Beiträge von klangraum

    das Problem des ursprünglichen Gehry-Entwurfs war doch, dass diese verkürzte Beekman-Tower-Kopie nicht so recht an den Alex passen wollte. Der ganze Kontext ließ diese Kopie einfach nicht sinnvoll erscheinen.

    Der neue Gehry -Entwurf, diese überdimensionierte Tüte in Wegwerf-Optik scheint eine Reverenz an das Schmuddel-Image des Alex zu sein. Mit etwas Humor und Selbstironie kann man das fast schon genial finden. Das ist auch - wie fast immer bei Gehry - weniger eine Frage der Architektur als der Kunst. In gebauter Form muss es sich dennoch den Fragen der Architektur stellen, und da gebe ich JimmyMcGill Recht: das Büro glaubt hier selber nicht an eine Umsetzung, sonst hätte es sich die Mühe gemacht, eine materielle Übertragbarkeit der Idee auch zu visualisieren, statt einfach nur das Modellfoto zu implementieren.

    Den Kleihues mit seiner Krone und den Abtreppungen finde ich toll. Ich fürchte nur, dass bei einer Überarbeitung die Krone verschwindet und die Abtreppungen reduziert werden. Und dann bleibt nicht mehr viel.

    also selbst mir als absoluter Laie in wirtschaftlichen Fragen fällt die Unsinnigkeit des Vergleichs - Mercedes-Tower in Dubai und Regierungsgebäude im Luisenblock - auf. Warum nimmt man nicht einen Flughafen oder ein Krankenhaus zum Vergleich?

    Welche Sicherheitsvorkehrungen müssen denn im Mercedes-Tower gebracht werden? Welche Arbeitskräfte bauen den Turm in Dubai und welche in Berlin?

    nein. Die Frage lautet vielmehr: welcher Investor hat sich von der Reduktion um 20 Meter wirklich abschrecken lassen?

    So viel ich weiß standen die Investoren nicht gerade Schlange, um endlich am Alexanderplatz bauen zu dürfen. Im Gegenteil: der erste Kollhoff-Plan - so schön er mMn auch war - war leider nicht geeignet, Investoren zum Bau von Hochhäusern anzuregen. 20 Jahre später hat man dann in einem Workshopverfahren unter anderem mit Teilnahme der Grundstückeigentümer - die Gelegenheit genutzt nicht nur die inzwischen unter Denkmalschutz gestellten Häuser in den Plan zu integrieren und die Nutzung den veränderten Anforderungen anzupassen, sondern auch die Höhe der Türme anzupassen. Gleichzeitig mit dem Verzicht, die Türme nach oben hin zu verjüngen. Meine Frage ist also ganz ernst gemeint.

    Dieser Beitrag bezieht sich hierauf.


    na ja....man muss dazu aber auch anmerken, dass die Motive der Ablehnung von Seiten der Politik nicht finanzieller Natur waren. Wenn sich die Ablehnung mit der Person Benko verbanden, dann vor allem wegen seiner zweifelhaften politischen Verbindungen innerhalb Österreichs. Ich würde aber mal behaupten, dass im Falle des Hermannplatz-Projektes der Widerstand großer Teile der (anliegenden) Bevölkerung auch mit einem anderen Investor entstanden wäre - was nach meiner Vermutung eher etwas mit der befürchteten Milieuveränderung zu tun hat.

    Hab ich hier etwas verpasst? Wann und mit welcher Aktion hat denn konkret bei diesem Projekt Lüscher und Lomper verzögert und verhindert? Ich bitte um Aufklärung. Woran ich mich vage erinnern kann, gab es Probleme mit dem U-Bahntunnel, nachdem Hines aus eigenen Motiven für eine Verlagerung des Bauplatzes gesorgt haben.

    Wenn man unbedingt ein Postkartenmotiv seiner Stadt wünscht, kann man das ja auf ein paar wenige Stunden am Abend begrenzen. Abgesehen davon halte ich die Verdunkelung der Städte für sehr sinnvoll. Nicht aus Gründen der Energieeinsparung, sondern aus Gründen des Umweltschutzes. Die Lichtverschmutzung ist ein bisher noch immer stark unterschätzter Faktor des Insekten-/Artensterbens.

    weiß jemand, was es mit den Schotterstreifen auf sich hat?

    ähnlich wie in verschiedenen Zonen des Gleisdreieckparks sind die Großschotter-Flächen ökologisch sehr wertvolle Bereiche für Pflanzen, die auf einen mageren, kargen Boden angewiesen sind. Im Idealfall werden die Fächen dann von heimischen, trockenheitsverträglichen Pflanzen besiedelt wie Wildrosen, Königskerzen, Karden, Sedum und viele andere. Hier finden sich dann mit Vorliebe Pflanzen, die aufgrund des Stickstoffeintrags per Luft gefährdet sind - und damit auch die von ihnen abhängigen Insekten, Wildbienen usw.

    Diese Flächen werden in jedem weiteren Jahr ihr Erscheinen ändern, da mit der Zeit durch Laubfall, Totholz u.a. eine natürliche Humusschicht aufgebaut wird. Ich mag es, an diesen Schotterflächen entlang zu spazieren und mir das Schauspiel von Natur anzusehen. Die vielen stillgelegten Gleisflächen, die es nach dem Krieg und Mauerbau in Berlin (vor allem eben am Gleisdreieck) gab und dann über Jahrzehnte sich selbst überlassen blieben, könnten man als Vorbild für diese Art von Parkanlage ansehen.

    Die verpönten Schotterflächen, wie man sie in Vorgärten so oft sind, sind idR verbunden mit dem Einbau von Unkrautvlies. Das sind dann tatsächlich ökologisch tote Flächen.

    die Gestaltung erinnert tatsächlich an genau das, was meist aus der Nachkriegszeit kommt

    Du beziehst Dich auf die Gebäude, die diesen Park begleiten, oder?

    ^ da hast Du möglicherweise recht.

    Um trotzdem auf maselzr Frage zu antworten: In einer Produktionshalle werden Fertigteilstützen unabhängig von Witterungseinflüssen mit Maschinen erstellt, die auf der Baustelle nicht vorhanden sind, wodurch höhere Betongüten erreicht werden, die schlankere Querschnitte zulassen.

    schön, dass man sich hier für Fertigteilstützen entschieden hat. Das beschleunigt nicht nur den weiteren Ablauf. Die Stützen sind auch erheblich schlanker als bei Ortbetonstützen. Interessant zu sehen, dass die Deckenschalung vor dem Einbringen der Stützen angebracht wird.

    ^ der Verlust der alten Straßenverläufe ist wirklich bedauerlich. Der Konflikt von altem Stadtgrundriss und Neuem ist hier sehr offensichtlich. Und natürlich wäre es möglich, über das bestehende Raster den alten Straßenverlauf zu legen und lesbar zu machen. Aber ergibt das dann wirlich sinnvolle Räume und Flächen? Würde man den neuen (historischen) Straßenverlauf mit einer straßenbegleitenden Bebauung nachzeichnen, entstehen bei Verzicht auf Abriss (von Wohnbauten) der verhandenen Bebauung sinnlose und unschöne Restzwickel, oder aber - sollte man rigoros über die vorhandene Substanz hinweggehen - riesige soziale Konflikte. Sowas ist in autokratischen Gesellschaften möglich und wird auch gerne gemacht. Hier finde ich es sinnvoll, das vorhandene zu nehmen und - wenn sich das städtbauliche Ziel ändert - zu ergänzen und behutsam weiterzubauen, punktuell auch mit Abrissen, im Groben aber immer respektierend.

    Eines muss man Langhof ja hoch anrechnen: er visualisiert auf eigene Kosten Ideen für einen Ort, der - zumindest in diesem Fall - dringend einer neuen Gestaltung bedarf. Inzwischen hat man für den Hardenbergplatz sogar schon zwei unterschiedliche Ansätze incl. Visualisierung.

    Als Unbeteiligter sollte man sich aber auch immer im Klaren sein, dass in Folge im Besten Fall eine Diskussion startet mit einer kronkreteren Zielsetzung für den Ort und schließlich auf dieser Grundlage ein Wettbewerb, bei der dann auch Langhof teilnehmen kann. Hier also über eine konkrete Gestaltung, geschweige denn Architektur zu diskutieren macht zwar Spaß, aber wenig Sinn.

    Bezieht sich auf diesen niveauvollen Beitrag.


    Danke für die Vorlage. Da freue ich mich doch, mich in die Reihe der Würdelosen und Anspruchslosen einreihen zu dürfen. Ich halte dieses Projekt um das Haus der Statistik für eines der ambitioniertesten und urbansten Projekte der Stadt. Hier wird gleich auf mehreren Ebenen Neuland betreten. Nicht nur in Bezug auf materialschonende Bauweisen/Sanierungen sondern auch in der Form, wie die Nutzungen der sanierten und neuzubauenden Gebäude zwischen privaten, genossenschaftlichen und öffentlichen Händen aufgeteilt wird. Das wird vermutlich kein ästhetischer Leckerbissen im Sinne einer fotogenen Hochglanzarchitektur. Aber es könnte ein ganz lebendiges Stück Stadt werden, wovon die ganze Gegend um den Alexanderplatz profitieren wird.

    Ich fürchte im obigen Kommentar zeigt sich einfach ein komplett anderes Verständnis von Stadt, von Architektur und auch von Ästhetik. Da in meinem Verständnis von Stadt der Begriff der Vielfalt eine zentrale Rolle einnimmt, nehme ich diese Unterschiedlichkeit einfach zur Kenntnis. Bedaure aber sehr die Verächtlichkeit, mit der sie geäußert wird. Das zerstört auf Dauer städtisches Leben mehr als hässliche Gebäude.

    Arty Deco

    ist es wirklich so schwer, zu unterscheiden zwischen einem Gebäude und dessen Nutzer? Natürlich dominiert dieser Turm seine Umgebung, aber das ist nicht das Bestreben des Nutzers sondern liegt im Wesen der architektonischen Geste. Würde sich dort ganz unschuldig irgendeine Ansammlung vieler kleienr Büros, Anwaltskanzleien, Werbeagenturen und sonstwas einmieten, ändert sich dadurch nichts an der architektonischen Wirkung.

    Abgesehen davon gehen die Argumente ziemlich durcheinander: seelenloser Klötzchen-Mist und zu frankfurterisch. Wenn ich mir die vielfältigen Hochhäuser der letzten Jahre in Frankfurt anschaue, ist das irgendwie ein Wiederspruch.

    meiner Meinung nach eine gute Entscheidung. Und auch die Begründung finde ich sehr nachvollziehbar. Die Frage stimmt doch: Warum sollte ausgerechnet hier hoch und in dieser Form gebaut werden? Wohnungsknappheit alleine rechtfertigt ja nicht automatisch Hochhäuser auf jedem beliebigem Bauplatz. Langhof ist doch garnicht interessiert am Kontext. Zumindest erkenne ich ihn nicht.

    Kleinteiligkeit ist nur leider auch teuer, da die vermietbare/verkaufbare Fläche im Verhältnis zur vertikalen Erschließung sinkt, je weniger Fensterachsen. Ich habe keinen Zweifel, dass das ähnlich wie am Friedrichswerder funktionieren würde. Aber das beißt sich etwas mit dem Ziel, günstige Mieten anbieten zu wollen. Ich fände eine Mischung von (sehr) kleinteiligen Parzellen im Umfeld der Klosterstraße, Jüdenhof und in der Parochialstraße wünschenswert und größeren Parzellen gegenüber des Rathauses und der Rathauspassagen wünschenswert und machbar. Aber ich glaube, das ist eh keine neue Erkenntnis....

    von oben einlassende Balkonbrüstungen haben das Problem, mit ihrer Befestigung in der Tragschicht auch Feuchtigkeit in diese einzubringen. Solche Konstruktionen sind immer sehr anfällig für Undichtigkeiten (und in der Folge Korrosion der Bewehrung) und sind damit sehr sanierungsanfällig. Alternativen gibt es schon, die sind aber eben teuer. Hier hat man sich, entgegen des Versprechens in der Visualisierung für die preiswerte Variante entschieden. Dass das gestalterisch keine Kleinigkeit ist, sieht man am Ergebnis sofort.

    ^ es war bei beiden Projekten - FAZ-Tower und Timber Pioneer - das gleiche Architekturbüro beauftragt. Da fällt die Absprache bezüglich des Vordaches leicht. Da finde ich es fast schon erstaunlich, wie konsequent man ansonsten einen unterschiedlichen Weg von Konstruktion bis Gestaltung gegangen ist.