Umgestaltung Rathausforum / Marx-Engels-Forum

  • Start bauvorbereitender Maßnahmen zur Umgestaltung des Rathausforums

    Johannes_9065 hatte letzte Woche bereits über den Start der Umgestaltung des Rathausforums berichtet, der durch die ersten bauvorbereitenden Maßnahmen am 07.02.2025 eingeläutet worden ist. Ich steuere weitere Fotos sowie Informationen aus der Pressemitteilung der landeseigenen Grün Berlin GmbH bei. Grün Berlin übernimmt für das Land Berlin, vertreten durch die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt, die Bauherrenfunktion und das Gesamtprojektmanagement zur Neugestaltung des Rathaus- und Marx-Engels-Forums.

    Auf Basis der intensiven Beteilung der Bürgerschaft in den Jahren 2015-2021 wurde ein Konzept zur Öffnung des Spreeufers für Aufenthalt und Erholung sowie die barrierefreie Erreichbarkeit entwickelt. So wird künftig eine Treppen- und Rampenanlage den Uferbereich erschließen. Sie bietet Zugang für alle und ist gleichzeitig attraktiver Aufenthaltsort. Für die Umsetzung des Konzepts werden im Zuge der laufenden, bauvorbereitenden Maßnahmen am Marx-Engels-Forum 35 Bäume entnommen, davon 23 im Bereich des Spreeufers. Die Fällungen müssen bis spätestens Ende Februar, also noch innerhalb der offiziellen Fällperiode, erfolgen. Die erforderlichen Baumfällungen werden mit der gleichen Anzahl an Neupflanzungen ausgeglichen. Dabei liegt der Fokus auf Arten, die den veränderten klimatischen Bedingungen standhalten und die Klimaresilienz des Platzes stärken. Zum Einsatz kommen beispielsweise Ungarische Eichen (Quercus frainetto), Silberlinden (Tilia Tomentosa) und der Japanische Schnurbaum (Sophora japonica).

    Zur Durchführung der bauvorbereitenden Maßnahmen am Marx-Engels-Forum wurde zunächst ein rund 3.400 Quadratmeter umfassender Baubereich zur Erstellung der Versickerungsfläche von der Spandauer Straße bis zur Marx-Engels-Denkmalgruppe eingezäunt. In diesem Monat folgte der Böschungsbereich am Spreeufer. Der Uferweg am Spreeufer sowie die seitlichen Nebenwege im Marx-Engels-Forum bleiben geöffnet und können weiter genutzt werden.


    Weiter geht es in den kommenden Wochen mit der Erstellung einer Versickerungsfläche am Marx-Engels-Forum, die Teil des künftigen nachhaltigen Regenwassermanagements zwischen Fernsehturm und Spree wird. Anstatt wie bisher über die Kanalisation abzufließen, wird das Niederschlagswasser ressourcenschonend gesammelt und vollständig auf dem Areal des Rathaus- und Marx-Engels-Forums verdunstet oder versickert. Um die bodenschutz- und grundwasserrechtlichen Anforderungen zur gezielten Versickerung von Niederschlägen zu erfüllen, wird im zukünftigen, rund 870 m² großen Versickerungsbereich im Marx-Engels-Forum der Untergrund auf rund 3 Meter Tiefe entnommen, auf Kampfmittel untersucht und fachgerecht entsorgt. Abschließend wird der Bereich mit versickerungsfähigem, unbelasteten Boden neu verfüllt. Baubegleitend erfolgt in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt eine archäologische Dokumentation der im Gründungskern der Stadt liegenden Fläche mit ihren unterirdischen historischen Keller- und Grundmauern.


    Nach dem Abschluss der bauvorbereitenden Maßnahmen erfolgt der Baustart der Hauptbaumaßnahme zur Neugestaltung des Spreeufers voraussichtlich im Mai 2025. Die geschätzten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 33,9 Millionen Euro, deren Finanzierung aus dem Förderprogramm Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW)“, aus Investitionsmitteln des Landes Berlin sowie aus dem Berliner Programm für Nachhaltige Entwicklung (BENE 2) erfolgt.

    Die nachfolgenden Fotos wurden am 12.02.2025 aufgenommen. Der Blick von der Rathausbrücke zeigt sehr gut den Umfang der Fällmaßnahmen zwischen der Spree und dem Marx-Engels-Forum.

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    Der Bereich wird sich zukünftig enorm verändern. Nach entsprechender Veränderung der Gefällesituation und Anlegung der Treppenanlage können hier die neuen Bäume ihren Platz finden. Die Neugestaltung wird sicherlich eine enorme Aufwertung und Belebung des Nordufers der Spree bewirken.

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    Für das zukünftige Wegekonzept hat man zudem, verteilt über das Areal, weitere Bäume entnommen.

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    Die abgebildeten Fotografien sind durch mich am 12.02.2025 aufgenommen worden und bei Gebrauch mit ©RianMa zu kennzeichnen. Vielen Dank.

  • Bis wann soll den die gesamte Umgestaltung abgeschlossen sein? Wenn ich lese, dass archäologische Dokumentationen anstehen, dann werde ich schon leicht nervös, weil das allein in der Regel ein bis zwei Jahre dauert.

  • Hierzu gibt Grün Berlin aktuell keine Informationen weiter und auch an anderer Stelle sind dazu keine Angaben zu finden. Ich gehe jedoch stark davon aus, dass frühestens in der 2. Jahreshälfte 2027 eine Fertigstellung zu erwarten sein wird.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    ... wird im zukünftigen, rund 870 m² großen Versickerungsbereich im Marx-Engels-Forum der Untergrund auf rund 3 Meter Tiefe entnommen, auf Kampfmittel untersucht und fachgerecht entsorgt. Abschließend wird der Bereich mit versickerungsfähigem, unbelasteten Boden neu verfüllt. Baubegleitend erfolgt in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt eine archäologische Dokumentation der im Gründungskern der Stadt liegenden Fläche mit ihren unterirdischen historischen Keller- und Grundmauern.

    ...

    Auf dem Gebiet des heutigen Marx-Engels-Forums stand ja früher das Heilige-Geist-Viertel.

    Hier ist ein altes Foto davon, Blick vom Turm des Roten Rathaus in Richtung Berliner Dom:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Ber…9960852212).jpg

    Hier der Wikipedia Artikel dazu:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige-Geist-Viertel

    Unter der Erdoberfläche sind noch die historischen Keller- und Grundmauern vom Heilige-Geist-Viertel.

    Ich verstehe es so, dass diese jetzt zwar ausgegraben und dokumentiert werden sollen, danach aber abgerissen und entsorgt werden sollen, um ein Versickerungsbereich zu errichten.

    Ich würde eine Zerstörung der historischen Keller- und Grundmauern traurig finden.

    Als Alternative könnte man z.B. ein Archäologisches Fenster machen.

    [mod]Zitat gekürzt. Bitte sparsam zitieren. Danke [/mod]

    2 Mal editiert, zuletzt von temp (17. März 2025 um 18:39) aus folgendem Grund: Habe das Zitat, auf den sich der Text bezieht, in gekürzter Version eingefügt.

  • Heute erfolgte der offizielle Baustart für den Umbau des Rathausforums / Marx-Engels-Forums. Dabei waren viel Politprominenz, wie Kai Wegner, Ute Bonde, Franziska Giffey und Christopher Shriner. Geplant ist eine klimaresiliente Umgestaltung nach dem Entwurf von RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten. außerdem soll die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Laut Senatorin Bonde soll hier ein "Lieblingsort für die Berlinerinnen und Berliner" entstehen. Die Bauarbeiten sollen bis 2030 abgeschlossen werden und 33,9 Mio Euro kosten.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/baustar…t-13899289.html

    Ich denke, das ist ein sehr guter Tag für Berlin. Ein bisher stark vernachlässigtes Gebiet wird endlich zukunftsfähig gemacht.

  • Nur warum dauert der Umbau ganze 5 Jahre? Eine riesige Baustelle im Zentrum Berlins wird für Touristen und Berliner kein schöner Anblick sein. Ein möglichst zügiger Umbau sollte daher von höchstem Interesse sein. Den aufwendigen Umbau des Gendarmenmarkts hat man auch innerhalb von anderthalb Jahren abschließen können - warum also lässt man sich hier so viel Zeit?

  • Es ist eine bedauerliche Lösung, die dem Haushaltsdesaster und der Resignation geschuldet ist, aktive, zukunftsgewandte Stadtentwicklungspolitikzu betreiben

    Eine schlechte Lösung, weil eine Bebauung wesentlich sinnvoller wäre als eine weitere öde sinnbefreite Grünfläche zu erstellen, die genauso vernachlässigt sein wird wie die bisherige. Zum anderen, der Umbau mehr als fünf Jahre dauert, was per se schon ein Offenbarungseid ist, der eben auch den maroden Finanzen geschuldet ist.

    Also kein guter Tag für Berlin.

    Der einzige Trost besteht darin, dass man hoffentlich in 10 Jahren sich zu einer Bebauung entschliessen kann, was gegenwärtig aufgrund der Populisten nicht mehrheitsfähig ist. Die bekannte Strategie mit der Huldigung der DDR Stadtplanung um bei Vielen Nostalgie und Identität zu suggerieren und das verbunden mit dem an dieser Stelle dümmlichen Grünflächenargument, was bei vielen natürliche positive Reflexe hervorruft, obwohl es in Berlin nun wahrlich nicht an solchen mangelt und die meisten eh vernachlässigt sind und keinerlei Mehrwert bieten, dagegen kommt man in Berlin gegenwärtig nicht an.

  • Glücklicherweise wird das Areal in Abschnitten umgebaut. Eine riesengroße Baustelle bleibt uns also erspart.

    Ich freue mich auf die gute, gesunde Entwicklung eines zukunftträchtigen Parks.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Heute erfolgte der offizielle Baustart für den Umbau des Rathausforums / Marx-Engels-Forums.

    Welcher Umbau?

    Hier werden ein paar Grünflächen neu gestaltet. Diese Aktion ist kein Umbau, sondern lediglich ein kosmetischer Eingriff. Und sonst nichts!

  • Die fünf Jahre beziehen sich auf den gesamten Bereich vom Fernsehturm bis zur Spree. Der 1.Abschnitt Marx-Engels-Forum soll 2027 fertig werden, dann geht es auf der nördlichen Seite der Spandauer Straße mit dem Rathausforum weiter. Die Fläche umfasst immerhin 72.000 m², also kaum nur ein "kosmetischer Eingriff".

  • Ich wette, dass der Unterhalt für die Wasserspiele nicht geklärt ist und sie spätestens nach weiteren 5 Jahren aus Kostengründen stillgelegt werden. Siehe Breitscheidplatz etc.

  • Wer sich einen Überblick über die künftige Gestaltung des

    Rathaus- und Marx-Engels-Forums machen will, kann die

    Schaustelle an der Spandauer Straße (nähe Neptunbrunnen)

    besuchen.

    Vorsicht, der Besuch ist nur für Schwindelfreie.

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    Die atemberaubende Aussicht von der Dachterrasse des Infocontainers:

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    Weitere Eindrücke der Umbauarbeiten:

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    Marx und Engels verfolgen das Ganze ungerührt, trotz Provokation durch einen kapitalistischen Einkaufswagen:

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    Alle Bilder von mir © Merlin

  • ^ interessant das damals hier das Gebäude: " König von Portugal " ( Hotel) stand. Aktuell finden Archäologen arbeitet statt. Nach den 2 Weltkrieg dann zerstört wurde. Hier war damals die Burgstraße Nr . 8 -22 die es nich mehr gibt. ( Wie es damals aussah siehe Link oben.)

    Ein Bericht heute auf der BZ ( mit Bild) .Die letzten Überreste der Häuser in der ehemaligen Burgstraße 8 bis 22 werden dafür freigelegt. Erst nach der Fertigstellung der Arbeiten der Archäologen , kann man weiter mit den Bau des Projekte fortsetzen auf der Höhe der Spree Seite.

    Die alten Steine und Balken werden dann in ein 3D- Modell von den Kellern erstellt. Danach kommt der Abrissbagger und zerstört das Bodendenkmal.

    ( Bin mir nicht sicher ob es vlt. Dieses Gebäude mal hier erwähnt wurde)

  • Viele der Häuser waren jüdisches Eigentum (auch das erwähnte Hotel). Nach der üblichen Enteignung während des Dritten Reiches gingen die Immobilien/Grundstücke nach dem Krieg in den Besitz der DDR über. Die Entschädigung oder Restitution der Grundstücke steht noch aus. Der Berliner Senat schweigt zu diesem Thema.

    Einmal editiert, zuletzt von Clemenceau (20. November 2025 um 13:24)

  • … das ist doch der Grund warum hier nichts gebaut werden kann. Erzähle ich seit 12 Jahren, jedem geneigten Foristen.

    Mehr zum Thema findet man hier und dies sollte Pflichtlektüre für jeden sein der sich mit diesem Stadtraum beschäftigt. :

    Geraubte Mitte

    Die ˋArisierung´ des jüdischen Grundeigentums im Berliner Stadtkern 1933-1945

    Herausgegeben von der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Franziska Nentwig

  • Nunja, die Grundstücke gehen (auch nach Neuparzellierung n. Hist. Maß) nicht an die Erben zurück, weil sie nach dem Krieg im Ostsektor lagen, dort in Staatseigentum gelangten und das deutsche Vermögensrecht seit 1990 für DDR-Enteignungen grundsätzlich keine Rückgabe (Korrektur, bezogen aufs M-E-F), sondern nur Entschädigung vorsieht. (Korrektur, „Rückgabe vor Entschädigung“ gilt nur, wenn das Grundstück noch existiert und das Eigentum rechtlich eindeutig ist.- in dem Fall nicht gegeben)

    Jedoch ist das dort kein Einzelfall und nicht komplizierter als anders wo. Ich habe mir mal sagen lassen, dass Entschädigungssummen für ehemalige Grundstücke teilweise gezahlt worden sind und auch nach einer potenziellen Bebauung weiterhin auszahlbar wären.

    Das Thema ist ja ein Dauerbrenner wenn es um die Verhinderung einer dortigen qualitativen Bebauung geht. Zumindest müssen nicht immer Fledermäuse und Eidechsen herhalten.

    2 Mal editiert, zuletzt von Tropfnase (21. November 2025 um 17:28)

  • Das ist so nicht zutreffend. Es gilt der Grundsatz Rückgabe vor Entschädigung. Wobei es eben Ausnahmen gibt, die dann zur Entschädigung führen. Hier wurde die Situation 2013 wie folgt zusammengefasst:

    Gesamtzahl Parzellen 1933: ca. 1.200

    davon jüdisches Eigentum: ca. 225 (ausnahmslos bis 1944 enteignet)

    davon nach 1990 rückübertragen: 15

    Hinsichtlich der restlichen Parzellen sollen im Wesentlichen Entschädigungen (statt Rückgabe) zugesprochen worden sein. Ob die Voraussetzungen (behaupteter "Gemeingebrauch") tatsächlich vorlagen und ob diese Bescheide vor Gericht Bestand hatten, ist nicht bekannt. Wieviele Verfahren 12 Jahre später noch offen sind, ist ebenfalls nicht bekannt.

    Das für die Verfahren zuständige Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen hatte 2015 für das Gebiet des Landes Berlin eine Erledigungsquote von 99,86% bei NS-Enteignungen mitgeteilt und danach die weitere statistische Berichterstattung eingestellt.

    Etwas schwer vorstellbar, dass hier jetzt noch Verfahren laufen.