Beiträge von Bousset

    Die Mopo will zur Expo wissen, dass die Zusammenarbeit Berlins mit Brandenburg enden wird. Die Fläche in Brandenburg hat finanzielle Risiken, da sie in privater Hand ist. Deshalb sieht man jetzt das künftige Gewerbegebiet Buchholz-Nord als Expo-Standort vor. Bahnanbindung lässt sich leicht realisieren. Die Linke ist generell nicht gegen die Expo, verlangt aber ein finanziell tragfähiges Konzept. Hinter Paywall:

    https://www.morgenpost.de/berlin/article…035-retten.html

    Schöner Schenkelklopfer. Sechs Landebahnen mit max 3.000 m Länge (eher deutlich kürzer) wären dann besser als zwei mit 3.800 m Länge, obwohl dass einzusetzende Fluggerät davon abhängig ist? Davon jeweils zwei in Tempelhof und Tegel, die nicht parallel nutzbar sind (also eigentlich nur eine Landebahn). Plus Restriktionen wegen Lärm und Sicherheitsanforderungen in stadtnahem Gebiet. Was für ein peinlicher Blödsinn, zum Fremdschämen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es ist eigentlich ausgeschlossen, dass sich der BER, zwischen Frankfurt und dem zukünftigen Port Polska, als weiterer großer Hub wird etablieren können. Port Polska wird als Zentralflughafen Polens mit Sicherheit das Drehkreuz Osteuropas werden.

    Dazu muss er erst einmal a) fertig sein und b) muss der gleiche Nachteil, den auch der BER hat, beseitigt werden. Nämlich seine Lage am äußeren Rand eines durch den Ukraine-Krieg und den damit verbundenen Sanktionen im Flugverkehr deutlich verschobenen Schwerpunkts internationaler Flugrouten in Europa. Ein Blick auf Flightradar hilft, um zu erkennen, dass fast alles nach Asien über den Korridor in Nahost geht. Es bleibt beiden Standorten zu wünschen, dass sich dies irgendwann ändert.

    ^ Am Anfang von Jans Post hat er kurz thematisiert, dass London führend bei Rechenzentren ist und danach Frankfurt kommt. Eine vor einiger Zeit von mir mit KI durchgeführte kurze Abfrage ergab, dass derzeit noch Frankreich ein Wachstumsmarkt ist (Stromkosten). Skandinavien ist relativ zur Einwohnerzahl gut aufgestellt aus klimatechnischen Gründen, in Summe aber nicht so groß. Auffallend gering sind Aktivitäten in Südeuropa und Osteuropa.

    Für die Ansiedlung von Rechenzentren entscheidend sind: Günstig verfügbare Flächen, ein Knotenpunkt im Hochspannungsnetz (Redundanz) und ausreichend Kühlkapazität. Stadtnahe Standorte sind zur Nutzung der Abwärme natürlich sinnvoll, aber aus unternehmerischer Sicht nicht zwingend erforderlich. Zum Betrieb wird nicht viel Personal gebraucht.

    Es bleibt für mich dennoch ein Phänomen, dass der Unterschied SXF+TXL zu nun BER weiterhin bei ungefähr 10 Millionen Fluggästen liegt. Ich bin damals auch dem Irrtum aufgesessen, dass sich die Zahlen am BER einfach addieren würden. Kann ein etwas anderes Einzugsgebiet oder ein anderes Klientel am Flughafen SXF so einen Riesenunterschied machen? Deine Erklärungen stimmen sicher, aber ich wundere mich nach wie vor, dass der Unterschied so groß ist.

    Der Zuwachs im Luftverkehr Osteuropas wird möglicherweise dazu führen, dass insbesondere der neue Flughafen Warschaus mehr Fluggäste als der BER haben wird, so what? Soll das jetzt peinlich für den BER sein? Da schwingt dann doch Überheblichkeit ggü. unserem Nachbarn mit. Wien und Zürich sind als Stadt kleiner als Berlin und haben größere Flughäfen. Wichtig ist, dass der BER weiter wächst.

    In der Berliner Zeitung erwähnt Tim Clarke, dass es Missverständnisse im Vertrag gibt, der auf englisch verfasst wurde. Aus seiner Sicht könnte es sein, dass der gleiche Satz in der deutschen und arabischen Version anders interpretiert wird. Es soll wohl Mitte November mehr Neuigkeiten geben.

    Mal angenommen, es geht weiter so, dass die Extreme stark bleiben, auf dem Land rechts und in der Stadt links, dann wird der Zeitpunkt kommen, wo SPD, CDU und Grüne es bedauern werden, dass es keine Länderfusion Berlin und Brandenburgs gab, um diese Extreme etwas zu glätten.

    Bei den hier vorgestellten Auszügen des Sondierungspapiers besteht für mich auch durchaus die Möglichkeit, dass RRG politisch geräuschlos agieren wird. Klingt alles etwas weichgespült und Geld ist sowieso nicht da. Überhaupt liegen die Schwierigkeiten in der Umsetzung mit einer unfassbar schlechten Berliner Verwaltung, Bürgeramtstermine als Lichtblick mal ausgenommen. Dieses dicke Brett konnten auch die Vorgängerregierungen nicht lösen.

    Ein Zukunftsmodell RRG für den Bund? Was raucht Ihr denn, dass will ich auch haben. Ein Blick zu unseren Nachbarn offenbart, dass auch Deutschland eine polarisierte fifty-fifty-Gesellschaft werden kann, wahrscheinlich bereits ist. Der Durchmarsch der AfD, gerade in ländlichen Gebieten, ist auf dem Weg. Vielleicht mag RRG Signalwirkung für andere Metropolen in Deutschland haben, die Masse macht das nicht aus. Die Beobachtung des Berliner Landeseverbands durch den VS, nun ja... nach den Ereignissen der letzten Wochen könnte sich da etwas bewegen. Mein Fazit: Nicht meine Wunschregierung, kann pragmatisch irgendwie klappen. Was dem im Weg stehen kann, sind linke Folklore und dämliche Einwürfe von der Seitenlinie durch eigene Leute der Linken. Man darf nicht vergessen, dass SPD und Grüne auch Wahlverlierer sind. Die Grünen haben mit ihrem Führungsduo das Kunststück vollbracht, trotz Opposition im Bund und in Berlin 3 Prozent zu verlieren. Beide Parteien haben auch etwas zu verlieren und durch den Bund keine Rückendeckung für die Koalition. Auch hier bestätigt sich wieder, dass die Landesverbände von CDU, SPD und Grünen im Bund als Schmuddelkinder und Spackos wahrgenommen werden. Selbst das Saarland ist im Bund besser vernetzt, die Wahlergebnisse in MV waren in der öffentlichen Wahrnehmung wichtiger als die Berlins.

    Damals ging es auch darum, dass eine aufwendig durch Thüringen zu bauende Strecke nur für Züge von Berlin/Leipzig nach München nutzbar wäre. Es ging darum, Trassen zu bündeln. Und so ist die SFS Leipzig/Halle - Erfurt auch für die Relation Dresden-Leipzig-Frankfurt relevant, ebenso Berlin-Frankfurt. Mit dem heutigen Erfolg der Strecke Berlin-München und all ihren Sprinterverbindungen hat damals keiner gerechnet. Da würde ich mir eher wünschen, dass man sich einen ähnlichen Ruck gibt und die Strecke Erfurt-Fulda so großzügig wie möglich ausbaut. Warum muss da zwischen Gerstungen und Eisenach dauerhaft die alte Trasse genutzt werden...

    Dann täte die CDU gut daran, nicht über den Länderfinanzausgleich für Berlin zu pöbeln und gleichzeitig für eine Regierungsbeteiligung der AfD in Sachsen-Anhalt zu sein (O-Ton Boris Rhein). Wer das eine will, muss dass andere mögen. Und der Souverän hat nun einmal in Berlin für die Linke und in Sachsen-Anhalt für die AfD gestimmt. Durch dieses dumme Verhalten der "normalen" Parteien, kriegen die extremen Ränder den Zulauf. Dann muss in beiden Ländern nun der reality-check stattfinden.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich finde das ganz gut, dass die alte Tante SPD mal nicht das Ressort übernimmt.

    Es wäre schon eine Form der demokratischen Hygiene, wenn die SPD, die bei allen Regierungen der vergangenen Jahrzehnte dabei war, nicht mehr dabei ist. Sie waren beim Verkauf der Wohnungen dabei und übrigens auch beim Bankenskandal in der Regierung. Dennoch gibt es auch bei der SPD kompetente Leute.

    Was Du nicht berücksichtigst, ist der Fakt, dass die landeseigenen Wohngesellschaften hoch verschuldet sind, auch durch die Deckelung der Mieten. Das trägt dann der Steuerzahler, im linken Sinn also auch der Rest der Bevölkerung, die nicht in einer landeseigenen Wohnung wohnen. Das ist einfach eine Sichtweise auf das Problem und nicht rechtswidrig. Man sieht das daran, dass die von der Linken zu vergesellschaftenden Wohnungen von Vonovia nur geringfügig höhere Mieten pro qm aufweisen, weil sie wahrlich keine Filetstücke sind. Das Argument der bösen Kapitalisten, die Leute mit Wuchermieten für Schrottimmobilien abzocken, geht gerade bei den Groß-Vermietern ins Leere. Andersrum müssten die landeseigenen Gesellschaften diese etwas höheren Mieten nehmen, um als Unternehmen Rücklagen für Neubau und Instandsetzung zu bilden. Mieterhöhungen sind kein Schlag ins Gesicht, sondern das übliche Resultat einer Lohn-Preis-Spirale oder sonstwie steigenden Kosten. Aus meiner Sicht versucht Gaebler damit, dass kommende Chaos etwas abzumildern.

    Es war nicht nur eine gute Social-Media-Kampagne für junge Wähler, sondern auch ein starker Haustürwahlkampf bei Nichtwählern, insbesondere in Neukölln, muss man anerkennen. Aber mit Kampagnen ist das so eine Sache. Die Themen Kriminalitätsbekämpfung und innere Sicherheit interessieren genauso wie das Thema Mieten. Es war in der Zeit zu lesen, dass die Linke beim Haustürwahlkampf feststellte, dass das Hauptproblem der Leute in Neukölln nicht Rassismus, sondern die Vermüllung ihrer Umgebung ist, woraufhin sie ihren Wahlkampf umstellten. Also erste Erkenntnis der Linken, dass Wähler mit Migrationshintergrund sich nicht als Opfer sehen, weitere Erkenntnisse werden folgen. Zum Beispiel, dass diese Wählergruppe oft konservativ und leistungsorientiert denkt.

    Naiv ist die Aussage im Wahlprogramm der Linken, man möchte den Neubau von Wohnungen in Neubauquartieren forcieren und dafür auf die Nachverdichtung verzichten. Da redet man den Nimbys das Wort und möchte Stimmen sammeln. Wenn Berlin tatsächlich auf Nachverdichtung verzichten will, dann müsste es Neubaugebiete in der Größenordnung des MV oder der Gropiusstadt realisieren, also 20.000 WE und mehr.

    Die Reaktionen von CDU und FDP auf die Linken waren, gelinde gesagt, nicht hilfreich. Die Förderung von Eigentum spricht mich als Mieter nicht an, weil sie die aktuellen Probleme nicht löst. Mit Gaebler gab es im aktiven Senat aber einen Profi, der im Rahmen seiner Möglichkeiten einiges auf den Weg gebracht hat. Leider ist es unwahrscheinlich, dass das Ressort bei der SPD bleiben wird.

    Jan, vielen Dank für die ausführliche Klarstellung. Da hat Klarenbach tatsächlich etwas verdreht. Wo er Recht hat, ist die Zustimmung der Linken bei jungen Wählern, aber eben auch stark bei solchen muslimischen Glaubens. Das ist ebenfalls belegt und es ist ja auch legitim. Problematisch an der zweiten Gruppe ist, dass sie durch israelkritische Töne (mal dezent formuliert) angestachelt wurden und das die Linke es sehr schwer haben wird, das wieder einzufangen.

    Weil sich hier viele über die Nicht-Leistungen des vergangenen Senats ereifern: Die Kernfrage ist, ob R2G oder Schwarz-Rot die ihnen zustehenden Mittel zur Bekämpfung der Wohnungsnot genutzt haben, oder nicht. In dieser Hinsicht ist die Bilanz besser, als es aussieht, aber das Problem ist leider nicht gelöst. Wenn man sich über Jahrzehnte hinweg diverser politischer Mittel zur Bekämpfung der Wohnungsnot beraubt, dann wird der Rahmen, in dem überhaupt noch Entscheidungen getroffen werden können, eng. Wie schon hier geschrieben wurde, es waren auch die Wähler, die dafür ihr Plazet gegeben haben und es wundert nicht, dass das Thema nun von Populisten besetzt wird.

    Der Verkauf der städtischen Wohnungen vor vielen Jahren (neben SPD und CDU war m. W. auch die PDS daran beteiligt) hat der Stadt einen großen Teil ihrer Einflussmöglichkeiten auf den Markt genommen. Wenn man dies ändern möchte, ist neben dem Neubau auch der Rückkauf von Wohnungen möglich und wurde auch schon praktiziert. In der gesamten Debatte fehlt der Hinweis, dass vor jeder Enteignung zunächst eine einvernehmliche Lösung über einen Kauf angestrebt werden muss. Dann muss man den Wählern erklären, dass man die Wohnungen, die man verkauft hat, wieder zurückkaufen möchte. Enteignen klingt dann natürlich schmissiger, ist aber Schwachsinn. Politik ist nicht nur vermeintlich an Volksentscheide gebunden, sondern auch über den Rechtsweg an Entscheidungen vergangener Tage, auch wenn es weh tut.

    Ich bin nicht so optimistisch wie Jan. Es wird mehr und mehr offensichtlich, dass die Geschichte der CDU, SPD und der Grünen in Berlin und im Bund auserzählt ist. Man schleppt zu viel Ballast aus der Vergangenheit mit und die alten Entscheidungen (Finanzkrise, Verkauf von Wohnungen, etc.).

    Die Erzählungen der Protestparteien Linke und AfD vermitteln keine positiven Vorstellungen von der Zukunft und vor allem keine Zuversicht. Sowohl auf lokaler Ebene als auch im Bund ist vielleicht die Zeit für neue Parteien gekommen, die Wähler von den extremen Rändern zurückholen können. Nicht nur die Niederlande und Frankreich sind da mittendrin im Prozess. Man darf über diesen Verfall sicher besorgt sein, muss aber realistisch erkennen, dass Deutschland mit seiner aktuellen Parteilandschaft eher die Ausnahme ist. Zumindest mir ging es so, dass wenigstens die Wahlplakate von Volt noch diesen positiven Eindruck vermitteln konnten und aus meiner Sicht die richtigen Akzente setzten. Davon könnte es im politischen Wettbewerb gerne mehr geben.

    Ja, das ist gut für weite Teile im Osten Deutschlands, nicht allein für Berlin und Brandenburg. Natürlich wird sich diese Verbindung nicht zahlenmäßig in einem realen Wirtschaftswachstum darstellen lassen, außer in den Bilanzen des BER. Aber jede Form einer besseren Konnektivität stärkt den Wirtschaftsstandort. Haben ist besser als Brauchen.

    War neulich auch dort. Auf den letzten drei Bildern sind am Rand der Baugrube in Steilshoop relativ alte Betonwände zu sehen, die räumlich nicht in Zusammenhang mit den benachbarten Tiefgaragen stehen können. Möglicherweise sind das konstruktive Vorleistungen aus der Zeit des Baus der Hochhäuser, denn schon damals sollte dort ja der U-Bahnhof entstehen. Der Fußgängertunnel zum City-Center Steilshoop soll so errichtet worden sein, dass er ohne Abbruch später von einer U-Bahn unterquert werden könnte und wird vermutlich Bestandteil des Zugangs zum Bahnhof werden. Und nein, begehbare Hohlräume als Vorleistung für die U-Bahn hat es dort nie gegeben.

    Postmodern aufgeschickt ist gut. Gerade gestern fiel mir dort auf, wie heruntergekommen diese Pavillons aus den 80ern sind. Für Umsteiger wie mich, ist die Situation der Bushaltestellen nur erbärmlich. Die Taxen halten immer noch direkt vor dem Bahnhof, obwohl dieser kein richtiger Fernbahnhof mehr ist. Dafür muss man von der Bus-Ankunft mehrere Straßen zu Fuß überqueren, um in den Bahnhof zu kommen.

    Die abfahrenden Busse gehören direkt vor den Bahnhof und ein vernünftig überdachter Busbahnsteig mit kreuzungsfreiem Zugang zu U- und S-Bahn muss für die ankommenden Busse dahin. Zoo ist mit Abstand der größte BVG-Busknoten. Auch der Bahnhof der U2 wird seit Jahren nicht umgebaut, weil die Zukunft des Platzes und damit der Zugänge zum Bahnhof ungewiss ist. Da wird von einer Berücksichtigung von neuen Straßenbahnstrecken fabuliert, die nie kommen werden und somit der bestehende Missstand zementiert.

    Und wenn es am Alex möglich war, Parkplätze in einer Tiefgarage verschwinden zu lassen, wird das am Zoo auch möglich sein. Der gemeine Fahrgast wird insbesondere in späten Stunden durch erlebnisorientierte Jugendliche mit ausgeprägtem Dominanzverhalten in teuren Mietwagen gestört.