Beiträge von Humphrey

    Bato - das ist das übliche Architekten und Planer geschwurbel wenn offenkundig unästhetisches geliefert wird. Jetzt finde ich ja das Ergebnis durchaus besser als den vorzustand im gegebenen Rahmen durchaus gelungen, aber diese rechtfertigenden Floskeln unangefochten zu akzeptieren geschweige denn zu wiederholen finde ich dann doch etwas zu viel. Hier wurde versucht die - unausweichliche - Veränderung und Transformation aus sehr wahrscheinlich ideologischen Gründen soweit wie möglich zu minimieren und den Begebenheiten vor Ort unterzuordnen, und den ganzen dann ein irgendwie plausibler dahergeholter nicht-ideologischer Anschein verliehen.

    Ich finde den Bau zwar nicht schön, aber - in dieser Ausführung und Masse in diesem Kontext - sehr gut, aus Zahlreichen Gründen. Man muss ihn dafür aber im Kontext sehen.
    Erstens passt die Masse in die Gegend, under Baukörper variiert mehr als die meisten drum herum. Zweitens passt die Materialität - es gibt viele Platten, und gegenüber den hervorragenden Circus Bau mit den klassischen Anleihen und der ebenfalls sehr großen Dimension. Drittens die Wertigkeit - der Bau wirkt mehr als ordentlich ausgeführt, auch das balanciert die vielen Platten. Und letztens diese gewisse Zeitlosigkeit im Sinne kein offensichtlich heute aktuelles Design, sondern als stünde der Bau dort schon 20 Jahre - das ist für mich eine kleine Brücke in die Normalität in einer Gegend, die sich irgendwie atmosphärisch viel zu flächendeckend in der DDR stecken geblieben anfühlt. Eine gute Brücke und ein Stück Balance. Schön ist anders aber kommt hier - wenn überhaupt - auch erst wenn die Platten verschwinden. Wenigstens jetzt ein bisschen Großstadt, Abwechslung und Leben.

    Die Funktion ist völlig irrelevant dafür ob ein Raum schön oder sehenswert ist. Eine säkularisierte Kirche bleibt schön, völlig ohne Funktion. Außerdem wird hier unterstellt ästhetischer öffentlicher Raum sei ohne Funktion nicht möglich (ist Ästhetik eine Funktion?). So dreht sich der Kreis zu Verbrechen und Ornament und zum Niedergang der gelebten schönen lebenswerten Stadt.

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    Stimmt, war aber anders gemeint. Es gibt bestimmte Orte in den USA wo Gebäide eindeutig schon 20 Jahre oder älter sind, und trotzdem eine gewisse Form von Kontinuität und Großstadt und weiter Welt suggerieren, zumindest für mich. Dieser Bau gehört dazu. Die Ungebung ist quasi konsistent schlechter als dieses Gebäude, und das Gebäude allein macht kein tolles Stück Stadt. Aber es ist weder kleingeistig, noch billig/minderwertig, noch zu sehr Mode und bald wieder out.

    Für die Demokratie- und Aussichtsplattform- Theoretiker: Erstens ist es nahezu schmerzhaft sich sowas anzuhören (oben =reich, unten=arm, ernsthaft? Die tollsten Berliner Altbauwohnungen sind übrigens im ersten und zweiten Stock), zweitens gibt es am Platz mehr Aussicht von oben als nahezu überall sonst in Berlin: Motel One Aufdachterasse und Bar, Bikini Berlin, Monkeybar. Ich gehe mal aufgrund der Rethorik aber davon aus dass nur Steuerzahlerfinanzierte egalisierung wirklich zählt, yes?

    Ich denke mal es gibt 120-90 Meter, an denen sich keiner abarbeiten kann. Die werden dann dafür ewig nicht gebaut weil der Investor dann lieber auf bessere Umstände (=wirtschaftsliberale Politik) wartet oder verkauft. Alles drum herum schimmelt weiter vor sich hin. Kein Politiker will‘s gewesen sein und Berlin findet überwiegend im Ostteil statt.

    Ich gehe davon aus der Entwurf wird noch kostenoptimierz und sieht dann absolut genauso aus wie alle andern Türme, lediglich andere Aluprofile.

    Bei den ersten Türmen war die Hauptsache, das überhaupt mal was passiert. Mittlerweile sehe ich aber eher ein großes Risiko dass wir hier auf ewig einen uninspirierten kleinen Geist baulich zementieren. Das ist städtebaulich bereits heute sogar schlechter gealtert als der Steglitzer Kreisel. Diese Monotonie gehört aufgebrochen und um eine mutige Zukunftsvision ergänzt. Lediglich der Gehry hätte das sein können, besser noch die Uralten Entwürfe der orginalen Kollhoff Zeit.

    Das Problem mit dieser Treppe ist sie sieht nur auf Bildern toll aus weil das Schloss sichtbar ist. Aber der Blick von der Treppe selbst ist völlig unattraktiv. Gegenüber am Schinkelplatz die unattraktivste Bebauung an der Museumsinsel, eigentlich je nach Höhe nur völlig verrußte Spundwand, links schräg gegenüber aller Wahrscheinlichkeit entweder nichts oder eine “moderne” (aka völlig uncharmante, unattraktive und flache Bauakademie), links entweder nichts oder Sicherungsgeländer der bei niemandem beliebten Einheitswippe, direkt vorne eine braune schlammige Spree, rechts wieder russiger stein und die durchaus wunderschönen Statuen der Brücke, aber aus der wahrscheinlich schlechtesten möglichen Perspektive.

    Alles in Allem eine Treppe ins Nirgendwo und ohne Zweck. Der Schinkelplatz gegenüber bietet deutlich attraktivere Perspektiven. Und die an und für sich absolut unattraktive Rückseite des Schlosses ebenfalls.

    Sehr schade. Pandion baut gute Qualität und ich fand sie im Auftreten immer professionell und sympathisch.

    Doeses Projekt hier speziell fand ich immer schon seltsam - ich verstehe es selten wenn an bestehenden Gebäuden jahrelang gebaut wird und am Ende quasi das selbe rauskommt. Scheint (in Berlin) auch nie besonders zu funktionieren, was aber nichts bedeuten muss.

    Ich hoffe Pandion bekommt die Kurve.

    Es ist eine absolute Unverschämtheit wie hier mit völliger Selbstverständlichkeit den Bürgern ihr öffentlicher Raum und eine der vermeintlichen Visitenkarten der Republik verschlechtert wird und dann auch noch mit Bräsigkeit und völliger Gelassenheit ständig gelogen wird, obwohl wir hier mittlerweile in Jahrzehnten denken und Handeln.

    Zumal es hier um Bäume im städtischen Raum geht - neben Styropordämmung der Heilige Gral der herrschenden Mächte schlechthin.

    Der Galeria am Alexanderplatz ist innenarchitektonisch schöner, großzügiger, und Weltstädtischer. Das Galeries Lafayette wirkte exklusiver. Beide hätten/würden/könnten mit einem bisschen Investment deutlich edler daher kommen als das KaDeWe.

    Im deutschen Vergleich ist das Oberpollinger und das Ludwig Beck in München schöner, das Alsterhaus ebenfalls erwähnenswert.

    Und jeder Corte Ingles in Madrid ist innen mindestens ein ebenbürtig.

    In London wird immer das enge und unattraktive Harrods angeführt, wirklich toll ist jedoch das Liberty.

    Und mit Paris kann sowieso nichts mithalten.

    Ich finde das KaDeWe durchaus schön innen, aber furchtbar unübersichtlich - es ist mir fast nicht möglich mich nicht zu verlaufen. Nur Harrods fand ich da noch schlimmer.

    Was absolut fehlt ist der Dachumbau. Die Pläne waren toll. Und Tauentzien und die Ungebung ist halt leider absoluter Trash. Das Pleite gegangene Signa Vorhaben mit den Rubdbögek anstelle des Schuhladens sowie der Ellington Unbau wären genau die Art Projekte gewesen die es hier bräuchte…