Die Argumente, die du hier gegen den großflächigen Einsatz von Glas vorbringst finde ich nicht schlüssig.
Für mich macht es ästhetisch Sinn. Es markiert den horizontalen Funktionswechsel von Wohnen und Gewerbe, von Privatheit und Offenheit, Intimität hier und Kommunikation dort. Die Wohnungen orientieren sich zu den Innenhöfen, das Gewerbe orientiert sich zur Straße.
Durch das Glas wirken die Wohnetagen wie schwebend, zumindest hat der ganze Riegel dadurch eine angenehme Leichtigkeit. Ich bin gespannt, wie das Ganze bei Dunkelheit funktioniert.
Falls der Betreiber des Gewerbes es für angebracht findet, seine Fenster zu bekleben, soll er das machen können. Das lässt eine Glasfassade ja zu. Umgekehrt dagegen lässt eine geschlossene Wand es nicht zu, mal eben geöffnet zu werden, falls der Gewerbetreibende mehr Offenheit wünscht.
Der K-Wert von Glas ist fast gleichwertig mit einer vollgedämmten Wand, die Wärmespeicherfähigkeit ist nur nicht vorhanden.
Warum der Bauherr hier Geld einsparen soll, indem er die Glasflächen reduziert, weil an anderen Gebäuden aus ökonomischen Gründen auf Gesimse verzichtet wird, erschließt sich mir nicht.
Insgesamt gefällt mir dieser Eingriff in eine schon bestehende städtebauliche Situation sehr gut, soweit man es im unfertigen Zustand beurteilen kann. Die Fassade überrascht mit ihrer angenehmen Farbigkeit und den diagonal verlegten Faserzementplatten. Zusammen mit dem Glas unterstreicht das nochmal den Eindruck von Leichtigkeit.