Hochhaus 'Alexander - Berlin's Capital Tower' (150 m | in Bau)

  • Ich glaube bei aller Euphorie sollten wir uns einfach ein wenig gedulden. Erst in diesem Monat (!) wurde öffentlich bekannt, dass ein neuer Investor an Bord ist. Es wurde in Aussicht gestellt, dass noch im Oktober weitergebaut werden soll. Seit gestern ist nun tatsächlich Bewegung auf der Baustelle zu erkennen.

    Nach vier Jahren Bauruine dürfte aber niemand überrascht sein, dass nicht auf einmal 100 Bauarbeiter auf die Baustelle stürmen und 3 Tage später die erste Etage steht. Sicherlich muss erstmal alles inspiziert werden, welche Spuren der Baustillstand hinterlassen hat. Als Nächstes muss die Baustelle neu eingerichtet werden: Das Grünzeug wurde dafür schonmal beseitigt. Als nächstes wird auch erstmal der Geh-Radweg erneut eingehaust werden müssen. Auch die Baucontainerburg wird wieder neu aufgebaut werden müssen. Und auch die bestehenden Kellergeschosse müssen sicherlich kontrolliert werden - nicht alle Arbeiten sind von der Webcam zu beobachten. So wie die Baustelle mit den Pfützen auf der Bodenplatte aussieht wäre ich nichtmal überrascht wenn Wasser im Keller steht was erstmal abgepumpt werden müsste.

    Auch wenn's schwer fällt: Wir müssen uns denke ich 1-2 Wochen gedulden und dann sind wir sicher schlauer. Habt einen guten Start ins Wochenende :)

    Einmal editiert, zuletzt von Sidious (30. Oktober 2026 um 15:57)

  • Der Tagesspiegel bestätigt soeben die Aussagen des PORR-Mitarbeiters mir gegenüber.

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-fa…n-16219538.html

    Der "Neuer Tower am Alexanderplatz" wird offiziell seit heute weitergebaut, das teilten heute der
    Projektentwickler DCD Services und die Investmentgesellschaft Equora Capital mit.

    (Equora Capital hat 50 % der Anteile an DCD Services übernommen:
    https://dcd-services.de/news/partnerschaft-equora-capital )

    Die BIM begrüßt den Weiterbau.

    Die Firma Equora Capital will statt 49 Prozent nun 100 Prozent am Projekt übernehmen.

    Die Baugenehmigung läuft weiter, eine neue Genehmigung wird überprüft.

    Es bleibt beim alten Entwurf, Blick vom Alexanderplatz:

    y7ba3537.webp

    © O&O Baukunst

    Die Fertigstellung ist für 2030 geplant.

    3 Mal editiert, zuletzt von Merlin (30. Oktober 2026 um 17:01)

  • Ich sehe die Wiederaufnahme der Bauarbeiten mit gemischten Gefühlen.

    Einerseits ist es gut, dass es weitergeht. Andererseits bin ich vom bisherigen Entwurf nicht überzeugt.

    Nehmen wir mal an, es wäre hier nicht weitergegangen. Ich glaube nicht, dass damit ein Hochhausprojekt an dieser Stelle für alle Ewigkeiten gestorben wäre. Aber vielleicht hätte es in fünf Jahren einen neuen & besseren Entwurf gegeben. Mit einer Architektur, die sich stilistisch stärker an der Neo-Moderne der beiden anderen neuen Hochhäusprojekte orientiert hätte.

  • "Die Bauarbeiten starten auf Grundlage der bestehenden Baugenehmigung. Sie läuft nach Tagesspiegel-Informationen Ende 2026 aus. Parallel wird eine neue Genehmigung geprüft. Die Baufirma Porr, die bereits den unterirdischen Teil des Hauses realisiert hat, nimmt die Arbeiten wieder auf."

    Was muss denn da noch neu genehmigt werden, wenn es doch eine (noch) bestehende Baugenehmigung gibt, auf deren Grundlage nun mit der Realisierung begonnen wird?

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Was muss denn da noch neu genehmigt werden

    Die Umplanung von einem reinen Wohnhochhaus zu einem Wohnhochhaus mit Hotel ist eine
    Nutzungsänderung die von der ursprünglichen Baugenehmigung abweicht.
    Für ein Hotel (Sonderbau) gibt es verschärfte gesetzliche Auflagen (Brandschutz, Barrierefreiheit etc.).

  • Heut ist was los..

    Zum heutigen Baustart war der DCD-Gesellschafter Lothar Schubert
    mit einem Reporter der Berliner Zeitung auf der Baustelle.

    Der Kran ist ab 3. November wieder in Betrieb.
    Zunächst werden Erdgeschosswände und Stützen errichtet.
    Restarbeiten im Untergeschoss werden ausgeführt.

    Es bleibt bei der Höhe von 150 Meter.

    Das Hotel im Hochhaus hat 295 Zimmer in den unteren Geschossen.
    Es gibt bereits einen Hotelbetreiber (4 Sterne Segment).

    Es entstehen mehr als 300 Wohnungen.
    Von 40 bis 100 Meter gibt es kompakte Mietwohnungen und in den oberen
    50 Metern größere Eigentumswohnungen.

    Ein Teil der Wohnungen wird öffentlich gefördert.

    Mit Zustimmung der Stadt erhöht die Equora Capital die Anteile von 49 auf
    100 Prozent. Die Monarch Group soll komplett raus.

    https://www.berliner-zeitung.de/article/alexan…teigen-10535015

    Der Berliner Kurier schreibt heute:
    https://www.berliner-kurier.de/article/neuer-…rplatz-10545632


    Einmal editiert, zuletzt von Merlin (30. Oktober 2026 um 18:58)

  • Ich begrüße das sehr. Zumindest hier eine positive Entwicklung in Berlin.
    Ich bin etwas irritiert des Namens wegen. Bleibt es jetzt bei “Capital Tower” da der von Merlin verlnkte Artikel der Berliner Zeitung mit “Alexander Tower” aufmacht. Und eigentlich habe ich den Namen “Capital Tower” ausser bei uns hier im Forum sonst noch nirgends gelesen.

    … und ich hätte gewettet, dass, das Hotel in die oberen Etagen kommt.

  • Weder noch

    Die (vorübergehende) aktuelle Projektbezeichnung des neuen Investors ist:
    "Neuer Turm am Alexanderplatz" bzw. "Neuer Tower am Alexanderplatz".

    siehe Pressemitteilung:
    https://dcd-services.de/news/partnerschaft-equora-capital

    der Tagesspiegel verwendet die neue Projektbezeichnung im Text, im ersten Absatz:

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-fa…n-16219538.html

    Ich vermute die Monarch Group hat die Namensrechte an "Alexander Tower" usw. und die sollen ja raus aus dem Projekt.
    Es gibt bestimmt bald einen neuen Namen.

    Einmal editiert, zuletzt von Merlin (30. Oktober 2026 um 18:55)

  • Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch nach Berlin! Es freut mich wirklich, dass es nach der langen Hängepartie nun endlich mit dem Hochhaus weitergeht. Gerade am Alexanderplatz ist jeder zusätzliche Turm, der auch etwas mehr Höhe mitbringt, ein Gewinn für die künftige Skyline. Die 150 Meter sind jedenfalls eine erfreuliche Nachricht und helfen hoffentlich dabei, dass am Alex keine allzu gleichförmige Hochhauswand entsteht.

    Ein wenig hatte ich allerdings darauf gehofft, dass die lange Baupause vielleicht noch für eine behutsame Überarbeitung des Entwurfs genutzt würde. Mit der Formensprache des Turms werde ich nämlich bis heute nicht ganz warm. Je nach Blickwinkel wirkt er im oberen Bereich recht kopflastig, aus anderen Perspektiven erscheint die Mitte wiederum breiter oder deutlich schlanker (Stichwort: Knochen). Diese ausgeprägte Asymmetrie und insbesondere die tiefen Aussparungen bringen für meinen Geschmack etwas zu viel Unruhe in die Silhouette. Hätte man diese Einschnitte etwas zurückgenommen, wäre der Turm in meinen Augen deutlich ausgewogener und eleganter geworden. Aber das ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Freude darüber, dass Berlin nun tatsächlich ein weiteres 150 Meter hohes Hochhaus bekommt, überwiegt bei mir ganz klar. Der Alex kann Skyline und braucht Skyline.

  • An der Fassade sind dennoch einige Modifizierungen geplant:

    Dekoratives Anführungszeichen
    Zitat von BZ

    Der ursprüngliche Entwurf von den Architekten Ortner und Ortner wird hingegen fortgeführt. Statt der Steinfassade schwebt den neuen Investoren nun aber eine raue Metall-Fassade vor. Darüber sei man mit der Stadt noch in Abstimmung, so Schubert.

    Mit einer "rauen Metallfassade" hätte der neue Turm sicherlich mehr Bezug zum Covivio-Tower und den benachbarten Kisten der Ostmoderne, gleichwohl wird mit der Entscheidung gegen eine Steinfassade gewiss die Eleganz gänzlich auf der Strecke bleiben (die ohnehin durch die "Knochenform" defizitär ist).

  • ^^ Die Formensprache des Entwurfes könnte sich meiner Ansicht nach noch ändern, verknüpft an die Genehmigung zur Nutzungsänderung. Jetzt wird aber erst einmal auf Grundlage der bestehenden Genehmigung und entsprechend mit der alten Planung die Bautätigkeit wieder aufgenommen.

    Im ersten Quartal 2027 erwartet man die neue Baugenehmigung. Aus diesen neuen Plänen ist bereits bekannt, dass so bei gleicher Höhe fünf zusätzliche Geschosse in der Baukörper gepackt werden sollen. Im Gegenzug dafür sollen auch 30% geförderte Wohnungen entstehen.

    Die Fassade wird sich auch ändern, wie Zwiebel bereits erwähnt hat.

    Da wird sicher noch verhandelt und geplant. Es würde mich aber am Ende nicht wundern, wenn sich der Baukörper mit der neuen Genehmigung dann auch in seiner Form verändert.

  • Dekoratives Anführungszeichen

    Mit einer "rauen Metallfassade" hätte der neue Turm sicherlich mehr Bezug zum Covivio-Tower und den benachbarten Kisten der Ostmoderne

    Die Steinfassade (irgendwas mit Kalkstein gemixt mit Glassteinen wenn ich mich nicht täusche) wurde vor Jahren von Ortner Ortner explizit für den Turm entworfen, im Baukollegium unter Frau Lüscher wurde diese dann bestätigt. Ich fände es falsch, wenn man nun einer evtl. günstigeren Metall-Variante zustimmen würde. Die Metallfassade bei Covivio hat konzeptionell einen ganz anderen Hintergrund. Es geht hier um eines der Filetgrundstücke in Berlins Mitte (auch das Thema Sichtachse wird immer wieder genannt), wenn man schon 5 Geschosse extra einschieben will, dann sollte man zumindest einer völligen Banalisierung des Turms vorbeugen. Der andere Fall wäre, wenn man die gestalterische Planung des Turms einer völligen Revision und eines gänzlich neuen architektonischen Konzepts unterzieht. Einer beabsichtigten Vermanschung des architektonischen Konzepts (ob für Jedermann gefällig oder nicht) stehen hoffentlich auch die Entscheider ablehnend gegenüber.

  • Ich glaube nicht, dass sich Form und Fassade noch ändern.

    Die komisch proportionierte gestapelte Knochenform wäre schon verschwunden, wenn das mittlere Drittel des Turmes um 180* gedreht wird. Dann würden alle ausgeschnittenen Ecken übereinander liegen, die Auskragungen wären weg, jede Fassadenseite hätte trotzdem einen Rücksprung und die Vertikale wäre mehr betont.

    Das bräuchte aber sicherlich eine Überarbeitung des statischen Nachweises und der Flächenberechnungen der Baugenehmigung bzw. eine Erweiterung des neuen Bauantrages. Bei einer Änderung der Fassade, ändert sich die Fassadenstatik, gerade bei Hochhäusern und Windlast/Windsog.

    Die Prüfung des Bauantrages wäre dann zu langwierig, um noch dieses Jahr genehmigt zu werden. Bei einer ausschließlichen Nutzungsänderung ohne Grundrissänderungen (tragender Bauteile), wird vereinfacht geprüft.

  • Und zu guter Letzt der Videobeitrag der heutigen Abendschau.

    Wie Dunning-Kruger schon geschrieben hat, sollen bei 150 Meter 40 Stockwerke
    statt ursprünglich 35 Stockwerke untergebracht werden.
    Es ergibt sich eine zusätzliche Geschossfläche von 8.000 Quadratmeter.

    So soll das Hochhaus in einer ersten groben Skizze aussehen:

    dsk4fok3.jpg

    © DCD Services GmbH | O & O Baukunst | rbb Abendschau

    Der 3-minütige Videobeitrag des rbb:

    https://www.rbb-online.de/abendschau/vid…er-erwacht.html

    Das angelieferte Material von heut Vormittag ist Kalksandstein:

    zbeomgmk.jpg

    © Merlin

  • Zwei entscheidende Fragen bleiben für mich offen:

    Das veränderte Nutzungskonzept muss vom Bezirksamt Mitte genehmigt werden, in dem Links-Grün ab jetzt entscheiden. Wird dort genügend Pragmatismus vorhanden sein, um einer Änderung zuzustimmen, bei der lediglich 30 der insgesamt 300 Wohnungen sozial gefördert werden?

    Kann der Investor den Turm im Falle einer Ablehnung wirtschaftlich nach dem bisherigen Konzept realisieren? Wobei die mögliche Kompromissbereitschaft des Bezirksamts sicherlich genau von der Frage abhängen wird

  • Toll, dass es hier weitergeht. Damit habe ich nicht mehr gerechnet. 150m wirken doch nochmal anders als 130m.

    ^die Nutzungsänderungen sind vermutlich bereits das Resultat interner Absprachen zwischen den Beteiligten. Aber mal einfach so 5 weitere Geschosse einfügen zzgl. Hotelnutzung ankündigen, wird doch niemand machen, ohne die Konsequenzen vorher geplant und vorgeprüft zu haben. Die Auswirkungen auf Statik und Brandschutz sind immens. Die HLS ist beim Hotel komplett anders, ebenso erschließungsysteme wie Aufzüge etc..Da ändert sich einfach alles, bis hin zu den Kernen.

    Die Kellergeschosse samt Fundamenten stehen bereits. Der zusätzliche Lastabtrag ist dadurch limitiert. Spekulativ wird ggf. versucht mit einer Metallfassade die Lasten auszugleichen.

    Ich bin gespannt, ob man in den nächsten 12 Monaten Fortschritte sehen wird. Einfach mal weiterbauen ist bei den ganzen Änderungen schwierig.

  • Ist die höhere Anzahl der Geschosse bei gleichbleibender Höhe damit zu erklären, dass die Zimmer im Hotel sehr wahrscheinlich niedriger ausfallen werden? … wäre auch zu schön gewesen wenn 5 zusätzliche Etagen den Turm auf 170m geschraubt hätten. …

  • Ist ja mathematisch leicht zu erklären: Bei 35 Etagen wären es durchschnittlich 4,29m pro Etage, bei 40 Etagen sind es 3,75m pro Etage. Minus die eigentlichen Zwischendecken und Technikraum / Lüftung bleiben durchschnittlich immer noch etwas mehr als 3 Meter. Davon ausgehend, dass die unteren Etagen mit Lobby etc. deutlich höher sind, bleibt da aber genug Spiel für Wohnungen mit 2,80m lichten Deckenhöhen.

    Bauordnungsrechtlich würde man bei reiner Hotel- und Wohnnutzung auch 45 Etagen auf die 150 Meter verteilen können, da wird aber die (bereits in vier oder fünf Untergeschossen fertiggestellte) Statik nicht mitmachen, wurde diese doch auf "nur" 35 Etagen gerechnet.

    Tendenziell sollten die fünf Etagen mehr bei 150 Meter den Turm subjektiv noch etwas höher wirken lassen. Sehr spannend, dass es jetzt weitergeht.