WBM Neubau-Offensive Luisenstadt

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Darf ich Fragen wie ich die Anmerkung deuten darf?

    Ich habe das eigentlich zwei Kommentare darunter ziemlich genau begründet... meine Kritik ist ja nicht, dass Geld ausgegeben wird, sondern wofür. Jedes mal, wenn jemand den Wunsch nach so etwas Banalem wie einem Gesims äußert, heißt es: das ist den Bauherren zu teuer. Werden aber tonnenschwere Glasscheiben verbaut, wundert sich niemand, dass der Bauherr dafür Geld ausgibt.

    Noch dazu ist so viel Glas wirklich keine gute Idee. Es ist nicht nur teuer und energieintensiv in der Herstellung, Glas ist zudem gut wärmeleitend und stark reflektierend. Das heißt, große Glasflächen sind für die Energiebilanz eines Gebäudes eher schlecht, was sich nur mit einigem Aufwand eindämmen lässt. Zudem erhitzen sie im Sommer die Umgebung.

    Für die Belichtung des Erdgeschosses sind die riesigen Glasscheiben absolut nicht notwendig. Es wäre nicht einmal überraschend, wenn das Glas großflächig abgeklebt wird und die Mieter auf künstliche Beleuchtung setzen.

    Im Übrigen habe ich auch benannt, was mir an dem Entwurf gefällt, durchaus also keine Pauschalkritik vorgebracht.

    Worüber ich mich aber tatsächlich regelmäßig ärgere, sind weniger die Bauherren als Architekten, die das Budget für wirklich unnötige, oft sogar dysfunktionale Dinge verpulvern (dazu gehören z. B. auch übermäßige Einschnitte und Rücksprünge oder überdimensionierte Raumvolumina im Erdgeschoss oder großflächige Verwendung von teuren Materialien wie Naturstein), während mit gleichem Geld nutzbarere und schönere Entwürfe möglich wären. Wenn es einen Bauherren gibt, der bereit ist, für gute Architektur Geld auszugeben, ärgert mich das Versemmeln dann besonders. Ich hoffe auch, dass ich nie so weit abstumpfe, mich mit gestalterischem Mittelmaß inmitten des Miserablen zufrieden zu geben.

  • Im Erdgeschoss sind Gewerbenutzungen geplant. Eine offene aktive Geschäftszone in der Innenstadt mit Vollverglasung halte ich nicht für Verschwendung.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Im Erdgeschoss sind Gewerbenutzungen geplant.

    Ist mir bekannt. Ich habe auch nichts gegen Glas, nur das Übermaß kritisiere ich.

    Geht mit offenen Augen durch die Stadt und ihr werdet feststellen, dass erstaunlich viele Geschäfte ihre Schaufenster großflächig mit Folie bekleben. Das greift sogar so sehr um sich, dass die Stadt Leipzig das zumindest in der Innenstadt verboten hat.

    Natürlich gibt es auch solche Beispiele, gleich nebenan: 42 Neue Jakobstraße - Google Maps

    Ich finde, da sieht man doch gut, dass von außen einladende und innen helle Gewerbeflächen keine Vollverglasungen brauchen. im Gegenteil, ich würde jede Wette eingehen, dass die überwiegende Zahl an Menschen das ältere Beispiel in der Jakobstraße anziehender findet als das jüngste von der WBM. Und der Witz ist ja: das wäre sogar günstiger und im Betrieb effizienter gewesen als die Vollverglasung. Für das eingesparte Geld hätte man an der Fassade irgendetwas Hübsches einplanen können.

  • Die Argumente, die du hier gegen den großflächigen Einsatz von Glas vorbringst finde ich nicht schlüssig.

    Für mich macht es ästhetisch Sinn. Es markiert den horizontalen Funktionswechsel von Wohnen und Gewerbe, von Privatheit und Offenheit, Intimität hier und Kommunikation dort. Die Wohnungen orientieren sich zu den Innenhöfen, das Gewerbe orientiert sich zur Straße.

    Durch das Glas wirken die Wohnetagen wie schwebend, zumindest hat der ganze Riegel dadurch eine angenehme Leichtigkeit. Ich bin gespannt, wie das Ganze bei Dunkelheit funktioniert.

    Falls der Betreiber des Gewerbes es für angebracht findet, seine Fenster zu bekleben, soll er das machen können. Das lässt eine Glasfassade ja zu. Umgekehrt dagegen lässt eine geschlossene Wand es nicht zu, mal eben geöffnet zu werden, falls der Gewerbetreibende mehr Offenheit wünscht.

    Der K-Wert von Glas ist fast gleichwertig mit einer vollgedämmten Wand, die Wärmespeicherfähigkeit ist nur nicht vorhanden.

    Warum der Bauherr hier Geld einsparen soll, indem er die Glasflächen reduziert, weil an anderen Gebäuden aus ökonomischen Gründen auf Gesimse verzichtet wird, erschließt sich mir nicht.

    Insgesamt gefällt mir dieser Eingriff in eine schon bestehende städtebauliche Situation sehr gut, soweit man es im unfertigen Zustand beurteilen kann. Die Fassade überrascht mit ihrer angenehmen Farbigkeit und den diagonal verlegten Faserzementplatten. Zusammen mit dem Glas unterstreicht das nochmal den Eindruck von Leichtigkeit.

    3 Mal editiert, zuletzt von klangraum (20. Mai 2026 um 11:00) aus folgendem Grund: Edit: der k-Wert (inzwischen U-Wert) von Glas ist natürlich unterirdisch schlecht. Der U-Wert von von modernen Fenstern ist schon sehr gut. Erst recht bei einer Dreifachverglasung.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Für mich macht es ästhetisch Sinn.

    Über Geschmack lässt sich nicht streiten, heißt es so schön. Ich bin überhaupt nicht gespannt, wie die Glasfront bei Dunkelheit wirkt, weil man das bei hunderttausend ähnlichen Gebäuden sehen kann. Falls da unten Ladengeschäfte reinkommen, haben die bei Einbruch der Dunkelheit wahrscheinlich geschlossen. Im Winter hat man dann die Chance, Beleuchtung zu sehen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Durch das Glas wirken die Wohnetagen wie schwebend, zumindest hat der ganze Riegel dadurch eine angenehme Leichtigkeit.

    Glas wirkt in so gut wie allen Lichtsituationen dunkel, man sieht das auch bei den obigen Fotos. Dunkle Flächen werden psychologisch als schwerer wahrgenommen als helle. Generell wüsste ich nicht, warum "Leichtigkeit" ein Bewertungskriterium für Architektur sein sollte. Kannst du mir das begründen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es markiert den horizontalen Funktionswechsel von Wohnen und Gewerbe, von Privatheit und Offenheit, Intimität hier und Kommunikation dort.

    Exakt das Gleiche erreicht das von mir verlinkte Beispiel in der Neuen Jakobstraße auch. Mit dem Einsatz von viel weniger Glas. 50% Glasanteil reichen für Belichtung, Schaufensterfunktion usw. vollkommen aus.

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    Falls der Betreiber des Gewerbes es für angebracht findet, seine Fenster zu bekleben, soll er das machen können. Das lässt eine Glasfassade ja zu.

    Dass Glas eine Fläche für billige Werbefolien bietet, ist für mich ein klares Contra-Argument. Kaum etwas verunstaltet unsere Stadträume so sehr wie Werbung. Das sollte viel stärker zurückgedrängt werden.

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    Der K-Wert von Glas ist fast gleichwertig mit einer vollgedämmten Wand, die Wärmespeicherfähigkeit ist nur nicht vorhanden.

    Der U-Wert (früher K-Wert) von Glas ist miserabel und liegt bei ca. 5 W/(m²K). Und weil das so ist, hat man Mehrfachverglasungen erfunden, also mehrere, heute meistens drei Glasscheiben, zwischen denen Edelgase mit schlechter Wärmeleitfähigkeit eingeschlossen sind. So kommt man auf Werte von 0,5 bis 0,7. Bei Dämmungen von Wänden sind U-Werte von max. 0,24 W/(m²K) vorgeschrieben. Glasfenster dämmen also durchaus etwas schlechter, kosten aber das Doppelte. Dazu kommt der Lichteintrag im Sommer, der sich in den Räumen in Wärme umwandelt sowie die Reflexion von Licht in den Straßenraum, was die Umgebung aufheizt.

    Diese Art der Vollverglasung, die wir da oben sehen, ist absolut nicht zeitgemäß. Bauhaus, ick hör dir trapsen. Das stand mal für Moderne, heute ist es ein Relikt.

  • ^ Danke! Ja, das könnte tatsächlich schlimmer sein. Die "ausgeschnittenen" Eckbalkone bringen etwas Abwechslung und Witz in den Klotz. Und auch das Rautenmuster (auf deinem Bild leider schlecht erkennbar) ist besser als ein angestrichener Dämmputz.

    Richtig beurteilen kann man die Wirkung wohl erst nach der kompletten Fertigstellung des Gesamtprojekts.

  • Anbei ein weiterer aktueller Eindruck.

    Das Hochhaus wurde weiter abgerüstet und somit das charakterisierende Terrassenband sichtbar.

    [Bild © bauhelmchen 2026]

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    Einmal editiert, zuletzt von Bauhelmchen (31. Mai 2026 um 10:08)

  • ^Mir gefällt es trotz der im Grunde sehr schlichten Erscheinung ausgesprochen gut. Hier die ist die Balance aus Strenge und Verspieltheit tatsächlich mal gelungen (oft wirkt das Versetzen von Fenstern etc. eher wie eine alibimäßig angedeutete Auflockerung). Insgesamt wirken die verschiedenen Gestaltungsmittel auf mich mal wirklich gekonnt statt nur gewollt:

    Der durch die Bänder herausgearbeitete Hauptbau umfasst ziemlich genau zwei Drittel und bildet zugleich recht exakt quadratische Flächen mit wiederum etwa quadratischen Fenstern und dem diagonal dazu angeordneten Karomuster, das je nach Licht offenbar auch ein Rautenmuster mit hell-dunkel-Kontrast auf die Fassade wirft. Die sandbraune oder ggf. -gelbe Einfärbung der Rahmen und auch das Glas machen sich zumindest bei Sonne ebenfalls gut und wirken harmonisch und freundlich.

    Wenn man das mit der ähnlich Umgebungsbebauung vergleich, merkt man vermutlich am besten, was ich meine: Viel stimmigere Proportionen, eine ganz andere räumliche Wirkung. Wenn man schon schlicht und modern baut, dann doch bitte immerhin so. Natürlich profitiert der Bau dabei auch von seiner Positionierung als Solitär. Als breite Scheibe hätte es wohl längst nicht mehr so stimmig gewirkt. Und ja: Sicherlich war auch das Budget ein anderes, wenn man alleine mal an die Glasbänder denkt, die mir übrigens bei aller legitimer Kritik hier architektonisch gut gefallen.

  • Eine doch überdeutliche Steigerung der Architekturqualität des Hauses WBM zum (unverzeihlichen) Totalausfall Neubau Fischerinsel. Man kann nur hoffen, dass man diese Latte auch bei künftigen Projekten, insbesondere bei Lückenschlüssen in städtebaulich aufgelockerten Gebieten der Innenstadt nicht mehr unterbietet. Für die architektonisch doch stark vernachlässigte Luisenstadt ein aus meiner Sicht städtebaulich wie architektonisch vielversprechender Meilenstein.

  • ^ WBM Neubauten Köpenicker Straße 104 - 114

    Weitere Bilder mit Schwerpunkt auf die „Gasse“ zwischen dem Neubauriegel und dem Plattenbau.
    Hier zunächst das Hochaus an der Ecke Michaelkirchstraße:

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    Blick in die neu entstandene Gasse zwischen dem Neubauriegel und dem Plattenbau:

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  • Schön, aber leidet an der selben Krankheit, wie fast alle Neubauten heutzutage, dass die Mieten nur 2 Kategorien kennen: Sehr günstig mit WBS oder für Ottonormalverdiener unbezahlbar, nichts dazwischen. Als ich das letzte Mal geschaut habe, waren es glaube ich 2500 kalt für 3 Zimmer. Schade.

  • Ein Blick heute beim Sonnenuntergang. Kommt gut rüber vorallem Beim Hochhaus. Warten wir ab , bis die letzen Gerüste Weg sind Beim kleinen Gebäude & ohne Bauzäune usw.

    © Johannes_9065

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  • ^ Das gefällt mir. Es ist eine deutliche Verbesserung der städtebaulichen Situation gegen vorher mit dem Parkplatz.

    Die Fassaden sind mit einfachen Mitteln abwechslungsreich. Nicht überall die gleichen Fenster in Reihe einzubauen macht so viel aus.

  • WBM Neubau Köpenicker Straße 104-114

    ^

    Anbei eine paar neue Eindrücke von den Wohnneubauten an der Köpenicker Straße.

    Mittlerweile sind die Fassaden und auch die großzügigen Glasflächen der Erdgeschosse weitgehend fertiggestellt. In der neu entstandenen Gasse zwischen Neubau und Bestand finden noch Pflaster- und Gestaltungsarbeiten statt. Ein großer Teil des Weges ist bereits fertiggestellt.

    [Bilder © bauhelmchen 2026]

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    Blick entlang der Köpenicker Straße.

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    Die der Straße abgewandte Seite.

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    Aufnahmen des Hochhauses.

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  • Ich bin seher angetan. Kubatur und Form des lang gezogenen Riegels fügt sich ein ohne zu stören, im Gegenteil es wertet die Gegend enorm auf. Die Anmutung ist das Gegenteil von "trist". Es ist hell, freundlich und wirkt trotzdem für einen WBM Bau durchaus modern. Sogar die anderen GEbäude in der Gegend gewinnen durch das Gebäude.

    Ich habe es jetzt noch nicht gesehen bei grauem Schmuddelwetter. Aber ich bin insgesamt sehr zufrieden. Jetzt hoffen wir nur noch das die Wohnungen schön sind und einigermaßen erschwinglich.

  • Stimme grundsätzlich zu, aber er ist zu lang/breit. Aus der Fußgängerperepeltive zieht Sicht das Gebäude deutlich zu lang und hilft städtebaulich nicht so sehr wie ein bisschen Abwechslung in Höhe oder Kubatur bewirkt hätte.