Beiträge von Bousset

    Die Verlegung des U-Bahnhofs zum S-Bahnhof Warschauer Straße ist Geschichte. Der Vorteil des kurzen Wegs würde mit anderen Nachteilen erkauft werden:


    - Die existierenden immer ebenerdigen Zugänge am U-Bahnhof zur Warschauer Straße würden entfallen und man müsste die Gleise der U-Bahn in einigen Fällen unterqueren.

    - Die vorhandene dreigleisige Anlage erweist sich bei der aktuellen Doppelbelegung U1/U3 im dichten Takt als ideal. Da der Bahnhof nicht über Kehrgleise verfügt, ist die dritte Bahnsteigkante für einen stabilen Betrieb sehr sinnvoll (vergleiche Konzept U5 Hönow). Bei einer Verlegung wäre nur Platz für zwei neue Seitenbahnsteige gewesen, was betrieblich eine Einschränkung ist.

    - Die Zufahrt zur so genannten Rudolfhalle zum Abstellen von Fahrzeugen wäre bei einer Fortführung auch schlechter gelöst als heute vorhanden.

    - Der längere Fußweg zwischen S- und U-Bahn führt auch zur Entzerrung der Fahrgastströme. Kurze Wege sind für den Fahrgast ideal, für den Verkehrsfluss mitunter aber problematisch. All zu lang sollen sie natürlich auch nicht sein, der Weg dort ist m. E. vertretbar und rechtfertigt nicht die Verschiebung des Bahnhofs. Wichtiger ist, dass der Verkehrsstrom der Umsteiger vom Bürgersteig der Brücke weg geholt wird .


    Der Laufsteg hätte aber in der Tat überdacht werden müssen. Des Weiteren sollte man darüber nachdenken, den Originalzustand des U-Bahnhofs wieder herzustellen, indem der Zugang von der Kopfseite und nicht nur von den Seiten aus erfolgt. Dazu müssten die Verkaufsflächen am U-Bahnhof neu angeordnet werden.

    Wenn es im öffentlichen europäischen Interesse ist, den VAE-Airlines keine zusätzlichen Ziele in Deutschland und Europa einzuräumen, dann ist das eher nicht das Ergebnis erfolgreicher Lobbyarbeit von Lufthansa; vielmehr ist Lufthansa eher Nutznießer des vielleicht auch protektionistisch motivierten europäischen Interesses, an dem mehr hängt als nur Lufthansa.


    Dieses Abkommen wurde von der EU forciert, um die heimischen europäischen Luftfahrtgesellschaften vor den staatlich subventionierten arabischen Airlines zu schützen. Selbstverständlich ist das Zustandekommen des Abkommens auch Lobbyarbeit von Lufthansa sowie anderer europäischer Fluggesellschaften und selbstverständlich sitzen die dann nicht mit am Tisch. Das Abkommen hat seine Berechtigung, aber Lufthansa zum unbeteiligten Nutznießer zu machen ist blauäugig.

    Der Bau ist nur bedingt aus der Nachwendezeit. Das alte Geschäftshaus an der Ecke zur Torstraße wurde bis auf die Stahlträger abgetragen. An der Fassade des neu errichteten Bürohauses “Schönhauser Tor” ist die alte Struktur des Stahlskeletts heute nur noch an den schwarzen Granitbändern zu erkennen.

    Fun Fact: Auf dem Bild des alten Geschäftshauses sieht man noch das Namenstransparent Luxemburgplatz. Allen Ernstes wurde das ca. 1975 in Rosa-Luxemburg-Platz geändert um klarzustellen, dass nicht das Land Luxemburg geehrt werden sollte.

    ^ Faktencheck:

    Tempo 30 in Brüssel: Weniger Unfälle in den ersten Monaten (rnd.de)

    Tempo 30 in der Innenstadt: Brüssel will Autofahrer abschrecken | tagesschau.de


    Wahlweise ist von der ganzen "Innenstadt" Brüssels die Rede oder von allen Straßen außerhalb der Hauptverkehrsstraßen, die Tempo 30 aufweisen. Letzteres gilt in Berlin schon lange, da war man hier in Berlin vor Jahrzehnten Vorreiter (meine das war rot-grün damals). Wenn mit der Innenstadt von Brüssel die Fläche innerhalb des Rings gemeint ist, dann ist das a) nicht besonders groß und b) überfällig, da enge Altstadtgassen.


    Des Weiteren:

    Flächendeckend Tempo 30 in der Hauptstadt | Euronews


    Demnach galt in Paris bereits auf der Hälfte der Straßen Tempo 30. Ich meine mich auch zu erinnern, dass höhere Geschwindigkeiten dort nur auf mehrbahnigen Straßen zulässig sind (und auf einigen bleiben). Aus eigener Erfahrung ist es ohnehin nicht möglich auf einbahnigen (also max. zwei Spuren ohne Mittelstreifen) Straßen dort schneller zu fahren (zu viel los, schlechter Zustand mit runtergekommenem Kopfsteinpflaster).

    Da lobe ich mir doch Stationen wie Fehrbellinerplatz. Leider gibt es auch in letzter Zeit schlechte Beispiele wie Bismarckstraße, wo die sehr angenehme 70er-Gestaltung mit eleganten silberfarbenen Alupanels zugunsten einer schreiend grünen Keramikverkleidung, schlecht interpretierte 20er würde ich sagen, beseitigt wurde.

    Etwas OT: Gerade Rümmler, der den Bahnhof Fehrbelliner Platz (U7) entwarf, war ja der Protagonist des U-Bahnhofs als unverwechselbarem Ort, der Aspekte der Oberfläche in den Untergrund holt. Das Vorbild war Stockholm. Am Fehrbelliner Platz wollte er aber einen Kontrast zur oberirdischen NS-Architektur setzen. Man schaue sich die zahlreichen Einwürfe der zeitgenössischen Presse zum knallroten Eingangsgebäude an ("rote Zelle" usw.).


    Bismarckstraße ja, zum Teil hast Du Recht mit dem bemühten Historisieren. Es waren im Original aber keine Alu-Paneele sondern furnierte Holzpaneele. Im Handbereich und in der Nähe der Züge ist das Material aus Brandschutzgründen für unterirdische Anlagen untersagt und auch instandhalterisch zweifelhaft (Reinigung, Feuchtigkeit). Es gibt aber noch Holzverkleidungen in Vorhallen (z. B. Blaschkoallee). Die Vorhalle des U-Bhf. Zwickauer Damm hatte eine schöne Holzdecke. Mit etwas Willen wäre Holz auch im U-Bahnbereich verwendbar, z. B. als Decke. Die Treppenabgänge im U-Bahnhof Bismarckstraße werden jetzt bordeauxrot anstatt grün und das sieht ziemlich geil aus. Deshalb soll auch der Bahnhof Yorckstraße in diesem Farbton neu gefliest werden.


    Edit: Metrostationen in Rom und Mailand sind ausnahmslos Zweckbauten. Andere italienische Metros (Genua, Turin, Brescia) kenne ich nur von Fotos, scheinen aber auch eher zweckmäßig zu sein. Was nicht heißt, dass sie unangenehm sind, ganz im Gegenteil. Einzige Metro mit ambitionierter Architektur ist die von Neapel und die ist der Hammer:


    Das ist leider typisch Deutsch! Es wird alles kaputt „geregelt“ (Lampenhelligkeit an einem Bahnhof zu regeln - Gute Güte) - einmal in Italien gewesen und Du weißt was in Deutschland falsch läuft…toller U- Bahnhof by the Way aber wirkt eben doch sehr „kalt“ und „technisch“ wie alles in Deutschland was neuer ist als 1970 - die deutsche Regelwut erzeugt die immer gleichen Aufenthaltsqualitäten…wobei ich die 3 neuen U- Bahnhöfe für deutsche Verhältnisse wirklich gut finde…

    Das ist leider typisch unsachlich. Würdest Du die italienischen Bahn-Regelwerke kennen, würdest Du feststellen, dass dort deutlich mehr geregelt ist als bei uns.

    Das Schnellbahnnetz ist eben nicht hervorragend ausgebaut. Es hat auch Lücken...


    Belegbare Quellen für die Aussage, dass das Schnellbahnnetz Berlins für 5 Mill. EW reicht und das so eine U-Bahn 10 Milliarden kostet kenne ich nicht. Nicht nur vom Igeb, auch vom Senat werden regelmäßig Zahlen für irgendwas genannt, bei denen eigentlich jeder weiß, dass man das in Gutachten oder Machbarkeitsstudien aufwendig ermitteln müsste (sofern es überhaupt eine Planugsgrundlage gibt, auf die man sich berufen kann).


    Das Gutachten aus der DDR war übrigens von 1980 und kam zu Schluss, dass anhand der bautechnischen Kapazitäten der DDR entweder der Wohnnungsbau oder die Linie F möglich gewesen wäre, beides gleichzeitig nicht. Nach dieser Entscheidung wurde Hellersdorf aus dem Boden gestampft, weil der ÖPNV-Anschluss schneller zu realisieren war. Da steht also nicht, dass sich die U-Bahn nicht lohnt.


    Hier treffen Ressentiments gegen die Straßenbahn auf populistischen Igeb-Sprech und das ist so traurig wie die Aussicht auf die Verkehrspolitik nach der Wahl im September.

    Schöne Bilder. Etwas zu heller Sternenhimmel trifft es ganz gut. Die Leuchtenreihe an der Bahnsteigkante war notwendig, um die geforderte notwendige Lux-Zahl an dieser relevanten Stelle zu erreichen. Der Architekt hätte es gern dunkler gehabt, ist aber eben ein Bahnhof mit seinen Anforderungen.

    ^ Hauptsache es gefällt. Wer weiß schon, dass das Oval im U-Bahnhof Jungfernheide den Rundweg im gleichnamigen Volkspark darstellen soll, dass das Grün im Bahnhof Eisenacher Straße den Thüringer Wald symbolisieren soll, usw.

    ^ Gerade der Bahnhof Museumsinsel schließt eine empfindliche Lücke in der Erschließung. Auch wenn nicht viele im Einzugsbereich wohnen, so liegt er im Schwerpunkt der gesamten Touri-Hotspots der näheren Umgebung. Eher wäre der Bahnhof Rotes Rathaus in diesem kurzen Abstand zum Alexanderplatz verzichtbar gewesen, aber Haben ist besser als Brauchen. Das gestalterische Konzept von Dudler datiert in seinen Ursprüngen aus den 90er Jahren, Auch damals wurde schon auf die bewusste Darstellung der Röhren verzichtet, ist Geschmackssache. Das streng wirkende Ambiente der neuen U5-Bahnhöfe passt schon zur Umgebung an der Oberfläche und kontrastiert mit der Tendenz zu mehr Farbe bei den Sanierungen im Bestandsnetz. An anderen Stellen darf es gerne bunter sein, siehe Bismarckstraße und dann künftig Yorckstraße.

    ^ Sorry, weiß ich leider auch nicht, aber Du spekulierst richtig. Die BVG ist gemäß PFB verpflichtet, den alten Zustand wieder herzustellen. Alles andere darüber hinaus müsste finanziell geregelt und vereinbart werden. Das lässt sich aber machen, in Vergangenheit wurden ja U-Bahn-Bauvorhaben dazu genutzt, die Oberfläche neu zu ordnen.

    ^ Danke, wobei da auch steht:

    In diesem Zusammenhang stimmte der Aufsichtsrat dem Bau eines Logistiktunnels als Verbindung der Hangars und des ILA-Geländes an der Westseite des Flughafens mit den zentralen Vorfeldern vor dem Terminal 1 zu.

    Wo auch immer der Tunnel dann im Vorfeld enden mag.


    BTW: Beim Betrachten der Anlage zum PFB fällt wieder mal auf, dass es zunächst gar keinen Nord- und Südpier gab, sondern zwei Satelliten. Eigentlich ein ganz anderer Flughafen vor den diversen Änderungen.

    ... Ich glaube das ist das Standardmodell dieser Serie, das gerade überall dort wo neue Aufzüge gebaut werden, verwendet wird. An meinem U- Bahnhof Eisenacherstr. mitten auf dem Mittelstreifen der Grunewaldstr. wurde letztes Jahr ich meine das gleiche Modell aufgestellt. Ist das Häuschen, das am Bahnhof UdL steht, nicht auch dieses Modell hier? Forumsmitglied Bousset ist doch so firm in allen BVG- Belangen. Bitte übernehmen Sie. Das Häuschen in den Visus sah jedenfalls auch so aus.

    Für den Entwurf ist Dudler verantwortlich. Die BVG hat nur Mitspracherechte bei technischen Belangen. Selbst die PRG als Tochter der BVG hatte so ihre Mühe mit den Architekten der U5. Das Dach ist etwas klobig, dass fällt mir bei anderen Aufzug Häuschen auch auf. Da ist der Seilzug drin und die Entlüftung. Vielleicht ginge es auch dezenter. Muss mich korrigieren, es heißt Senefelderplatz. Und das mir...

    Dann streich das Wort abschließend und ersetze durch zurückzukommen, war eher gemeint als abschließend zu meinem post, dass sich auf die U2-Bahnhöfe bezog.

    ^ Die Ausschreibung für den Aufzug am RLP lief bereits und demnächst ist Baubeginn. Vor einigen Jahren erklärte die Bauabteilung der U-Bahn, dass sie mittelfristig die U-Bahnhöfe Stadtmitte, Hausvogteiplatz, Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelder Platz in den architektonischen Ursprungszustand von 1913 zurückversetzen will. Das geschieht mit Eigenmitteln und Fördermitteln sowie mit Wohlwollen des Senats und des Denkmalschutzes. Vorbild ist der 2008 sanierte Bahnhof Spittelmarkt. Leider lässt der Zustand anderer Bahnhöfe mehr zu wünschen übrig, so dass Mittel und Personal dafür bislang nicht zum Einsatz kamen. Zudem erweist sich die zwischen 1968 und 1971 durchgeführte Neuverfliesung dieser Bahnhöfe als relativ dauerhaft. Wenn im Bahnhof Grenzallee quasi über Nacht die Fliesen runterfallen, gibt es wieder ein wichtiges Projekt was zwischengeschoben wird. Die Pläne einer Neuverfliesung für RLP und Senefelder Platz sind aber fertig, so dass ich mit einer Realisierung in den nächsten 2-3 Jahren rechne. Am Hausvogteiplatz ist der westliche Eingang bereits neu verfliest, der östliche müsste dann zwangsweise mit dem neuen Aufzug verfliest werden, aber der Denkmalschutz hat Probleme mit dem Aufzug auf dem Platz.


    Fun Fact: Am Senefelder Platz lagen die blauen Fliesen Anfang der 70er in Paketen auf den Bahnsteigen und waren ruckzuck weg, deshalb ist der obere Bereich in grau gehalten (und ein paar Badezimmer in näherer Umgebung vermutlich blau), insgesamt ziemlich häßlich, RLP geht noch halbwegs mit dem gelb. Immerhin orientierten sich die damals Verantwortlichen mit den Fliesen teilweise am alten Farbschema von Grenander. Das heißt: Senefelderplatz wird blau wie Spittelmarkt, RLP gelb, Hausvogteiplatz gelb und Stadtmitte rot wie Alexanderplatz.


    Weil hier angesprochen noch abschließend zur U5: Neben Alexanderplatz veblieb Samariterstraße als einziger Bahnhof mit Fliesen im originalen Farbton. Die neu angebrachten emailllierten Bleche der anderen Bahnhöfe orientieren sich an den Farbangaben aus dem Band "Berlin und seine Bauten" und sind fast alle falsch. Farbaufnahmen der 70er belegen, dass Grenander völlig andere Farben wählte und kein Farbschema bestand. Berlin und seine Bauten verweist auf eine Originalquelle, in der keinerlei Angaben zur Farbe der Bahnhöfe steht. Aber nett sieht es trotzdem aus und es war ohnehin fast nichts mehr im Original erhalten.

    Der Ubahnhof Klosterstrasse ist derzeit ein absolutes Trauerspiel - Eine Behutsame Restaurierung drängendst- und einer der Bahnhöfe der Anfangszeit, die Gestalterisch die Wirren der Zeit überstanden haben.

    Absolut. In der Bahnsteighalle (und zum Teil in den Vorhallen) ist aber keine einzige Fliese original. Das ganze Objekt wurde 1986 im Zuge der 750-Jahr-Feier denkmalgerecht renoviert. Leider ist es jetzt wieder so weit. Aber positiv: Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelderplatz werden ihr originales Aussehen wieder erhalten.