufklärung.
    Es ist doch gar nicht schlecht an dieser Stelle eine dichte Bebauung zu planen, denn immerhin könnte es ja am Ende mit den geplanten Hochhäusern zu hohen Mieten, hoher Nachfrage, hohem Bedarf an hochwertigen Büroflächen kommen. Warum also kleckern statt klotzen.
    Außerdem können wir dann schon vorstellen, dass einer der Blöcke als Motel One mit eben nicht so hochwertiger Architektur bebaut wird ;)


    Schön viel Platz für neue Hotels :daumen:

  • Die Senatsverwaltung f. Stadtentw. hat bzgl. der Entwicklung des Areal des ehemaligen „Hauses der Statistik“ eine Pressemeldung herausgegeben. Mit dem Siegergutachten sei nun die Grundlage für eine Neuordnung des Areals geschaffen.


    In der Pressemitteilung enthalten ist die Begründung des Entscheidungsgremiums:


    Die Ausbildung einer klaren, städtischen Kante zur Otto-Braun-Straße mit der Konzentration von Gewerbe wird zur Stärkung des Straßenraumes als richtig und konsequent beurteilt. Der südliche Abschluss des Quartiers mit dem Hochhaus und dem anschließenden flacheren Baukörper nimmt durch die Ausrichtung und Ausbildung der Anordnung eindeutigen Bezug auf das südliche Gegenüber.


    Der Übergang der klaren Stadtkante an der Otto-Braun-Straße in ein offenes Wohngebiet mit einer ganz besonderen stadträumlichen Artikulation ist gelungen. Der Besonderheit der Lage wird mit besonderen und sehr attraktiven Wohnformen im Inneren entsprochen. Die Grundrisse, wie die Duplex-Wohnungen mit eigenen Atrien überzeugen mit ihren Qualitäten abseits des üblichen Geschosswohnungsbaus und weisen eine hohe Flexibilität auf. Auch die Ausbildung einer Gebäudescheibe als Ergänzung und nördlichem Abschluss des „Haus der Gesundheit“ ist anspruchsvoll gelöst. Die Blöcke weisen einen großzügigen Querschnitt auf, die Höhenentwicklung zur Otto-Braun-Straße ist stimmig. Insgesamt gelingt es dem Entwurf, im Stadtkörper einen einzigartigen Ort zu schaffen, der sich mit seiner Urbanität und seinem besonderen Angebot vom Markt abhebt, eine eigene Identität und Adresse ausbildet und seiner Lage in der Zentrumszone gerecht wird.



    Pressemitteilung Senatsverw. f. Stadtentw.

  • Die Mopo schreibt in einen heute erschienen Artikel über die Planungen am Alexanderplatz.


    Areal Haus der Statistik: Wann das nicht unter Denkmalschutz stehende Gebäude abgerissen werden soll, weiß auch die Mopo nicht. Ungewiss sei auch, ob das bekannte Kupfer-Relief von Fritz Kühn in die künftige Bebauung integriert werden kann.


    Artikel Mopo

  • Ich hatte ja schon mehrfach auf das Kupferrelief hingewiesen. Ich denke nicht, dass es ein Problem darstellt, dieses in einen Neubau zu integrieren. Da es sich um vergleichsweise kleine Tafeln handelt, stellt eine Umsetzung wohl kein Problem dar.

  • Zum Haus der Statistik verrät die Immobilienzeitung von Heute:


    Das Gelände ist in 10 Baufelder unterteilt, diese können bei Bedarf aber auch zusammengelegt werden. Insgesamt sind es 31.000 m² Fläche, es können insgesamt ca. 100.000 m² BGF entstehen.


    Das Grundstück gehört je zur Hälfte dem Land Berlin und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Das Bebauungsplanverfahren wird nun eingeleitet, ab (spätestens) Ende des Jahres soll gemeinsam nach Investoren gesucht werden.

  • Gegenüber dem zukünftigen Parkside,gammeln ein Flachbau und das ehemalige "Haus der Statisik " vor sich hin und warten auf den geplanten Abriss.




    Das "Haus der Statistik" vom Alex aus gesehen.Ich finde es eigentlich archtitektonisch akzeptabel an diesem Ort.

  • ^
    Dort findet momentan eine Ausstellung des französischen Künstlers Cyprien Gaillard statt. Diese heißt Neon Indian. Im Rahmen dieser Ausstellung wurde eine zehn Meter hohe Leuchtfigur auf dem Dach installiert (Quelle).


    Was das Areal selbst angeht; Liegenschaftsfonds und BIMA sind dabei die einzelnen Baufelder zu vermarkten. Diese sollen portionsweise verkauft und somit etappenweise entwickelt werden. Laut IZ ist das Interesse groß.


    Meine Güte, seit dem städtebaulichen Gutachten sind schon wieder fast 2 Jahre ins Land gezogen.

  • klar...nur her mit den Investoren...wir könnten auch die Georgenkirche nebst altem Strassenverlauf wieder herrichten.... bin dabei.... *feix*
    das haus der statistik ist schon gruselig, aber ohne investor und anständigem städtebaulichen plan bleibt die ecke leider auch so :(

  • Das fände ich auch cool. Es ist jetzt mal an der Zeit, einen anderen kleineren prominenten Bau zu rekonstruieren, wie z.B. die Georgenkirche.


    Gibt es für dieses Areal nicht schon ein Konzept mit relativ niedrigen Wohnbauten, also ohne Wolkenkratzer?


    Apropos Georgenkirche. Ich glaube ja, daß mittlerweile alles möglich ist. Es muß nur jemand so eine Rekonstruktionsgeschichte in Gang bringen. Die Menschen wollen das einfach zurück und spenden auch gerne. Ich bin mir sicher, daß man auch die Millionen für eine barocke Ostfassade des Schlosses zusammenbekäme, auch wenn ich persönlich die moderne Fassade durchaus goutiere.


    Die Berliner wissen selbst genau, was sie wollen.


    Ich probiere mich mal im Bild abdrucken und hoffe, ich mache alles richtig:

    Mai 1945
    Quelle: Bundesarchiv, Bild 204-012 / CC-BY-SA


    Weiß jemand etwas über den Abriß der Kirche? Die Umstände?

  • du vergißt, daß in der straße, gegenüber vom fhain eine kirche steht und genau DA gegenüber die ECKD EDV-CENTRUM FÜR KIRCHE UND DIAKONIE GmbH ihren sitz hat. ergo baut da NIEMAND noch ne kirche, die kaum besucht wird...die georgenkirchstrasse ist nur noch ein stummel....leider. meiner meinung nach gehört das h.d.s. abgerissen, bestimmte historische elemente konserviert und der städtebauliche raum dementsprechend zugebaut, verdichtet, urbanisiert (und ich meine jetzt KEINE weiteren hotels....)

  • Auch wenn es jetzt Geschrei gibt,aber diese Fläche würde IMHO einen netten Grünzug abgeben.


    Geplant sind stattdessen Büro und Wohngebäude für bis zu 400 Wohnungen in bis zu 15 geschossigen Bauten. Es gibt aber noch keine Käufer.

  • Auch wenn es jetzt Geschrei gibt,aber diese Fläche würde IMHO einen netten Grünzug abgeben.


    Geplant sind stattdessen Büro und Wohngebäude für bis zu 400 Wohnungen in bis zu 15 geschossigen Bauten. Es gibt aber noch keine Käufer.


    GENAU....es gibt noch keinen käufer....abwarten, ICH würde ja nun nicht genau an DER kreuzung wohnen wollen...:nono:

  • Zugegeben, das 1968-70 nach Plänen des Kollektivs (so hieß das damals...) Hörner, Senf und Härter entstandene Haus der Statistik ist nicht das Beste, was zu DDR-Zeiten rund um den Alexanderplatz gebaut worden ist. So schlecht, wie es aufgrund seines erbarmungswürdigen Zustands scheint, ist es aber auch wieder nicht. Mit dem, was in den letzten Jahren im Durchschnitt in der näheren (Hotel an der Karl-Liebknecht-Straße, Neubebauung Mollstraße/Otto-Braun-Straße) und weiteren Umgebung (neue Mercedes-Benz-Zentrale, Hotels am HBF) gebaut wurde, kann es jedenfalls locker mithalten; das eine Neubebauung die Situation verbessert, ist also durchaus nicht ausgemacht.
    Auch den Flachbau daneben würde ich gerne mal von innen sehen; ich könnte mir vorstellen, dass er, falls er nicht später verhunzt wurde, angesichts der Prominenz der Lage einige schöne Raumsituationen (Foyer, Treppe...) und Ausstattungsdetails (Wandverkleidungen, Decke) enthält, wie es für diese Zeit noch üblich war.