Beiträge von Novaearion

    Und warum sollte Abriss generell verboten werden?

    Das hängt doch immer mit der Nachfrage und dem Angebot zusammen und kann man nicht pauschal festlegen. Vor zwanzig Jahren wäre so ein Verbot völlig unsinnig gewesen und die heutige Situation ist ja nur entstanden, weil viel zu wenig gebaut wurde.

    Klar, wir sind aber in Berlin und nicht in Eisenhüttenstadt. Und neben der Vernichtung von Wohnraum kommt hier ja auch noch die Zerstörung bestehender Bausubstanz dazu, die durch Neubauten ersetzt werden. Wenn man überlegt, dass die Baubranche für 40% der CO2-Emmissionen verantwortlich ist, ist das hier doppelt falsch.

    Auch die BZ berichtet über den geplanten Flächenabriss mehrerer Gründerzeitbauten durch Bayer im Tegeler Weg 2-5, da die Wohnbauten im Bereich des Gewerbegebiets liegen und somit auch rechtlich keine Handhabe gegen den Erhalt existieren würden:


    https://www.bz-berlin.de/berli…er-halbe-block-gleich-mit


    Ganz unabhängig davon, dass der Abriss intakten Wohnraums in der Innenstadt verboten werden müsste, frage ich mich - Was war wohl zuerst da? Die Häuser oder der Bebauungsplan? Dieses Planungsinstrument gehört in dieser Form abgeschafft, wenn es hier wie hier und auch in Lichtenberg z.T. frisch sanierte Wohnungen zerstört, weil es einem Bebauungsplan aus dem Jahr 1978 widerspricht, als wäre dieser gottgegeben:


    http://mitte.gis-broker.de/bplaene/0103134.jpg


    Offenbar wurde auch 2009 bereits ein neuer B-Plan für das Areal der Wohnbebauung aufgestellt, dieser scheint aber nie Planreife erlangt zu haben.

    Irgendwie wird hier auch völlig vergessen, dass der Treptower Park um die Ecke ist und, wenn der Zutritt zum neuen Spreepark einfach möglich ist, automatisch mehr Besucher:innen anzieht. Beides muss zusammen gedacht werden. Der Treptower Park ist im Sommer auch mittlerweile sehr voll.

    Vielleicht kann die Fähre F11 etwas nach Norden verlegt werden, um das Gebiet am alten Funkhaus auf der anderen Spreeseite anzuschließen? Oder eine kleine Fußgängerbrücke? Somit könnte man Plänterwald, Spreepark und Treptower Park auch mit Karlshorst und Rummelsburg verbinden.


    Eigentlich schlimm, dass bei öffentlichen Park- und Grünanlagen gleich das Geldargument kommt. Natürlich muss das alles bezahlt werden, aber gerade qualifizierte Grünflächen / Parks in der Stadt haben einen Mehrwert für alle, nicht nur Touristen oder Hippster.

    Ich lese immer nebenbei im Bahninfo-Forum mit. Angeblich könnte man auch nach wie vor westlich der Warschauer Brücke Zugänge zur S-Bahn errichten; die Frage ist ja nur, wie viele Jahrzehnte das an Planungs- und Bauzeit kostet, sieht man sich den immer noch nicht fertigen Bahnhof an.


    Die U1 sollte ursprünglich mindestens bis über die S-Bahn geführt werden, dann hätte man einen direkten Umstieg haben können. Leider wurde mit dem jetzigen Neubau des S-Bahnhofs für Jahrzehnte der Status Quo ziemlich schlecht zementiert.

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    An dieser Stelle finde ich die neue Höhe wirklich passender, auch wenn 82 Meter wahrlich kein Wolkenkratzer ist. Gerade in Bezug auf den kleinteiligen Holzmarktbestand und die direkte Spreelage.

    Für einen letztlich doch sehr kleinen Bauherren wie Holzmarkt eG ist ein Hochhaus bis 60m baurechtlich zudem mit deutlich weniger Kosten und Aufwand verbunden, insofern glaube ich nicht, dass diese wirklich böse sind. Im Moment wird ein Hochhaus >60m mit holzsichtiger Fassade nur mit einer Außensprinkleranlage genehmigt werden können und selbst das nur, wenn man alle Augen zudrückt.


    Der Holzmarkt ist, trotz der etwas monotonen Besucher:innenschicht vor Ort, ein Segen im Verhältnis zu den sonstigen 0815-Entwicklungen Berlins seit Mitte der 2000er Jahre. Gerade die eigenwillige Architektur ist wunderbarer Kontrast und lässt vor Ort sogar ein bisschen den alten Berlin-Charme aufleben, der in der Mediaspree oder an der Europacity nun wahrlich nicht (mehr) zu finden ist.

    Auf der Seite des Holzmarktes findet sich eine aufwändige Animation, auf der die neue Kubatur des Projekts erkennbar sein könnte - nebst weiterer Bauprojekte in der Umgebung.

    Nein, das ist die Kubatur nicht. Es sind zwei Blöcke in Nord-Süd-Richtung und einer auf der östlichen Ecke "quer".

    Ich weiß nicht, ob die Grafik hier verlinkt werden darf, sonst bitte löschen:


    https://plus.tagesspiegel.de/b…s/FREE_620/eckwerkpng.png

    Da man leider nicht zitieren darf, nur so viel:


    Es wird statt Holz in Stahlbeton gebaut und im zweiten Geschoss eine begrünte Terrasse mit Blick über die S-Bahn und Restaurants geben. Alles wird öffentlich zugänglich sein. Es wird 250 Wohnungen für Azubis und Studierende geben, der Rest eine bunte Mischung aus Kultur und Gewerbe.

    Bezirk und Land stehen diesem Projekt nun offen gegenüber, es fehlt jedoch noch die Baugenehmigung.


    Der alte Entwurf von Kleihues+Kleihues wird zwar abgebildet, passt aber nicht mehr zum Text:


    https://kleihues.com/eckwerk-berlin-2/


    Eine schematische Grafik des Tagesspiegels zeigt außerdem einen anderen Entwurf mit nur noch drei Türmen und einem fünfgeschossigen Sockel.


    So oder so sieht es nicht nach Stangenware aus, das Projekt wird diese Ecke enorm aufwerten. Schön werden auch die begehbaren S-Bahn-Bögen, die wohl auch im Neubau aufgegriffen werden.

    In wenigen Jahren wird sich der Bereich Alexanderplatz bis zum Ostkreuz fast vollständig mit Neubauten gefüllt haben, fast fünf Kilometer von der Otto-Braun-Straße bis zum Markgrafendamm, was bis vor kurzem eine Brachlandschaft vor dem Herren war. Eigentlich fehlt nur noch eine Neubebauung des Parkdecks südlich vom Ostbahnhof, aber auch hier wird der Druck vermutlich bald groß genug sein, dass genau das kommt.

    Gerade das ist doch aber der Vorteil der Umbaumaßnahmen am Haus der Statistik. Man saniert nicht nur den Bestand, sondern baut um und ergänzt durch Neubebauung:


    https://www.bauwelt.de/imgs/1/…/9/5/07a0f13c66bad5e0.jpg


    Ich kenne die Daten nicht, aber ich gehe hier (auch durch das geplant Hochhaus) von einer ziemlich hohen GFZ aus. Das ist also weder eine plumpe Fortführung aka Sanierung des DDR-Bestandes, sondern eine durchaus intelligente Umbaumaßnahme. Klarenbach hat zu Recht die geplante Mischung positiv herausgestellt: In welchem Investorenprojekt hätte es diese auch nur annähernd gegeben?

    Ob wiederum städtischer Neubau wie am Molkenmarkt funktionieren kann, muss sich erst herausstellen. Hier hat man schon vor dem Umbau zivilgesellschaftliche Ankernutzer.

    Ich bin selbst erstaunt, aber eigentlich bist Du hier gerade (fast) der einzige, der politisch wird: Menschenfeindlich, schlimmer als Marzahn, Kirgisistan, Sibirien. Sowas nennt man wohl "Framing". Ich habe wirklich keinen Bock, das Projekt zu verteidigen – aber nun fühle ich mich fast schon wieder dazu verpflichtet...

    Danke! Solche Beiträge, die du kritisierst + solche von denen, die sich nach einem Stadtplaner der USA benennen, der ganze Viertel plattgemacht haben, zerstören jegliche Diskussionskultur in diesem Forum. Wozu das am Ende führt, kann man im APH + SSC-Forum beobachten: Es geht nur noch um Rekonstruktionen und Preußenkult (oder schlimmeres) oder um "wer hat den höchsten!". Als wären 50% der in den letzten zehn Jahren entstandenen Neubauten auch nur annähernd besser. Europaviertel in Frankfurt & Europacity in Berlin zeigen doch, dass renditegesteuerte Architektur oft genauso einfältig und austauschbar daherkommt wie das, was man hier versucht zu kritisieren.

    Echt, ich kann das "Lüscher ist bäh" & "DDR-Ostblock-Novosibirsk-Diktatur-Plattenbauten" nicht mehr hören. Bei manchen wirkt es so, als müssten sie permanent ihren Frust darüber herauslassen, dass nicht die 14,2%-Partei im AGH die Baupolitik der Stadt bestimmt und Spitzdächer und Stuck als verpflichtende Bausatzung erlässt.


    Das Haus der Statistik ist kein Schmuckstück, es ist aber eines der wenigen baulichen (! - nicht städte- oder freianlagenplanerischen) Relikte der Ostmoderne am Alexanderplatz. In wenigen Jahren verschwinden das Haus der Elektroindustrie und vielleicht auch das Memi und ich trauere beiden keine Träne nach. Aber ich kann verstehen, dass Jahrzehnte Berliner Stadtgeschichte nicht der nächstbesten Investorenarchitektur zum Opfer fallen müssen. Ich hätte mir einen ergebnisoffenen Wettbewerb gewünscht. Der in Aufstellung befindliche B-Plan zu dem Areal war aber auch alles andere als kleinteilig und hätte vermutlich solche Ergebnisse gebracht:


    https://www.heinze.de/architek…-alexanderplatz/12537566/

    https://peil-partner.de/refere…-ecke-mollstrasse-berlin/


    Und das soll ernsthaft besser sein als das Haus der Statistik, dessen graue Energie wenigstens weitergenutzt werden kann?

    Zudem: Es wird durch Neubauten ergänzt, sogar mit Hochpunkt an der Otto-Braun-Straße und fast schon Blockrandbebauung zur Berolinastraße.

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    Merkwürdige Diskussion, die irgendwie auch nicht weiterkommt. Kaufhof und Haus der Elektroindustrie wurden vor vielen Jahren saniert, was keinen abhält, ersteren massiv umzubauen und letzteres abzureißen. Das Haus des Reisens bleibt, das Haus des Berliner Verlags ebenfalls. Die beiden sollten ursprünglich ebenfalls abgerissen werden, was die Grundidee des Kollhoff-Plans nicht verneint. Außerdem ist ein Hochhaus nördlich dem Haus des Reisens meines Wissens nach weiter möglich.

    Bliebe noch das Memi - bisher unsaniert, unterschiedliche Gerüchte ob des mittelfristigen Abrisses oder einer Sanierung. Je nachdem "fehlt" also am Ende ein Hochhaus gegenüber dem Ursprungsentwurf und eines ist nach Norden gerutscht, zudem wurde das Park-Inn nicht mit einem fast identisch großen Neubau ersetzt.

    Gibt es eigentlich schon eine Webcam und einen aktuellen Fertigstellungstermin?

    Beste Grüße aus Berlin - ich blicke mit positivem Neid auf euer Projekt und hoffe, dass wir dann auch eines Tages in der Hauptstadt ein ähnliches Hochhaus sehen dürfen. :)

    Es könnten auch schnell derer sieben werden, wenn die Planungen nordwestlich des Park-Inns sowie von Hines und die beiden Hochhäuser auf der Fläche des Hauses der Elektroindustrie weiter vorankommen. Mindestens die beiden letzteren waren ja auch schon Thema im Baukollegium, eine Bauantrag wurde bereits letztes Jahr eingereicht.

    Mal schauen, was die Wahl bringt. Hines wird diese und die Koalitionsbildung mit Sicherheit abwarten, um nicht sechs Etagen Investment zu verschenken.

    Mal ein Mini-Update:


    Das Bauvorhaben wird weiter geplant. Den letzten Pressebericht dazu hat die Berliner Woche im Mai veröffentlicht:


    https://www.berliner-woche.de/…m-forum-entstehen_a310242


    Offenbar befindet sich das Vorhaben noch in der Prüfung, eine Baugenehmigung scheint noch nicht erteilt. Bauvorbereitende Maßnahmen sind auf dem Gelände nach wie vor nicht zu erkennen, lediglich etwas Vegetation wurde letztes Jahr abgeräumt.

    Kondor Wessels spricht nach wie vor von einem Baubeginn im Jahr 2021 (mit Fertigstellung 2024):


    https://www.kondorwessels.com/referenzen/staytion


    Durch etwas Recherche bin ich noch auf folgenden ziemlich aktuellen Beschluss des Bezirksamts Pankow vom 10.08.2021 gestoßen, wonach eine Privatstraße auf dem Areal in "Paule-Panke-Straße" benannt werden wird:


    https://www.berlin.de/ba-panko…n-paule-panke-strasse.pdf


    In dem Beschluss ist die Rede u.a. von "264 Wohnungen, 52- Gewerbe- und Büroeinheiten" und einem Bauzeitraum bis "voraussichtlich 2026", also zwei Jahre später als auf der Seite des Bauherren.


    Teile des Bauvorhabens hängen sowieso vom Neubau der Reha-Tagesklinik in der Breiten Straße ab, welcher spätestens Anfang nächsten Jahres bezogen werden wird. Wenn bis dahin eine Baugenehmigung erteilt wird, sollte diesem - wie ich finde - sehr urbanen Stadtentwicklungsprojekt nichts mehr im Wege stehen.

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    Ich bin ja nicht immer deiner Meinung ;) - aber hier bin ich wirklich bei dir. Gerade ein grüner Baustadtrat, der seit vielen Jahren tätig ist, sollte doch wissen, dass eine Verdichtung in der Kernstadt (die alte Akzisemauer verlief ein paar Meter entfernt vom Neubau!) nicht nur Steuergelder bringt, sondern vor allem durch die gute verkehrliche Anbindung nachhaltig ist. Es wird ja nicht einmal ein einziger Baum dafür gefällt, was sonst ja gerne als Feigenblatt dafür dient, "nein!" zu sagen und damit unwillkürlich "dann baut halt im schlecht erschlossenen Außenraum, aber da sind wir dann auch dagegen!" meint.

    Diese Anti-Haltung ist erschreckend, peinlich und provinziell.

    Ah, das ist des Rätsels Lösung denke ich - Diese Skizze:


    https://www.kocher-architekten…ichnung-09_922d0ee274.jpg


    zeigt rechts den Gebäudeteil, der offenbar nun gebaut wird. Zumindest kommt die Ansicht bei Morgenpost+ dieser Zeichnung sehr nahe! Zunächst wurde nur der eingeschossige Bestandsbau gebaut. Laut Morgenpost+ sollte eigentlich bereits damals der jetzt geplante Neubau verwirklicht werden, es gab aber nicht genug Bedarf an Büroflächen.


    Mod: Sinnloses Vollzitat des Vorposts gelöscht.

    An der Grenze zum Bezirk Mitte vis-à-vis der alten Bötzow-Brauerei wird das einstöckige Fitnessstudio mit einem klassisch angehauchten Neubau aufgestockt:


    https://www.morgenpost.de/bezi…nehmigt-Retro-Neubau.html


    Leider kommt der Artikel hinter einer Bezahlschranke und zitieren ist daraus nicht erlaubt. Aber so viel: Es bedarf keines Bebauungsplanes, deshalb wird das Vorhaben in Form eines fünf- bis sechsgeschossigen Bürobaus vermutlich auch verwirklicht. Dem Bezirk sei es eigentlich "zu massiv", was ich in dem urbanen Kontext des Vorhabens nicht verstehen kann.


    Das Fitnessstudio wird als Sockelbau in den Neubau einbezogen. Was mir nicht bewusst war: Der Bestand


    https://goo.gl/maps/YpkrCDq6mEpxG7JT7


    stammt aus der Zeit der 2000er Jahre. Ich bin naiverweise beim Vorbeifahren immer davon ausgegangen, dass es sich um einen 20er-Jahre-Bau handelt. In ähnlicher Form sollen auch die oberen Etagen entstehen.

    Das im Artikel gezeigte Ansicht erinnert entfernt an das Neubauprojekt Alexander in der Emser Straße, allerdings mit einem merklich höheren Fensteranteil:

    https://www.ralfschmitz.com/be…charlottenburg-alexander/

    Sorry, aber der 85jährige war 1945 selbst noch ein Kind. Genauso gut könnte man jetzt fragen: "Was ist mit den heute Zehnjährigen - diese werden die Zukunft Berlin erleben können."

    Man kann niemals alle erreichen. Coronabedingt war nun einmal ein Großteil der Partizipationsveranstaltungen online und somit hat man wiederum all jene erreicht, die sonst z.B. zeitlich bedingt gar nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können. Alle geht nur über einen Volksentscheid und selbst bei diesem nehmen tendenziell eher die direkten Anwohner:innen als auch die Befürworter einer bestimmten Bebauung als auch die Gegner teil.


    Für die Veranstaltungen zum Format "Alte Mitte - Neue Liebe" vor ein paar Jahren wurde außerdem auch in Mitte plakatiert, Werbung verteilt etc. - am Ende kamen auch nur ein paar wenige hundert Menschen.