^ich empfehle dringend, die eigene Definition von Architektur zu überdenken. Der Mangel an Diskurs-Schnittmengen liegt möglicherweise im eigenen Dogmatismus begründet.
Wenn ich mir die diversen Posts vor mir durchlese, möchte ich fast immer ein wenig zustimmen und trotzdem widersprechen. Eine kleinteiligere Parzellenstruktur hätte helfen können, den ein oder anderen architektonischen Ausfall auszugleichen. 50 Meter an einem tristen Gebäude entlang zu schlendern macht wenig Freude. Andererseits ist der Boulevard zu einem großen Teil bestimmt durch große Parzellen mit entsprechend großen - aber eben auch prächtigen Gebäuden, sowohl östlich mit Museen, Universität und Oper als auch westlich mit Botschaften und Hotels. Funktional ist der Boulevard herrlich vielfältig - und dennoch geht man über lange Strecken an nicht einladenden Fassaden vorbei. Und es macht einen Unterschied, ob sich das Gebäude zur Straße als Verwaltungsgebäude öffnet oder als Haus der Kultur. Und meiner Meinung zeigt sich das Fehlen einer durchsetzbaren Gestaltungsvereinbarung, das Fragen zu Materialität, Dachabschluss, Sockelgestaltung usw. klärt. Vielleicht, weil man die Streitereien am Pariser Platz nicht wiederholen wollte? Vielleicht, weil es für den Boulevard an Selbstbewusstsein mangelt, was es denn eigentlich sein soll?