Beiträge von LukaTonio

    Ich möchte fragen, warum Potsdam gleich an zwei Seen liegt und trotzdem keine Uferpromenade aufzuweisen hat? Mit Uferpromenade meine ich etwa das, was sich in Nizza, Ascona oder Venice Beach finden lässt.


    Die gleiche Frage könnte man in Berlin stellen. Allerdings gibt es entlang des Treptower Parks zumindest etwas, was an Promenade erinnert, wenn auch aufgrund der Buden und der fehlenden öffentlichen Toiletten etwas traurig.

    Ausgerechnet die strenge Traufhöhe dort ist doch das tolle an der Berliner Stadtplanung. Dass die Kisten dort schlecht, langweilig oder monoton wirken, liegt nicht an der strengen Traufhöhe, sondern an der Architektur an sich. (...)


    Ich würde ergänzen wollen, dass es hier nicht die Architektur an sich ist, denn das 50Hertz Gebäude ist ein gutes. Es liegt an der fehlenden Längenbeschränkung, was zur Monotonie führt und die aktuell schönen Proportionen des Gebäudes verschwinden lässt.


    Ich weiß, oh Wunder, ich bin gegen lange Riegel in urbanen Gebieten, wo Fußverkehr gewünscht ist, der aber regelmäßig nur entlang kurzweiliger Fassaden mit öffentlicher Erdgeschossnutzung stattfindet :)

    Es ist die gleiche Insel, auf welcher ein Weltkulturerbe liegt. Das ist wirklich traurig.


    Auch wenn Berlin sonst alles mögliche sein kann, hätte diese Insel als eine Art geschichtliches Herz wieder vollständig in den Vorkriegszustand versetzt werden sollen, um der Bedeutung und Wirkung der Nordspitze hinreichend Rechnung zu tragen. Der Fehler ist insoweit bereits durch das Planwerk Innenstadt eingeleitet worden, welches hier keinen Handlungsbedarf zur Wiederherstellung sah, an anderen Stellen der Stadt meiner Ansicht nach aber gute Arbeit geleistet hat.


    Bitte beim Thema bleiben. Eine Diskussion über breite Straßen im Allgemeinen kann hier geführt werden.

    Der OD hat recht, auch wenn ich die teils im Wasser stehenden Hochhäuser schön gelöst und mit der hoch gelegten U-Bahn recht urban finde.


    Neben dem Umstand, dass ungewöhnliche Aspekte wie die lange Überdachung teilweise wegfallen sind, verstehe ich die Planung der Baufelder und die Bauweise nicht. Hamburg ist eine Stadt in der es windig ist und oft regnet. Wind gibt es insbesondere nah an Wasserflächen. Insoweit würde es Sinn ergeben, die Fehler der Hafencity nicht zu widerholen und großformatige Blöcke zu errichten, die allseits vom Wind umweht werden können und eine verglaste Mall erforderlich machen. Sondern es sollte eine bauliche Struktur zu finden sein, die vor Wind und Wetter schützt und im Inneren kleinere (gemütliche) Gassen entstehen lässt, wo man sich auch bei schlechtem Wetter gerne aufhält.


    Als Beispiel kann eine Blockrandstruktur mit angeschrägten kleineren Erschließungsstraßen im Blockinneren umgesetzt werden.

    Meine Hoffnung besteht in der BSR Zentrale, zunächst was die Farbgestaltung angeht. Insbesondere ist dies aber der Fall, weil durch den geplanten Komplex Höhenvarianz in das Quartier kommt und damit die Silhouette etwas spannender werden sollte.


    Ich habe allerdings heute für die Arbeit nach einem Bild aus der Downtown von Washington DC bei google images gesucht. Auch da sind keine Wolkenkrater vorhanden. Dennoch lässt sich dort schön erkennen, was auch ohne Türme an großstädtischer Bebauung mit Abwechslung und Höhenvarianz möglich ist. Der Vergleich hingt natürlich zum hiesigen Quartier, weil die Downtown von DC in Berlin eher dem Kurfürstendamm oder dem Alexanderplatz entsprechend ist. Aber auch an der Schöneberger Linse darf man sich ein Optimum an Gestaltungsqualität zumindest wünschen.

    Es gab in Bad Homburg zuletzt einen Wettbewerb für das dortige Kurhaus, wo sowohl moderne als auch historische Entwürfe zugelassen wurden. Hiernach wurden sie separat bewertet, jeweils ein Sieger für historisch und modern ausgewählt und sie erst dann einander gegenüber gestellt. In beiden Kategorien gewann Ferdinand Heide.


    https://www.ferdinand-heide.de/bad-homburg-kurhaus


    Die beiden Entwürfe werden auf dem vorstehenden Link in der Bildergalerie hintereinander dargestellt.


    Beide Entwürfe sind auf ihre Weise sehr gut.


    Dieses Beispiel zeigt, dass historische und moderne Gestaltung nicht bereits im Vorfeld eines Architekturwettbewerbs gegeneinander ausgespielt werden müssen, sondern beide Variante einander für das beste auszuwählende Ergebnis gegenüber gestellt werden können.

    Wenn das alles so umgesetzt wird, würde es ein tolles Cluster ergeben.


    Der Bezug zwischen den Hochpunkten ist erkennbar. Eine Beeinträchtigung des Kurfürstendamms scheidet durch die Rückversetzung der Hochpunkte weg vom Boulevard mAn aus. Toll finde ich immer, wenn Hochhäuser -wie hier schon beim Bestand gemacht- in den Blockrand integriert werden, statt eigenständige Fremdkörper im städtebaulichen Bezug zu bilden.


    Schade, dass das Hutmacherhaus nur saniert wird. Hier hätte ein weiterer Hochpunkt mit Cluster-, Park-, Kirchen- und Zooblick entstehen können.

    Ich gehe davon aus, dass man in Berlin traurig war, dass nur westdeutsche Städte den "Nachkriegslook" haben. Denen wollte man in Berlin in nichts nachstehen und hat mit der Europacity aufgeholt.


    Auch beachtlich ist, dass trotz der ursprünglich nur minimal vorhandenen Bestandsbebauung trotzdem die unnötig breite Straßenschneise beibehalten worden ist.

    Genauer hat die Senatsverwaltung (für Bauen) entsprechend vorstehendem Link eine Verordnung zur originalgetreuen Rekonstruktion erarbeitet. Der Senat in Gänze kann eine solche Verordnung wohl eigenständig anordnen, ohne dass das Abgeordnetenhaus zustimmen muss. Sie wird ihm nur zur Kenntnis gegeben.


    Zumindest verhält es sich so bei den Coronaverordnungen, wobei sich aus der Gesetzesgrundlage bedingt durch die Pandemie eine besondere Zuweisung ergeben kann, welche im Übrigen nicht gilt. Ich kenne mich im Landes-/Kommunalverfassungsrecht von Berlin nicht wesentlich aus.

    Ich schließe mich hingegen Architektur-Fan an.


    Ich stand zuletzt an der Bushaltestelle am Lützowplatz und die städtebauliche Situation dort ist unbefriedigend. Gerade bei überbreiten Straßenräumen und städtisch gefassten Gewässern hilft eine Blockrandbebauung mit hoher Geschossigkeit, um den Stadtraum urban zu rahmen. Insoweit wäre bei der Erweiterung des Archivs eine Raumkante entlang beider Erschließungsstraßen wünschenswert gewesen.


    Ein Vergleich zum Kulturform ist bezüglich der Situation vor Ort durchaus angebracht. Denn es sind mehrere wichtige Institutionen in teilweise architektonisch ansprechender Gestalt vorhanden, aber der Stadtraum verläuft sich völlig. Im öffentlichen Raum besteht daher eine geringe Aufenthaltsqualität, was unter anderem auch an der Gestaltung der Gebäude und den zugehörigen Freiflächen liegt. Die Erweiterung des Archivs wird diesen Eindruck verstärken.

    Interessant finde ich, dass sich insbesondere viele Frauen (71 %) für eine Rekonstruktion aussprechen.


    Rekonstruktion wird oft als Verklärung der Vergangenheit und mithin politisch rechts und auch als männlich dargestellt. Ausgehend von den Ergebnissen kann zumindest in Frage gestellt werden, ob ein Rekonstruktionsbefürworter gleich eine politisch rechts orientierte (männliche) Person ist.


    Besteht hingegen möglicherweise ein breiter gesellschaftlicher Konsens, wäre dies in Planungsverfahren als Vorgabe aufzugreifen (Bsp. neue Bebauung Alexanderplatz 20 % Rekonstruktion für eine architektonische Durchmischung).

    Ich bin hingegen sehr enttäuscht. Es gab deutlich vielfältigere und daher urbanere Entwürfe. Es konnten bei den unterlegenen Entwürfen in positiver Hinsicht sogar Vergleiche zum Entwurf für das ehemalige Essoareal in St. Pauli gezogen werden.


    Bei dem gewonnenen Entwurf ist hingegen bereits absehbar, dass die drei südwestlich liegenden, massiven Baukörper jeweils oder wie beim Kanzlereck in Bonn sogar insgesamt einheitlich gestaltet werden. Zudem sind Grün- und Leerflächen dort vorgesehen, wo sich bedingt durch Bahn und Straße niemand aufhält. Wie in der Europacity ist ein cleanes Viertel mit großmaßstäblicher Einheitsbebauung angelegt worden.


    Auch die vorgesehenen Hochhäuser entschädigen dafür nicht, denn es sollten zunächst einmal die deutlich sinnigeren Cluster am Alexanderplatz und der Citywest weitergebracht werden, sowie das weniger sinnige Cluster am Gleisdreieck.

    Mich erinnert das Vorhaben an das Lakhta Center/Tower in St. Petersburg. Ich schließe mich insoweit den Ausführungen von Sidious an. Einzeltürme oder "Tore" in Form einer skulpturalen Wirkung (wie etwa auch die PS 5 am Ende der Hafencity in Hamburg) erinnern an Reisbrett und Diktatur. So auch hier, selbst wenn mit Anerkennung zuzugestehen ist, dass tatsächlich ein recht umtriebiger Unternehmer für das Vorhaben verantwortlich zeichnet.