• Die dargestellten Eindrücke, waren für mich dann doch ernüchternd.

    Es wirkt fast als ob Dudler sich seit den 90ern, gestalterisch wenig entwickelt hat -

    In dem erwähnten Tagesspiegel Artikel war aber auch zu lesen, dass an dem Entwurf festgehalten wurde der 25 Jahre alt IST, der Architekt aber nicht unbedingt glücklich damit ist...


    Der Schinkelsche Sternenhimmel kommt zwar im Bühnenbild der Zauberflöte vor, aber Schinkel hat sich da ja mehrfach selbst rezitiert so gibt es die Schinkelschen Sterne z.B. auch in dem kleinen Palais im Schlosspark von Schloss Charlottenburg, somit ist das Dudlersche Rezitat im U Bahnhof evtl. nicht nur auf die Zauberflöte beschränkt?

  • ^^ Also vielleicht sprechen wir nicht über den gleichen Artikel, aber das Hero Image beim Tagesspiegel und das Bild bei Dudler sind (bis auf den Ausschnitt) exakt gleich. Also entweder Stefan Müller fotografiert Renderings ab oder er fotografiert auch für Dudler :) Ich vermute ersteres (bzw. einen Fehler beim Tagesspiegel), da der Farbkontrast zwischen Säulen und Boden auf der verlinkten Durchfahrt und auch auf Fotos wie diesem viel stärker (da der Boden heller) ist als auf den Visualisierungen.

  • Ein schöner Bahnhof soll ansprechend, modern, offen und vor allem transparent wirken. Die Säulen finde ich einfach zu massiv und für einen Bahnhof eher erdrückend. Das man auf Ästhetik achtet - ok, gehört dazu in Berlin, repräsentativ ist halt wichtiger als ein Balanceakt. Ein Bahnhof soll Weite und Offenheit präsentieren, gerade auch beim Thema "Sicherheit" ein ganz wichtiger Aspekt, bisher dachte ich, dass die BVG eine Architektin für solche Fälle hätte?! 🤔


    Der Bahnhof wirkt gestalterisch großartig, für den Alltagsgebrauch aber leider misslungen. Wenigstens die Säulen hätte man weglassen können oder großzügiger setzen können etc.

  • Es gibt natürlich etliche Bahnhöfe mit filigraneren Stützen (Hermannplatz, Klosterstraße etc.), allerdings liegt über denen auch nicht der Kupfergraben und sie liegen meines Wissens auch deswegen nicht so tief. Inwieweit die massiven Pfeiler der Statik oder der Gestaltung geschuldet sind, kann man schlecht sagen. Gestalterisch finde ich es aber schon gut, dass das Sternengewölbe räumlich durch die Pfeiler gefasst wird und nicht als farbige Deckenfläche mit den übrigen Bahnsteigen verschwimmt. Was den Alltagsgebrauch und die Offenheit betrifft, gebe ich Euch natürlich recht.

  • Ist denn der Bahnhof schon eröffnet? Kann man da treffliche Aussagen darüber machen, ob er alltagstauglich ist oder nicht? Anhand von Visualisierungen kann man doch nicht wirklich über die Räumlichkeiten urteilen. Ich würde da abwarten.

  • Es erinnert mich an die Diskussion um den BER: Zum Zeitpunkt der Auftragserteilung das Modernste und Schickste was ging, aber wenn zwischen Entwurf und Eröffnung 25 Jahre liegen, scheint es nicht ganz zeitgemäß...

    Vergleicht man unsere U 5 mit der "Schadowlinie" in Düsseldorf ist es hier gediegen staatstragend und dort ist es moderner, frischer, heller.

    Für mich persönlich muss es im Untergrund aber nicht immer licht und hell sein, daher mag ich z.B

    die Stockholmer U Bahn ( z.B. Djurgården) wo man meint in steinzeitliche Höhlen hinabzufahren.

    Solange die Ausschilderung und der Bahnsteig hell ist ist alles gut.

    Leider hat man in Berlin für meinen Geschmack bei der U5 vor Allem zu viel Strenge walten lassen, es gibt nichts spielerisches, fröhliches.

    Aber ok, ich mag halt auch Stationen a la Fehrbelliner Platz :P

  • Einigen die hier das Weglassen von Säulen oder luftigere Hallen fordern ist die Komplexität und Form des Baus des U-Bahnhofs Museumsinsel durch die zahlreichen RBB-Dokus der letzten Jahre schon bekannt oder?

  • Einigen die hier das Weglassen von Säulen oder luftigere Hallen fordern ist die Komplexität und Form des Baus des U-Bahnhofs Museumsinsel durch die zahlreichen RBB-Dokus der letzten Jahre schon bekannt oder?

    Ja, man schaue sich aber Bilder des Richtfests an:


    https://www.imago-images.de/st/0096866734


    Durch die relativ fette Verkleidung der Säulen wirkt es in der Tat gedrungen. Hinzu kommt die nachträglich eingezogene Trennwand hinter dem Gleis, die eine Menge Raum wegnimmt. Dadurch ist der Bahnhof noch enger.


    Überhaupt finde ich es schade, dass man die Schildvortriebröhre an den Bahnhöfen gar nicht mehr erkennt. Hätte ein bisschen Tube-Feeling gehabt.

  • ^ Die vom Tagesspiegel in diesem Artikel gezeigten Visualisierungen sind seit Jahren bekannt (und hier in besserer Qualität verfügbar, auch wenn sie selbst da wirken, als stammen sie aus einem selbstgestalteten Doom-Level). Unabhängig davon kann ich auf Schinkels Entwurf für das besagte Bühnenbild keinen karmesinroten Vorhang, keine Baumkronen und keine malerische Ruine entdecken, sondern von der Mondsichel nur leicht beleuchtete dunkelgraue Wolken. Die Referenz hier ist damit doch nun mehr als eindeutig, wenn auch nicht unbedingt frei von Kitsch.

    In dem Berliner Fahrgastverband IGEB tummelt sich wirklich ein ganz besonderes Völkchen ! Mann, Mann, Mann !


    Daher : "JA" zum Berliner U-Bahn-Netz und seinem nicht verhandelbaren, weiteren Ausbau, Ihr IGEBler !


    Der Artikel selbst atmet berlintypische, linksliberale Bedenkenträgerei !


    Ich sage, die U5-Verlängerung vom Alexanderplatz zum Berliner Hauptbahnhof hat sechs tolle, beeindruckende Stationen erhalten. Weiter so !

  • ^ Gerade der Bahnhof Museumsinsel schließt eine empfindliche Lücke in der Erschließung. Auch wenn nicht viele im Einzugsbereich wohnen, so liegt er im Schwerpunkt der gesamten Touri-Hotspots der näheren Umgebung. Eher wäre der Bahnhof Rotes Rathaus in diesem kurzen Abstand zum Alexanderplatz verzichtbar gewesen, aber Haben ist besser als Brauchen. Das gestalterische Konzept von Dudler datiert in seinen Ursprüngen aus den 90er Jahren, Auch damals wurde schon auf die bewusste Darstellung der Röhren verzichtet, ist Geschmackssache. Das streng wirkende Ambiente der neuen U5-Bahnhöfe passt schon zur Umgebung an der Oberfläche und kontrastiert mit der Tendenz zu mehr Farbe bei den Sanierungen im Bestandsnetz. An anderen Stellen darf es gerne bunter sein, siehe Bismarckstraße und dann künftig Yorckstraße.

  • Ein Sternenhimmel im U-Bahnhof ist ja ne putzige Idee - es erschließt sich aber nicht ohne weiteres, was das mit dem Weltkulturerbe Museumsinsel in Berlin zu tun haben soll.


    Das ist doch irgendwie wieder sehr verkopft. Ich persönlich hätte es schöner gefunden, wenn das Design der Station einfachen Gemütern wie mir spontane Assoziationen an ein klassisches Museum ermöglicht hätte....


    So hätte ich auch die Station "Rotes Rathaus" in rotem Klinker ausgeführt, die Station "Unter den Linden" mindestens in Lindgrün gestaltet.


    Die teuren Stationen, so wie sie jetzt sind, sehen irgendwie schon toll aus, stellen aber keinen Bezug zum Ort her (und bei keiner der drei Stationen ist es irgendein Ort). Sie könnten überall und irgendwo auf der Welt sein.

  • Naja der Sternenhimmel ist halt bekanntlich dem weltberühmten Bühnenbild von Schinkel zur Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte nachempfunden, welches er für die Aufführung im der Berliner Staatsoper entworfen hat. Find die Kombination aus Schinkel und Oper sehr gut gelungen. Oder soll man es auf die Decke schreiben?

  • Hm na der Ubahnhof Museumsinsel hat sich doch für ein anschauliches Motto „Schinkel“ entschieden - auch wenn’s etwas dünne umgesetzt ist und sich nur bei den Wandbildern die man auch gegen andere Mottos austauschen könnte wirklich verbindlich wird.


    Ich denke mal dass hier derartig viele Bezüge greifen könnten, dass man die Station je nach angesagtem Thema fast schon jahreszeitlich umgestalten könnte.


    Es gibt Stationen die sich einem Moto architektonisch konsequent oder auch nur dekorativ widmen wie Heidelberger Platz, Tierpark friedrichsfelde, Zoo, Klosterstrasse oder Spittelmarkt etc oder eben nur stylish daherkommen.


    Büschen merkwürdig indifferent mit ihrem rotbraunen Marmor find ich die Mohrenstrasse - man stelle sich vor, da würde jetzt noch nostalgische Sarottiwerbung aufgehängt ...was da los wäre.


    Auf der Touristrecke machen solche aussagekräftigen assoziativen Gestaltungen aber durchaus Sinn da geb ich dir recht.

    Die Station rotes Rathaus gefällt mir recht gut auch wenn der Namenstitel der Gestaltung momentan wenig entspricht und das Design sich für mich Farblich und gestalterisch eher dem Fernsehturmumfeld zuwendet.

    Wenn dann endlich mal wie versprochen und beabsichtigt mal die archäologischen Fenster frei liegen und die Gewölbe der Tuchhalle des alten Rathauses stolz präsentiert werden, die man leider wieder aus Kosten- Planungschaos und organisatorischen Gründen verfüllt hat, ist das ganze denke ich gut auch dem Stationsnamen nach schlüssig harmonisiert und ein enormes Highlight in der bisher dauerhaft verschluckten historischen Mitte.

  • Ja das denke ich auch. Das Prinzip unten zu zeigen was es oben zu sehen gibt, gibt es in Berlin zuhauf, speziell auf der U8.

    Es gibt auch schon mehrere Stationen in rotem Ziegel, z.B.Zitadelle Spandau (U7)

  • Das ist doch irgendwie wieder sehr verkopft. Ich persönlich hätte es schöner gefunden, wenn das Design der Station einfachen Gemütern wie mir spontane Assoziationen an ein klassisches Museum ermöglicht hätte....

    Man kann doch auch einfach ohne Hintergrundwissen aussteigen und von der Schönheit des Bahnhofs begeistert sein. Nicht immer so verkopft sein ;)

  • Hm na der Ubahnhof Museumsinsel hat sich doch für ein anschauliches Motto „Schinkel“ entschieden - auch wenn’s etwas dünne umgesetzt ist und sich nur bei den Wandbildern die man auch gegen andere Mottos austauschen könnte wirklich verbindlich wird.


    Ich denke mal dass hier derartig viele Bezüge greifen könnten, dass man die Station je nach angesagtem Thema fast schon jahreszeitlich umgestalten könnte. [...]

    Ich denke, das Motto ist eher Sternenhimmel in der Tunnelröhre. Ob dieses Motto jetzt von Schinkels Bühnenbild, oder aus Neuhardenberg, von der Sainte-Chapelle, oder der Basilika in Kevelaer entnommen wurde, kann den Laien eigentlich egal sein. Hauptsache es gefällt. Menschen die sich die Zauberflöte anschauen, würden ein Bühnenbild auch nicht Schinkel zuordnen können.


    Was die Decke betrifft, so wird man diese sicherlich nicht mit einen frühlingshaften "grün" überstreichen.


    Was die Wandbilder betrifft, ist es ja schon Standard in Bahnhöfen Bilder mit Ortsbezug aufzuhängen - da gehört Schinkel nun mal mehrfach dazu. Für Dudler und die BVG ist Schinkel halt ein super PR-Motto, das sollte man auch nicht überinterpretieren.