Beiträge von Klarenbach

    Die neuesten Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen (von heute) und von infratest dimap (von gestern) zeigen Zuwächse für die Linke in der letzten Woche.

    Hier die Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen:

    https://www.forschungsgruppe.de/Aktuelles/PB-E…urg-Vorpommern/

    Hier die Zahlen von infratest dimap:

    https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analy…6/september-ii/

    Diese Zahlen zeigen meiner Meinung nach, dass die Streitigkeiten über die Nahost-Konflikt, die auch hier im Forum ausgetragen wurden, tatsächlich keinen Einfluss auf die Wahlentscheidung haben.

    Die Forschungsgruppe Wahlen hat mich übrigens auch angerufen, und ich wurde nach den wahlentscheidenden Themen gefragt. Als ich "Mieten und Wohnen" nannte, hat der Interviewer nur gelacht und gesagt; "Da sind Sie in guter Gesellschaft".

    Ich hoffe doch sehr, dass sich die Parteien nach dem Wahlschock von Sachsen-Anhalt zusammenreißen und ihren Wahlkampf auf die Landespolitik konzentrieren, also auf Themen, auf die der Senat wirklich Einfluss hat. Da haben wir genug Themen, wie hohe Mieten, Verkehrsprobleme, geschlossene Uni-Gebäude, Haushaltsdefizite und vieles mehr. Leider hat der jüngste Hackerangriff auch gezeigt, dass das Thema IT-Sicherheit ein riesiges Problem ist, das man eigentlich nicht hoch genug hängen kann. Wenn ich sehe, wie viele vertrauliche Daten von kriminellen Hackern erbeutet wurden, dann macht das mir schon Sorge. Der ganze Streit um den Nahostkonflikt ist dagegen eine Gespensterdebatte, die nur Politikverdrossenheit fördert.

    Ich denke, diese Umfrageergebnisse haben nichts mit einer geringen Attraktivität Berlins, sondern eher mit einer einseitigen Vermarktung zu tun. Berlin hat in der Vergangenheit immer sehr stark auf Clubkultur etc. gesetzt. Dass diese Szene Berlin nicht für immer hip findet, ist natürlich und war zu erwarten.

    Dennoch ist Berlin viel attraktiver als etwa Hamburg, München oder gar Frankfurt. Allein die vielen Seen und die Wälder sind Merkmale, die weder Hamburg noch München vorweisen können. Dann haben wir immerhin drei Welterbestätten, Auch die Hochschullandschaft ist in Deutschland konkurrenzlos, auch wenn einige Gebäude besser instandgehalten werden sollten. All das ist wahrscheinlich zu wenig bekannt, aber wenn man Berlin besser vermarkten würde, könnte sich das ändern.

    Das Lutherdenkmal soll eine attraktivere Einfassung erhalten. Ein Vergabeverfahren konnte das Planungsbüro BASD mit den Künstlern Maria Vill und David Mannstein gewinnen. Geplant sind ein neuer Sockel, eine steinerne Sitzbank und eine Informationsstele.

    (C) Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen

    https://www.entwicklungsstadt.de/entwurf-fuer-d…wird-stadtraum/

    Die Visualisierung sieht nicht schlecht aus. Wahrscheinlich wird es wieder Forderungen nach mehr Grün geben, aber wegen mir kann das Projekt auch wie geplant realisiert werden.

    So langsam nimmt das Projekt Sixty Two konkrete Formen an. Nach meinem Eindruck sind die ersten Zimmer auch schon fertig, sie werden durch Limehome genutzt. Das Objekt wird auch schon bei Limehome annonciert. Insgesamt gefällt mir der Umbau sehr gut, es wurde sehr behutsam mit der Bausubstanz umgegangen.

    https://www.limehome.com/suites?city=32…=1&property=391

    Hier gibt es ein paar Fotos:

    Das Wandmosaik im Eingangsbereich wurde auch erhalten:

    Alle Fotos: Klarenbach

    In der Memhardstraße 6 soll das Projekt FASHION BLOCK realisiert werden. Geplant sind Arbeits- und Entwicklungsräume für Designer, Labels und Kreativunternehmen. Offenbar sollen die Erdgeschosse im Memi umgebaut werden.

    https://www.berlin.de/sen/web/presse…ung.1683685.php

    Ich denke, dass dieses Projekt vielversprechend ist. Hier kann es Synergien mit dem Haus der Statistik geben. Und da das Haus der WBM gehört, werden die Mieten auch nicht allzu extrem sein. Ansonsten werden die Gerüste am Memi weiter aufgebaut, so dass die überfällige Sanierung bald beginnen kann.

    Eine relativ gute und nüchterne Einschätzung des Vorschlages liefert dieser Artikel:

    https://www.entwicklungsstadt.de/wohnungen-fuer…cher-realitaet/

    Der Autor hat die Pressekonferenz zu dem Projekt besucht und sieht zwei Knackpunkte: Einerseits fehlt es an einer politischen Strategie zu seiner Durchsetzung. Anderseits bleibt das Projekt auch in wirtschaftlicher Hinsicht sehr vage.

    Mich selbst macht dieses Projekt etwas ratlos, weil ich nicht weiß, was die Herren Kollhoff und Nöfer eigentlich erreichen wollen. Drei Parteien - die SPD, die Grünen und die Linken - lehnen eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes in ihren aktuellen Wahlprogrammen ab. Für die Grünen ist das Thema sogar ein ganz entscheidender Punkt, sie werden niemals einer Randbebauung des Tempelhofer Feldes zustimmen. Aller Voraussicht nach werden im künftigen Senat mindestens zwei Parteien (SPD und Grüne) vertreten sein, die eine Randbebauung des Tempelhofer Feldes ablehnen. Folgerichtig sehe ich null Chancen, dass das Projekt umgesetzt wird.

    Wenn beide den Ehrgeiz haben, ein neues Stadtquartier zu entwerfen, dann hätten sie sich einen weniger umstrittenen Ort suchen müssen. Der mittlerweile verstorbene Christoph Kohl, der ähnliche Leitbilder wie Kollhoff und Nöfer verfolgt hat, hatte das viel cleverer eingefädelt: Er hat die Pläne für die Alte Schäferei in Buchholz entwickelt. Mittlerweile läuft das Bebauungsplanverfahren, und das Projekt wird auch von den Grünen unterstützt. Sein Projekt wird aller Wahrscheinlichkeit nach realisiert werden.

    Ich finde eine Freigabe von Gewerbeflächen für den Wohnungsbau auch gut. Derzeit haben wir riesige Gewerbeflächen, die völlig untergenutzt sind, wie im Bereich Herzbergstraße oder Rhinstraße. Wenn sich wieder industrielle Investoren finden sollten, dann hätten sie hier viel Platz. Auch im Clean-Tech-Park in Marzahn gibt es noch viele freie Flächen. Angesichts dieses Überangebots ist es nicht sinnvoll, in Buchholz Nord noch ein riesiges Gewerbegebiet zu erschließen. Da ist Wohnungsbau tatsächlich sinnvoller, zumal es schon Vorleistungen aus den 1980er Jahren gibt, wie rohbaufertige S-Bahnhöfe. Damals sollte hier übrigens das Wohngebiet Buch VI entstehen, Buch V sollte im Bereich des jetzigen Projekts Am Sandhaus errichtet werden, Buch VII war im Bereich der Alten Schäferei geplant.

    Ich bin auch begeistert. Hosoya Schaefer war auch mein Favorit, ich hatte schon am 26.10. dazu geschrieben. Dieser Entwurf verspricht eine Vielfalt an interessanten Stadträumen, vom zentralen Quartierplatz über die grünen Anger bis hin zu den grünen Höfen. Weiterhin dürfte das Quartier aufgrund der vielen Bäume auch in klimatischer Hinsicht angenehm werden. Wenn das Konzept so umgesetzt wird, könnte die Elisabethaue ein Modellprojekt für den Städtebau der Zukunft werden.

    Heute will der Senat die Internationale Bauausstellung (IBA) 2034-37 beschließen. Laut Tagesspiegel soll es diesmal weniger um Neubau als um den "Erhalt bestehender gebauter Strukturen" und um "Ertüchtigung, (Wieder-)Nutzbarmachung, Umnutzung und schonenden Umbau gegenüber Neu- oder Rückbau und Ersatzneubau" gehen.

    https://checkpoint.tagesspiegel.de/langmeldung/4NwqdbzFtkr4HrvIiR7fiC

    Das klingt erst einmal nicht schlecht, für diese Ziele habe ich mich auch hier im Forum immer eingesetzt. Vielleicht gelingt es ja dank der IBA, noch vorhandene Abrissplanungen, z. B. am Alexanderplatz, zu revidieren.

    Es gibt interessante Neuigkeiten zur Umgestaltung der Friedrichstraße. Die Ausschreibungsunterlagen für eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung der Friedrichstraße werden gerade erarbeitet. Derzeit laufen Abstimmungen zum Leistungsumfang. Vor allem folgende Handlungsfelder müssen in den Ausschreibungsunterlagen bewertet und berücksichtigt werden:

    -Leitungsbestand und Verlegungsbedarf

    -Tunneldeckentragfähigkeit

    -Anforderungen von Fuß- und Radverkehr sowie ÖPNV

    -Aufenthaltsqualität, Begrünung, Klimaresilienz

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/baume-l…e-15381406.html

    Für mich klingt das alles so, dass der Senat jetzt doch eine umfangreichere Umgestaltung der Friedrichstraße plant. Wir werden sehen, was am Ende finanzierbar ist.

    In Lichterfelde Süd scheint es nun vorwärts zu gehen. Heute teilt die Degewo mit, dass die Degewo bzw. ein Joint Venture aus der Degewo und Wöhr + Bauer einen Großteil des Projekts übernommen haben. Demnach errichtet die Degewo 1000 WE, weitere 850 WE errichtet das Joint Venture aus Degewo und Wöhr + Bauer. Der bisherige Eigentümer, die Groth-Gruppe, baut nur noch 420 Reihenhäuser. Auch die Erschließung und der Bau des Quartierszentrum werden vom Joint Venture von Degewo und Wöhr + Bauer übernommen. Ich denke, dass mit dieser Projektübernahme eine relativ gute Lösung erreicht worden ist und relativ viele bezahlbare Wohnungen entstehen.

    https://www.degewo.de/presse/pressem…er-groth-gruppe

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/million…n-15348359.html

    Ich bin jetzt kein ganz fanatischer Hochhaus-Fan, aber an dieser Stelle würde ein Hochhaus auf jeden Fall Sinn machen. Das Westkreuz ist ein wichtiger Verkehrsknoten, der bisher völlig unterbewertet ist. Außerdem existiert hier eine sehr gute Autobahnanbindung. Zudem würde ein Hochhaus den Eingang zur Innenstadt markieren, es würde also auch städtebaulich Sinn machen. Deshalb kann ich die Haltung des Baukollegiums nicht nachvollziehen.

    An der Rhinstraße / Landsberger Allee tut sich einiges. Das Autohaus Rhinstraße 165 ist seit Januar geschlossen, aktuell wird das Gebäude ausgeräumt. An dieser Stelle plant Periskop einen Wohn- und Gewerbekomplex. Die Höhe wird sich an den benachbarten Punkthäusern orientieren, deshalb ist das Projekt nach § 34 genehmigungsfähig.

    https://www.periskop.ag/news/dle-land-…lin-lichtenberg

    Der Abriss des gegenüberliegenden Autohauses Landsberger Allee 357 ist mittlerweile fast abgeschlossen.

    alle Fotos: Klarenbach

    Also bei soviel Unsinn muss ich mich doch zu Wort melden. Auch Berlin ist eine parlamentarische Demokratie. Das Projekt Haus der Statistik wurde vom Abgeordnetenhaus beschlossen. Das Abgeordnetenhaus wurde demokratisch gewählt, deshalb ist das Projekt sehr wohl demokratisch legitimiert. Zudem gibt es in Berlin noch plebiszitäre Elemente, wie Volksbegehren und Volksentscheide, die ja auch rege genutzt werden. Wer ständig behauptet, dass Berlin keine echte Demokratie wäre und "das Volk" nichts zu sagen hätte, betreibt das Geschäft der AFD.