Beiträge von Novaearion

    Jedes moderne Holzgebäude erfüllt selbstverständlich die geltenden Brandschutzanforderungen. Sockel und Fahrstuhl sind aus Fluchtgründen idR aus Beton, das liegt aber auch an den deutschen, viel zu strengen, Auflagen. Wenn ein Großbrand ausbricht, bist du entweder a) vom Rauch tot, b) wirst von den Flammen eingeschlossen, weil etwas im Haus brennt, was dir den Weg abschneidet (Bauweise sowieso egal) oder c) kommst ohne Probleme raus, weil der Brand deinen Weg nicht abschneidet.

    Wie man tatsächlich im Jahr 2024 denken kann, dass solch ein Haus aus Holz einfach so als Vollbrand direkt abfackelt wie im Mittelalter, ist mir in einem Architekturforum doch sehr unklar und insbesondere, dass man sich darin unwohl fühlt. Ich hoffe, du hast keine brennbaren Gegenstände im Haus.

    Ich verstehe die Argumentation und bin mit dem Ergebnis der Sanierung der Oper auch alles andere als zufrieden, wäre doch fast jeder beliebige Geschäftsbau an der heutigen Brache belebender als der geplante Kasten.

    Trotzdem sollte man nicht vergessen, dass Berlin bereits das Schillertheater als eigenes Haus geschlossen hat und solch ein Schritt unwiederbringlich wäre. Drei Opern in Berlin sind auch nur eine pro Großstadt mit 1,3 Millionen Menschen. ;)


    Den wirtschaftlichen Pessimismus teile ich aber nicht. Mag der Sparzwang gerade Thema sein, die Berliner Wirtschaft wächst trotz des schlechten Umfelds weiterhin solide und ist seit wenigen Jahren und zunehmend über dem deutschen Durchschnitts-BIP:


    https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/042-2024

    Wir werden zwar etwas Off Topic, aber die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen können heute schon oft nur in Berliner Landesflächen im Land Brandenburg ausgeglichen werden. Im Land Berlin selbst gibt es kaum noch Möglichkeiten; insofern ist die Bebauung in der Urban Tech Republic und dem Schumacher Quartier quasi das absolute Maximum, was dort geht. Grundsätzlich könnte man jedoch auch mehr Flächen versiegeln, aber dann bräuchte es eben auch woanders Alternativen. Die gibt es aber wie erwähnt (kaum) noch.

    Was hier gar nicht thematisiert wurde: In Tegel Nord und der Cité Pasteur sollen weitere ca. 4.000 Wohneinheiten errichtet werden. Am Festplatz gibt es auch Diskussionen, dass dieser als weiteres Stadtquartier bebaut werden soll. In Summe reden wir also von 20.000 Arbeitsplätzen plus 20.000 Menschen, die dort leben und arbeiten werden. Das ist gar nicht Mal wenig.

    Außerdem: Die Bebauungsplanung läuft seit vielen Jahren. Erste Bebauungspläne sind fertig. Da kann man nicht eben einfach so den Prozess abbrechen und sagen, wir bauen nun 50.000 Wohnungen. Millionen Steuergelder aus der Planung wären dann weg + man würde nicht vor 2030 überhaupt mit dem Bau beginnen.

    Wichtig ist doch, dass es endlich losgeht in Tegel.

    Hier finden tatsächlich heute Fällarbeiten statt und ein kleiner Bagger bewegt Erde. Ca. ein Drittel der Parkplätze ist abgesperrt. Kann gut sein, dass Kondor Wessels es mit "2024" tatsächlich ernst meint und dieses Jahr die Abbrucharbeiten beginnen. Eine Baugenehmigung ist mE immer noch nicht erteilt oder es ist darüber nicht öffentlich berichtet worden.

    Für das Projekt Staytion Pankow gibt es ein wichtiges Update: Kondor Wessels hat die Projektseite überarbeitet.


    https://www.kondorwessels.com/projekte/staytion/


    Entsprechend soll es dieses Jahr endlich losgehen, jedoch wird mit einer Bauzeit von sechs Jahren ausgegangen.


    Die Renderings sind nicht nur schlechter als vor ein paar Jahren, auch die Architektur wurde leider vereinfacht. Städtebaulich bleibt alles beim Alten, lediglich der Bau direkt an der Damerowstraße (Torbau über der Einfahrt neben dem Ärztehaus) wurde offenbar ersatzlos gestrichen.

    An dieser Stelle sei mir ein bisschen Populismus verziehen - die Unterschutzstellung aller DDR-U-Bahnhöfe an dieser Strecke ist ein Wahnsinn.

    Ich könnte vollkommen nachvollziehen, würde man Tierpark als einzigen unterirdischen U-Bahnhof der DDR und einen anderen oberirdischen in die Denkmalliste aufnehmen, aber ALLE?

    Der Denkmalschutz wird durch sowas doch entwertet. Gleichzeitig wird jede Sanierung kostspieliger und wird aufgrund der moderneren technischen Einbauten doch immer ein Kompromiss bleiben.

    Neben der wunderschönen Architektur ist der Gewinn an Urbanität herausragend.

    Ich finde, man kann (und sollte) immer über Fassaden und Materialität streiten dürfen, aber unabhängig von der vor Jahren geführten Diskussion ist der gebaute Stadtraum für Potsdam von unschätzbaren Wert, verbindet er doch seit 1945 endlich wieder den zentralen Eingang vom Bahnhof mit der erhaltenen Innenstadt.

    Wer es noch von früher kennt, wird mich sicher verstehen. Es war ein Nicht-Ort, tatsächlich die wortwörtliche Abwesenheit der Stadt. Ein Transitraum, den man nur schnell verlassen wollte, trotz der Nähe zum Wasser.

    Der Vergleich mit Nordamerikanischen Städten ist nicht stimmig da Berlin mit seinen Achsen und Vialen eher einem Pariser Schemata gleicht. Was es z.B. möglich macht, einzelne Stadtunkte durch Bauhöhen oder mit einer Verdichtung von höheren Bauhöhen zu betonen. Jene einzelnen Stadtpunkte auf der Ebene den gesamten Stadtgebiets sollten miteinander in Beziehung zu setzen sein.

    Dann nehmen wir London oder Warschau. Tower Bridge und Warschauer Altstadt sind u.a. die maßgeblichen Wahrzeichen. In Berlin ist es übrigens auch nicht der Fernsehturm, sondern das Brandenburger Tor.


    Ich will auch keine neue Alibidiskussion um "je höher desto besser" aufmachen. Aber der Kollhoff-Plan, der 30 Jahre alt ist (da war der Fernsehturm gerade einmal 24 Jahre fertig!), kann auch grundsätzlich neu gedacht werden. Ob das nun Wolkenkratzer, Blockrandbebauung oder gänzlich andere Typologien und Baukörper sind oder ausschließlich der Bestand mit qualifizierten Freianlagen weiterentwickelt wird, sollte jenseits eines Jahrzehnte alten Planes frei gedacht werden dürfen.

    Es handelt sich doch um eine völlige willkürlich und irrationale Diskussion. Spontan fallen mir Seattle und New York ein, wo einst dominierende Hochbauten nach und nach von anderen Hochhäusern optisch "verdrängt" wurden, was deren Popularität trotzdem nicht geschadet hat (ich meine Space Needle & Empire State Building).


    Der Fernsehturm könnte genauso von 500m-Wolkenkratzer umbaut werden. Es gibt doch keinen Anspruch darauf, ein fünfzig Jahre altes Bauwerk zum neuzeitlichen Parthenon hochzujazzen.

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    Das ist seit Jahren nicht mehr möglich, denn die Holzmarktstraße wurde jüngst saniert. Zwischen dem nördlichen Fußweg und der Gebäudekante des Plattenbauriegels sind gerade einmal 24 Meter Platz. Geholfen hätte die Reduzierung der Holzmarktstraße auf eine Spur pro Richtung, ohne MIttelstreifen mit den Parkplätzen. Dann hätte man eine ähnliche Situation gehabt wie in der Köpenicker Straße, allerdings hier mit der Problematik, dass Neubauten von Süden die Plattenbauten tatsächlich stark verschattet hätten.


    Wo man endlich ran müsste (und auch noch genug Platz ist): Die Vorflächen vor dem Ostbahnhof inkl. des kleinen Parkhauses und dem Gewerbe mit Tankstelle & Co. Die Holzmarktstraße hat hier ähnliche Dimensionen wie die Straße An der Urania. Anwohnerinteressen müssen hier auch nicht beachtet werden.

    Der Unfall ist ironischerweise ja genau da passiert, wo du ihn nicht verortest: In einem räumlichen getrennten Bereich einer mehrspurigen Hauptstraße, getrennt durch eine Straßenbahn samt Gitter, welches verhindern soll, dass Fußgänger die Straße überall queren. Ein Ideal der autogerechten Stadt, die dem Auto viel Platz bietet und deshalb die Straßenbahn und alle anderen Verkehrsteilnehmer an den Rand drängt.

    Gäbe es weniger Autoverkehr, bräuchte die Straßenbahn überhaupt nicht diese Form der Eigentrasse und niemand müsste lebensgefährlich ein solch breite Schneise queren. Mit dem Alex hat das Null zu.

    Kleines Update aus der Berliner Woche:


    Demnach besteht seit Oktober 2021 (!) Baurecht, es sei jedoch beim Bauamt noch keine Bauanzeige eingegangen.


    Quelle: https://www.berliner-woche.de/…inem-jahr-erteilt_a362768


    Was mich optimistischer stimmt ist aber diese, meiner Meinung nach noch recht frische, Ausschreibung für Verbund- und Einpressarbeiten ab Mitte 2023:


    https://bi-medien.de/ausschrei…usschreibungen/B448356378


    Mal schauen, ob es tatsächlich in einem halben Jahr losgeht. Der Edeka ist weiterhin, als letzter Mieter, vor Ort.

    Was viele hier einfach weiterhin nicht verstehen (und ja, es ist Off Topic so wie die Beiträge zuvor): Neue Straßen ziehen Verkehr an und leiten ihn eben nicht nur um! Hätten wir den geschlossenen Autobahnring, würde er ebenfalls Verkehr vom ÖPNV auf die Straße verlagern. Neuer Stau entsteht auf der ohnehin schon oft verstopften A100 (drei Spuren sind so viel nicht...) und führen dann eben dazu, dass man doch durch die Stadt abkürzt. Carsharing-Anbieter wie MILES z.B. bezahlt man nach KM, da wird man also nicht einmal den vielleicht (!) schnelleren Umweg nutzen.


    Nein, es muss darum gehen, den MIV grundsätzlich aus der Stadt rauszuhalten. Durch sichere Radwege, guten ÖPNV und wenig Angebot für private PKW. Dann kommen die oft zitierten Lieferverkehre, Krankenwagen und Mobilitätseingeschränkten auf schmaleren Straßen übrigens schneller an ihr notwendiges Ziel.


    Am Molkenmarkt wurde eine große Chance verpasst, den Straßengrundriss weiter zu verschmälern. Trotzdem ist es ein riesiger Schritt hin zu einer lebenswerteren Stadt. Die dritte Kfz-Spur kann nachträglich auch zu einem vollwertigen Radstreifen ausgebaut werden. Nicht morgen, aber vielleicht übermorgen.


    Weiß eigentlich jemand, wie lange der Grunerstraßentunnel so bleiben muss wie er ist? Er wurde ja bis 2004 saniert, nachdem bereits damals Überlegungen existierten, ihn wie den Tunnel am Breitscheidplatz zuzuschütten. Könnte mir vorstellen, dass die Frage spätestens in fünf Jahren wieder auf die Tagesordnung kommt. Das Alexa könnte dann einen richtigen Vorplatz bekommen.

    Ob das Projekt Staytion noch kommt?


    Bei Entwicklungsstadt.de werden berechtigte Zweifel geäußert:

    https://entwicklungsstadt.de/n…mmt-das-projekt-staytion/


    Consus ist so gut wie Pleite. Zudem: Bisher wurde bei Kondor Wessels der Planungsstand aktualisiert, nebst PDF. Hier steht seit kurzem nur noch ironischerweise "Fertig" mit Stand 2021, was ja leider nicht erfolgt ist:


    https://www.kondorwessels.com/projekte/staytion/


    Was komisch ist: Gleichzeitig liefen in den letzten Monaten alle Mietverträge im Bestands-Einkaufszentrum aus, sogar Aldi hat vor ein paar Monaten geschlossen. Jetzt ist nur noch Edeka dort, sonst Brache. Selbst die Beleuchtung des Parkplatzes ist abends ausgeschaltet. Ich hoffe, man bekommt das Vorhaben möglichst baureif an einen anderen Investor verkauft, wäre es doch für diese Ecke städtebaulich ein riesen Gewinn.

    Ganz kann ich die Kritik nicht verstehen: Es handelt sich ja quasi in der Tat um eine überdachte Straße und nimmt die Flucht der Schellingstraße auf:


    https://goo.gl/maps/zAjj8dM44MUAjtvo6


    Es kann also als Übergang einer einst geschlossenen Mall hin zur Einkaufsstraße verstanden werden, die vielleicht in Zukunft tatsächlich öffentliches Straßenland werden könnte, mit Büros oder Wohnungen. Insofern hat man hier städtebaulich nichts dauerhaft zerstört und eine ganz andere Struktur als bspw. der East-Side-Mall, beim Forum Köpenick oder dem Ring-Center II & III, bei denen eine Umwandlung für eine andere Nutzung aufgrund der solitären Kubaturen deutlich schwieriger umzusetzen wäre.

    Wenn man für "weniger Fliegen" fliegen ist, ist es aber egal wo die Flüge stattfinden, oder? Transatlantik und viele europäische Flüge können auch weiterhin nicht mit der Bahn durchgeführt werden, es gibt also schlichtweg keine Alternative dazu.


    Warum man in Berlin ein Drehkreuz "braucht"? Weil Berlin mit Abstand die größte Metropole Deutschlands ist, formal die einwohnerstärkste Stadt der EU und nebenbei die Hauptstadt der viertgrößten Industrienation der Welt? Weil nahezu alle Behörden und Botschaften in Berlin ansässig sind und nach Bayern das Bundesland mit den meisten ausländischen Touristen in Deutschland ist?
    Liegt es da nicht vielleicht nahe, dass man von Berlin aus direkt nach Tokyo, Rio oder Hanoi (man denke an die hiesige große Community) fliegen kann und nicht erst nach Frankfurt oder München fahren muss, was aus praktischen Gründen eben dann auch mit dem Flugzeug passiert?


    Und überhaupt: Wir haben einen Wettbewerb der Metropolen, seit vielen Jahrzehnten. Die Staaten verlieren im internationalen Kontext an Bedeutung gegenüber den Wirtschaftszentren. Berlin war bis vor Corona auf einem sehr guten Weg gerade in Bezug auf Zukunftstechnologien und Forschung. Ich bin absolut dafür, auf unnötige Flüge zu verzichten, gerade auf der Kurzstrecke. Aber gerade dann benötigt man Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, die Dank A321 XLR künftig auch mit kleinerem Fluggerät möglich sein werden.