Kulturforum

  • Es ging um die Bauphase, nicht um die Planungen. Alles dauert sehr lange, nicht nur bei diesem Projekt. Auch wenn viele heutige Standards ihren Sinn haben, muss ganz dringend über Vereinfachung, Verringerung, Beschleunigung nachgedacht werden. Wenn man sich mal vor Augen führt, mit welcher Geschwindigkeit in früheren Jahrhunderten geplant und gebaut wurde, wie beständig und funktional viele der damaligen Gebäude heute noch sind, und wie viel Detailliebe damals hineingeflossen ist, frage ich mich schon, ob die heutige industrialisierte Planungs- und Bauweise die Krone der Schöpfung ist. Viele der heutigen Standards gehen auf die DIN-Normen des von der Industrie getragenen DIN-Vereins zurück. Ganz vielleicht hat die Industrie ein Interesse an möglichst vielen und oft auch überzogenen Standards. Insofern hätte die neue Bauakademie wirklich ein sinnvolles Betätigungsfeld, diesen Wildwuchs an teuren Richtlinien zu lichten. Aber die interessieren sich ja eher für anderen Kram.

    Dass Personal und Material knapp sind, sollte bei einem Budget von 500 Millionen Euro nun wirklich keine Rolle spielen. Ordentliche Vergabeverfahren zur Korruptionsbekämpfung allerdings schon, aber die führen auch nicht zu sieben Jahren Bauphase.

    Das ganz Projekt ist aus meiner Sicht von vorn bis hinten selbst schon ein Museumsstück, dass viele der Missstände in Deutschland mustergültig dokumentiert.

  • Wie ich in meinem letzten Beitrag versucht darzustellen habe, kann die Bereitstellung von Mitteln im Rahmen mehrjähriger Haushaltspläne auch erhebliche Auswirkungen auf die Bauphase selbst haben. Wenn solche Jahresbudgets aus welchen Gründen auch immer angepasst werden (meist zeitlich gestreckt oder oft erhöht und gestreckt), führt das zu einer Verlängerung der Bauphase.

  • Die eigentlich interessante Frage wäre doch, ob irgendwo mal detaillierte Terminpläne (Level 3 o.ä.) aus der ursprünglichen Planung veröffentlicht wurden. Dann könnte man das Ganze im Detail nachvollziehen.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Alles dauert sehr lange, nicht nur bei diesem Projekt.

    Mich erinnert dieses Projekt mittlerweile stark an die James-Simon-Galerie, wo die Bauphase wegen der schwierigen Gründungsarbeiten auf der Museumsinsel etwa ein Jahrzehnt betragen hat. Wenn man die Planungsphase dazunimmt, waren es bei der James-Simon-Galerie bis zur Fertigstellung sogar 15 Jahre (oder länger).

    Zum Vergleich: die Amerikaner haben unter J.F. Kennedy innerhalb von 10 Jahren ihr Raumfahrtprogramm durchgezogen, um den ersten Menschen auf den Mond zu bringen. Und in Berlin braucht man 10 Jahre, um ein Gebäude in den märkischen Sand zu setzen. Auch wenn das nicht 1:1 vergleichbar ist und die Bodenverhältnisse in Berlin Gründungsarbeiten sicherlich zu einer langwierigen Angelegenheit machen, muss man diese biblischen Zeiträume schon hinterfragen. Aber dass scheint das neue Deutschland-Tempo zu sein ... langsam und teuer.

    Immerhin, bei der James-Simon-Galerie ist am Ende was richtig Gutes dabei rausgekommen. Es bleibt zu hoffen, dass es hier genauso kommt.

  • Clemenceau Ich glaube, das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt: Als politisch verantwortliche Person kann ich in meiner Amtszeit mehr Grundsteine legen und Projekte anschieben, wenn ich deren Kosten aufteile und über viele Jahre strecke.

  • Das Medium "Ingenieur" berichtet über die Nässe- und Schimmelprobleme bei "berlin modernd" oder wie das Ding jetzt heißt.

    https://www.ingenieur.de/technik/fachbe…tter-scheitern/

    Besser gesagt berichtet der Artikel darüber, dass die Ursache noch unbekannt ist. Die Stiftung lässt verlautbaren, es habe geregnet. Nun denn.

    "Besonders brisant: Betroffen sind ausgerechnet jene Bereiche des Gebäudes, in denen später Kunstdepots, Technikzentralen und weitere sensible Einrichtungen untergebracht werden sollen. [...] Die aktuellen Schäden betreffen nicht nur den Bauablauf, sondern unmittelbar die spätere Nutzung des Museums."

  • Mich wundert ein wenig was die mit "Schäden am Rohbau" meinen. Es ist völlig normal, dass während der Rohbau-Phase mal Wasser eindringt und dem Beton macht das nichts aus.

  • ^

    Vielleicht sollte das mal dem Bauherrn jemand sagen: "Hallo, was ihr als Feuchtigkeitsschäden zu sehen glaubt ist eigentlich ganz normal und schadet gar nicht." 😄

    Kann weg wenn muss 😉

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Mich wundert ein wenig was die mit "Schäden am Rohbau" meinen. Es ist völlig normal, dass während der Rohbau-Phase mal Wasser eindringt und dem Beton macht das nichts aus.

    Schäden am "Trogbau". Ich geh davon aus, dass die Abdichtung schon fertigstellt ist, wenn 2026 Eröffnung sein sollte.

    Das war mit Ansage. An erdberührten Bauteilen wie Kellern und Tiefgarage gibt es ganz oft Ärger mit drückendem Wasser.

    Wenn ich bei einem Museumsbau ganz tief in die Erde baue, dann sind die Stellen für solche baubedingten Mängel vervielfacht.

  • Weiter oben schrieb Ziegel:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Besser gesagt berichtet der Artikel darüber, dass die Ursache noch unbekannt ist.

    Das kann also auch andere Ursachen haben. Davon ab gab es hier aber auch schon früh mahnende Worte, dass tiefes Bauen im Urstromtal sehr risikobehaftet ist.

  • Das stimmt zwar, aber wir hatten ja in der Umgebung schon etliche Riesenbaustellen und da sollte es doch gewisse Erfahrungen geben. Die Herstellung einer weißen Wanne bei sehr hohem Grundwasser ist aufwendig, aber auch kein technisches Novum.

  • Trotz aller Feuchtigkeitsprobleme lässt das Baugeschehen nicht nach. An der Westfassade wurde die Fassade fast vollständig angebracht. Solide würde ich sagen. Mir gefällt das verwendete Material ziemlich gut. Die Farblichkeit tendiert Richtung Lehmstampfziegel. Update von heute.


    meinebilder

  • Meine Vorbehalte gegen den Entwurf lassen auch immer weiter nach. Die Materialität scheint tatsächlich ziemlich gut zu werden. Mal sehen, wie das bei den Dimensionen und gerade auch aus der Ferne so rüber kommt.

  • Das tiefe Bauen im Berliner Urstromtal ist keineswegs risikobehaftet. Das hört sich so an, als ob man auch bei bester Planung mit Unwägbarkeiten rechnen muss. Es gab in den 90ern etliche Fälle, wo Dichtsohlen nachgedüst werden mussten, weil der Pumpversuch fehlschlug. Das sind aber Erfahrungswerte, aus denen man lernen konnte. Vielmehr nützt die beste Planung nichts, wenn bei der Ausführung geschlampt wird, siehe auch Covivio am Alex. Wenig präzise Ausführung der Schlitzwände, zu spätes Aussteifen aufgrund von Zeitmangel, etc. da gibt es viele Gründe.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Sieht überraschend gut aus.

    Ja, hat fast etwas Reliefartiges. Definitiv Sonderanfertigungen, im Baustoffhandel dürfte das schwer zu bekommen sein. Bin gespannt, wie es auf großer Fläche wirken wird.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Vielmehr nützt die beste Planung nichts, wenn bei der Ausführung geschlampt wird, siehe auch Covivio am Alex.

    Wobei am Alex das U-Bahn-Problem hinzukommt (btw. bei fast jedem der Hochhausprojekte dort). Das haben sie hier nicht.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Vielmehr nützt die beste Planung nichts, wenn bei der Ausführung geschlampt wird, siehe auch Covivio am Alex. Wenig präzise Ausführung der Schlitzwände, zu spätes Aussteifen aufgrund von Zeitmangel, etc. da gibt es viele Gründe.

    Da spricht der Fachmann.

    Von der Bauausführung habe ich wenig Ahnung und kann deswegen nicht mitreden. Aber immerhin handelt es sich bei diesem Museumsneubau (genauso wie beim Covivio am Alex) um ein Vorzeigeobjekt. Ich kann mir das irgendwie nicht vorstellen, dass die ausführenden Baufirmen bei solch prominenten Vorzeigeprojekten schlampig arbeiten, weil die doch auch wissen, dass sie einen Ruf zu verlieren haben, oder nicht?

  • Beim Alex war genau das Problem, dass eine gewisse Aussteifung der Baugrube Schäden an der U-Bahn vermeiden sollte und es passte leider nicht zeitlich in der Bauausführung. Ich würde gerne glauben, dass Baufirmen bei prominenten Projekten besser arbeiten, aber auch am Alex war die Reputation des Bauvorhabens erstmal ziemlich lädiert, zum Ärger des Investors. Die Ursachen der Feuchteschäden bei diesem Bauvorhaben kenne ich nicht und will nicht spekulieren. Aber wie bereits der Kritiker schrieb, waren Tiefbauvorhaben im Bereich des Urstromtals (und der ist ja ziemlich groß) in den letzten Jahrzehnten unspektakulär, was ungeplanten Wassereintritt betrifft. Kürzlich beim Bau des U-Bahn-Tunnels am Bahnhof Krumme Lanke wurde erwähnt, dass WU-Beton (wasserundurchlässig) heute qualitativ kein Thema mehr ist. In den 90ern war das noch anders, da hat man vorsorglich Platz für spätere Nachbesserungen vorgehalten, wenn möglich.

  • berlin modern

    Erste Ausstellung

    Auf der Baustelle des Museums der Moderne gibt es zur Zeit die Ausstellung
    "Gordon Matta-Clark. On Site". Johannes hatte hier bereits darauf hingewiesen.

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    Es geht hinein..

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    hoch in den ersten Stock. Achtung Sichtbeton:

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    Ausblick vom ersten Stock:

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    Im künftigen Gerhard-Richter-Saal findet die Film-Installation statt.
    Der Raum in der ersten Etage ist etwa 450 Quadratmeter groß:
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    Dann verlässt man den Saal nach rechts:

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    6vxl6ed3.jpg

    und geht zum Ausgang:

    zm7w8hcd.jpg

    Die Fassade:

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    Blick von oben:

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    Alle Bilder von mir © Merlin

    Einmal editiert, zuletzt von Merlin (12. September 2026 um 01:03)