Beiträge von Klarenbach

    Heute wurde der Grundstein für das Gewobag-Quartier an der Landsberger Allee 343-345 gelegt. Hier sollen bis 2026 1400 Wohnungen entstehen.

    https://www.gewobag.de/ueber-u…uartier-in-modulbauweise/

    Interessant an dem Projekt ist, dass die Neubauten aus Fertigteilen errichtet werden sollen, bei deren Produktion wenig CO2 entsteht und die auch wiederverwendbar sein sollen. Zudem werden die Fertigteile in Brandenburg produziert, Diese Bauweise soll das Bauen schneller und billiger machen. Die Baufirma ist die Daiwa House Modular Europe.

    https://www.daiwahousemodular.eu/de/

    Von den anwesenden Politikern wurde das Projekt in den höchsten Tönen gelobt. Laut Bausenator Andreas Geisel soll dieses Projekt "unser Modell für die Zukunft sein."

    Laut einer Mitteilung des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg sollen die Planungen für das Dragonerareal unverändert weitergehen. Bis Ende 2023 soll eine Einordnung als Stadtumbaugebiet und eine entsprechende Förderkulisse beschlossen werden.

    https://www.berlin.de/rathausb…les/aktuelles-1016698.php

    Ich habe den Eindruck, dass es keine großen Umplanungen für das Dragonerareal geben wird, sondern dass das bestätigte Konzept nur mit einem anderen Förderprogramm umgesetzt wird. Es wird also Veränderungen geben.

    Laut einer Meldung des Tagesspiegels soll die Friedrichstraße ab Montag erneut für den Autoverkehr gesperrt werden. Betroffen ist wieder der Abschnitt zwischen der Französischen Straße und der Leipziger Straße. Die vom Bezirk Mitte erarbeitete Teileinziehung der Straße wird demnach am Montag in Kraft treten.

    https://www.tagesspiegel.de/be…ehr-gesperrt-9235050.html

    Ich freue mich über diese Entwicklung. Es ist schön, dass die Verkehrswende in Berlin weitergeht und die Autolobby nicht das letzte Wort behalten wird.

    Laut einem Bericht des Tagesspiegel wird die Verlängerung der U 7 zum BER immer unwahrscheinlicher. Die brandenburgische Landesregierung hat ihre Haltung bekräftigt, dass sie sich nicht an der Finanzierung beteiligen will. Dies teilte Verkehrsminister Guido Beermann mit. Da der größte Teil der Strecke auf brandenburgischem Gebiet verläuft, dürfte eine Finanzierung der Strecke kaum noch machbar sein.

    https://www.tagesspiegel.de/be…-vor-dem-aus-9067318.html

    Die ganze Debatte zeigt ganz gut, dass die Bundesstiftung Bauakademie bei der Planung der neuen Bauakademie einen ziemlich klugen Weg gewählt hat. Sie hat einen Think Tank einberufen, in dem die unterschiedlichen Expert*innen mit unterschiedlichen Vorstellungen vertreten waren, darunter auch der hier zitierte Peter Stephan oder der Schinkel-Experte Jan Mende. Sie hat zudem zwei Bürgerwerkstätten veranstaltet, bei denen die Bürger ihre Vorstellungen einbringen konnten, die dann an den Think Tank weitergeleitet wurden. Der Think Tank hat auf mehreren Workshops intensiv diskutiert und sich am Ende auf Empfehlungen für den anstehenden Wettbewerb geeinigt. Der hier von manchen herbeigeredete Konflikt ist also längst beigelegt.


    Ich war auch bei den beiden Werkstätten dabei, und dort hat auch Guido Spars etwas über die Planung der Bauakademie gesagt. Ich kann sagen, dass etliche Behauptungen einiger Diskutanten, dass hier ein Gebäude im Stil der Moderne oder gar im Stil des Bauhauses entstehen soll, jeder Grundlage entbehren. Niemand hat so etwas meines Wissens nach auch nur angedeutet. Daher ist die ganze Aufregung völlig unbegründet. Ich habe den Eindruck, dass einige nur den Streit um des Streites willen suchen.

    Ich denke, es sollten alle mal ein wenig abrüsten. Die ganze Debatte gibt es doch nur, weil ein Redakteur der Berliner Zeitung eine unglückliche Überschrift gewählt hat, die die Intention der Architektenkammer und des BDA falsch wiedergibt. Beiden Institutionen geht es keineswegs darum, dass die Bauakademie ein moderner Bau werden soll. Beide fordern lediglich einen offenen Wettbewerb ohne einengende Gestaltungsvorgaben. Hier noch einmal beide Stellungnahmen zum Nachlesen:

    https://www.ak-berlin.de/filea…der_neuen_Bauakademie.pdf

    https://www.bda-berlin.de/2022…-eine-historische-chance/


    Ich verstehe nicht, warum hier einige Nutzer wieder die üblichen Schützengräben aufmachen und einen Konflikt herbeireden, den es überhaupt nicht gibt.

    Die Fußgängerzone am Hackeschen Markt scheint nun doch konkretere Formen anzunehmen. Laut einem Bericht der Berliner Zeitung, haben die Umweltverwaltung, der Bezirk Mitte und die Deutsche Umwelthilfe einen "Letter of Intent" zur Schaffung einer Fußgängerzone am Hackeschen Markt unterzeichnet. Die Deutsche Umwelthilfe will gemeinsam mit der TU Berlin das Projekt wissenschaftlich begleiten.


    Zu den Zeitplänen wird noch nichts mitgeteilt, aber es wäre schön, wenn das Projekt schon nächstes Jahr starten könnte.

    https://www.berliner-zeitung.d…ojekt-beteiligt-li.292408

    Ich würde - ähnlich wie Backstein - für mehr Gelassenheit und Offenheit plädieren. Der Wettbewerb ist noch garnicht abgeschlossen, aber schon wollen einige wissen, was dabei herauskommt, nämlich eine "durchökonomisierte Schöpfung" oder ein "ruppiger Rationalethos."

    Ich habe an den beiden Werkstätten teilgenommen, und ich hatte den Eindruck, dass dieses Projekt durchaus mit großen Qualitätsanforderungen geplant wird. Die Diskussion bewegte sich auf einem hohen Niveau, und ich hatte auch den Eindruck, dass Guido Spars ein kompetenter Mann ist, der sich der Bedeutung des Projekts bewusst ist.


    Ich die gleiche Richtung gehen die Empfehlungen des Think Tanks, dem ja auch Frau Kahlfeldt angehörte und die ich durchweg gelungen finde. Dieser Think Tank war ja nun mit ganz unterschiedlichen Leuten besetzt - von konservativ bis progressiv. Dass sich diese Leute auf gemeinsame Empfehlungen verständigt haben, ist für mich ein gutes Zeichen.


    Ich denke also, dass das Projekt Bauakademie auf einem guten Weg ist. Warten wir doch erst einmal ab, was der Wettbewerb für Ergebnisse bringt. Dieses ständige Lamentieren und Schlechtreden nützt dem Projekt mit Sicherheit nicht.

    Sehr positive Neuigkeiten gibt es vom Hackeschen Markt: Dort wird zur Zeit die Einrichtung einer Fußgängerzone geprüft. Der Bezirk Mitte, die Senatsverwaltung für Umwelt und die Deutsche Umwelthilfe prüfen zur Zeit, wie eine machbare Lösung aussehen kann. Dabei sind sich offenbar alle einig, dass die Straßenbahn weiter über den Hackeschen Markt fahren soll, und auch die Radfahrer sollen weiter erlaubt sein. Für Autos könnte es aber eine Sperrung geben.


    Artikel Berliner Zeitung


    Ich würde einen autofreien Hackeschen Markt sehr gut finden. Er wäre ein weiterer Schritt zur Verkehrswende. Außerdem würde auch die Straßenbahn sehr davon profitieren, weil sie oft durch die chaotischen Verkehrsverhältnisse ausgebremst wird.


    Eingebundenes Presseartikel gelöscht. (Lag an einem update-bedingten Feature, dass bereits deaktiviert wurde.)

    Laut einem Bericht des Tagesspiegels hat der Geschäftsführer des Fördervereins Berliner Schloss, Wilhelm von Boddien, in seiner Autobiografie diffamierende Falschbehauptungen über den Schloss-Kritiker Philipp Oswalt verbreitet. Das Landgericht Berlin hat dem nun einen Riegel vorgeschoben. Boddiens Buch darf laut dem Gerichtsurteil in der jetzigen Form nicht weiter verbreitet werden, außerdem darf Herr von Boddien seine Falschbehauptungen auch sonst nicht wiederholen.

    https://www.tagesspiegel.de/we…r-vertreiben-8867536.html

    Ich bin doch etwas erschrocken über die Aggressivität, mit der die Debatte geführt wird. Letztendlich geht es um ein Kunstprojekt der Stiftung Humboldtforum, das bereits während der Amtszeit der alten Bundesregierung initiiert worden ist und das nun von der neuen Kulturstaatsministerin Claudia Roth unterstützt wird. Das ist eigentlich ein ganz normaler Vorgang, und ich finde es selbstverständlich, dass sich eine Kulturstaatsministerin für die Freiheit der Kunst einsetzt.


    Der Skandal besteht aus meiner Sicht darin, dass dieses Thema von rechten Kräften missbraucht wird, um gegen Frau Roth und vermeintlich links-grüne Verschwörungen zu hetzen. Man muss nur ins Stadtbild Deutschland-Forum schauen, was dort alles an unappetitlichem Gedankengut abgesondert wird. Da wird Frau Roth abwechselnd "pures Ulbricht-Niveau", "Missachtung der Demokratie", eine "bipolare Störung" oder auch "Demenz" unterstellt. Diese Hetze finde ich unakzeptabel und hat mit einer respektvollen Debatte nichts zu tun. Ich bin keine großer Fan von Frau Roth, aber wenn hier eine offensichtliche Hetzkampagne gefahren wird, dann werde ich sie verteidigen.

    Ich finde, dass sich Berlin in Sachen Verkehrswende nicht verstecken muss. In Berlin wurden in den letzten Jahren viele Projekte für autofreie Bereiche auf den Weg gebracht. Neben der Friedrichstraße fallen mir noch ein:

    -der Lausitzer Platz

    -die Bergmannstraße

    -der Wrangelkiez

    -der Graefekiez

    -die Danneckerstraße

    -die Waldeyerstraße

    -die Grolmanstraße

    Sicher wird es noch mehr autofreie Bereiche geben. Und es gibt viele gute Projekte. Ein Lieblingsprojekt von mir ist das autofreie Hallesche Ufer, das in diesem Jahr als Nationales Projekt des Städtebaus ausgewählt wurde.

    https://www.rbb24.de/panorama/…er-fussgaenger-autos.html


    Sicher wäre es schön, wenn der öffentliche Nahverkehr schneller ausgebaut würde. Dennoch gibt es an vielen Orten, wie z.B. an der Friedrichstraße einen sehr guten öffentlichen Nahverkehr. An diesen Orten kann man schon jetzt autofreie Bereiche schaffen. Und die These, dass in den neunziger Jahren die Verkehrswende vorangekommen wäre, kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es damals Fortschritte bei der Schaffung von autofreien Straßen gegeben hätte. Stattdessen wurden die Straßen und Stadtautobahnen immer weiter ausgebaut. Während des ersten rot-grünen Senats 1989/90 hat es tatsächlich Ansätze in Richtung Verkehrswende gegeben. Aber die neunziger Jahre waren für ökologische Fragen in Berlin eine bleierne Zeit, die ich auf keinen Fall zurück haben möchte. Da läuft es zur Zeit viel besser.

    Ich finde eine autofreie Friedrichstraße nicht absurd. Wenn man die Verkehrswende ernst nimmt und die Autos zurückdrängen will, dann muss man irgendwo anfangen. Die Friedrichstraße eignet sich als autofreie Straße vor allem deshalb, weil sie hervorragend an den ÖPNV angebunden ist. Wer zur Friedrichstraße muss, der ist nicht auf das Auto angewiesen.

    Dass es nach wie vor starke Kräfte gibt, die sich eine Stadt nur mit Autos vorstellen können, sollte die Befürworter der Verkehrswende nicht bremsen. Eher können die Erfahrungen der Friedrichstraße genutzt werden, um künftig autofreie Straßen schneller auf den Weg zu bringen.

    Und was die Grünen betrifft: Sie haben immer klar gemacht, dass sie die Autos zurückdrängen wollen. Deshalb kann ich hier kein Bruch von Wahlversprechen erkennen.

    Noch eine Ergänzung: Während der Veranstaltung konnte man auch Schautafeln besichtigen. Für mich besonders interessant waren die Entwürfe für die Klosterstraße 44. Der Eigentümer hat das Büro GRAFT mit der Sanierung und dem Umbau des Gebäudes beauftragt. Die Entwürfe kann ich aus Gründen des Urheberrechts nicht zeigen, Aber ich habe den Eindruck, dass hier ein innovatives Projekt geplant wird, das das Viertel bereichern wird.

    Hier kommt nun das Statement des Senats zum Gerichtsurteil.

    https://viz.berlin.de/2022/10/friedrichstrasse-flaniermeile/


    Praktisch ändert sich wenig, weil nach dem Abschluss des Teileinziehungsverfahrens die Friedrichstraße ohnehin eine Fußgängerzone wird. Ich finde es auch nicht sinnvoll, die Straße jetzt noch für ein paar Wochen zu öffnen, um sie dann wieder zuzumachen. Letztendlich ist es viel Lärm um nichts.

    Da der Thread zur Bauakademie geschlossen ist, es aber Neuigkeiten gibt, bringe ich den Beitrag mal hier unter. - Bitte in den Bauakademie-Thread verschieben

    Heute hat die Bundesstiftung Bauakademie die Ergebnisse des Thinktank-Prozesses und der Bürgerwerkstätten vorgestellt. Demnach soll die neue Bauakademie ein Demonstrativvorhaben dafür werden, was innovatives, zukunftsorientiertes und nachhaltiges Bauen heute bedeutet. Und: Was drinnen passiert, soll außen ablesbar sein. Es sollen auch Bezüge zur alten Bauakademie hergestellt werden, etwa durch Rasterung, serielle Fertigung etc.

    Ich habe mich an den beiden Bürgerwerkstätten beteiligt, und ich habe den Eindruck, dass der Bund die Ergebnisse ernst nimmt. Daher bin ich positiv überrascht, und ich freue mich auf die neue Bauakademie.

    https://bundesstiftung-bauakad…er-neubau-der-bauakademie


    Thread ist erstmal wieder offen. Bitte themenbezogen posten ohne unnötiges Hickhack. Danke.

    Das Grundstück an der Wilhelmstraße war heute auch Thema im Stadtentwicklungsausschuss. Bausenator Geisel erklärte, dass das Grundstück nach seinen Informationen noch nicht zum Verkauf stehen würde. Wenn aber verkauft wird und der Finanzsenator mitspielt, dann könnte das Land Berlin als Käufer auftreten und dort bezahlbare Wohnungen errichten. Das wäre doch eine sehr positive Wendung dieses verkorksten Projekts.

    Ich sehe es ähnlich wie Architektenkind. Das ICC wurde in einer Zeit gebaut, als West-Berlin buchstäblich im Geld schwamm. Damals konnte sich West-Berlin viel mehr leisten als das heutige Berlin, und so wurde das ICC auch geplant. Eine perfekte Technik und großartige Architektur waren damals wichtig, die Wirtschaftlichkeit spielte dagegen damals keine Rolle. Es war von Anfang an klar, dass das ICC niemals wirtschaftlich zu betreiben sein würde, aber das spielte in den Zeiten des Überflusses keine Rolle.

    Heute haben wir eine Architekturikone, die unbedingt erhalten werden sollte. Ich habe aber große Zweifel, dass das ICC jemals profitabel sein wird. Daher dürfte es für private Investoren nicht interessant sein. Wir sollten deshalb das ICC ähnlich sehen wie die Staatsoper oder die Museumsinsel - als Architekturikonen, die Geld kosten, die es aber wert sind, erhalten zu werden.