Es ging um die Bauphase, nicht um die Planungen. Alles dauert sehr lange, nicht nur bei diesem Projekt. Auch wenn viele heutige Standards ihren Sinn haben, muss ganz dringend über Vereinfachung, Verringerung, Beschleunigung nachgedacht werden. Wenn man sich mal vor Augen führt, mit welcher Geschwindigkeit in früheren Jahrhunderten geplant und gebaut wurde, wie beständig und funktional viele der damaligen Gebäude heute noch sind, und wie viel Detailliebe damals hineingeflossen ist, frage ich mich schon, ob die heutige industrialisierte Planungs- und Bauweise die Krone der Schöpfung ist. Viele der heutigen Standards gehen auf die DIN-Normen des von der Industrie getragenen DIN-Vereins zurück. Ganz vielleicht hat die Industrie ein Interesse an möglichst vielen und oft auch überzogenen Standards. Insofern hätte die neue Bauakademie wirklich ein sinnvolles Betätigungsfeld, diesen Wildwuchs an teuren Richtlinien zu lichten. Aber die interessieren sich ja eher für anderen Kram.
Dass Personal und Material knapp sind, sollte bei einem Budget von 500 Millionen Euro nun wirklich keine Rolle spielen. Ordentliche Vergabeverfahren zur Korruptionsbekämpfung allerdings schon, aber die führen auch nicht zu sieben Jahren Bauphase.
Das ganz Projekt ist aus meiner Sicht von vorn bis hinten selbst schon ein Museumsstück, dass viele der Missstände in Deutschland mustergültig dokumentiert.
















